Anzeiger für die Stadt Aulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt
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SA.-Leute vom Sturm 12."
Zwei Seelen
Der offiziöse Draht meldet:
L Fuldaer AS^ei in Fulda Fernrufe: Schrift :: leitung 3153, Fuldaer Actiendruckere» 3151 und 3152^
mtb. Löben, 5. Ang. (Eia. Meld.) In der Nacht zum Freitag gegen 1.10 Uhr wurde auf die hie» sige Reichsbanknebenstelle ein Bombenanschlag verübt. In der Hauptfront in der chindenburgstraße . wurde an den Pfeilern, die einen Balkon trugen, eine Bombe niedergelegt und zur Entzündung gebracht. Der Sprengkörper explodierte mit lauter Detonation. Der untere Teil des Pfeilers wurde beschädigt, die Fensterscheiben des unteren Kastenraums zersplittert und durch Trümmer an der Betondecke des Kassenraums und des Balkons weitere Beschädigungen angerichtet. Wenige Augenblicke nach der Explosion eilten Passanten und Polizei herbei, die jedoch in den Zugangsstraßen keine verdächtigen Personen gesehen hatten. Die Polizei nimmt an, daß die Bombe mit Fernzündung versehen war.
sei. Die Entlassung der SA.-Leute werde in nächster Zeit erfolgen. Ein anderes Blatt er» fährt als Termin dafür den 11. August.
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Diese Mitteilung dürfte als Einleitung des Rückzugs des olden'burgischen nationalsozialistischen Ministers zu werten sein.
Bei dem mandfckmrischen Hafen Niutschroang kam" es zu neuen Kämpfen zwischen Japanern und chinesischen Freischärlern, in denen auch japanische Kriegsschiffe eingriffen.
einem der beiden Unbekannten einen Schuß in den Kopf. Der erschossene Dentist ist parteilos.
Anschlag auf einen Obmann der DBP.
Die polizeilichen Feststellungen über die Terror-Talen in Königs betg. — Schüsse und Sleinwürse in oslpreutzischen Städten.
Wie jetzt bestätigt wird, hat das oldenburgische Innenministerium eine neue Verfügung über das Dienstalter von Polizeioffizieren erlassen, durch deren Bestimmungen Ober st Wantke, der Organisator und langjährige Kommandeur der oldenburgischen Polizei und Major von Hellen genötigt sind, in den Ruhestand zu treten.
Ministerpräsident Moever hielt einen Appell der Ordnungspolizei und der Gendarmerie ab, bei dem er vor allem seinen Dank an Oberst Wantke aussprach. Im übrigen betonte der Ministerpräsident, „die politische Gesinnung des einzelnen sei ihm gleichgültig, Polizei und Reichswehr hätten nichts mit Parteipolitik zu tun."
Die Frage der Neubesetzung der freiwerdenden Stellen ist noch nicht entschieden.
wtb. Chemnitz, 5. Aug. (Eig. Meld.) Im Kaffee Herold, das als Verkehrslokal der NSDAP, gilt, wurde heute nacht der 31jährige Dentist Krebeck von einem unbekannten Täter durch einen Kopfschuß so schwer verletzt, daß er kurz nach der Einlieferung in das Krankenhaus verstarb. Wie dazu amtlich mitgeteilt wird, wurden die Gäste in dem betreffenden Kaffee von zwei unbekannten Personen, die vorher friedlich ihr Bier getrunken hatten, plötzlich mit vorgehaltenen Pistolen aufgefordert, die Hände hochzuheben. In dem darau folgenden Handgemenge erhielt der Dentist von
Dr. Seipels Beisetzung.
wtb. Wien. 5. Aug. (Eig. Meld.) Mit der ersten Einsegnung der sterblichen Hülle Dr. Seipels im Aufbahrungsraum des Militärkasinos begannen heute vormittag die offiziellen Trauerfeierlichkeiten für Oesterreichs großen Staatsmann, Die zweite Einsegnung erfolgte im Anschluß daran i m S t e p h a n s d o m, worauf eine Gedenkfeier an der Bahre Seipels vor dem Parlament stattfindet. Gestern zogen gegen 100000 Personen, darunter zahlreiche Abordnungen aus den Nachfolgestaaten sowie viele Ausländer an dem offenen Sarge des toten Bundeskanzlers vorbei.
