22. Mal.
Vellage zur Fuldaer Zelkung
5Lr. 117
Das heiligste Sakrament in Stille und Glanz
Karletraße 5
Teleohon 2412
Der Heilige Vater Pius XL, der sich I stentums wieder neue Geltung zu verschaffen", fderbolt scknn mit h»n » sm;r oftnnom uns seiner aroken Bemühungen
rühmte Enzyklika „r e r u m n o v a r u m" für das Papsttum die Führung bei der sozialen Erneuerung der Menschheit an sich riß und die menschliche Gesellschaft auf ihre großen Aufgaben und Pflichten
wiederholt schon mit den Bedrängnissen befaßt hat, die über der Welt lagern und die vor allem die unteren Schichten so materiell und seelisch bedrücken, hat sich in einer neuen Enzyklika an die Welt gewandt. Angetrieben von seiner Sorge um die ihm anvertrauten Kinder der Kirche, darüber hinaus aber auch von der Sorge um die gesamte Menschheit, die ihm als Nachfolger Christi und seiner Lehre ebenso am Herzen liegen muß, wendet er sich auss neue an die Christenheit, aber auch an die ganze Menschheit, um alle einzuladen, „sich mit aller Kraft den liebeln, die die ganze Menschheit drücken und den noch schlimmeren, die sie bedrohen, entgegenzustellen".
es ist bei den Massen der Gläubigen genau wie bei sonstigen Massenzusammenballungen. Es kommt weniger aus die zahlenmäßige Größe, als auf den Geist an. Bei einer Kirche erst recht.
Meinst Du, die Zugehörigkeit zu einer Kirche wäre damit abgetan, wenn man wie bei einem Verein ins Register eingetragen wäre? Man kann als Christ sich zu einer Kirche gehörig betrachten und doch in seiner praktischen Lebensführung ein Heide sein. Kirche bedeutet Gemeinschaft. Und Gemeinschaft ist etwas Lebendiges. Die Familie ist eine solch« Gemeinschaft. Da stehen Menschen zueinander, die zueinander gehören. Liebe unö Treue vereinigen sie. Wo aber Liebe und Treue fehlen, ist der Geist der Familie tot. Wo Glück wohnen sollte, ist dann eine unglücklich« Ehe oder eine zerfahrene Familie.
Das Vorbild der christlichen Gemeinschaft ist die Familie der Apostel. Einmütig stehen sie zu- einander. Die Begeisterung für den gleichen Heiland fügt diese ernsten Männer und Frauen aneinander. Ihre Sorgen sind die gleichen: wie sollen sie als schwache, hilflose Menschen das Werk Christi weitertragen? Am Pfingsttag werden sie von ihrem Bangen erlöst. Sie begreifen, daß sie ihr Letztes, ihr Leben, für das Werk der Erlösung einsetzen müssen. In trautem Kreis haben sie die erlösende Macht jener Liebe empunden, die anderen helfen will. Nun ziehen sie hinaus in die Welt, um anderorts solch kleine Freundeskreise im Namen Christi zu schließen. In den bekehrten
Eine Aronleichnamsbekrachtung
Was unserem Herzen besonders lieb ist, das zeigen wir entweder allen Leuten voll seligen Stolzes oder wir verbergen es sorgfältig vor aller Welt. So haben es die Christen auch mit dem kostbarsten Vermächtnis des Herrn, mit dem Heiligsten Sakrament seines Leibes und Blutes, verschieden gehalten. Heute zeigen wir Katholiken mit überquellendem Herzensjubel das Sakrament in feierlicher Prozession Gläubigen wie Ungläubigen. In katholischen Gegenden geschieht dies seit alters so prunkvoll und glanzvoll, daß uns fast um die Innigkeit der Andacht bang werden möchte; die kleine Diasporagemeinde aber freut sich endlichen Sieges über mehrhundertjährige Unterdrückung, wenn sie nur die Schwelle des Kirchleins überschreiten und ihren Glauben frei hinausjubeln darf in Himmelsblau und Friihlingsgrün. Wo es nur angeht, stehen katholische Kirchen und Kapellen den ganzen Tag über geöffnet, daß es