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NILS
Ar. 134
Vettage zur Fuldaer Zeitung
12. Juni.
nannte Katholikentage.
die nach ihren
RednernZentrnmschg?
sind, sondern besucht in er-
3m Kampf um Gott
Gottes und
muß seine Leute
die Fahne Gottes mit b e m Mute Märtyrer auf das Schlachtfeld
die er im Dienste AU Ic^en hat. Er allen Gebieten des Gesellschaftsordnung
die der
Lebens. Er schaffen. Er
Aufgaben, Menschheit stellen auf eine neue
muß muß der des
Zeichen d-s Lammes tragen.
Der Katholizismus von heute weiß um
Der fieilige Vater weiß um die Ursachen, die der Gottlosigkeit von heute den Boden bereiten. Die EnzyklikaOuadragesimo anno hat mit allem Nachdruck b-tont, mag in der Gesellschaftsordnung von heute fehlt. Mit voller Klarheit wird da von den Verbrechen der liberalen Wirtschaftsweise gesprochen, und ausdrücklich wird zugegeben, dost die Güterv^rteilung von beute nicht gerecht ist. Mit Nachdruck wird die Reform d e r W i r t s ch a f t und Gesellschaft gefordert. Ja. der Vater der Christenheit weiß um die Verzweiflung so vieler Menschen, die unter den Folgen einer längst aus der richtigen Bahn gera- tenen Entw'cklunq leiden. Wenn er zurück zu Gott ruft, daun ,r# das zugleich ein Ruf nach jener G'- rechtigkeit r d Liebe, die mit der Gottesordnung verbunden \ h.
Dir En i.Üka ist rein religiöser Art. Sie dringt in jene liefen der Mentchensee^e vor. in der die lebte Entscheidung für und wider Gott vor sich geht. Sie beschäftigt sich mit jener niemals im Laufe der Geschichte beobachteten ungeheuerlichen Tatsache daß in allen Ländern der Erde die Fahne Luzifers offen entfaltet wird. Sie spricht von dem letzten, feeliichen Abgrund der West- revotution, dem Gotteshaß. Um Geister geht es, die nur durch Fasten und Gebet überwunden werden können.
Siehe da, auf einmal steigt aus dem Schlachtfeld, auf dem alle Gottesfrounde sich sammeln sol-
Haß gegen andersdenkende Glieder unseres Volkes ist kein Zeichen der Liebe. Wer stehe, der sehe zu, daß er in all diesen irdischen Lockungen nicht fal e, er sehe zu, daß er nicht umstrickt und gefangen werde. Alle auch die beste, Politik kann nur ein Teil zum seelischen Gstick der Menschen kein, kann aber auch den Menschen davon ablenken' wenn er um der Erde willen sich verliert.
Menschen in Ehristi Geist fangen, heißt weit mehr: es heißt Menschen glücklich machen Helsen. Und dazu bedarf es gar keines Geschreis, man braucht dazu nur wirkliche Liebe. Siehe, bi-fc Aufgabe ist in unseren Tagen noch immer die eigentliche und die größere.
len zum heiligen Kampfe, der stille Atar empor, das heilige Zelt mit dem Herzen der Liebe. Das ewige Licht leuchtet auf, das Sie Gegenwart Got- t's in der Gemeinde feinen Treuen verkündet. Was da im Glauben lebt, was da in glühenden Gebeten weint und fleht, was da dem Herrn Abbitte unb Sühne 'eistet, das ist das Geheimnis, das den Goltesgedanken auf bie'er Welt umhüllt und trägt So fern den lärmenden Dingen draußen diese Menschen zu hin scheinen, sie bewahren das kostbarste Palladium der Menschheit. In ihrem Sühneopfer machen sie gut, was gegen die sittliche Weltordnung gefehlt wird. So sind sie in ihrer Sühne Bekenner des Gottesgedankens, Hüter des göstlichen Ge- l'eßes. In ihren E«'eten wachten von selbst Gedanken der Andacht und des Friedens auf. In ber Gemeinschaft her Sühnenden und Betenden lebt dos sicherste Unterpfand jeder anderen Ge- ineinfchgft von Menschen und Völkern. Gegen den wütenden Sprechchor des Hasses der Slntigottreoo stationäre erhebt sich der heilige Gesang des Gottes, dienstes und der Got^sliebe. Der Hohepriester spricht in dieser Enzyklika in dem Geiste jenes hohepriesterlichen Gebetes, das der Herr vor fe;> nem Leiden verrichtet hat. . . .
