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16. Juni.

Vellage zur Fuldaer Zelkuug

Itr. 137

Haussmuengeslmdheit und Küchenhygiene

Meine Mode-Notizen

Waschen von Steppdecken

bin

kleinster wahren

Sommer, wo die Sonne noch brennt.

Das

Das

Von Ewald

Der heihersehnte Lenz mit seinen belebenden Son» nenstrahlen, den ersten lauen Lüften, bringt für die Hausfrau mancherlei Unzuträglichkeiten. Auf einmal fühlt sie sich in ihrer Arbeitsstätte nicht ganz wohl, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, das Stehen fällt ihr schwer. Natürlich ist sie geneigt, das aus die Früh­jahrsmüdigkeit zu schieben, aber damit sind die Ur­sachen keinesfalls beseitigt. Es wäre besser, sich mit der Hygiene der Küche zu beschäftigen, und sofort wird sich Herausstellen, wo die Gründe dafür liegen. Im Früh­ling und im Sommer muß die Werkstatt der Hausfrau viel gelüftet und gründlich gereinigt fein. Nein, verehrte Hausfrau, es genügt nicht, wenn Fußböden, Wände und Schränke blitzblank erstrahlen. Das Wichtigste ist die Luft! Die Kochdünste fangen sich bei warmer Tempera­tur leicht in den Ecken und zeigen die Neigung, darin hängen zu bleiben. Aus wirtschaftersparenden Gründen befindet sich die Küche in Miet- und Einzelhäusern nach der Nordseite. Ist diese Tatsache vorteilhaft für das Kon­servieren vorhandener Speisen, so ist sie nachteilig für die Gesundheit. Es kommt vor, daß fleißige Hausfrauen sich den ganzen Vormittag in der Küche aufhalten und der Sonenstrahlen dann überhaupt nicht teilhaftig wer-

Zunächst werden die Decken gut ausgebürstet und ousgeklopft. Bei dieser Gelegenheit wird gleichzeitig fest­gestellt, ob alle Steppnähte dicht sind. Ist dieses nicht der Fall, müssen die Nähte vorher durchgenäht werden, da­mit sie sich während des Waschprozesses nicht noch weiter lösen, das Füllmaterial sich nicht verschiebt und die Fül- lung sich nicht zusammenballt. Nun werden die Perl- knöpse entfernt. Sie reißen leicht Löcher in das Gewebe und zerspringen beim Klopfen. Auch verlieren sie ihre Schönheit beim Waschen. Dann nimmt man einen gro- L ßen Waschtrog und weicht am Abend vor dem Waschen die Decken in lauwarmem Wasser ein. Wichtig ist dabei, daß das Wasser weich ist, denn hartes Wasser hindert die Erweichung des Schmutzes und verursacht auch einen | größeren Verbrauch in Seife. Ist also das Wasser hart, setze man dem Wasser einige Eßlöffel Borax zu. Nun lasse man über Nacht die Decken in diesem Wasser stehen. Gleichzeitig bereite man eine Lauge aus Panamaspänen sQuillayarinde). Der wirksamste Bestandteil der Pana­maspäne ist Saponin, das eine vorzügliche Reinigungs- kraft besitzt. Panamaspäne greifen auch den zartesten Stoff nickt an und schonen die Farben. Die Herstellung einer solchen Lauge ist sehr einfach. Man weiche, ohne zu kochen, 23 Pfund Panamaspäne in ca. 1215 Liter Wasser ein und lasse sie ebenfalls über Nacht stehen. Am

