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FuldaerZertung

Anzeiger für die Stadk Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

faftrg. 59

Sonntag, 14. August 1932

tragt.

*

Kanzler bereits Varlei gegen gekündigt.

Der Sturz Schleicher im siegelt fein.

*

des Kabinetts Papen- Reichstag würde damit be-

gerkrieges und die Vergrößerung der seelischen und wirtschaftlichen Not unseres Volkes bedeuten.

* Absturz aus dem Flugzeug. Der belgische Mili­tärflieger Ventens war in Kortryk in Begleitung des Leutnants Taltour mit einem Militärflugzeug in etwa 1000 Meter Höhe aufgeftiegen, wo er pllötzlich anfing, Kunstflüge auszuführen. Leutnant Teltour, der sich nicht angebunden hatte, fiel dabei aus dem Flugzeug und war sofort tot.

* Opfer der Berge. Am Donnerstag ereignete sich am Mount Pers ein Bergunglück. . Drei St. Gallener Touristen, zwei Herren und eine Dame, unternahmen von der Diavolezza-Hütte aus einen Abstieg nach dem Moteratsch und mußten dabei ei­nen Abhang passieren, der wegen Steinschlags ge­fährlich ist.' Die Dame wurde bei Begehung die­ser Strecke von einem Stein am Kopfe getroffen, und stürzte über eine Felswand 300 Meter tief ab< Eine Führerkolonne konnte die Leiche bergen, j

wtb. Reichenbach t. Schlesien, 13. Aug. (Eig. Meldg.) Zu dem Reichenbacher Sprengstoffanfchlag

Eine Stimme aus der Schweiz.

Aus Bern wird folgendes gemeldet:

Die Behauptung des nationalsozialistischen „Angriff" in Berlin, der schweizerische Bundesrat habe wegen Gründung einer Nationalsozialistischen Partei in der Schweiz drei Deutsche a u s g e w i e s e n, ist unzu­treffend und zweifellos darauf zurückzuführen, daß der Bundesrat am 17. Juni die Deutschen Wilhelm Mörstadt und Waldemar Schulz, die sich als Spitzel betätigt hatten, des Landes verwiesen und zwei weitere Deutsche verwarnt hat.

Der „Bund" bemerkt zu der Meldung des „Angriff": Unrichtig in dieser Meldung ist auf jeden Fall die Be­hauptung, daß in politischen Kreisen der Schweiz die Gründung einer Nationalsozialistischen Partei mit Span­nung verfolgt werde. Der Schweizer hat denn doch zu viel politische Tradition, als daß sich plötzlich eine große politische Partei aufblasen ließe, wie dies in Deutschland möglich war.

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Reichskommissar Dr. Bracht hat einen Er­laß herausgegeben, der sich u. a. gegen die kulturel­len .Fersebunaserlcb»i.nunoen im önßere" ^'lde. r>nr allem der Großstädte wendet. Nacktvorstel­lungen in Theatern, Eabaretts ufw. sowie Wahlen von „Schönheitsköniginnen" usw. sollen in Zukunft verboten werdet!. Auch gegen Aurschreitiinaen im Bade-Betrieb soll vorgegangen werden.

auf den sozialdemokratischen Redakteur Paichke wird amtlich mitgeteilt, daß der Verhaftete Egmont Wagner in seiner weiteren Vernehmung zuge- neben hat, daß der Sprengkörper von d-m SS.-Mann Jenke tatsächlich zur Ex­plosion gebracht worden ist. Dabei ist dann Jenke infolge vorzeitiger Explo- sion tödlich verunglückt.

Volksabstimmung übet Mieterschußgeseh in Thüringen.

wtb. Weimar, 13. Aug. (Eig. Meld.) Die M« nngische Landesregierung hat das vom Landtag abgelehnte Gesetz über Mieterschutz, die die letzten Reste der Zwangswirtschaft aufhebt, dem Volks­entscheid unterbreitet. Die Abstimmung erfolgt am 25. September.

wtb. Kairo, 13. Aug. (Eig. Meld.) Minister- Präsident Sikly Pascha hat das Gerücht, wonach zwischen England und Aegypten Verhandlungen über den Abschluß eines Bündnisses emgeleitet worden seien, als fa lsch bezeichnet. ,

die Opposition seiner das Reichskabinett ah-

wtb. Mielitsch, 13. Aug. (Eig. Meldg.) Auf das Schlafzimmer des Gemeindevorstehers in Nes­selwitz wurden in der vergangenen Nacht zwei Gewehrschüsse «abgegeben. Personen sind nicht verletzt worden.

wtb. Paris, 13. Aug. (Eig. Meld.) Die fran­zösischen Blätter sehen in der Programmrede Hoo­vers in er st er Linie eine Wahlkund- q e b u n g.

