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Beilage zur Fuldaer Zeitung

Nr. 169

NILS

24. Juli.

wo stehl der Feind des volschewismus?

Der Kampf gegen Goll und hie Kirche gehl melier

man wartet, weiß niemand zu sagen, aber man wartet, weil nichts anderes übrig geblieben ist.

Das ist der dumps-unbewußte, furchtbare Zu­stand in dem heute Millionen leben. Es gab ein­mal ein Ethos der Arbeit heute ist Arbeit eine Ware geworden, um die mit Neid und Haß ge­feilscht und gekämpft wird. Was soll ein Menich ohne Aufgabe? Diesen Millionen aber ist die Auf. gäbe genommen, und das zerstört den Lebens­wert. Kein Mensch kann von dem leben, was er nicht hat. Alle jene aber haben keine Aufgabe und damit auch keine Verantwortung. Moral und Sitt­lichkeit sollen das Leben formen und ihm Gestalt geben, jene Millionen aber verlieren den Glauben daran, daß sie überhaupt ihr Leben zu formen ha­ben dessen äußerste Notdurit sie kaum bestreiten können. Ein Leben ohne Ausgabe wird auf die Dauer auch dem Primitivsten zum Nichts, zur Langeweile, die jeden Willen und jeden Wert in ihre Hohlheit einschluckt.

Adolf Ziegler mit Recht an den Schluß seines Bu­ches das Wort:Seien wir echte und ganze Christen." Entwickeln wir dann ans diesem Christentum heraus eine gerechtere soziale Ordnung, dann haben wir das Beste getan, was sich tun läßt. Unter dieser Voraussetzung können wir dann sogar vom Gegner lernen; denn ähnlich wie Hitlers BuchMein Kampf" interessante Stu- dien über Massenpsychologie enthält, so erst recht das Ziegler'sche Werk, das uns besonders in den Kapiteln von der Organisation des Verbandes der kämpfenden Gottlosen, von den Formen der anti­religiösen Arbeit in Presse, Literatur, Kino, Klub usw., von der Zellenbildung und von den interna­tionalen Bemühungen ein überaus anschauliches Bild planvoller Tätigkeit entwirft.

Diese kurzen Darlegungen zeigen,

das Radek Recht hatte, wenn er kürzlich in Moskau sagte, daß man alle Kräfte, die die deutsche Volksgemeinschaft zersetzten und ins­besondere den Hitlerianismu« als seine Ver­bündeten betrachten müsse, und daß es nur einen Feind des Bolschewismus in Deutsch­land gebe, nämlich den deutschen Katholizis­

mus.

Wir hören dieses Wort und empfinden die Der- antwortung, die es uns auferlegt. Wir erwei­tern es auch gern dahin, daß unsere natürlichen Verbündeten in diesem Kampf alle jene sind, die sich noch in Ehrfurcht vor Christus und überhaupt vor dem lebendigen Gott beugen.

Friedrich Muckermann S. I.

aber trägt durch Mitleid an der Unvollkommenheit der sündhaften Erde mit.

Aber das Selbstbewußtsein des einzelnen Men­schen gehört doch zum Wert eines Menschen. Es ist die Grundlage der Selbstachtung. Und diese führ» doch auf den Weg zum Vorwärtsstreben".

Gewiß, mein Freund. Ich halte die Selbst­achtung auch für einen bedeutsamen Wert Und wer recht auf sich achtet, der ist auf keinem schlech­ten Weg. Denn das fordert Besinnlichkeit. Wer aber in sich hinein schaut, entdeckt seine eigenen Schwächen. Und die bewahren ihn vor der Ueber- heblichkeit. Ihm genügt auch nicht ein äußeres kirchliches Gesetzerfüllen. Er sinnt auf den rech­ten Geist. Da gibt es für ihn noch <o viel zu tun, daß ihm ein demütiges:Herr, sei mir armem Sünder gnädig" nicht mehr schwer fällt.

fen zu .......... _ .

