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polizeilichen Ermittlungen sind im Eange.^

Handgranatenanschlag Lin der Nacht zum

Handel und Wirtschaft

in

Jn ereignisreicher Zeil

lft die Zeitung unenlbelirilch!

scher Konfsrenzdelegierter im allgemeinen kennt, wird ohne weiteres davon überzeugt sein, daß die Genfer Arbeit der deutschen Abgeordneten über den »Lurchschnitt" erhaben war . . .

Erleichterungen der Devisenbeschränkungen für die Leip­ziger Herbstmesse 1932.

Im Interesse des deutschen Exporthandels hat sich der Reichswirtschaftsminister damit einverstanden erklärt, daß die Deoisenbewirtschastungsstellen Anträge ausländischer Firmen auf Freigabe von Alt,- und Sperrguthaben zwecks Einkauf» von Waren auf der Leipziger Herbste messe von 1932 genehmigen.

Vom ersten Konversationslexikon.

Als das erste Konversationslexikon kann man die be­kannte „Encyclopedie" de, Philosophen Diderot bezeich. nen, die in der zweiten Hälfte des 19 Jahrhunderts herauskam, Als Resultat der französischen sog, Auskiä» rung, war dieses „überlegte Lexikon der Wissenschaft, Kunst und Technik" auf Grund der materialistischen Weltanschauung verfaßt: es hat nicht wenig dazu beige« tragen, den religiösen Gedanken zu untergraben, und hat indirekt auch die wenigen Jahrzehnte später ausgebro­chene Französische Revolution gefördert. Wie bei der Abfassung dieses Lexikons verfahren wurde, dafür kann

Erstmalig Sondergerlchk.

Im Zusammenhang mit der Ermordung Ses kommunistischen Arbeiters Pietczusch hat die G l e!• wit, er Polizei in Potempa zehn National, s o z i a l i st e n verhaftet, die dringend verdächtig sind, an der bestialischen Tat beteiligt zu sein Der Mörder, der den tödlichen Schuß abgegeben hat, ist bis jetzt noch nicht ermittest worden, er befinde sich aber aller Wahrscheinlichkeit nach unter den Verhafteten. Die zehn festgenommenen National, soziglisten, die teils der SA., teils der SS. ange. hören, werden dem Sondergericht Glei« w i tz zugeführt werden.

Da die Bluttat am Mittwoch morgen gegen 1 Uhr 30 Minuten, also eineinhalb Stunden nach In­krafttreten der Notverordnung, verübt worden ist, werden die verschärften Strafen der Notverordnung zum ersten Male angewandt werden. Bekanntlich ist für Totschlag hn politischen Kampfe die T o d e s st r a f e vorgesehen.

Ihre Arbeit ist in ähnlicher Weise geliedert. wie die des Völkerbundes, — auch die Interparlamen­tarische Union hat, wie der Völkerbund, einen „Rat", der sich aus einigen wenigen Mitgliedern, und eine „Versammlung", die „Interparlamen­tarische Konferenz", die sich aus allen Mitgliedern zusammensetzt. Die Interparlamentarische Kon­ferenz tagt jährlich einmal, jeweils an einem an­deren Ort, damit jedes Land einmal die Vertreter der anderen Parlamente bei sich beherbergt. In diesem Jahr hatte man die Konferenz nach Genf einberufen, weil gleichzeitig in dieser Stadt die wichtigste internationale Zusammenarbeit der letz­ten Jahre, die Abrüstungskonferenz, stattfand.

