FuldaerZertung
Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
Zahri. 59.
Donnerstag, 18. August 1932
Jtr. 189
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Die Hoffnungen der ASSAp.
fiitler will zu einer neuen Propagandatätigkeit ausholen, die in den nächsten Monaten den durchschlagenden Erfolg sicherstellen soll. ?iller will, wie wir zuverlässig erfahren, in den nächsten beiden Wochen bis zum End« August seinen Leuten und seinen Führern eine Ruhepause ge- b-n dann aber erneut mit aller Kraft vorstoßen. Mit dieser Politik stimmt auch ein Erlaß des Berliner S.A.-Führers Graf Helldorf überein, der bis zum 28. August weitgehendft Urlaub für die S.A.-Leute in Aussicht stellt, aber danach eine Urlaubssperre. Mit dem Zusammentritt des Reichstages soll die erhöhte Aktivität der Nationalsozialisten eintreten.
In welcher Richtung, mit welchen neuen Parolen wird die nationalsozialistische Bewegung Krast- referoen, an die sie noch glaubt, ausschöpfen? Die Nationalsozialisten rechnen damit, daß die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Maßnahmen der Reichsregierung erfordern, die zwangsweise neues soziales Elend Hervorrufen müssen. Die Ratio- nalsozialisten wollen auch jetzt die Pläne der Reichsregierung auf Arbeitsbeschaffung als unsozial bekämpfen und wollen die angedeuteten Pläne der Reichsregierung auf Heraufsetzung des W a h l a l t e r s und auf Schaffung einer ersten Kammer im Reich als reaktionär hinstellen. Diese Pläne seien nur dazu bestimmt, das bisherige System notdürftig zu erhalten. Die Nationalsozialisten wollen Arbeitsdienstpflicht und Verfassungsreform durchaus nicht grundsätzlich ablehnen, im Gegenteil propagieren, aber in der Form, wie die Reichsregierung die Pläne verwirklichen will, wollen sie das Fehlen eines Zusammenhangs bei einer Politik neuer sozialer Ordnung nachweisen. Dazu rechnen die Nationalsozialisten nach Beendigung des Burgfriedens mit einer weiteren Verschärfung der Straßenkämpfe, und sie wollen dann in jedem einzelnen Fall den staatlichen Organen die Schuld eines nationalsozialistischen Berlustes zuschieben. Auf diese Weise rechnen sie mit einer solchen Verschärfung der Situation, daß Notwehrmaßnahmen ihrer Anhänger nicht mehr zu vermeiden seien. Hitler hat dieses bereits in einem Interview ausgeführt, das er der Rheinisch-Westfälischen Zeitung gegeben hat. Er sagt da:
„Es gibt ein Recht der Notwehr, das wir uns auf die Dauer nicht abschwätzen lassen durch d i e dummen Phrasen von „Ruhe und Ordnung". Die nationalsozialistische Bewegung hat legal his auf das äußerste gekämpft. Das Abfchlach- ten nimmt aber ein Ende, wenn ich mich gezwün- gen fühle, den Parteigenossen ein Notwehr- recht zu befehlen, das die roten Tschekame- thoden dann wohl blitzschnell beseitigen wird."
Hitler rechnet damit, daß, wenn es hierzu kommt, die Reichsregierung soweit geschwächt i st, daß sie nicht mehr gegen die nationalsozialistische Bewegung auftreten kann.
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Wir beschränken uns darauf, die Richtung der nationalsozialistischen Pläne anzugeben. Jedenfalls geht daraus hervor, daß die Auffassung, mit dem Konflikt zwischen Hindenburg und Hitler seien die Nationalsozialisten endlich von der Regierungsgewalt fern gehalten, vorschnell ist. Die Nationalsozialisten rechnen damit, daß die Regierung Papen-Schleicher sich ihnen gegenüber genau abnutzt, wie es die Regierung Brüning getan hat, und >daß, wenn das Kabinett Papen-Schleicher in diesem Zusammenhang gestürzt wird, keine andere Möglichkeit mehr besteht, als ihnen die Staats gewalt allein zu überantworten.
