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Anzeiger für die Stadt Julda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Nr. 156

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbellagen:Die Well im Lil-" undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 3153, Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152. ::

Samstag, 9. Juli 1932.

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Mtg. 59.

Vor pupens Abschluß in Lausanne.

Drei MMarden^Zahlung als Grundlage. Die politischen Gegenleistungen werden vorläufig vertagt.

Der amtliche Draht gibt der Öffentlichkeit folgende Darstellung:

ERB. Berlin, 8. Juli. (Eig. Meldg.). Nach den Meldungen, die heute vormittag aus Lausanne hier eingetroffen sind, dürfte die Einigung und damit der Abschluß der Konferenz dicht bevorstehen. Die politischen Fragen sind zunächst beiseite geschoben worden, da die Franzosen es unter allen Umständen a b l e h n e n, die deutschen Forderungen zu erfüllen. Es ist aber damit zu rechnen, daß die Engländer dem deutschen Standpunkte in verständiger Weise Rechnung tragen. Eine deutsch-englische Verstän­digung über diese Dinge würde bedeuten, daß England sich von der längst überholten Auffas­sung Frankreichs trennt, nach Ansicht unterrich­teter deutscher Kreise ein Erfolg, der für uns mo­ralisch und politisch außerordentlich wertvoll Gse'm würde. Auch hierüber wird im Laufe der Ta­ges gewiß Klarheit geschaffen werden.

Die finanzielle Frage ist in der Form gelöst worden, daß die Franzosen von ihrer For­derung von 4,2 Milliarden auf 3 Milliarden heruntergegangen sind. Dafür werden Bonds ausgegeben zu einem Kurs von 90 Pro­zent, so daß die tatsächliche Summe sich auf 2,7 Milliarden, also ungefähr den Betrag beläuft, den die Engländer vermittelnd vorgeschlagen haben.

Die Sachverständigen haben ausgerechnet, daß diese Summe bei Berücksichtigung der besonderen Ausgabebedingungen für die Bonds dem inneren Wert der 1,9 Milliarden entspreche, die aus dem Hooverjahr noch zu zahlen sind. An die Aus- cfa b e der Bonds ist nämlich vorläufig überhaupt nicht zu denken, da ein Kurs von 90 Prozent nicht zu erzielen ist, so länge die Pounganleihe so niedrig steht. Sie wurde gestern mit 64 Praz. notiert. Ein weiteres Hinderungsmoment für die Ausgabe ist der niedrige Zinssatz, der 5 Prozent beträgt gegenüber 6 Prozent der Younganleche. Aus.der ganzen Situation ergibt sich, daß die Emission der Bonds eine Verminderung des Gold­wertes zur Voraussetzung hat.

Grundscitztzch sind bei der Beurteilung der finanziellen Seite von Lausanne drei Gesichts­punkte^ zu unterstreichen. Das ist erstens die Tat­sache, daß die Ausgabe der Bonds an sehr wesentliche Sicherungen geknüpft ist, zweitens, daß die Zahlung nicht über das hinausgeht, was an aufgelaufenen Verpflichtungen besteht, und daß drittens damit die Reparationen am 1. ZM d. I. aufgehört haben. Die Mixen-Elaims und ähnliche nun einmal bestehenden Ansprüche sind hierin nicht, enthalten. Nach Auffassung gut Unterrichteter Kreise wird diese Tatsache durch die Sicherungen ausgewogen, die in den Ausgabemodalitäien liegen.

Man wollte übrigens wissen, daß die in Ber- un verbliebenen Reichsminister heute vormittag eine Kabinettsitzung abgehalten hätten, in der ihre -Stellungnahme in der Frage der Annahme oder Ablehnung der Lausanner Ergebnisse be­schlossen werden sollte. Das ist, wie wir von unterrichteter Seite erfahren, nicht der Fall. Es hat keme Kabinettsitzung stattgefunden, und so liegt die Entscheidung zunächst bei der De- lega tion in Lausanne, die unter der Füh­rung des Reichskanzlers steht. ,

wtb. Lausanne, 8. Juli. ((Eig. Meld.) Um 12 Uhr mittags trafen nach einer Unterbrechung der Verhandlungen die deutschen Delegierten wie­der im Hotel der englischen Delegation ein. Die Verhandlungen, die im Augenblick geführt wer­den, sind entscheidend und zwar fällt die Entscheidung in negativem Sinne, wenn die deut­schen Konzessionen inbezug auf die Abgeltung der Verpflichtungen aus dem Hooverjahr und auf die Formulierung des Abkommens abgelehnt werden, in positivem Sinne, falls in diesem Punkte nun­mehr eine Einigung erfolgt.

