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Irr. 165 Beilage zur Fuldaer Zeitung 20. Juli

Volk, hab* acht!

Vaterland, ein hohes Licht, Freiheit glänzt von deiner Stirne. Don der Marsch zum Alpenfirne glühen Herzen, wachen Hirne, und die heilige Flamme spricht:

Volk, hab' acht!

Brüder, wacht!

Eher soll der letzte Mann verderben, als die Freiheit wieder sterben.

Brüder, schwört euch in die Hand:

Morgenrot um alle Berge!

Ausgetilgt der letzte Scherge!

Freies Leben, freie Särge, freier Sinn im freien Land!

Volk, hab' acht!

Brüder, wacht!

Hell die Augen, heller die Gewissen!

Sonst ist bald das edle Band zerrissen.

Deutscher Mensch, der nie verdirbt: Eins die Stämme, eins die Auen!

Deutscher Geist in allen Gauen soll nach einem Ziele schauen, daß er nicht in Kleinheit stirbt. Volk, hab' acht!

Brüder, wacht!

Groh aus großem Leid uns zu erheben, muß nach einem Reiche alles streben.

Brüder! laßt uns armverschränkt mutig in das Morgen schreiten!

Hinter uns die schwarzen Zeiten, vor uns helle Sonnenweiten!

Wicht nur, wer die Freiheit kränkt!

Volk, hab' acht!

Brüder, wacht!

Deutsche Republik, wir alle schwör en: Letzter Tropfen Blut soll dir ge»

hören! Karl Bröger.

DieEroberung- Fuldas.

Nun haben wir also auch einen Aufmarschkriegs­erprobter"" SA- und SS-Leute in Fulda erlebt. Der Aufmarsch desdeutschen Fulda" sollte eine dieschwar­zen Zentrumsseelen" niederschmetternde Sache werden. Fulda sollte endgültig vom Hakenkreuz erobert werden. Fürchterlich klangen die Ankündigungen des in Haupt­mann Röhms Spuren wandelnden Fuldaer Oberhäupt­lings der Nazi. Wenndas Zentrum" den uniformier­ten SA-Leuten den Einmarsch in die Kirchen verwehren würde, dann wollte man sich diesen sogar mit Gewalt erzwingen. Aengstliche Gemüter und zaghafte Seelen sahen schon die rote Hakenkreuz-Flagge vom Dom flat­tern.

Und wie war die Wirklichkeit? 340 aus der ganzen Umgebung zusammengezogene Leute marschierten in mehr oder weniger strammer Haltung, oft von dem Ge­lächter der Bevölkerung begleitet in stundenlangem Zug durch die Straßen der Stadt. Ein Höhepunkt war es, als zwei ältliche Mädchen unserem lieben Tilbert, den so manche noch aus seiner Schulzeit nur zu gut kennen, mit Blumen überschütteten. Und dann kam der unvergeßliche, historisch große Augenblick: Tilbert nahm vor dem Schloß die Parade der SA. und SS. ab. Stolz leuchtete seinFeldherrnauge", kühn warf er den Kopf in den Nacken. Kinder, das war Sache! Davon werden noch in späteren Jahrzehnten die Großmütter ihren atemlos lauschenden Enkeln erzählen.

*

Doch Spaß beiseite. Wer war eigentlich von den Fälsche Jonge" dabei? Man sah Leute, die man frü­her als Kommunisten kannte, andere, über die schon mancherWitz gemacht wurde, auch einige ganz nette junge Leute, die augenscheinlich unter demNazikoller" leiden. Wir wünschen ganz aufrichtig gute Besserung. Wo wa­ren aber die feinen Herren und Cafehausjünglinge, die

Ein Brief des Negers Ovambamba.

Er besucht die Nozikranken bei einer groften Zusammenkunft.