Parlamentarier aller Länder sind also in der Interparlamentarischen Union vereinigt, sehen sich auf den Interparlamentarischen Konferenzen jedes Jahr, tauschen Erfahrungen, Beobachtungen, Ge­danken und Anregungen aus, sitzen gemeinsam an Beratungstischen und arbeiten an der Zusammen­fassung der besprochenen Themen in der Form von Entschließungen. Diese Entschließungen haben na­türlich nicht den Charakter von Regierungserklä­rungen, da die Parlamentarier unabhängig von ihren Regierungen vorgehen. Darum können diese Entschließungen freier und großzügiger sein, als Regierungsentschließungen — etwa im Völkerbund — zu sein pflegen. Zugleich aber binden diese Entschließungen in gewisser Weise doch auch einen wichtigen Faktor der gesetzgebenden Gewalt in den meisten Ländern, nämlich die Parlamente; denn die Parlamente pflegen nicht nur Vertreter einer Partei, sondern eine möglichst vielseitig zusammen­gesetzte Delegation auf die Interparlamentarische Konferenz zu schicken, und das, was hier eine der­art aus mehreren Parteivertretungen zusammenge­setzte Delegation — etwa in sozialen, politischen, kulturpolitischen (Minderheiten!) oder juristischen I Fragen — gutgeheißen oder empfohlen hat, wird sich nicht ohne weiteres verleugnen lassen, wenn es einmal im eigenen Landesparlament behandelt werden sollte. So hat dieser „Völkerbund der Ab- geordneten", der übrigens genau wie der eigent­liche Völkerbund auch ein ständiges (wenn auch viel kleineres Sekretariat in Genf hat und ebenso wie der Völkerbund bemüht ist, alte Probleme des po- I Mischen, juristischen, kulturpolitischen und sogia- len Lebens zu erfassen, eine doppelte Lebensberech­tigung: Er führte die Parlamentarier — und nicht die Diplomaten — zusammen und ergänzt damit den Völkerbund, der nur zu oft sich als „Volks­freund" erwiesen hat, in glücklicher Weise — und | er bereitet durch eine Behandlung der internatio­nalen Probleme in diesem Gremium eine langsame Entwicklung auch innerhalb der einzelnen Parla­mente vor . . .

Cs wäre nun aber falsch, anzunehmen, daß die Interparlamentarische Union mit ihren Iahreskon- 'erenzen nur dazu da sei, um Gelegenheit zu der­artigen ..Zwischenfällen" zu bieten. Solche Zu- 'ammenstöße sind im Gegenteil äußerst selten, und der traurige Vorfall der letzten Konferenz hat nur deshalb eine so große Beachtung gefunden, weil er wirklich eine Merkwürdigkeit und etwas ganz und gar Ungewohntes und Ungewöhnliches war. Die Interparlamentarische Union ist mehr, als die letzten Zeitungsnachrichten vermuten ließen. Sie lst keine Zusammenkunft zum Streiten, sondern eine Möglichkeit ernster Zusammenarbeit. Die In- terparlamentarische Union ist eine Organisation der keine Staaten, aber auch keine Privatpersonen, sondern die Parlamente der verschiedenen, parla^ mentarisch regierten Länder als solche angehören.

I Der Redakteur Salge vom s o z i al d em o k r a tb schen „Harzer Echo" wurde auf Grund der Not- Verordnung vom 14. Juni 1932 zu einem 3?hr und zwei Monaten Gefäng« ni.« verurteilt. Er wurde, ebenso wie der Arbeiter Pauk Schenk, beschuldigt, auf. reizende Reden gehalten und dadurch die Unruhen in Hasselfelde in der Nacht vor der Reichstagswahl verschuldet zu haben. Redakteur Salge wurde vorgeworfen, hn Anschluß an eine Crwerbslosendemonstration in Hasselfelde die Ar- beiter aufgefordert zu haben, sich mit Sensen, Dreschflegeln usw. gegen die Nationalsozialisten zu bewaffnen. Der Arbeiter erhielt fünf Monate Ge- fängnis.

, Hoffentlich werden ähnliche Drohungen der Nationalsozialisten in der gleichen Weise geahndet.

Der Nationalsozialist Werner, Herden Reich sbannerangehörigen Schlenk- Hoff in Buer erschossen hat, ist am DienS- tagabenb auS dem Marlenhospital in Buer geflüchtet. Wie die polizeilichen Er- mtttlungen ergaben, ist Werner mit einem Auto tn unbekannter Richtung fort­gefahren. Die Untersuchung des Falles ist tm Gange.

i »

