Einzelbild herunterladen
 

Wg. 59.

Freitag, 19. August 1932

Nr. 190

Der Ballon tnrz vor dem Aufstieg.

Reichskanzler von Popen über feine Ziele

Die Lage in Preutzen.

Die die TU. erfährt, wird der preußische Canto- tagspräsident Dr. Serri dienächste Landtags- H^una auf Donnerstag, den 25. August anberaumen.

Monatlich 1 65 emjchließi. Postgebühr ,46 Psg > ohne.tzuUellg Änzeigen-Preise: Kleinzelle »Coll lokal 0.15 AM., auswärts 0 20 RM Reklamezelle: lokal 0.60 RM., auswärts 0.60 RM Bei Wiederholungen Rabatt Postlcheckk Frankfurt a M 4051

Haben Engadin und S a m a d e n überflogen, Höhe 16500 Mete r. Hier alles in Ordnung, aber sehr kalt.

Weiter meldet Prof. Piccard: Werden bald niedergehen, um Adriatisches Meer zu ver­meiden, Gardasee in Sicht.

Wie aus Salden berichtet wird, ist seit 11.15 Uhr der Ballon vom Ortler aus zu sehen. Er steht in sehr großer Höhe ziemlich unbeweglich

keineSchulden-Mifsion".

CRB. Berlin, 18. Aug. (Eig. Meld.) Eine Ber­liner Mittagszeitung brachte heute die Nachricht, daß die Entsendung einerSchulden-Mission" nach Amerika von der Reichsregierung geplant sei. Von zuständi­ger Stelle erfahren wir hierzu, daß von einer Absicht, eine derartige Schulden-Mission, die die Zinsherab- setzung von privaten Schulden behandeln müßte, nicht das mindeste bekannt sei. In Deutschland stehe man allgemein auf dem Standpunkt, daß die bis­herige Verzinsung der privaten Schulden auf die Dauer nicht getragen werden könne. Von Regierunasseite habe man darauf hingewiesen, daß eine Herabsetzung der Zinsen nur auf dem Wege von Verhandlungen zwischen Gläubigern und Schuldnern erfol­gen könne.

Nunmehr werden die beiden Lügen auch von der Pressestelle der Reichsleitung der NSDAP, amtlich (!!) widerle gt."

Von regierungsamtlicher Seite aber wird er­klärt, daß die Reichsregierung bei der Dar- tellung bleibe, welche sie in dem offiziellen Com- munique über die Verhandlungen Hitlers mit dem Kanzler und dem Reichspräsidenten ge­geben habe. Die Reichsregierung lehnt es ab, noch einmal auf Einzelheiten einzugehen. Diese Erklärung der Reichsregierung kann uns aber nicht genügen. Denn wenn die nationalsozialistische Presse immer wieder schreibtwiderlegte Lügen!", dann muß das deutsche Volk restlose Klarheit über den wahren Tatbestand fordern, aber auch zu Maßnahmen schreiten, damit auch die Leser der nationalsozialistischen Presse über den ossenkundi- gen Wortbruch Hitlers unterrichtet werden. Um- somehr ist die Reichsregierung dazu verpflichtet, als sie sonst bei geringfügigen Anläs- sen sogar zu Verboten von Zeitungen geschritten ist, während sie merkwürdigerweise die nationalsozialistische Presse b:s jetzt trotz der schwersten Verstoße schont.

Ostpreutzische Erkenntnisse.

Aufruf zur Gründung eines Ralionalvereins.

Aus Königsberg wird gemeldet:

35 zum Teil sehr bekannte Persönlichkeiten, un. ter ihnen der bisherige Oberpräsident D* Siehr, haben einen Aufruf zum Zusammenschluß aller Besonnenen, die ihr Vaterland mehr als die Partei lieben, in einem Nationalverein erlassen, dessen Parole Sammlung des staatsbe- iahenden, freiheitlich-nationalen Bürgertums zur Arbeit für Freiheit und Ordnung sein soll.

wtb. Berlin, 18. Aug. (Eig. Meld.) Der Prä­sident des Reichstages, Loebe, hat nach einer Rück­sprache, die er heute mit dem Reichskanzler hatte den Reichstag auf Dienstag, 30. August, nachmittags 3 Uhr, einberufen.