Der alte Negerkönig Ruoma ist tot, und sein treuer Diener Lukanga Mukara, der vielen von uns durch seine köstlichen Briefe von seiner Ex­pedition in das so kulturbewußte und doch so kulturarme Vorkriegsdeutschland kein Unbekann­ter sein wird, hat den Thron von Kitara bestiegen. Dort herrscht nun wieder ein weiser König über ein Volk weiser, weil natürlicher Menschen. Aber das Deutschland des Lukanga Mukara scheint im­mer noch dasselbe geblieben zu sein, wenn man die Berichte seines Dieners Ovambamba liest, die Johannes Maier soeben zusammenzustellen be­ginnt.

König der Krale! Weiser Lunkanga!

Du hast mich gesandt in dieses Land Deutschland, wo­hin Du schon auf Geheiß König Ruomas von Kitara ge­gangen warst. Ich habe Dir schon viele Briefe gesandt, damit Du sie mit den Männern liesest und wissest, was ich in dem Land Deutschland bei den Germanys sehe. Im letzten Schreiben habe ich Dir berichtet von der großen Krankheit, die viele Männer dieses Landes befallen hat, die eine Art Tropenkoller ist und die ich deshalbNazi­koller" genannt habe. Das ist die Krankheit, daß die Männer und Frauen, die sich Nazi nennen oder so ge­nannt werten, den ganzen Tag schimpfen und das Wort ^eil" sagen müssen. Sie behängen sich dabei mit viel unb buntem Tuch, wie unser Stamm es früher heiß" ^Qt- wußten wir nicht, daß dasNational"

habe inzwischen eine Zusammenkunft vieler sol- 6,6'ranker Männer und Frauen mitgemacht, um Dir noch genauer und mehr schreiben zu können.

$°re! Das große Haus, in dem sie in der Haupt- Uavt dcsLandes zusammenkommen, heißtSportpalast". Es heißt so, toeii es nur für sie da ist. Die Nazi sind aber auch für einen Sport. Das ist der Wehrsport. Bei der Zusammenkunft wehrten sie sich vor allem mit dem Mund. Sie schrien ihren Sport mit verzerrten Gesich- I tern. Unsere Väter sahen so aus, wenn sie um das |

sonst so kühne, nationalsozialistische Reden halten? Im übrigen zeigten bei der Gelegenheit manche Geschäfts­leute zum ersten Mal öffentlich, welche Gesinnung sie haben. Das ist immerhin ein Fortschritt.

*

Dor und nach demgroßen Deutschen Tag" in Fulda hat sich der neue Bezirksleiter Etzel wieder allerlei Be­schimpfungen der Katholiken geleistet. Dieser Hoffnung-- volle junge Mann, der uns ein Typ der Nazisunktionäre zu sein scheint, nimmt es mit der Wahrheit nicht genau. Er stellt in öffentlichen Versammlungen so tolle Be­hauptungen über die kommunistische Einstellung katholi- scher Jugendorganisationen auf, daß man den Eindruck gewinnt, es mit einem pathologischen Lügner zu tun zu haben. Wie kann er sonst z. B. einfach in Wort und Schrift behaupten, die D. I. K.-A bteilung Hatten­hof setze sich zum großen Teil aus Rot- sront-Leuten zusammen. Dabei gibt es in Hatten­hof überhaupt keine D. I. K. Die Deutsche Jugendkraft wird sich gegen die Anrempeleien der Nazi zu wehren

Der katholische Zungmännerverbanb:

Die braune Front erklärt:Wir sind Weltanschau­ungsbewegung!" Das war und ist die katholi­sche politische Front immer!

Die braune Front hält in ihrem Weltanschauungs­ladenResteoerkauf" aus allen möglichen Weltanschau­ungen. Das hatten und haben wir nicht not­wendig! Unser Weg ist klar vorgezeichnet.

