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Fuld a er Z ertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliche^ Kreisblakk.

3a6tg. 59.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt IflK im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag Jlv» der Fuldaer Actiendruckerei In Fulda. Fernrufe: Schrift-

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Doraussichtlicher Nachfolger.

Direktor der Landeskreditkasse in

auserjehen ist.

Die Landwirtschaft kann nur dann die Preise er­zielen, die zu ihrer Erhaltuna notwendig sind, wenn die Kaufkraft dser Bpvöfferung eine starke Ergänzung durchBeschäftigung im Dienste der

der deutschen Ausfuhr in größerem Umfange die Hauptrolle spielen wird, was von vornherein den

Hierzu hören wir weiter von privater Seite, daß Geh.-Rat Schwarzkopf, der bisherig«

Staatssekretär Dr. Trendelenburg. t 1

Kanzler am Sonntag vor den westfalischen Bauern« vereinen sprechen will. Es heißt, daß in dem neuen Wirtschaftsprogramm eine Kontingentierung

wtb. Dortmund, 24. Aug. (Eig. Meldg.) Die Verhandlungen des 6R. Deutschen 'Genossenschafts­tages fanden ihren Abschluß mit einer Ansprache des Reichsbankpräsidenten D r. Luther, der u. a. ausführte: Wenn man auch noch nicht sagen kann, daß die Wirtschaftskrise ihren Höhepunkt bereits durchschritten hat, fo ist doch die elementare Kraft des Schrumpfunasvorganges der Wirtschaft nicht mehr so groß, daß man nicht alles daran setzen müßte, den Wirtschaftenden wieder Mut zu ma­chen, und daß man nicht mit w o Hk ü b e r l e g t e n und entschiedeinen Maßnahmen der Staatsgewalt und der Reichsbank nun­mehr versuchen dürfte und müßte, den na­türlichen Genesungsprozeß zu unten stützen. Nach allen bisherigen Erfahrungen der Menschheit kann nur durch Einsetzung des pri­vat-geschäftlichen Erfolgstrebens, aber auch der privatgeschäftlichen eigenen Verantwortung je­ner höchste Nutzerfolg aus der Menschenarbeit her. ausqeholt werden, der herausgeholt werden muß, soll unser schwer geprüftes Deutschland einer neuen Blüte entgegengeführt werden. Möglich ist es und nützlich, den deutschen Menschen in tun­lichst großem Umfange auf die Erzeugnisse des deutschen Bodens zu verweisen. Es gibt aber Grenzen, die von den Fanati­kern autarkischen Planens überseh en werden. i

Die abfoluke Autarkie würde mit Jtof und Tod sehr vieler Deutschen überbezahlt werden.

Die Reichsregierung und die preußische Staats­regierung haben folgende amtliche Kundgebung er­lassen:

Gezwungen durch Gewalttaten tot innerpoli­tischen Kampf, welche das Ansehen des Reiches aufs schwerste gefährdüten, hat der Herr Reichs­präsident auf Vorschlag der Reichsregierung die schärfsten Strafen gegen den polftischen Terror verhängt. Mit dem Augenblick, in dem diese Ber- ordnung in Kraft getreten ist, muß sie gleich­mäßig gegen jedermann, der Recht und Gesetz ver­letzt, ohne Ansehen der Partei oder der Person, Anwendung finden. Die" Reichsregierung wird nötigenfalls alle Machtmittel des Staates ein fetze n, um den Vorschrif­ten des Rechtes unparteiisch Geltung zu verschaffen und wird nicht dulden, daß sich irgend eine Partei gegen ihre Anordnung auflehnt. Ebensowenig wird sich die Preußische Staatsvegierung durch politi- schen Druck in der pflichtgemäßen Prüfung beein­flussen lassen, ob sie ihr Begnadigungsrecht tm Falle der Beuthener Todesurteile ausüben kann.

