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Beilage zur Futvaer Zeitung

5. August

Nr. 179

bei jeder Kleider«itsche

miat, Benzin, Spiritus, Soda usw. müssen nach Mög-

Ein Blick in die Rumpelkammer!

Spülwasser man einen kann, was die Farben

Baststofse usw. empfindlich und Wasser und den lösung usw.) in

dürfen deshalb nur mit lauwarmem mildesten Waschmitteln (Seifenflocken- Berührung kommen. Das betr. Klei- In der Seifenslockenlösung hin. und

im Haushalt, bah man sich vor allem vergewissert, um welche Stoffart er sich handelt und daß man dann dir Vorschriften genau beachtet, wobei man insbesondere in der Wahl der Waschmittels besonders vorsichtig zu Werke gehen muß. Nicht dar erste beste, sondern das beste überhaupt sollt« Verwendung finden.

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und bunte Wollkleider, deren leichten Schuß Essig zusetzen etwas auffrischt.

Notwendig aber erscheint

lichkeit vermieden werden. Man spült nach dem Wa­schen sehr oft in reinem, klaren Wasser nach, denn |e besser dies geschieht, umso lebhafter werden die Farben der gewaschenen Kleider. Auch nach dem Spülen dürfen die gewaschenen Gegenstände niemals ausgewrungen werden, ein leichtes Ausdrücken zwischen den Händen genügt völlig. Farbige Stücke hängt man zum Trock­nen nicht auf, sie werden vielmehr in ein Tuch fest ein­gerollt und, zwischen die Teile, die aufeinander zu liegen kommen, legt man weißes Seidenpapier oder weiße Tücher. Gebügelt wird stets nur mit lauwarmem Eisen und nur von links, besonders alle Kunstseiden sind ge­gen zu warmes Bügeln sehr empfindlich. Sie brechen durch und werden unbrauchbar. Für das Waschen von seidenen und kunstseidenen Trikots gelten sinngemäß btt gleichen Waschvorschriften. Auch dies« dürfen niemals gehängt werden. Sie müssen im Liegen trocknen, wobei man vorher ihre Form zurechtzieht.

Das Waschen von Kleidungsstücken au» Wolle, Baumwolle, also der Voile», Woll- und Baumwoll- musseline», Rips und ähnlicher Stosse, der Strickwaren, mit Ausnahme von Crep« Romaine, Wollgeorgette, Crepe Caid und Boucle muß sehr schnell geschehen, wo­bei man für rascher Nachspülen zu sorgen hat. Man nimmt auch hier eine lauwarme Lösung von Seifen­flocken, nachdem man vorher sich schon das Spülwasser zurechtgestellt hat. Der zu waschende Gegenstand wird rasch in der Seifenflockenlösung hin und hergeschwenkt, bann leicht ausgedrückt und solange in erneuertem Spül­wasser bewegt, bis dieses absolut klar bleibt. Dann wird bas Wollkleidungsstück in ein Frottiertuch fest eingerollt, aber nicht ausgewrungen, wobei man die aufeinander­liegenden Teile ebenfalls durch weiße Tücher oder da­zwischengelegtes Seidenpapier schützt. Die Tücher müs­sen so oft erneuert werden, bis sich keine Feuchtigkeit mehr bildet. Hierauf wirb der gewaschene Gegenstand auf einem weißen Tuch auf einer glatten Fläche aus- gebreitet und in die richtige Form gezogen. Aufein» anderlisgende Teile werden mit Seidenpapier ausge­stopft. Auch Wollsachen darf man nicht zum Trocknen aufhängen, aber noch viel weniger sollt« man ft« d«r Sonn« oder direkter Ofenwarm« aussetzen. Wer da» tut, wird an seinen Wollsachen wenig Freude erleben. Besonders empfindlich in der Behandlung sind farbig«

wir uns nach Maß neue Scheiben aus gewöhnlichem Fensterglas schneiden und setzen sie ein. Sv, nun ist der Bücherschrank fertig und er ist ein Prachtstück geworden!

