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Nr. 175

Beilage zur Fuldaer Zeitung

AL. Juli.

Elfter Sonntag nach Pfingsten.

Emgangslied (Ps. 67,6—7 und 36).

Sott rst an seiner heiligen Stätte. Sott, der die Gleichgesinnten im Hause vereint, gibt Kraft und Stärke seinem Volke (Ps. ebd. 2). Sott, steh auf, und die Feinde stieben Ration; es fliehen, die chn hassen, vor seinem AngDicht.

Epistel (1. Kor. 15,1-10).

Brüder! Ich mache euch das Evangelium kund, das ich euch gepredigr habe. Ihr habt es angenom­men und verharret m ihm. In ihm findet ihr das Heil, wenn ihr es so festhaltet, wie ich es euch gepredigt habe. Wenn anders, hättet ihr vergebens den Stauben angenommen. Vor allem habe ich euch darüber belehrt, tote auch ich belehrt worden bin, daß Christus für unsere Sünden gestorben ist, tote geschrieben steht; daß er begraben wurde, daß er am dritten Tage, der Schrift gemäß, wieder auferstand, daß er dem Petrus erschien, und danach den Elfen. Hierauf erschien er mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal; von ihnen leben noch viele bis auf den heutigen Tag, einige aber sind entschlafen. Hernach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln zugleich. Zuletzt von allen erschien er auch mir, einer Fehlgeburt; denn ich bin der Geringste unter den Aposteln und nicht würdig, Apostel zu heißen^ weil ich die Kirche Gottes verfolgt habe. Aber durch die Suade Gottes bin ich, was ich bin, und feine Gnade ist in mir nicht vergeblich gewesen.

Evangelinm (Mark. 7,31—37).

Das Wunder an dem Taubstummen.

Der Taubstumme.

DÄrachtupg zum Sonntagsevnngelmm.

Nicht reden Und hären können wie der Taub­stumme tm heutigen Evangelium, das ist ein schweres Los. Und dach ist dieses körperliche Taubstummsein nicht so schwerwiegend wie die geistige Taubstummheit.

Was ist das?

Um Sattes Wort verstehen zu können, brau­chen wir jene feine Empfänglichkeit, die etwas Aehnliches für die Seele ist toi'e das Ohr für den Leib. Dieses Seöffnetsein für das Göttliche, dieser geheime Spürsinn der Seele ist letzten Endes Gnade und darum nicht näher zu erklären.

Aber es ist gewiß, daß es Menschen gibt, die ihn nicht besitzen oder doch nicht zu besitzen schei­nen. Warum? Das weiß Sott allein. Wir Menschen sind allzu leicht bereit, hier von Schuld zu reden, wo es sich schließlich doch um Dinge und Saben handelt, die Sott allein zu vergeben hat. Wir wollen also keinesfalls xichran über diese Menschen, die gewissermaßen geistig taubstumm sind, darum aber Kinder Sottes und unsere Brüder bleiben. Vielleicht kennen wir solch geistig Taubstumme, haben sie schließlich in der eigenen Familie oder in der nächsten Umgebung, Men­schen, an denen Hopfen und Malz verloren ist, tote man zu sagen pflegt, die auf kein gutes und noch weniger auf ein böses Wort hören,, die ver­stockt, verhärtet, verloren scheinen, die der Kum­mer und Schandfleck der Eltern sind und allen zum Aergernis dienen.

Mit solchen Menschen umgehen ist schwer. Wir sind gar zu -leicht bereit, innerlich erbittert auf ste zu fein. Wir glauben pin Recht darauf zu haben, ihr Tun und Leben zu verurteilen, wir sagen ihnen das vielleicht mit harten Worten und glaiuben, dabet im Recht zu sein, merken aber

meistens gar nicht, wie sehr wir bei solcher Hand­lungsweise dem Pharisäer ähneln, der Sott dankte, daß er nicht war wie die anderen Menschen.

Was sollen wir aber tun?

Auch diese geistig Taubstummen als unsere Brüder in Sott achten und unsere Seele ihnen gegenüber immer zur Süte bereit machen. Das ist schwer, manchmal übermenschlich schwer, und die Kraft dazu kann uns nur aus Sott kommen,. Vielleicht hilft uns der Seb ante daran, daß diese geistige Taubstummheit eine Krankheit ist ähnlich wie das körperliche Taubstummsein, und daß der Kranke sich selbst nicht wohl fühlt dabei, weil eben kein Mensch Frieden und Ruhe finden kann außer in Sott. >

Auch m diesen Menschen lebt doch irgendwie

ein göttlicher Funke. Vielleicht wird, wie im heu­tigen Evangelium, die geistige Taubstummheit von ihnen genommen durch ein Machtwort Sat­tes: „Tu dich auf!" Vielleicht kannten wir dem Gottesspruch zur Wirkung verhelfen dadurch, daß wir in einer solchen Menschenseele den Glauben an die Liebe wach erhielten durch unsere echte und ehrliche Brüderlichkeit auch 'dem gegenüber, der von allen anderen nur Verachtung und Lieb- losigkeit empfing.