ENB. Königsberg, 5. Aug. (Eig. Meld.) In der vergangenen Nacht haben sich in mehreren Städten Ostpreußens Zwischenfälle ereignet, die sich im wesentlichen darauf beschränken, daß Schaufensterscheiben und Scheiben privater Wohnungen durch Steinwürfe zer- In Lyck wurde eine
wtb. Königsberg, 5. Aug. (Eig. Meld.) - Der am 1. August geplante Anschlag gegenoas G e w e r k s ch a f t s h a u s ist aufgeklärt worden. Die Akten gehen heute der Staatsanwaltschaft zu. Es sind 8 Täter, die angaben, SA.-L e u tevom 12. Sturm zu fein; unter ihnen befindet sich ~ "') r e r. Auch eine bollen»
Feststellung nicht unterdrücken zu können, daß die Reichs- reaierung sich s - l b st g e g e n ü b e r e r h e b l i ch geduldiger sei als gegenüber der früheren preußischen Regierung.
Der Vorwärts" warnt davor, Bestimmungen zu schaffen, die sich lediglich gegen links auswirken, und betont, daß es sich nicht um em krmunali- stjkches sondern ein politisches Problem handele. Könne die Regierung von der N. S. D. A. P. keine sofortige grundlegende Aenderung ihres Verhaltens erzwingen, so müsse sie im Staatsinteresse den Kampf gegen sie aufnehmen Die Politik der Regierung v. Papen werde durch die Errichtung von Standgerichten nicht besser.
Der Börsen-Eourier" weist aus die Notwendigkeit hin, daß das geplante „äußerste Mittel" nur dann gerechtfertigt sei, wenn es von einer Macht angewendet werde, die versichert, daß sie keine Parteien kenne und vor der die p o l i t l s ch e F a r b e d e s G e- walttäters vollkommen gleichgültig sei.
Im Zusammenhang mit ihrem Bericht über die geplante Notverordnung wissen „Berliner Lokalanzeiger und ,Taq" vonneuenErklärungenderPar- teileitung der N. S. D. A. P. zu berichten, in denen die politischen Ausschreitungen aufs schärfste mißbilligt werden. Auch wolle die Parteileitung sich bemühen, die Angehörigen der S. A.- Formationen von solchen Greuel! a t e n unbedingt abzuhalten. Auf dieser Lime hatten sich Besprechungen bewegt, die der Beauftragte der N. S. D. A. P„ Hauptmann Göring, mit Mitgliedern der Reichsregierung hatte und in denen er, wie die genannten Scherl-Blätter berichten, entsprechende Zusagen der Parteileitung überbracht habe.
Nach einer französischen Mitteilung hat Amerika wegen des französisch-belgilchen Wirtschaftsabkommens Schritte eingeleitet, wobei das Meistbegünstigungsrecht geltend gemacht wird.
Der Oberpräsident von Ostpreußen, Dr. Sih r, soll sein Abschiedsgesuch eingereicht haben. Dr. Sihr war ein sehr tüchtiger Beamter, der seit 1920 die Provinz leitet. Er gehörte der gemäßigten Rechten an. Der Rücktritt Sihrs steht im Zusammenhang mit den jüngsten Borgängen in der preußischen Verwaltung,
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wtb. Königsberg, 5. Aug. (Eig. Meld.) Der Reichskommissar für das Land Preußen hat heute Oberpräsident Dr. Sihr telegraphisch mitgeteilt, daß das preußische Staatsministerium dem Anträge auf Versetzung in' den Ruhestand zum 1. Oktober 1932 und auf Beurlaubung bis zu Oie« fern Termin stattgegeben hat.
Gleichzeitig ist Vizepräsident Dr. Steinhosf bis auf weiteres von seinen Dienstgeschäften beurlaubt worden, wobei Wiederverwendung durch den Reichskommissar für das Land Preußen in Aussicht genommen ist. '
Oberregierungsrat Agricola ist einstweilen mit der Vertretung des Oberpräsidenten beauftragt worden.