Der unter« Teil hat als Füße 4 Halbkugeln da könnte matt nicht drunter wischen, ohne sich die Glieder zu verrenken. Also weg damit! Es kommen feste, hohe Beine darunter, wie unter sein von ihm getrennte» Haupt. Weiteres Verfahren wie oben. Soll er ins selb« Zimmer wie der Bücherschrank, so bekommt er natürlich die gleichen Farben. Beim Drechsler erstehen wir neue, größere und flach« Zugknöpfe für bi« vier durch die Mitte gehenden Schubladen und die 2 Seitentüren. Was kann man da alles drin aufbewahren: Wäsch« und sonst allerlei In den Schubladen, Schuhe, Hüte usw. In den Set­tenschränken, oder was man sonst unterbringen will.

Hat man einen alten Küchenschrank, dessen Oberteil zu niedrig ist, um selbständiges Möbel zu werden, so ent­fernt man nur den Zwischenteil, setzt Ober- und Unter­teil fest aufeinander und erhält so oben einen Bücher­schrank und unten Raum für anderes.

Selbst ein alter Küchentisch mit altersschwachen und zerbrochenen Beinen, für den kein Trödler mehr etwas geben würde, kann uns noch dienen. Der Primaner hat einen Bücherschrank bekommen, nun soll er auch einen Schreibtisch haben! Es braucht kein Diplomat zu sein. Und diese große Tischplatte, der Unterkranz (Zarge) mit den 2 Schubladen sind wie geschassen für einen Arbeits­tisch! Lassen wir also neue, Beine vom Schreiner elnfet- zen. (Oder basteln Vater und Sohn selbst an der Ho­belbank?) Und dann geschieht dem Tisch er weih nicht wie dasselbe wie den Schränken. Er wirdauf neu" gewaschen, ausgetrocknet und mit Mattlack gestrichen ganz und gar; die Schubladen innen wieder abstechend. Und dann bastelt sich der Sohn selbst eine große Schreibunter, läge aus dicker Pappe mit Kalikoecken und schönen Lösch­blättern. Seitlich auf den Tisch setzt er Bücherstützen, zwi­schen denen die Wörterbücher usw. stehen. Der alte Tisch weih sich nicht zu fassen vor Stolz. Früher standen mäch­tig« Gemüse- und Backschüsseln auf ihm und nun be­decken ihn Bücher und Hefte mit humanistischer Bildung. In seinen Schubladen lagen dereinst profane Schöps- und Rührlöffel und heute bergen sie das Schreibpapier.

Solche Erfolge machen Freude. Und Erfolge sind ce immer, wenn man bie Augen aufmacht, ein wenig nach benkt und mit Lust und Liebe an die Sache geht. Au« häßlichen Dingen werden praktisch« und geschmacklich gute.

Selbst «in« alte Sprungmatratze bie in kein Bett mehr passen will, ist noch verwendbar. Klotzfüße drunter, eine hübsch« Decke darüber ober wenn man ein wenig mehr Geld hat, einen regelrechten Bezug vom Polsterer, bie Couch ist fertig! Vergiß aber nicht, bie alte Sprungfeder­matratze, bevor die Veränderungen vorgenommen wer­ben, recht grünblich zu reinigen Innen mit festem Pinsel und Persil ( sofort trocknen!) und Drell mit einer Bürste und Persilschaum, zuletzt mit klarem Wasser be- handeln. Dann möglichst an der Sonne gründlich trock­nen, zuletzt mit Flit ober dergleichen sehr gründlich durch- stauben!