Pon jeher haben die deutschen Parlamentarier auch in der Interparlamentarischen Union eine füh­rende Rolle gespielt, und Männer wie etwa Wal­ter Schücking. der nene^mnrtiq Richter am Inter­nationalen Gerichtshof im Haag ist, sind aus der Entwicklung der „I. P. U.", wie man im Zeitaster der Abkürzungen sagt, nicht wegzudenken. Auf d»r fefefen Instrngrsamentarischen Konferenz in Genf waren durch einen Zufall — außer einem volksparteilichen Reichstagsabgeordneien — ledig- lick» Mitglieder der Zentrumsfraktion: Der Abge­ordnete Joos, der jedoch am gleichen Tag, da er antam, infolge der Ereignisse in Preußen, wieder abreifen mußte, — der frühere Reichsminister Dr. Bell, der mehrere hervorragende Reden über die fragen der Wirtschafts- und Finanzkrise und der Kodifizierung des Völkerrechtes hielt, und die Ab­geordnete Frau Teusch, die schließlich während der wichtigsten Sitzungstage als einziges deutsches Mit­glied der Interparlamentarischen Konferenz in ®enf blieb, da alle anderen deutschen Abgeordne­ten wieder nach Deutschland zurückfahren mußten, und die in den interparlamentarischen Beratungen über die Abrüstungs- und Sicherheitsfrage so ein­leuchtend, überzeugend und geschickt die deutsche Sache vertrat, daß ihr sämtliche deutschen Presse- Vertreter in Genf, von ganz rechts bis ganz links, gemeinsam einen Blumenstrauß als Huldigung überreichten. Wer die Meinungsverschiedenheit deutscher Journalisten bei der Beurteilung deut-

Einmal im Jahre liest man in den Zeitungen von der Interparlamentarischen Union: Dann nämlich, wenn diese Union ihre Iahreskonferenz ebhätt. Das geschah in diesem Jahre vor weni­gen Wochen in Genf, und diesmal hat die Tagung, die sogenannte „Interparlamentarische Konferenz", in der Oeffentlichkeit besondere Beachtung gefun­den. Eines Tages begegnete man nämlich in den Tageszeitungen Ueberlchriften rote: Italienisch- französischer Zwischenfall in Genf, — oder: Krach bei den Parlamentariern, — und fand die Erzäh­lung eines Vorfalles wieder, der allerdings für internationale Konferenzen einigermaßen unge­wöhnlich klingt. Was war geschehen? Ein ita- ''enischer Abgeordneter hielt auf der Genfer Inter- varlamentarischen Konferenz eine Rede über die Kodifizierung eines Weltrechtes, — da unterbrach ihn ein französischer Sozialist mit dem Ruse, daß ein Anhänger des Faschismus überhaupt nicht das Recht habe, von „Freiheit" zu reden. Die Italiener erwiderten, Zwischenrufe flogen hin und her, — die Franzosen riefen etwas von „Mateotti-Mör- dern", die Italiener schrien, es sei unerhört, daß Leute, die selber planmäßig antifaschistische Sitten, tätet beherbergten und dadurch deren Taten mit« vorbereiteten, andere als „Mörder" beschimpfen wollten. Wie ein Lausteuer hatte sich die Kunde von diesem Wortgefecht, das die Klingel eines hilf, losen Konferenzpräsidenten nicht bändigen konnte, durch das ganze Völkerbundshaus verbreitet, — ein paar Zimmer nebenan tagte gerade die Abrü. stungskonferenz, und rascher, als man dachte, er­schienen nun auch die italienischen Delegierten von der Abrüstungssitzung bei den Parlamentariern. Ein Pförtner, der sie nicht in den Saal der Inter- parlamentarischen Union hineinlassen wollte, wurde beiseite gestoßen, die italienischen Abrü- stungsdelegierten. meistens Militärs, drangen in den Konferenzsaal und beteiligten sich aktiv an der Redeschlacht, die beinahe in Tätlichkeiten ausge- artet wäre. Man weiß, wie dieses Trauerspiel endete: Der italienische Luftfahrtsminister, der ge­rade in Genf mar, heaab sich persönlich zu Sir Eric Drummond, dem Generalsekretär des Völkerbun­des. und beflante sich darüber, daß Italien im Döl- kerbundshgus selber von einem Gast dieses Hauses, nämlich auf der Tagung der Interparlamentari­schen Konferenz, beleidigt worden sei. Entweder müsse der Beleidiger, nämlich der französische So­zialist, jede notwendige Genugtuung geben, — ober aber die Interparlamentarische Union muffe bas Völkerbundshaus, das auch zum Teil Italiens Haus fei, verlassen. Und als sich die Parlamenta­rier nicht über die den Italienern zu leistende Ge­nugtuung einigen konnten, da der französische So­zialist Rengudel — seine Aeußerungen nicht zurücknehmen wollte, mußte die Interparlamenta- I riiche Konferenz auf den Druck Drummonds hin mstachlich das Völkerbundshaus verlassen und ihre Tagung in einem bescheidene-' Raum der Genfer Altstadt fortfetzen .... Die Italiener aber verlie­fen die Interparlamentarische Konferenz und da- I mit die Interparlamentarische Union, da sie nach den beleidigenden Aeußerungen des Franzosen und nach der lückenhaften „Bereinigung" der An­gelegenheit keine Möglichkeit mehr sahen, länger I in diesem internationalen Gremium zu wirken. I Ofjne Italiener — und ohne den schönen Taaungs- roum im Bölkerbundshaus ging deshalb die Inter­parlamentarische Konferenz ,zu Ende.