*

Dorangegangen waren folgende Meldungen:

Am Freitagnachmittag hatte Herriot endgültig die Annahme der von Deutschland gestellten vier Vorbedingungen abgelehnt, womit für die deutsche Abordnung eine völlig neue Lage geschaf­fen wurde. Man betrachtete in Kreisen der deut­schen Abordnung damit auch die Zustimmung Deutschlands zum Laytonplan als erledigt. Wäh­rend in Berlin ein Ministerrat über die Lausan­ner Konferenzkrise beriet, stand der Reichskanzler v. Papen in telefonischer Verbindung mit Berlin. Man entschloß sich nach der Ablehnung der groß­äugigen Regelung durch Herriot, sich auf d i e eigentliche Tributfrage zurückzu- ä'ehen. Die deutsche Abordnung muß nunmehr nur noch auf der Grundlage des am 1. Juli abge- wusenen Hoovermoratoriums verhandeln.

, Aach dem Abschluß der Nachmittagsverhand- mngen erklärte Herriot, daß im Falle des ergebnis- chen Verlaufs Frankreich automatisch u। den Doungplan zurückgreifen

e" $n später Nachtstunde wurde von eng- Seite ein neuer Vermittlungsversuch unter= üb» sollten dabei die Verhandlungen

werden ^tischen Fragen wieder in Gang gesetzt

O, r?tb- Lausanne, 8. Juli. (Eig. Meld.) Die bmiL*19 e n Verhandlungen in Lausanne He^-"..bis 3 Uhr nachts. Auf Befragen sagte steh» die Lage:Es geht gut, es be- yenaberzwischen Deutschland und

Frankreich noch erhebliche Meinungs- versch iedenheiten über die politi­schen Formeln."

wtb. Lausanne, 8. Juli. (Eig. Meld ) Die bis in die frühen Morgenstunden geführten Verhand­lungen wurden heute vormittag 10 Uhr fortgesetzt. Der Reichskanzler, der Reichs­außenminister, der Reichsfinanzminister und Staatssekretär von Bülow begaben sich in das Hotel der englischen Delegation, wo gleichzeitig auch Herriot und die anderen Mitglieder seiner Delegation eintrafen. Die Verhandlungen wur­den unter englischer Vermittlung auf der Grund­lage der verschiedensten von den einzelnen Delega­tionen ausgearbeiteten Berechnungen geführt. Sie wurden um 11.15 Uhr unterbrochen. Es handelt sich zunächst um die Frage der Form, in wel­cher bei völliger Einstellung der Re­parationen ab 1. Juli 193 2 die rück­ständigen, gestundeten Beträge aus dem Hooverjahr abgegolten werden sollen. Eine Verständigung hierüber ist noch nicht erfolgt, doch werden die Verhandlungen im Laufe des heutigen Tages fortgesetzt.

Gleichberechtigung in der ßolonialsrage.

ERB. Hamburg, 8. Juli. (Eig. Meld.) Die Handelskammer hat an den Reichskanzler in Lau­sanne das nachstehende Telegramm gerichtet: Die Handelskammer begrüßt den Widerstand, den die deutschen Unterhändler den gegnerischen Forderun­gen entgegensetzen. Unsere Unterhändler müssen wissen, daß heute das deutsche Volk nicht verlangt, daß die Verhandlungen auf jeden Fall mit einem Ergebnis abschließen. Es ist besser, ohne Abschluß heimzukehren, als ein Opfer zu bringen, das nachher bereut wird. Unter allen Umständen aber er­wartet die Handelskammer Hamburg, daß neben $efeitigiung der Schuldlüge und der übrigen Dis­kriminationen auch die Streichung d.er Lüge wegen der Verwaltung der Ko­lonien erfolgt. Englische und amerikanisch« Sachverständige haben heute genug die Unwahr­heit solcher Beschuldigungen festgestellt. Deutsch­land muß auch in der Mandatsfrage über die Ko­lonien dieselben Rechte erhalten, wie andere Na­tionen. Was diesmal versäumt wird, wird später schwer wieder einzuholen sein.