*

Am Mittwochnachmittaa fanden zwischen von Pa- pen, dem Reichsbankpräsidenten Dr. Luther, dem Reichswirtschasts- und Reichsfinanzminister längere Beratungen über die Finanzierung des Arbeits- beschaffungsprogramms statt. Der DAZ. zufolge ist es bisher noch zu keiner Einigung zwischen dem Reichskanzler und dem Reichsbankpräsidenten über die Finan­zierungsfrage gekommen.

an einem Kabinett nur zu beteiligen, sondern er müsse b i e ganze Gewalt verlangen. Es könne also kein Zweifel bestehen, daß Hitler tm Gegensatz zu dem von den Nationalsozialisten verössentlichten Dementi die volle Macht ver­langt habe. Im übrigen sprach sich der Reichs­kanzler beruhigend über die Absichten der Hitier- oartei aus. Herr Hitler habe ihm die Versicherung gegeben, daß er keine unge se'tzlich e n Mittel anwenden wer­de, und er, der Kanzler, habe keinen Grund, ihm nicht zu glauben. Eine Gefahr von Seiten der Hitlerpartei bestehe also nicht. Die Regierung stehe jedoch aus dem Stand­punkt, daß es ihre Pflicht sei, jede gewalt­same Re-volte gegen ihr Ansehen und gegen ihre Autorität zu unter­drücken, nötigenfalls unter Anwendung von Waffengewalt.

Der Reichstag und Lausanne.

Der offiziöse Draht meldet:

ERB. Berlin, 18. Aug. (Eig. Meldg.) Eine Morgenzeitung brachte heute unter der lieber« schüft -Sein Lausanne ohne Reichstag" die Mel­dung, Reichskanzler v. Papen sei in Lausanne nicht im Unklaren darüber gelassen wo-vden, daß der Ver­trag von Lausanne nur unter der Voraussetzung seiner Genehmigung durch den Reichstag in Kraft treten könne. Beispielsweise habe der britische Ministerpräsident Maodonald dem Reichskanzler ausdrücklich gesagt, wenn der Reichstag den Ver- trag nicht r a t i f i z i e re, werde es überhaupt keinen Vertrag geben. Von unterrichteter Seite erfahren wir hierzu, daß eine derartige Aeußerung n icht gefallen ist.

HMer hat ihm eingestanden, er habe während der letzten Monate erhebliche Schwierigkeiten mit dem ungeduldigen Teil feiner Anhänger gehabt. Herr von Papen glaubt sowohl an die legalen Absichten Hitlers, als an das lange Fortbestehen der fetzigen Reichsregierung. Jede Revolte werde, nötigen­falls mit Waffengewalt, unterdrückt werden.

mtb Bern, 18. Aug. (Eig. Meld.) Um 11.31 Uhr sandte Prof. Piccard folgenden Funkspruch:

Eine Richtigstellung.

Aus führenden Kreisen der Preußischen Zen­trumspartei wird uns geschrieben:

Das Nachrichtenbüro des VdZ. hat ausunter­richteten parlamentarischen Kreisen" eine (hier bereits wiedergegebene) Mitteilung verbreitet, die in allen Puntten auf halt losen Kombina­tionen beruht. Es wurde behauptet, daß das preußische Zentrum geneigt scheine, den Natio­nalsozialisten die Position des preußischen Mini­sterpräsidenten zuzugestehen, daß man in maß­gebenden Zentrumskreisen höre, daß in der Frage des Drei-Männer-Kollegiums jedenfalls nicht die Regierungsverhandlungen als solche dauernd scheitern dürften, schließlich, daß das Zentrum wahrscheinlich Wert darauf legen würde, den preu­ßischen Innenminister vielleicht in der Person des jetzigen stellvertretenden Reichskommissars D r. Bracht zu stellen.

Dazu ist mit aller Bestimmtheit zu erklären, daß weder die Führung des preußischen Zen­trums noch die der preußischen Zentrumsfrak- tton irgendwie mit derartigen Kombinationen in Verbindung gebracht werden können. Es sind alles völlig aus der Lust gegriffene Behaup­tungen.