eine Anekdote Zeugnis ablegen, die zwischen Diderot, dem Herausgeber, und Voltaire spielt. Diderot hatte Vol­taire gebeten, ihm einen Artikel über den religiösen Dich­ter Angelus Silesius zu schreiben. „Schön," sagte Vol- faire, „Sie erhalten binnen kurzem einen glänzenden Artikel. Zuerst aber sagen Sie mir mal: wer ist der Kerl eigentlich?" — Diderot darauf: „Was, Sie kennen ihn nicht einmal?" — „’Rein, aber das tut doch gar nichts zur Sache. Den Artikel schreibe ich trotzdem."

Skizze von Kurt R a s chk e - Wohlau.

„Wüll ick ook nich", antwortete Fiet Gottmann grob. „Schwester", nahm der Arzt die Pflegerin beiseite. „Bei dem hilft nur eins; man sollte ihn irgendwie see­lisch packen. Er muß wieder lernen, gesund werden zu wollen."

Schwester Martha nickte, nahm schweigend die Zei- iung und setzte sich damit auf den Stuhl neben Fiet Gottmanns Bett. Der sah ihr mißtrauisch entgegen. „Wulln Se mi nu mit de Bibel kommen?" höhnte er.

Run hatte Schwester Martha die Brille aufgesetzt. Las aus den „Nachrichten aus dem Kreise" vor. „In Klein-Bargendorf ist mit der Ernte begonnen worden. Der Stand des Roggens ist über alle Erwartungen gut. Unsere Gemeinde hofft, noch im Laufe des Monats alles Korn vom Halm zu haben. — Der Eigentümer B. tn Heidedorf hat einen schweren Schaden erlitten. Als er (eine Pferde, die er erst kürzlich. . ."

„Steht wat in, bat wi nich mihr Stüern zu kohlen brüten?"

„Sie sind unvernünftig. Wenn keiner Steuern zah- (en wollte, wohin sollte das führen? Sehen Sie denn das nicht ein?" eiferte Schwester Martha.

-Menn da nix insteht ton einem Steuererlaß, bann • • •“ Fiet Gottmann gebrauchte einen sehr häßlichen Ausbruck. Die Schwester faltete zürnend die Zeitung zusammen.

Am nächsten Tag, nach dem allgemeinen Rundgang, schüttelte der Arzt bedenklich den Kopf. „Schwester, bei dem Gottmann ist meine Kunst zu Ende. Er will nicht. Er läßt sich einfach sterben."

An diesem Vormittag war der starke Frohmut aus Schwester Marthas Wesen geschwunden. Grübelnd ging sie durch den Saal von Bett zu Btt. Wohl hatte sie für jeden ihrer Kranken ein ermunterndes Wort. Aber es war nicht das Echte, Herzfrische wie sonst. Einmal blieb sie am Fußende von Fiet Gottmanns Bett stehen und sah dem Bauer ernst und traurig ins Gesicht. Der drehte sich grob auf den Rücken und zog die Decke über den Kopf.

