Nr. 128
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Arbeit, man erntet vielmehr den Dank für frühere Mühen: um aber den Blumenflor und die Freude an seinen Lieblingen nach Möglichkeit auszudeh. n«n, unterziehe man sich den notwendigen Arbeiten umso mehr.
Beilage zur Fuldaer Zeitung
Der hausgarten im Juni.
Die Wärme nimmt zu und Trockenheit tritt oft ein, weshalb mit Gießen und flüssigem Dünger nicht gespart werden soll. Damit den Bäumen auch beides ganz zu gute kommt, sind die Baumscheiben offen und locker zu halten. Im Obstgarten reifen nun außer den Erdbeeren die Kirschen, Himbeeren, Johannis- und Stachelbeeren, deren ernten Freude machen. Beim Formobst ist der Sommerschnitt vorzunehmen-, er besteht vorerst im Entspitzen der noch krautartigen Triebe, die sich übermäßig entwickeln oder an falschen Stellen auftreten. Besonders kürze man die oberen Triebe, weil dort der Saftdruck und damit das Wachstum am stärksten ist und ohne derartige eingriffe die Entwicklung der unteren Teile benachteiligt wird. Diese Arbeit ist von Zeit zu Zeit zu wiederholen. Das Ausdünnen, also das entfernen minderwertiger oder büschelweise hängender Früchte ist damit zu ver- binden, denn nur so ist erstklassiges Obst zu erwarten. Gegen Schädlinge kann noch mit Giftspritzungen vorqegangen werden, gegen die Blutlaus aber Hilst nur das Bestreichen mit Fett oder das Bepinseln mit Obstbaumkarbolineum, gegen Schorf das Spritzen mit i,4prozentiger Kupserkalkbrühe. Zur Schädlingsbekämpfung gehört auch das Sammeln und Vernichten der abgefallenen Früchtchen, die oft Schädlinge beherbergen. Beim Auspflücken der unreifen Stachelbeeren nehme man keinesfalls nur die großen Frücht«, sondern die kleinen, die aus irgend einem Grund (Stand, Befruchtung) zurückgeblieben find und nie zu großen heranwachsen. Die Erdbeeren pflückt man am besten morgens, wobei man einen Teil der Ausläufer entfernt. — Im Gemüsegarten stellen die Saaten und Pflanzen immer größere Ansprüche an den Boden; Düngen, Gießen und Zacken sorgen für den nötigen Nahrungsersatz und die genau so notwendige Feuchtigkeit. Die ersten Ernten erfreuen uns: Radieschen, Rettich, Salat, Möhren, Kohlrabi, usw. Die abgeernteten Beete sind sofort neu zu bestellen. Das Pflanzen nehme man möglichst am Spätnachmittag vor und beschirme die neugepflanzten Setzlinge bis zum Anwurzeln durch Bretter, Blumentöpfe, Glasglocken, usw. gegen Sonnenbestrahlung. Da die Saaten feucht zu halten sind, bringe man auf die Saatbeete eine Decke aus Sand, Kompost oder Torfmull, die die Feuchtigkeit länger hält und den Gartenboden vor dem Austrocknen schützt. Gesät können noch werden: Erbsen, Salat. Endivien, Möhren, Kohlrabi, Blattkohl; gepflanzt: Wirsing nebst allen anderen Kohlarten, Kohlrüben. Mangold, rote Rüben, Salat, Sellerie; des weiteren die wärmebedürftiaen Tomaten, Gurken, Melonen und Kürbis. Erbsen, Frühkartoffeln und Bohnen sind zu häufeln, hohe Erbsen mit Reisern zu versehen und die Stangenbohnen um die Stangen zu legen. Bei dem Frühblumenkohl knicke man die Blätter zum Schulz über di« sich setzt entwickelnden Blumen, damit sie weiß bleiben. Rhabarber kann bis Ende des Monats gebrochen werden, zuletzt hat er allerdings viel Säure, und mit dem Spargelstechen wird um Johannis aufgehört. Eine kräftige Dünaung der Beete soll dann im Interesse der nächstjährigen Ernte nicht unterbleiben.
Kulkuran'prMe der Beerensträucher.
Die Himbeeren.
Die Himbeere ist nächst der Erdbeere zwesiei- los die wohlschmeckmdste Beerenirucht und wegen ihrer vielseitigen Berwendungsmöolichkeit besonders geschätzt. In der Reifezeit löst sie die Erdbeere ungefähr ab. Für den Robgenuß von unübertrefflichem Wohlgeschmack, ist sie auch für die Hausfrau eine willkommene Frucht zu Kompott, Marmelade. Zusatz zu anderen Fruchtmarkerzeug- nissen und nicht zuletzt zur Saftbereitung. Man kann ohne Uebertreibung lagen, daß zur Saftbereitung jedes Quantum Himbeeren gern gekauft und aut bezahlt wird.