Wahl des Hotels. Wenn man nicht privat wohnen kann, was feine Vorzüge hat, so spare man nicht an ein paar Pfennigen und suche ein gutes, vor allem empfohlenes Hotel auf. Die kleineren, billigeren Gasthöfe sind vielfach nur für Herren erträglich, eine Dame sollte sie meiden. Auch vorherige Orientierung in den guten Reiseführern über die ortsüblichen Taxen, insbesondere für Droschken- und Autofahrten ist zu empfehlen, da alleinreisende Da­men vielfach übervorteilt werden. Selbstverständliche Pflicht ist das Studium des Kursbuches, mit dem viele Frauen noch immer auf Kriegsfuß stehen. Wenn man genügend Lehrgeld bezahlt hat, wird man lernen, den richtigen Zug zu finden. In den Hotels selbst tut ein gutes Trinkgeld für das Personal schon beim Eintreffen oft Wunder. Man wird sich dann selten über schlechte Bedienung zu beklagen haben. Im Anknüpfen von Be­kanntschaften sei die alleinstehende Frau, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, äußerst vorsichtig. Dies gilt nicht nur Männern gegenüber! Man sehe sich immer seine Leute erst genau an, ehe man mit ihnen in persönlichen Verkehr tritt. Manche Enttäuschung bleibt bann der alleinstehenden Frau erspart. Ueberhaupt Hilst ein gesundes Mißtrauen auf der Reise über mancherlei Unbill hinweg. Lieber etwas vorsichtiger, als zu ver­trauensselig. Der liebe Nächste muh ja nicht gleich wis­sen, wer man ist, woher man kommt und wieviel Geld man in der Tasche hat. Selbstverständlichkeit sollte aber auch fein, daß die alleinreifenbe Frau nicht mehr Rück­sichten verlangt, wie sie allen anderen Gästen billiger« weise zustehen. Für die eigenen Angehörigen ist man wohl mitunter die Dame, die mit besonderer Zuvorkom­menheit behandelt wird, jenseits der heimatlichen Scholle aber auch nur eine Reisende, wie viele tausend andere. Das sollten sich vor allem jene anspruchsvollen Evas­töchter merken, die glauben, auf der Reise alles so schön haben zu können wie zu Hause. Das gibt es wohl kaum, selbst dann nicht, wenn man über ungezählte Moneten verfügt.

Aber auch die Strickmode erfreut sich nach wie vor besonderer Beliebtheit, wie die neuen Pariser und Wie­ner Modelle der Wirker beweisen. Man arbeitet nicht nur Blusen und Ueberblusen in Strickmanier, sondern auch Jumper, Morgenröcke und sogar Pyjamas aus der geschmeidigen Wolle, die an kühlen Tagen besonders an- genehm empfunden werden. Auch die modischen Klei­nigkeiten der Dame wie Krawatten, Kragen, Halstücher usw. werden gerne aus Wolle angefertigt in Farben, beren Vielfältigkeit und Phantasie man immer beraum bern muß. Gestreift, fordert, getupft, melangiert, kurzum in vielen hunbert Formen unb Musterungen tritt bte moberne Strickkunst ben Beweis bafür an, baß sie für iebe« Alter unb für jede Gestalt bas Passenbe zu Prei- sen auf Lager hat, bie auch in ber heutigen Notzeit als erschwinglich bezeichnet werben können.

*

Ms Aurputz für Kleiber unb Blusen verwendet die Konsektion neben dem Dierlerlei der sonstigen Kragen heute besonders gerne ben auch schon einmal totgesagten Piquekragen, ben man möglichst schlicht unb einfach ar­beitet, ber aber als Ausputz mitunter eine Blume ober ein paar Blätter bekommt, bie einseitig auf bem linken Kragenteil getragen werben. Auch Vögel, Tierorna- mente unb Verzierungen, bie ägyptischen Motiven ent­nommen finb, finbet man unb erkennt in ihnen eine hübsche Abwechselung ber in diesem Sommer sicher nicht gedankenarmen Kragenmode.

D u n f e r.