Wenn es aber nicht so kommt? Wenn das göttliche „Epheta" ausbleibt, war dann unsere ganze Liebe und Mühe nicht wertlos, vielkicht schädlich? Nein. Wir haben dann unsere Pflicht als rechte Christenmenschen getan, tote es unsere Sache ist. Alles Uebrijgei, auch das „Epheta", ist Sache Gottes.

Die Presse und der Katholik.

Ein wichtiges Handbuch zur pressesrage.

Unter den bildenden Kräften des modernen Kulturlebens ist die Presse ganz besonders bedeut­sam. Ihr politischer und kultureller Einfluß auf die Meinungsbildung der breiten Oeffentlichkeit, wie auch jedes einzelnen Lesers, ist gerade heute eindringlicher und suggestiver als der jedes anderen wirklichkeitsnahen Vildungsmittels, sei es nun Rundfunk und Film oder gar Zeitschrift und Buch. Für einen sehr hohen Prozentsatz der Zeitungs­leser ist leider in unserer so sehr „versachlichten" und schnellebigen Zeit die Tageszeitung fast die einzige Quelle politischer und kultureller Bildung geworden. Denn die Presse legt heute bewußt und mit Nachdruck Wert darauf, über den allgemei­nen Nachrichtendienst und eine bestimmte politische Meinungsäußerung hinaus auch in kulturellen und künstlerischen Fragen dem Leser in weitestem Maße zu dienen, oder besser gesagt, ihn zu beein­flussen. Darum ist auch die moderne Presse weit mehr als nur ein allgemeiner und politischer Nach­richtenapparat; sie ist aufgrund ihrer modernen Entwicklung und Ausgestaltung zu einer umfassen­den Meinungsbildnerin auch in Kultur- und Welt- anschauungsfragen geworden. Gerade deshalb ver­dient sie die besondere Beachtung aller an der Volkssrziehung Beteiligten.

Verständlich werden daher die ernsten Bestre­bungen, mit denen man sich besonders in jüngster Zeit vom katholischen Standpunkt aus um eine Klärung der Pressefrage bemüht. Denn es geht hierbei nicht nur um die sachlich- wirtschaftliche Frage der Existenz der katholischen Presse, sondern darüber hinaus ist es dringend notwendig, gerade die kulturell-weltanschauliche Sendung der katholischen Presse und ihre beson­dere seelsorgerisch-erzieherische Bedeutung heraus­zuarbeiten und sie in der Arbeit einer katholi­schen Pressebewegung fruchtbar zu ma­chen.

Von grundsätzlicher Bedeutung für diese sehr ernsthafte Erziehungsarbeit aller deutschen Katho­liken ist nun das soeben erschienene Sammelwerk „Die Presse und der Katholik", das I. W. N a u m a nn im Auftrag des „Akademi­schen Klubs für katholisches Schrifttum" und in Verbindung mit der „Katholischen Information- Wiesbaden" im Verlag Haas und Grabherr, Augsburg, herausgegeben hat. (330 Seiten, Ganz­leinen 12 Mk.)

Da die katholische Pressebewegung zuerst und zutiestt eine kulturell-weltanschauliche und dann erst eine politische, und zum Letzten erst eine mehr technische, auf die verlegerische und journalistische Praxis gerichtete Bewegung fein kann und fein muß, wird auch die weltanschauliche Pro. blematik der katholischen Presse im Vordergrund dieser Art von grundsätzlichen Aus­einandersetzungen stehen müssen. Darum erscheint mir auch als der bedeutsamste, und für alle kom­mende katholische Pressearbeit geradezu grund­legende Beitrag dieses Handbuches, der Aufsatz des bekannten katholischen Presseapostels F. Hardt O. M, 3. über „Presse und Theo- l o g i e". Nach einer grundlegenden Einführung in das Problem „Presse und Dogma" wird hier von moral- und pastoraltheologischen Gesichtspunk­ten aus eine durchaus positive Lösung aller Schwie­rigkeiten und Ausgaben der weltanschaulichen und religiösen Problematik der katholischen Presse ver­sucht. Die Schlußausführungen über „Presse und Kirchenrecht" bürften gerade für die kommende publizistische Praxis von besonderer Bedeutung sein. Eine wertvolle Ergänzung dieser grundlegen­den theologischen Ausführungen geben dann nach der kulturpolitischen und pädagogischen Seite hin Prof. Meßner-Wien und 3. W. Naumann in ihren Beiträgen „Negative Kritik art der katholischen Presse vom Standpunkt der Prefseethik" und „Die Presse und der Katholik". Der bekannte Zeitungs- wissenschastler Prof. Dovifat-Berlin umreißt dann endlich in feinem Referat über „Die katholische Presse der Gegenwart" die befonderen Aufgaben, welche der modernen katholischen Presse auf dem Gebiete des weltanschaulichn und politischen Tages- kampses harren.