dem Herrn int stillen Tabernakel nie an Anbetern fehle. Wo wir aber im herrlichsten Gotteshaus das liebe rote Sternchen in der allzeit wachsamen Lampe nicht vorfänden, wäre uns magdalenenbang: „Wo habt ihr den Herrn hingetragen?" Seit Hunderten von Jahren schon haben wir die strahlende Sonnengestalt dem Himmel abgesehen, um mitten darin das Aller- heiligste zu zeigen, und wir nennen diese Sonne, die uns Goldschmiedekunst schuf, buchstäblich das „Z e i g e g e f ä ß", die Monstranz. Wir lassen es und längst nicht mehr genügen, in der Wandlungsstille des heiligen Opfers Christi Herabkunft in Brotes- und Weinesgestalten zu feiern, wir erheben die heilige Hostie auf einen Thron inmitten von Lichtern und Blumen, Weihrauchwolken und brausenden Klängen. Scharen von Betern ziehen ein und ziehen aus, versinken in Anbetung, wachsen schier über sich selbst hinaus, wenn sie zum Te Deum laudamus sich wieder aufrichten. Wird die Wegzehrung zu einem Sterbenskranken gebracht, so schließt sich vielerorts ein Geleit von Detern an. Stehen die Felder im ersten Grün, so dürfen auch sie den Erlöser aller Kreatur schauen.
Nicht zu allen Zeiten zeigt« so die gläubige Liebe ihren kostbarsten Schatz dem Himmel und der Erde, den Engeln und Menschen, den Kindern und den Hündlein, den Gotteskindern und den Weltlindern, den Teilnehmenden und den Eleichgülti-
Lasset uns anbeten!
Duplex classis, Fest des höchsten kirchlichen Ranges, verzeichnet das liturgische Direktorium an diesem Tage. Aber es weht um dieses Fest, das seinem Gegenstände nach das höchste aller kirchlichen Feste ist, der Huldigungstag der Kreatur an den in sich ruhenden, unendlich über alles gs- schöpfliche Begreifen erhabenen Gott, der Schleier des tiefsten aller Seinsgeheimnisse. So ist die laute Festfreude, das Gloria der Engel und das Alleluja der erlösten Menschen gedämpft zu stil- lerer Anbetung; nur mit einer gewissen Scheu können wir Menschenkinder unseren Blick zu dem tremendum Mysterium, dem Geheimnis der einen und unteilbaren Dreinigkeit Gottes erheben und unser „sanctus, sanctus, sanctus" stammeln. Wohl haben wir armen Geschöpfe int Laufe des Kirchenjahres die ganze unendliche Fülle der Liebestaten der drei göttlichen Personen gegen uns verströmen sehen. Und doch verblaßt all dieses Wunder vor dem unfaßbar geheimnisvollen Geschehen, das da im Schoße der Gottheit sich abspielt; es versinkt die ganze Schöpfung vor dem unendlich weiten Erkennen, in dem der Vater das ihm wesensgleiche Wort erzeugt, und den Glutströmen, in denen beide den Heiligen Geist der Liebe, einer Wesenheit mit sich, ausgehen lassen. Darum kann sich fein geschaffener Geist vermessen, auch nur zum Rande dieses Geheimnisses vordringen zu wollen. Er kann nur glauben, was Gott selber ihm von den Geheimnissen seiner Wesenheit kund werden ließ, und schweigend anbeten.
Anbeten, ja, und dann immer wieder staunen, daß dieser in sich unendlich vollkommene und über alles Treiben der Kreatur so über alle Welten weit erhabene Gott dennoch unser nicht vergaß und vergißt, daß diese drei göttlichen Personen gleichsam im Wettstreit sich zu ihm neigen, und ihm ihr Siegel aufdrücken. So schwer unser irdisches Geschick auf uns lasten mag, als Eigentum des dreinigen Gottes sind wir geborgen in seine Hand, auch wenn wir seinen Sinn nicht erkennen und seine Ratschlüsse uns unerforschlich bleiben müssen. Denn aus ihm und durch ihn und für ihn ist alles. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen.
Meine Mitteilungen.