Die leidenschaftlichen Borwürfe, die in der Oeffentlichkeit gegen diese Urteile -erhoben wor­den sind, sollten sich gegen die Urheber der blutigen Ereignisse und nicht gegen die Staatsgewalt richten, die im Interesse der Gesamt- Heft zu so scharfen Maßnahmen greifen mußte. Die Reichsregierung wird jedem Versuch, die Grundsätze des Rechtsstaates zu verfälschen, und die politischen Leidenschaften zu erneuten Ausschrei­tungen aufzustacheln, zu begegnen wissen.

Der Vorsitzende des Gemeindeausschusses des Preußischen Landtages, Abgeordnete Lohse (Raft Soz.), hat den Ausschuß für Freitag, den 26. August 14 Uhr zu einer Sitzung einberufen. Zweck der Einberufung ist, eine Stellungnahme des Ge- meindeausschufses zur Verwaltungsre­form Dr. Brachts herbeizuführen.

Planwirtschaft eintreten, machen sich kaum klar, daß auf dem Wege zur Errichtung der plan- wirtschaftlichen Ziele eine Elendstrecke liegen muß, der Millionen von Deutschen zum Opfer fallen.

Auch die Währung ist kein Versuchs­feld, keine Stelle, an der, ohne die Erfahrungen der Vergangenheit zu benutzen, herumgebastelt werden darf. In allen Krisenzeiten sind Pläne aufgetaucht, durch Währungsexperimente den Druck der Krise künstlich aufzuheben. Nie- mals ist durch ein Experimentieren mit der Währung dieser Krisendruck dauernd gemildert worden, wohl aber werden Krisen durch Währungsexpe­rimente zu Katastrophen. Mit der Kampferspritze der offenen verschleierten oder dosierten Inflation sich als Reichsbank­präsident Volkstümlichkeit zu erringen, die sicher rasch einer ewigen Versuchung Patz machen würde, muß ich vor meinem Gewissen und vor meinem Verantwortungsgefühl gegenüber unserem Vater­lande a b l e h n e n.

Zur MrlschaslspoM der Reichsbank.

Eine Rede Dr. Luthers auf dem Deutschen Genossenschaftstag

ging Dr. Luther nicht in vollem Umfange ein; er befreit sich feine ausführliche Stellungnahme oiel- mehr für eine demnächst an anderer Stelle zu hal­tende Ansprache vor, mit Rücksicht auf die Erör­terungen, die zur Zeit noch zwischen der Reichs- regierung und der Reichsbank schweben. Was den Diskontsatz anbetrifft, sagte Dr. Luther, so ist die Reichsbank zur weiteren Senkung schon seit längerer.Zeit bereit. Wenn diese Diskontsen- kung bisher nicht erfolgt ist, so liegt das ledig­lich an der Vorschrift des Bankgesetzes, die bei Unterfcbreitung der 40prozentigen Deckungs- grenze einen Diskontsatz von weniger als 5 Pro­zent für unzulässig erklärt. Wuiffch und Bemü- Hungen der Reichsbank gehen dahin, daß die ge­setzlichen Hindernisse, die die Freiheit der Diskont- Politik der Reichsbarrk einengen, sobald als mög­lich beseitigt werden.

Zum Abschluß feiner Darlegungen behandelte ter Reichsbankpräsident noch kurz die Organi- sation des Bankwesens. Obwohl dis schwere Wirtschaftskrise die Notwendigkeit herbei- gesührt habe, in großem Umfange den Kredit des Reiches und Barmittel und Kredit der Reichsbank innerhalb des Bankwesens einzufetzen, so könne doch eine Verstaatlichung des Bankwe­sens nicht die Lösung bedeuten. Für die Zukunft komme es darauf an, durch echte und durchgreifende Reformmaßnahmen alles, was staatliche und öffentliche Aufgaben zu erfüllen haben, gesund und kräftig zu machen. Das private Wirtschaftsleben aber könne nur in der Luft der Freiheit und der Selbstverantwortung der Ein­zelnen gedeihen. Das Durcheinander von Staat und Wirtschaft habe nur Unfeaen gebracht. Um fces Wohles der Gesamtheit willen müßten starker Staat und freie Wirtschaft die Leitsterne fein.