Höüer wird eingeladen.
GNB. Oldenburg, 5. Aug. (Eig. Meld ) Wie das nationalsozialistische Organ "Freiheitskämpfer" erfährt, hat sich der oldenburgische Ministerpräsident Roever auf telegraphische Einladung hin nach Berlin begeben, um dort mit dem Reichsinnenminister eine Besprechung über bie Verwendung der SA. als Hilfsgendar- merie abzuhalten. Das Blatt erfahrt dazu vom Staatsministerium, daß die Hilfskräfte nicht bet der oldenburgischen Polizei, sondern bei der Gendarmerie eingestellt wurden, und daß dte Einstellung nur v orübergehender Natur
Im Zusammenhang mit den vom Kabinett am Donnerstag beschlossenen verschärfenden Bestimmungen zur Bekämpfung des Terrors verlautet, daß die Entscheidung über die Inkraftsetzung dieser Maßnahmen, die u. a. auch die Todesstrafe vor seh en, lediglich von den Vorgängen der nächsten 18 Stunden abhängt. Auch das preußische StaatsmÄiisterium beschäftigte sich in anhaltendm Beratungen mit entsprechenden Maßnahmen.
Die Maßnahmen der Reichsregierung und des Reichskommissars in Preußen sind nach unseren Informationen allein aus dem Bestreben zu erklären, die ohnehin schon genügend zugespitzte Lage nach Möglichkeit nicht noch mehr zu ver - rfen. Man sieht sich selbstverständlich dem Iivang gegenüber, gegen die Ueberfälle und Blut- raien einznsch,reiten. Man erkennt, daß Ent» '"ungsaktionen dringend wünschenswert c^er man vermeidet doch nach Möglichkeit die ha «?9un9 des zivilen Ausnahmezustandes oder k ^^erungszustandes, die mit dem Einsatz ^^^Aitärmacht identisch wäre, um nicht noch meor XJcl m das Feuer zu gießen. Man will der Atu nch ener Führung der NSDAP. Gelegenheit geben, ielb]t so rasch wie möglich auf ihre unteren Lrgane einzuwirken, um Ausschreitungen und ementate zu stoppen, weil nur so die kommenden großen politischen Verhandlungen und die Breite h et^et »nationalen Konzentration" ttn Sinne b ..-j 'chsregierung und der von ihr vertretenen szrafle gerettet werden können. Die große Frage, die damit aber die politischen Kreise Berlins tn« ter entert, ist die, ob der Reichsregierung die Durch-
In der Nacht vom 3. auf den 4. August wurde, wie die Bayrische Volkspartei-Korrespondenz meldet in das Schlafzimmer des Ortsvorsitzenden der Bayrischen Dolkspartei in E b e n h a u s e n-H o h en- schäftlann eine selbstgefertigte Handgranate geworfen, die unter starker Detonation und entbrechenden Verwüstungen explodierte. Der Par- tetobmann Jbler blieb glücklicherweise unverletzt. Der Anschlag hat solgende Vorgeschichte:
Am 28. Just fand in Hohenschäftlann eine Versammlung der Bayrischen Volkspartei statt. Die Nationalsozialisten hatten aus der ganzen Umgebung Anhänger zusammengezogen, um die Versammlung zu sprengen.Dank dem energischen Eingreifen der Gendarmerie und der entschiedenen Haltung des Versammlungsleiters Jbler konnten die nationalpziallstischen Absichten vereitelt werden.
Polizeiliche Vorkehrungen in Allenstein.
wtb. Allenstein, 5. Aug. (Eig. Meld.) Die ernsten Ruhestörungen, die sich hier in den letzten Tagen ereigneten, haben den Regierungspräsidenten veranlaßt, den Oberpräsidenten zu ersuchen, er möge die Beamten der Landjägerschule Allenstein der städtischen Polizeiverwaltung zur Verfügung halten. Der Oberpräsi- dent hat eine entsprechende Anordnung erlassen.
Eine grausige Statistik.