Scham in versteckten Hinterhäusern verkrochen, spreizen sich heute laut auf offenster Straßenfront. In Parkanlagen, auf Straßen und Plätzen unta- Uae Menschen mit gleichaültiaen Gesichtern. Sie reden über dies und jenes, sie hören auf jeden, weil sie nicht wissen, was sie tun sollen. V o n der Langeweile zum Nichts ist nur ein Schritt und vom Nichts zum Chaos ist kein weiter Weg Das Leben und der Bestand der Na-

um vor allem geführt werden von dem wesenhaf­ten Gegenpol her, von den Mächten des Glaubens und der g ott v e r b u nd e n e n Lebensauffassung. So will es die letzte Enzyklika vom Hl.Vater, die freilich auch die na- türlichen Mittel nicht verschmäht, die in der Ge­samtheit der Gottesordnung vorgesehen sind. Wer hier allein Gewalt gegen Gewalt setzen wollte, der hätte die Tiefe des Problems nicht erkannt und würde selber zum Radikalen, indem er den Radikalismus zu unterdrücken sucht. So stellt

Von deutscher Not.

Die stilliche und kulturelle Gefahr der Arbeitslosig. feit.

Die Existenz des deutschen Volkes ist in Gefahr. Derblaue Brie?" ist fast zum unwiderleg­lichen Nachweis der Existenzlosiakeit geworden. Einer dumpfen Verzweiflung hat mit der Zeit eine innere Leere Platz gemacht. Das Schlimmste ist nicht die äußere Arbeitslosigkeit und die harte Not ein Mensch kann viel ertragen das Schlimmste ist die innere Eristenzlosigkeit, das lang­same aber stetige Abstumpen jener Kräfte, die den Kampf um die Existenz führen. Mit der langen Dauer der Arbeitslosigkeit schwindet immer mehr der Mut zum Existenzkampf und das Bewußffem zum Leben überhaupt. Zu zahlreich und zu erfolg' los waren dir bereitwilligen und energischen Ver­suche des aus dem Produktionsprozeß Ausgeschie­denen um Arbeit um Existenzmöalichkeit. Jeder Wille hat eine Grenze und jede Energie erlahmt einmal Und wenn alle noch io energischen Versuche erfolglos bleiben, wenn alle Hoffnungen und Ver­sprechungenEs wird besser" trügen, dann ist der Mutlosigkeit Tür und Tor geöffnet. Diese Mutlosigkeit wird zur inneren Not und Hoff, nungslosigkeit. Viele verzweifeln und gehen daran zu Grunde. Die Selbstmordziffern der letzten Jahre beweisen das mit erschreckender Deutlichkeit. Der G'aube an die eigene Kraft wird zermürbt, das Bwußlsein zum Leben untergraben. Lethargie und Gleichgültigkeit allem gegenüber schleicht als furcht­bares Gespenst durch die Millionen der Arbeitslo­sen Der Wille zum Leben und Mitleben erlahmt und das steuerlose Lebensschiff treibt willkürlich auf den Wellen einer unbewußten Gleichgültigkeit und inneren Eristenzlosigkeit Wohin? Keiner weiß es. Nur treiben lassen! Es ist ia alles gleich! Man hat ia kein Recht auf Arbeit mehr, man braucht sich nicht mehr zu schämen, keine'Arbeit zu haben. Man tröstet sich mit dem Schicksal der Millionen und wartet. Auf was

Immer wieder nehmen die Nationalso­zia l t st e n für sich in Anspruch, die eigentliche Ab­wehr das Bolschewismus in Deutschland darzustel­len. Sie gehen sogar so weit, den Katholizismus und das Zentrum' für das Anwachsen der kom­munistischen Gottlosenbewegung verantwortlich zu machen. . v , ,

Die beste Antwort auf diese immer wiederhol­ten Vorwürfe gibt Adolf Ziegler in seinem Buch von derrussischen Gottlos enbe- wegung" (Verlag Kösel u. Pustet, München. Preis 4,50 Rm.) Diese mit zähem Fleiß aus ersten Quellen erarbeitete Darlegung enthüllt den We­senskern des Bolschewismus, den materia­listischen Atheismus, das Geheim­nis der Bosheit. Erst aus dem Anwachsen der Gottlosenbewegung, die von Anfang an da war und später planmäßig in den Fünfjahrplan eingefügt wurde, ergibt sich mit letzter Deutlich­keit, daß der Bolschewismus seinem innersten We­sen nach Kamps gegen Gott ist. Wirtschaft, Po­litik, Technik, Kunst und alles, was der Bolsche­wismus treibt, kann nur von diesem Wesen her verstanden werden.