*

Von der englischen Abordnung auf der Genfer Abrüstungs-Konferenz wurde eine Stellungnahme zum Abrüsttmgsvorschlag Hoovers bekanntgege­ben, in der u. a. eine Abänderung der amerikani­schen Vorschläge in mehreren Punkten vorgenom­men und ein neuer Vorschlag für die Seeabrüstung gemacht wird.

Anleihe für Gdingen?

wtb. Lausanne, 8. Juli. (Eig. Meld.) Der pol­nische Außenminister verhandelte gestern mit Herriot über eine Anleihe von 300 Mill, fran­zösischer Franken für den Ausbau des Ha- fens von Gdingen (Konkurrenz für Danzig) und für die polnischen Eisenbahnen.

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wtb. Paris, 8. Juli. (Eig. Meld.) Wie Havas aus Lausanne berichtet, hatte Ministerpräsident Herriot eine ziemlich lange Unterredung mit dem italienischen Außenminister G r a n d i. In auto­risierten Konferenzkreisen erkläre man, heißt es in der Meldung weiter, daß der Abschluß eines Kon- sulativpaktes von der englischen Delegation Mar angeregt worden fei, daß aber entgegen an­deren Meldungen die französische Delegation die­sen Vorschlag zurückgewiesen habe. Frank­reich sei der Ansicht, daß ein solches Abkommen das Betätigungsfeld des Völkerbundes einschrän­ken würde.

Frankreich will die Einfuhrkontingenkierung abbauen.

wtb. paris, 8. Juli. (Eig. Meld.) Handels­minister Durand hat gestern vor den Zollausschuß der Kammer über die französische Han­de l s p o l i t i kk gesprochen und erklärt, er sei geneigt, allmählich und für jeden Industriezweig nach besonderen Richtlinien die Handelshemmnisse der Kontingentierung abzubauen. Durch Revision der Handelsverträge wolle Frankreich den neuenErfordernissen der wirtschaft­lichen Umstände Rechnung tragen.

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Eine Meldung des Außenpolitikers des natio­nalistischenEcho de Paris" besagt, Ministerprä- ident Herriot sei in bezug auf die Gesamtsumme rachzugeben bereit. Er wolle von den ge­orderten vier Milliarden, die noch bis Donnerstag spät abends als unaMastbar und unverrückbare Forderung bezeichnet wurden, a u f drei Milliarden heruntergehen.

Das Blatt polemisiert heftig gegen diese angeb­liche Nachgiebigkeit und meint, Herriot hätte unter die Summe von fünf Milliar­den nicht heruntergehen dürfen, lebrigens melden einige Blätter, daß auch eine Herabsetzung auf drei Milliarden noch nicht eine Einigung über die Frage der Pauschalsumme her- beiführen werde, da man auf deutscher Seite zur Zahlung einer solchen Summe nicht bereit sei.

Außerdem sei man über die Emission der auszu­gebenden Bonds noch nicht einig gewesen, da be­kanntlich die deutsche Delegation die Bedingung gestellt habe, daß dabei gewisse Vorsichtsmaßregeln getroffen würden. In den politischen Fra­gen ist offenbar gar nichts zu machen.

Englischer Optimismus.

ERB. Lausanne, 8 Juli. (Eig. Meld.). Kurz vor Schluß der Sitzung verließ um 1.30 Uhr Mac- donavd zuerst das Beratungszimmer und teilte den wartenden Journalisten mit, daß sehr gute