Tatsache allein ist, daß die preußische Zen­trumsfraktion seinerzeit an die Nationalsozialisten und die Deutschnationalen die bekannte Einladung zu Besprechungen über tote Frage der Regierungs­bildung in Preußen ergehen ließ. Diese Bespre­chungen konnten aber bis jetzt noch nicht eröffnet werden, weil die beiden anderen Partner wieder­holt erklären ließen, daß es ihnen noch nicht mög­lich gewesen wäre, einen festen Termin für die auf- zunehmenden Besprechungen sestzulegen. Wann sie nun stattfinden, bleibt weiter ungewiß. Es ist vielleicht möglich, daß zu Ende dieser Woche die erste Fühlungnahme erfolgen kann.

Tatsache bleibt ferner, daß die preußische Zen­trumsfraktion nach wie vor bereit ist, in Ver­handlungen über die Frage der Regierungsneubil- dung in Preußen einzutreten. Ob diese zu einem Erfolg führen oder nicht, wird ganz davon ad- hängen, wie sich die Deutschnationalen und Natio­nalsozialisten bei den zu erwartenden Besprechun­gen einftellen werden. Im übrigen verharrt die preußische Zentrumsfraktion auf dem gleichen Standpunkt, den die Vertreter des Reichszentrums, die Abgeordneten Joos und Staatspräsident Dr. Bolz, bei der Besprechung mit dem Reichskanzler v. Papen diesem gegenüber vertreten haben. Per­sonen- oder Machtfragen scheiden von vornherein für jeden Entschluß des Zentrums aus.

Oesterreich nimmt an!

Das Lausanner Protokoll vom österreichischen Rationalrat mit einer Stimm« Mehrheit ange­nommen.

Aus Wien wird gemeldet: Der Nationalrat hat in namentlicher Abstimmung das Lausan­ner Anleiheprotokoll mit 81 gegen »U Stimmen angenommen. Für das Protokoll stimm, ten die Ebristlich-Sozialen, der Landbund und sechs Mitglieder des Heimatblocks. Dagegen stimm­ten die Sozialdemokraten, die Großdeutschen, und zwei Heimatblockabgeordnete. Ein großdeutscher Antrag auf llebergana zur Tagesordnung war vor- her mit demselben Stimmenverhältnis abgelehnt worden.

SprikschnmMl in der Ostsee.

Dramatische Szenen bei der Verfolgung eines Schmugglerbootes durch einen Zollkutter.

wtb. Kopenhagen, 18. August. (Eig. SDlelS j Vor der Insel Meen begegnete ein Zollkutter einem Motorboot, in dem sich ein den Beamten bekannter dänischer Spritschmuggler und ein Pole befanden. Zwischen den Schmugglern und den Beamten ent­wickelte sich eine stundenlange Schießerei, bei der jedoch niemand verletzt wurde. Als der Zollkutter das Schmugglersahrzeug abschleppen wollte, riß die Schlepptrosse. Der Sutter mußte schließlich wegen Maschinenschadens die Verfolgung aufgeben. Die Schmuggler sind mit ihrem Boot in Richtung auf die deutsche Küste entkommen.

Wie Berliner Blätter erfahren, hat die Reichs­kanzlei bei der Stadtverwaltung in Ef- sen eine Verlängerung des Urlaubs sürdenmitderWahrnehmungderGe- schäfte des preußischen Innenmini- steriums beauftragten Reichskom­missars Dr. Bracht bis Ende Dezember 1932 be­antragt.

Wie in Essener kommunalpolitischen Kreisen verlautet, wird sich der Verfassungsausschuß mit dem bei der Stadtverwaltung von Seiten der Reichskanzlei eingeqangenen Antrag auf weitere Beurlaubung Dr. Brachts als Oberbürgermeister bis Ende ds. Is. am Freitag dieser Woche beschäf­tigen. Schon jetzt erscheint es als sicher, daß diesem Anträge stattgegeben wird, da das Zen­trum mit ziemlicher Sicherheit dafür stimmen wird, während die Sozialdemokraten nach wie vor auf dem Standpunkt stehen, daß es nicht an­gängig ist, daß die Essener Stadtgeschäfte für mehrere Monate ohne Oberbürgermeister geführt würden.