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Zu dem internationalen Europarundflug hat der Reichspräsident einen Ehrenpreis für die beste deutsche Leistung gestiftet. Der Reichsverkehrs- minister erklärte dabei, daß der Reichspräsident von der Stiftung eines Ehrenpreises für die beste i n - ternationale Leistuna deswegen abgesehen hat, weil Deutschland auf dem Gebiete der Luft­fahrt noch nicht dieselben Rechte habe, welche alle anderen Völker für sich in Anspruch nehmen.

Neue Waffenfunde.

wtb. Hamburg, 13. August.. (Eig. Meld.) Die Waffensuche der Hamburger Polizei im Gängevier- tel hat zur Folge gehabt, daß Personen, die sich widerrechtlich im Besitz von Waffen befinden, sich ihrer nunmehr zu entledigen trachten. So find in den letzten Tagen nicht weniger als 23 zum teil geladene Schußwaffen Don der Polizei g e - funden oder als Fundwaffen bei ihr abgeliefert worden. Während im Zusammenhang mit der Waffensuche am 9. August sämtliches Material über den illegalen Rotfrontkämpferbund gesunden wurde, ergab die am 12. August im Einvernehmen mit der Preußischen Polizei erfolgte Durchsuchung der Geschäftsstellen der kommunistischen Partei und ihrer Nebenorganisationen nichts Belastendes. Die Polizei vermutet, daß alles, was für sie von Interesse hätte sein können, vorher beiseite geschafft worden ist.

wtb. Dresden, 13. Aug. (Eig. Meld.) Vor dem kommunistischen Parteibüro und einem weite­ren Hause wurden heute nacht Bomben zur Explo­sion gebracht. Ein Mann ist schwer verletzt worden.

6in6en6utg lieft Silier Den Biie-fiamlet-Men anbieten, ferner sollte er nach dem Wunsche des Herrn v. Papen preußischer Ministerpräsident werden. Ser Führer der Rationalsozialisien hat abgelehnt und die Opposition der NSDAP, gegen das Kabinett Papen-Schleicher angekündigt. — Warum wird nicht der Vorschlag des Zentrums zur Bildung eines parlamentarischen Kabinetts unter der Kanzlerschaft Hitlers versucht? Der Standpunkt des Zentrums klar und unzweideutig.

noch stellen „würde", beizubringen. Wir suchen hinter diesen Alarmierungsmethoden vergeblich nach staatspolttischen Gedankengängen. Was ist denn überhaupt geschehen? Hat das Zentrum etwa parteiegoistische Forderungen er­hoben? Hat es etwa den Kanzler für sich bean­sprucht, oder sonstige personelle Forderungen über die Zusammensetzung der künftigen Reichsregierung gestellt? Uns ist nichts von alledem bekannt. Sachkundiger und ruhiger als es die Zentrums­vertreter bei der Aussprache mit dem^Kanzler getan haben, kann man seinen politischeM-tand- punkt in so erregten Zeiten, wie wir sie durch­leben, schwerlich zum Ausdruck bringen. Folglich muß es wohl gerade die sachliche Seite der Angelegenheit sein, die gewissen Krei­sen Ungelegenheilen bereitet. __

