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Kardinal Verkam an den Reichskanzler

Die Kaudldalen der

Reichswahlvorschlag der ^RalionalWalistischen Deutschen Arbeiter-Varlei

mb. Berlin, 19. JuN. (Eig. Meld.> InBev

Ser grotzdeulsche Gedanke gesahrdek

die Frage stellt: Leugnen die Nationalsozialisten auch jetzt noch, daß sie ernstlich gewillt waren, der neuen Regierung 3u helfen? Be­streiten sie auch jetzt noch alles, nachdem hier ihre Bereitschaft unter Beweis gestellt wurde? Sie können es nicht mehr. Bon Haus aus gehören sie zu diesem Kabinett der nationalenKonzentration. Darum durfte Herr v. Papen auch in Lau. sänne mit gutem Recht ausführen^, er spreche für das ganze „nationale" Deutschland.

Wir wollen gewiß nichts gegen die klingenden Titel dieser nationalsozialistischen Spitzenkandida- ten einwenden. Aber daß sich eine Partei mit solchen Spitzenkandidaten „Arbeiter-Partei" nennt, das kann doch nicht ganz mit rechten Dingen zu- gehen. Hoffentlich machen sich recht viele Wähler ihre Gedankn über diesen Umstand und ziehen dar­aus für die Wahl am 31. Juli ihre Folgerungen.

Ernst zu Reventlow - Potsdam, Oberst a. D. Konstantin Hierl-Münchm. Major a. D. Wal­ter Buch - Solln, Staatsminister Dietrich Klagges-Braunschweig, Pfarrer a. D. Ludwig Münchmeyer-Düsseldorf.

Die britische Reichskonferenz.

Beamten der britischen Delegation in Quebec.

wtb. Quebec, 19. Juki. (Eig. Meld.) Die britischen Delegierten zur Reichskonferenz in Ottawa wurden der ihrer Ankunft in Quebec von der Bevölkerung stürmisch begrüßt. Baldwin erklärte, daß bereits unterwegs von den Dele­gationen verschiedener Dominien gute Vorarbeit geleistet worden sei. > t !

scheu Geheimrüstungen und fordert Herriot auf, die Genfer Abrüstungskonferenz nicht vorübergehen zu lassen, ohne vor aller Oeffentlich. feit seine Aktenstücke auf,Zuschlägen und Deutsch, land an den Pranger ,zu stellen. Man erkennt in diesen Angriffen ohne weiteres eine Entlastungs- Offensive zugunsten der französischen Weigerung in Genf, Deutschland die Gleichberechtigung zuzu­gestehen. Es sei geradezu ein Skandal, so meint das Blatt, daß man in Genf sich emstlich (?) mit Abrüstungsfragen beschäftige, während Deutsch, land täglich die Militärklauseln des Versailler Ver­trages verletze.

Aus München wird gemeldet: Die „Bayeri- sche Staatszeitung" begrüßt die Wiederaufnahme des Demonstrationsverbotes unter der Usberfchrist: „Endlich". Er bestehe allen Grund, den verant­wortlichen Reichsinnenminister für diese Kehrt­wendung zu belobigen und zu verhindern, daß unter dem Druck irgendwelcher Einflußnahmen dieser heilsame Beschluß wieder umgestoßen werde. Damit sei auch das Spiel mit dem Gedanken einer Verhängung des Ausnahme, zustandes auf militärischer Grund­lage im Reich und in den Ländern Hof- fentlich zu Ende gespielt.

Die Beschwerde des „Angriffs" als unbegründet verworfen.

wtb. Berlin, 19. Juli. (Eig. Meld.) Auf die Beschwerde des Angriffs gegen das Verbot des Blattes durch den Berliner Polizeipräsidenten Hot das Reichsgericht jetzt entschieden, daß das Verbot zu Recht be steht und di« Beschwerde auf Kosten des Beschwerdeführers als unbegründet verworfen wird. Der Angriff hatte bekanntlich auch die katholische Kirche beschimpft.

ERB. München, 19. Juli. (Eig. Meld.) An erster Stelle des Reichswahlvorschlages der N.S.D.A.P. (Hitlerbewegung) stehen ■ laut natio­nalsozialistischer Korrespondenz (NSK.) Regie­rung srat Dr. Wilhelm Frick-München, Apo- rheker Gregor Strasser-München, Schrift, steiler Dr. Joseph Goebbels-Berlin, Gene­ralleutnant a. D. Ritter von Epp-München, Hauptmann a D. Hermann Goehring-Berlin, Diplomingenieur Gottfried Föder-Mur- nau, Handlungsgehilfe (i. d. Tat leitender Beamter des Deutschnationalen Handlungsgehil­fen - Verbandes. Die Schriftltg.) Franz Stöhr- Berlin-Steglitz, Hauptschriftleiter Alfred Rosenberg - München, Schriftsteller Graf

„Arbelker-Varlei"

Das Programm des Arbeitsdienstes.