Die Pflanze stellt zwar wenig Ansprüche an den Boden, gedeiht aber in etwas feuchtem lehmigem Boden 'besser und gibt dort bessere Erträge als auf sandigen Böden. Daher kommt es auch, daß man in gebirgigen höhen'aqen die Himbeeren
mit bestem Erfolg kultiviert, und sie werden dort von der wenig beliebten hinmbeermade fast gar nicht heimgefucht. Gedeiht der Strauch auch recht gut im Halbschatten, so ist ihm doch ein sonniges Plätzchen dienlicher, und er gibt dort — was wenig bekannt ist — eine lang andauernde, ideale Bienenweide ab. Es sollten also vor allen Dingen die Imker dieses Fruchtgehölz in ihren Anlagen bevorzugen.
Bei der Herbst- oder zeitige Frühjahrspflanzung werden die Triebe bis auf etwa 30 Zentimeter zurückgeschnitten, damit schon im ersten Jahre möglichst starke Wurzelgeschosse gebildet werden. Da Himbeeren sich stark ausbreiten, pflanze man im geschlossenen Quartier auf einen Reihen- abstand von ca. 2 Meter und in der Reihe auf etwa 1 Meter Entfernung. Zur Unterpflanzung unter andere Obstgehölze eignet sie sich wegen ihrer stark zehrenden Wurzeln nicht. Sehr gut kann sie aber am Zaun entlang gepflanzt werden, und sie wird dort — was sie sehr liebt — fächerartig angeheftet. Die junge Anpflanzung wird von Unkraut frei gehalten, der Boden ist öfter zu lockern. SfeHere Pflanzungen werden mindestens alle drei Jahre eine kräftige Stalldunggabe erhalten miis- fen. Rach der Ernte oder spätestens im Verlauf des Winters sind alle vorjährigen Triebe bis zur Erde zurückzuschneiden und müssen gleichzeitig alle schwachen Triebe völlig entfernt werden.
Als empfehlenswerte Sorten gelten: Fastolf, Goliath, Harzjuwel, Immertragende vom Feldbrun- nen, Knewetts, Riesenhimbeere, Loganberry (eine Kreuzung zwischen Himbeere und Brombeere, ist aber gegen strenge Kälte etwas empfindlich), Marlborough (eine amerikanische Sorte), Shaners Co- lossal, Superlativ u. a. m.
Die Brombeeren.
Die Brombeere ist gleichfalls eine edle Beerenfrucht, und obwohl sie im Spätsommer reift und eine vorzügliche Frucht zum Rohgenuß und zum Einmachen ist. wird sie doch verhältnismäßig selten angepslanzt. Die Brombeere wächst eigentlich überall, selbst noch auf ganz sandigem, sterilem Boden und im Schatten. In sonniger Lage werden die Früchte größer, reifen früher und werden aromatischer. Zur Bekleidung von Wänden, Lauben, Zäunen, auch zur Bepflanzung größerer Böschungen ist die Brombeere lehr brauchbar. Bei der Pflan.zung schneidet man die Triebe auf etwa 20 Zentimeter zurück und behäufelt diese kurzen Triebenden auch noch mit Erde; dies fördert das Anwachsen. Die erscheinenden jungen Langtriebe sollen sorglich angeheftet werden, denn an ihnen bilden sich die Fruchtdolden. An alten Pflanzen muß in jedem Winter alles alte und abgetragene Holz herausgeschnitten werden, und zwar immer Möglichst weit unten.
Empfehlenswerte Sorten sind: Eldorado, Geschlitzt-blättrige, Großfrücktiae Bastardbrombeere, Lucretia, Mammoi'th, Sandbrombeere (Theodor Reimers), Wilsons Early u. a. m. as.
Frühjahrsblüher jetzt schneiden!