Woraus laufen die Forderungen des Zentrums zur gegenwärtigen politischen Lage hinaus? Das Zentrum will zweierlei: Es will einmal, daß die staatspolitischen Verantwortlichkei­ten wieder restlos her- und klargestellt werden, und es will zweitens, daß unbedingt jedes Ex­periment mit den verfassungsmäßi­gen Grundlagen unseres Staatswe­sens vermieden wird. Es muß schon fast aus böswilligem Haß gegen die Zentrumspartei geschehen, wenn jemand an diesen beiden Forde­rungen Anstoß nimmt, oder gar versucht, ihnen parteipolitische Motive zu unterschieben. Ober wer wollte es etwa wagen die kühne These zu verfechten, daß das Wohl des Stäatsgauzen in der gegenwärtigen kritischen Periode ausgerechnet eine Verwischung der Verantwortlich! e i­ten erfordere? Wer wollte behaupten, daß ein Abweichen von den Verfassungsgrundlagen, in denen auch der gegenwärtige Verfassungsminister die einzige 'Grundlage sieht, von der wir den Vor­marsch zu einem neuen staatlichen Leben über­haupt antreten können, irgendwie mit der Staats« raison in Einklang zu bringen sei? Muß nicht gerade die gefährliche Zuspitzung der innerpoliti­schen Verhältnisse es auch dem gewagtesten Spieler zum Bewußtsein bringen, daß der unbedingte Schutz der Verfassungsgrundlagen und ihre Heraushaltung ans dem Parteikampf die conditio fine qua non jeder gesicherten staatlichen Existenz überhaupt ist? Diese Alternativen liegen so klar, daß man fast verwundert darüber sein muß, daß die Stellungnahme des Zentrums, die feit, dem Sturze des Kabinetts Brüning dieselbe geblieben ist, in gewissen Kreisen als Sensation wirken konnte. Man schaue sich doch nur die Argumen­tation an, mit der insbesondere in der H u g e n- bergpresse die unhaltbare Situation des jetzigen Reichskabinetts vertei­digt wird. Der parlamentslose Zustand, mit dem sich das Kabinett Papen-Schleicher notdürftig seit der erzwungenen Reichstagsauflösung über Wasser hielt, wird plötzlich mit einer überspitzten Interpretierung des Begriffes „Prasidialkabinett" quasi als staatsrechtlicher Fortschritt sondergleichen gepriesen, von dem es auf keinen Fall ein „Rück­wärtsgleiten in den Zustand des Parlamentaris­mus" geben dürfe. Weiß man denn nicht, wenn man diesen Begriff des „Präsidialkabinetts" gegen das Parlament überhaupt ausspielt, daß man sich mit dieser Diskussion theoretisch bereits außerhalb der Verfassung stellt?

Em von den Parteien formal' unabhängiges, auf *die Persönlichkeiten abgestelltes Kabinett zu bilden, heißt noch lange nicht, das Parlament sang- und klanglos beiseite schieben. Wir im Zentrum erheben gerade gegenüber solchen Be­strebungen, die von einer politischen Gruppe aus­gehen, die auf diese Weise das Fiasko ihrer parlamentarischen Existenz ausglei­chen möchte, mit aller Entschiedenheit E i n- spruch und werden unsern ganzen politischen Etnfluß dahin geltend machen, daß auch jede kommende Reichsregierung die verfassungsrecht­lichen Beziehungen zum Parlament achtet und anerkennt und auf keinen Fall kraft eigener Will­kür löst. Daß diese unsere Forderung keineswegs einen Rückfall in die fehlerhaften Methoden des Parlamentarismus zu bedeuten braucht, dafür ist die zweijährige Praxis des Kabinetts Brü- nning ein vollgütiger Beweis.

An „unterrichteter Stelle" hat man übrigens erklärt, daß der Standpunkt des Zentrums der tatsächlichen innerpolitischen Lage in keiner Weise gerecht werde. Es scheint sich hierbei um diesel­ben Kreise zu handeln, die es fertig bringen, in dem Ergebnis der Reichstagswahlen eine Be­st ätigung desjetzigen Reichskabine tts zu erblicken. Wir können vor einer solchen Ver­kennung der Sachlage nicht genug warnen. Wenn der 31. Juli überhaupt einen Sinn gehabt ha­ben soll .dann muß es die Sorge der verantwort- lichen Staatsmänner sein, die zermürbenden, machtpolitischen Auseinandersetzungen und Kämpfe, die sich bis zur Unerträglichkeit gesteigert haben, mit allen Mitteln zu beenden. Der einzige Weg zu diesem Ziele liegt in der sofortigen Besei­tigung der seit dem Sturz Brünings Herr- schenken Unklarheiten in der politi- 1 cfj en Verantwortung und in der peinlichen Innehaltung der Verfassung. Jeder andere Weg würde die Verlängerung detz schleichenden Bür­

Doch wieder anders?

Kurz vor Redaktionsschluß läuft noch folgende Meldung ein:

OB. Berlin, 13. August. ((Eig. Bleib.) Hebet den (Empfang Hillers beim Reichspräsidenten wird von unterrichteter Seite nur darauf binge- roiefen, daß heute nachmittag zwifchen 4 und 5 Uhr auch der Reichspräsident in Gegenwart des Reichskanzlers Hitler empfangen wird. Die Verhandlungen gehen also noch fort Rian darf aber als sicher annehmen, daß die gegen* feiligen Standpunkte in der Blittagsbe- fprechung beim Reichskanzler fich nicht genähert haben. Hitler ist auf seiner Forde­rung nach Heberfragung des Reichs­kanzlerpostens stehen geblieben, lieber die letzten Möglichkeiten einer (Einigung, die bei dem heutigen Rachmittagsempfanq noch erzielt werden könnten, urteilt man in politischen Kreisen sehr zurückhaltend.

