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FuldaerZertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Nr. irs

(Srfdjeint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt tm Bild" und .Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: feitung 3153 Fuldaer Actiendruckerel 3151 und 3152. ::

Donnerstag, 4. August 1932.

Monatlich 1.65 einfchließl. Postgebühr <48 Pfg.> ohne .tzuftellg Anzeigen-Preife: Kleinzeile \(£ol.) lokal 0.15 RM., auswärts 0.20 RM. Reklamezeile: lokal 0.60 RM., auswärts 0.80 RM Bei Wiederholungen Rabatt. Postschecks Frankfurt a M 4051

Mtg. 59.

Das ist bei der früheren Preußen-Regierung nicht vorgekommen!

Terrorismus wütet weiter. Da kann sich die Wirtschaft nicht erholen. Am Deutschlands Ansehen als Kultur-Ration.

Eine sehr ernste Frage.

Der Presse-Dienst der Deutschen Zentrums- parter schreibt:

Der Reichskanzler mit dem größten Teile der Minister begaben sich in Urlaub. Damit ruht vorläufig die Innenpolitik. Nach der Ansicht wer­tester politischer Kreise wäre aber gerade jetzt angesichts der Terrorakte im ganzen Reiche die Anwesenheit des gesamten Reichskabinetts dringend notwendig, so sehr wir den Ministern eine Aus­spannung gönnen. Doch, was sich jetzt vor den Augen der Reichsregierung, vor den Augen auch des Reichskommifsars in Preußen abspielt, be­deutet die allerschwerste Erschütterung des Staats­gefüges, der Beginn der Zerstörung jeder Autorität.

Selbstverständlich", sagte int Ueberwachungs- ausschuß der Wehrmmister, werde rücksichtslos ge­gen Verbände eingeschritten, also auch gegen Nationalsozialisten, wenn sie sich gesetz­liche Funktionen anmaßen. Das ist aber in O l - den bürg durch den nationalsozialistischen Mini­sterpräsidenten R ö v e r geschehen, der einige Hun­dert SA.-Leute in die staatliche Polizei einstellte. Man hat eine Erklärung von Seiten der Reichs- regierung gefordert. Das war bis jetzt alles. Ein Gleiches plant der Nationalsozialist Klagges m Braunschweig. Er will nur noch abwarten, wie sich die Reichsregierung gegenüber Oldenburg ver­halten wird.

Warum zögert die Reichsregierung noch? Sie war doch aus ganz nichtigen Gründen, nur weil es von den Tolerierungsparteien ge­fordert worden war, sofort mit der Reich s- exekution in Preußen bei der Hand. Man wollte angeblich p am wirksamsten den Blut­opfern ein Ende machen, jeden Terror unter­drücken. Nun blicke man aber nach Königsberg, Marrenburg, Liegnitz, Goldberg, Köln. Alles das spielte sich unter den Augen dieses Reichskommis­sars zur Bekämpfung der Kommunisten ab, ohne daß bis jetzt etwas gegen die Attentäter, die aber N atronalsozialisten sind, von der vorläu­figen Preußenregierung unternommen worden wäre. Die Ereignisse in diesen Städten waren von den nationalsozialistischen Führern schon längst ange­kündigt. Man erinnere sich an die blutrünstige Rede des nationalsozialistischen oldenburgischen Mi­nisterpräsidenten R ö v e r, an die Drohungen mit demHängensKöpfe rollen lassen"nicht mit dem Knüppel, sondern mit dem Revolver" wird der Nationalsozialismus seine Gegner nieder­ringen.