War sonst noch etwas auf dem Speicher zu finden? B. H.

innen und außen ab, daß die alte Farbe sich löst. Viel­leicht genügt gründliches Abbürsten mit scharfer Soda­lauge, der auf 1 Liter Wasser ein Eßlöffel Salmiak bei­gefügt ist. Sonst müssen wir Pottasche nehmen. Wenn er bann gleichmäßig abgewaschen ist, lassen wir ihn in Zugluft ober in der Sonne wieder austrocknen. Inzwi­schen besorgen wir uns Farbe: hellgrün für außen, korallenrot für innen, ober meergrün für außen, sand­farben für innen ober blau unb orange. Wenn aber bie alte Farbe durchaus nicht abgehen will und Flecken blei­ben, nehmen wir für außen schwarz. Es gibt jetzt Matt- lackfarben, die fertig zum Anstrich sind für 12 Mark und höher, je nach Quantum. Mancheschwierige" Far­ben sind etwas teurer. Meist genügt ein einziger, natür­lich sorgfältiger Anstrich. Man kann aber auch, um zarten Farben ein besonderesßuftre* zu geben, zunächst mit weißer Farbe eine Unterlage streichen. Sie muß absolut trocken sein, ehe man z. B. gelb, perlgrau, hellgrün bar- überstreicht. Andererseits können wir auf nur einmaligem Anstrich (besonders bei dunklen Farben) einen Ueberzug mit Schellack ober sonstigen unburchsichtigem Möbelfir- nis streichen. Ist nun bie Arbeit soweit gebiehen, so lassen

Aus Kinbern werben Leute, unb bann ergibt sich oft­mals bie Notwendigkeit, daß für ihr Zimmer das eine ober andere Möbelstück angeschafft wird. Aber unsere Börse ist so furchtbar schmal geworden, daß wir vor der Unmöglichkeit stehen, Neues zu kaufen. Wenn wir aber auf dem Speicher einmal ein wenig Nachschau halten unb vielleicht aus ber Not eine Tugenb zu machen ver­stehen, ist uns geholfen.

Da steht noch ein alter Küchenschrank au» Großmut- ter» Zeiten! Düster sieht er aus mit dem verdorbenen dunklen Anstrich; die Zugknöpfe sind zerbrochen, die Scheiben zerkratzt! Und welche Dimensionen. Er mißt wohl 2.50 Mir. in der Höhe, unb Breite unb Tiefe sind entsprechend geräumig. Da» gibt einen prachtvollen Bücherschrank für unsere Primaner und einen praktischen Allerleischrank für die junge Tochter. Und? Ja, und! Der obere und ber untere Schrankteil finb etwa gleich­hoch. Wir nehmen den Oberteil herunter unb lassen vom Schreiner vier einfache, hohe, ober fest« Füße bazu fer­tigen unb anbringen. Das kostet nicht viel. Die zer­kratzten Scheiben nehmen wir heraus unb entfernen ben alten Kitt peinlich. Sodann waschen wir den Schrank

Frauenberuf und Notzeit.

In dieser Zeit größter wirtschaftlicher Not unb um­fassender Arbeitslosigkeit ist bie Frauenbewegung vor eine schwere innere Entscheidung gestellt.

Immer wieder wird auf verschiedene Weise ber For­derung Ausbruck gegeben, bie Frauen möchten die Ar­beitsplätze räumen, um sie dem Mann zur Verfügung zu stellen unb damit feine Existenz und die Gründung von Familien zu sichern. Ein Appell an die Opferbereit- schäft der Frau ist in dieser unvergleichlich schweren Lage unsere» Volkes deutlich erkennbar.

Die Bereitschaft der Frauen, in diesem historischen Augenblick dem gesamten Volke zu dienen, an seiner Ret­tung und seinem Wohl zu arbeiten, muß ihren Ausdruck finden. Die einzelne Frau, die in der erwerbstätigen Berufsarbeit steht, mutz sich fragen: kann sie ohne Ge­fährdung der objektiven Aufgabe, ohne ernsteste Gefähr­dung der eigenen wirtschaftlichen Existenz und derExistenz anderer, die sie unterstützt, ihre Arbeit aufgeben? Denn auch bi« Frauenarbeit ist indirekt familientragend. Cs liegt durchaus im Sinne einer umfassenden tiefen Frauen­aufgabe für die Gesamtheit, daß sie sich diese Frage stellt. In erster Linie kommen hier die verheirateten Frauen in Frage, wenn sie durch die Arbeit und den Be­ruf de» Mannes eine Existenz haben. Bei ihnen wird ja diese Forderung durch eine größere, bedeutsamere ver­stärkt, nämlich die, ihre Kraft, ihre Zeit, ihre Arbeit der eigenen Familie zu widmen, eine Aufgabe, die besonder» beute bei der tiefen Umgestaltung unseres Volkslebens von unersetzlicher Wichtigkeit ist und immer für die ver­heiratete Frau der Beruf Ist.

