Beilage zur Fuldaer Zeitung
Nr. 149
Die Arche des Bundes.
Aus einem alten IHatienpfalter.
Wenn hoch und höher steigt die Flut, Maria mild:
Hilf, Mutter! Still' des Sturmes Wut, Sei Schirm und Schild!
Sinkt tief und tiefer unser Mut, Maria rein:
Behüte forglich Hab und Gut Der Kinder Dein!
Wir stehen unter Deiner Hut
Maria treu:
Am Kreuz verschreibt uns Christi Blut Dir stets aufs neu!
Unsere Frauen und die Hol der Zeit.
Don Dr. meb. F. Mose r-Berlin.
Die von Tag zu Tag größer werdenden wirtschaft- lichW Schwierigkeiten, die Arbeitslosigkeit, die Derrin- geMkng der geschäftlichen Umsätze, die Not im Handwerk usw. hat dazu geführt, daß die Frau, die ohnehin die Sorge für die Familie und durch die gesamte Haushaltsführung auch früher schon schwer belastet war, noch viel stärker herangezogen wird, sehr zum Schaden ihrer Gesundheit und Arbeitsfähigkeit. Man kann in den letzten Jahren die Beobachtung machen, daß der Gesundheitszustand unserer Frauen in manchen Bezirken, man denke an die großen Industriegebiete in Rheinland und Westfalen und auch an die Hungergebiete in Thüringen und im sächsischen Erzgebirge, sich so katastrophal verschlechtert hat, daß man sich ernsthaft als Arzt die Frage vorlegen muß, ob das auf die Dauer fo weitergehen kann. Es ist eine nicht abzuleugnende Tatsache, daß die Not der Zeit sich an der Frau weit stärker abreagiert als am Mann, denn es ist eine immer wieder zu beobachtende Erscheinung, daß der Mann, auch wenn er ohne Erwerb und vielleicht schon jahrelang arbeitslos ist, doch nicht so sehr von der Not be- trossen wird wie die Frau. Der Mann hat die Mög
lichkeit, sich draußen in der Natur zu zerstreuen, er kommt an die Luft, er geht, leider gezwungener Weise, spazieren, er trifft sich mit Bekannten und Freunden, spricht sich aus und hat auch dann und wann einmal Gelegenheit, sich an einem kleinen Lebensgenuß zu erfreuen, fei es an dem geliebten Tabak ober an einem Glase Bier, bas sich bie Frau buchstäblich vorn Munde abspart. In allen biefen Dingen ist bie Frau der lei* dende Teil. Sie muß die geringen Geldmittel, die ihr noch zur Verfügung stehen, einteilen, sie sieht sich Tag für Tag vor die Notwendigkeit gestellt, mit einer Geldsumme den Haushalt zu bestreiten, die eigentlich für ein Familienmitglied schon zu gering ist. Was sie vom ersparten Geld nicht dem Mann gibt, kommt den Kindern zugute, die in saft allen Familien noch am wenig- ften von der erschreckenden Not spüren, die heute überall herrscht. Bei den Untersuchungen kann der Arzt ftst- stellen, daß das Kind selbst in Familien, deren Ernährer schon Jahre ohne Arbeit ist, immer noch über einen gewissen gesundheitlichen Fond verfügt, der rasch und zusehends abnimmt, wenn das Kind aus der Schule entlassen ist und zu den Erwachsenen gezählt wird. Dann geht die Kindernot erst an, und wir hoffen, daß sie nicht nur aus den Fürsorgemaßnahmen heraus, die Reich, Staat und Gemeinden für die Kinder getroffen haben, sondern auch durch eine Besserung her wirtschaftlichen Sage bedingt, in ihren Auswirkungen nicht so tragische Folgen zeitigt wie die Frauennot, die wir heute schon überall im Lande haben. Ausgabe der Zukunft und zwar der allernächsten Zukunft wird es sein müssen, diese Frauennot zu bekämpfen, und zwar mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Die Frau und Mutter, die nun schon seit Jahren den härtesten Kampf mit dem Leben führt, die der kleinen Erholungspause nach dem Krieg und nach der Inflation sich kaum recht bewußt werden konnte, wird körperlich und geistig nicht mehr lange ihre Aufgaben erfüllen, wenn man nicht dafür sorgt, daß in den Familien in irgend einer Form eine wesentliche Erleichterung eintritt. Die Frauennot bei uns in Deutschland ist so groß geworden, daß wir ängstlich daraus bedacht sein müssen, hier einen Grenz- wall aufzurichten, schon im Interesse unseres Volkes, das nur bann vorwärts kommen wirb, wenn seine Nachkommenschaft gesunb unb leistungsfähig ist.