Das sind hie wahren Schuldigen, wenn sie auch sofort wieder in der bekannten Art von den armen, irregeleiteten und verhetzten Menschen, die sie auf die Straße trieben und zu diesen Atten­taten anfeuerten, abrücken wollen. Man lese nur dre nationalsozialistische Presse, dann kann es einer sich für das gesamte Volk verantwortlich fühlenden Regierung wahrhaftig ntchl mehr schwer fallen, die wirklich Verantwortlichen rücksichtslos und m vollem Umfang für ihr Verbrechen sühnen zu

Die Nationalsozialisten haben seiner Zeit auch das Boxheimer Dokument dementiert. Jn Königsberg wurde nach diesem Dokument von den Nationalsozialisten gehandelt. Der blutige Ter­ror wachst weiter. Wann aber wird durch- und eMgegrifsen?

Nationalsozialistisches..Vanzerauko".

,mtb- Kassel, 3. Aug. (Eig. Meld.) Die Polizei nahm gestern abend in Hofgeismar bei Än- gc^irigen rechtsradikaler Gruppen Durchsuchungen nach Waffen vor, weil dort ein komplet­ter Panzerwagen sowie Mascbinen- g e w e h r e versteckt fein sollten. Tatsächlich t»urbe derPanzerwagen gefunben. (!) (Fs handelt sich um einen mit 5 Millimeter dickem Stahlblech beschlagenen und mit Schieß- löchern und gefechtsmäßiger Ausrü­stung versehenen Kraft wagen, der von der -Schutzpolizei sichergestellt wurde. Maschinen­gewehre ober onbere Waffen konnten bisher nicht gefunden werden.

Zu der Angelegenheit teilt bie Pressestelle der egterung mit, daß am Dienstag mittag in dem ehost des Landwirts Holt in Hofgeismar auf ^noröming des Landrates eine polizeiliche Durch­lochung stattfand. Hierbei wurde ein Lastkraftwa- qen beschlagnahmt, der nach Angabe der Beteilig- le b " ung der Kreisleitung

m f1 den letzten Nächten

Millimeter starkem Schmiede- Lv .^/panzert worden ist. Die Pan- hnJJTV atI<m Seiten durchgeführt und nur und auf beiden Flanken durch ei- S unterbrochen Der Führer der örtlichen uncf»txI°EmQt'orL erf(örte, daß der Wagen zum ~ransp°rt von S. A.-Angehörigen oorhn^V e* ®e Durchsuchung nach angeblich den snenen weiteren Waffen sind erfolglos aeblle- börioen tt,urt)e bei einem herbeigeeilten Ange- Pernebw Cr ® ene Pistole beschlagnahmt. Die enbQü£n9n-b£,r beteiligten dauert noch an. Die eines ®niftf)eibung über bie Durchführung Gerüchte " ist Sache der orbentlichen

r p h? 5^k'^"ung ber N.S.D.A.P. stellt inAb- opi batz sie Anorbnungen ber erwähnten Art Kk" b«be. Der betreffende Pg. habe selb- 1 anöln gehandelt.

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'Ort*,1;!* 6 ibrücken meldet der offiziöse

chten-DiPnst: Am Montag nachmittag stie­

ßen Nationalsozialisten, bie auf einem Lastkraft­wagen burd) bie Hauptstraße fuhren, mit Passan­ten zusammen. Die Nationalsozialisten stürzten sich mit Knüppeln und Spaten auf ihreGegnerunb warfen auch mit Pfla­stersteinen. Der Arbeiter Lindhelm aus Zweibrük- ken, Vater von zehn Kindern, wurde dabei töd­lich getroffen. Mehrere andere Personen mußten mit schweren Verletzungen ins Zweibrücker Krankenhaus eingeliefert werden. Sechs S. A.- Leute wurden verhaftet.