Die braune Front erklärt:Wir bringen die wahre deutsche Freiheit!" Einen Vorgeschmack erleben wir je­den Tag in ihren Zeitungen, Versammlungen, Fraktions­arbeiten, Straßenschlachten und Anpöbelungen. Die Nazi-Regierung" Schleicher-Papen hat uns im ersten Notverordnungswerk gezeigt, wie es in Zukunft mit der Freiheit des arbeitenden Volkes bestellt fein wird. Un­vorsichtige Naziredner habne uns bereits verkündet, daß ihre Freiheit nur innerhalb ihrer Uniformen, Befehle, Verordnungen,Weltanschauungen" und ihrer fanati­schen Führeranbetung zu verstehen sei.

Dafür danken wir! Auf diese Freiheit haben wir nicht gewartet!

Es lebt ein junges Deutschland,

das vor Gott und seinem Gewissen,

vor heißer Deutschlandliebe und Hei­mattreue,

vor der Achtung wahrer Volksgemein­schaft und

angesichts beispielloser geistiger und materieller Not aller Schichten

einen anderen Weg geht und eine an­dere Fahne kennt!

D e n W e g hat unser Kanzler Brüning vorgezeichnet. Er war hart für uns und alle. Wir sind ihm entgegen­gegangen, weil wir den schweren aber sicheren Ausweg aus dem Chaos erkannt haben.

Und wir werden weiter mit unserem Brüning gehen. Die Fahne ist des Kanzlers glühende Liebe zum Vaterland, sein unbeugsamer Wille, seine nie ver­sagende Opserkraft, seine mannhaft aufrechte Persönlich­keit, die im Glauben wurzelt!

Katholische Jungmannschaft kämpft mit der Fahne Brünings am 31. Juli um Deutschlands Rettung, Größe und Zu­kunft!

Albert Steiner.

Oer katholische Gesellenverein:

Die Jugendbanner künden es in den Parteiversamm­lungen: In der politischen Kampffront des Zentrums steht die katholische Jungmannschaft. Wir wissen, wor­um es geht.

Freiheit im Volks st a a t! Wir laffen uns nicht in die Zwangsjacke eines Gewoltstaates stecken. Staats­bürgerliche, soziale und religiöse Freiheit sind höchstes Gut, für das wir junge Menschen kämpfen, weil jegliche

Feuer des großen Simba tanzten. Aber ich will alles der Reihe nach schildern.

Die Nazis treten immer in Rudeln auf. Vereinzelt kommen sie seltener vor. Man kennt die Kranken meist an bunten Tüchern, die sie am Leibe tragen und die in Röhren stecken. Heute gingen sie zur Feier ihres Ober­häuptlings, der Hitler heißt. Er heißt aber auch Osaf.

Später werde ich Dir noch mehr von ihm erzählen. Erst will ich Dir noch den Kriegsschmuck be­schreiben, den die Kranken tragen. Denn der ist alles. Er gilt viel mehr als der Mann, um ben er ift. Ich fange baher nicht beim Kopf an, dir kommt bei ben Nazis zuletzt. Aber er barf auch nicht unterschötzt werben. Denn on dem K >p' ,si her Mund. Das ist aber ber Teil, aus bem der Geist her «roßen Krankheit spricht. Viele haben übr.gens bie Krankheit, glaube ich. schon lange und aus ber Zeit des Königs nut den vielen silbernen Brustplatten, vor dem sie immerHurra" rufen mußten. Der Krigesschmuck stellt auf schweren Nägeln. Die sind unten an dem Ge­häuse aus Tierhaut, in denen bie Nazifüße stecken. Sie sind dazu da, weil es Krach macht, wenn sie in Rubeln gehen. Dann folgen ein paar Röhren, bie um bie Wa­den gelegt werben. Die finb auch aus steifer Haut. Sie find wohl dazu da, damit der Schmuck nicht umfällt. Weiter oben kommt ein härteres Tuch, das ist die Hofe. Und damit kommen wir zu ben Farben. Um ben Nazi­bauch befinbet sich ein Leberftreifen, ber bie Hofe hält. Mit bem Leber kämpfen sie auch, wenn sie nicht mit bem Mund kämpfen. Großer König, Du wirst es nicht glauben wollen, aber man berichtete Deinem Diener, daß viele ber Kranken sogar bas Herz in ben Hosen tragen, unb weil dazu das Leder nicht ausreicht, geht noch ein solcher Lederstreifen über die Schulter quer über die Brust bis zum Bauch. Jetzt kommen viele far­bige Tücher. Eines, das braun ist, über den Leib, eines um den Arm, ein anderes um den Hals. Alles ist bunt, nur haben sie sich noch keine Kriegsfarben ins Gesicht gemalt, das wundert mich sehr. Auf den Kopf setzen sie sich eine Röhre aus buntem Tuch. Da ist auch wieder Blech dran, weil sie ohne Blech nicht leben können. An den Hosen sind Falten. Die sind dazu da, daß sie die Hände daran haben. Nur diejenigen, bie Stangen mit bunten Tüchern in den Händen haben, können bas nicht.