Nun a^crJe fyt -ge ber Berusr:.ft!gkett bet Frau überhaupt. Es kommt darauf an, in dieser Zeit der Not bie ber F>au immer aufgegebene Selbstlosigkeit unb Opferberkitschaft zu erfüllen, aber auch mit nüchternem Blick bie Wirklichkeit bes Lebens unb bie Entwicklung ber Zukunft zu sehen.

Em langer, mühsamer Weg würbe gegangen, um ben Frauen bie Berufe zu öffnen und ihnen mit ber Freiheit unb Selbständigkeit der eigenen Person gleichzeitig die Möglichkeit zu geben, an den Kulturaufgaben bes Volkes unb ber Zeit mitzuarbeiten. Diese beiden großen Mo­tive, die zur Frauenberufsarbeit geführt haben, müssen in ihrer wesentlichen Bedeutung gesehen unb als wir- tenbe Kräfte erkannt werben unb lebenbig bleiben. Solche Zeiten ber Not, wie wir sie jetzt erleben, sind Ausnahmezeiten; es ist gefährlich, bann Entschlüsse zu fassen, di« auch normale Zeiten grunblegenb bestimmen werden. So werden wir aus ben erwähnten Motiven an dem Gedanken der Berufsarbeit der Frau festhalten, um der Frau bie Möglichkeit zu schaffen, selbst ihre Exi­stenz zu sichern. Dies fordert die nicht zu übersehende Tatsache, daß immer noch mehr Frauen als Männer leben, unb daher vielen Frauen die Möglichkeit zur Ehe unb Familie nicht gegeben ist. Darüber hinaus müssen wir von unserem christlichen Standpunkt aus betonen, baß die Frau In Ihrer Wertung als Person unabhängig davon ist, ob sie verheiratet, ob sie Mutter ist. In der Frauenberufsarbeit findet dieser metaphysische Gedanke heute eine den Forderungen geschichtlicher Entwicklung gemäße Verwirklichung. Mit diesen Gedanken im In­nersten zusammenhängend ist sodann die Auffassung, daß

unsere Kultur eine Durchwirkung von weiblichen Kräften unbedingt fordert. Diese Erkenntnis und diese» Ziel gibt ber weiblichen Berufsarbeit ihren sinngemäßen Boben.

Dabei bleibt bie Notwendigkeit bestehen unb muh ganz klar, nüchtern unb ohne jebe Voreingenommenheit ge- sehen unb erfüllt werdet!, den Weg der weiblichen Be­rufstätigkeit und ihre Auswertung zu überprüfen. Wenn auch hier bie Not der Zett vieles erschwert, da ja tatsäch­lich Privatvermögen die Möglichkeit also, Töchter ohne jede Berufsausbildung der Zukunft anzuvertrauen heute sehr selten ist unb auch diese Tatsache zur aus­gedehnten Berufstätigkeit der Frau führt, so muß doch diese Revision einsetzen unb wir glauben und vertrauen, daß dann die Zukunft ber Berufstätigkeit der Frau ben Raum und die Innere Kraft und Wirkung gibt, bie wir oom Gesichtspunkt bet einzelnen Frau und aus der in­neren Beteiligung am Werden und Wachsen unserer Kultur unbedingt wünschen. Greta Krabbel.