Ericheink sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt tm Bild' undBuchenblätter'. Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei In Fulda. Fernrufe: «christ. - teltunq 315.3 .Fuldaer Artlendruckerel .3151 und 3152 ::

Einberufung des Reichstages erfolgt Er tritt am 30. August zusammen.

Der belgische Professor Piccard ist mit fei- »-ni Realeiter Cosyns Donnerstag früh um 5.05 nhr im Beisein einer großen Menschenmenge, un-

sich auch Frau Piccard befand, auf dem schweizerischen Flugplatz Dübendorf (Kanton Trick) mit seinem Höhenballon bet fast völliger Windstille zu seinem zweiten Stratosphärenflug ge­startet.

Nach dem Start nahmen vier Kraftwagen mit Mitgliedern des Ostschweizerischen Vereins fürLuft- fahrt die Verfolgung des Ballons auf. In den Wa­gen sind Funkapparate eingebaut, durch die die Verfolger in ständiger Verbindung mit dem Ballon ,u bleiben hoffen, der ja bekanntlich ebenfalls einen kleinen Radiosender mit sich führt. Außerdem stieg ein Flugzeug unter Führung Mittelholzers zur Verfolgung des Ballons auf.

Die Fahrt geht nach Süden.

Nach Meldung eines der den Ballon verfolgen­den Kraftwagens befand sich Piccards Ballon um 8.30 Uhr über ©argan (Kanton Graubünden) meiner Höhe vonetwa 1416000 Mtr. Er bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 40 Kilometern in südlicher Rich­tung.

Funksprüche aus der Stratosphäre.

wtb. Bern, 18. Aug. (Eig. Meld.) Aus der Gondel Piccards wurde um 9.40 Uhr folgende Funkmeldung abgesandt:Fliegen gegen Meran sind auf Halder Distanz."

Ein weiterer Funkspruch aus der Gondel lautet .Hier alles gut".Messungen gut" Höhe 14-15000 M tr."

Um 9,08 Uhr wurde der Ballon von St. Anton qm Arlberg über dem Hohen Rissler ge­sichtet.

Wie sie den Marxismus besiegen

Die Nationalsozialisten sind ausgezogen, den Marxismus zu erledigen. Zu diesem Zwecke wurden sie selber radikale Marxisten, die m der Anbetung und Handhabung der rohen Gewalt die Kommunisten längst übertreffen. Und der Er- fo(a Sie haben in Deutschland vieles erledigt, bei- spielsweise Ruhe, Ordnung und die politische Mitte mit Ausnahme des Zentrums und der Bayerischen Volkspartei. Den Marxismus dage- aen den zu erledigen sie auszogen, haben sie wohl zu radikalisieren, nicht aber zu erledigen vermocht. Im Gegenteil: er wuchs durch ihreglorreichen Kampfmethoden nicht nur an Radikalismus, lon» dern auch an Zahl Bei der Reickstaqswahl am 14 September 1930 erhielten die Marxisten ins- aefamt 13166152 Stimmen (Sozialdemokraten 8 575 699 und Kommunisten 4 590 453) bet der letzten Reichstagswahl am 31. Juli ^^2 dagegen 13 301 908 Stimmen. (S 7 951 245 % 5278094 und Sozialistifche Arbeiterpartei 72 569). AnMan. baten hatten die Marxisten im verflossenen Reichs, tag 214 (136 Sozialdemokraten und 78 Kommu­nisten), im jetzigen 222 (133 Sozialdemokraten und 89 Kommunisten).

Dazu kommt noch, daß in dem Augenblick, wo die Nationalsozialisten verantwortlich mttregteren müssen, sie in ihre einzelnen Bestandteile fal­len und ein großer Teil von ihnen zu den Kom­munisten, also Marxisten, sich schlagen wird.