BDZ. Berlin, 8. Juli. (Eig. Meld.) Der Ael- teftenrat des Preußisch. Landtages trat heute vor­mittag kurz nach 10 Uhr zusammen, um den Be­ratungsplan des Hauses festzulegen. Bereits nach wenigen Minuten war die Sit­zung . a. u f g e f I o g e n, da die Nationalsoziali­sten erklärten, die vom Staatsrat verabschie­dete Amnestieoorlage, die heute den Landtag be­schäftigen wird, sei so ungenügend, daß an ihrer Ablehnung gar nicht zu zweifeln sei. Unter diesen Umständen würden die Nationalsozialisten einer Vertagung des Landtag spie­lt u m s für einige Zeit im Juli nicht zustim- rnen können, da sie unter allen Umständen eine ausreichende politische Amnestievorlage zu verab­schieden wünschten. Aus den Ankündigungen der Nationalsozialisten und Kommunisten tm Aeltesten- rat, die in der Amnestievorlage beide einig sind und zusammen auch eine Mehrheit in^ Landta gsplenuM bil­den, zogen die anderen Fraktionen den Schluß, daß es in der heutigen Sitzung des Hauses zu sehr scharfen Auseinandersetzungen über die Amnestie kommen werde. Nachmittags um 4 Uhr soll die Abstimmung über die Staatsratsoorlage erfolgen. Irgend einen weiteren Beschluß konnte der Aelte- stenrat nicht mehr fassen.

*

vdz. Berlin, 8. 7. (Eig. Meld.) Infolge der vorangegangenen Auseinandersetzungen im Aelte- stenrat lag über der Landtagssitzung schon zu Be­grün eine gewisse Unruhe. Gruppen von Abge­ordneten standen zusammen und diskutierten leb­haft die Ereignisse im Aeltestenrat. Die Natto- nalsozialisten waren bis zum Beginn der Sitzung rm Saal nicht erschienen. Erst als Präsident Kerrk die Sitzung eröffnete, marschierten sie ge- ichlossen unter Führung ihres Frattionsvorsitzen- den Kube tn den Saal ein. Die erregte Stim­mung zeigt sich sofort darin, daß von den Na- tronalsozialisten entgegen den bisherigen Gepflo­genheiten gegen die Ausschußüberweisung von Anträgen der Sozialdemokraten und des Zen­trums, die sich mit Siedlungs- und anderen Fragen befassen, Einspruch erhoben wird. Da­gegen wird gegen die debattelose Ausschußüber­weisung eines kommunistischen Antrages an den Ausschuß kein Einspruch erhoben. Die National­sozialisten Loose und Freisler beschweren sich dann erregt, daß von sozialdemokratischer Seite unzutreffende Behauptungen über sie aufgestellt worden feien.

* Berlin, 8. Juli. (Eig. Meld.) Im weiteren Verlauf der Sitzung des preußischen Landtags wurde der I u st i z m i n i st e r D r. Schmidt, als er auf neuerliche Angriffe des A b g. Kube (Nat. Soz.) gegen die Richterschaft antworten wollte, von den Nationalsozialisten durch ohrenbetäubenden Lärm nie­der g s ch r i e n. Da der Präsident nicht in der Lage war, die Ruhe wieder herzustellen, wurde die Sitzung unterbrochen. Der Minister verließ unter stürmischen Heil-Rufen der Natio­nalsozialisten den Sitzungssaal. Abg. Kube hatte

cnb. München, 8. Juli. (Eig. Meld.) Der nationalfoziaiistische Reichslagsabgeordnete Gre­gor Straffer hat als Vorsitzender des Zwischen­ausschusses des Reichstages an die Abgeordneten Torgier (KPD.), Dr. Hertz (SPD.), Weber (Staatspartei), Wegmann (Zentrum) und Pfle­ger (BVP.) sowie an den Reichstagspräsidenten Lobe Schreiben gerichtet, in denen er eine Ta­gung des Ersten Ausschusses für unnötig hält und erklärt, nicht in der Lage zu fein, den Ausschuß einzuberufen. Versuche, über den Weg des ältesten Mitgliedes den Ausschuß einzuberu- fen, feien verfassungs- und geschäftsordnungs-

Nachrichten da feien. Es ist also darauszu er­kennen, daß eine Verständigung zustandegekom- men oder unmittelbar zu erwarten ist. Von an­derer englischer Seite wird mitgeteilt, daß die technischen Arbeiten den heutigen Nachmittag in Anspruch nehmen und daß vielleicht eine Schluß­sitzung der Konferenz morgen vormittag möglich sein werde. Eine Bestätigung dieser englischen Auffassung von anderer Seite liegt n o ch n i ch t vor, da sowohl die deutschen wie die französi­schen Delegierten in getrennten Zimmern noch arbeiten.

u. a. erklärt, daß, wenn die politische Amnestie der Nationalsozialisten nicht durchgehe, der Landtag auffliegen werde. Nach Wiedereröffnung der Sitzung nahm ein kommunistischer Redner das Wort.