Georgette, Crepe Marocain, Iapon, die verschiedenen Sie sind einfarbig oder bedruckt gleich

flteiöerroafcfjen eine Kunst?

Durchaus nicht, wenn man gewisse Vorsichtsmaßregeln beachtet!

Von Anna Baumgärtne««Stuttgart.

Es gibt Frauen, bie fürchten sich gerabezu, ein Stetb zu waschen ober zu reinigen, weil sie ber Auffassung finb, baß man das im Haushalt nicht machen könnt«. Ehe man mit dem Waschen eines Gegenstandes beginnt, mutz man prüfen, ob bie Farben, bi« «r enthält, wasch­echt finb. Das geschieht am einfachsten in der Weise, datz man «in Stück bes zu waschenben Stoffes ober einen Zipfel des zu reinigenden Kleides in klares Was­ser legt. Dann wird der Stoff ober ber Zipfel über einem «elften Tuch ausgebrückt. Bleibt bas Tuch sau­ber, dann kann man sich getrost an bas Waschen ma­chen, denn ber Stoff ist höchstwahrscheinlich waschecht.

Nun darf man natürlich beim Waschen nicht alle Stoffarten gleichmüftlg behanbeln, sondern jedes Ge- webe mutz seiner besonderen Eigenschaften wegen indi­viduell gewaschen werden. Am empsindlichsten sind na­türlich Kleidungsstücke aus reiner Seide oder aus Kunst­seide, also au» Stoffen, die heut« so gerne zu Kleidern verarbeitet werden, man denke nur an Crepe be Chine,

3m August.

Noch immer schwebt der Zauberklang Des holden Sommers durch das Land.

Der Vöglein jubelheller Sang Hat ringsum lieblichen Bestand.

Du bist so froh und tiefbeglückt Durch diese Tage, die noch mild Ein blauer Himmel lächelnd schmückt Und sanft verklärt der Erde Bild.

Kein Schatten und kein Nebelgrau

Verdüstert dir die schöne Zeit.

Du wanderst über Flur und Au Noch ganz erfüllt von Seligkeit.

Franz Cingia.

dungsstück wird . _ .

hergeschwenkt unb allenfalls ganz leicht gedrückt. Jedes Reiben und Zerren ist zu vermeiden. Zusätze, wie Sal»

praktische winke.

Ranziges Salatöl wird wieder tadellos rein unb mild im Geschmack und heller in der Farbe, wenn man ihm etwas gebrannte Magnesia zusetzt, unb zwar aus ein achtel Kilogramm Del einen Teelöffel voll davon. Man schüttelt bie Flasche tüchtig damit durcheinander unb läßt sie bann im Dunkeln stehen, bis sich der Inhalt durch das Pulver geklärt hat. Dieses setzt sich nach unb nach zu Boden, so daß bas Del rein abgegossen werden kann.

Das Klopfen der Teppiche muß auch sachgemäß aus« geführt werden. Man bearbeitet den über die Teppich­stange geschlagenen Teppich zunächst von der linken Seite mit dem Ausklopfer (nicht aber von rechts, well bann viel Schmutz in das Gewebe hineingetrieben mirb) und nimmt dabei den gröbsten Schmutz ab. Erst bann ist auch die Vorderseite sanft zu klopfen unb behutsam ab­zubürsten.

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Dringt rasch in die Haut ein 1111

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Letzte Stunde.

Von Elisabeth Korth.

Die ganze Nacht hatte klein Ilse geschrien, und die ganze Nacht halte Frau Dora bei ihrem Kinbe gewacht. Nun war es eingeschlafen. Wie bleich unb schmal es aussah! Unb wie tief die Augen lagen! Die Mutter «einte auf. Ihr Kind, ihr einziges Kind! Mit schluch­zender Stimme bat sie Gott um Erbarmen.

