So lebt heule der russische Bauer!
Die Leiden des russischen Bauern übersteigen in diesem Jahre alle bis jetzt gekannten Maße. Die Zwangskollektivierung der landwirtschaftlichen Betriebe und die systematischeAus- plündemng des Bauern durch die Kommunistische Partei hat in der Sowjetunion Formen angenommen, die an die orgiastischen Tage des Bürgerkrieges erinnern. Die Bolschewiken haben sich das Raubsystem dermaßen zum Muster gemacht, daß selbst die Parteipresse, das einzig gedruckte Wort innerhalb der Sowjetunion, diese Tatsache nicht mehr verheimlichen kann und sich gezwungen sieht, zwecks Hebung des aus allen Fugen geratenen Prestiges die Oeffentlichkeir davon zu unterrichten, aber in einer Weise, daß das Geschehene als „Auswüchse einzelner Uebereiferer und Unerfahrener" oder gar als Einzelfälle angesehen werden müsse. Aber es handelt sich keineswegs um Einzelfälle oder gar „Auswüchse", sondern um ein System, ohne das die Sowjetregierung einfach nicht existieren kann. In diesem Punkt verplappert sich bisweilen die Sowjetpresse selbst, und auf diesem Wege erfahren wir die ungeschminkte Wahrheit. Hören wir also diese Presse.
Da ist zunächst di« „Sozialistitscheskoje Semljed- jelije" vom 28. 6. 32, das sowjetrussische offizielle Land- Wirtschaftsorgan. Dieses Blatt schreibt: „Im Bezirk Malaja Sedoba, unterer Wolgagau, führen die Ortsparteibehörden die Zwangskollektivierung weiter.... Die mittleren Bauern, selbst wenn sie schon kollektiviert sind, und die Armbauern-Kollektivisten werden von der Behörde <ms ihren Häusern vertrieben und gezwungen, auf diesem Wege ihre Wohnungen den Vettvaltungs- beamten zur Verfügung zu stellen. Mit gleicher Zere- monielosigkest wird auch alles Bich, Kleinvieh und Ge
flügel mit eingeschlossen, enteignet... Im Dorf Klein- Serdoba verfügte die Parteiverwaltung, für die Be- ackemng der Gemüsegärten Kollektivisten und Einzelbauern vor den Pflug zu spannen!..."
Eine andere Zeitung, die in der Wolgadeutschen- Republik erscheinenden „Nachrichten" Nr. 147 vom 28.6. 32 berichten: „Wir haben das Dorf Karpinka im Auge. Als es im Dorf an Saatgut mangelte, entfachte der Dorstat (kommunistische Dorfverwaltung) einen „Trommelfeuersturm", der auch durchgeführt wurde. Der Dorfratsvorsitzende Solodownjikow ordnete an, in allen Häusern des Dorfes Haussuchungen vorzunehmen, um Getreide zu beschaffen. Die erste Haussuchung verlief ergebnislos. Bei der zweiten fand man nur Brot und Mehl. Der Dorstatsvorsitzende ordnete daraufhin an, daß alles, was an Getreideprodukten gefunden würde, die Haussuchungskommission für sich behalten dürfe. Nun begann der Sturm erst recht. Bei der Kollektivistin Eadikowa wurden 800 Gramm Schweineschmalz, 10 Kilogramm Mehl und 4 Kilogramm Fleisch beschlagnahmt, die sie für ihre Arbeitsleistungen in Kollektiv erhalten hatte. Der Bäuerin Trepitschkin wurde in deren Abwesenheit ihr Haus geöffnet und bis auf den letzten Winkel durchwühlt. Man fand 2 Laib Brot und 2 Pfund Mais, die mitgenommen wurden. Der Bürgerin Timofejew nahm man angerührten Brotteig weg. Solche Fälle gibt es sehr viele. Die Mehrzahl der Beteiligten an diesen Requisitionen sind Kandidaten oder Mitglieder der Kommunistischen Partei. Niemand wird zur Verantwortung gezogen... Es wäre falsch, anzunehmen, daß dieses als Initiative von unten her (b. h. aus Kreisen unverantwortlicher Parteielemente) begonnen habe! Den Anfang machten die Kanton
17. Juli
Beilage zur Fuldaer Zeitung
Nr. 163
organisationen (oberste Behörde) selbst!"...