Wenn der Flor der Frühblüher unter den Ziersträuchern beendet ist, also etwa Ende Mai so hat der Gartenfreund die Pflicht, für das nächste Jahr vorzusorgen, damit ihn auch im kommenden Jahre feine Sträucher durch ihre Blütenpracht erfreuen. Es geschieht dies durch einen kräftigen geeigneten Rückschnitt der abgeblühten Zweige unmittelbar nach der Blüte. Es ist also durchaus kein Baumfrevel, wenn man von den Blütensträu- chern bereits während der Blüte Zweige abfchnei- bet und feine Vasen füllt, allerdings wird hierbei ein mehr wilder Schnitt ausgeübt, der auf die Form des Zierstrauches wenig Rücksicht nimmt. Am besten ist es daher, man schneidet die Sträucher nach der Blüte auf Form, d. h. all zu dicht stehenden Zweiae werden ganz entfernt, selbstverständlich auch alle trockenen Aeste, die übrigen ab- geblühten Triebe werden kurz zurückgenommen, damit recht kräftige Austriebe als nächstjährige B'ü- tenträger sich bilden. Unterläßt man diesen Schnitt, so bleiben — namentlich am Flieder — die abgeblühten Dolden als Samenträger stehen, die für
den Gartenbesitzer nutzlos sind. Diese Samendolden nehmen eine häßliche Färbung an und nehmen dem Strauch nicht nur die Kraft für neuen Austrieb, sondern werden auch die Veranlassung, daß an den betreffenden Bäumen bzw. Sträuchern unschön« Kahlstellen entstehen, wie wir dies auch beim Steinobst beobachten können, wenn die abgetragenen Zweige nicht zurückgeschnitten werden. Zu den Sträuchern, die jetzt zu schneiden sind gehört die Forsythie (Goldglöckchen), das aus China eingeführte gefülltblühende Mandelbäumchen (Prunus triloba plena), der frühblühende Flieder (Sy- -ringa) u. a. m. — Die meisten übrigen später blühenden Sträucher werden durch einen geeigneten Winterschnitt behandest. a5-
Mev?el Samen erzeugen die Unlreuter?
Welche Samenmengen die Unkräuter erzeugen, ist noch wenig bekannt. Man merkt dies erst, wenn ein Stück Land einige Zeit unbearbeitet liegen bleibt. Rach einem Regenfall schießt das Unkraut dann so dicht hervor, daß man schon bald kein Fleckchen Erde mehr sieht. Erklärlich wird das erst, wenn man weiß, daß das bekannte Hir- tentäschel-Unkraut 37 000 Samen hervorbringt, der Ackersenf 4000, die Kornrade 2500, die Gänsedistel 19 000, die Klette über 38 000, der Mohn sogar gegen 50 000 Samen. Besonders Wege, Plätze, Hofe bilden oft «ine günstige Vermehrungsstell« für Unkraut, welches hier vielfach unbeachtet bleibt. Don hier aus werden dann nach der Samenreihe die anliegenden Nutzgärten ufro. mit Unkraut verseucht. Man widme daher auch der Unkrautbe- kämpfuna aus Hofen und Wegen fein Augenmerk. Gerade dort ist eine sehr nachhaltige Vertilgung mit Hedit in kürzester Zeit ohne großen Kosten- vnd Zeitaufwand durchführbar. Hedit wird mit einer Gießkanne (auf größeren Flächen kann auch ein Sprengwagen verwandt werden) in 1—l1Z>pro= zentiger Lösung auf die verunkrauteten Flächen ausgenoffen, worauf das Unkraut nach einigen Tagen abstirbt. Meist genügt eine Iprozentige Losung. In der Regel ist dann int laufenden Jahre feine weitere Unkrautvertilgung erforderlich, as.
Der Zimmergarten.
Jetzt von Zimmergärtnerei zu sprechen, ist nicht ganz richtig, denn in den Stuben selbst dürften sich nur noch die wenigsten Pflanzen finden, höchstens di« ganz zarten, die man dem Wechsel des Wetters im Freien nicht aussetzen möchte. Diese sind, da sehr empfindlich, von jetzt ab vor direkter Sonnenbestrahlung zu schützen. Die anderen befinden stch teils im Garten, teils auf den Fensterbrettern oder Balkonen. Die im ©arten Ausgepflanzten muffen nun so abgehärtet sein, daß sie ungünstige Zetten, die leider im Juni auch nickt ausbleiben, ertragen; sie brauchen daher keine besondere Pflege. D'e Balkon- und Fensterpflanzen dagegen sind vor der brennenden Mittagshitze und vor Sturm und Wmd zu schützen, weil sie in ihren engen Behältnissen beides schlecht vertragen. Sie nur einmal am Tage gießen zu wollen, genügt oft nicht, es muß dann morgens und abends geschehen, und in besonders heißen Zeiten trägt ein mehrmaliges Ueberbran» fen mit abgestandenem Wasser im Laufe des Ta- ges zu ihrer Erquickung bei. Für entsprechende Düngung ist nicht minder zu sorgen, da die Erde der Gefäße bei der schnellen Entwicklung bald durchwurzelt ist und die ursprüngliche Nahrung aufgebraudtt und außerdem durch das Gießen aus- gelaugt wird. Doch tue man es mit Maßen, mit bent sogenannten Kunstdünger wird nämlich oft zuviel des Guten getan, man soll düngen aber nickt salzen; eine knavpe Messerspitze Dünaermischung auf eine kleine Gießkanne genügt vollständig für eine Woche; dabei benetz« man die Blumen und B'ätter nicht. Auch bepflanz« man die Kästen nie zu eng, damit für die einzelne Pflanze der nötige Raum zur guten Entwicklung bleibt. Die Anzucht für den Herbst- und Winterschmuck vergesse man nicht, ebenso die Ausfaat der zweijährigen Pflanzen für das nächste Jahr, wie Goldlack, Glockenblumen, Nelken, Primeln. — Im Allgemeinen bringt der Juni dem Zimmergärtner nicht viel
Der kleintierhof im Juni.
