Jlr. 143 Beilage zur Fuldaer Zeitung 23. Juni
Rufer Land.
«!r haben ein Land; das ist unser Land! Groß zwischen das Meer und die Berge gespannt, in uralten Wäldern orgelt der Sturm, hoch aus den Dörfern hebt sich ein Turm wie ein Segen mit seinem frommen Geläut, das wandert über die Felder weit.
Wir haben ein Land; das ist unser Land! Werkhände sind an den Hammer gespannt, glutrote Essen mit leuchtenden Stirnen verwandeln die Städte zu riesigen Firnen, darüber die Schaffenden hochgemut schreiten und den Menschengeist in die Tat geleiten.
Radikalismus oder Attlolsmus
Bon Friedrich Muckermann, S. I.
Daß etwas Neues, Großes, Befreiendes durch all die Not. die Krisen, die Verzweiflung durchbrechen möchte, fühlt man allenthalben bei uns wie in der ganzen Welt. Eine heilige Ungeduld hat alle jene Kräfte ergriffen, die dieses Neue in sich spüren, und die es in immer greifbareren Gestalten aus dem Dunkel hervortreten sehen. Diese ihrer Natur nach jugendlichen Kräfte scheinen den Zustand des Abwartens, des Sichgeduldens nicht mehr ertragen zu können, sie möchten am liebsten alles Alte über den Haufen rennen, alles, was schlecht ist an der Welt, mit Feuer und Schwert vernichten, das Neue aber erstehen lassen wie ein Zauberer, der das Unglaubliche im Handumdrehen zustande bringt. Es ist klar, daß man alle diese Menschen nicht mehr beruhigt mit den Kommandos „Ruhe da!" „Durchhalten!" „Fleischern!", so wie in den seligen Zeiten des Steckrübenwinters, nein, man muß dem Radikalismus schon zeigen, daß etwas geschieht. Die einzige Antwort, für die bei ihm noch irgendein Interesse zu erwarten ist, kann nur heißem Aktivismus!
In der Tat steht das deutsche Volk trotz aller der verschiedenartigen Wahlen, die wir erlebt haben, doch immer noch vor der einen Wahl: Radikalismus oder Aktivismus. Wir haben allen Grund, das zu betonen, um klare Verhältnisse zu schaffen. Jenen allzuvielen, die immer noch meinen, das einzige Echo auf diese Zeit könne ein überlegenes weises Lächeln sein, das Achselzucken der Erfahrung, das Jammern über Gehaltsabzüge bei denen, die am Ende noch gar nicht wissen, was Not i st, werden wir mit aller Deutlichkeit sagen müssen, daß ihre Zeit um ist, daß es heute um etwas ganz anderes geht, daß das Geknatter und das Gekrächz der morschen Bäume nicht den Ton der Musik des Frühlingswehens ist, das durch den jungen Wald geht.
Aktivismus heißt die Losung, Mut, Tätigkeit, bauen, weiterschreiten, das Unmögliche möglich machen. Gab er nicht, wie Magnus Wehner in seinem Buch von den „Sieben vor Verdun" sagt, in jenen grauenhaften Schlachten Menschen, die im Feuer des Angriffs wußten, daß sie den vollen Sieg erfechten würden, und die den Generalstab tadelten, der diese alles überwältigende Begeisterung nicht hinreichend begriffen habe? Wir haben im öffentlichen Leben am Ende allerlei Generalstäbe aus der guten alten Zeit, die wohl wissen, wie man ein Stabsquartier einrichtet und wie man das Zeremoniell den Exzellenzen gegenüber wahrt, die aber keine Ahnung mehr haben von der frischen frohen Feldschlacht, für die das Stabsquartier doch eigentlich da wäre. Ob es nicht heute weniger Radikalismus gäbe, wenn unser Aktivismus schon früher eingesetzt hätte?