kein Platz dafür seist. Durch Dämpfe unb Dünste gehen sie leicht in Gärung über. Auch haben sie ben Nachteil, Fliegen anzuziehen, bie ja bekanntlich, ba sie Bakterien­träger finb, ferngehalten werben müssen. Jeber Speise­rest gehört in einen dazu bestimmten, gut verschlossenen Schrank. Er sollte zugebeckt unb unter ganz bichten Drahtnetzen liegen. Der Abfalleimer ist ein für bie Haus­frau leider unentbehrliches Requisit. Ein offener Eimer muß unter allen Umständen durch einen geschloffenen also mit einem fest auffitzenden Deckel versehen sein. Man hält ihn völlig geruchlos, wenn man ihm nach ber Ent­leerung eine kurze Spülung mit übermangansaurem Kali zuteil werben läßt. Zu biefem Zweck wirb er mit Wasser gefüllt, in bas ein Körnchen übermanganfaues Kali hin­einkommt. Schon färbt sich bas Wasser rötlich-violett, bie Lösung ist fertig unb wirb einfach ausgegoffen. Eine bessere Reinigung unb eine, bie mehr Arbeit spart, kann kaum vorgenommen werben. Brot- unb Kartoffelreste säuern u. bebetfen sich mit Schimmel, wenn sie lange lie- gen. Der Begrifflange" ist sehr relativ. Bei plötzlich einsetzenber Wärme kann schon ein Tag bie Schimmelbil- bung Hervorrufen. Bei ber weisesten Einteilung jeboch kommt es vor, baß Brot übrigbleibt. Dann sollte es in einem gut verschlossenen Holzkasten aufbewahrt werben, bamit es später befonbers Weißbrot gerieben, ge­stoßen als Semmelmehl Verwendung finden kann. Ge­kochte Kartoffeln aufzubewahren hat keinen Sinn. Sie schmecken am nächsten Tage nicht mehr, sind vertrocknet und haben ihre besten Stoffe verloren. Wenn sie am nächsten Tage als Bratkartoffeln Verwendung finden können, so ist ihr gesundheitlicher Wert beinträdjtigt, was nicht der Fall ist, wenn sie am gleichen Tage in veränder­ter Form auf dem Tisch erscheinen. Pürrekartoffeln, bie mit Milch angekocht finb, befinben sich am anberen Tage schon in Gärung, finb ungenießbar unb haben burch ben Gärungsprozeß ber Hygiene bes Kochraumes Abbruch getan. Viele ber Unzuträglichkeiten behebt ber Eisschrank boch nicht in allen Familien ist fein Vorhanbensein möglich, unb so wirb bie Kochkiste häufig seinen Platz ein­nehmen. Es sind ja alles nur Kleinigkeiten, deren Be­achtung vorgeschlagen wird, aber ihr Einfluß ist groß.

Die alleinreisende Frau.

Von Hermine Bergemann-Stuttgart.

Dor einem Menschenalter war die alleinreisende Frau noch beinahe eine Unmöglichkeit, namentlich dann, wenn sie nicht verheiratet war. Das kann man doch nicht, was werden die Leute sagen, wenn ich allein in Ferien fahre, hieß es dazumal. Die alleinstehende Frau blieb also zu Hause, verbrachte ihren Urlaub innerhalb ihrer vier Wände, wenn sie nicht ein besonders gütiges Geschick mit auswärtigen Verwandten oder lieben Bekannten gesegnet hatte, bie ihr Heim für die wenigen Ferientage öffneten. Heute haben sich diese spießerischen Anschauungen gründ­lich geändert. Die Frau, die im Berufsleben ihren Mann" stellt, die ein ganzes Jahr schwer unb ange­strengt arbeiten muß, reift allein in ber ganzen Welt herum unb ist nicht weniger geachtet unb angesehen, wie ihr männlicher Reisegenosse. Allerbings so unbebenklich wie ber Mann barf bte Frau nicht reifen. Bei ihr heißt es vor allem bie Augen auf und wachsame Ohren, da­mit sie nicht in der Fremde von unlauteren Elementen betrogen wird. Dies gilt insbesondere schon bei der

Auch bie fommenbe Wintermobe ist schon in Vorbe­reitung. Die großen Konfektionshäuser haben in biefen Tagen ihre Kollektionen fertiggestellt unb ihre Reisenben in Marsch gesetzt. Vielleicht ist es jetzt noch etwas zu früh, sich mit ben Fragen ber Wintermobe zu beschäfti­gen, aber immerhin kann schon gesagt werben, baß als künftige Mobefarbe Braun in seinen verschiebenen Ab­schattierungen angesehen werben muß. Die neuen Win­termäntel finb fast ausnahmslos in biefem Ton gehalten, unb zwar nicht nur in einem tiefen, fallen Braun, son­dern auch in Negerfarbe, Noisette, Havanna, Mahagoni und wie bie Schattierungen alle heißen mögen. Ma- rengoftoffe werben am meisten verarbeitet, etwas weni­ger Melangen unb Pepites. Die verschiebenen Boucle- Gewebe werben ebenfalls Freunbinnen finben. Für Kleiberstoffe sollen blaue unb rote Töne als Mobesarbe gelten. Man wirb sehr viel Garnierungen tragen, Knöpfe, Biesen unb Spitzen als Ausputz werben befonberes In­teresse finden und dem Gürtel wird eine neue Hochblüte vorhergesagt. Die gerade Linie wird vorherrschend sein, mitunter betont durch ben militärischen Einschlag, ber

pen.