wissen. Sie dulbet in ihren Reihen weber einen ausge­sprochenen Kommunisten, noch einen S. A.-Mann. Soll­ten sich irgendwo Leute aus diesen uns weltanschaulich feindlich gegenüberstehenden Gruppen eingeschlichen ha­ben, so werden sie bald entfernt fein, alle, sowohl bie Rechts- wie bie Linksrabikalen. Die Deutsche Ju- genb kraft wirb benjenigen, bie sie beschimpfen, schon beweisen, baß sie aktiv in ber Volksfront für Brüning steht. Jebenfalls wirb auch bie leiber noch nicht organisierte Jungmannfchaft von Hattenhof den Nazi und Kozi am 31. Juli einen gehörigen Denkzettel geben.

*

Liebe Nazi! Tobt und schimpft ihr nur. Ihr macht uns nicht irre unb nicht bange. Eines Tages wirb b i e Volksfront im Fulbaer Lanb fest organisiert fein. Alle jungen unb alten Männer, bie noch einen Funken Ehrgefühl im Leibe haben, werben Seite an Seite stehen. Unb bann ist es mit bem ganzen tragikomischen Nazispuk aus.

Knechtschaft uns verhaßt ist. Parteiterror zwingt uns nicht nieber. Wir wehren uns!

Lebensraum fürbeutfche Jugenb! Man hat bie Sieblungspläne zerschlagen. Doch wir lassen uns den Lebensraum für Deutschlands Jugenb nicht verengen von selbstsüchtigen Junkern.

Nationale Ehre und Stärke Deutsch­lands! Das ist bas politische Hochziel, nur zu erlangen von einer Jugend, bie in Wille unb Tat biszipliniert unb opfermutig im Volk ihre Pflicht tut. Brünings Weg ist der Weg zu neuer Volksordnung und staatlicher Kraft. Verantwortungslosen politischen Freibeutern die da ern­ten wollen, wo andere gesät haben, gilt unser Kampf! Aus der in jahrzehntelanger sozialer Arbeit gesammelten Kraft führen wir unseren politischen Kampfl

Der katholischen Jugend Ruhm und Ehre ist des Volkes Glück und des Vater­landes Größe!

Ein christliches Deutschland! Sogenanntes neuesChristentum" aus Raste und Blut ist uns ver­haßt. Dem (Sottlofentum gilt unser schärfster Kampf. Die christlichen Fudamente in Volk und Staat verteidigen und sichern wir im politischen Kampf.

Treu Kolping!

August Winkler.