12 Tote, 497 Schwerverletzte in der Zeit vom 1. Juni bis 20. Juli.
Von offiziöser Seite her kommt folgende Mitteilung:
ERB. Berlin, 5. August. (Eig. Meld.) Der mit der Führung der Geschäfte des preußischen Innenministers beauftragte Bevollmächtigte des Reichskommissars für Preußen, D r. Bracht, hat auf Grund der Berichte der einzelnen Regierungspräsidenten eine Statistik der politischen lieber- fälle und Ausschreitungen aufgestellt, die die Zeit vom 1. Juni bis 20. Juli und sämtliche preußischen Gebietsteile außerBerlin umfaßt.
Nach dieser Aufstellung sind in der angegebenen Zeit insgesamt 322 politische Ueberfälle erfolgt, die 72 Todesopfer gefordert haben. 497 Personen wurden dabei schwer verletzt. Auf Grund der polizeilichen Ermittelungen waren in 203 Fällen davon die Angreifer Kommunisten, in 75 Fällen Nationalsozialisten, in 21 Fallen Reichsbannerleute. In 23 Fällen konnte die Schuldfrage durch die polizeilichen Errnitt-l:-r gen nicht geklärt werden. Für diese Stitiuik lagen u. a. auch die Berichte der Regierumgsprasi- denten vor dem 15. ■ > Grunde, also vor t m
Regimewechsel in Preußen. . „
Was die blutigen Vorfälle tn Königsberg anbetrifft, so kann außer den bereits mit'geteilten Untersuchungsergebnissen wegen des Anschlages auf das Gewerkschaftshaus und der Brandstiftung in Königsberg-Kalthoff über Den Stand Der Ermittlungen in den anderen Fallen im Interesse der Untersuchung nichts gesagt werden. Ueber die Ausschreitungen in Schleswig- Holstein hat Der Regierungspräsiden einen ein- gehenden Bericht an das preußische Snnenmtnf sterium gesandt, in dem die einzelnen Ueberfälle, — von Den Altonaer Ueberfällen an — aufgefuhrt werden. Der Regierungspräsiden t steht als Ur ache dieser Ausschreitungen einerseits dte Verhetzung durch d. kommunistischen Führer und Presse, und andererseits die Tatsache, daß zweifellos eine Reihe jüngerer SA.- und SS. - Leute sich nicht in der Hand ihrer Führer befinden
Angesichts der ständigen politischen Ausschreitungen macht der Bevollmächtigte des Reichskommissars, Dr. Bracht, erneut darauf aufmerksam, daß er alle Maßnahmen ergreifen wird, die geeignet sind, Leben und Sicherheit zu schützen, und daß er unterschiedslos gegen alle Schuldigen rücksichtslos vorgehen wird, ganz gleich, ob sie im rechten oder linken politischen Lager stehen.
Letzteres ist in einem Rechtsstaat selbstverst ä n d l i ch.
Die Vorsitzenden der SPD., Wels und V o» g e l, legten am Donnerstag bei Dr. Bracht wegen der Terroraktionen der letzten Tage Beschwerde ein und betonten das Recht der Notwehr^ wenn der Schutz des Staates versage.
Der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Hauptmann a. D. Göring hatte am I Donnerstag mit dem Reichsaußenminister v. Neurath eine Aussprache.
Der „Bayerische Kurier" und Bewaffnung der SA.
Zu der Forderung des Berliner .^Angriffs auf Bewaffnung der SA. bemerkt der „Bayerische Kurier": Das wäre allerdings die Sehnsucht der Hitler-Truppe zu den Uniformen noch das Waffentragen und die Erlaub- nis zum Waffengebrauch. Selbstver- stündlich kann kein Staat, der auf seine Auto- ritöt hält, derartige Forderungen konzedieren. Wäre die SA. bewaffnet, dann ginge e in Blutrausch durch das Land, der in einem Massenmorden auslaufen wurde.