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Aus Mannheim meldet der offiziöse Nach- lichtsn-Dienst: Die Ludwigshafener Bereit- fchaft.spolizei hat auf Veranlassung der Regierung der Pfalz in Freinsheim bei Bad Dürkheim unge­fähr 200 dort versammelte S.A. - un d S. S. - L e u t e aus Oppau und Ludwigshafen fe ft genommen. Bei einer großen Anzahl der Verhafteten fand man Waffen, Totschläger und andere durch bie Notverordnung verbotene Gegen­stände. Soweit bie Verhafteten sich strafbar ge­macht haben, finb sie in Haft behalten worben unb werben bem Gericht zugeführt werben. Die Er­mittlungen der politischen Polizei haben weiter Veranlassung gegeben, 13 führenbe Natio­nalsozialisten aus Ludwigshafen, darunter die Führer der SA., SS. und des Motorsturms am Dienstagnachmittag zu verhaften. Die Verhafteten haben z. T. angegeben, sie wollten bet einer etwaigen Bedrohung ihrer Parteigenossen diese schützen. In diesem Zusammenhang wird festgestellt, daß bereits in der vergangenen Woche Ludwigshafener nationalsozialistische Führer der Polizei mitgeteilt haben, sie hätten i h r e Frauen und Kinder aus Ludwigsha­fen abtransportiert, weil die Eiserne Front am Wahltag Terrorakte ausüben wolle und mit Maschinengewehren bewaffnet fei. Die sofort an- gestellten Untersuchungen der Polizei haben die völlige Haltlosigkeit dieser Beschuldigungen erge­ben.

Verurteilung von Unlionnlsozinlislen.

Sie hakten Reichswehrangehörige für Kommunisten gehalten.

wtb. Konstanz, 3. Aug. (Eig. Meld.) Das Schöffengericht verurteilte einen nationalsozialisti­schen Führer wegen Landfriedensbruch zu 6 Monaten Gefängnis, einen anderen Nationalsozialisten zu 3'/- Monaten und zwei zu je 3 Monaten. 6 Angeklagte wurden wegen Man- gels an Beweisen freigesprochen.

Ein SA.Mann, der sich int Zuschauerraum be­fand, wurde während ber Verhanblung verhaftet, da sich herausstellte, daß er einen Schlagring bei sich führte.

Die 10 Angeklagten waren zusammen mit etwa 20 SA.-Leuten in der Nacht nach ber Reichstags­wahl mit 4 Reichswehrangehörigen, von benen sich einer im Dunkel befand, aneinanberge« raten, in bem Glauben, sie hätten K o m m u n i« sten vor sich. (!!)

Revolveranschlag auf einen ostpreußischen Gemeindevorsteher.

wtb. Königsberg, 3. Aug. (Eig. Melb.) Auf den Gemeinbevorsteher von Norgau, Galkowski, ber Mitglied ber SPD. i st, wurde gestern Nacht ein Revolveranschlag verübt. Gallowski ist von zwei Schüßen in den Kopf getroffen worben unb liegt hoffnungslos barnieber. Bor feinem Haufe fanben sich gegen 11 Uhr zwei bisher unbe­kannte Männer ein, bie ihn unter bem Vorwanb, baß es brenne, ans Fenster lockten. Als Gallowski mit feiner Frau unb feinem Kinde zum Fenster trat, gaben bie Männer bie beiben Schüsse ab.

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Wie von amtlicher Stelle verlautet, hat der Regie­rungspräsident in Schleswig für die Aufklärung der in der Nacht zum 1. August in mehreren Orten Schles­wig-Holsteins gegen Wohnungen von Angehörigen der Linksparteien sowie gegen kommunistische Parteibüros verübte Handgranatenanschläge eine Belohnung von 3000 RM. in Aussicht gestellt.

Vor dem Schnellrichter in Königsberg stand der Student Fritz Stent, dem zur Last gelegt wurde, einen Einbruch in das Waffengeschäft von Anhut verübt und dabei drei Pistolen gestohlen zp haben. Der Student wurde verhaftet und in seinem Besitz die drei Waffen ge­funden. Das Gericht verurteilte ihn wegen E i n- bruchsdiebstahls zu sechs Monaten Ge- f ä n g n i s.