Der Jung-K.S.V.:

Noch ist nicht ein ganzer Monat verstrichen, seit die Führer der jungen katholischen Kaufmannschaft in Lim­burg an der Lahn im Schein ber tausend lodernden Fackeln ihre Hand auf den Schaft der Bundesfahne leg­ten und bem Bunbesgesetz bie Treue versprachen. Dem Bunbesgesetz, barin u. a. steht:

Aus ber Kraft ber Gemeinschaft unb unter Einsatz jedes Einzelnen will der Bund kämpfen für bie Fre i- heit berKirche Christi unb bie Geltung ihrer Lehre in Gesellschaft, fetaat unb Wirtschaft, eintreten für b e- rufsstänbischen Aufbau von Gesellschaft unbWirtfchast unb für sinnvolle Drbnung innerhalb des kaufmännischen Berufsstandes, kämpfen für unbe­dingte Sauberkeit, Treue und Ehrlichkeit im Kaufmannsstand, gegen berufliche Stümperei und hemmungslose Gewinnsucht, eintreten für den Bestand der christlichen Familie als Grundlage eines gesunden Volkslebens, mitarbeiten an der Erhaltung von Mut und Spannkraft des deutschen Jungvolkes und an der Eroberung neuen Lebensraumes, allzeit bereit fein für Frieden unb Freiheit, Wohlstanb und Weltgeltung des Volkes der Deutschen.

Ist es eine Frage, wo wir Jung-K.K.Ver in diesem Wahlkampf und am 31. Juli stehen? Eine Frage, wo wir unsere ganze Kraft einsetzen? Unser Bundesgesetz verlangt von uns in diesem entscheidungsschweren Kampf klaren unb ft arten Einsatz beim Zentrum! Bahn frei für ben Gestaltungswillen bes katholischen Jungvolkes! Bahn frei für ben Staatsmann, in bem

Ms ich also in bas große Haus kam, waren schon viele Bürgerkrieger da, mit unb ohne Kranken-Kriegs- schmuck. Manche hatten sich ihr Essen mitgebracht in Papier. Dann saßen vorne Blasrohre, aus benen tarnen Kriegsmärsche heraus. Diese machten bie alten Frauen begeistert. Denn auch von denen waren welche da. Und dann noch viele Mädchen. Das sind die Mädchen, die in ben Kriegsschmuck verliebt finb. Sie unterhielten sich, wie schön ihre jungen Krieger aussähen, jeber wäre ein Keiner Hitler. Ich sah allerhanb Leute. Des Tags über tun sie ihre Arbeit; bie einen schlachten, bie anberen ha- ben einen Basar, roieber anbere bebienen Maschinen. Viele sitzen über Papieren. Das finb Kaufleute. Unb wenige arbeiten für bas Lanb, von bem sie auch Gelb befommen. Sie heißen Beamte. Aber sie find auch für Hitler, für bie Kriegsmärsche unb ben Kriegsschmuck. Einige hatten auch Schnitte im Gesicht. Die haben sie sich geholt, weil sie mit Keinen Speeren aufeinander los­schlugen. Eine seltsame Sitte der Germanys, aber sie gilt für höchst ehrenvoll, und wer sich das Gesicht zer­schneiden darf, von dem sagt man, er fei studiert.

Da es lange dauert, werben Papiere verteilt, in denen manche lesen. Der Hitler ist immer noch nicht da. Das Haus ist schon ganz voll mit braunem Tuch. End­lich rufen sie: Er kommt!" Dann erscheinen welche, die Platz machen. Dabei setzen sie die Beine sehr komisch. Dann stehen alle auf. Die jungen Männer biegen dabei die Brust nach vorn. Auf einmal werfen sie die Arme schief zum Himmel. Dort ist aber gar nichts. Ich habe genau hingesehen. Dabei lassen sie die Nägel an den Sohlen klingen. Das ist übrigens seltsam mit der deut­schen Jugend. Du erzähltest mir von deinen Reisen, baß es auch wirkliche Jugenb gebe. Wo ist sie? Wenn man durch bie Straßen ber Stähle geht, glaubt man, sie sei auch nur braunes Tuch. Jetzt ist ber Hitler da. Vorne machen sie noch lautere Töne mit bem Blashorn. H i t- -er ist auch nur braunes Tuch. Vor ihm kom­men viele Stangen, unb nach 'hm kommt ein kleiner Mann. Ich dachte erst, es wäre ein Bekannter von uns. Du weißt ich habe boch den kleinen Buschneger im Nachbarkral zum Freunbe. Ais ich ihn aber von vorne iah, war er es nicht. Dos sill ber mit bem grögten Munb sein. Das si'mmt auch Als er später den Mund aufriß, habe ich das ganz deutlich gesehen. Dann setzten sich alle, und oer kleine Mann redet mit den Händen und

Die Verbünde rufen auf!

sich dieser Gestaltungswille verkörpert: D r. Heinrich Brüning! Auch in diesem Kampf: Kreuzschiff voraus!