Dor einiger Zeit konnte man im großen Stadion von Amsterdam Zeuge eines außerordentlichen Schaufpiehs fein. 1OOOO katholische werktätige Mädchen waren da beisammen zu einer erhebenden Feier. Viele, viele Tausende, Bekennner aller möglichen Bekenntnisse, folgten als Zuschauer dem heiligen Spie'. Es ging um Liebe und Kreuz, um Kreuz und Liebe. Stunden-
stxr Linie nationale Versammlungen, die euch über den Entfcheibunaskampf um eure und unseres ganzen Volkes Eristenz aufklären
lang bewegte sich das Mysterium in diesen einzigen Motiven. Erstaunt sagte jemand, der um das Geheimnis der Christusliebe nicht weiß, wie das doch möglich sei, daß frohe junge Mädchen, Menschen, die auch schon schwer unter der Not der Zeit leiden, so anbauernS, so hingegeben von nichts Anderem sprechen und singen, als vom Kreuz und Liebe. . . . Dieses Stadion ist in Wahrheit ein Bi'd der Kirche und.der Christenheit. Das Gottesherz, Kreuz und Liebe, das sind unsere Zeichen. Wir werden den großen Kampf der Gegenwart nur durchführen mit Menschen, die diese
Der fiatfcolfaismus in Schweden.
Obwohl Schweden nur 4000 Katboliken Zählt, unter einer Gesamtbevölkerung von 6 Millionen, darf die katbolfiche Kirche in Schweden bemerkenswerte Fortschritte verzeichnen. Dem bei» fioen Johannes Bosco wurde in Stockholm eine Kapelle errichtet, die fo»b»n einaeweihf worden ist. Sie wird von den Salesianern betreut. Zwei Gemälde der zwölf Apostel von Edv. Beraaren Ichmük- ken fh. Nach der Rückk»hr der Dominikaner nach Stockholm. nack' fast 400fäbriaer Abwesenheit, wurde von einem Priester und fünf Schwestern ein Fra"enbolviz mit einer eigenen Kapelle eröffnet. Von München kamen Lehrschwestern von der Kongregatfon der Armen Schwestern unserer Heben Frau. Auch eine katholische Buchhandlung besitzt Stockholm, und eine von Lgien gegründete Korrespondenr, deren Zweck es ist, auf alle Angriffe gegen die Kirche in der weltlichen Bresse zu antworten und Nachrichten über katbolilche Angelegenheiten und Ereignisse im In- und Ausland zu verbreiten. In. Bro- molla und in Linkoving morde je eine Kapelle errichtet. In Helsinoborg halben sich Schweft-rn ran b»r polnischen Kongregation der Dienerinnen Mariä niederaelassen, nm sich den Kindern der polnischen Arbeiter zu widmen.
Rationalistische knttnrkampshetze
Gegen Katholikentage und katholische Zeitungen.
Die politische Verblendung ber nationalsozialistischen Reaktion treibt »ur Zeit besondere Blüten, was im Hinblick auf die neue Herren klub- regierung itnb deren nicht mißbeutbare politisch? Antrittsvorlesung ja sehr begreiflich ist. Tag um Tag steigert sich bia Hetze gegen die Zentrums- Partei und den volitisch-'n deutschen Katholizismus. Wir find aefpannt. wie lange Herr von Papen biehr kulturpolitischen Brunnenv-rgiftung untätig Z"sehen wird Soeben bat ein bafonbers vornehmer Verein, ber sich mit bem hochtrabenden, aber dennoch durchaus nichtssagenden Namen „Katholische Vereinigung für nationale Politik" belegt, durch seine ..Führerschaft" (') eiv-n „Aufruf an alle katholischen Deutschen" er. lassen, der in einem geradezu sommerlichen voli- tifch^n Gassenton eine Verleumdung des deutschen Kasholizismus v-rst-cht Hier einige Stichproben b'ffer politischen Gesinnungslumperei. die der „Völkische B»obachter" lNr. 159) troß seines sagenhaften , positiven" Chrishntums und feiner geheuchelten Neutralität gegenüber d^m .Katholizismus fettprangend auf der ersten Seite feinen Lesern servhrt:
„Wappnet euch gegen aeistige Beeinflussungs- Versuche! l'nsere zuw großen Teil noch hem Zentrum anaehörenben Se-iforger hohen sich in h»n loh'en 13 Jahren, mi' leid-r me'ft in ber deutschen Beschsehe. als l<-cu-^>». politische Bergl.r erwiesen. Das gilt auch- für die Bifchöfe. we'che glaubten, dem Zentrum h'enen ’n 'ollen.