Landkreise und Notverordnung

ERB. Berlin, 24. Aug. (Eig. Meld.) Wie der Landkreistag mitteilt, ist der Präsident des Deut­schen Landkreistages, Dr. von Stempel, ge­stern bei der Reichsregierung vorstellig geworden, um auf die Auswirkungen der letzten Notverordnungen auf Üie Landkreise hinzuweisen. Die Notverordnung — fo habe Dr. v. Stempel betont, habe nicht die Entlastung gebracht, die man von ihr erhofft hätte. Der Landkreistag müsse an Hand zahlreicher Berichte aus allen Tei­len Deutschlands feststellen, daß die Finanzentla« stung der ländlichen Bezirksfürforgeverbände durch die W oh ls a h rtsh ilfiev e r ord n ung vom Juni d. Js. völlig unzureichend sei. Dis durch die Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge beson­ders stark belasteten Landkreise bedürften dringend weiterer Hilfe. Darüber hinaus müsse durch Er­höhung der Reichsmittel und Aenderung des Ver­teilungsschlüssels denjenigen Landkreisen geholfen werden, die entgegen den Absichten der Reichs­regierung eine erhöhte, über die Reichsdotationen vielfach hinausgehende, neue finanzielle Bela­stung erfahren hätten.

politische Hochspannung.

Die politische Lage in Deutschland ist durch die Rückwirkungen des Beuthener Urteils mit einem Schlage von Grund auf verändert worden. Die Reichsregierung war, wie wir erfahren, noch am Montag abend der Mei­nung, daß die führenden Stellen der NSDAP, von dem aggressiven Vorgehen des schlesischen SA.- Führers Heines abrücken würden. Es find auch Warnungen der Regierung nach München gegan­gen, in denen deutlich zum Ausdruck gebracht wurde, daß eine Anwendung des Begnadigungs­rechtes durch die preußische Staatsregierung nur in Frage tarne, wenn jeder unzulässige politische Druck der SA vermieden würde. Diese inoffiziel­len und vertraulichen Warnungen haben jedoch nicht? gefruchtet. Der Ton des großen Aufrufs Adolf Hitlers schlug in den Kreisen der Reichs- reqierung wie eine Bombe ein. Bezeichnenderweise sah sich selbst das Berliner Organ der NSDAP., „Der Angriff" ge,zwangen, die aggressivsten Stellen des Aufrufs herauszustrichen oder zu mildem. 3n der Berliner Lesart fehlt besonders jener Satz: „Herr von Papen hat feinen Namen mit dem Blut nationaler Kämpfer in die deutsche Geschichte Ängezeichnet." Auch der Hinweis auf „Herrn von Papens blutige Objektivität" ist unterblieben. Auf feiten der Regierung war man sofort nach Bekanntwerden des Münchener Textes zu einer scharfen Rückantwort entschlossen. Für die Stim­mung in der Wilhelmstraße ist charakteristisch, daß man noch am Dienstag nachmittag den angekün­digten Beiuch Hauptmann Röhms für eine Unmög­lichkeit erklärte, da der Reichskanzler nach fo schwe­ren Beleidigungen einen Beauftragten Hitlers nicht empfangen könne.

6i«e Kundgebung der Reichsregierung

Zum Spruch des Beuthener Sondergerichts.