Stand der Himalaja-Expedition.

lieber das Schicksal der deutschen Himalaja-Expedl. tion erhält die „Neue Augsburger Zeitung" von dem eiter derselben, dem Augsburger Ingenieur Mer k l, aus Astor Kaschmir folgende Kabelmeldung: Nachdem wir in 6200 Meter Höhe das 5. Lager errichtet Hatten nrnren alle unsere Bestrebungen aus Erreichung des Verbin- dungsgrates zwischen dem Rakiot Peak und dem Gipfel des Ranqa Parbat gerichtet. Durch verschiedene Erkran- kunqen ist zwar die Reihe der Angreifer auf den „Berg des Schreckens" stark gelichtet, trotzdem gelang es Bercht- hold Merkl und Wiesner am 28. Juli, den heitzum- kämpften Grat in 7000 Meter Höhe M gewinnen und das Lager zu errichten. Von hier aus fuhrt ein direkter Weg zum Ranga Parbat-Gipfel.

Wir hatten einen unvergleichlichen Ausblick auf die Südseite des Ranga Parbat. Hier stürzt vom Gipfel eine 5000 Meter hohe Wand senkrecht m die Tiefe, wohl die gewaltigste Steilwand der ganzen Erde Die Kults verfägen leider sämtlich. Es wurde deshalb der Vor- trupp vom Proviant abgeschnitten. Die dadurch entstan­dene, gefährliche Situation verhinderte bisher den letzten Angriff. Alle noch in Frage kommenden Teilnehmer sind zurzeit im Lager 4 versammelt und bereiten sich zum Gipfelmarsch vor.

. " Der „Völkische Beobachter"' erklärt, Adolf Hit­ler sei in der Reichshauptstadt eingetroffen, um mit dem Reichskanzler und dem Reichspräsidenten die letzten Verhandlungen zu führen. Die Span­nung vieler Millionen Deutscher werde sich tm Laufe des 13. August legen. An diesem Tage falle vermutlich — so oder so — eine Entschei­dung schwerster Bedeutung.

ENB^ Berlin, 13. Aug (Eig. Meldg.) Wie wir erfahren, begab sich Hitler gegen Mittag zu feinem angetünbigten Besuch zum Reichskanz- ler.

Hitler hat abgelehnt.

ERB. Berlin, 13. Aug. ((Eig. Blelbg.) Wie mit erfahren. Hal Adolf Hiller bei dem (Empfang beim Reichskanzler das Angebot, das Amt des Vizekanzlers und des preußischen Ministerpräsidenten zu übernehmen, abgelebt. In unterrichteten Kreisen hält man die Verhandlungen damit für gescheitert. Dem CmpfangHitlersbeimReichsprä- f ident en heute nachmittag wird nur noch formale Bedeutung beigemef- fen. Hitler hat in der Unterredung mit dem

Der Reichspräsident empfing am Freitagnach­mittag den Reichskanzler von Papenzum Dortrag über bte politische Lage.

Reichskanzler von Papen empfing am Frei- fgg den Besuch des Stabschefs der SA. Röhm und des Berliner SA.-Führers Grasen Hellborf. Röhm und Graf Hell- dort 'wurden außerdem vom Retchswehrtninister und vom Staatssekretär des Retchspräsibentrn Meißner empfangen. Sie bereiteten das Erschei­nen Hitlers, das am Samstag erfolgte, vor.

Die entscheidenden Besprechungen, die am Samstag eine Klärung der Regierungsfrage brin­gen sollten, haben mit einem Besuch, den Adolf Hitler bei Reichswehrminister von Schleicher gemacht hat, begonnen. Diese Un­terredung war als bte Vorbereitung der Ver­handlungen des nationalsozialistischen Führers mit dem Reichskanzler und dem Reichsprä­sidenten aufzufassen.