Hubert Straus.

Die Werkjugend:

Darüber müssen wir uns klar sein: Am 31. Juli geht es um den Bestand bes beutschen Volks» staatesundumdiesozialenGrunbrechtebes Arbeitervolkes. Mit ungeheuren Opfern unb Gut unb Blut hat sich bie Arbeiterbewegung in ben letzten Jahrzehnten bie p o l i t i s ch e M ü n b i g k e i t und ihren wirtschaftlichen Lebensraum erkämpft. Um biese natürlichen Lebensrechte einer aufftrebenben Volks­schicht geht heute ber Kampf. Wir haben als katholische Jungarbeiter bie Ausgabe, bas soziale unb poli­tische Erbe ber katholischen Arbeiterbe­wegung mit ber ganzen Leibenschaft un­teres jugenblichen Wollens zu verteidi- gen unb zu behaupten. Wehe, wenn wir das Erbe unserer Väter in Leichtsinn vertun mürben! Wir wären ihres Erbes unroürbig unb unmürbig ihrer fegens- reichen Errungenschaften. Deshalb wirb bie katholische Arbeiterjugend in bem fommenben Wahlkampf in ber vordersten Front stehen, dort, wo der Kampf am heißesten tobt. Unser Schlachtruf lautet:Es lebe der s o- zialedeutsche Volks st a a t". UnfereParole: Wir wählen Zentrum!"

Wilhelm Jansen.

Nalional'oziaWen, gebt Antwort!

wie steht Ihr zur Siedlung?

Ihr sperrt Euch dagegen, daß der deutsche Osten, die- ses gefährdete Grenzland, besiedelt wird. Ihr schreibt sogar im nationalistischenF r e i h e i t s k a m p f", Brüning habe denprotestantischen" Osten mit Siedlern aus demkatholischen" Westen und Süden ausfüllen wollen! Ist das Euer wahres Gesicht?

Wißt Ihr,daß mit ber Nichtbefieblung bes deutschen Ostens ber gesamten deutschen Jugend der Lebens- raum unterbunden wird? W i ht Ihr, daß Ihr uns um eine der ganz großen Hoffnungen be­trogen habt? Wißt Ihr, daß ber beutsche Osten nicht zu halten ist, wenn wir ihn nicht mit Menschen auf- füllen? Wißt Ihr, baß biese Bezirke nach Menschen schreien, daß in der Grenzmark auf einem Quadratkilometer nur 43, in Ostpreußen nur 61 Menschen wohnen? Wißt Ihr auch, daß jenseits der Grenze ein geburtenfreubiges Volk wohnt, dessen Grenz- lanb viel stärker besiedelt ist als ber deutsche Osten? Ihr redet immer vonnational"! Aber wenn es darum geht, Opfer zu bringen, bann hat Euer Nationalismus ein Enbe! Ihr forbert immer wieder die Aufrichtung von Dämmen gegen bie anftürmenbe bolf chewi- stifcheFlut!WißtJhr, daßmandieGrenze nur burch einen lebenbigen Wall von fchaffenben Bauern erhalten kann? Wir find nationaler als Ihr! Wir lasten uns unsere große Hoffnung nicht nehmen! ÜBirroerben gegen ben Willen ber ostelbischen Grohgrunbbe» fitze r, derenHelferJhrseib, bieErfiillung ber großen nationalpolitischen Aufgabe ber Steblung erzwingen!