Wodurch unterscheiden sich Radikalismus und Aktivismus? Der Radikalismus bleibt bei Anschauungen und Kämpfen, die aus dem Gefühl hervorgehen, die irgendwie magisch aufleuchten und berücken, die zu Zeiten eine ungeheure Dynamik entfalten können, die aber doch dem Strohfeuer gleichen, das in gewaltiger Lohe aufflammt und nicht einmal eine solide Asche zurückläßt. Der Aktivismus hingegen kommt aus einer tieferen Schicht des Menschen. Er ist das Feuer, das sich von Erkenntnissen nährt. Er ist die Tat eines Menschen, der sich innerlich gewandelt hat und nun mit starker Energie den neuen Weg beschreitet. Bei jenen Heiligen können wir diesen Aktivismus am besten studieren, die wie Ignatius von Loyola weltliche Ritter waren und nun auf einmal erkannten, was es ist um die Ritterschaft Gottes. Es gab keine Macht in der Welt mehr, die dem Sturmschritt solcher Helden hätte widerstehen können. Menschen, denen solches widerfahren ist in unseren Tagen, nennen wir Aktivisten.
Sind uns nicht durch die großen p ä p st l i ch e n Enzykliken der letzten Jahre geradezu wunderbare Erkenntnisse neu geschenkt worden^ Sind sie nicht alle geboren aus einem tiefen Verständnis für Gegenwart
und Zukunft? Sieht man nicht hinter jeder den ernsten stillen Vatikan anfragen, wo da der Nachfolger Petri über die ganze Welt hinfchaut und aus der Höhe die Vision empfängt, die Christus von neuem als den König der Schöpfung zeigt? Wir sollen das öffentliche Leben dem Christentum zurückgewinnen, wir sollen die Ordnung der Menschen wieder auf der Gottesordnung aufbauen, wir sollen die Not der Erde in der Gnade des Himmels zu neuem Segen wandeln. Das ist eine gewaltige Aufgabe, eine Idee, die Feuer aus dem Gemüt« schlägt, die Kämpfer weckt, eine neue Jugend, ein schöneres Zeitalter.
Wer diese Idee einmal begriffen hat, den verläßt die Ruhe des Bürgers. Der überlegt sich ständig, was er denn auf feinem Posten und in seiner Arbeitslosigkeit sogar für Gott tun könne. Alle möglichen Rücksichten Menschen und lieben Gewohnheiten gegenüber gibt er auf. Er ist dabei, wenn über die großen Fragen der Zeit gesprochen wird. Er verfolgt in jeder Tageszeitung den Fortschritt dieses Neuen. Er umarmt in einem heiligen Rausch die Millionen, die er gar nicht von Angesicht zu Angesicht kennt, von denen er aber weiß, daß sie der gleichen Fahne folgen. Er verfolgt die Zeitschriften, er ist dabei in den Wahlversammlungen. Man kann aus ihn rechnen bei Diensten für das Ganze. Gern tut er das Kleinste, weil auf ihm der Abglanz der großen Idee liegt. Don selber bilden sich um
ihn Kreise, die das heilige Feuer hüten. Nach des Tages Hast aber ist er bei seinem Herrgott, dankt ihm für die Schönheit feines Reiches und harrt dem Morgn entgegen wie die herrliche Natur, die jeden Tag nimmt wie ein unvergleichliches Fest.
Von innen heraus wächst dieser Aktivismus. Er ist im Grunde nicht mehr als die selbstverständliche Tätigkeit des in Christus neugeborenen Menschen. Alles hofft er von feiner Arbeit, wissend, daß über dem Ganzen die Vorsehung Gottes waltet, und daß alle Unruhe des Tages doch immer wieder versinkt in die große Ruhe der Ewigkeit. Bei den kommenden Kämpfen in Deutschland wissen wir, daß es Unterscheidungen zwischen Politik, Wirtschaft, Kunst und Religion für diese Weltstunde kaum gibt. Alles ist nämlich eingetaucht in die ewigen Fragen, und auf allen Gebieten geht es um letzte metaphysische Entscheidungen. Mit einfachen Worten ausgedrückt: E s geht darum, ob das katholische Volk in Deutschland und mit ihm das ganze Chri- stentum seinen Lebensraum behauptet und seine Stellung für das Ganze wahrt! Oder aber, ob sich alles Unglück der letzten Jahre in den tragischen Vorgängen vollendet, das vom Radikalismus her droht. Dann wird für eine Weile der Sinn Gottes im Weltgeschehen sich verdunkeln vor dem Wahnsinn der Menschen. Das ist die Wahl, um die es geht.
Deutsche Zugeud trnfetm Hakenkreuz.