In der amtlichen Moskauer „Prawda" Nr. 181 vom 2. 7. 32 beschwert sich ein 70 jähriger Greis, der allein mit seiner ebenso alten Frau die Wtttschast versorgt, daß in der Nacht zum 1. Mai die Dorfverwaltung ihm das letzte Kälbchen aus dem Stall geraubt habe. Der Alte schreibt: „Ich lasse gelten, wenn ein Gesetz besteht, das eine bestimmte Fleischablieferung vorschreibt; dann muß dieses Gesetz selbstredend erfüllt werden. Aber ich kann damit unmöglich einverstanden sein, daß man bei mir des Nachts einbricht und das Fleischvieh einfach, ohne einen Heller zu vergüten, abnimmt . . ." Und dieser Alte hat der Roten Armee seinerzeit drei Söhne geschenkt, die sämtlich gefallen sind.....
Soll ich noch mehr Material anführen? Die Sowjet- zeitungen wimmeln gradezu von diesen Meldungen, die nicht Einzelfälle sind, sondern System der Sowjet- regierung! Das Land ist während der 15jährigen Dandalenherrschast der Bolschewiki bis aufs äußerste verarmt und geplündert, aber der Arbeiter in der Stadt, hinter der Werkbank und in den Gruben will essen! Und die Regierung verfügt an die Dorflomitees: „Lebensmittel sind mit allen zu Gebote stehenden Mitteln aufzutreiben!" So gilt denn die Faust des Gewalttätigen für Recht, und der Bauer ist gezwungen, um wenigstens nicht ganz zu verhungern, sein letztes bißchen Korn und Mehl zu verwahren oder gar zu vergraben. Dieses aber hatte zur Folge, daß immer weniger Produkte in die Hände der Zwangsenteigner ' fielen und die Versorgung der Städte dementsprechend schlechter wurde. Die Arbeiter begannen zu murren, Streiks brechen aus und Fordemngen werden laut, doch endlich einmal dem Wahnsinn auf dem Lande ein Ende zu bereiten und dem Bauer zu gestatten, auf seiner Scholle und mit den Erzeugnissen seines Fleißes zu fchalten und zu walten nach eigenem Gutdünken.
die Liebe hat, der hat auch den Frieden, der ist ein Friedensträger durch die Liebe.
Das heißt aber nicht etwa, die Menschen mit salbungsvollem Gerede oder mit frömmelnder Miene belehren wollen. Oder aber sich um die Mitmenschen und die Welt gar nicht kümmern und Mfrieden sein, wenn man selber den Frieden Christi ,zu besitzen glaubt. Nein, das heißt die Not und Sorge des Lebens und des Alltags tragen als ein aufrechter Mensch. Aufs Reden kommt es hier gar nicht an, nur auf das Tun, auf das Tun und Handeln nicht etwa nur am Sonntag, in der Kirche, sondern weit mehr noch an der Arbeitsstätte, in der Familie, im öffentlichen Leben. Freilich kann da keine Vorschrift gegeben werden, wie man sich im Einzelnen zu verhalten hat; wer sich ehrlich müht, ein Christ gu sein, der weiß es.
Daß der Friede Christi eine Stätte in uns findet, das ist das einzig Notwendige, was wir tun können, um der verworrenen Welt den Frie- den wiederzubringen helfen, den einzigen Frieden, der von Dauer ist, weil er wohl für diese Welt, aber nicht von dieser Welt ist.
Katholiken und freiwilliger Arbeitsdienst.