Da halte also bte Frau unser kurze» Gespräch be­lauscht unb nach bem Weggang ber Dame nach bem Fahrkartenschalter versucht, auf diese einfache Art und Weise den Soffer zu edchwinbeln.

Was gebt barvus hervor? Vorsichtig fein auf der Reise gegenüber allen Fremden, zu große Gutmütigkeit unb Vertrauensseligkeit schaden nur.

. Berta Segur a-Wien.

Sowohl bie ©ommermobe wie bie kommenbe Herbst- mobe strebt eine außerorbenllich vielseitige Derwenbung von Spitzen an. Spitzenstösse jeber Art, barunter wte= bererraeette mittelalterliche Muster aus dem 16. unb 17. Jahrhunbert werben zu interessanten Motiven verarbei­tet, man sieht aber auch Spitzenärmel, bie zu jebem be­liebigen Kleib getragen werben können, vielfach in Fa­cherform, bie man mit Gummizügen am Arm befestigt. Jäckchen aus Spitzen, Spitzen-Cachenez, Halstücher unb vor allem auch Abenbkleiber werben aus biefem Mate­rial mit Vorliebe gearbeitet.

©obalb sich nun bie Decken trocken anfühlen, wirb bie Füllung aufgelockert. Das geschieht mit einem bünnen Rohrstöckchen, mit bem man bie Decken Quabrat für Qua- brat gleichmäßig durchklopft. $) K.

ben. Um bie grünbliche Durchlüftung bes Kochraumes vorzunehmen, empfiehlt es sich, vor Beginn der Tätig­keit und nach Schluß der Kochzeit Gegenzug zu machen. Daß man sich erhitzt und abgearbeitet nicht gerade in den Zug stellen wirb, sollte selbstverslänblich sein. Von gro­ßer hygienischer Bebeulung finb Ausguß unb Abwasch- tisch. Wenn sie noch so sauber gehalten werben, ent- strömt ihnen ein feiner, aber unangenehmer Geruch, Restbestanbleile von Fett haben sich nämlich unterhalb bes Siebes zersetzt, unb bas Ranzigwerben ber kleinsten Fetteilchen verbirbt bereits bie Luft. Als einfachstes Ge­genmittel, bas bie Wirtfchaftskasse nicht belastet, fei Soba empfohlen. In bem Ausguß unb in bie Abflußrohre bes Abrvaschtisches wirb täglich morgens unb abenbs eine Hanbvoll Soba gestreut. Sie besitzt bie Eigenschaft, fett» löfenb zu wirken unb macht bas Ranzigwerben selbst Partikelchen unmöglich. Ferner ist bas Aufhe­ber Reste zu bebenten. In ber Küche selbst foUte

Waschen ber Steppbecken kann man bequem im Hause vornehmen, ohne einen Mißerfolg befürchten zu müssen. Dieser Rat beschränkt sich selbstverslänblich auf Steppbecken mit Woll- ober ähnlicher Füllung, er taugt aber nicht auf Decken mit Daunensüllung, bie man lieber reinigen läßt. Wenn manche Hausfrauen sich nicht so recht an bie Wäsche herantrauen, fo liegt biefes wohl baran, baß sie befürchten, es könne mißlingen. Ein Miß­erfolg kann aber kaum eintreten, wenn man bie Wasch- regeln genau befolgt. Zunächst bie Zeit. Am besten eig­net sich ber Frühsommer bazu, aber auch bie Zeit im ' nicht fo heiß hernieber

Mahnung.

Darum zur Ruh', mein roilb Gemüt!

Nicht alles wirb hier Frucht, was blüht;

Du trägst, der Erde stummer Gast, In dir, was nur der Himmel saßt.