Den Tag darauf, am Sonntag, hatte Schwester Martha dienstfrei. Erst in der Mittagsstunde des Mon- tag sand sie für Fiet Gottmann Zeit. Ihre Hand ver­barg irgend etwas hinter dem Rücken, als sie sich an

Was ist die Znlerparlamenlarlsche Union? Die jährliche Interparlamentarische Konferenz. — Ei« sensationeller Zwischenfall. Die Vertreibung aus dem VSlkerbundshau». — Was ist die Interparlamentarische Anion? Der Völkerbund der Abgeordneten.—Die deutschen Parlamentarier in Genf.

(Von unserem ständigen Mitarbeiter.)

l i ch e Stimmung herangezogen. Das Geschäft nahm im großen und ganzen aber nickst an Umfang zu. Die Tatsache, daß Derkaufsaufträge aber so gut wie gar nicht Vorlagen, gb der Spekulation Veranlassung zu Rückläufen und Deckungen, zumal auch von Publikums« feite kleine, allerdings limitierte Kauforders eingetrof, fen waren. So ergaben sich im allgemeinen auch nur Äursbefferungen von */$—%, Proz. Stärker geftei« gert waren Braunkohlenwerte, Linoleumaktien und Elektropapiere, von letzteren hatten Rheag und Elektrisch Licht und Kraft die Führung. Auch Schiffahrtswerte waren besonders, wenn man ihren niedrigen Kurs­stand berücksichtigt, wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Abwrackprädie stärker befestigt.

Landwirtschaftttches.

--- Die Verordnung des Regierungs-Präsidenten zu Wiesbaden vom 8. Juni d. Js. über die Einführung des Milchpasteurisierungszwangs in Frankfurt a. M. ist, wie wir von zuständiger Stell» erfahren, am 8« August ds, I. jn Kraft getreten.

Berliner Effekten-Börse.

wtb. Berlin, 12. Aug. (Eig. Meld.) Obwohl sich der innerpolitischen Situation noch keine Klarheit

— Emag Elektrizität«! AG Frankfurt a. 2H. Nach Informationen des Fwd. sah sich der AR der Emag Elektrizität» AG gezwungen, den gesamten ordentlichen Vorstand der Gesellschaft zu ersetzen. Inzwischen ist Di­rektor Hugo 0 r lo w s k y ausgeschieden, Direktor Ernst Meyer wird zu Ende August, Direktor Friedrich Wil­helm Duo zu Ende September ausscheiben. Dieser Vorgang dürfte, wie der Fwd. hört, in gewissen geschäft­lichen Dispositwnen usw. begründet sein, die nicht die Billigung des AR hatten und teilweise entgegen den Anweisungen de, AR erfolgt waren. Das bisherige Mitglied des AR., Direktor Fritz Cahn wurde in den Vorstand delegiert. Nachdem nunmehr der Gesell- chast ein erweiterter Bankkredit zur Verfügung gestellt, wurde, ist die Fortführung des normalen Geschäftsbe­triebes, als vor allem die Ausführung der zur Zeit laut enden größeren Russenaufträge gesichert. In der GV. vom 4. Juni 1932 hat die Gesellschaft nach Auflösung ihrer Reserve bas AK. von 1,0 auf 0,8 Mill. RM. herab- gesetzt.

wtb. Berlin, 12. Aug. (Eig. Meld.) Dr^ Kommunisten drangen gestern im Norden 5B»r ItnS ln dte Wohnung eines NationalsoziaiM?' etn und brachten ihm eine Kopfverletzung bei.

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Wie das Berliner Tageblatt meldet, fand k» dem Büro der ReichSbannerbundeslei'unq in Ber I'tn eine polizeiliche Durchsuchung nach Waffen" statt. Dem Blatt zufolge wurden drei Revolver und fünf Gummiknüppel gefunden. Die Revolver sollen Mitgliedern des Reichsbanners gehören biel Waffenscheine besitzen, zur Zeit aber üerreift finbl

Verhaftung eines nationalsozialistischen Fenster- scheibeneinwerfers.

wtb. Guben, 12. August. ((Fig. Meld.) In bett setzten Nächten wurden in Guben Fensterscheiben in einem Konfektionshause und in Filialen einge, ! schlagen. Jetzt konnte ein der NSDAP, an« gehörender Landmann verhaftet werden, i Durchsuchung der Zentrale der Noten Arbeikerhilfe

in Berlin.