Vor dem Königsberger Schnellgericht standen weiter ein gewisser Otto Schulz und Helmut Radtke, die sich wegen verbotenen Waffenbesitzes zu ver­antworten hatten; sie wurden zu fünf Tagen bezw. zwei Wochen drei Tagen Gefängnis verurteilt. Die beschlag­nahmten Hieb- und Schußwaffen wurden eingezogen.

Aus dem Königsberger Straßenbtld find die sonst so zahlreichen SA-Uniformen ver- ch w u n d e n. Auch Parteiabzeichen werden nicht mehr sichtbar getragen.

fflorÖcnWaa auf Reichsbanneriührer.

enb. Tilsit, (Eig. Melb.) Vor dem Hause des Reichsbannerführers Raschkowski in Sziklen er­schien heute gegen 3 Uhr früh ein mit 4 ober 5 Personen besetztes Auto, bie nach der Siebel- wohming Raschkowskts hinaufriefen:Wohnt hier Raschkowski?" Als dessen Ehefrau am Fenster erschien, sagte man ihr, sie möge ihren Mann rufen, ba ihn ber Reichsbannerführer in Tilsit dringend sprechen wolle. Raschkowski erschien da­

rauf am Fenster, sah jedoch sofort, daß einer der Leute nach der Pistole griff. Er sprang zurück. Im selben Augenblick wurden acht Schüsse gegen das "Fenster abgegeben. Verletzt wurde niemand, doch gingen die Kugeln handbreit an den Köpfen des Ehepaares vorbet. Die Zimmerdecke wurde durch die Geschosse stark beschädigt. Die Ermitt­lungen sind im Gange.

Sprengstoffanschlag auf die Kieler Synagoge.

wtb. Siel, 3. Aug. (Eig. Meld.) Auf die hiesige Synagoge wurde in der vergangenen Nacht von unbe­kannten Täter ein Sprengstoffanschlag verübt. Beschä­digt wurde ein Teil der Außenwand in Ouadratmeter- Größe, eine innere Plattenwand und einige kleine But­zenscheiben. Ferner wurden durch umherfliegende Stein­stücke in dem gegenüberliegenden Elektrizitätswerk meh­rere Fensterscheiben zertrümmert.

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wtb. Leipzig, 3. Aug. (Eig. Meld.) Auf meh­rere vor bem Zwenkauer Volkshause stehenbe Per­sonen würben in ber vergangenen Nacht von ei­nem vorüberfahrenben Kraftwagen aus 6 Schüsse abgegeben. Ein lOjähriger lunger Mann erhielt einen Schuß in den Fuß. Die Täter finb unerkannt entkommen.

wtb. Augsburg, 3. Aug. (Eig. Melb.) Ein unaufgeklärter Feuerüberfall würbe hier in ber vergangenen Nacht auf bie Wohnung bes kom­munistischen Ehepaares Goß verübt. Gegen 2 Uhr würben burd) die Fenster bes Schlafzimmers drei Schüsse abgegeben. Frau Goß erlitt so schwere Arm- unb Halsverletzungen, baß sie ins Krankenhaus gebracht werben mußte. Die Täter sind unerkannt entkommen.

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ENB. München, 3. Aug. (Eig. Melb.) Nach einer Melbung besVölkischen Beobachters" fuhr in der Nacht zum Montag eine Gruppe von Kom­munisten in einem Kraftwagen am Braunen Haus in Kaiserslautern vorbei unb gab auf bas Gebäude mehrere Schüsse ab. Personen sollen, wie es wei­ter heißt, dabei nicht zu Schaden gekommen sein. Die Nationalsozialisten hätten 6 K o m - munisten fest genommen unb der Polizei übergeben.

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wtb. Berlin, 3. 8. (Eig. Meld.) Im Norden der Stadt wurden nachts etwa 15 Nattonalsvzia- .llsten von Kommunisten beschossen, wobei ein Na­tionalsozialist durch Kopfschuß getötet wurde.