interessant unb anmutig. Das sportliche Kleid erfreut sich der ganz besonderen Liebe der Frauen in der söge- nannten Reisezeit. Da ist zunächst bas eigentliche Sport« unb bann bas Babekleib sowie her Stranb-Anzug. Das Sportkleib bietet sich uns in reizvollen Ensembles bar, aus Selbe ober feinen Wollstoffen hergestellt. Bei ben Babe- unb Stranb-Anzügen kommen wir biesmai aus bem Staunen nicht heraus. Hier ist bie Vermiin n- lichung her F r a u e n k l e i b u n g ganz offenbar unb allgemein üblich. Man fällt auf, wenn man ber Mobe in biefen Gebankengängen, bie sich um vermännlichte Kleiber brehen, nicht folgen kann. Es mag barum Sache bes persönlichen Geschmacks unb ber Weltanschauung fein, wenn Frauen ber gebilbeten Kreise bie Män- nertleibung für sich praktisch unb schön finben. Beim Babeanzug ist bas Beinkleid sehr kurz, bagegen beim mobernen Stranbanzug muß bie Hose sehr lang unb sehr weit fein. Sie wirb an ben Seitennähten mit bunten Blenben besetzt unb hängt in ber Taille an einer festen Knopfleiste, burch bie sie an bie Bluse angenköpst wirb. Die Bluse bes Stranbanjuges ist herrenhemdartig gearbeitet, hat Schlips unb Stulpen unb hält es für fehr geschmackvoll, elegante Manschettenknöpfe zu zeigen. Der große weiche Hut unb ber bunte Sonnenschirm sinb natürlich beim Stranbanzug unerläßliche Zugaben. Wir hoffen, baß bie nächstjährige Sommermobe uns ben Stranbanzug beschert, ber einer deutschen christlichen Frau würdig ist. In der Kindermode spielt die Trainingshose eine große Rolle. Sie erscheint in den buntesten und lebhaftesten Farben, von denen blau und scharlachrot die bemerkenswertesten sind.
Denjenigen Frauen, bie garnicht mehr wußten, welche Neuerungen sie mit ber herrschenben Sommer« mobe, im Gegensatz zu ber bes Frühlings, erfinben sollten, ist ein wunbervoller Ausweg geboten in ber Neuaufmachung bes Reisekleibes. Seit Jahr unb Tag kennen wir bieses Kostüm als Jackenkleib. Dabei war bas Jackett einmal lang, ein onbermal kurz, einmal knapp anliegenb, ein anbermal weit unb lose. Es ist nun abgetan. Das Capes ist an seine Stelle getreten. Ob sich bieses Mobebing aus ber verlängerten Pelerine bes Sommers entwickelt hat? Jebenfalls ist es plötzlich ba unb wirb unglaublich viel getragen. In seiner Form erinnert es an bas Regencapes von einst. Heute ist es etwas mehr aufgeputzt, es hat bunte Blenben unb aufge- steppte Streifen, elegante Schlitze für bie Hänbe unb aufgesteppte Taschen, in benen sich allerlei kleine Reiseutensilien unterbringen lasten. Unter bem Capes trägt man neuerbings auch mieber an einem langen Schulterriemen bie kleine Lebertasche zur Aufbewahrung bes Gelbes unb ber Pretiosen, von benen man sich auch auf ber Reife nicht trennen kann. Mobe-Prophetinnen sagen bem Capes eine große Zukunft voraus. Vielleicht läßt sich jetzt schon seststellen, baß sie bie Wahrheit sagen, benn schon erscheint bei ben sommerlichen Abenbveranstaltun- gen bas ebenso elegante wie fleibfame Abendcapes. Es ist breioiertel lang, mit Pelz verbrämt unb mit Selbe gefüttert. Es wird vorzugsweise aus bem schmiegsamen Seibenfamt in schönen Farben hergestellt. Das Capes, welchen Namen es trägt ist im Wanbei ber Zeiten schon oft im Mobegefchehen aufgetaucht unb würbe jedesmal mit großer Freude begrüßt. Es kommt nur auf uns an, das alte immer neu erscheinen zu lassen und die Produktion so zu gestalten, daß niemand gegen sie etwas einzuwenden hat. Die Schönheit und Eleganz der ihre Herrschaft antretenden Sommermode sind weniger Dokumente für Geldbesitz und Derschwenderlaune, als für den praktischen Sinn der deutschen Frau, die auch das kleine und einfache Geschehen in der Mode mit ge- schickten Händen für sich zu verwenden weiß.