Sucht man zu diesem Pol den Gegenpol, so kann er nur dort sein, wo der Gottesgedanke, d 1 e ReligiSn, das übernatürliche Geheimnis die Haltung des gesamten Lebens bestimmt. Das aber ist der Katholizismus. Das ist unsere ur­eigenste Auffassung von Religion und Leben. Da­her auch der entschlossene Kampf des Bolschewismus gegen den Katholi­zismus. Er ist womöglich noch schärfer als der gegen die russische orthodoxe Kirche, obgleich grund­sätzlich jedes Christentum und überhaupt jede Re­ligion, die sich auf den Gottesglauben gründet, ab­gelehnt wird. Indem der Nationalsozia­lismus ebenfalls die übernatürliche Religion ablehnt und durch eine Rassenreligion er­setzt, stelltersichgeistigaufdiegleiche Stufe mit dem Bolschewismus. Beide entwickeln darum einen ganz ähnlichen Radikalis­mus, jene blindwütige Tätigkeit, die nicht mehr mit der göttlichen Schöpferkraft verwandt ist. die nichts erwartet vom ruhigen Wachsen, vom orga­nischen Aufbau, von den inneren Kräften, sondern alles nur von der Propaganda, von der Bear­beitung der Masse, von Terror und Gewalsi

In feinem tiefsten Wesen ist darum der Na- tionalsozialismus, obwohl viele idealistisch ge­sinnte Mitläufer das gar nicht ahnen, dem Volschew'smus so wesensverwandt, wie ein nationalsozialistischer Messerheld einem Kom­munisten.

Der Kampf gegen den Bolschewismus muß dar-

Innere Not und Langeweile das sind die Gespenster, die heute umgehen, die alle Werte, die Sittlichkeit und den kulturellen Bestand des deutschen Volkes ernsthaft bedrohen. Wohin wir blicken, grinsen uns diese Gespenster bohnla- cbend an. Gehen wir in die Zentren der Arbeit. Wo früher Schlote rauchten und Maschinen lärm­ten, ist es heute gespenstisch still wie auf einem Friedhof. Millionen von Tonnen Schiffsinhaft sie- gen ungenutzt und rostend in den Häfen. Kinder wachsen auf in den Korridoren der Arbeitsämter. Private und öffentliche Wohlfahrtspflege wird ohn- mächtig angesichts der Unmöglichkeit, tatkräftig Hel, können. Leihhäuser, die sich früher voll

für den Kirchenaustritt" gebildet, die nichts anderes barstellen, als eine Fortsetzung der verbotenen Kommunistischen Gottlosenorganisatio- nen. An der Spitze steht ein Reichskomits, hinter dem die bisherige Reichsleitung des Verbandes proletarischer Freidenker steckt. Das Reichskomit« hat neuerdings ein Flugblatt herausgegeben, das die UeberschristHeraus aus der Kirche" trägt und folgende Parolen ausgibt:Gegen Konkordat und Kirchenverträge",Für kostenlosen Kirchen- austritt",Gegen radikale Kriegs- und Faschisten- Hetze im Rundfunk, Presse und Kino",Gegen Schulverpfaffung und Gewissenszwang!",Gegen § 218!",Fort mit dem Verbot des Verbandes Proletarischer Freidenker!",Für eine sozialistische Kultur in einem befreiten sozialistischen Deutsch- land!". , ,, ,,

Dieser Aufsatz desKatholischen Kirchenblattes des Bistums Berlin" ist ein Alarmruf. Die Kommunistischen Freidenker- und Gottlosen. Organisationen treiben unter einem Deckmantel ihr frivoles und gemeines Spiel weiter. Don der Reichsregierung Brüning ist der Kampf gegen die Gottlosenverbände durch zwei große Notverordnun- gen ausgenommen worden. Die Kreise, die heute die Regierung Papen-Schleicher tragen, hielten es für angebracht, selbst an diesen vom christlichen Standpunkte so notwendigen Maßnahmen der Re­gierung Brüning Kritik zu üben. Heute herrscht Schweigen im Blätterwald der Rechten. Die neue Reichsregierung hat sich in ihrer Regierungserklä. rung als eine christliche angekündigt. Sie hat ihre Maßnahmen in Preußen mit ihrer anttkom- munistischen Einstellung begründet. Bis heute ist noch nichts geschehen, Brünings Werk zur Bekamp- fung der Gottlosenverbände fortzusetzen. Nicht einmal die Ausführungsbestimmungen zur letzten Notverordnung Brünings über die Auslösung der Kommunistischen Gottlosenorganisationen sind er- schienen.______

tion ist in Gefahr. Nur wenn alle Sonderinter­essen einer einheitlichen Entschlossenheit Platz ma* dien ist diese Gefahr zu bannen. Das Maß der Not' ist voll. Nur aus der bewußten und prak­tischen Schicksalsgemckmschast aller kann neue ftraft erfteben. Dafür verantwortlich sein, ist ern­steste Pflicht eines jeden. Adolf M e u e r.