Eine Mette Gruppe von Beiträgen versucht un­ter der Problemstellung „Pressekunde" eine sach­liche und praktische Einführung in Wesen und Er­scheinungsarten der Tageszeitungen und des Nach­richtendienstes. Diese Ausführungen, die in man­chen Beiträgen sehr stark auf die Erfahrungen der täglichen Praxis gestützt find, können vor allem den an der Zeitungspraxis und Mitarbeit intereffierten Lesern sehr wertvolle praktische Richtlinien und Aufschlüsse vermitteln. Von besonderem Allgemein­interesse ist dann weiterhin der Aufsatz von Dr. Kapsinger über „Die Struktur der katholischen Presse" und der kulturgeschichtlich hochinteressante

Neue Aufgaben in der Arbeit am kathol. Kind

Kindergruppenarbeft ist ein Erfordernis der Stunde. Sie muß geleistet werden:

1. dort, wo Kinder unter der Freizeit relativ stark leiden;

2. wo die ordentliche Seelsorge an die Seele der Kinder ungenügend herankomml;

3. wo die Kinder, sagen wir künftig besser, un­sere Buben und Bkädel, selbst nach Gruppen- bildnng drängen oder in Gefahr sind, von „neutraler" oder a. und antireligiöser Seite aus geworben zu werden.

3n einer christlich und katholisch durchgeform­ten Zeit mag die Kirche das gesellige und gesell­schaftliche Leben — man denke an das Mittelalter mit seinen Zünften, seinen Gilden, mit seinen bürgerlichen Festen und Gebräuchen — den Laien selbst überlassen. 3n der derzeitigen neuen päda­gogischen Situation, gekennzeichnet durch Industria­lisierung, Verstaatlichung, Vermassung und Ver­weltlichung, hat die Kirche wieder die Aufgabe, sich mitten in die Welt zu stellen, eine gewisse Führung auch in den Sach- und Kultur­gebieten zu übernehmen und die noch unverbilde­ten jungen Menschen mit katholischer Sicht und ka­tholischer Haltung zu erfüllen, nicht nur, weil bei einer gewissen Kulturhöhe auch das Gnadenwirken leichter Zugang findet, noch viel mehr deshalb, weil der Christ eben in allen Lebensgebieten als Christ sich bewähren und des in ihm lebenden und wir­kenden Christus stets würdig erweisen soll. Dar­aus ergibt sich die Berechtigung, ja Notwendigkeit, daß die Seelsorge zu der eigentlichen sakralen Auf­gabe heute auch noch die indifferenten Gebiete des Kreatürlichen und Natürlichen miteinbezieht. Nicht Angst um Nachwuchs, Machtstreben und Egois­mus, tote es bei oberflächlicher Betrachtung schei­nen mag, sondern tiefes Verantwortungsbewußtsein und mütterliche Fürsorge für die ihr durch die Taufe eingegliederten und auf die Seele gebunde­nen Kinder, die in außerordentlichen Zeitverhält­

nisfen außerordentliche Hilfe und Wegweisunq ge­brauchen, veranlaßt die Kirche und die katholischen Verbände zur Uebernahme dieser neuen Aufgaben.

Eine sinnvolle aufgebaute und durchgeführte katholische Kindergruppenarbeit kann eben in be­sonders nachhaltiger Weise anknüpfend an eine noch vorhandene Empfangsbereitschaft nach der Erftbeicht und Frühkommunion, also vor dem Ein­setzen der Krisis, die Fülle und Weltosfenheit des katholischen Glaubens dem Jungen und Mädchen erfahrungs- und erlebnismäßig so vertraut werden lassen, daß diese ihren alten und ewig jungen Glauben besser in fruchtbare Begegnungen mit der neuen Zeit zu bringen wissen als ihre meist unter anderen Verhältnissen ausgewachsenen und viel­leicht selbst unsicher gewordenen Eltern.