Die Beschäftigung von Kleinkindern an Regentagen.
Von Nora B r e s ch e r - Friedrichshasen.
Regentage, an denen unsere Kleinen und Allerkleinsten im Zimmer bleiben müssen, sind für manche Mütter eine Dual, ba bas Kleinkinb weder mit leichteren Hausarbeiten, noch mit Büchern beschäftigt werben kann. Das alltägliche Spielzeug hat aber auch schon in kurzer Zeit ben Reiz verloren, unb die arme Mutter steht in wenigen Stunden vor der Frage, wie beschäftige ich die unruhigen Racker, um wenigstens ein Stündchen der Hausarbeit nachgehen zu können. Diele Mütter sind dann ratlos, obwohl das Gute, wie so ost in der Welt,
Lassen wir uns nickst durch Rührung und billigen Appell an eine unklare Begeisterung den Blick trüben! Verständnis? — ja, das ist vornehme, große Mutter- aufgabe! Verständnis für das unbändige Herz ihrer Kinder, für ihr Stürmen und Drängen, ihr Sehnen und Wollen! Wir verstehen, aber wir gehen nicht blind- lings mit. Eben weil wir verstehen, wie ungeklärt all dies starke unb wohl auch eble Kräftefpiel in ihnen ist, gesellen wir ihrem großen Gefühl, bas blinb zugreift, unser prüfendes, wägendes Empfinden zu.
Wir sehen neben der Mutter, die glaubt, sie müsse dort stehen, wo ihr Junge in Begeisterung glüht, die größere Mutter, die diese Begeisterung zu lenken versucht, die mit Liebe unb Takt ihm klar macht, wie es nicht nur barauf ankommt, baß biefe Jugenb zum Kampfe aufgerufen wirb, fonbern auch barauf, ob ber Kampf ein befreienber ober ein jerftörenber fein wirb. Wir brauchen starke, klarsehenbe Mütter, bie biefer Ju- genb im Nationalsozialismus unb in ber 6. A. noch zu sagen vermögen, baß sie ben Kampf gegen eigene Volksgenossen nicht als roürbiges Ziel für bas Heldengefühl deutscher Jugend anerkennen. Eine deutsche Frau wird ihre Söhne nicht ausziehen lassen, damit sie eine blutige Auseinandersetzung im eigenen Volke heraufbeschwören. Die große Bewegung der Mütter in Deutschland würde nicht dadurch ihren Sinn erhalten, daß sie onfeuernb an die Seite der S. A.-Jungens tritt. Sie erhält ihren Sinn und Wert dadurch, daß sie die Jugend zu der großen Volksgemeinschaft hinsührt, in der „Sozi" und „Nazi" sich nicht gegenseitig die gesunden Glieder zerschlagen, sondern miteinander wetteisern, dem Vaterland gemeinsam zu dienen durch beste Ausbildung ihrer leiblichen unb geistigen Kräfte, burch Erhaltung von Ruhe unb Drbnung, burch tapferes, mutiges Ertragen ber Alltagssorgen unb burch einen wahrhaft ju« genblichen, nicht zu ermübenben Eifer im Auffinben Werte schaffender Arbeit. Welch eine Heldenleistung ber Mütter unb Söhne wäre bas für bas Vaterland!