*

Eine Schmach und die Leute in Deutschland, Vernunft verloren Radikalen solches lassen müssen. *

Der Preußische Staatsrat hatte am Bonners« tagnachmittag die Amnestievorlage, die von ihm selbst ausgearbeitet worden ist, gegen die Stimmen der Kommunisten und des Zentrums ange­nommen. Die Zentrumsfraktion ließ erklären, daß nach ihrer Austastung keine Vorausset- jungen gegeben seien, die in diesem Au­genblick ein Amnestiegesetz rechtfertigen könnten. Eine Amnestie stärke gegenwärtig nur diejenigen Elemente der Straße, die durch ihre täglichen Ausschreitun­gen ohnehin schon die öffentliche Si­ch e r h ei t st a rk g e f ü h r d e t e n.

Die Zentrumsfraktion des Preußischen Land­tages hat Donnerstagmittag beschlossen, wie bis­her grundsätzlich gegen die Aushebung der Immu­nität von Abgeordneten zu stimmen. Sie wird also zu dem Beleidigungsprozeß, den Hitler gegen den Abg. und preußischen Ministerpräsidenten Braun plant, nicht die Zustimmung geben.

Dom Hessen-Landtag.

Am Donnerstag trat der neue Hessische Land­tag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Die Nationalsozialisten waren nicht in Parteiuni­form erschienen. Zum Präsidenten des Landtages wurde der Präsident des vorigen Landtags, der nationalsozialistische Abgeordnete Studienrat Wer­ner aus Butzbach mit 45 gegen 25 Stimmen wie­dergewählt.

Bei der Wahl der beiden Präsident« n- stellvertreter erhält der Zentrumsab­geordnete Weckler mit 61 (von 70) Stim­men die absolute Mehrheit. Auf den national- sozialistischen Kandidaten Klostermann kommen 35 Stimmen. Die gleiche Zahl fällt auf den Sozialdemokraten Delp. Die Stichwahl bringt fein anderes Ergebnis. Nach der Geschäftsord­nung wird deswegen das Los zwischen Delp und Klostermann gezogen. Der Alterspräsident zieht es für Klostermann. Die Stimmabgabe von 35 zeigt, daß die Vertreter der Nationalen Ein­heitsliste Niepoth-Schlitz (Vp.) und Glaser (Land, volk) ebenso wie der Deutschnationale den Natio­nalsozialisten neben dem Ersten Präsidenten auch noch das Amt eines Vizepräsidenten verschafft ha­ben.

Die Nationalsozialisten hoffen, daß ihr Führer Studienrat Werner-Butzbach nunmehr auch noch zum Staats-Präsidenten gewählt wird.

widrig. Darüber hinaus aber sei er prinzipiell der Meinung, daß das deutsche Volk nicht mehr der aufgelöste Reichstag oder ein Ausschuß des nicht mehr existierenden Reichstages interessiere, sondern einzig und allein nur noch die Zusam­mensetzung und Leistung des am 31. Juli zu wählenden Reichstages.

*

Vor allem sollte das deutsche Volk die Erhaltung der Volksrechte interessieren, um die man es zugunsien mäch.igec Jn^ceijenten- Gruppen bringen will.

Heuet Skandal im Preußen-Landtag.

Nazi und kozi in einer Front.

Amnestiekrach im Landtag. - Der Justizminister niedergeschrieen.

Strasser wagt es nicht!

Er verweigert die Einberufung des Aeberwachuugsausschusses des Reichstages. Die Rücksicht aus die Regierung von Papen- von Schleicher veranlatzt ihn zweifellos zu dieser Haltung.

Der Kampf gegen die freie presse.

Schande ist es, daß die noch nicht die haben, sich von den Tollhaus bieten