Eine Erklärung des obersten Leiters. — Bereits Aeberfüllung.

* Ritbe entschuldigt sich bei Polizeivizepräsidenk Dr. Weitz und Frau. Die Pressestelle des Berliner Polizeipräsidiums bestätigt die Meldung eines Berliner Abendblattes, wonach der national- sozialistische Fraktion svorsrtzende Kube wegen der bekannten natronalsozialistischen Anfrage un Preußischen Landtag ein Ent- ichuldrgungsschreiben an den Poll» z erv izeprä sid e nt Dr. Weiß und des- sen Frau gerichtet hat.

denen die Nationalsozialisten bereit seien, mit dem Zentrum und den Deutschnatlonalen über eine Regierungsbildung zu verhandeln. Die Bedingungen lauteten:

1. Den Nationalsozialisten sind neben anderen Ressorts das M i n i st e r p r ä s i d i u m und das Innenministerium zuzuerkennen;

2. die Zentrumspartei hat ihre sinnlose Oppo­sition gegen das Kabinett v. Papen einzustellen.

Die „Germania" fährt fort: Es erübrigt sich, im einzelnen darzulegen, was die Zentrumsver­treter erwiderten. Von größter Bedeutung fft es aber für die angestrebte Beweisführung, daß Herr v. Papen herausstellte, er sei es keineswegs gewe­sen, der den Nationalsozialisten nahegelegt habe, die unter 2) angeführte Bedingung zu stellen, viel­mehr habe er ausdrücklich gewünscht, diese Forde­rung möge wegfallen. Die Nationalsozialisten seien auf diese Bedingung aber geradezu ver­sessen gewesen.

An diese Mitteilung knüpft die „Germania" noch einen längeren Kommentar, in dem sie u. a.

ENB. Breslau, 19. Juli. (Eig. Meld.) Im Na­men der in der Fuldaer Bischofskonferenz vereinig­ten Oberhirten hat Kardinal Bertram-Breslau an den Reichskanzler und den Reichsinnenminister ein Schreiben gerichtet, das die Reichsregierung drin­gend ersucht, in den letzten Wochen vor der Reichs­tagswahl dem überhandnehmenden Terror der radikalen Parteien mit durchgreifender Strenge entgegen, zutreten. Eine nachsichtige Behandlung sol­cher Zustände würde die Untergrabung je­ner Achtung der Staatsautorität zur Folge haben, die heiliges Ge­bot der christlichen Ordnung ist. Im Inland und im Ausland, heißt es in dem Schreiben, werde es aufs schmerzlichste empfun­den, wie verrohend und entsittlichend ein solches Treiben auf weiteste Kreise, namentlich auf die Heranwachsende Jugend, wirkt, deren edle sittliche Bildung seither stets als h ö ch st e d e r st a a t l i ch e n A u f- gaben betrachtet wurde.

22 bewaffnete Nationalsozialisten festgenommen.

wtb. Stettin, 19. Juli. (Eig. Meld.) Laut Mit- tellung des Polizeipräsidenten wurden in der Nacht zum Dienstag von einem nach Ueckermünde entsandten Kommando der Stettiner Schutzpolizei ein Lastkraftwagen und ein Personen­wagen, die mit 2 2 S.A. -Leuten aus Pasewalk besetzt waren, angehalten. Bei der Durchsuchung der Nationalsozialisten und der Kraftwagen wur­den neun Pisto len und Revolver, drei Stahltotschläger, sechs Schlächtermesser und Dolche, mehrere Gummiknüppel, Schlagringe sowie über 100 Schuß Munition und sonstige Hieb- und Schlagwerkzeuge gefunden.