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wtb.verlin, 17. Aug. .(Eig- Meld.) Der Reichs- mchrminister hat laut D. A. Z. am Montag den national soziali st ischen Stabschef Hauptmann a. D. Roe hm empfangen.
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Am Dienstagabend kam es in Berlin an 11 verschiedenen Stellen der Stadt zu größeren kommunistischen Zusammenrottungen. Die Kommunisten wollten gegen die Reichsregierung und die Notver- ordnungen protestieren. Die Polizei zerstreute die Ansammlungen und nahm gegen 25 Personen fest. Dabei kam es zu einer kurzen Schießerei, in der Weißenburgerstraße, wobei ein Mann verletzt wurde.
Veutschnattonale Wunschträume
Sttgenbftatte nationale Männer stehen berest, alle Pöstchen im Staat zu übernehmen.
Die deutschnationale Fraktion des Preußischen Landtags hielt eine Sitzung ab, über die von der Fraktion folgender Bericht hevausgegeben wird:
„Der Fraktionsvorsitzende erstattete einen ein» 6enden Bericht über die politische Lage. Ein- rmig wurde zugestimmt, daß die Reichsregierung unterstützt werden müsse, wenn sie jetzt im Reich und in Preußen nach dem Zusammenbruch des parlamentarischen Systems und nachdem sich die NSDAP. der Mitarbeit versagt, als wirkliches Präsidialkabinett unabhängig von den Parlamen- Ittt regieren will.
k Die deutschnationale Landtagsfraktion erwartet, 17? 'm Preußen durch den Reichskommissar ein <,tz^ungsmäßiges, mit nationalen Fachleuten be- iei E Kabinett gebildet wird. Si,e erwartet wer- Iu'M die von der früheren preußischen Regie- ern^ ^^üch aus parteipolitischen Beweggründen chrcn » und beförderten Beamten weiter von iuopiisuetntertt beschleunigt entfernt und durch borh,?l.tfe nationale Männer etgänzt werden, fänH °'e "ach 13 jähriger schwarz-roter Mißwirt- Notwendigen kulturellen und wirtschaftlichen ,°"ngsmaßnahrnen endlich durchgeführt wer- " können.
Verordnung des Reichskommissars über die « wmmenlegung von Kreisen und Amtsgerichts-
bezirken wurde einmütig M völlig verfehlt bezeichnet." । i ' । J
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Die 'Deutschnationalen sind wenigstens offen. Zwar haben sie an die Nationalsozialisten fast alles an parlamentarischem Einfluß verloren, was ste hatten. Aber sie haben noch genügend Leute,
die Aemter zu übernehmen bereit sind. Mit den roten wollen sie selbstverständlich auch die schwarzen, d. h. die katholischen Beamten möglichst ausmerzen. Es soll alles wieder so werden, wie es unter dem Dreiklassen-Wahl- recht gewesen ist. Aber, Ihr deutschnationalen Herren, Ihr werdet Euch irrenl.
Erregte Landlagsverhandlungen in Sicht.
Reichskanzler von Pape« wird als Reichskommissar sich vorskeNen. — kommt es zur Wahl des Ministerpräsidenten.