Neuer lleberfall in Memmingen.

wtb. Memmingen, 3. 8. (Eig. Meld.) Don bisher noch nicht bekannten Tätern ist in der letzten Nacht ein Ueb erfüll auf einen gewissen Johann Degenhardt verübt worden. Degenhardt wurde durch Messerstiche schwer verletzt und dann bis zur Besinnungslosigkeit geschlagen. Man glaubt, daß es sich hier wiederum um einen politischen lleberfall handelt. Degenhardt gibt an, parteilos zu sein.

Die nakionalsozialistische Hilfspolizei in Oldenburg.

ENB. Berlin, 3. Aug. (Eig. Meld.) Wie wir erfahren, ist bisher auf bie Anfrage bes Reichs- innenministers bei ber olbenburgifchen Regierung über bie Einstellung von Nationalsozialisten als Hilfspolizisten noch kein Befcheib aus Oldenburg eingetroffen.

Landtag wahrscheinlich Ende August.

VDZ. Berlin. 3. Aug. (Eig. Melb.) Der Ael- teftenrat bes Preußischen ßanbtags, ber heute abenb zusammentritt, soll bem Lanbtaaspräsiben- ten Serri die Möglichkeit geben, bie Wünsche ber Parteien für ben Termin ber Wiebereinberufung bes ßanbtags kennen zu lernen. Man muß bamit rechnen, baß n o ch einige Wochen verge- b e n, bis man sich auf einen Ministerpräfibenten geeinigt hat, baß also ber Preußische ßanbtaa erst Ende August gleichzeitig mit bem neuen Reichs­tag Zusammentritt. Ein früherer Termin würbe evtl, in Frage kommen, wenn eine Mehrheit von Parteien vorder noch eine politiscke Aussprache über bie Bestellung bes Reichskommifsars unb feine bisherige Tätigkeit verlangen sollte. Eine Vorent­scheidung dieser Fraae erwartet man "0N der noch nor dem Aeltestenrat nachmittags ftattfinbenben Jsiaktionssitzung ber Sozialbemokraten im Land­tag.

Araktiönszusammenschlüsse?

DieGermania" beschäftigt sich mit der Frage, wie bie 21 Abgeordneten ber Mittelparteien zwi­schen Deutschnationalen unb Sozialdemokraten sich nach bem Zusammentritt bes Reichstags gruppie­ren werben, um in ben Ausschüssen vertreten zu fein. Sie weiß von einer Anregung zu berichten bie ber staatsparteiliche Abgeordnete Semmer zur Gründung einerFraktion ber Mitte" gegeben habe. Die volksparteilichen Abgeordneten ständen diesem Gedanken jedoch vorläufig noch abwartend gegenüber, man rechne in parlamentarischen Krei­en auch mit der Möglichkeit, daß die volkspartei­lichen Abgeordneten sich der d e u t s ch n a t i o n a - l e n Fraktion als Hospitanten anschlössen.

DieVoss. Ztg." weiß von Erörterungen zu be­richten, die zw i s ch e n Z e n t r u m u n d Baye­rischer Volkspartei gepflogen würden, um einen engeren Fraktionszusammen- chluß ber beiben Parteien zu erreichen. Diese Fraktion wäre die brittftärtfte Gruppe tm neuen Reichstag.

Der neue ReichkagsprSsident?

Der nationalsozialistische Abgeordnete Franz Stöhr,

bereits im letzten Reichstag dritter Vizepräsident, wird von ben Nationalsozialisten, ber jetzt größten Fraktion, als künftiger Reichstagspräfident vorge- fchlagen.

Zum Tode Dr. Seipels.

An ber Beeidigung Dr. Seipels, die in einem Ehrengrab in Wien am Freitag erfolgt, wird als Vertreter ber Deutschen Zentrumspar- tei Reichsminister a. D. Dr. Wirth tellnehrnen.