Von Anfang an haben auch katholische Kreise die sozialwirtschaftliche wie volkserzieherische Bedeutung des FAD. erkannt und auf die Möglichkeiten seiner Auswertung hingewiesen. Wenn gegenwärtig rund 17 0 0 0 Dienstwil- lige aus der organisierten katholischen Jugend bei Werken des FAD. ein» gereiht sind, so ergibt sich daraus deutlich genug die praktische Bedeutung dieser notzeitgemäßen Form der Gemeinschaftsarbeit. Zur Wahrung
wesentlicher Interessen, geistiger wie materieller, hat sich am 27. Mai in Köln innerhalb der Katholischen Jugend Deutschlands (KW.), Sitz Essen, die 1,6 Millionen junge Katholiken umfaßt, ein „Katholisches Heimatwerk für Freiwilligen Arbeitsdienst" gebildet; ihm gehören auch die Arbeitervereine, der KKV. sowie der Deutsche Karitasverband an. (Der Deutsche Karitasverband hat sich bekanntlich von Anfang an den Fragen des FAD. mit Weitblick und Hingabe gewidmet.) Das Heimatwerk stellt sich als Aufgabe die Förderung des FAD. innerhalb des katholischen Dolksteils sowie seine korporative Vertretung nach außen. Es hat seine Geschäftsstelle in Köln, Kolpingsplatz 9—11. — Unterm 1. Juni hat das Katholische Heimatwerk für Freiwilligen Arbeitsdienst eine Denkschrift an den Reichsinnenminister und an weitere Reichs- und Verwaltungsstellen gerichtet und darin die Stellungnahme der ihm angeschlossenen Verbände zu den Problemen des FAD. zum Ausdruck gebracht. In der Denkschrift ist u. a. die Rede von der Zielsetzung des FAD., von dec Frage seiner Freiwilligkeit oder Pflichtmäßigkeit, von den Formen und Arbeitsprojekten des FAD.; zur Erweiterrmg des Personsnkreisss wie zu Ver- waltungs- und Organisationsaufgaben des FAP. sind wesentliche Vorschläge in der Denkschrift enthalten. Im ganzen geht aus ihr hervor, daß die katholischen Verbände den FAD. im gesamten katholischen Volksteil nach allen Möglichkeiten zu pflegen und zu fördern bereit sind; freilich unter Betonung der Notwendigkeit, daß durch Auf_- stellung geschlossener katholischer Dienste die Prägung unserer Eigenart sichtbar werden und bleiben kann. („Karitas")
auf Kosten junger Menschen müssen wir uns verbitten", erstrecken ihn allerdings in seiner Gülligkeit auf
alle politischen Verwilderungserscheinungen, an deren Fülle uns die nationalsozialistische Be- wegung wahrhaftig nicht ganz unschuldig zu sein scheint.
Mit einigen fürsorgerischen Forderungen und Ansichten des NatiÄnalsotzialismus können wir uns durchaus einverstanden erklären, schon des. halb, weil wir sie seit langem vertreten. (Es handelt sich hier einfach um schamhaft Der- schwiegen« geistige Anleihen!) So mit dem Gedanken der vorbeugenden Fürsorge, der Freizeitregelung der Jungarbeiter, Bekärnp- sung der Lehrlings- und Iungarbeiterausbeu- Lung, Bekämpfung des Mißtrauens, in dem der Fürsorgezögling in der Oeffentlichkeit immer noch steht, mit der positiven Bewertung der freiwilligen Erziehungshilfe, der Forderung der Anstaltsdifferenzierung und Gruppeneinteilung.
An dieser letzten Stelle tritt aber deutlich die Unklarheit des NÄionalsozialismus in eigentlichen Erziehungsfragen hervor. Während man einerseits bei der Psychopathenerziehung ver- langt (Nr. 2 S. 9): Man vermeide jede Vermas, sung, so daß ein persönliches Eingehen auf den ein. zelnen mit seinen Schwierigkeiten erleichtert wird", spricht man sich an anderen Stellen gegen das rerweichlick^nde Individualisieren aus. „Verweichlichung und übertriebene individualistische Be- Handlungsweise der Schwersterziehbaren und Psy- chopathen werden einer körperlichen und geistigen Gemeinschaftserziehung Platz machen müssen." (Ebda. S. 8.) Wir müssen uns gegen
das Schlagwort, das nur der Nationalsozialismus übernommen hat,
zur Wehr setzen, daß „moderne", d. h. die indi- dividuelle seelische Lage des Zöglings berücksichtigende Erziehung mit Verweichlichung gleich- züsetzen ist. Auch Strenge hat darin ihren Platz, allerdings nicht ein kollektivistischer Kasernengeist.