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führiing dieser abwartenden und retardierenden Haltung gelingt, oder ob von interessierten Kreisen Zw t s ch e nf ä He or gant fiert unb herbeigeführt werden, die unter Umständen das ganze Gebäude der neuen Reichspolitik über den Kaufen werfen können. Wir leben also in einer Spannung zwischen den Ideen der politischen Vernunft und den aufgeregten Gefühlswallungen der Straße, deren Lösung im Augenblick nicht voraus- zmehen ist. Man kann nur hoffen, daß die sehr strengen Strafbestimmungen der neuen Sintiterror« Verordnung so ab kühlend wirken, daß wirklich eine Beruhigung der gefährlich erhitzten Gemüter em« tritt.
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Eine große Anzahl Berliner Blätter beschäftigt sich mit den geplanten Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung des politischen Terrors.
Die D A Z." weist auf die Tragweite der von der Regierung zu treffenden Entscheidungen hin. Sollte binnen der van der Regierung gesetzten letzten Frist keine Besserung eintreten, müsse die Todesstrafe für Waffentragen, d. h. für unrechtmäßige AnwendungundHandhabungtodl ich wirkender Waffen, verhängt werden. Nur so könne dem umsichgreifenden Bürgerkrieg Einhalt geboten werden. Bon den Bestimmungen müßten, so meint das Blatt, alle für dieses Treiben mitverantwortlichen Kreise, ohne Rücksicht auf ihre politische Richtung, gleichmäßig betroffen werden. Nur durch einheitliche, beschleunigte Aktionen könne die Staatsgewalt ihr schwer in Frage «gestelltes Ansehen, den Schutz der friedlichen Bürger und die Staatsordnung retten. Anders als mit drakonischen Maßnahmen könne jetzt nicht mehr durchgegrisfen werden.
„Germania" und „B. T." drücken ihre Verwunderung über die zögernde Haltung des Reichskabinetts aus. Die große Oeffentlichkeit, meint das letztgenannte Blatt, sei der Meinung, daß die Geschehnisse dieser Woche der Regierung sofortiges Handeln zur Pflicht mache.
Die „Voss. Ztg." bekennt, kein Freund von Sonderge- 1 richten und Ausnahmeregeln zu sein, glaubt aber die
den politisch interessierten Kreisen Berlins man mit großer Aufmerksamkeit die ^mier^gkeiten in die die Führung der N?tionaNozialisten durch das Wahl- eröebnis und die blutigen Vorfälle der letzten Tage »-roten ist Bei der Beurteilung der Lage macht wieder die alte Unterscheidung zwischen einem rÄitm koalitionsbereiten Flügel und einem linken SiXn fM«et d-r NSDAP b-m.rld°- hie in allen Krisenmomenten auftaucht, die ab r iofat stärker denn je eine Rolle zu spielen beginnt. In der Tat kann kein Zweifel darin bestehen. .
mlen führenden Persönlichkeiten, die nach der auch der Sturm-Fuh.. _ ,
52m ftie unbedingte Notwendigkeit einer offenen bete und vier versuchte Brandstiftungen am 1. Aug.
OTUhermiieb-mg der Nationalsozialisten zur Ver- m Königsberg-Kalthof haben ihre Aufklärung ge-
Mltheranzlehu g dauernden Attentate, fanden. Die Akten gehen ebenfalls beretaatS«
£ Hab^ llÄfie immer mehr auf die anwaltschaft zu. Festgenommen sind 13 Tater Mordtaten i. deutlich feststellen, rrüe die angeben, ebenfalls b em Sturm 1-
Nerven gehen. Es laßt sich deu ch» se,ri»nen,w SA anzu gehören. In der vergangenen entsetzt «"in m den Renhsmm s ,en j ^jfenbe Nacht wurden mehrere Straßenvieriel' durch die preußischen Ministerien über lebe ne t fr M ) [anmäfejg beobachtet. Hierbei erföchte ein „Hiobsnachricht ist- Das gliche wird aver a ucberfalt von etwa 40 Personen auf 2 Beamte
von führenden Kre-.sen der NSDAP, versich r, m g§ wurden Insgesamt 5 Personen frst-
sich allmählich vor die ernste Frageaesilltsehen bie sämtlichim BesitzvonWaf-
ob sie die eigentlich radikalen Elemente ihrer An- « ^it.