Nach Angabe des Führers haben die National­sozialisten im ganzen 13 Pistolen mit- g eführt und waren nach Altwarz zur Unter- stiffzung dort bedrohter Parteimitglieder beordert worden. Die S. A.-Leute wurden festgenommen und nach dem Polizeipräsidium Stettin gebracht.

zayren wrr aus poetischen Kreisen, daß die Reichsregierung zunächst einmal abwartet,wie stch dir innerpolitische Lage auf Grund des De- monstratwnsverbotes gestaltet. Entsprechend der gestrigen Mitteilung der Reichsregierung erwägt man selbstverständlich, wie diese Schritte gege­benenfalls. eingeschlagen werden sollen. Insbe­sondere wird die von der Reichsregierung ange­kündigte Verschärfung des Wasfengr-

setz es, die unter Umständen sogar die Verhän­gung der Todesstrafe ermöglichen soll, auf ihre juristische Durchführbarkeit im einzelnen unter­sucht, wobei auch mit den Ländern auf inoffi- ziellem Wege Fühlung genommen wird. Eine besondere Länderkonferenz ist für die- fen Zweck nicht in Aussicht genommen. Man erwartet, daß die endgültige Entscheidung über diese Frage spätestens in der zweiten Hälfte dieser Woche fällt. . 1

Konferenz der Landwirtschafksminister.

wtb. München, 19. Juli. (Eig. Meld.) Unter Vorsitz des Reichsernährungsminister Frhr. von Braun begann heute hier die Konferenz der deut­schen Landwirtschaftsminister, auf der brennende Tagesfragen der Landwirtschaft behandelt werden sollen und zwar vor allem die Fragen der Er n t e« bergung und Erntefinanzierung, die Kreditzinsfragen, der Förderung des Absatzes und des Schutzes der Erzeugnisse der Milch- und Mol- kereiwirtschaft, des Obst- und Gartenbaues und der Viehzucht. Reichsernährungsminister von Braun stattete heute mittag dem Ministerpräsiden­ten Dr. Held einen Besuch ab; abends findet in den Räumen des Staatsmmisteriums des Innern ein Empfang statt.

Das Echo von Alkona.

Die blutigen politischen Zusammenstöße in Al­tona finden begreiflicherweise in der Hamburger Presse ein besonders starkes Echo.

Das „Hamburger Fremdenblatt" stellt fest, daß feit Erlaß des Reichspräsidenten im vergangenen Monat kein Tag ohne Blutopfer vergangen sei. Wer an dem Ernst der Lage noch gezweifelt habe, dem mußten die Altonaer Vorgänge die Augen öffnen. Es fei höchste Zeit ‘für Demonstrationsverbote. Da­mit werde wenigstens eine Gefahrenquelle ver­stopft.

Die deutschnatronalen „Hamburger Nachrich­ten" suchen die Reichsregierung zu einem V er­bot d e r K P D. zu bewegen. Alle maßgebenden Parteifunktionäre müßten verhaftet und aufs strengste bestraft werden.

Der demokratische „Hamburger Anzeiger" schreibt, was sich in Altona ereignet habe, sei offe­ner Bürgerkrieg. Die Schuld sei bei den Kommu­nisten zu suchen. Freilich genüge es auch hier nicht, nur auf die Täter zu zeigen, um die Tat zu klären. In dieser Zeit habe die Polizei dafür zu sorgen, daß aus Demonstrationsfreiheit keine Provo­kationsfreiheit werde.

Das sozialdemokratische „Hamburger Echo" verurteilt die Haltung der Kommunisten, die die unmittelbare Schuld an den Zusammenstößen trügen. Vor allem aber beweise der Sonntag die verhängnisvolle Auswirkung des neuen Kurses im Reich.

Das nationalsozialistische „Hamburger Tage­blatt" proklamiert erneut das Recht der SA. auf die Straße. Kapitulieren? Niemals! Der Sonntag fei das letzte Sturmsignal gewesen. Die NSDAP, sehe sich den roten Teufelsspuk keine 24 Stunden länger mehr mit an. Schreite die Reichsregierung nicht energisch ein, so werde man sich selbst zu schützen wissen.

Die kommunistische „Hamburger Volkszeitung" ruft zum Proteststreik auf und schiebt die Schuld vor allem der Polizei zu, die den Demonstrations- zug durch ausgesprochene Arbeiter­viertel geleitet habe. Das Blatt fordert außer­dem Verstärkung der Selbstschutzstaffeln der „An­tifa",

Hitler und Papen-Schleicher.