Das Licht unter dem Scheffel.-

vom wirken der Vinzeuzvereine.

Der Vinzenzverein liebt es nicht, über feine Tätigkeit zu berichten. Der persönliche Dienst am Armen der das Wesen des Vinzenzvereins aus­macht, läßt sich auch in Zahlen schwer fassen. Da­durch hat sich die Ansicht verbreitet, der Vmzenz- verein genüge nicht mehr den Anforderungen der modernen Wohlfahrtspflege. Da seine Bedeutung oft nicht erkannt wird, muß einmal auch in der Oeffentlichkeit darauf verwiesen werden, welch große Bedeutung der Vinzenzverein für die Ent­wicklung der kirchlichen Liebestätigkeit besitzt.

Nach dem Jahresbericht 1931 des Vinzenzver- eins Deutschlands bestehen in 21 deutschen Div­isen 858 Vinzenzkonferenzen mit 1357b tätigen Mitgliedern Im letzten Jahre sind allein 64 neue Vinzenzkonferenzen mit über 800 neuen tätigen Mitgliedern hinzugekommen. Irn gesamten Dentjschen Reiche wurden 221 55a Arme von den Vinzenzkonferenzen be­treut. Die Zahlen der beitragenden Müglie- der und Wohltäter des Vinzenzvereins find in­folge der wirtschaftlichen Verhältnisse von 63 000 auf 44 822 zurückgegangen. Trotzdem sind ine fi­nanziellen Aufwendungen der deutschen Vinzenz­konferenzen um rd. 100 000 Rm. auf 1 267 791,71 Rm. gestiege n. Rund 172 500 Rm. wurden hiervon durch die Vinzenzbrüder selbst vermittels der in jeder Sitzung ftattfinbenben Hutsammlung aufgebracht. Zusammen mit den realen Unter­stützungen (Kleider, Wäsche. Schuhwerk. Brenn­material usw.) kann man die fürsorgerische Lei­stung der deutschen Binzen^onferenzen auf rund

Unter dieser Ueberschrist beschäftigt sich das Katholische Kirchenblatt für das Bistum Berlin" vom 10 Juli 1932 mit dem gegenwärtigen Stand der Gottlosenbswegung und ihrer Bekämpfung. Es weist darauf hin, daß die Notverordnung des Reichspräsidenten vom 3. Mai 1932 über die Auf­lösung der Kommunistischen Gottlosenorganisatio­nenein weithin sichtbares Zeichen dafür war, ldaß die Regierung Brüning gewillt war, mit al» ter Macht dafür zu sorgen, dast christliche Kultur und Sitte in einer ihrer Bedeutung für bas Staatsleben entsprechenden Weife geschützt wurde . Dann aber fährt dasKatholische Kirchenblatt kritisch fort: «

Infolge des Rücktritts des Kabinetts Brüning ist der "beschrittene Weg nicht fortgeführt worben Eine aanze Reihe von Notverordnungen und Ausführungs- verovdnungen $tt den Notverordnungen sind von der neuen Regierung bereits erlassen worden. Es hat aber den Anschein, als ob die Reichsregierung in ihren Be- strebunqen, die Forderungen radikaler Parteien aus Freigabe der Straßen für Demonstrationen und Uni­formen gegen die ernstlichen Bedenken einzelner Lander- regierunaen zu erfüllen, keine Zeit gefunden hat sich mit den Dingen zu befassen, die uns so sehr am Herzen lieaen Wo' bleiben die Ausführungsbestiimnungen zu der Notverordnung des Reischpräfidenten über die Auf­lösung der kommunistischen (HottM enorganisationen, mit deren Erlaß nach 8 3 Abs. 2 der Reichslnnenmimster beauftragt wurde? So fragen wir heute, nachdem m- rmddien zwei Monate leit der Verkündigung der Not­verordnung vergangen sind. Wenn wir richtt gunter- richtet sind, dann ist von den Polizeibehörden m Deutsch- land noch nichts unternommen worden und es konnte infolge des Fehlens der Ausführungsbesttmmungen wohl nichts unternommen werden das ausgesprochene Verbot der kommunstischen Gottlwfenorgamsationen zur Durchführung zu bringen. So geht es nicht!