Hängerschaft überhaupt noch tn der Hand haben. | *
E- ist symptomatisch, daß man bereits heute tn Berlin auf S A - Leute stößt, die sich in größter Deutlichkeit und Schärfe gegen ihre eigenen „lauen und schlappen" Führer wenden und zwischen den Zähnen murmeln, daß es auch in den eigenen Reihen .Bonzen" gibt, die verdienen „aufgebangt 3u werden Die Freude, die über diese Entwick- ■ funa in gewissen Kreisen der Linken und besonders trummert wurden. ■■ bei den Kommunisten herrscht, die jetzt ihren Wei- große Schaufensterscheibe der Firma Simberg u. xen blühen sehen, ist begreiflich. Sie wird aber Tikotzki durch einen Steinwurf und eine Fenster- Faum von den amtlichen oder nicht amtlichen Stel- scheibe der Adlerapoth-ke durch eine Hand- len geteilt die mit Sorgen an die Konsequenzen granate zerstört. In Rössel wurden zwei einer solchen Radikalisierung denken. Es fei denn, Schaufensterscheiben des Geschäftes von Israeski daß sie auch zu denjenigen Kreisen zählen, die mit und in Deutsch Eylau ein Fenster der Orts- dem Gedanken einer Spaltung der Nationalsozia- krankenkasse ebenfalls durch Steinwurfezer- «tffen spielen und die Zeit für diese Spaltung tiümmert In Tilsit wurden gegen 2 Uhr auf ein herangekommen glauben. Haus in der Hindenburgstraße acht Revo'ver-
schüsse abgegeben. Man vermutet, daß sie der Wohnung eines bekannten Kommunistenführers Sehr aufschlußreich für die Schwierigkeiten, tn geölten haben. Zwei Schüsse durchschlugen das
denen sich die NSDAP, befindet, ist ihr Berüner Feystxr einer Giebelwohnung. Wahrscheinlich ist
Organ „Der Angriff". Er übertrifft in der Scharfe biefer Feuerüberfall von einem Kraftwagen aus der Tonart entsprechend dem Temperament der unternommen worden.
Berliner S. A. bei weitem das nationalsozialistische Hauptorgan in München. Aber auch bei ihm findet sich versteckt jener Gewissenskonflikt, ber , für die nationalfozialiftische Wirklichkeit charakteristisch ist und der inzwischen allen starken Tönen eine gewisse Beklemmung und Unsicherheit erkennen läßt. Auf der einen Seite heißt es: „Wenn man etwa glaubt, mit uns Nationalsozialisten ein falsches Spiel treiben zu können, so wird man uns noch ganz gehörig kennen lernen’ Das Zentrum ist eine reichsfeindliche Partei und jeder nationale Wiederaufstieg ist solange unmöglich, als nicht jede Brücke zu ihm restlos abgebrochen ist. Niemals kann eine Regierung auf unsere Unterstützung rechnen, die sich nicht von jeder Bindung zu den Reichsfeinden hin restlos frei gemacht hat. Wer das nicht will, der wird von der Hochflut der nationalsozialistischen Bewegung genau so hinweg- geschwemmt werden wie die Groener, Brüning und Severing." Aber gleich danach heißt es: „Das Vorstehende ist nicht etwa geschrieben, um die Lage zu erschweren und die politischen Spannungen zu verschärfen, sondern es soll den Weg zeigen, wie die innerpolitische Krise, die durch die Schwäche der Regierung entstanden ist, auf einfachstem und kürzestem Wege gelöst werden kann." Und man bekennt ganz offen: „Ein Vorgehen gegen die NSDAP, oder gar örtliche S. A.-Verbote wären ein Spiel mit dem Feuer, das der Partei das Aufrechterhalten der Disziplin, das durch das unverständliche Verhalten der Regierung ohnehin schwer genug ist, einfach unmöglich machen würde " Man gibt also auch hier den Ernst der Lage zu, wobei nur offenbleibt, wie man nach dem Wunsch der Münchener Zentrale mit dem Zentrum irgendwie zusammengehen will, wenn man es auf der anderen Seite als Reichsfeind bezeichnet und praktisch kaum erfüllbare Bedingungen für eine Zusammenarbeit stellt.