Abschließend bemerkt der Verfasser des Kari- tasarttkels: Eine Befruchtung der fürsorgerischen Arbeit am Jugendlichen wird von dieser Richtung solange nicht zu erwarten sein, als nicht der ehr. liche Wille ftu (sachlicher Mitarbeit unter Verzicht auf jedes Schlagwort sich meldet. Ob es je dazu kommen wird? , , ,
verständlich dem nationalsozialistischen, getragen werden. Der freien Wohlfahrtspflege wird man nicht nur nicht gerecht (nur daß die freien Anstalten billiger arbeiten als die öffentlichen wird hervorgehoben), man erwähnt sie kaum. Die „freien Kräfte" werden im wesentlichen identifiziert mit der „freien Gewerkschaftsbewegung marxistischer und liberali- stischer Richtung". Das Vorhandensein einer konfessionellen oder karitativen Wohlfahrtspflege ist dem Herausgeber und den Mitarbeitern entweder nicht bekannt, oder es paßt ihnen nicht ins Konzept.
Die Fürsorgeerziehung (2. Nummer), zu der sich der Nationalsozialismus positiv einstellt, steht nach seiner Meinung ausschließlich unter dem Hu- manitätsgedanken der „allgemeinen Menschlichkeit" oder dem „proletarischen Solidarismus". Daß die Fürsorgeerziehung in unserem Lager von christlicher Gemeinschaftsidee normiert ist, wird einfach ignoriert. Als einzig richtiges Ziel auch der Fürsorgeerziehung wird in einer auf jede letzte Motivation verzichtenden Weise die nationalsozialistisch« Idee der Volksgemeinschaft dargestellt: „Sie überhebt das Einzelwesen persönlicher Fragen (!) und stellt ihn (sie!) in die bewußte Schicksalsgemeinschaft mit seinem ganzen Volk." Da hier der Nationalsozialismus eben als „Weltanschauung" und nicht als Partei gilt, kann also von einer Politisierung der Fürsorgeerziehung einfach nicht die Redeseln. „Eine Politisierung der Fürsorgeerziehung lehnen wir bewußt ab." Und überhaupt: „Die Gesichtspunkte der Radikalisierung oder Politisierung der Jugend sind unsachlich und verraten seniles Denken". Damit ist also mit taschenspielerischer Eleganz dieser Einwand widerlegt! Die Kritik des Kommunismus an der Fürsorgeerziehung wird (mit Recht) abgelehnt. Wir bejahen auch rückhaltlos den in diesem Zusammenhang stehenden Satz „Demonstrationen und Propaganda
Dom Frieden Christi.
Betrachtung zum Sonntagsevangelium.
Auf einem Berge über der Stadt Jerusalem sitzt niedergeschlagen der Gottessohn und weint. Wenn das die Juden in Jerusalem gewußt hätten, besonders die Pharisäer! Wären sie da nicht erstaunt gewesen und hätten gesagt: „Was will er denn? Wir tun doch, was das Gesetz gebietet, wir gehen in die Synagoge, wir fasten und verrichten die vorgefchriebenen Gebete, was weint er denn da über uns?" Sie hätten Christi Wort von dem Frieden nicht verstanden. Wir aber wollen ihm ein wenig nachsinnen. Da müßten wir uns zuerst fragen: Wie steht es denn mit dem Frieden Christi überhaupt in der Welt, wenigstens, so weit sie sich „christlich" nennt? Da könnte man vielleicht mit guten Gründen ein Klagelied onftimmen, könnte sagen, daß es mit diesem Fn^ den nicht allzuweit her wäre, trotzdem wir doch eben nicht gerade Krieg haben. Aber schließlich sind das alles doch Dinge, die für uns erst in zweiter Linie in Betracht kommen. Denn maßgebend für uns ist die Frage: „Sind w i r Friedensträger Christi, d. h. tragen wir seinen Frie- dan in uns?"
Denn alle Bemühungen um den Frieden, mögen sie politisch, wirtschaftlich oder sozial sein, sie sind äußerlich und helfen nicht viel. Wir haben nie so wenig Frieden jeglicher Art bei den Mensch gesehen als gerade heute, wo doch von Staaten und Behörden alles Mögliche zur Erhaltung und Vertiefung des Friedens getan wird. Denn der Friede ist niemals von außen her zu schaffen, sondern nur von innen, dadurch, daß Christenmenschen den Frieden Christi in sich tragen. Und dieser Friede wird sich verbreiten in der Welt, so wie sich das Licht verbreitet, und schließlich lieben die Menschen den Frieden doch mehr als sein Gegenteil, den Haß. die Zwietracht.