D>e Kundgebung der Reichsregierung richtet sich gegen die maßlosen Angriffe und die unerhörten Drohungen, die von nationalsozialistifcher Seite wegen der Beuthener Todesurteile gegen das Kabi-

ser sei General von Schleicher, so sagt man, aber auch deshalb als wünschenswert erschienen, weil er Strasser für den befähigtesten Kopf der NSDAP, hielt, dem eher ein einflußreicher Ministerpoften angeboten werden könnte, als dem mehr im Propa- gandakampf erprobten Adolf Hitler. Wenn diese Lesart zutrifft, dann wäre der scharfe Vorstoß Hitlers geradezu eine Flucht in die Oeffentlichkeit seiner Partei. Man müßte ihn als Versuch werten, die allzu selbständige Politik mächtiger Unterfüh­rer in der NSDAP, zu durchkreuzen und gestützt auf das wiedergewonnene Vertrauen der SA. die alte Politik der rücksichtslosen Opposition wieder­aufzunehmen. Wir geben diese Darstellung aus­drücklich rein referierend wieder, ohne uns mit ihr zu identifizieren- Daß sie bei der NSDAP, selbst dementiert wird, braucht nicht betont zu werden.

♦

Ob bei der völlig neuen Lage die Bespre­chungen zwischen der NSDAP, und dem Zentrum in Preußen noch Aussicht haben, ernsthaft fortgeführt zu werden, ist gleich-

falls zweifelhaft geworden. Sie wurden an sich »och vor Bekanntwerden des Beuthener Urteils auf Ende der Woche verschoben, weil vor weiteren Zu­sammenkünften die Führung der preußischen Land­tagsfraktion der NSDAP, noch einmal zu den an­geschnittenen Fragen Stellung zu nehmen wünschte. Durch das Beuchener Urteil haben die personellen Fragen einer preußischen Verständigung zwischen NSDAP, und Zentrum aber eine scharfe Zuspit­zung erfahren, da heute der Anspruch auf die Uebernafrne des preußischen Justizministeriums für die NSDAP, von ausschlaggebender Bedeutung geworden ist. Zieht ein Nationalsozialist in das Justizministerium ein, so ist die Frage einer even­tuellen Begnadigung der oberschlesischen 621.= Leute mit einem Schlag gelöst. Auch die Behand­lung der weiteren Verhandlungen vor Sonder­gerichten wäre bann klar. Es ist kaum anzuneh­men, daß das Zentrum ein solches Spiel mitspielen kann. Vor dem Zusammentritt des Reichstags - ___________,...

und Landtags sind deshalb auch hier Uederraschun- Kai sek, zum Nachfolger Dr. Trendelenburgs gen kaum noch zu erwarten. 1 auseriehen ist.

Rücktritt Trendelenburgs»

Wechsel auf dem Stsatssekretärposten im Reichs» wfttschaftsmtoisterinm.

mb. Berlin, 24. August. (Eig. Meld.) Wie wir aus gut unterrichteter Quelle hören, wird noch heute das Abschiedsgesuch des Staatssekretärs Dr. Trendelenburgs tm Reichswirtschastsmini- sterium genehmigt werden. Morgen wird sein Abschied selbst, wie die Ernennung seines Nach­folgers erfolgen. Der Rücktritt Trendelenburg ist auf den grundsätzlichen Kurswechsel der deutschen Wirtschaftspolitik zurückzuführen, über den der

Kundgebungen in Deuthen.

ERB. Beukhen, 24. Aug. (Eig. Meld.) Vor dem Beuthener Gerichtsgebäude sammelte sich heute mittag eine große Anzahl uniformierter SA.-Leute unter Führung des aus der Fememordaffäre be­kannten Reichstagsabgeordneten Heines an, um den Stabschef der SA. Roehm zu empfangen, der im Auftrage Adolf Hitlers die im Potemkaer Prozeß verurteilten SA.-Leute besuchte. In weni­gen Minuten hatten sich vor dem Gerichtsgebäude auf dem Kaffer-Franz-Jofephplatz sowie in den an­liegenden Straßen mehrere 1000 Perso­nen angesammelt, fo daß die Polizei zur Aus- rechterhalffmg des Straßenverkehrs 2 Hundert­schaften einsetzen mußte. Die Kundgebungen bauern an.