In den politischen Kreisen wurde am Sams­tagvormittag erklärt, der Reichspräsident habe die Absicht, den Wünschen der Nationalso­zialisten soweit entgegenzukommen, wie es mit seinem persönlichen St an b- punkt irgendwie zu vereinbaren fei. Dteser persönliche Standpunkt hielt aber, wie in der Umgebung Hindenburgs mit Nachdruck betont wird, daran fest, daß die Uebertragung des Reich skanzleramtes an Adolf Hitler nicht m Frage komme, und zwar deshalb nicht, weil der Reichspräsident nach den Erfahrungen der letzten Jahre entschieden gegenjedePar- tetregierung wäre. Die Beauftragung Aböl, Hitlers würde aber nach seiner Auf­fassung die Ersetzung des Präsidialkabinetts Pa­pen durch eine Parteiregierung bedeu­ten. Deshalb gingen die Besprechungen von der Basis aus, daß §itltr im Rahmen der Präsi- bialregierung das Amt des Viz ekänz le,rs und des preußischen Ministerpräsi­denten zu übernehmen hätte.

Die Linie des Zentrums.

Die „Germania" schreibt:

ES gibt Kreise, die offenbar über das Ergeb­nis der Aussprache zwischen dem Kanzler und den Vertretern der Zentrumspartei etwas betre­ten sind, weil die klare Auffassung des Zentrums ihren eigenen Intentionen wider­spricht, und weil das Zentrum sich die Freiheit nimmt, auch weiterhin seine eigene wohlbegrün­dete und sachliche Auffassung von der gegenwär­tigen politischen Lage in Deutschland zu haben. Nicht nur die „Berliner Börsenzeitung" (375), die schon lange für sich eine besonders exponierte Gralshüterrolle tm Lager der ehemaligen „natio­nalen Opposition" in Anspruch nimmt, spricht von „gefährlichen Zentrumsplänen", sondern auch der Pressechef der Deutschnattonalen Volkspartei, namens Brosius, stößt in ein Signalhorn von einer Lautstärke, mit der man normalerweise schwerbeschädigte Gleisarbeiter auf einen heran- braufenben D-Zug aufmerksam zu machen pflegt. Und selbst bte „DAZ." (Nr. 375), die mit ihrer Alentorrolle gegenüber Herrn Hitler eigentlich schon genügend schlechte Erfahrungen gesammelt haben sollte, kann sich des Versuchs nicht enthal- kn, den Nationalsozialisten das Gruseln vor den „Bedingungen", die das Zentrum Herrn Hitlex

Latein-Amerika.

Die bolivianische Regierung hat die Bedingungen der Panamerikanischen Union auf Einstell u n g d e r Feindseligkeiten zwischen Bolivien und'Para­guay angenommen.

wtb. Paris, 13. Aug. (Eig. Meld.) Nach einer Ha- vasmeldung aus Rio de Janeiro hat die ch 11 e n 11 fl) e Regierung den Belagerungszustand ver­hängt. e

wtb. Santiago de Chile, 13. Aug. (Eig. Meld.) 400 Studenten versuchten gestern einen Putsch. Einige mür­ben verhaftet.

Cholera in der Mandschurei.

28 000 Todesopfer bet Ueberschwemmungs- Katastvophe.

„Daily Telegraph" berichtet aus Mukben: Der Schrecken, ber burch bte verheerenden lieber« schwemmungen in ber Mandschurei entstanden tft, würbe durch den Ausbruch ber Cholera vergrö­ßert. In Charbin griff die Epidemie rasch um sich und forderte eine große Zahl von Opfern. Man schätzt fetzt amtlich, daß bet den lieber- schwemmungen rund 28 000 Menschen ums Le­ben gekommen sind. >

Der „Vorwärts" behauptet, die preußische Staatsregierung plane die Herausgabe einer Notverordnung, die auf einen „Entwurf über die Aenderung des Landesverwaltungsrechts des Ge­meindeverwaltungsrechts und des Polizeiverwal- tungsgefetzes" beruhe, der den einzelnen Ministerien zur Äeußerung vorliege. Dieser Entwurf sehe zu­nächst die Bildung eines „Staatsausschusses zur Mitwirkung bei bestimmten Angelegenheiten der Landesverwaltung" vor, bei dessen Z u sammen- s e tz u n g der L a n b t a g v o l lständig a u s- geschaltet werde.

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Die für Montag in Aussicht genommene B e - sprechung über bte Regierungsbil­dung inPreußen i st abgesagt worden. Die Fraktionen der Deichchnationalen und der Na- tionalfozialisten haben ber Zentrt'mssraktion mit« geteilt, daß sie zu hem vorgesehenen Zeitpunkt Ver­treter nicht entsenden könnten.

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Di" fo?t,nfhe»r,ofrflf;'rKi Fraktion hat die so­fortige Einberufung des Aeltesten- rats des Preußischen Landtags bean-

■■ I Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt

I tm Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag jlV. -IO * I der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- | :: leitung 3153, Fuldaer Aetiendruckerei 3151 und 3152. ::