In der „Kölnischen V o l k s z e i t ung" machte K. B. lesenswerte Ausführungen, die wir dem Leserkreis des „Blatt der Jugend" vermitteln möchten:
Wie einst die radikale Jugendbe wegung, so steht heute die nationalsozialistische Parteijugend stärkcr im Vordergrund des öffentlichen Interesses — als ein pädagogisches und zugleich politisches Problem für alle Crziehungsmächte.
Auf den ersten Blick müssen einem die verschiedensten Aehnlichkeiten auffallen, die zwischen dem Geist der „neuen Jugend" von 1920 und dem Wollen der radikalen politischen Jugend von heute bestehen. Dies« Vergleichsmöglichkeiten sind zum Verständnis der politischen „Jugendbewegung" umso wertvoller, als sie eine objektive Einschätzung der dort aufgespeicherten Stoßkraft erleichtern und für die Zukunft dieser Bewegung eine gewisse Voraussage gestatten.
„Jugendbewegung" von gestern und „I u n g st u r m" von heute zeigen geradezu klassisch die typischen Formen, in denen die Jugend immer in Zeiten besonderer äußerer und innerer Spannungen geistig und politisch reagiert.
Ihrer Struktur nach ist die nationalsozialistische Jugend wie die alte Jugendbewegung ein formloses Gemisch aus Jugendlichen aller Stände. Wieder spielen Studenten und Akademiker eine führende Rolle — allerdings neben den Militärs.
Wie in der Nachkriegsjugenderhebung sammelt sich dort im „braunen Lager" neben einem ganz prächtigen, aber irrgeleiteten Menscbenschlag die Armee der politisch Bankrotten, der sozial Verbitterten, der Weltverbesserer, kurz der Menschen, die „am Leben leiden" und sich aus inner Ohnmacht ober Ressentiments vor der unerbittlichen Wirklichkeit in den unbewußten Selbstbetrug der Utopien radikaler Patentlösungen flüchten.
Allein, das Auflodern ber Hakenkreutzjugend hat seine tieferen Gründe. Das Chaos unserer Weltkrifis wurde dieser radikalen Jugend zum Schicksal. Unzweifelhaft wäre es an die geistige Reise unserer Jugend eine Zumutung, wollte man von ihr schon eine klare Stellungnahme zu den Problemen der Zeit erwarten. Die logische Folgerung daraus und die psychologische Folgerung aus dem politischen Unvermögen der Jugend an sich könnte daher nur die eine sein: Zurückh altung in politischer Wertung, Rede und Tat. Theoretisch hat das Hitler auch schon erfaßt, wenn er betont, „daß der Mann sich im allgemeinen, Fälle von ganz besonderer Begabung ausgenommen, nicht vor seinem 30. Jahr in der Politik öffentlich betätigen soll" (Mein Kampf, S. 71).
So organisiert also Hitler wider seine bessere Ueberzeugung seine jugendlichen Prätorianergarden, um sie mit dem Motto, „daß Terror nur durch Terror zu brechen sei" politisch einzuietzen. „Und wie hatte sich diese Jugend nach einer solchen Parole gesehnt!" (Mein Kampf, S, 550).
Wenn heute deutsche Kultusminister über die Entpolitisierung der Sch u le beraten müssen, so gestattet das den Schluß, daß die Schule gegenüber den außenschulischen politischen Einflüssen der letzten 13 Jahre wenigstens für einen Teil der Jugend nicht in der Lage war die junge Generation durch eine entsprechende
religiös«, geistig-historische und staatsbürgerlich« Erziehung gegen eine politische Verhetzung zu feiern, deren Auswirkungen gar nicht abzusehen sind.
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Das Geheimnis dieser epidemisch um sich greifenden Radikalisierung der Jugend besteht in einem ungeheuren
Mißverständnis der politischen Geschichte Deutschlands feit 1900;
Deutschlands Kriegskinder aus den Jahren 1912=18 sind es, die heute unter dem Hakenkreuz So Iba ten spielen und den „Willen zur Macht" in sich spüren. Nur eine Jugend, die die tragische Geschichte der letzten drei Jahrzehnte recht und schlecht aus ihrem Schulbuch kennen gelernt hat, konnte einer derartig primitiv aufgezogenen Demagogie zum Opfer fallen wie sie z. B. aus Hitlers Worten spricht: „In zwölf Jahren ist Deutschland ruiniert worden. In zwölf Jahren werde ich Deutschland wieder aufbauen." Wo immer man die Schlagworte dieser Jugend packt, da ergibt sich ein fast verzweislungsvolles Unvermögen, in der Füll« der außen- und innenpolitischen Probleme den Zusammenbruch des alten Reiches und das Werden des neuen Staates historisch einigermaßen richtig zu sehen.