Was für und für so ruhelos

Dich dunkel treibt auf deinen Wegen:

Es ist das erste Flügelregen

Des Falters in ber Puppe Schoß;

Dir selbst bewußt kaum, ist dein Leib Ein Heimweh nach ber Ewigkeit.

Deibel.

Jm Wartesaal.

Lin kleines Erlebnis zur Reisezeit, bas zu denken gibt

Don Rosa Hamacher- Bopparb.

An einem Tisch bes Wartesaales sitzt eine junge Dame ganz in meiner Nähe. Nach einer Weile erhebt sie sich, kommt mit ihrem Koffer auf mich zu und bittet mich, einen Augenblick auf ben Koffer achtzugeben, ba- mit sie sich eine Fahrkarte für bie Weiterreise lasen könne. Ein wenig erstaunt, sage ich meine Hilfeleistung zu unb lasse bas Reisegepäck neben mich stellen.

Wenige Minuten hat sich bie junge Dame entfernt, ba kommt eine andere etwas ältere Frau zu der Du re herein an meinen Tisch, greift nach bem Gepäck unb fngt:Dante sehr, bie Dame hat ihren Onkel getroffen, sie ist schon burch bie Sperre gegangen unb hat ihren Platz eingenommen. Ich will nun bas Gepäck mit an den Zug nehmen", ©prubelnb unb hastig kamen die Worte aus bem Munde ber Frau, sodaß es mir auffiel, doch schnell halle ich mich gefaßt:Nein, verehrte, gna» feige Frau, unter feinet Umständen gebe ich das Gepäck aus der Hand, bitte rufen Sie bie Dame ober einen Bahnbeamten, ich weiß ja gar nicht wer Sie finb. em­pört unb erbost, mit wenig schönen Worten verließ die Frau ben Wartesaal. Es bauerte noch 'Mgesähr eine Viertelstunde, da komm» die junge Dame freundlich gru- fjenb zurück und will ti;r Geväck abholen.Haben Sie nicht etwa eine Dame beauftragt, die Sachen an den

Wie der Dichter die Jugend sieht

Wenn auch die Well im Ganzen fortschreitet: die Ju» genb muß doch immer wieder von vorne anfangen unb als Individuum die Epochen der Wellkultur durchmachen.

Goethe.

Das Alter hat moosige Auswüchse ber Schwäche, bte Iugenb bie grünenben ber Kraft. Scan Paul.

Im Jüngling ist bas Feuer, wie am Greis bas Ei, zu ehren. Das Herz kräftiger Menschen muß, wie ein Porzellangefäß, anfangs groß unb zu weit gebrehl fein. Im Brennofen ber Welt laufen beibe gehörig ein.

Jean Paul.

Das Herz gefällt mir nicht, bas streng unb kalt ©ich zuschlieht in ben Jahren ber Gefühle.

Schiller.

Sag nur, wie trägst bu so behäglich Der tollen Iugenb anmaßliches Wesen?

Fürwahr, sie wäre unerträglich, Wär ich nicht auch unerträglich gewesen.

Goethe.

Am die Frage der Kinderarbeit.

Die zweite Beratung ber Frage bes Minbestallers für bie Zulassung von Kindern zur Arbeit in nichtge­werblichen Berufen durch die 16. Internationale Arbeitskonferenz in Genf hat zur Annahme eines Uebereinkommensentraurfes geführt, der das Min- beftalter für bie Zulassung von Kindern zu nichtgewero- lichen Arbeiten auf 14 Jahre festsetzt. Wenn die Schul­pflicht über bas 14. Jahr hinausgeht, ist das höhere Lebensalter maßgebend. Der llebereinfommensentmurf läßt die Beschäftigung von Kindern über 12 Jahren im Rahmen gewißer Schutzheftimmungen bei leichten Arbeiten zu. Für gefährliche und ungesunde Arbeiten, sowie für den Straßenhandel ist in dem Uebereintom» men in den verschiedenen Ländern ein höheres Le­bensalter als 14 Jahre festgesetzt. Das Uebereintommen enthält eine Sonderregelung mit geringeren Altersgren­zen für Jickien, ba bort bie Entwicklung ber Kinder eine raschere ist, die bann auch früher schwerere Arbeit verdchten können.