DDZ. Berlin, 17. August (Eig. Meld.). Wie das Nachrichtenbüro des VDZ. meldet, Hat der Präsident des preußischen Landtags, Kerrl, bett offiziellen Termin für die nächste Landtagsperiod-e bisher noch nicht verkündet. Die Einberufung bes Parlaments dürfte jedoch unmittelbar bevor stehen, und als nächster Sitzungstermin wird der Donnerstag der kommenden Woche genannt. Auf der Tagesordnung dürsten eine Reihe umstrittener politischer Fragen stehen, sodaß in parlamentarischen Kreisen mit Recht mit erregten Auseinandersetzungen bereits jetzt gerechnet wird. An- der Spitze der Tagesordnung wird vermutlich die Mitteilung des Reichskanzlers über ferne Bestellung als Retch s kom m ifsar für das Land Preu- ßen und über die Besetzung in der Führung der preußischen Ministerien stehen. Damit werden voraussichtlich die zu dieser Angelegenheit ein» gegangenen Anfragen und Anträge der Parteien verbunden. । t । ।
Weiter sind dann Verhandlungen und Anträge wegen der schweren blutigen Zusammenstöße in Ostpreußen, Schlesien und anderen Landesteilen zu erwarten. Ob auch die Wahl des preußischen Ministerpräsident en bereits in diesem Tagungsabschnitt angesetzt werden kann, hängt davon ab, ob die für Ende der Woche zu erwartende Fühlungnahme zwischen Zentrum und Nationalsozialisten dies erlauben.
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In unterrichteten parlamentarischen Kreisen wird dem Nachrichtenbüro des BDZ. erklärt, daß man vermutlich Ende dieser Woche bereits klarer sehen könne über die Neubildung der preußischen Regierung. Man ist in diesen parlamentarischen Kreisen optimistisch in Bezug auf das Zustandekommen von Regierungsbildungsverhandlungen zwischen den Nationalsozialisten und dem Zentrum. Bis vor den Reichstagswahlen hätten solche Verhandlungen immer unter der besonderen Schwierigkeit gestanden, daß das Zentrum nicht geneigt schien, den Nationalsozialisten die Position des preußischen Ministerpräsidenten zuzugestehen. Für diese Haltung des Zentrums sei nicht bis zuletzt bestimmend gewesen, daß in einem solchen Falle die Nationalsozialisten die M e h r, heit im Dreimännerkollegium erhalten würden
und dann jederzeit in der Lage wären, den Landtag aufzulösen. Jetzt hört man in maßgebenden Zentrumskreisen, daß an der Frage des Dreimännerkollegiums jedenfalls nicht die Regierungsoerhandlungen als solche dauernd scheitern dürften. Unabhängig davon, wie der Ausgang solcher Verhandlungen fein werde, könne man nach dem Ergebnis der Reichstagswahlen annehmen, daß die nationalsozialistische Mehrheit im Dretmännerkol- legium nicht mehr so entschieden für eine baldige Wiederauflösung des Parlaments eintreten würde. Ob die zu erwartenden Regierungsverhandlungen einen positiven Ausgang nehmen, vermöge jetzt noch niemand zu sagen. Der Versuch ihrer Durchführung müsse von verantwortlichen Politikern sofort unternommen werden. Aus dieser Meinung scheint sich zu ergeben, daß das Zentrum jetzt geneigter ist, den Nationalsozialisten die Position des preußischen Ministerpräsidenten zuzugestehen. In diesem Falle würde das Zentrum wahrscheinlich Wert darauf legen, den preußischen Innenminister, vielleicht in der Person des jetzigen stellvertretenden Reichskommissars Dr. Bracht, zu stellen.
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Landtagspräsident Kerrl hat sämtliche Pressekarten zum 30. September ds. Is. für ungültig erklärt. Für die Erneuerung der Karten sind einschränkende Bestimmungen vorgesehen und die Erklärung, für welche politische Partei ausschließlich oder vorwiegend berichtet werden soll.
Antisemitischer Sorermskoss-Anschtag.
(Tnjj. Eoitbus, 17. August. (Ejg. Meld.) In der Nacht zum Mittwoch nach Mitternacht erfolgte in einem Neubau in Groß-Gaglow (Krets Cottbus) eine heftige Detonation, die zur Folge hatte, daß der unbewohnte Neubau vollständig in sich zusammen stürzte. Das Haus gehörte der jüdischen Landarbeitersied- lungsgesellschaft m. b. H. Groß-Gaglow.