Im weiteren Verlauf des Aufsatzes legt bas Kirchenblatt bann im einzelnen bar, welche Schleich­wege die Kommunistischen Gottlosenverbände ge­hen um ihre Tätigkeit trotz bes Verbotes aufrecht- merbalten. Es haben sichK a rn p f k o rn i t e s

2 Millionen Mark beziffern. Neben den reinen Fürsorgefällen (6371) würbe von ben deutschen Vinzenzkonferenzen noch in 4481 Fällen praktische Seelsorgearbeit geleistet burch Ermöglichung ber Eheschließung, Taufe von Kindern usw. 30 An­stalten befinden sich heute noch im Besitze von Vinzenzkonferenzen, davon allein 15 in bet Erz­diözese München-Freising. Die Zahl der Ansta - ten, bis von ben Vinzenzkonferenzen gegrunbet, ober bann auf eigene Vereine ober religiöse Ge­nossenschaften übertragen wurden, ist weit großer. Neben ber Jugendarbeit haben bte Vmzenzkonse- renzen sich auch ber IDlännerfürforgearbett gerotb- met, wobei zu bemerken ist, baß ber ^vtholische Männerfürsorgeverein im Jahre 1924 vorn Köl­ner Vinzenzverein gegrünbet würbe.

Die Entwicklung bes Vinzenzvereins bewegt sich somit, nicht zuletzr bank ber aufopfernden Tä­tigkeit bes derzeitigen Generalsekretärs Hochwür­den Herrn Pater Wahl CM., in «uffteigenber Linie. Durch bie karitative Aktivierung ber ka- tholischen männlichen Iugendvereine hoffen bie Vinzenzkonferenzen weitere wertvolle Vinzenzhel- fer zu erhalten. Um ben ersten Zweck bes Vm- zenzvereins, bie Selbstheiligung, burchzuführen, werben seit einigen Jahren in allen Gegenden Deutschlanbs für bie Vinzenzbrüder Einkehr- und Schulungstage abgehalten. Für die fachliche Schu- lung ber Vinzenzbrüder wird außerdem durch bte Zeitschrift ber Vinzenzkonferenzen, bieVinzenz- blätter", außerordentlich viel getan. Die Schrllt- leitung berVinzenzblätter" hat seit bem Jahre 1925 ehrenamtlich Direktor Dr. Sob.au inne, der durch seine literarischen Beiträge zur sozialen Frage die Vinzenzarbeit mächtig angeregt hat. Dir Dr. Polzau ist nach dem Tobe bes langjährigen Pra- Übenten der deutschen Vinzenzkonferenzen, Ober- ftubienbireftoT Dr. Kortz» im Frühjahr dieses Jahres Erster Vorsitzender des Zentralausschusses der Vinzenzvereine Deutschlands. Es ist zu hof­fen, baß unter seiner Führung bie Dinzenzarbeit sich in ben nächsten Jahren weiter günstig entwickelt zum Seelenheile ber Vinzenzbrüder und zum Be- sten ber Armen. R. Knobloch-Koln.

10. Sonntag nach Pfingsten.

Eingangslied (Pt 54, 17, 18, 20 u- 23.)

Ich schrie zum Herrn, und er erhörte meinen Hilfe­ruf gegen meine Angreifer unb demütigte sie, er, der da ist vor aller Zeit unb bleibt m Ewigkeit. Wirs deine Sorgen auf ben Herrn, er wirb bich nähren (Ps. ebb' 2.) Erhöre mein Gebet, o Gott, verschmähe nicht mein Flehen. Schau auf mich unb erhöre mich.

Epistel (1 kor. 12, 211.)