ERB. Berlin, 24. Aug. (Eig. Meld.) Ueber den beabsichtigten Besuch des obersten Führers der SA., Hauptmann Röhm beim Reichskanzler, er­fahren wir, daß bisher noch keine Anmeldung des Hauptmann Röhm erfolgt ist und daher auch' nicht gesagt werden kann, ob und wann ein Empfang beim Reichskanzler ftattfinben wird.

Eine weitere Meldung besagt, daß auf den Abdruck dieser amtlichen Kundgebung die Reichs­regierung entscheidenden Wert legt. Sollte die Kundgebung von emzelnen Zeitungen nicht ge­bracht werden, so wird sie den betreffenden Zei­tungen auf Grund einer Zwangsauflage zugehen. Bläffer, die sich weigern, sie zu veröffentlichen, werden verboten werben. ,

Die politischen Folg en bieses Tatbestan­des sind im Augenblick noch nicht zu übersehen. Wenn der Führer der NSDAP, von neuem in einen rücksichtslos scharfen Kampf gegen die Reichs­regierung eintritt, fo ist deren parlamentarische Lage im Reichstag schwacher denn je. Man muß deshalb einem von neuem ernsthaft kolportierten Gerücht Beachtung schenken, daß die Reichsregie­rung selbst parlamentarisch keine andere Möglich­keit sieht, als nötigenfalls den neuen Reichstag wieder aufzulöfen. In einzelnen politischen Krei­sen diskutiert man auch die Möglichkeit, daß von einflußreichen Persönlichkeiten die völlig verfah­rene Situation durch Umbildung der Reichsregie­rung und durch Ausschiffung des schwer angegris- Reichskanzlers und evenl. des preußischen ®r- Bracht gelöst werden könnte.

wsche Lösung würde allerdings einer hundert-

-en., Erfüllung der Forderungen der Na- wnaisozialisten qleichkommen. Sie ist mit dem weoanken einer Stärkung der ©taotsautorität kaum . vereinbaren und muß deshalb vorläufig mit einem großen Fragezeichen versehen werden, umso wehr, als auch Reichspräsident v. Hindenburg eiter cerar^en Diffamierung eines durch feine Auto­rität gedeckten Kabinetts nicht zustimmen dürfte. . ® ut vorläufig das Wahrscheinlichere, daß die fetzige Reichsregierung auch gegenüber einer aufs äußerste verschärften nationalsozialistischen Oppo­sition autoritär im Amte bleibt. Sie würde dabei allerdings bei jeder neuen Verhandlung vor Son- oergerichten, die mit einer Todesstrafe gegen Na­tionalsozialisten enden sollte, ähnliche Anstürme ge- gen sich ertragen müssen wie jetzt.

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Der scharfe Ton des Hitlerschen Aus- sufs findet allerdings in Kreisen, die der ^tSDAP. nahe stehen, noch eine andere Er- tl.° r ung, die, wenn sie zutrifft, interessante ^uckschlüsfe auf gewisse Vorgänge innerhalb der -^iSDAP zulassen würde. Man betont hier, daß Agreffioität Hitlers nicht allein der persön- ichen Verstimmung gegen die Reichsregierung, lonbern auch sehr persönlichen eigenen Sorgen um ,e Führung in feiner Partei entsprungen fei. Man oertoerft in diesem Zusammenhang daraus, daß ulich dem ergebnislosen Auseinandergehen von 2Itl'rr ’iV0 Schleicher der Reichswehrminister neue <serbanMungen mit dem neben Hitler mächtigsten ■Wann der Partei, Gregor Strasser, aus- .n?,?wmen habe. Sie liefen, wie man betont, BUd) daraus hinaus, auch gegen den Widerstand

eine Beteiligung von nationalsozialistischen V,rteriJ an einem umgebildeten Präsidial- fah^n sstrbeizuführen General von Schleicher wichen Zusammenarbeit die einzige Straft, x Je$aIem Wege die sozial aktiven Retoi«^ k-r NSDAP, für die Reformpläne der fo[&»59e,9rierun9 "dar zu machen. Ohne eine Stur»»»lammenarbeit wäre der ganze Sinn des Word-« Brüning in fein Gegenteil verkehrt