* Der holländische Ministerpräsident zu Gerüch­ten über eine Rückkehr des früheren Kaisers nach Deutschland. Aus dem Haag wird gemeldet: Auf die Anfrage eines Mitgliedes der Zweiten Kam­mer über Gerüchte wegen einer angeblichen Ruck- kehr des früheren deutschen Kaisers nach,Deutln)» land erwiderte der Ministerpräsident, daß ihm nur außerordentlich vage, unkontrollierbare Gerüchte zu Ohren gekommen seien. Die Regierung werde, wie sie bereits mehrmals versichert habe, mit größ­ter Aufmerksamkeit darauf achten, daß für Holland aus Iber dem früheren Kaiser gewahrten Gast- freundschast keine Nachteile entstehen.

HMe»>Dementi unhaltbar.

Die nationalsozialistische Presse, vorab der Goebbel'scheAngriff" vom 17. 8. 1932, Nr. 166, macht weiter den Versuch, zu behaupten, daß Hit­lerkein Tolerierungsversprechen für Papen" ab­gegeben habe, daß Hitler auch nicht die Uebetgabe der vollen Macht gefordert hätte, und schreibt:

Piccards zweiter Slralospharenslug.

Start Donnerstag früh erfolgt. Höhe von 16500 m erreicht

FuldaerZertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Der deutsche Reichskanzler v. Papen hat einem Vertreter der englischen Presse ge­genüber wichtige Erklärungen über die Ziele sei­nes Kabinetts auf dem Gebiete der äußeren und unteren Politik abgegeben. Er betonte zunächst Forderungen Deutschlands nach der R ü - Nung s gieichh e it. Dies sei eine wichtige oxSe, und es ginge nicht an, daß Deutschland weiterhin Diskriminierungen ausgesetzt sei nnd rriz eine zweitklassige Nation behandelt würde. Mchürnd habe nicht den Wunsch oder die Ab­das y Wiederaufrüstung. Aber es verlange, anderen Nationen ihr Abrüstungsver- nä,^a..auch wirklich hielten. Der englische Mi- gen toä?'ibent Macdonaid habe in den Unterrebun- und sollend der Lausanner Konferenz stets volles beutsck>Ill^Egenkommendes Verständnis für den beit Standpunkt itt der Frage der Gleich- fllefdie sollte man aber Deutschland das bte 1 der Sicherheit verweigern, so würde tun Regierung die notwendigen Schritte cker Jie vom Reichswehrminister v. Schler- angedeutet worden seien.

nac^^°^E'chskanzler ging jedoch über die Frage bem snJra etwaigen Austritt Deutschlands aus hierüber ^"weg und vermied es, sich die äußern. Er erklärte aber, daß auch Äoloni^f Behandlung Deutschlands in der

. als läge verschwinden müsse. Auch

hier liege eine Ungerechtigkeit vor, die früher oder später beseitigt werden müsse, denn Deutsch­land habe die feste Absicht, Kolonien zu erwer­ben.

Hinsichtlich der inneren Politik äußerte sich der Reichskanzler dahin, daß er nicht bie A b- s'i'ch t habe, dem Reichstage aus dem Wege zu gehen. Er setzte seine Hossnung hierbei auf den gesunden Menschenverstand der Parteien, die einsehen müßten, daß keine andere Regierung die jetzige ersetzen könne. Er gab sich der Hossnung hin, daß er mit diesem Stand­punkt Erfolg haben werde. Sollte aber der Reichstag kein Vertrauensvotum abgeben, ober sein Mißtrauen aussprechen, so würde die Re­gierung bie Schritte tun, bie der bann entstehen- ben Lage angemessen sein würben. Aber sie würde auch hierbei b er Verfassung bie nötige Achtung entgegenbringen. Der Reichskanzler ließ hierbei einfließen, baß seine Regierung noch lange Zeit itn Amte blei­ben werde.

Dann ging der Reichskanzler nochauf seine Besprechung mit Hitler ein. Herr Hitler habe ihm gegenüber zugegeben, daß er während der letzten Monate erhebliche Schwierigkei­ten mit dem ungeduldigen Teil sei­ner Anhänger gehabt habe. Infolge­dessen könne er sich nicht darauf einlassen, sich