Brüder! Ihr wißt, baß ihr euch solange ihr noch Heiden wäret, zu ben stummen Götzen fuhren ließet, wie man wollte. Darum tue ich euch kund, baß niemand, ber im Geiste Gottes spricht, jagt. Verflucht sei Jesus; unb niemanb kann sagen: Herr Jesus, als nur im Heiligen Geiste. Es gebt zwar verschiedene Gnadengaben, aber es ist em unb der­selbe Geist. Es gibt verschiedene Slemter, aber es ist ein unb derselbe Herr. Es gibt verschiedene Wunderkräfte, aber es ist ein unb derselbe Gott, ber alles in allem wirkt. Jedem aber roirb bie Offenbarung des Geistes zum gemeinsamen Nut­zen verliehen. Dem einen wirb durch ben Geisi bas Wort der Weisheit verliehen; einem andern durch denselben Geist bas Wort ber Wissenschaft: einem britten ber Glaube durch benfeiben Geist, wieder einem andern bie Gabe ber Teilungen burch ben nämlichen Geist; biefem bie Gabe, Wunder zu wirken jenem bie Gabe der Weissagung; diesem bie Gabe der Unterscheidung ber Geister, jenem bte der Sprachen. Dies alles bewirkt ein unb derselbe Gott, der jedem zuteilt, wie er will-

Evangelium: Luk. 18, 914.

Das Gleichnis von dem Pharisäer unb Zöllner.

MarUSer und .Zöllner.

Betrachtungen zum Sonntagsevangelium.

Wir müssen uns schon einmal grünblid) fragen, m welcher ber beiben Gruppen wir gehören. Es geht bei biefer Auseinandersetzung einfach um das letzte: um unsere Rechtfertigung vor Gott.

Aber dies Urteil haben wir nicht selbst zu sol­len. Es steht bem höchsten Richter ZU, nicht un­serer Einsicht Daran scheiben sich schon die Men- ichcn. Wenn wir über andere in sittlichen Dingen urteilen, bann überschreiten wir bereits bie Orenje. Denn burch bas viele Reden über bie Schioachen und Fehler unserer Mitmenschen wirb meist noch eine Sünbe mehr begangen: bie eigene Eitel­keit wirb genährt. Die Menschen reben ,a bes» halb so gerne über andere, weil es ihnen eine Ge­nugtuung ist, ben von bem anberen begangenen Fehler nicht selbst getan zu haben. Unb das ist UeberbehHd'feit unb Eitelkeit. Es tut bem eige­nen Gewissen so gut, vor sich gerecht zu erscheinen.

Man kann aber boch nicht bie Fehler anderer Menschen immer stillschweigend hinnehmen men- d"st du ein.Ich habe im Umgang mit anderen zu tun unb muß auch einmal mein Urteil über einen Mitmenschen zu einem anderen äußern.

Dagegen ist auch gar nichts einzuwenden. Men- ichenkenn'nis und Blick für bie Art eines anberen finb im Leben erforberüd). Vielleicht geht man so­gar in ber Rechtfertigung vor den schlechten Taten anderer zu weit Aber unser Pharisäer­tum beginnt sofort b a, w o wir unser Urteil im Ton ber eigenen Ueberheb- lichkeit aussprechen. Das ist ber Kern ber Sache. Es mag schon sein, baß wir den einen ober anderen Fehler nicht begehen. Dafür haben wir aber vielleicht Fehler, bie in ben Augen Got- tes häßlicher finb als bie. welche wir verurteilen. ..Achte bich nicht besser als andere, denn sanft moch­test bu im Auge Gottes noch viel schlechter sein als

anbere, und Gottes Auge kann nicht unrecht sehen, ieht, was im Menschen ist". (Nachfolge Christi.)

Das Pharisäertum steht uns oft viel näher als wir wahr haben wollen. Wie schnell unb leichtfer­tig finb oft unsere Urteile! Es ist immer ein Mes­en am anberen. Aber wer sagt uns, daß unsere Ansicht unbebingt die richtige ist? Wir können so wenig über uns hinaus. Weil bem so ist, beshalb ollen wir eben nicht richten, wo wir nichts zu verantworten haben. Und wenn wir nun mit einem Menfchen zu tun haben, ber anderer Art ist, wie wir, dann müssen wir eben sehen, w>e mir recht unb schlecht miteinanber fertig werden. Da bleibt nichts anderes übrig. Das soll man auch gar nicht durch eine unehrliche Form bemänteln. Aber zur eigenen Ueberheblichkeit darf es nicht . kommen. Der Pharisäer prahlt dann, ber Zöllner |