Spart euer Geld nicht für f o a e •
vierter Sonntag nach Pfingsten.
(Eingangslieb (Pf. 26. 1 u. 2.)
Der Herr ist mein Licht, mein Heil, wen soll ich fürchten? Der Herr verteidigt mein Leben, cor wem soll ich zittern? Die mich p'agen, meind Feinde, sie brechen zusammen und stürzen. (Ps ebb. 3). Ob auch ein Kriegslager wiber mich aufsteht, mein Herz fürchtet sich nicht.
Epistel. (Röm. S, 18—23).
Brüder! Ick) bin überzeugt, daß die Leiden dieser Zeit nicht zu vergleichen sind mit der Herr- Weit, die einmal an uns offenbar wird. Mit Sehnsucht harrt auch die Schöpfung auf die Offenbarung dieser Herrlichkeit an den Kindern Gottes. Denn auch sie ist der Nichtigkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den der sie unterworfen bat. Doch gab er der Schöpfung bie Hoffnung, daß auch sie einst von ber Knechtest öcr Verderbnis befreit und »ur herrlichen »vreibeit der Kinder Gottes gelanaen wird. Wir wissen ia. wie immer noch alle Geschöpfe seufzen und in Wehen Heuen. Aber nicht nur sie. auch nur. die mir die Erstlinge des G-lltes befihen, mir feufzen in unserem Inneren auf, harrend der Kmdschast Gottes und der Erlösung unseres Leibes: durch Christus Jefus. lieferen Herrn.
Evangelium: (Luk. 5. 1—11).
„2?on nun an sollst du Menschen fangen."
nicht um bas Wohl des Mitmenschen, sondern e s sieht um Besitz, um Geltung, um E i n- fluß und Macht.
Wie ist das Wort des Heilandes doch ins Ge- sienteil verkehrt worden! Ihm, ber nicht aus feiner Herrlichkeit herabgekommen war, um zu herrschen, sondern um zu bienen, ihm ging es nicht um bie Dinge dieser Welt. Wohl hat er die Hungrigen gespeist und die Kranken geheilt, aber mehr als bie Speise für ben Leid galt ihm bas Brot für das ewige Leben. Und mehr als die Gesundheit des Leibes war ihm die geheilte Seele wert. Wir müssen nicht denken, dieser Maßstab des Hei'anbes hätte in unserer Zeit keine Bedeutung mehr.
Wir leben in einer Zeit der Not. Aber, statt in Bescheidenheit an die Arbeiten ber rauhen Le- benswirklichkeit zu gehen, hetzen uns Glieder un« feres Volkes in bas heftigste politisch» Getriebe hinein. Mitten im Kampf werden die Fahnen des Christentums als Aushängeschild ausgesteckt. Was soll nicht alles unter dem Deckmantel des Christen- t"ms gerechtfertigt werden? Sollten dem armen Erwerbslosen, der gerne arbeiten würde, wenn er nur könnte, di? paar Unterstützungsgroschen ent- zocwn werden, bie ihn vor dem Verhungern schützen? Elend hockt in d»n Wohnungen vieler Mit- briider. Diese Not wird rücksichtslos ausgenutzt. Ist nicht der moderne Mensck-»nfang mit seinem aufreizenden Wahlgetöse ein Fischfang sondergleichen?
Wenn mir in all biefer Erregung noch klar sehen wollen, so müssen mir immer wieder über« leaert, welches der tiefste Sinn der Frohbotschaft Christi ist. Der Heiland hat uns im Vaterunser selbst die Notlagen gezeigt, aus denen heraus mir bitten sollen. Aber neben der Bitte um das täglich» Brot stehen die anh»ren um das Leben b»r S»ele. Dort steht d'e Bitte, daß auch dos Reich Gottes — bas Reich ber Liebe i'nd b»r Eintracht — zu uns vom Himmel komme. — Wo es im Geschrei unserer Tage nur um die Erde gebt, da wird e;n Menschenfang getrieben, der nicht aus dem Geist Christi kommt.