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Zu den Ermittlungen über die Handgranatenanschläge in Schleswig-Holstein verlautet von amtlicher Seite, daß auch der in den neuen Reichstag gewählte Nationalsozialist Moder aus Altona verhaftet worden ist, der Führer der 4. S.S.-Standarte ist. in deren Bereich sich sämtliche Anschläge ereigneten. Eine Verletzung der Abge- ovdnetenimmunität kommt nicht in Frage, da die Sitzungsperiode des Reichstages noch nicht begonnen hat.
Reichsregieruug und Reichsbank
Mampf um den
Ein ,A r b e i ts be scha ffmn g s * Programm aufzustellen ist unter den gegenwärtig auf Deutschland lastenden Aufgaben nicht die schwierigste: weitaus schwieriger ist es, ein solches Arbeitsbeschaffungsprogramm zu finanzieren. Das gilt auch für solche Arbeiten, deren produktiver Charakter als u n u m st r i t t e n an- zusehen ist. Die Werte, die solche produktiven zusätzlichen Arbeitsleistungen schaffen, treten erst nach geraumer Zeit in die Erscheinung: bann erst ist eine Verzinsung des investierten Kapitals möglich. Dabei ist die Frist von der Arbeitsleistung bis zur Auswirkung der neugeschaffenen Werte fast in allen Fällen viel zu lang, als daß die Finanzierung durch Eingehen ungesicherter Verpflichtungen vorgenommen werden könnte.
Dieser Umstand mußte von vornherein entscheidend sein für die Beurteilung der praktischen Aussichten des Arbeitsbeschaffungsprogramms der Reichsregierung. Man mußte also auch darauf gefaßt sein, daß zwischen den beiden an diesen Projekten in erster Linie beteiligten Jnstan,zen, Reichsregierung und Reichsbank, Auseinandersetzungen unumgänglich sein würden. Bei der Beurteilung dieser Auseinandersetzungen ist keinen Augenblick aus den Augen zu lassen, daß leitender Gesichtspunkt beider Kontrahenten Verantwortungsbewußtsein ohne jegliche Spur bösen Willens oder politischer Gegnerschaft ist. Da aber die Kreise der Verantwortlichkeit der beiden Instanzen eine eben in der Verantwortung begründete Gegensätzlichkeit umschließen, darf es nicht überraschen, wenn man sich nicht allzu leicht einigt.
Leitender Gesichtspunkt der Reichsregierunq ist: so rasch wie möglich und in so großem Umfange wie möglich der Arbeitslosigkeit zu Leibe zu gehen, Aufgabe der Reichsbank hingegen: dafür zu sorgen, daß die bei der Durchführung jener Regierungswünsche unumgänglichen finanziellen Belastungen sich nicht zu einer Bedrohung der Währung auswachsen. Das Argument, daß eine Eindämmung und ein möglichst rascher Abbau der Arbeitslosigkeit oberstes Gebot auch gegenüber den Sorgen der Reichsbankleitung sein und bleiben müsse, ist nicht stichhaltig, weil zu besoraen wäre, daß die mittelbaren oder unmittelbaren Wirkungen unüberlegten Handelns von einer anderen Seite her nur allzu bald wieder das Elend ver -
nervus rerum?
schlimmern würden, das durch jenes Handeln gelindert werden sollte.
Hier vor allen Dingen liegt der Grund, weswegen es auf das höchste zu begrüßen ist, daß die dunklen Gerüchte über im Gang befindliche Ku l i s- senaktionen gegen den Reichsbankpräsidenten Dr. Luther sich offenbar n i ch t b e st ä t i g e n. Die ernste Entschlossenehit, mit der Dr. Luther in all den vielen kritischen Phasen des verflossenen Jahres seinen Willen zur unbedingten Sicherung der Währung kundgegeben und durchgesetzt hat, ist die beste Gewähr dafür, daß die wichtige Aufgabe der Arbeitsbeschaffung auf der gesunden Basis einer für die Währung erträglichen Art der Finanzierung durchgeführt wird. Dabei darf gesagt werden, daß an allen bislang aufgetauchten Kombinationen über bestimmte von der Reichsregixrung für Arbeitsbeschaffungszwecks geforderte Summen nichts Authentisches ist, daß Grenzen des Entgegenkommens einerseits und an- derer'eits noch keineswegs gezogen find, daß Reichsbank und Reichsregiemng sich zunächst lediglich über den Charakter der vorgesehenen Arbeiten und der für sie in Frage kommenden Finanzierungsmethoden unterhalten haben und daß diest Erörterungen in einer Weise geführt sind, die auf keiner Seite Achtung für und Einsicht in den Standpunkt und die Verantwortung der Gegenseite vermissen ließ.