Aber der Staat wünscht doch schon die polittsb« Entscheidung des Zwanzigjährigen — denkt diese Jugend, ohne recht zu wissen, daß sie hier ganz unverdientermaßen eine staatspolitische Vergünstigung genießt, auf die seinerzeit die aus dem Krieg heimkehrende Froni- jugend einen moralischen Anspruch hatte.
Was weiß ferner diese Jugend, die dauernd das Schlagwort von der „marxistischen Mordpest" und der „vaterlandsverräterischen ühwarz-roten Koalition" im Munde führt, davon, daß Kaiser Wilhelm II., als 1914 das Vaterland in Gefahr war, die erste rote Koalition geschlossen hat mit den denkwürdigen Worten: „Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche!"
Diese fchier beispiellose Verengung des polilischen und historischen Blickfeldes unterscheidet die radikale Zugend und ihre znm Teil so „srontersahrenen" Führer fundamental von der Zugcnd, die den Krieg noch empfänglichen Herzens miterlebt und aus diesem tragischen (Erleben heraus dem deutschen Volk im Grauen des Zusammenbruchs den Frühling der Nachkriegsjugendbewegung beschert hat.
Nachdem also dieser extremen Jugend das Kriegserlebnis versagt blieb, erhebt sich die Frage, woher denn diese Generation die Maßstäbe ihrer politt- schen Wertung gewinnt? Etwa aus der Religion, der Ethik, der Geschichte? Niemals! Denn dann wär« sie gewappnet gegen den braunen Bluff! Im Bombardement der nationalistischen Presse — in der Treibhusluft der Massenversammlungen, in der Dressur des SA- Dienstes nub ben Schulungswochen — und nicht zuletzt in der Not einer unbarmherzigen Arbeitslosigkeit erreicht der junge Mensch, die verzweifelnde Masse, rasch den Grad des Fanatisiertseins, wo eine kühle Besinnung aufhört, so daß sich größter Fanatismus mit größter Kritiklosigkeit paart.
Denn den Regisseuren dieses Revolutionsspiels geht es ja nicht um geistige Prägung, um Meisterung der Wirklichkeit; sie können nur „trommeln", suggerieren, sanatisieren — zu deutsch bolschewisieren. Und bi« Masse macht es ihren „Führern" ja leicht —, glaubt Hitler, wenn er sagt: „Das Volk ist in seiner maßgeben- den Mehrheit so feminin veranlagt, daß weniger nüchterne. UÜberlegung als vielmehr gefühlsmäßige Empfindung fein Denken und Handeln bestimmt." (Mein Kampf, 6. 201.) Deshalb muß man, um dem Volk endlich die Augen zu öffnen, „die Frontwirklich- teit beschwören, den Donner und die Todesnot der Materialschlachten, die Unsummen aller täglich dort gehäuften Opfer und Entbehrungen" (Völk. Beobachter, 1. Febr. 1932) — ein wahrer Hohn auf den „Frontdienst" eines Rosenberg, Goebbels, Frick, von Reventlow!
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Die völlig« Ablehnung des historisch Gewordenen, die Verfemung aller nicht nationalistischen Volksgenossen, die geistige Anspruchslosigkeit der ganzen Hakenkreuz -„Kultur" enthebt die Jugend der langwierigen Aufgabe, sich in positiver Auseinandersetzung das Erbe der Väter zu erwerben. Angesichts des geistigen Niveaus der radikalen Jugend — das in seinem naturalistischen Rasse- primitivismus unbedingt unter der zum Teil recht beachtlichen Geistigkeit der alten Jugendbewegung steht — kann man nur sagen: man muß entweder noch sehr jung oder schon sehr verbittert sein, um sich durch eine so flach« Argumentation derartig bluffen zu lassen, wie ej dort einer im tieferen Sinn des Wortes ideenlosen Führerschaft gelungen ist. Aber warum Geist, wenn es mit der Faust auch geht? Im Gegenteil! — Aus Seift kommt es den aufgenordeten Rassezüchtern in ihrem vitalen Materialismus zunächst gar nicht an: Zielt doch die völkische Erziehung „in erfter Linie auf das Heranzüchten kerngesunder Körper" ab und „erst in zweiter Linie kommt bann die Ausbilbung ber geistigen Fähigkeiten" (Mein Kamps, S. 452).