Soweit es sich um Zucht- und Legehühner han. beit, haben Bruten keinen Zweck mehr, nur Schlacht- und Masthühner, . Ziergeflugel und Zwerghühner machen davon eine Ausnachne. Das Legen läßt nach, insbesondere bei den Winterle- gern. Freier Auslauf vereinfacht und verbilligt die Hühnerhaltung auch weiterhin, denn es ist nur wenig Beifutter nötig; fehlt es an ausreichendem Auslauf, fo gebt man viel Grünfutter, von Weuy- futter hingegen nur soviel, als sofort gefressen wird, denn es verdirbt leicht und schadet dann. An frischem Wasser soll es nie fehlen, und Sand- und Staubbäder sind Bedingung für gutes Puten- und Perlhuhnkücken müssen bei beschranktem Auslauf, weil bann bie nötige Kerbt>ernah- rung fehlt, ein Beifutter von Fisch- unb Fleisch» mehl erhalten, bas abwechselnd zu geben ist; außerdem schütze man sie einesteils gegen Käste und Nässe, anbernteils auch vor großer Hitze. Die Ställe sind mehr denn je rein zu hasten, damit das Ungeziefer nicht überhand nehmen kann. Enten und Gänse fühlen sich bei natürlichen Bade- und Schwimmaelegenheiten am wohlsten, stehen solche nicht zur Verfügung, so stelle man ihnen mit Wasser gefüllte Tröge oder Wannen hin, an und in die sie 'leicht gelangen können; ist es zwar nur ein Ersatz, so hilft es doch zu Bad und Reinigung und erleichtert außerdem die Nahrungsaufnahme, spulen doch diese Schwimmvögel am liebsten jeden Bissen mit Wasser hinab. Die Nutztauben lassen im Feldern nach, weil nicht mehr viel zu finden ist und verlangen dafür reichlicheres Futter im Hof oder im Schlag. Dieser ist jetzt auch des öfteren zu reinigen, umso mehr, als die Taubenschläge meist nock schlimmer als die anderen Keflügelstätte ver- nachläftigt werden. — Für die Kaninchen ist letzt Hutes bi fr bc^0 b’^inft? ^lobriitttv
doch gebe man daneben auch altes Heu und reinige l^qstch die Fuste'-'-'eschirre. wobei alles unverzehrte Grünzeug zu beseitigen ist, weil es schnell verdirbt vnb !'•" ....... '"7 "Nb
Speichelfluß hervorrust. Der Stall ist kühl, zu halten. Bei den Ziegen ist dort, wo sie kernen Schaden anrichten können, der Weidegang am besten sonst sorg« man wenigstens für einen Nicht zu kleinen Auslauf, wo sie Schatten und Schutz vor großer Hitze finden können. An Wasser und gutem Futter darf es natürlich nicht fehlen.
— Die Bienenzucht in Kalifornien. Welche Bedeutung die Bienenzucht in Kalifornien hat, kann man schon aus folgenden Zahlen ersehen: Es gibt dort etwa 10 000 Bienenzüchter mit 400 000 Volkern, und der normale jährliche Ertrag sind 16 000 000 amerikanische Pfund Honig und 300 000 Pfund Wachs. Dies« beiden Erzeugnisse haben einen Wert von 2 Millionen Dollar. Ausgefuhrt werden etwa 10 Millionen Pfund Honig. Die Im- ferei ist in Kalifornien zum großen Teil Wander- bienenzuckt. Nicht weniger als 2000 Bienenzüchter wandern nämlich mit ihren Völkern in Gegenden die gerade eine besonders reiche Tracht bieten, und das kommt vornehmlich auch dem Fruchteertrag zugute.
Vorsicht bei Gewitter!
Zwei Personen unter einem Baum erschlagen.
In der Nähe des Dorfes Gonna bei Sangerhausen schlug der Blitz Freitagnachmittag in eine Buche. Unter dem Baum hatte ein kljähriger Bergmannsinvalide mit feinem 15jährigen Sohn Schutz gesucht. Beide wurden vom Blitz getötet.
In der Stadt Oklahoma ist der North Ca- nadian-River infolge tagelanger Regengüsse über die Ufer getreten und hat ein Riefengebiet verwüstet. Bisher wurden fünf lote gemeldet. Ueber 1000 Familien sind obdachlos geworden.
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