Die deutsche Mutter feuert nicht an zum Bruderkrieg, sondern allein zur reinen Vaterlandsliebe! Schr.
auch hier nahe liegt. Ein Kind will ja nur beschäftigt fein und jedes Spiel, das ihm neu ist, schafft Ruhe im Kinderzimmer. Der gute, alte Fröbel, den leider viel zu wenige unserer Mütter kennen, hat Wege gewiesen, die sich ohne Mühe unb Kosten ausnutzen lassen. In jebetn Haushalt befinben sich z. B. einige Schachteln Streichhölzer. Wie schön ist es nun, mit Hilfe dieser Hölzer auf dem blanken Tisch Häuser bauen zu dürfen. Ganze Berge, Türme und Schlösser entstehen und selbst die Eisenbahn ist in rohen Umrissen nachzubilden. Schon unsere Drei- und Vierjährigen sind bei diesem Spiel eifrigst am Werk, und es ist oft erstaunlich, welche neuen Formen und Figuren die kindliche Phantasie zu schassen imstande ist. Dieses einfache Hölzchenspiel wird so zu einer Jntelligenzpriifung des Kindes. Welch herrliche Beschäftigungsspiele aber lassen sich erst aus Papier Herstellen. Eine alte Postkarte wird z. B. zerschnitten, oben und unten zwei kürzere Einschnitte, die entstehenden Enden umgebogen und ein prächtiges Pferdchen ist fertig. Bläst man ihm unter den Schwanz, fo läuft es über den längsten Tisch. Ganze Pferderennen lassen sich so veranstalten, namentlich dann, wenn man einige bunte Kartonstreifen besitzt, mit deren Hilfe die Pferdchen besser zu unterscheiden sind. Zeitungspapier ist ein ganz vorzügliches Material für kleine Schiffchen, die man in einer Waschschüssel ober in bem großen Wäschezuber mit ein wenig Wasser Herr- lich schwimmen lassen kann, wobei allenfalls bas Spiel- Häschen ober ber Fußhohen ein wenig naß werben können. Ein Stück quabratisches Schreibpapier, biagonal geschnitten unb umgebogen, ergibt mit Hilft einer Steif, nabel unb eines Stöckchens kostenlos eine hübsche Winb» mühle, geschicktere Frauenhände verfertigen wohl auch eine fliegende Schwalbe ober einen kleinen Teufel zum aufblasen. Mehrere Kinber lassen sich auch mit bem beliebten Watteblasen ftunbenlang mühelos unterhalten, auch ein paar Taschentücher, vom Vater um bie Fin. ger geknüpft, ersetzen bas kostspielige Kasperltheater, unb ben Kinbern bereitet es bie gleiche Freube.
Die sommerliche Küche.
(Ein paar gute Rezepte für warme Tage.
Die sommerliche Küche stellt an bie Hausfrau andere Anforderungen, wie die Kochkunst anderer Jahreszeiten, denn schließlich soll essen ein Genuß sein und es ist nicht immer gesagt, daß das, was uns im Winter schmeckt, auch im Sommer ben gleichen Gaumenkitzel hervorrust. Nachstehenbe Kochanweisungen sinb bem ausgezeichneten Kochkalenber (Verlag Ernst Rein- harbt in München), einer ganz vortrefflichen Hausfrauenhilfe, entnommen.
Topfenkäse mit Paprika.
Drei Liter Magermilch werben in einer Pfanne auf 38 Grab Celsius erwärmt, auf bie Seite gestellt und mit einer halben Tablette in kaltem Wasser ausgelöstem Lab verrührt. Dann läßt man die Milch ruhig stehen, bis sie dick geworden ist, woraus man sie in ein Tuch gibt unb bie Molke ablaufen läßt. Auf ein halb Pfunb Duart rechnet man vier Eßlöffel Rahm unb eine Messerspitze Salz. Mit biefen Zutaten verrührt man ben Quart, formt längliche Käschen unb bestreut sie mit Paprika.