Nach einiger Zeit kam der Arzt. Als er das Kind fab, machte er eine ernste Miene. Frau Dora blickte angstvoll zu ihm auf unb verfolgte jede feiner Bewe- gungen. Er fragte, ob das Kind die Augen geöffnet batte. Die Mutter verneinte es. Dann betastete er bos Köpfchen, unb nun schlug das Kind die Lider auf. Srau Dora zuckte zusammen und schrie leise auf. Die Augen, in bie sie plötzlich sah! So weit, so groß, so durchdringend, fo scharf! Als ob sie Ins innerste Herz forschten! So blickt kein Kind, so blickt der Tod! Ein fremdes, kaltes Gefühl schlich sich in Doras Seele. Es ®Qr ihr, als sei das Kind weit von ihr abgerückt und rucke immer weiter. Nachstürzen hätte sie ihm mögen, die Augen mit ihrem Todesernst, die bannten sie smiI,ren Platz, bie wehrten ihr in stummer Sprache: n* 's."6 20611f1 lucht mehr deine Well." Sie bäumte tlei?<T9e auf Nein, es war Ihr Kind, ihre liebe, men* «m1 Sie ba$le ben Namen und zuckte zufam- Ase? Gehörte der Name noch zu dem Kinde? e. ® Nicht, als sei es namenlos, als habe es schon Nom» in einer andern Welt, wo kein irdischer l Wie? schrie es in ihrem Innern, du bist und läßt dir dein Kind entgleiten?

9fnf °Lts weiter Ferne hörte sie bie Stimme bes ffinn. \ <£etne Menschenhilfe mehr möglich, Gott allein rönne helfen, könne trösten.

fn6 m?!ten?. Das Wort durchfuhr sie. Gott, Gott, h-rt,rnein Klnd! Damit sank sie vor dem Bett nie- ' Ehrend ber Arzt leise zu ber Tür schritt.

Sekunden vergingen, Minuten vergingen in tiefem Schweigen. Unhörbar rang ber Atem bes Kinbes mit dem Tode. Frau Dora wagte nicht, es anzusehen: diese Augen konnte sie nicht ertragen. Und doch war es ihr Kind, ihr liebes Kind, das da um bie letzten Atem­züge rang!

Da schlich es sich wieder heran und raunte ihr zu: Das Kind ist nicht mehr dein! Kennt es dich noch? Schau es einmal an! Sie wollte nicht, und doch sie mutzte! Mußte, um sich ihr Kind wieberzugewin- nen! Ein Lächeln nur, bann würde sie wissen: bas Kinb ist mein!

Zaghaft erhob sie sich. Zitternd neigte sie sich über das Bettchen. Einen scheuen Blick warf sie hinein. Ent- setzt aber taumelte sie zurück. Zwei Augen hatten sie angeschaut, hoheitsooll, abweisend, mit ber Majestät bes Weltgerichts! Kein Lächeln um den herben ver- schlossenen Mund.Was willst du von mir? so sprachen diese Augen,uns scheidet eine Weihe, die du nicht kennst!"

Eine Stunde verging, eine Stunde qualvollen Ban­gens. Keinen Blick warf Dora auf das Kind. Kaum merkte sie, daß ihr Gatte eingetreten war.

Ich möchte fast glauben, es geht besser, hörte sie ihn sagen.

Eine Hoffnung durchfuhr sie. Wenn sie es noch ein­mal versuchte, ihrem Kind ins Auge zu sehn! Wie­der beugte sie sich über bas Bettchen. Ein freubiger Schreck durchzuckte sie. Die Augen hatten ihre Starre verloren. Sie blickten weich unb sanft. Ein Kindes- blick.

Nun sah bas Kind bie Mutter. Es rührte leicht die Arme, und wie ein Lächeln flog es über das bleiche Gesicht. Dann zuckte es zusammen und lag still. Die Augen schlossen sich.

Ein Engel des Herrn schwebte durch den Raum und trug eine Seele zu ihrem Herrn und Schöpfer empor.

Frau Dora stand mit gefalteten Händen. Sie schwieg.