CNB. Berlin, 12. August. (Eig. Meld.) Dis Polizei nahm heute um die Mittagsstunde eine Durchsuchung der Zentrale der Roten Arbeiterhilfe ror. Einzelheiten über Gründe und das Ergebnis 1 der Maßnahmen sind bisher nicht bekannt. Auch 1 im Liebknechthaus am Bülvroplaß, beim Verlag I und der Redaktion der „Roten Fahne" wurde 1 eine Haussuchung vorgenommen.

--- Die Aohlenproduktion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Volksstaates Hessen weist für den Monat Juli 1932 folgende Zahlen nachZ An Rohbraunkohle wurden gefördert 75 970 To, davon wurden 69 781 To zu Schwelereiprodukten weiter ver« arbeitet. Aus den verschwelten Kohlen wurden gewon­nen: 4 203190 To Rohteer, 589 370 To Leichtöl aus Schwelgasen, 11 701 To Koks, ohne die Schwelrückstände des Messeler Kohlenschiefers.

— Veuerschliehung im oberhessischen Braunkohlen­bergbau. Das Braunkohlenschwelkraftwerk Wölfers­heim, das dieser Tage 100 Arbeiter neu eingestellt hat, läßt einen neuen Förderschacht in der Gemarkung des Dorfes We ck e s h e i m niederbringen, um dadurch den Untertagbaubetrieb im Braunkohlenbergbau zu steigern. Bei den Probebohrungen haben sich befriedigende Re­sultate in dem Mutungsgebiet ergeben. Das Braun­kohlenoorkommen in dem neuen Abbaugebiet soll so er­giebig sein, daß dadurch der Abbau auf Jahre hin­aus gesichert erscheint.

Drei Halme.

Seit vierzehn Tagen nun schon lag der Großbauer Fiet Gottmann aus Bargendorf in dem Krankenhaufe ber Kreisstadt, hielt störrisch an dem Willen fest, seinem Leben ein Ende zu machen. Einmal, in den ersten Ta- gen nach dem versuchten Selbstmord, hatte er sich sogar die Verbände wieder abgerissen. Im letzten Au­genblick aber bemerkt- Schwester Martha die Heimtücke und verband die Wunde des Einschusses neu.

„Seien Sie doch vernünftig!" schalt die Pflegerin aus ihrer gütigen Sorge. „Das erste Mal wird unser Herrgott Ihnen verzeihen. Das hier aber ist Sünde."

»2ch glöw an fein Herrgott mihr", grollte Gott- -aann bissig. „Er möt insehn, bat mi Buern die Stüern »ich mihr befohlen könn."

„Sie sind feige, Herr Gottmann", blitzten die Augen »er Schwester in hellem Zorn. „Weil'- Ihnen mit den steuern holt einmal ein bissel hart ankommt, gleich wird die Sense in die Ecke gestellt. Wenn jeder von uns so leicht seinen Mut verlieren würde, bann stand es bös. Sie haben einen schönen Hof, zwei Pferde, sicher auch Kühe und--"

„Drei Kühe", schluckte er schwer.

„Drei Kühe, achherrjeh! Und satt zu essen. Recht- schaffen Arbeit ist auch genug auf dem Hof. Das war am sündhafter Gedanke, sich das Leben nehmen zu «ollen. Millionen Arbeitslose haben keinen Hof, keine ^uhe, keine Arbeit und kein Sattessen. Aber die halten durch. Schämen müssen Sie sich!"

„Bravo, Schwester!" klangen ein paar Stimmen aus den anderen Betten.

Bauer Gottmann hatte die Lippen eisenhart ver- kniffen. Er antwortete nicht auf das Schelten der Schwester. Als er das „Bravo, Schwester!" der anderen horte, schob sich eine zähe Falte aus Haß und Groll um seinen Mundwinkel. Er aß und trank gehorsam, was Schwester Martha ihm ans Bett brachte. Aber in fei­nen Augen war dabei Widerstand. Ganz in den Hinter- gründen seiner harten Blicke saß ber Trotz. Sein Kör- per blieb schwach und hinsällig wie am Tage feiner Einlieferung.