Spinatpubbing.
Zutaten: 100 Gramm Butter, anderthalb Pfund Spinat, drei Eßlöffel Mehl, 5 Eier, Salz. Man rührt die Butter schaumig, übergießt den gut gewaschenen Spinat mit kochendem Wasser, wiegt ihn, mischt ihn nebst Mehl und Eigelb unter die Butter, gibt den stei- fen Schnee der fünf Eier dazu, salzt die Masse unb läßt sie im Wasserbab in ber gebutterten Form eine Stunbe langsam kochen. Der Pudbing wirb mitTomaten-, Zwiebel- ober Pilztunke gereicht unb kann auf folgenbe Weift garniert werben: Man dämpft kleine Karotten und ordnet sie nebst weichgekochten Blumenkohlröschen um ben gestürzten Pudding. Die Tunke wird darüber gegossen ober bazu gereicht.
an alle radiohörer. ihre «Ä radioröhren werden bei faulstich kostenlos ge- prüft. Sie können darauf warten.
kleine Notizen.
Von Otto B u r g e l-Düsseldors.
Der Geburtenrückgang ist keineswegs eine rein deutsche, sondern eine internationale Erscheinung. Man braucht nur die Geburtenzahlen einiger europäischer Länder aus dem Jahre 1900 und dem Jahre 1930 ju vergleichen. So hatte Deutschland im Jahre 1900 1 996 000 Geburten, die im Jahre 1930 auf 1127 000 sanken, England 1900 926 000 Geburten, 1930 nur noch 650 000, Schweden 1900 139 000, 1930 93 000. Das einzige euroväische Land, in dem die Geburtenzahlen gestiegen sind, ist Holland, das 1900 163 000 Geburten hatte, die sich im Jahre 1930 auf 182 000 steigerten.
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Die am meisten verbreitete Art der kindlichen T u • berkulose ist immer noch die Skrofulose, die aber heute fast in allen Fällen, rechtzeitige Behandlung vor- ausgesetzt, geheilt werden kann.
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Alljährlich sterben 46 000 deutsche Frauen an Krebs, unb zwar entfallen 0,4 Prozent aller Krebstodesfälle auf Zungenkrebs, 0,6 Prozent auf Krebserkrankungen bes Kehlkopfes, 2 Prozent auf Krebs der Speiseröhre, 17,8 Prozent auf Brustkrebs, 14,6 Prozent auf Magen- krebs, 17,7 Prozent auf Krebserkrankungen des Darmes und 21,60 Prozent auf den Krebs der Geschlechtsorgane. lieber 80 Prozent der Krebserkrankungen der Gebärmutter usw. können nach genauen statistischen Unterlagen operativ nicht mehr behandelt werden, weil bie Patientinnen zu spät ben Arzt auffuchen.
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Eine Bäuerin, bie ihren Haushalt allein versieht unb die dabei noch im landwirtschaftlichen Kleinbetrieb mit tätig ist, arbeitet durchschnittlich 3900 Stunden im Jahre Eine Landarbeiterin ist mit einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 2900 Stunden, also 1000 Stunden weniger als die Bauersfrau, belastet.
Neue Wege der Sommermode.