„Für alles steht Geld zur Verfügung — aber die kakholifche presse wird vergessen". Der Erz- bischof von Cincinati erklärte unlängst: „Wenn man untersucht, wieviel getan wird für di« katholische Kirche und die katholischen Vereine, dann ist es fast unbegreiflich, daß niemand von all den wohlmeinenden Männer und Frauen einsieht, wieviel Gutes eine Gabe für die katholische Presse leisten könnte. Für alles steht Geld zur Verfügung, für Negerkinder, für eine Baßgeige, für eine Pfarre, aber die katholische Preffe wird vergessen. Und wieviel Gutes geht nicht aus von einer ka- tholischen Zeitung oder Zeitschrift!" — Während eines Propaganda-Monats für die kathol. Presse in Chicago bekamen katholische Zeitungen tausend« neuer Abonnenten. Die katholischen Vereine haben sich bei dieser Gelegenheit mit Erfolg betätigt.
Gemeinden sollen Menschen lernen, für einander in Liebe einzustehen. Johannes, der als greiser Prediger nicht mehr die Kraft zu langen Ansprachen hatte, faßte seine Predigt in die Worte zusammen: Kind le in, liebet einander. Als er einmal länger predigen sollte, trat er vor die versammelte Gemeind« und sprach umso inniger: Kindlein, liebet einander. — Das ist Geist der Kirche Christi. In der kleinen Welt des Alltags muß er sich auswirken. Auf ihn kommt es an.
Wenn Du diesen Sinn der Frohbotschaft Christi nicht verstanden hast, bist Du noch kein Glied der Kirche. Zur Kirche Christi gehören heißt nicht bloß im Taufbuch stehen, sondern t e t l h a b e n an der Gemeinschaft seiner Mitmenschen. Das ist auch der Sinn Deiner Pfarrgemeinde, ob sie ein Dorf oder einen Stadtteil umfaßt. Ihr sollt nicht blind und taub nebeneinander herlaufen in Gleichgültigkeit, als ob ihr einander nichts anginget. Das Schicksal des Anderen soll Deine Sorge mit sein. Wenn die Gemeinde int Sonntagsgottesdienst vor dem Herrn steht, dann sollt ihr wirklich eine Eottesfamilie fein. Euer Meß- gksang soll dem Herrn wie aus einem Munde entgegen schallen. Wenn ihr aus der Kirch« heraus- tretet ohne Frieden miteinander int Herzen geschloffen zu haben, dann war all eure Mühe vergebens. Kirche Christi seid ihr nicht geworden. Das Zur-Kirche-gehen bedeutet noch nichts, auf den Geist allein kommt es an.
Ihr Radio-Fachmann
nur Funkhaus Leibold
täglich neu opferte, die fich ihnen zur Speise darbot, zum Heilmittel, das Unsterblichkeit verleiht. Wenn sie, wie es damals Brauch war, das konfekrierte Brot in die zitternden Hände nahmen, dann zitterte und jubelte ihr Her,: ..Mein Geheimnis ist mein!" Auch damals hielt man das „apostolische Herkommen" strenger Nüchternheit ein, auch damal hütete man sich, auch nur das kleinste Partikelchen der heiligen Gestalt achtlos zu behandeln, aber lange dauerte es noch, bis man den Herrn in der Kirche selbst aufbewahrte, besuchte und außerhalb der heiligen Meßliturgie verehrte. Der heilige Geist führt eben auch seine Kirche ganz sachte, Schritt für Schritt, von Reichtum zu Reichtum, von Erkenntis zu Erkenntnis, von Seligkeit zu Seligkeit. So schenkte er der Kirche eines nach dem' anderen: die Aufbewahrung der heiligsten Eucharistie in Taubenampeln, in Sakramentshäus- dyen, in