Tränen flössen wie ein leiser Quell aus ihren Augen. Doch es war nichts Schmerzvolles dabei. Sie wußte, daß es ihr Kind bleiben würde auf ewig. Der Tod, fo klang es in Ihrer Seele, o nein, der Tod, er ist nicht hart. Er erfüllt eine letzte Bitte. Unb welches Kinb sollte da nicht bitten um ein letztes Lächeln für sein Mütterlein?

Was Frauen interessiert.

Ein paar Anmerkungen aus aller Dell.

Don Otto B u r g e l, Düsseldorf.

Mit dem Frauenwahl-Recht ist es in Afrika noch recht schlecht bestellt. Nur in der britischen Kolonie Südafrika dürfen die Frauen wählen, soweit sie in Wahllisten einge­tragen finb.

*

Dafür wird bet ben primitiven Völkern in Mittel­afrika, besonders aber am Kongo, noch eifrig mit Frauen gehandelt, die dort als das zur Arbeit a «besten brauch­bare Geschöpf angesehen werden. Nun ist in letzter Zeit auf demFrauenmarkt ein erheblicher Preissturz einge­treten. Wenn früher die Währung fünf Stück Rindvieh gleich einer Frau stand, so müssen heute nur drei Rinder für eine Frau bezahlt werden. Nur sehr langsam gelingt es den Missionaren, mit diesen unwürdigen Zuständen aufzuräumen.

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In Berlin hat eine arbeitslose Frau einen neuen Be­ruf gefunden, die Fleckenreinigerin. Sie erscheint wö­chentlich ober alle vierzehn Tage mit einer tragbaren Hausapotheke unb entfernt nun für wenige Pfennige alle möglichen Flecke, die den Hausfrauen das Leben sauer machen. Der Berus soll ganz einträglich sein, da die Frau, die ihn ausübt, sehr geschickt und erfahren ist.

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Die Maharani von Jaipur, eine ber reichsten «bi­

schen Fürstinnen, hat zu ihrer persönlichen Bedienung über 50 Dienerinnen unb ebensoviel Kammerdiener.

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Der Hauptproduzent für Wolle unter den Erdteilen ist Australien mit 453 Millionen Kilogramm jährlich von 126 Millionen Schafen. Es folgt Europa mit 400 Millio­nen Kilogramm, die von 252 Millionen Schafen erzeugt werden. Das australische Schaf bringt also bedeutend mehr Wolle. Amerika produziert insgesamt 391 Millio­nen Kilogramm Wolle und zwar Nordamerika 158 Mil­lionen Kilogramm, Südamerika 233 Millionen Kilo­gramm. Afrika bringt 150 Millionen Kilogramm Wolle auf ben Markt und zum Schluß folgt Asien mit 76 Mil­lionen Kilogramm, wobei allerdings Rußland nicht dazu gezählt ist, dessen Wollprodukiton in Europa mitberech- net wurde.

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In ben Vereinigten Staaten von Nordamerika werden alljährlich 750 Millionen Dollar für Schönheitsmittel aller Art ausgegeben. Die Amerikanerinnen verbrauch-n in einem Jahre nicht weniger als 4 Millionen Pfuno Schminke.

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Frauen sind nach den neuesten Feststellungen der ärztlichen Wissenschaft erheblich widerstandsfähiger gegen bie Einwirkungen ber Hitze wie Männer. Aus hundert Hitzschläge ober Ohnmächten infolge der Hitze bei Män­nern kommen nur 67 bei Frauen.

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In Alsandjak bei Smyrna in Kleinasien wurde jüngst von der Polizei eine junge Frau aufgegriffen, bie neun Jahre in einer hohlen Eiche als Einsiedlerin gelebt hatte. Sie nährte sich von Waldbeeren unb Eicheln. Als Grund ihres absonderlichen Lebens gab sie an, sie habe die Ge­meinschaft der Menschen gescheut, weil man ihren Mann als politischen Verbrecher ins Gefängnis geworfen hab«.