llebergang zur Arbeiksdienstpflichk geplant?
Die Weiterarbeit der Reichsregierung an vordringlichen Aufgaben der Arbeitsbeschaffung liegt gegenwärtig in Einzelbesprechungen der dafür in Betracht kommenden Ressorts. Die Absicht der Reichsregierung beim Ausbau des freiwilligen Arbeitsdienstes geht, wie der „Lokalanzeiger" erfährt, in der Richtung des Uebergangs zur Arbeitsdienstpflicht. Das werde voraussichtlich in der Weife bestehen, daß man bet einigen Jahrgängen der Jugendlichen den Bezug der Unterstützung von der Bereitwilligkeit zur Uebernähme vom Arbeitsdienst ab h än g i g macht.
Offiziös wird dazu .erklärt, wie der Arbeitsdienst weiter ausgedehnt werde, könne heute noch nicht gejagt werben.
Arbeitsbeginn im Reichstag.
Wie das Nachrichtenbüro des Vdg. meldet, werden noch m .dieser Woche die parlamentarischen Arbeiten im neuen Reichstag ausgenommen. So hat die sozialdemokratische Fraktion des neuen Reichstags ihre erste Jraktionsjitzung •für Freitag, 19. August, einberufen. Auf der Tagesordnung stehen die Besprechung der politischen Lage, sowie die Beratung der lm Reichstag emzü- bringenden Anträge und Gesetzentwürfe, deren wesentlichen Inhalt wir bereits gemeldet haben.
Am Samstag findet eine Fraktionsfüh- r e r b e s p r e ch u n g statt, tn der über die notwendige technische Umorganisation im neuert Reichstag verhandelt wird. Dabei kommt es in erster Linie auf die Aenderung der Platzverteilung, auf die Neuregelung der Arbeitsräume für die tn völlig veränderter Stärke wiederkehrenden Fraktionen und auf ähnliche Dinge an. Das Büro des Reichstags hat Line Vorlage ausgearbeitet, die als Beratungsgrundlage dient. i
Ueber bett Termin der ersten Plenarsitzung des Reichstags ist amtlich noch nichts bekannt doch dürfte es hierfür beim 3 0. August bleiben. > I _j
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CNB. Berlin, 17. Aug. (Eig. Meld.) Gegenüber den von der nationalsozialistischen Partei über die Unterhaltungen am Samstag gegebenen Darstellungen wird von unterrichteter Seite an den bisherigen Angaben enfchieden fest gehalten. Es wird darauf hingewiesen, daß die Reichsregierung bereits eine Reihe von Einzelheiten bekannt gegeben habe und daß auch die Auslassung maßgebender Führer der NSDAP wie Dr. Goebbels und Graf Helldorf die Beweis-Führung der Regie- rung zu stützen geeignet find. Im übrigen wird nochmals von unterrichteter Seite festgestellt, daß nicht, wie in einem nationalsozialistischen Artikel behauptet wird, von der Reichskanzlei eine Meldung ausgegeben worden ist, wonach die Entscheidung des "Reichspräsidenten bereits gefallen sei, ehe dis Besprechung mit Hitler stattgesunden habe.