Die „Germania" veröffentlicht den Bericht über eine Besprechung, zu der Reichskanzler v. Papen am Mittwoch, den 8. Juni dieses Jah­res, Vertreter der Zentrumsfraktion des Preußi­schen Landtag geladen hatte. Es handelte sich um die Frage der Regierungsbildung in Preußen. Für das Zentrum erschienen Mini­ster Hirtsiefer, der stellvertretende Fraktionsvor­sitzende Steeger und der Geschäftsführer Dr. Graß. Wie die „Germania" erklärt, ist der von ihr zum erstenmal in der Oeffentlichkeit bekanntgegebene Inhalt dieser Unterredung von den Zentrumsver­tretern sofort nach der Sitzung in einem Protokoll festgehalten worden. Nach dieser Niederschrift legte Herr v. Papen in der Besprechung dar, daß er über die künftige preußische Regierung mit Beauftragten Hitlers verhandelt habe und auch zu einem gewissen Ergebnis gekom­men sei. Als vorsichtiger Mann habe er sich die Bedingungen schriftlich gebe» lasse», unter

Hugenberg macht neuerdings wieder die ernstesten Versuche, bie Regierung Papen-Schlei- cher-Gayl zur Einsetzung eines Reichs-Kommis­sars in Preußen zu veranlassen. Es soll natür­lich ein zuverlässiger deutschnationaler Mann eingesetzt werden. i i

cnb. Berlin, 19. 7. (Eig. Meld.) Der zum Reichskornrnissar für den Arbeitsdienst ernannte Präsident Dr. Syrup erläuterte vor Vertretern der Presse die Aufgaben des freiwilli­gen Arbeitsdienstes, der künftig die jun­gen Deutschen allgemein ohne Unterschied der Herkunft, der Berufsbildung und der Weltan­schauung zufammenfassen soll zu gemeinsamer nutz­bringender Arbeit für die Volksgemeinschaft. Innerhalb dieses erweiterten Personenkreises müßte die Arbeitslosenjugend wie bis­her eine besondere Berücksichtigung erfahren. Eine wertere wesentliche Aenderung bestehe darin, daß künftig allgemein bei volkswirtschaftlich-wertvollen Maßnahmen die Höchstdauer für einzelne Ar- beitsfreiwillige von bisher 20 Wochen auf 40 Wochen ausgedehnt worden ist. Im Mittelpunkt des Arbeitsdienstes müsse die ernsthafte Ar- bett stehen. Entscheidend für das Gelingen dieser hochgesteckten Ziele sei die Lösung der Führer- frage. Schematismus und Bürokratismus jeder Art feien gerade auf diesem Gebiet vom Uebel. Man könne bereits beobachten, daß Führertypen besonderer Prägung sich herauszubilden beginnen.

Ich halte es, betonte Dr. Syrup, für meine Aus­gabe, diese Entwicklung mit Nachdruck zu unter­stützen. Die 55 Mill. Rm., die bisher für die Zeit bis zum 31. März nächsten Jahres zur Verfügung stehen, ermöglichen bei einer Förderung bis zu 2 Rm. je Kopf und Arbeitstag etwa 30 Millionen Tagewerke im fteiwillen Ärbeitsdienst auszu- führen.

Trotz dieser begrüßenswerten Ausdehnung des Arbeitsdienstes wird sich die breite Oeffentlichkeit klar fein müssen, daß die Not des kommenden Winters noch darüber hinaus Gegen­stand ernster Anstrengungen und leb­hafter Sorge fein muß.

Dr. Syrup schloß: Auf Grund der Erfahrungen der nächsten Monate werde ich der Reichsregierüng das gewünschte Gutachten darüber erstatten, ob und unter welchen Voraussetzungen die Einfüh­rung einer Arbeitsdienst pflicht in Deutschland geboten ist.

In Ergänzung der Ausführungen des Reichs- kommiffars für den Freiwiligen Arbeitsdienst er­fahren wir, daß schon auf Grund der ersten Ver­öffentlichungen über den Freiwilligen Arbeitsdienst den beteiligten Stellen eine solche Unzahl an Angeboten aller Art sowohl an Menschen wie auch an Ma t er ia I g e- macht worden ist, daß deren Bearbeitung die Arbeitskräfte der beteiligten Stellen fast voll­kommenlahm legen würde. Da aber erst der Verwaltungsapparat für den Freiwilligen Ar­beitsdienst so klein und billig wie möglich gehalten werden muß, dient es nur der Sache, wenn solche Angebote sich nicht wiederholen.

Frankreich und derArbettsdiensk

Die Hetze der französischen Rationalisten seht bereits ein.

Nachdem am Sonntag der „Figaro" des na­tionalistischen Parfümfabrikanten Coty gegen die Einführung der Arbeitspflicht in Deutschland Stellung nahm, macht sich am Mon­tag das nicht weniger nationalistische „Journal >es Debats" zum Wortführer der seit Jahren be­stehenden Märchennachrichten über die deut.

Oesterreich erhält nach zahllosen Verhandlun­gen des Völkerbundes eine 300 Millionen Schil- llng-Anleihe. Aber unter so unerträglichen Bedingungen, daß es nicht mehr genügt, zu er­klären, Oesterreich sei unter Druck gesetzt worden, sondern die Bedingungen entsprechen schon mehr einer gewaltmäßigen Fesselung österreichischer Selbständigkeit und freier staatspolltischer und wirt­schaftlicher Entfaltung.