Spiel, Turnen, Sport, Singen, Wandern kön­nen und dürfen von uns in unserer katholischen Kin­derarbeit nicht als zweckhaftes Lock- und Zugmit­tel, als Sprungbrett für die eigentliche Seelforgs- arbeit im Sakramentenempfang, in Predigt, An­dacht. Gespräch usw. angesehen werden. Neues Spielen, Singen, Wandern und Reigen werden vielmehr, als vom Herrgott in den Menschen grundgelegt, aus katho'ischer Haltung heraus, in ihrem Wertbezirk zur Geltung kommen, an der ihnen zukommenden Stelle in sich bejaht und in das Ganze des Lebens eingeordnet werden müs­sen. Aus dieser Sicht kommt allen diesen Din­gen, die manchmal gar zu oberflächlich als Aeußer- llchkeiten, als Firlefanz abgetan worden sind, auch in unserer Kinderarbeit eine große Bedeutung in sich selbst zu, in der Bildung gerader, unverboge­ner Menschen, die dem ganzen Leben geöffnet find, die alle Werte, freilich nur in dem ihnen zukom­menden Masse zu verwirklichen sich mühen und für die dann einstens Welt und Gott nicht zwiespältige, im unversöhnlichen Kampf liegende, sondern auf­einander bezogene Größen find, die der katholische Mensch zu besehen, aber auch zu unterscheiden und abzugrenzen weiß. Menschen mit solcher Schau und Einsicht werden dann viel stärker als das heu­tige Geschlecht, zum Vollalter Christi herangereift,

aus der unmittelbaren Sorge und Führung der Seelsorger entlassen werden können. Sie sind we­niger in Gefahr, sich mit einem rassigen Lebens­stil eines edlen Neuheidentums zu befreunden, weil sie ein frohes katholisches Selbstgefühl, die Hal­tung des katholischen Menschen in sich tragen.

Bom kathol. Msswuswerk in der Südsee.

Abseits vom großen Weltgeschehen liegt die gewaltige Jnselslur der Südsee, und doch gehen auch hier große Kulturwandlungen vor sich. So macht z. B. auf den Fidschiinseln, wo bis vor kurzem noch der Kannibalismus blühte, die allgemeine Bildung schnelle Fortschritte. Der Fidschiinsulaner besitzt zwar nicht die Begabung der Polynesier von Tonga und Samoa oder der Maori von Neuseeland, er ist aber doch einer geistigen Bildung fähig, die man vor 50 Jahren noch für unmöglich hielt. Der Enkel des berüchtigten Kanibalenkönigs Cakombau, der von 1835 bis 1870 regierte, bereitet sich jetzt in einem aristokratischen Kolleg von Sidney auf den Besuch der dortigen Universität vor. Der 14jährige Sohn eines un­serer Katechisten sicherte sich nach 8jährigem Unterricht bei den Maristenschwestern von Levuka bei den Staats­prüfungen unter 2000 Schülern den ersten Platz. Die Regierung bot ihm eine Freistelle in einem Kolleg und an der Universität von Neuseeland an. Aber der wackere Student verzichtete auf eine glänzende irdische Laufbahn und trat mit Zustimmung des Vaters im Februar dieses Jahres in das Kleine Seminar zu Cawaci ein: er will Priester werden.

Zwei Studenten, die diesem Seminar seit seiner Gründung vor 10 Jahren angehörten, beginnen jetzt das philosophische Studium. Damit entsteht das zweite Prie­sterseminar in Ozeanien. Aus dem ersten, das in Wallis gelegen ist, gingen bereits 20 einheimische Priester her­vor. In Samoa wird bald das dritte Seminar eröffnet. Der Apost. Delegat von Australien, Msgr. Cattaneo, plant ein großes Zentralseminar für ganz Ozeanien. In Melanesien bestehen schon vier sogenannte Kleine Se- minarien (auf Wallis, den Gilbertinseln, den Fidschiinseln und in Neukaledonien). Katholische Kanälen von Kale- doNien, die die Pariser Kolonialausstellung besuchten, versicherten nachher immer wieder ihren Landsleuten, das Schönste, was sie in Frankreich gesehen hätten, sei die Weihe eines farbigen Priesters durch den Kardinal Ver- dier gewesen.

Seitratj von 3. Krumbach über „Die aeistes» geschichtliche Entwicklung der katholischen Presse".