„Das sind Fissematenten", mahnte der Arzt ein­dringlich. „Sie wollen nicht gesund werdenl"

Nachdem erst vor kurzem auf einem Grund­stück am Ring in Guttentag (Oberschlesien) ein Handgranatenanschlag verübt worden war, wurde Lin der Nacht zum Donnerstag wiederum eine Handgranate geworfen, bte in einem Pfarrgrund- stück sind auf dem Grundstück eines Försters eine

zeigt, glaubt die Börse, weiter eine zuversichtli­chere Stimmung haben zu dürfen. Sicherlich wird die geschickte Haltung des Zenttums bei den kom­menden Verhandlungen zu einer Entscheidung führen und man erwartet mindesten, ebenso gespannt die wahrscheinlich morgen stattfindende Unterredung zwi­schen der Regierung und Hitler. Hatte man aber ge- glaubt, daß diese in der Luft hängenden politischen Fra­gen die Unternchmungslust der Bövs, stark hemmen würden, so konnte man zwar eine gewisse Zurückhal- tung feststellen, aber die Spezialinteressen wurden hier­bei nicht berührt. Und von solchen Spezialbewegungen ausgehend wurde es allgemein freundlicher. Wirtschaft- Üche Momente wurden weiter lediglich nur zur Kennt­nis genommen. Newyork war gestern gegen Schluß }mar schwächer, doch machte dies ebenso wie die vor­angegangenen starken Steigerungen kaum Eindruck. Beachtung fanden dagegen die weitere Aufwärtsbewe­gung der Kupferpreise und die Hausse am Silbermarkt.

Auch die Nachrichten über einen Weder streik in England wurden zur Begründung für die freund­sein Bett setzte. „Herr Gottmann, ich hatte gestern frei. Unb ba habe ich einen kleinen Ausflug auf, Land ge­macht. Ob Sie wohl ahnen, wo ich gewesen bin?"

Fiet Gottmann lag still und steif in seinem Bett ausgestreckt und sah gegen die Saalbecke. Er tat, als ob er gar nicht bemerkt hätte, daß Schwester Martha zu ihm gekommen war.

„Ich war in Klein-Bargendorf. Auch auf Irem Hof- Ihre Wirtschafterin hält alles brav in Ordnung. Der Knecht und die Mägde lassen Sie grüßen. Und ob Sie nicht bald zurückkommen möchten? Der Weizen ist zum Umfallen reif."

Fiet Gottmanns Hände schoben sich unruhig auf der Bettdecke hin und her.

„Ich hab' selbst mal nach dem Weizen gesehen. Cs wird hohe Zeit, baß er in die Mahd genommen wird. Der Knecht meint, wenn Sie nicht bald kämen, müßte er eine Hilfe annehmen. Allein sällt's ein bißchen schwer."

Nun hatte Fiet Gottmann die Augen geschlossen. Sein Atem ging um eine Winzigkeit schneller. Und von der grimmen Falte um den Mundwinkel war fast nichts mehr zu sehen.

„Als ich da so bei Ihrem Weizen stand, Herr Gott­mann, da habe ich mir gedacht, sie möchten gern selber sehen, wie es mit ihm ist. Hier hab ich drei Halme davon abgepslückt - „

Mechanisch faßten die Finger zu, als Schwester Martha ihm die drei Weizenähren in die Hand schob. Eine Sekunde lagen sie in der harten Bauernfaust. Cs sah aus, als ob Fiet Gottmann jedes ihrer Körner ein­zeln streicheln wolle. Dann zerrieb er, um die Reife ju prüfen, eine Aehre nach Landwirtsart zwischen den Fingern und brach eins der Körner über den Nagel.

Schwester Martha sah das alles mit ihren heimlichen Blicken. Ihre Augen leuchteten ftoh auf. Al- der Mann in einem schweren Schluchzen die Hände vor bas Gesicht schlug wollte sie auf keifen Sohlen fort. Hier »ar sie nicht mehr nötig. Aber mit schnellem Griff hatte Fiet Gottmanns harte Bauernfaust nach ihrer Hand gegriffen. „Schwester, gerne Se mir de Hand, bat Se mi nicht bös' sind."

„Aber Herr Gottmann!" wehrte sie aus ihrer po­chenden Freude.

„Schwester, büßen Gedanken mit den drei Lehren, den hat Ihnen ber leime Gott eingegewen. Nun will ick nich gesund warben, jetzt muß es sind!"