3n allen politischen Kreisen Deutschlands ist man entsetzt über die neue Mißachtung des Selbst­bestimmungsrechts der Völker durch den Bund, der gerade darüber am sorgsamsten zu wachen hätte. Oesterreich soll nun erneut bis zum Jahre 1952 unter das Genfer Protokoll vom 4. Okto­ber 1922 gestellt werden. Durch dieses Proto­koll wurde damals Oesterreich in eine unerhörte Zwangslage versetzt, denn weder der politische, noch der wirtschaft.iche Zusammenschluß des öster­reichischen Brudervolks mit dem deutschen Mut­terlande wurde gestattet. Der Haager Genchts- hos hatte sich 1931 mit diesem Protokoll zu be- fchäftigen, und am 5. September bann wurde mit acht 'gegen sieben Stimmen von diesem Gerichts­hof entschieden, daß auch ein wirtschaftlicher Zu­sammenschluß unvereinbar sei mit dem Genfer Protokoll, obwohl die sieben Stimmen das größte moralische Gewicht in die Waagschale zu werfen hatten und von dem glatten Widerspruch zur alleingültigen Rechtsauffassung sprachen.

Auf dieses unselige Protokoll, das bis heute aufs stärkste umstritten blieb, berief man sich jetzt wieder im Völkerbund, setzte die erneute An­erkennung als Bedingung für die Gewährung der Anleihe fest.

Bitterschmerzlich muß es uns berühren, daß Vertreter Deutschlands im Völkerbund nicht wrt den schärfsten Protest gegen diese a^eute Rechtsbeugung erklärte, daß sich die ueuyche Regierung nur der Stimme ent« anstatt für das österreichische Brudervolk ~~ Zum Letzten zu kämpfen. Mindestens hätte em starkes Beharren auf dem Rechtsstandpunkt, ^^-^rgffches Herausstellen "des Rechtsvorbe- jener 7 Haager Richter erwirkt, daß die schmähliche politischen Bedingungen für Oester - "-ch gefallen wären.

K -uffr verkennen nicht die ungemein schwierige ttuanzielle. Lage Oesterreichs. Wir wissen auch, daß die österreichische Regierung so schnell wie möglich Hilf« finden mußte. .Aber dieser wirt-

FuldaerZertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

olg des gestrigen Demonstrationsverbotes wird etzt vielfach davon gesprochen, daß man in Krei­en der Reichsregierung noch weitergehende Maßnahmen zur Sicherung der öffentlichen Ruhe und Ordnung erwägen würde. Dazu er-

schaftllche Zwang durste nicht dazu führen, daß er in diesem Fall gerade Frankreich wieder will- fommne Handhabe bot, um aste Donau-Pläne wieder aufleben zu lassen, um gesamt- und groß- deutsche Gedanken niederzuhalten.

Es geht um mehr, als wir nur in dem An­leihe-Protokoll sehen und lesen, es geht um groß-deutsche Interessen, es geht um jenen Europa-Plan Briands, um den Donau-Plan Tardieus, die beide von der früheren Regierung auf das entschiedenste abgelehnt worden sind, weil wir einen Kampf zu führen haben um na­tionale Rechte, um das Selbstbestimmungsrecht der Nationen.

Abschließend werden wir erst zu diesen neuer« llchen Fehlschlägen Stellung nehmen können, wenn sich die Reichsregierung erklärt haben wird. Nur das eine wollen wir jetzt schon mit unbeugsamem Freimut bekennen, daß wir ni ema 1 s den groß­deutschen Gedanken aufgeben werden, daß er nicht in Fesseln geschlagen werden kann, daß wir auch in aller Zukunft uns einsetzen werden für die Erreichung jenes groß-deutschen Zieles, des Zusammenschlusses Deutsch-Oesterreichs mit dem deutschen Heimatlande in einem Groß- D eutsch land. ।

Nr. 165

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: (eitunq 3153, -tuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152. ::

Mittwoch, 20. Juli 1932.

Monatlich 1.65 einschließl. Postgebühr (48 Pfg.) ohne Zustellg. Anzeigen-Preise: Kleinzeile <Col.) lokal 0.15 RM., auswärts 0.20 RM. Reklamezeile: lokal 0.60 RM., auswärts 0.80 RM. Bei Wiederholungen Rabatt. Poftscheckk Frankfurt a. M 4051

Wfl. 59.