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Reichspräsident v. Hindenburg hat dem öster­reichischen Bundespräsidenten anläßlich des Hin», scheidens des Altbundeskanzlers Dr. Seipel tele­graphisch sein Beileid zum Ausdruck gebracht.

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Der deutsche Reichskanzler hat an den österrei­chischen Bundeskanzler Dollfuß folgendes Tele­gramm gerichtet:Tief bewegt von ber Nachricht über bas Hinfcheiden bes Herrn Altbunbeskanzkers Dr. Seipel, in bem Oesterreich einen seiner hervor- ragenbften Staatsmänner verliert, bitte ich Ew. Erzellenz mein und ber Reichsregierung aufrichti­ges Beileib entgegenzunehmen." Desgleichen hat ber Reichsaußenminister bem österreichischen Bun- beskanzler sein Beileib in einem Telegramm über­mittelt.

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Die kehlen Slunben Dr. Seipels.

Am 4. Juli war Dr. Seipel nach Pernitz in das bortige Privatsanatorium für Lungen­kranke übergefiebelt, um Erholung unb Kräfti­gung zu suchen. Nachdem in ben ersten Tagen des dortigen Aufenthaltes an ihm eine Gewichts­zunahme zu verzeichnen war, trat jedoch in ber letzten Woche mieber ein Schwächezustand mit Un­tertemperaturen ein. Seit Sonntag waren die Krankheitserfcheinungen, namentlich die schwere Atemnot, nicht ohne Folgen auf bie Herztätigkeit. In ber Nacht zum Dienstag war ber Kräfteverfall bereits derart, daß mit bem Ableben stündlich zu rechnen war. Kurz nach Mitternacht trat Agonie ein und um 7.30 Uhr früh stellte ber am Kranken­lager weilenbe Arzt den eingetretenen Tod fest.

Arn Montag weilte noch ber Generalsekretär ber Christlich-Sozialen Bunbesleitung am Kran­kenlager. Bei bem Besuch zeigte es sich, baß Dr. Seipel bis in die letzten Stunden bei vollkommen geistiger Frffche war, sich für alle politischen Ereig­nisse im In- und Auslände in höchstem Maße in­teressierte und sich auch über feinen Zustand völlig im Klaren war-

Bolivien mobilisiert.

wtb. La Vaz> 3. Aug. (Eig. Meld.) Der Kriegsminister hat die Einziehung aller waffen­fähigen jungen Männer zwischen 22 und 29 Jah­ren befohlen.

Chile bleibk neutral.

wtb. Santiago de Chile, 3. Aug. (Eig. Meld.)' Präsident Davila hat nochmals den Versuch ge­macht, zwischen Bolivien und Paraguay zu ver­mitteln- Der Präsident versicherte ausdrücklich, daß Chile in jedem Fall neutral bleiben werde. ____________

* Weniger weibliche Abgeordnete im neuen i Reichstag. Trotz der Zunahme der Zahl der Reichtagsabgeorbneten ist im neuen Reichstag ein weiterer Rückgang der Frauenmandate zu verzeichnen. Das ist in der Haupffache darauf zurückzuführen, daß die stärkste Partei, die NSDAP., überhaupt keine Frauen kandidieren läßt. Während ber alte Reichs­tag 39 weibliche Abgeordnete zählte, wird es im neuen Reichstag nur noch 36 geben. Die meisten hat bie sozialdemokratische Fraktion, näm­lich 15, dann folgen bie Kommunisten mit 10, das Zentrum mit 6, die Deutschnationalen mit 3 unb die Deutsche Volkspartei und die Bayerische Volkspartei mit je einer weiblichen Abgeordne­ten. __________

wtb. Washington. 3. Aug. (Eig. Meldg.). Dio Vereinigten Staaten haben die Einladung zur Weltwirtschaftskonferenz angenommen.