Deshalb ist hier die wichtige Frage für uns, für dich und mich: „Bin ich ein Mensch, der um den Frieden Christi weiß, der ihm zustrebt? Ich will nicht sagen: der ihn hat. Dann wären wir heilig und vollkommen, so aber sind wir irrende Menschen, deren bester Teil die Sehnsucht und das Streben ist nach dem, was uns Christi Vorbild -Zeigt.
Der Friede Christi ist gegründet auf die Liebe, nur auf dem Boden der Liebe kann er wachsen, man kann ihn nicht verordnen oder befehlen. Wer
„Valionalsozialislische Wohlfahrtspflege" ?
Ein Vorstotz in nnenldeckles Land! — Sie ignorieren Wollen und Wirken der Karitas!
neunter Sonntag nach Pfingsten.
Elngangslied: Pf. 52, 6—7.
Seht, Gott hilft mir, der Herr ist meiner Seele Hort. Wende das Unheil ab auf meine Feinde, in deiner Treue vertilge sie, mein Beschützer, o Herr. (Ps. ebb. 3) Gott, in deinem Namen rette mich, in deiner Kraft befreie mich.
Epistel: 1. Lor. 10, 6—13.
Brüder! Seien wir nicht lüstern nach dem Dösen, so wie jene, (die Juden) lüstern waren. Werdet auch keine Götzendiener, wie einige von ihnen, von denen geschrieben steht: Das Volk fetzte sich, sie aßen und tranken; dann standen sie auf und tanzten. Laßt uns auch nicht Unzucht treiben, wie einige von ihnen Unzucht trieben, darob an einem Tage 23 000 umkamen. Laßt uns Christus nicht versuchen, wie ihn einige von ihnen versucht haben und durch Schlangen umkamen. Murret nicht, wie einige von ihnen murrten, und durch den Würgengel getötet wurden. Das alles widerfuhr jenen vorbildlich. Uns aber, die wir in den letzten Zeiten leben, ist es zur Warnung geschrieben. Wer darum meint, er steh«, der sehe zu, daß er nickt falle. Möge keine Versuchung über euch kommen, welche die menschlichen Kräfte übersteigt. Gott ist getreu; er wird euch nicht über eure Kräfte versuchen lassen, sondern bei der Versuchung auch den guten Ausgang geben, daß chr bestehen könnt.
Evangelium: Luk. 19, 41—47.
Trauer über Jerusalem.
Einstweilen erschöpft sich das Tun der nationalsozialistischen Bewegung lediglich in viel Lärm, viel Versprechungen für eine Zukunft, von der sie selbst noch am allerwenigsten wissen, wie sie ihrer Herr werden sollen. Ganz schüchtern und selten meldet sich zwischendurch etwas, das wie der Versuch aussieht, Neues auszubauen. Aber auch da sind dann Radikalismus und Einseitigkeit der ganzen Bewegung so sichtbar, daß wenig Hoffnung aus Erfüllung bleibt. Dies gilt auch für die erst in der letzten Zeit deutlicher zutage getretenen nationalsozialistischen Bestrebungen auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege.
Im Iulihsft der vom Deutschen Karitasver- verband herausgegebenen Zeitschrift „K a r i t a s" unternimmt es ein sachkundiger Mitarbeiter, die Anfänge nationalsozialistischer Jugendwohlfahrtspflege kritisch zu betrachten. Einiges daraus scheint allgemeinerer Beachtung wert.
Seit dem 1. April 1932 gibt die Reichsleitung der NS.-Jugendbeweg'.mg (Hitler-Jugend), München, «in« im Abziehverfahren hergestellte Zeitschrift „Soziale Arbeit" heraus (verantwortlich: Fritz Kraus«), Die beiden ersten vorliegenden Nummern beschäftigen sich fast ausschließlich mit Jugendwohlfahrtspflege. Die Blätter wollen in sachlicher Weise vom Boden des Nattonalsozialismus als Weltanschauung zum sozialen Arbeitsgebiete Stellung nehmen und alle Kräfte zusammsnfassen, die willens sind, auch die Sozialarbeit in den Dienst der „kommenden Weltanschauung" zu stellen. Freilich geht die Kritik am Bestehenden vielfach über bas sachliche Maß hinaus. So wirft man dem „System" vor: „M- bau des Vorhandenen, Verhätschelung der Minderwertigen, Verständnislosigkeit gegenüber den Belangen der Gesunden". „Es scheint doch so, daß der heutige Staat an einem gesunden Nachwuchs deshalb kein Interesse hat, weil aus ihm ein starker Gegner erwachsen könnte." (!)