Tabernakeln, die Privatmessen der vielen Priester, bei denen das Wandlungsglöcklein in jeder Kirche von Altar zu Altar die Runde geht, die Aussetzung des Allerheiligsten in der Monstranz, die erst geschlossene, dann durchsichtige Türmchen- gestalt hatte, die Fronleichnamsprozession, das „Vierzigstündige Gebet", die „Ewige Anbetung" und alle Herrlichkeiten, die uns heute mit Segens- fülle überschütten. Ja sogar das Hebel wußte der Geist der Weisheit und des Rates zum Segen zu wenden. Als in deutschen Landen der große Ab- fall kam, begegneten die Glaubensstreiter der Ge- genreformation der ungeheuren Gefahr gerade dadurch, daß sie die altehrwürdigen Schleier mit zarten Händen hoben und die heilige Hostie im Strahlenkranz der Sonnenmonstranz in die Höhe der Altäre hinaufhoben. Das katholische Volk ge- wann diese Sichtbarkeit schnell lieb. So kam es, daß dieselbe anbetende Liebe, die ehedem ihren himmlischen Schatz ins tiesite Geheimnis barg, ihn heute triumphierend in endlosem Jubel aller Welt tor Augen hält. Nie werden wir vergessen, daß die heilige Wandlung, die immer noch in tiefstem Schweigen sich vollzieht, die Mitte und Höhe des eucharistischen Lebens Christi mit seiner Kirche ist und bleibt, bis einmal die letzte Hülle fällt und alle Sakramente aufbören, wie auch Glaube und Hoffnung aufhören und nur die Liebe bleibt. Nie werden wir vergessen, daß das liturgische Opfer Christi Tat ist, während alle eucharistische Andacht außerhalb der heiligen Messe Menschen- leistung, wenn auch begnadete und gesegnete, edelste Menschenleistung vorstellt. Wir werden aber auch froh'und dankbar sein, daß wir in der Gegenwart reichster Entfaltung, in einem hohen Sommer des kirchlichen Andachtslebens, in der Hoch-Zeit der Fronleichnamsfreude zum Mitopfern vor allem, aber dann ebenso zum Mitanbeten und Mitjubeln berufen sind.
Fest der Allerheiligsten Dreifaltigkeil.
Lingangslied: Tob. 12, 6.
Gepriesen sei die heilige Dreifaltigkeit und ungeteilte Einheit. Laßt sie uns preisen, weil sie ihre Barmherzigkeit an uns erwiesen hat. (Pf. 8, 2.) Herr, du unser Herr, wie wunderbar zeigt sich dein Name auf der ganzen Erde!
Epistel: Röm. 11, 33—36.
D Tiefe der überreichen Weisheit und Erkenntnis Gottes! Wie unerforschlich sind seine Ge- richte und wie unbegreiflich seine Wege! Wer hat die Gedanken des Herrn erkannt? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer gibt ihm zuerst etwas, daß er es ihm wiedervergelten müßte? Denn von ihm und durch ihn und in ihm ist alles. Ihm fei Ehre in Ewigkeit. Amen.
Evangelium: Rlakth. 28, 18—20.
„Mir ist alle Gewalt gegeben."
Mrche Christt.
Betrachtung zum Sonnlagsevangelium.
Der Auftrag Christi an seine Apostel ist ebenso bestimmt wie bedeutungsschwer: „Gehet hin in all« Welt und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des hl. Geistes." — Wir haben es leicht, nach zwei Jahrtausenden die Durchführung des Auftrages zu verfolgen. Weit über di« Erde ist das Evangelium verkündet worden. Hunderte von Millionen Menschen bekennen sich zu Christus als ihrem Herrn und Gott. Vom Aufgang bis zum Niedergang der Sonne wird sein Name gepriesen.