Geblümk und getupft — Die Frage der Unterkleidung. — Wickelbluse und Flügelärmel. — Entweder damenhaft oder sportlich. — Vermännlichung der Frauenkleidung. — Neuaufmachung des Reisekleides. —
Bon Wbertine A l
Die Schaufenster wetteifern miteinander iit der Darbietung all jener buntfarbigen Sommerstoffe, an denen die herrschende Mode unglaublich reich ist. Wie ein Blutengarten muten die Auslagen der Geschäfte an, deren Farben und Formen in reizvollen Zusammenstellungen uns draußen in Feld und Wald wieder begegnen. Schier unerschöpflich scheint die Mode in der Produktion schöner Sommerkleider zu fein, und so ist das Modekleid draußen in der Natur von einem bestrickenden Reiz. Besonders die Jugend scheint sich in buntesten Farben am wohlsten ju fühlen. Da sehen wir Stoffe aller Namen unb Arten. Geblümt unb getupft, gestreift unb tariert, jede Art ist reizvoll auf ihre Weise. Duftige Sommerkleider aus Voile unb Wollmoufseline, aus Sport-Linnen, Ajou- rette-Druck unb Fresco ä jour, erfreuen sich großer Beliebtheit, unb baneben scheinen auch Stoffe wie Maro- cain-Druck, Honan, Bemberg, Toile-fayonne, Waschkunst- seiden-Druck, Flamenga - Diagonal, den allgemeinen Wünschen und den Geldbeuteln zu entsprechen.
Nur darf man bei den schönen, farbigen Anzügen, die sich so leicht und lustig um graziöse Glieder legen, nicht vergessen, daß man eben in Sommerkleidern wandelt und daß die Mode weite Röcke mit Falten unb Plissees barbietet. Wir sinb in Gefahr, eine allgemein zunehmende Geschmacklosigkeit durch unsere stillfchweigende Zustimmung befördern zu helfen. Es handelt sich um bie wenig beachtete Frage ber Untertleibung. Hier hat die Mode offenbar einen Fehler gemacht. Sie bringt Kleider mit großer Rockweite zu hunderten und tausenden auf den Martt, aber sie hat es vergessen, die Untertleibung als höchst wichtiges Requisit bes Anzuges auf die neue Modelinie abzustimmen._________________
Mehr Autorität.
Es ist, als ob das deutsche Volt im Augenblick nichts anderes deuten könnte. Ein Wunsch und Wille nach Straffheit und Einordnung, eine Sehnsucht nach Gehorsam bricht sich in einem Maße Bahn, das ungeheuer- lich ist. Mit gutem Recht zweifeln wir daran, daß dieser Wunsch und Wille überall da, wo er sich zeigt, aus dem Innern kommt. Er ist wie eine Welle, die viele mit« reißt zu Ufern, die ihnen beim Fußsassen ganz anders erscheinen werden, als sie von weitem dachten.
Was sagen wir katholische Frauen dazu, wenn wir den tieferen Quellen nachspüren, aus denen diese Bewegung kommt, soweit sie echt ist unb guten Geistes sein will?
Wir kennen das Wort Autorität, das Wort Bindung, das Wort Dienst nicht erst heute und gestern. In einer Zeit, als eine solche Auffassung für rückständig und unmodern galt und die noch gar nicht weit zurückliegt, haben wir immer bekannt, daß Rousftau's Ansicht, der Mensch fei von Natur aus gut unb unoerborben unb werde von sich aus immer richtig handeln, irrig sei. Wir wußten, daß der Mensch sich nach einer Richtschnur über ihm einordnen muß, da er durch die tragische Schuld der Erbsünde in seinem Erkennen und Wollen geschwächt ist. In unserer Kirche haben wir eine strafte Regierungsgewalt, ein eigenes Recht. Diese Ordnung ist nicht zufällig geworden, sondern auf einer tiefen Weisheit unb Erkenntnis ber Menfchennatur aufgebaut. Der Mensch ist weiser unb verantwortungsvoller Führung bedürftig.
Das also ist uns nichts Neues, sondern ein Bestandteil unserer Lebensauffassung.
Aber auf der anderen Seite lebt in uns ebenso stark das Bewußtsein der freien Persönlichkeit. Dieses Bewußtsein geht bis in die letzten Wurzeln unseres Seins. Der Wert jeder einzelnen Menschenseele ist für uns unermeßlich und hält das Gegengewicht der ganzen anderen
recht, Düffelbo-rf.