Aus den Missionen.
Reue kathedralkirchen in den Mfsionslänbern.
Die Katholiken unter den alten S ü d w e sta f r i k a» nern wird es interessieren, daß in Windhuk nach einjähriger Bautätigkeit dank der Opferwilligkeit der Be- välkerung unter tätiger Mithilfe der dort wirkenden Oblatenpatres und -Brüder eine herrliche Kathedralkirche geschaffen wurde. Die Glasmalereien der Fenster sowie die Glocken wurden von deutschen Firmen geliefert. — Eine erfreuliche Nachricht kommt aus Abessinien. In diesem Lande, wo der Katholizismus solange nur verborgen wirken konnte, darf die katholische Mission jetzt eine Kathedralkirche errichten, und zwar in der Hauptstadt des Landes selbst. Am 19. April dieses Jahres kennte der Grundstein gelegt werden.
Was soll aus ber Menschheit werden, wenn ber Gol esgedanke nicht mehr in ihr lebendig ist? Wer frutzt bann noch irgenb eine An'orität in der Familie und im Staate» Mer wist dem Verbrechen, den Attentaten, ber Korruption noch einen Damm ^^C3"n^tien? Was soll werden, wenn die sittliche W e f t o r b n u n a erschüttert ist?
Vor kurzem ist im Eckart-Verlag, Berlin, ein ffucb erschienen: „Die Entfesselung ber Unterwelt Es wirb uns ein Einbsick ge- g?bon in die dunklen Hinter- und Untergründe ber '/"'de"kerbewegung, bie heute ber ^aupttrager ber bolschewistischen Agitation ist. Wir sehen an Tatsachen, an Zeugnissen und Beispielen was Gottlosigkeit in ihrem innersten Kern nr Aller Firnis einer lügenhaften Prova- oanba Ick',winde? fiinm-g, und übrig bleibt bie ab. scheuliche Fratze der Verworfenheit und ber Gemeinheit, eine Fäulnis, d-e die We't verpestet. Was hier von einem gewissen unter uns lebenden Fre.denkertum gesagt wird gilt für bie gan.v V^lt, bie von ber bvlschewisti'chen Agitation er* reicht roirb. HeberaH folgt bem Abfa'l von Gott der Abfall non ber Sitte, non Tugend und Mo- ral. Ueberall werben bie animalischen Seibenschaf- ten entsess-lt. überall werben die Henker ber Reli- mon audi zu Henkern gi'en edlen hochstrebenden Menschentums. Da« ist bie Welt, die den düsteren Hintergrund dieser Enzyklika bildet, die Welt, die bas Schicksal der Christenheit von heute ist.
Von nun an wirst öti Menschen fangen.
Betrachtung zum Sonnlagsevang 1 um.
Fast scheint es, ars sei bas Evangelium des heutigen Sonntages eigens für unsere Tage ge- lchrieben. als habe ber göttliche Heiland weniger an Petrus und feine Aufgabe, als an unsere Zeit ge; acht. Zu Petrus sprach er nach jenem reichen Fischfang das Wort, das Petrus und feine Ge- fnhrten heraushob aus ihrer Arbeit, aus ihrem Beruf: Jon nun an wirst du Menschen langen. Und sie erkannten ihre Berufung und zogen bie Folgerung aus biefer Erkenntnis Sie "erließen alles und fo'gten Ihm nach"
Heute kommt scheinbar der Menschheit erst die Aufforderung des Heilandes klar zum Bewußtsein, und weste Kreise scheinen ergriffen zu fein von ber Große dieses Auftrages Man sucht die Menschen zu fangen und es scheint ber Segen des rei* eben Fischfanges auch hier auf dem Menschenfang ju ruhen, denn die Scharen, die eingefangen w°r- ben. sind meistens lehr groß.