Di« Wohlfahrtspflege muß vom Staat, selbst
Meinigketten.
Das Hakenkreuz als jüdisches Symbol?
Daß bas Hakenkreuz (Swastika), auch Zigeuner, kreuz und Gnostikerkrenz genannt, weit über den Bereich ber indogermanischen Völker hinausgeht, ist längst bekannt. Es ist eine Vergewaltigung der Wissenschaft, wenn Rassenfanatiker dieses urzeitliche Zeichen nur als Stammessymbol ber arischen Völker gelten lassen wollen. In Europa finbet es sich aul vorgeschichtlichen Ueberresten, die in Zei- ten zurückgehen, in welchen Jnbogermanen noch gar nicht bis dahin gekommen waren. Dm fernsten Osten kommt es frühzeitig bei den Japanern und im Westen bei den Inkas vor, die unsere Ras. fern-einiger ja wohl kaum als Stammesbrüder anerkennen werden.
Aber ein Treppenwitz ber Weltgeschichte tft es doch, daß nun, nachdem man ben Kult bes raffe- reinen und raffeheiligen Hakenkreuzes fo schön entwickelt hat und so gerührt wie rührend pflegt, die Steine noch einmal zu reden anfangen und bas geheiligte Raffezeichen ausgerechnet als — j ü difches Symbol enthüllen. Bei ber Ausgra- buna ber jüdischen Synagoge ber Villa Torlonia in Rom (Veröffentlichung der Ergebnisse burch Wolfgang Beyer unb Hans Lietzmann, Berlin, de Gruyter) hat man es bei der Ausstattung der Gräber verwendet gefunden neben — dem sieben- armigen Leuchter, der Thorarolle, dem Feststrauß des Laubhüttenfestes, dem Horn bes Neujahrs- festes, bem Beschneibungsmesser! Arme arische SA.-Leute, welche Aussichten tun sich da auf!
Moskau mutzte klein beigeben, ob es wollte oder nicht, und eine Verfügung wurde veröffentlicht, die jenen Bauern und Kollektivisten, die ihren Ablieferungsplan erfüllt haben, gestattete, landwirtschaftliche Produkte frei auf den städtischen Märkten zu verkaufen. Aber die Verfügung kam zu spät, denn der größte Teil der Bauern hatte nichts mehr zu verkaufen. Das was heute auf die Märkte kommt, ist zum größten Teil Frühgemüse, das übrige ist nicht der Rede wert. Aber selbst dieses, was nicht der Rede wert ist, darf der Bauer nicht frei verkaufen, obschon Moskau es ihm per Dekret gestattet hat; denn „kommt ein Kol- lektivist mit Butter oder Eiern auf den Martt, so nimmt ihm die Miliz (Polizei) diese Produkte ab". Dieses schreibt die Moskauer „Deutsche Zentralzeitung" (der deutschsprachige Ableger der amtlichen „Prawda") Nr. 141 vom 22. 6. 32. Aber auch hier handelt es sich nicht um einen Einzelfall. Das kommunistische Zentralorgan der Wolgadeutschen, die „Nachrichten" Nr. 142 vom 22. 6. 32, meldet: „In Pfeifer, Kanton Frank (Wolgarepublik), jagte der Vorsitzende des Dorf- rates Sttoch einem Armbauern nach und nahm ihm ein Pud (16 Kilogramm) Mehl ab, weil er fürchtete, er könne das Mehl auf dem Martt verkaufen. Einem anderen Bürger wurde ein Pud (16 Kilogramm) Mehl abgenommen, das ihm sein Schwager aus dem Schwarzerdegebiet gebracht hatte. Nach langem Streite mit dem Dorfratsvvrsitzenden gab dieser 11 Kilogramm zurück, während er den Rest für sich behielt..."
Buchstäblich jede Nummer irgendeiner Sowjet- zeiiung bringt ähnliches Material massenweise. Kann man da noch von „Einzelfällen" sprechen und von ,Auswüchsen, die es in jedem Lande gibt"? Nein, solange der Bolschewismus in Rußland herrscht, wird der russische Bauer ausgeplündert werden, denn Rauben und Plündern ist nun einmal die Natur des Bolsche- wismus.