Wenn nicht ben Alten, so wirb boch eines Tages der ideal gesinnten Jugend unter Hitlers Banner ein Erwachen beschieden sein, vor dem sich ihre Führer zu fürchten haben. Noch sind die Einpeitscher dort ganz in dem charakteristischen S e l b st b «» trug jeder Demagogie befangen, daß sie nicht mehr unterscheiden können, welche Faktoren ihnen eigentlich die Massen zuführen. Sie sehen nicht die Not und Verzweiflung als die selbsttätig treibenden Kräfte zum Chaos, sondern glauben, das Leben, das dort brandet, hätten sie selbst geweckt durch die Fülle ihrer Worte und die zwingende Macht ihres Geistes. Verdankt doch nach Hitler „jede große Bewegung auf dieser Erde ihr Wachsen den Rednern und nicht den großen Schreibern" (Vorwort zu „Mein Kampf").
Eine solche „Pädagogik der Fanatisie- r ung"-mit ihrer krankhaften Ueberzüchtung der Affekt- Haltung, der beständigen Betäubung im Trommelfeuer der Schlagworte, der völligen Ausschaltung der Wirklichkeit als Regulativ der eigenen Entwicklung bedeutet eine akute Gefährdung der Jugend, bedeutet den Absturz ins Chaos! Es erübrigt sich fast, noch zu fragen: Wo ist das christliche Ethos in dieser Politik, zu diesem politischen Kampf?
Der nationalistischen Jugend wird es eines Tages ekeln vor dem vitalen Primitivismus, in den man sich hineingeredet hat. Ein solches Pathos, eine solch« Ungeistigkeit, eine solche Weißglut der Leidenschaft — hält niemand fein Leben lang durch. Selbst die schönst« Soldatenspielerei wird einmal langweilig. Wie in der Jugendbewegung — wird der Zusammenprall mit der Wirklichkeit die radikale Jugend aus ihrer Psychose wecken, und die große Desillusionierung wird mit naturgesetzlicher Zwangsläufigkeit die Ebbe der ganzen Bewegung einleiten. Die nationalistisch« „Kulturbewegung" wird an ihrer eigenen Ungeistig- keit zerbrechen. K. B.
Kleine Mitteilungen.
Treffen der katholischen Mädchenvereine auf der Ebersburg.
Am vergangenen Sonntag trafen sich die katholischen Jungmädchenvereine des Dekanats Weyhers auf dem Ebersberg. Alle Verein waren mit ihren Prä- fides erschienen. Auch die Vereine aus Eichenzell und Welkers hatten sich eingefunden. In der Burgruine fand eine Feierstunde statt. Eine jugendliche Sprecherin begrüßte ihre Mitfchweftern. Der Bezirkspräfes wies in einer Ansprache auf die großen Aufgaben der Jung» frauen-Kongregationen in unserer Zeit der Verwirrung und seelischen und materiellen Not hin. Die Feierstunde war von passenden gemeinsamen Liedern umrahmt. Danach begann auf der Wiese unterhalb der Burg ein jugendfrohes Treiben. Spiele, Re! n und Gesang wechselten in bunter Folge ab. Besonders der Verein von Poppenhausen trug viel zur Unterhaltung bei. Gegen Abend schied man voneinander in dem Bewußtsein, ein wirklich schönes Fest gefeiert zu haben.
Ein Filzhut warnt Ihr Haar!
Auch das Haar für diesen Hut war einst locker und schmiegsam. Erst als es mit Seife behandelt wurde, verfilzte es ...
Ihr zartes, empfindliches Haar würden Sie sicher nicht der Gefahr aussetzen, daß es durch gewöhnliche Seife seinen lebendigen Glanz verliert. Für das Haar brauchen Sie das milde, sodafreie Elida Shampoo! Ein Shampoo für nur 20 Pfennig, dem jetzt noch ein wirksames Haarpflegemittel beiliegt: Perfekta Zitronenbad.
ELIDA SHAMPOO