Und doch klafft eine himmelweite Lücke zwi- fchen dem Auf'rgg imb der V»rbeißung. d'e der Heiland dem Petrus und in Wahrheit auch der Menschheit unserer Tage gab und in ber Art und /Leise, w i e m a n heute ben M-nschen- o n a a » s ii b t Dem Heiland war es nicht um eine begeisterte Volksmeng» zu tun. bie ihm als arohen Menschenfreund und Wundertäter zu- mbelte, bie fein Lob durch bie Straften imb (Baffen trug. Fast immer war es bei ihm Bedingung: Mf aae rtiemanb davon"' Ober er verbaro sich nor ihren Blicken, wenn sie kamen und in ihrer satten Begeisterung ;frn mm König machen wollten. Nur einmal läßt er b«r Vnlksbeaejsterung freien ^anf: und roeniaer ist es ihm um dm eigenen ^''bm zu tun als um das Hesi d-rer. bie wenige £oae fpater an feiner großen Erniedrigung Anstoß nehmen werden Ihnen will er ben Glauben durch feinen Vaimfonntaozua stärken Nicht um des eigenen Vorteils willen schickt ber Heiland sie auf Menichenfang aus, sondern umheg Heiles berer willen, bi" gewonnen werben sollen.
Nicht um des eigenen Vortei's willen In bie« en wenigen Worten klastt ber ganz grobe Unter- Mwb auf. ber hie Menschheit nuferer Tage vom Heiland und feinen Worten fckwidet D-e Tatsachen beweisen e5 ja täglich aufs neue, »nb bie breiten Volksmassen wie ber Einzelnen müssen es ft* eingestehen. haft bie schönen Wo-te das em- e r r_!'D£1tren 11 das man ihnen für ihre Ge- tnraftfiaft bietet. haift aber in Wirklichkeit ganz anbere Dinge und Zwecke erreich' werden sol'en bas Wohl ber Gesamth'it Es gebt ja gar
Reinlichkeitsbebürfnisses, gehört diese politische Rü. pelei gegenüber den deutschen Bischöfen und Seelsorgern.
Und dann die politische Diffamierung unserer Katholikentage! Hier übertreffen diese sogenannten „katholischen" Hurra- patrioten sogar das kämpferische „Niveau" de, Herrn Alfred Rosenberg in feinem letztjährigen Angriff auf ben Nürnberger Katholikentag. Zumindest erweisen sich diese hoffnungsvollen „Na- tionalkatholiken" als noch hoffnungsvollere Schüler jenes besagten Herrn. Ergibt sich vielleicht schon aus dieser engen Gesinnunasverwandtschaft bie besondere Liede des „Völkischen Beobachters" für diesen seltsamen Verein und seinen geschmacklosen Aufruf? Haben diese Hyperpatrioten denn überhaupt eine Ahnung von her seelsorgerischen Bedeu. tuna und kulturschöpfcrisch-volkstumverbundenen Kräfteausstrahlung eines deutschen Katholiken- taaes? Ist diesen Kreisen überhaupt einmal klar geworden, was es im Zeitalter der Gottlosenbewegung bedeutet, wenn — wie im letzten Jahre in Nürnberg — sich ber Riesenleib von hunberttau» senden katbosischer Christen und Deutscher in aller " Oeffentlickkeit beugt vor bem Mysterium der hei- ' ligen Opferhandlung? Haben sie überhaupt eine Ahnung von ber Fülle ernsthafter religiöser und' kultureller Erziehungsarbeit, bie in ben zahlreichen Beratungen und Veranstaltungen der Kacholiken- taae geleistet wird? Statt dessen warnt dieser dummdreiste Aufruf vor dem Besuch her Katholikentage unb empfielht als Ersatz den Besuch „na- tionater" Versammlungen (!). Ebenso wird vor den kotboiischm Zeitungen gewarnt unb die na» nationalistifche Presse empfohlen (!). Und das alles in einem Aufruf, der unter der Devise läuft: „Wavvnet euch gegen geistige Beeinflussungsversuche!"