Die eng mit dem allgemeinen Problem der ka. thokischen Tagespresse zusammenhängenden Fra. gen über die „katholische Zeitschrift" behandeln in einem weiteren Abschnitt die außerordentlich auf. schlußreichen Beiträge von Prof. d'Ester-München „Katholische Zeitschrift und ihre Leser" und Dr. Helfrich „Das katholische Sonntagsblatt". Eine für jeden katholischen Zeitungsmann geradezu unent­behrliche „Bibliographie der katholischen Zeitun. gen" (H. Krumbach) und ebenso eine übersichtliche Statistik der katholischen Tageszeitungen Deutsch, lands beschließen das wertvolle Sammelwerk, von dem man nur wünschen kann, daß es als Handbuch und Führer der katholischen Pressebewegung in allen Schichten des katholilchen Volkes, vor allem aber in den Kreisen der katholischen Journalisten und Politiker und allen beruflich und ideenmähig an dem Schicksal der katholischen Presse 3nteres- fierten weiteste Verbreitung finden möge.

Die Fuldaer Zeitung

das Fuldaer Heimal-LIall!

Iist auch den Fuldaern, die in der

Ferne wohnen, als Bote aus der Heimat ein lieber Freund.

Sie ist_______________|

Was Bismarck sagte.

3

A i

Heute wie damals.

Bismarck Über politisierende Militärs: „Die Herren vom Militär machen mir meine Geschäfte erschrecklich schwer; sie reißen sie an sich, verderben sie. »nd mich trifft die Verantwortung.-

(Versailles, 20. 10. 1870, in einem Schreiben an feine

_________________ grau.) ________

Wer nur flüchtig die Statistiken überschaut, könnte zu dem Ergebnis kommen, in Ozeanien seien schon ge­nügend Priester vorhanden. Trifft dort ja auf 500 Katholiken und 3000 Heiden 1 Priester. Aber die Zer- splitterung und Zerstreuung festen Landes über die un­geheuere Fläche des Stillen Ozeans hin stellt die Mis» sionsbischöfe vor ein Problem, das vielleicht in Zukunst durch die Luftschiffahrt und schnellere bezw. billigere Wasserfahrzeuge gelöst wird. Gegenwärtig aber bringt es eine Zersplitterung der lebendigen Missionskräfte zum Schaden der zentralen Missionsaufgaben mit sich. Beispiel einer in Ozeanien vorkommenden Isolierung eines Missionsgebietes ist Tahiti. Zuerst stand die Insel in regelmäßiger Berbindung mit dem 9000 Kilometer entfernten Valparaiso (Chile), jetzt mit Sidney, San Francisko und Panama, die nur (!) 7—8000 Kilometer entfernt liegen. Dazu ist dem Vikariat Tahiti außer den großen gleichnamigen Inseln eine Plejade von 10 an­deren kleinen Inseln anvertraut, die auf einer Wasser­fläche von 1 Million Quadratkilometer zerstreut liegen.

Besondere Erfolge in der Missionsarbeit ernten zur Zeit die deutschen Missionare vom hlst. Herzen Jesu im Apost. Vikariat Rabaul. Nordwestlich von den großen Inseln Neubritannien und Neuirland liegen die Admiralitätsinseln. Die bedeutendste dieser Inseln ist Manus, 55 englische Meilen lang und 16 Meilen breit. Erst seit kurzem hat man sie völlig erforscht. 10 Jahre hindurch stand die 14 000 Köpfe zählende Bevölkerung dem Katholizismus ablehnend gegenüber. Nun kommen die Leute scharenweise, zum Teil unter Abfall von Prote­stantismus, aus den entlegensten Gebieten der Insel und wollen katholisch werden. Viele Eingeborene aus den Bergen kennen schon die katholischen Gebete und den Ka­techismus, in dem sie von Neubekehrten, die sich selbst zu Aposteln machten, unterrichtet worden waren. Ein armer Gelähmter hat allein eine ganze Insel der Admt- ralitätsgruppe bekehrt. Die Kirchenbauten schreiten aller- orts voran; sogar Katholikentagungen werden abgehal- ten. Auch der Süden von Neubritannien weist eine starke Konversionsbewegung auf. Die Insel ist nur zum Teil erforscht. 12—15 000 Menschen wohnen noch auf unzugänglichen Gebieten. Unter den 70 000 übrigen, die zur Hälfte auf der Gazellenhalbinsel leben, arbeiten seit jeher die Missionare vom hlst. Herzen, trafen aber dort auf eine umfassende Arbeit der Methodisten und Anglikaner, die der katholischen Mission zuoorgekommen waren. Nach den jüngst eingegangenen Berichten ist aber auch hier ein schneller Fortschritt des Katholizis­mus gegenüber der protestantischen Mission festzustellen.