* Major im Neichswehrministerium, MarckS, der zum Reichspressechef ernannt worden ist, erklärte bei seiner Einführung, <er habe nicht leichten Herzens den Beruf aufgegeben, den er fast 25 Jahre LUsgeübt habe, um diesen schweren Posten zu übernehmen. In bett letzten Jahren habe er bereits nicht mehr den eigentlichen Wafsenberuf ausgeübt, fonbern sich am Rande dieses Berufes gehalten, indem er die Führung zwischen dem Reichswehrministerium und der Presse aufrecht gehalten habe. Die Auffassungen, die er aus dieser Tätigkeit übernommen habe, hätten ihm die Annahme des Austrages erleichtert, den er jetzt erhalten habe. Er werde immer davon ausgehen, an der U eb e r p a r t e i l i ch kei t festzuhalten und zusammen mit den Mitgliedern der Pressekonferenz dem gemeinsamen Ziele zuzuarbeiten, dem Wohle des Staates. Von diesem Gesichtspunkt aus erbitte er die Unterstützung der Pressekonferenz. > _i
Sprengsloffanschlag gegen einen Landgerichksrat.
rotb. Landsberg a. b. Warthe, 17. Aug. (Eig. Meldg.) Wie die Polizei mitteilt, ist heute früh gegen das Haus des Landgerichtsrats Dr. Salin, g e r ein Sprengstoffanschlag verübt worden. Sämtliche Fensterscheiben des Hauses wurden zertrüm- mert. Personen wurden nicht verletzt«
mtb. London, 17. August. (Eig. Meld.) Der Nilting in der Mandschurei sind, Daily Ex-, preß zufolge, neue Kämpfe zwischen Ja« panern und chinesischen Aufständi4 fchen ausgebrochen. j
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rotb. London, 16. Aug. (Eig. Mdg.) I a- pan soll, Times zufolge, beabsichtigen, den mandschurischen Staat anzuerken- nen, bevor die nächste Bölkerbundsversammlung zusammentritt.
Latein-Amerika.
Der Paraguay bolivianische Konflikt.
rotb. La Paz, 17. August. (Eig. Meld.) Wie amtlich mitgeteilt wird, hat eine paraguaische Kavalleriestreife einen bolivianischen Vorposten bet Huijay angegriffen. Ein bolivianischer Leutnant wurde getötet. ________ .'j*
66,2 MM. GtpoclübetW im lull
Bei fast gleichgebliebener Einfuhr Rückgang bet Ausfuhr um 22 Will. Rm. s
Die Handelsbilanz lief im Juli mit einem Aus« fuhrüberschuß in Höhe von 66,2 Mill. Rm« ab. Im Juni hatte der Ausfuhrüberschuh unter Einbe, Ziehung der Reparationssachjieferungen 90 Mill. Rm« betragen, ein Nachweis von Reparations- und Sachlieferungen kommt feit Juli 1932 nicht mehr in Frage: auf Gründ der Lausanner Vereinbarungen werden die Sachlieferungen aus bestehenden Sachleistungsbeträgen irt der Form freier Handelsgeschäfte abgewickelt. Im einzelnen betrug die Einfuhr im Juli 366 Mill« Rm. gegenüber 3 6 4 Mill. R m. im Juni. Sie leichte Zunahme entfällt auf die Einfuhr von Rohstoffen (+ 3 Mill. Rm.) und Lebensmitteln (+ % Mill. Rm.) Sie Fertigwareneinfuhr weist zwar dem Wert nach eine Abnahme von iy3 Mill. Rm. aus, dem Volumen nach hat sie aber ebenfalls leicht zugenommen. Sie Ausfuhr, die einschließlich der Reparationslieferungen im Monat Juni 454 Mill. Rm. betragen hat, ist im Juli infolge einer Abnahme der Fertigwarenausfuhr um 22 auf 4 3 2,2 Mill, zurückgegangen. Ser Rückgang entfällt im Wesentlichen auf bett Handel mit Rußland, der bekanntlich starken Schwankungen unterliegt. Im übrigen weist der Juli nach den vorliegenden Ergebnissen insbesondere eine Zunahme der Ausfuhr nach Großbritannien auf.