Gewiß, man kann sich an dieser Tatsache begeistern. Die Ausbreitung der Kirche ist ein herr- liches Zeugnis ihrer göttlichen Bestimmung. Aber
Wir erinnern uns seiner großen Bemühungen um den Frieden im Sommer 1917, deren Scheitern geschichtlich noch nicht bis ms Einzelne aeklärt ist. Wir erinnern uns aber vor allem, mit welchem Eifer und Erfolg dieser Papst während des Krieges die Liebestätigkeit in großem e-tue betrieb, wie er Hilfswerke anregte, sich um das Los der Kriegsgefangenen und den Eesanaenenaus- tausch die größten Verdienste erwarb und sich vor allem in seiner Liebestätigkeit um d.e Aufhebung der unmenschlichen Hungerblockade gegen Deu.fch- kand und um di« durch Tie so stark mitgenommene deutsche Bevölkerung und vor allem die Kinder bemühte. Dieser Papst Benedikt XV. hat sich dann in seiner Enzyklika vom 23. Mai 1920 an Ote Wett gewandt und auf der Grundlage des göttlichen Rechts und der christlichen Liebe die ch r t st- liche Gemeinschaftsidee aller Völker betont, um vor allem Den Standpunkt hervorzuheben, daß wahrer Völkerfriede und Dölkerversöhnung ohne innere Erneuerung nicht möglich sei. Er setzte damit das Werk Leos XIII. fort, der durch seine be-
Weltkrise. Und diese Weltkrise wiederum zur Versöhnung der Gegensätze und Lösungen der sozialen Fragen aufmerksam machte.
Dieses Werk setzt in erhöhtem Maße P i u s XI. fort. Von Beginn seiner Regierung aus dem Päpstlichen Throne hat er die Politik der Versöhnung der Völker, aber auch der Menschen unterem- ander gepredigt, aber nicht nur gepredigt, sondern mit Erfolg durchgesetzt. Er war es, der die „Katholische Aktion" ins Leben rief, die die Teilnahme und Mitarbeit der Laienwelt am hierarchischen Apostulat verkündete und forderte und dadurch dem prattifchen Liebeswerk neue Aufgaben stellte. In Fortführung dieser „Katholischen Aktton", die in der ganzen Welt und besonders bei den deutschen Katholiken auf freudige Zustimmung und tätige Mithilfe stieß, hat Pius XI. am 2. Oktober vorigen Jahres zu dem großen heiligen Kreuzzug helfender Liebe aufgerufen. Seine neueste Enzyklika, die mit bett denkwürdigen Worten beginnt: „Caritate Christi", „die Liebe Christi drängt uns", setzt dieses Werk der Ermahnung zu prattischer Liebestätigkeit im Sinne Christi fort.
Der Hk. Vater untersucht in seinem neuesten Rundschreiben die Wurzel der Nebel, von denen zur Zeit die Menschheit bedrückt werden. Er findet sie in der „Eier nach irdischen Gütern," die schon der heidnische Dichter mit den Worten „der Fluch des Goldhungers" charatterisiert hat. Diese Gier macht sich immer mehr breit im Leben der Völker untereinander, im Leben des Einzelvolkes, aber auch im Leben der einzelnen Menschen. Der Drang nach Macht und d i e m a t e r i a l i st i s ch e Weltanschauung sind der Hauptgrund zur jetzigen
Im Dienste des Friedens und der wahren Liebe iu arbeiten, das ist die hohe Aufgabe, die der katholischen Kirche als der Nachfolgerin Christi ge- sielst jff Diese Aufgabe ist besonders von den le6ten Päpsten in hervorragendem Maße gepflegt worden. Wir erinnern uns hier der großen Kund- Abung, die Papst B e n e d i k t XV. gleich nach^der -oensiMng des Päpstlichen Stuhles am 8. Sep- rember 1914 als Mahnung zum Frieden an die ‘tUelt richtete, und seiner weiteren Fnedenskunh- gedung iu Weihnachten 1914, als er es für sei- nen Beruf erklärte, „das Werk Christi, des Frie- rv.sfursten, sottzusetzen, den Grundsätzen des Chri-
ist der Grund des Zerfalls der menschlichen Gesellschaft. Bringt sie doch über Millionen und Abermiklionen von Arbeitslosen immer größere Not und seelische Bedrückung. Der Kampf um das tägliche Brot wird immer _öer- zweifeltet: und damit die Richtung der Menschen lediglich auf diesen Kampf eingestellt. Und diese Not machen sich die Umsturzparteien zunutze, um an Stelle der alten Religion der göttlichen Liebe und des Ausgleichs das Banner der Gottlosigkeit neu zu entfalten und Haß gegen jede Religion und gegen Gott zu verbreiten, von dem die Menschen scheinbar in ihrer Not doch keine Hilfe zu erwarten hätten. ,,
Die Tatsache, daß heute e i n s e st g e sch l 0 s s e- nes und wohl gegliedertes Heer bett Kampf gegen Gott aufgenommen hat, erfüllt den Heiligen Vater mit Recht mit Sorge. Er beschwört die Völker, abzulassen von bernieb- rigen Selbstsucht und alle Kräfte in einer einzigen Front zu vereinigen gegen die Feinde Gottes und der Menschheit. Was die Menschen selbst schon zum Teil erkannt haben, die Gefahr, die allen droht durch Untergrabung der Grundlagen jeder gesellschaftlichen Ordnung und jeder Autorität, durch Untergrabung des Gottesglaubens, bringt der Heilige Vater in seiner neuen Enzyklika erneut in Erinnerung. Auch er weist wieder darauf hin, vor allem helsend in diesem Kampfe für die Religion beizufpringen durch die praktische Sie» bestätigtet!, neben dem Gebet durch freiwillige Entsagung im Geiste Christi, um so auch den Aerm- sten zu Hilfe zu kommen und zugleich den von allen heiß erseynten Frieden wiederzubringen.