halten. Jrn Frühjahr beginnt dann ber Versand ber fertigenMaltakartoffeln", an ber man noch etwas rote Erde haften läßt, um bie deutsche Hausstau von der Echtheit der Auslandsware zu überzeugen. Jrn Herbst für 23 Pfg. das Pfund .gekauft, müssen die weitge- reiften Knollen im Frühjahr von der deutschen Haus- stau mit 3040 Pfg. bezahlt werden: ber Auslands, fimmet kommt uns teuer zu stehen, zumal wenn man bedenkt, daß wirkliche heimische Frühkartoffeln schon um den 1. Juni herum zu bedeutend niedrigeren vrefen auf ben Markt gelangen. Wann wirb sich bie deutsche Hausstau dazu entschließen, solche Taschenfpielerkunit- stückchen energisch von sich zu weisen?

Die deutsche Ware, bie unmittelbar und ohne Um­wege vom Erzeuger zum Verbraucher geliefert wirb, bürgt nicht nur dafür, daß das Geld der heimischen Wirtschaft erhallen wird, sondern ist naturgemäß m rt). rer Güte und Frische unübertroffen. Zur Zeil brauchen mir unfern Markt nicht mit ausländischen Gemüsen aller Art überschwemmen zu lassen, denn wir haben einen höchst leistungsfähigen Gartenbau im eigenen Lande entwickelt. Daran zu denken, ist Pflicht I^der Hausfrau! Das ist umfo notwendiger, als sich unsere Nachbarländer gerade in diesen Wochen gegen jebe Ein­fuhr beutscher Garlenbauerzeugnifse abschließen. so hat z B. Frankreich Ende April bie gesamte Einfuhr unb Durchfuhr von Kartoffeln, Tomaten, Gemüsen aller Art, lebenben Pflanzen, Blumenzwiebeln usw. aus Deutschland, Großbritannien und Holland verboten. Le« diqlich bie Einfuhr von ©aattartoffeln ist unter befonbe« ren Bedingungen noch möglich. Wir Deutschen können unseren beutschen Erzeugnissen allein auf dem deutschen Markt einen ständigen Absatz sichern. Die Entscheidung hierüber aber liegt in ber Hand der Hausfrau. Sie muh endlich ihre Macht erkennen und gebrauchen lernen!

sich in ber ©ommermobe schon vielfach bemerkbar machte. Bei ben Mänteln nerwenbet man auch im tommenben Winter noch viel Pelz als Kragen, jeboch wirb bie Quält« tät ber Pelze, obwohl sie einfacher wirken, eine bessere fein, ba man fast nur echte Felle verarbeitet.

Für unsere tjanbarbeitenben Frauen noch ein kleiner Hinweis. Kinberkleibchen, Kinberhöschen, ©ptelanguge usw. arbeitet man neuerbings aus einem Gewebe, das zur Hälfte aus Seide und zur Hälfte aus Wolle berge- stellt ist, eine Neuerscheinung auf dem Wollmarkt, die man in jedem besseren Geschäft bekommen wird. Diese Wolle hat den Vorzug gegenüber ber Verarbeitung aus reiner Wolle, baß bie baraus angefertigten Kleidungs- stücke nicht nur hübscher aussehen, sondern vor allem, bah sie sich nicht fo leicht aus ber Fasson ziehen, wahrend bie Waschbarkeit keineswegs notleibet.

Sieechte" deutsche M-lta-SmIossel!