Aber wir dürfen hier nicht allein der Mode Vorwürfe machen, denn vielleicht haben wir es selbst übersehen, auf das Unterkleid einen zweckentsprechenden Wert zu legen. Ist es nicht so? Hand aufs Herz! Geben wir darum der Mode, was der Mode ist und verschließen wir die Charmeuse-Unterkleider in die Tiefen des Klei- derfchrankes, solange, bis die engen Röcke wieder Mode werden.
In den Formen ist die Sommermode von der des Frühlings abgewichen. Es haben sich einige neuen Stufen als besondere Lieblinge der Frauenwelt erwiesen, z. B. die Wickelbluftn aus zart getönter Seide, deren Vorderteile in zwei langen Schals enden, die um die Taille geschlungen und dann an der Seite oder um Rücken geknotet werden. Die Form erinnert an die ehemaligen bunten Schärpen und sieht auf dunklen Röcken, bie man aus feinen Wollstoffen arbeitet, sehr hübsch aus. Die Bluse mit ben Flügelärmeln gehört auch zu ben auserkorenen Lieblingen, jedenfalls ist sie sehr leicht und luftig unb für die selbstfchneidernde Hausfrau sehr leicht herzustellen. Die Blusen haben eigentlich eine einheitliche Tendenz, trotzdem sie zweifach in Ziel und Zweck sind. Entweder gehören sie zu dem garnierten und reich geschmückten Kleid der „Dame", ober es ist der Sport, in dessen Dienst sie sich stellen. Dieses Bestreben, etroe« ber bamenhaft ober sportlich zu erscheinen, geht durch bie ganze Mode. — Während wir in ber ba- menhaften Kleidung bie Betonung des Anmutigen, Geschmückten sehen, dessen Linien weich und biegsam sind, hat das sportliche Kleid die strengen Formen der Einfachheit, ohne jedoch des Schmuckes entbehren zu müssen. Durch kleine Attribute machen wir das sportliche Kleid geschaffenen Welt aus. Jeder Mensch strahlt trotz der mannigfaltigen Aehnlichkeit der äußeren Dinge em einmaliges Licht aus; jeder Mensch ist gewürdigt worden — um bas Tiefste zu nennen — daß Gottes Sohn für ihn persönlich sich geopfert hat.
Wir können nie unb nimmer zugestehen, baß biefe Würbe bes einzelnen Menschen auf einmal von ber Welt nicht mehr gesehen werben soll. Seher ist ©lieb bes Ganzen, jawohl, ober jeder ist unendlich mehr, als nur Glied und Bestandteil. Wie wir in einer Zeit, als restlose Freiheit Trumpf war, bas Wort Ehrfurcht nicht verlernt haben, fo muffen wir auch jetzt uns bie tiefere Einsicht in bas Wesen bes Menschen bewahren. Als beuische Frauen empfinden wir ganz besonders, daß eine solche Mißachtung ber beuftchen Seele nicht entspricht. Der Deutsche wird auf bie Dauer nicht ertragen können, daß sein natürliches Recht mit Füßen getreten wird. Die deutsche Geschichte ist erfüllt von bem Ringen um Lösungen, bie bas Recht bes Einzelnen mit bem Recht der Gesamtheit in Harmonie bringen sollten. Eine Epoche, die nur die eine Seite beachtet, irrt sich gründlich. Vor allem aber kämpfen wir an gegen solche Kräfte in unierm deutschen Volk, die die Dynamik ber deutschen Seele mißbrauchen, um selbst zur Macht zu kommen. Wir wollen Führung sehen, aber solche, bie sich ganz unb gar in ben Dienst ber Gesamtheit unter Wahrung ber Lebensrechte bes Einzelnen stellt.
Die Mutter des SA-Mannes!
Das ist ber große Ruf bes Nationalsozialismus an bie Frau: Stellt euch als Mütter an bie Seite dieses jungen, kämpfenden Deutschlands! Und bann folgt bie Klage: wie manche Mutter, beren Junge in ber Hitler- beroegung kämpfen wollte, hat ben Sohn nicht verstanden ober zu spät verstanden — wie anders hätte es fein können, wenn die deutschen Frauen zustimmend und anfeuernd der Hitler-Jugend zur Seite gestanden hätten!