„Gegen Selbstsucht und Golleshatz".
„<5iet nach irdischen Gütern die tiefste Wurzel der Wirrnisse
von Dr. P. Hugo Lang O. S. B.
gen, den Verehrern und Verächtern, den Betern und den Spöttern. Der Frühzeit des Christentums, den heldischen ersten Jahr- hunderten, ja einem tausendjährigen Lenz der Kirche waren alle die Formen fremd, in denen heute der Glaube an Christi Gegenwart int Sa- krament sich ausspricht und hinausjubelt in die Welt. In den Jahrhunderten der Verfolgung mußte sich die Feier des Vermächtnisses des Herrn in das Innerste der Häuser, in die unterirdische Stadt der Toten, in den Schutzmantel der Nächte, hinter sichernde Riegel in eine allen Nichteingeweihten unzugängliche, ober umso traulichere Heimlichkeit flüchten. Türhüter wurden eigens be» ' stellt und zu ihrem verantwortungsvollen Dienst eingefegnet, die kleine Herde gab sich Erkennungs. Zeichen, der Geheimhaltung des Heiligsten opferten manch« Blut und Leben. Wäre es bei dieser Geheimhaltung nur um äußere Sicherheit der Feier, der sakramentalen Gestalten, der verfolgten Tischgemeinde gegangen, so hätte das Defreiungs- edikt Kaiser Konstantins ihr ein End« setzen müssen, und in der neuerftehenden Pracht christlicher Gotteshäuser hätte auch der Helle Tag eucharistischen Dienstes aufleuchten können. Aber — wie merkwürdig! — auch die befreite Kirche hob d'.e Schleier nicht von ihrem Mysterium. ?,abrburWe hindurch blieb die sogenannte „Arkandisziplin" be- stehen, die heiligste Eewissenspflicht der Oberhirten und der Gemeindeglieder zu sorgfältiger Wahrung des ihnen anvertrauten Geheimnisses, des Wissens um das, was auf dem Altar geschah. „Norunt fideles", die Gläubigen wissen es, das ist alles, was noch Augustin in feinen vielen Ansprachen an die Taufbewerber vom letzten innersten Reichtum der Kirche zu sagen wagt. Wir Christen von heute verstehen es noch, daß die Taufbewerber kein Wort davon erfuhren, ehe die ganz« Fülle himmlischen Lichtes und göttlicher Kraft am seligen Tauftag in ihr sehnsüchtig hochschlagendes Herz einrng. Aber das verstehen wir nicht mehr, daß selbst di« Katechesen, die an Getaufte gerichtet wurden, die Predigten im allgemeinen Gottesdienste die Gegenwart Christi auf dem Altar immer noch mehr verhüllen als enthüllen. Wenn wir aber recht aufmerksam hinhorchen, wird uns wundersam klar, daß es uns tief in die Seele greift: । Wie vernichtet standen die Gläubigen der ersten
Jahrhunderte vor der unfaßbaren Größe 1 der Liebe, öie sich vor ihnen tag-
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