Die Zeit ist gekommen, ba auf unfern Märkten bie ersten Frühkartoffeln austauchen. Fein säuberlich ste­hen auf den Ständen regsamer Gemüsehändler die braunen, runden Dersandkörbe, ganz so, wie etwas aus- stehl, dasvon weither" ist und daher nach dem Glau­ben vieler Menschen etwas Außergewöhnliches enthalten muh Die Marktsrau schreit laut über ihren Gemuse- berg hinweg:Die erste Frühkartoffel hier, echte Mal­takartoffel, bas Pfund nur 30 Pfg. Wie ist es, Madame, mal drei Pfund echte Malta-Kartoffeln?"Madame ({riefe Anrede ist leider auf unfern Märkten noch recht weil Derbrettet) blickt sehnsüchtig zu diesenersten Malta" denkt an ihren Geldbeutel, will weiter gehen und' entschließt sich schließlich schweren Herzens doch, zum Sonntag die Familie nicht um diesen Genuß zu ^'wt feierlichen Begleitworten kommen dieechten Malta" auf den Tisch. Keiner ahnt, daß diese vorzügli­chen Frühkartoffeln echte gute deutsche Kar tos- jein finb! Prüft man nämlich einmal, wieviel Zent­nerMaltakartoffeln" alljährlich in Deutschland ver­kauft werden, so ergibt sich, daß eine fo gewaltige Zenl- nerzahl auf dieser kleinen Miltelmeerinsel gar nicht ber- voraebracht werben kann. Aber die Malteser sind fin- biae Händler. Sie rechnen mit bem AuslaNdsfimmel ber andern! Jrn Herbst beziehen sie aus bem deutschen Schlesien waggonweise ausgesuchte deutsche Marken- kartosieln und mieten sie auf ihrer Insel in besonders präparierter kühler Ockererde ein, damit sie frisch bleiben unb während des Winters die geschätzte rote Farbe er»

Zug zu bringen?" fragte ich.

Ich nein, ich kenne ja niemand hier. Ich fremd und nur auf ber Durchreise, u. wenn Sie sich nicht freundlicherweise meines Gepäckes angenommen hätten, wäre mir nichts anberes übrig geblieben, als den schwe­ren Koffer auch noch zum Fahrkartenschalter zu schlep-

andern Morgen gieße man die gebrauchsfertige Lauge durch ein Tuch.

Nun sehe man auch nach den Steppdecken, bie man aus bem Wasser herausnimmt, leicht ausbrückt unb bann auf einem großen Tisch ausbreitet um festzustellen, ob noch Staub- ober Schmutzflecke vorhanben finb, die man vor dem Waschen entfernen muß. Dieses geschieht am he­ften mit warmem Wasser und Gall- bezw. Marseillerseife, die man mit einem weichen Bürstchen aufträgt. Sodann werben bie Decken in ber Hälfte ber Quillayalauge aus­gewaschen. Der Lauge ist soviel Wasser zuzusetzen, wie man zum bequemen Wasser benötigt. Das Waschen muß ohne jebes Reiben nur burch leichtes Kneten unb Drücken erfolgen, bamit ber Stoff nicht angegriffen wirb unb bie Füllung sich nicht verschiebt. Nun beginnt bie zweite Wäsche. Das erste Wasser wirb sortgegossen unb zum zweiten Auswaschen benutzt man bie anbere Hälfte ber Panamalauge. Ist biefes in berfelben Weise ge- schehen, lege man bie Decken in lauwarmes Spülwasser. Damit bie Farben nicht verblassen unb ihr frisches Aus­sehen behalten, setze man bem Spülwasser einige Eßlössel Speiseessig zu. Man nehme nun bie Decken aus bem Spülwasser heraus unb brücke sie behutsam aus. Ein Auswringen ist unter allen Umftänben zu nermeiben.

Nun werben sie zum Irenen aufgehängt. Dieses kann auf einer Wäscheleine erfolgen. Man muh nur barauf achten, daß sie straff gespannt ist. Besser ist je­boch, bas Trocknen erfolgt auf einer Stange, wobei bar­auf geachtet werben muß, baß bie Decken gerabe, also Ecke auf Ecke hängen. Das sich in ben herabhängenben Rän­dern anfammelnbe Wasser muh öfter ausgebrückt unb bie Ränber wieber gerabe unb glatt gezupft werben. Die Trockenzeit ist ganz verschieben. Hängen bie Decken bei warmem unb winbigem Wetter länger im Freien, finb sie an einem Tage trocken. Auf bem Wäfcheboben müs- fen sie entsprechen!, länger hängen bleiben. Sinb die Decken nicht lichtecht und will man ein Verbleiben ber I Farben verhinbern, hänge man bie Decken so auf, baß bie linke Seite nach oben Kommt. Falls sie zweiseitig gearbeitet find, lege man zum Schutze ein Bettuch über.