• Em Handinhandgehen mit Gregor Straf- I

nett Papen gerichtet werden. Hitler, der in einem Telegramm die Freiheit der fünf Parteigenossen, die einen politischen Gegner im Schlafe über­fallen und nach Feststellung des Gerichts „mit ungeheuerlicher Roheit und Brutalität" umge­bracht haben, als eine Ehrensache seiner Partei erklärte und versicherte, daß er sich in unbe­grenzter Treue mir den Verurteilten verbunden fühle, veröffentlichte, wie bereits kurz mitgeteilt wurde, in der Dienstag-Nummer des „Völkischen Beobachter" einen Aufruf, in dem er dem Kabinett Papen in den schärfsten Aus­drücken Kampf bis aufs Messer ankündigt. Die „blutige Objektivität" des Herrn von Papen, die aus dem Beuthener Urteil spreche, habe die Hal­tung der NSDAP, diesem „nationalen Kabinett" gegenüber endgültig vorgezeichnet. Herr von Papen habe feinen Namen mit dem Blut nationaler Kämpfer in die deutsche Geschichte eingezeichnet. Die Saat, die daraus aber aufgeben werde, werde man künftig nicht mehr durch Strafen beschwichti- gen können. Der Kampf um das Leben unserer fünf Kameraden setze nun em.

In politischen Kreisen mißt man vor allem der Taffache ernsteste Bedeutung zu, daß Adolf Hitler seinen scharfen Aufruf gegen die Reichsregierung in einem Augenblicke ver­öffentlicht, in dem über die Frage einer Begna­digung der verurteilten SA.-Männer überhaupt noch keine offtzielle Verlautbarung vorlag. Man glaubt deshalb, daß der Führer der NSDAP, das Beuchener Urteil bewußt zum Anlaß nahm, um sich von allen bis dahin bestehenden Vereinbarun­gen mit der Reichsregierung loszusagen. Der persönliche Pruch zwischen Hitler und den führenden Männern der Reichs- r e g i e r u n g, den schon der Empfang beim Reichs­präsidenten widerspiegelte, ist damit auch öffent­lich in aller @d)ärfe zum Ausdruck ge­langt. Die Kluft zwischen Hitler und dem Reichs­kanzler von Papen ist im Augenblick ebenso breit, menn nicht breiter, als ehemals zwischen dem Füh­rer der NSDAP, und Reichskanzler Dr. Brüning.

Die Reichs bank ist bereit, der Wirtschaft für jeden wirtschaftlich gesunden Zweck ihre Kredikkraft zur Versügung zu stellen. Den Stillstand des Wirtschaftsle­bens als solchen kann aber nicht die Notenbank überwinden, sondern nur der Wille, der Teilneh­mer des Wirtschaftslebens, nicht mehr stillzustehen. Gegenüber der Forderung, das Gold als Währungsgrundlage aufzugeben, ist zu sagen, daß man einen anderen internationalen Wertmesser als Gold bisher nicht gefunden _ - ■ .... -.....- -v- hat. Die falsche Goldverteilung auf der Erde hebt

Ausfuhr erfahrt. Die vielen, die fo beton« seine Eigenschaft als Wertmesser nicht auf gungslos heute für eine am Schreibtisch erdachte Auf die aktuellen Probleme der Zinshöhe

jahrelangen Vertreter der Handelspolitik verschie­dener Reichskabinette Dr. Trendelenburg im Ge­gensatz zur Regierung bringen mutz. t