Diese A'.ifforherung ist für bie Jünger vom. (B-ifte dieser Vereinigung zumindest überflüssig. Denn wo eigentlich w°ht in diesen empfohlenen . nationalistsichen Versammlungen ber Hitler und Hugenbera überhaupt ein Geist, es sei denn derjenige der Phrase und politischen Eulenspiegelei, . gegen ben ein- Tarnung für ernsthafte Menschen wirklich überflüssig erscheint. Und bann die Empfehlung ber sogenannten „nationalen" Zeitungen! Hier sinh wir allerhinas der Ansicht, daß entsprechend hem Geist unb Niveau biefes Ausrufes für heran Verfasser wirklich bie geistige Ebene etwa ber H"aenk>ergschen ..Nachtausgabe", ber Luden- borffschen „Volkswarte" ober gar des „Völkischen Beobachters" di» einzig richtige fein wirb.
Und so etwas wagt es bann noch, sich als „Füh- \ rerschaft" der katholischen Bereinigung für nationale Politik" auf,zuspielen unb sogar eine „Abwehr- stelle aeg-m Kirchenmiftbrauch" einzurichten, bie von einer Frau Cäcisie Kapp- Berlin SW. 68 be. muttert wird? Wir möchten diesen Herrschaften ben gutermeinten Rat geben, sich zuerst einmal einen volitsichen Anstanbsunterricht u. ebenso eine efementare Erziehung über dasjenige angeheiben zu lassen, was wir Katholiken als ehrfuvchtgebietenhs Achtung vor unseren Bischöfen unb als Derantwor- .. tuna vor ben kulturellen Aufgaben her Gegenwart verstehen, lieber den politischen Geschmack läßt sich bekanntlich streiten, nicht aber über politische Geschmacklosigkeiten, wie sie uns in diesem Aufruf entgegentreten. Am 31. Juli werden die wirklich nationalen Katholiken diesen Herrschaften schon bie richtig» Antwort durch den Stimmzettel geben.
Alex Emmerich- Marburg.
öffentlichen Lebens hinaustragen, wo heute bie Fahne ber Gottlosigkeit schamlos entrollt wird. Das ist alles richtig und gut Aber die Ouelfm unserer Kraft liegen im Altäre Liebe und Kreuz, Kreuz unb Liebe — an dielen Zeichen erkennen wir einanber, erkennt her Herr . : bie Seinen. Katholischer Betrieb gegen ... Gottlosenbetrieb, unb weiter nichts als das, es brächte niemals ben Steg. Nicht Be- triebsmenichen retten uns. sondern nur Heilige, bie Masse der büßenden unb betenden Gläubigen, die wissen, was Pflicht ist. was Opfer, was Gnade — was Kreuz unb Liebe. ■ ?
Lehnt kirchliche Empfehlungen der sogenannten katholischen Zeitungen, bie gleichzeitig Z e n t r u ms z e i t un a e n sind, als Mißbrauch ber Kirche zu politischen Zwecken schär-- stens ab unb haltet nationale Zeitungen, damit ihr nom deutschen Volke nicht weiter geistig abgeschlossen bleibt."
Daß man in diesem Elaborat gewisser von »inem nationalistischen Größenwahn befallener Taufschein-Katholiken bie Arbeit unb Leistung ber deutschen Zentrumspartei schmäht, sott uns in ber gegenwärtigen Hochkonjunktur ber Zen- trumshetz-» nicht weiter verdrießen. Denn politische Kind»reien bleiben Kinbereien auch bann, wenn sie non Leuten mit noch so hn*<rabenhen Namen verübt werden. Die letzten Wochen haben uns dies besonders deutlich werden lassen. Um so mehr ab er werden mir uns in aller Schärfe unb Deutlichkeit dagegen wehren müssen, daß man es setzt nun auch wagt, bie Scbmutzkübel nationa 1 isti- stifcher Verleumdung über bas An - sehen unserer Bischöke unb Seelsorger zu ergießen. Daß untere Bilchöse unb S»errc’-g»r ,.wi» fsiher meist in ber deutschen Ge- Ichichte" sich als schlechte politische Berater erwie- len, sott doch nichts anderes bedeuten, als daß man hier eine alte Ku11urkamps 1 üae von her nationalen Unzuverlässigkeit k a - tholischer Priester nerneut austilcht. ®*' . Katholische Vereinigung für nationale Politik" fällte sich ichon ihres Namens wegen in Grund und Boden itfämen. ob solch einer niederträchtigen Verkembung. Nicht in das Gebiet der Politik, fonhern in da« her einfa<frn Anstgnbslehre, des mit ber Kinderltube »ufammen- hänaenben ganz ein'af'en gefinnunrrsmählg-n