Wirwollensiebeln, denken aber keineswegs an eine Enteignung bes Großgrunbbefitzes. Brüning führte in seiner Rebe in Mainz am 17. Juni 1932 über sein Siebtungsprogramm aus:Unser Sieblungsprogramm warkeinSieblungsbolschewismus. Aber es scheint so zu stehen, baß man in Deutschland wohl von ber großen Mehrheit ber Deutschen, den Beamten, bem Mittelstanb alle möglichen Opfer verlangen kann, nur eine kleine Schicht lehnt jedes Opfer ab. Wenn man sich weigert, bas Sieblungswerk in unserem Sinn burchzuführen unb bas heute mit bem Hinweis auf bas Christentum verbrämt, bann mürbe ich mich schämen, meine Unterschrift unter einen solchen Aufruf zu setzen. Das Christentum ist nicht bazu ba, eine selbstsüchtige Jnterestenpolitik einer kleinen Schicht zu oerbecken. Christlicher Ausfassung bient man am meisten, wenn man bem Volk bas Gefühl läßt, daß jeder Jnteressengedanke ausgeschlossen ist und daß Ge­rechtigkeit für alle oberstes Gesetz ist."

Warum hat man dem Reichspräsidenten von Hindern dem WitnE Das ist fürchterlich anzusehen Und oas ii- bie Krankheit d> r el Lärm macht. Verstanben habe ich i.ichts, unb ich glaube, bis anderen auch nicht. Ader sie waren trotzd-m alle sehr begeistert. Alte und Junge, ner und Frauen schlugen vor Freud? in die Hände und mugten immerzu schre-.rn. Das ist die furchtbare Krankheit. Der Hitler selbst brauchte nur wenige Worte zu sagen. Dann schrie und tobte alles. Das muß ihr Krie; stanz gerat »n sein. Ja) weiß es aber nicht genau.

Al? ts zu Ende mar, saugen sie. Viele gingen dann, sich Pombe, das sie auch Bier rennen, in ben Mund zu zu fcf'üittii. Dann werden ite noch wilder. Rollen mit den Augen und werfen bie Arme in ber Luft herum. Man trifft sich auch oft in Häusern, in benen Fässer mit solcher Flüssigkeit stehen. Dort nimmt man zu sich, macht Rauch in die Luft. Das nennt man in DeutschlandPo­litik machen".

Ich könnte Dir noch soviel davon erzählen.

Großer Herr! Erster unter den Medizinmännern! Mukara! Es ist schlimm in dieser heißen Zeit in Deutsch- land. Ob die Krankheit bald weggeflogen ist, weiß ich nicht. Jetzt wollen sie den Rat der Stammesälteften und Weisen wählen. Die Kranken wollen ihre Kranken wäh- len, obgleich die meisten von ihnen gerade erst mannbar geworden sind und bei uns kaum zum Kriegerkaste ge­hören dürften. Viele vernünftige und besonnene Män­ner sind für andere Parteien. Der letzte Häupt- ling ist durch eine heimtückische Verschwö­rung gestürzt worden. Er war von der Partei Zentrum. Es werben viele zu ihm halten, wenn sie bie Papiere abgeben, auf benen sie aufschreiben, wer in den Rat soll. Wenn ber Rat gewählt ist, schicke ich Dir wieder einen Bericht aus bem Lanbe, in bas Du mich gefanbt hast.

Mukara! Hüte Dein Land vor solchen Männern, die ein verbogenes Kreuz auf dem Arm tragen. Weil ich die weißen Männer, Frauen und Kinder in bem Lanb Deutfchlanb Hebe, darum wünsche ich, daß dieses falsche Kreuz bald ver­schwunden ist. Du wirst all diese Unsitte nicht glauben wollen und ben Kopf schütteln, aber es ist alles so, wie es Dir berichtet ist. In Wahrheit. Dafür bürgt

Dein Diener Ovambamba.