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15. Mai.

Beilage zur Fuldaer Zeikung

Ar. 112

Dublin rüstet für den Eucharistischen Kongreß

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Du

Das Pfingstwunder.

Betrachtung zum Sonntagsevangelium.

o fern liegen wie unsere Seele und ihr Leben?

Daß es den Geist angeht, dos merkst du beim ersten Pfingstfest. Daß die Feuerzungen schweb­ten, daß ein Brausen die Luft erfüllte, daß die neugierige Volksmenge das Haus umdrängte, das waren im tiefsten Grunde nur Aeußerlichkeiten. Sie haben mit dem eigentlichen Wunder ebenso wenig zu tun wie dein Kirchengehen mit deinem Glauben, wenn es nicht aus dem rechten Geiste geschieht. Der ganze Sinn des Wunders lag dar- n, daß aus den Aposteln zielbewußte An­hänger Christi wurden. Sie hatten wohl >ie Gefolgschaft Jesu auserwählt, aber dieser Ge­rank- beherrschte noch nicht ihr ganzes Tun. Sie wurden immer wieder irr an der Welt, die trotz der vielen Wunder Jesu nicht umgewandelt war. Sie wurden sogar irr an Jesu selbst, der den Tod reiwillig auf sich nahm. Aber nach der Herab­kunft des hl. Geistes sehen wir Männer, die in voller Klarheit erkannt haben, was ihr Glaube von ihnen fordert. Es ist kein tatenloses Zu­schauen mehr, auch kein Hadern mehr mit der Welt, die sich nicht bessert, sondern ein Erfüllen der Lehre Jesu. Mit einem Male hatten sie den Geist erfaßt. r

Wie steht es um dich? Daß du die Lehre Jesu kennst, nehme ich an; denn du brauchst ja nur zu wissen, daß du Gott und den Nächsten zu lie­ben hast. Aber hast du den rechten Geist? Du kannst ihn haben, du brauchst dich ihm nur zu öffnen. Die Pfingstgnade wartet täglich auf dich.

Kardinal Lorenzo Lauri, der päpstliche Legat des Internationalen Echaristischen Kongresses in Dublin.

musst, lustige Filme, allerlei Unterhaltung, Sport und was du willst, aber die Herzens­freu d e, das frohe Ja zum Leben, das Bewußt-

sein: Es lohnt sich zu schaffen, es lohnt sich zu

leiden, es lohnt sich zu hungern, es lohnt sich an

der Kultur weiterzrrarbeiten, das innere Erfüllt­sein, das Ruhe atmet und Frieden, das haben wir nicht mehr so. Gerade das aber ist unsere Not. Niemals ist materielle Not für den Menschen entscheidend. Sie ge­winnt erst den Charakter einer wirklichen Krise, wenn die geistige Not hinzukommt. Nicht wahr, es hat arme und ganz arme Men- schien gegeben, die dennoch glücklich waren. Es hat Liebende gegeben, die gerade in dem gemein-

Nonnen bei der Besichtigung des jetzt fertigge stellten Hauptaltars.

samen Ertragen größter Lebensnot sich erst fan­den, das Glück der Schicksalsverbundenheit zum ersten Male spürten. Es hat Idealisten gegeben, die ihr Leben lang gehungert haben für eine Idee. Erst wenn die Idee selber verblaßt, wenn ein Künstler nickt mehr glauben kann an das, was er malt, ein Wirtschaftler zweifelt an dem Sinn seiner Sorgen und Mühen, ein Politiker den Glauben an sein Volk verloren hat, erst dann be­ginnt Not. Und das ist am Ende unsere eigent­liche Gegenwartsnot.

Da hilft kein Spekulieren mehr, da hilft nur noch eins: Die Seele öffnen, den Heiligen Geist wieder hineinlassen, der herzinnige Rui; Veni Soncte Spiritus! Schwere Zeiten hat es auch früher gegeben. Die ganze Welt­geschichte ist nichts anderes als der unsäglich steile, harte, blutige Kreuzweg der Menschheit. Selbst die Triumphe eines Volkes waren meist verbun­den mit den Tränen derer, die besiegt am Boden lagen. Nicht darin liegt der Unterschied, daß eine Zeit ohne Leid ist und eine andere voll Not und Sorge. Nein, er liegt in der Gesinnung, in der man es trägt, in dem Wert, den man den Ringen des Lebens zuerkennt, in der Liebe, die sich des Opfers freut. Die Werte sind heute zu­sammengebrochen, die Gesinnungen wankend ge­worden und der Wille zum Opfer zu schwach. Obwohl man den Grund etwa der Wirtschafts­krise begreift, obwohl man Auswege sieht, fehlt eben der Schwung der Seele, der die Völker über sich selbst erhebt, der das eine Opfer bringen läßt für das andere, der noch glaubt an eine höhere Bestimmung der Menschheit.

In eine solche Zeit hinein brausen unsere Pfing st lieber. Solchen Menschen erschei­nen die feurigen Flammen des Geistes. Zungen, die wieder von den Wundern Gottes reden, wer­den lebendig. Pfingsten ist nicht nur das Fest der Religion, die sanft und still in den Seelen blücht, Pfingsten ist ein Sturm des Geistes, em Brausen, das die ganze Stadt erfüllt, ein öffent- lichss Ereignis, die Geburt der Weltkirche, Rell- gion als Atem der neuen Schöpfung, Kraft, Be- geisterung, Fülle, göttliche Freude. Wir haben das alles noch. Wir haben den Glauben, aus dem es immer wieder emporwächst. Ist auch ein. mal Winter, der Frühling kehrt zurück, solange noch der Saft im alten Stamme ist. Sehen wir so viel Trübes rundum, so wollen mir auch sehen jenes Aufbrechen des Heiligen Geistes über den Gräbern gefallener Geister. Es geht doch em Zug der Neubelebung durch die ganze Kirche. Es kann doch beobachtet wer-

Du bist vielleicht erregt, du bist voll Zorn über einen Mitmenschen, du möchtest gegen ihn auftre- ten. Da kommt dir ein flüchtiger Gedanke, dich mit ihm auszusprechen. Aber du entrüstest dich im gleichen Augenblick wieder darüber, du bist doch im Recht und er hat die Schuld. Du machst nicht den Anfang zur Versöhnung und siehe, du hast den heiligen Geist von dir gewiesen. In jenem flüchtigen Augenblick hatte er dich angesprochen. Das war eine Sendung des hl. Geistes.

Jesus hat dir viele Beispiele für dein Handeln gegeben. Du kennst sie, etwa die Geschichte vom Samariter, vom verlorenen Sohn oder von der Büßerin Magdalena. Und in dem Augenblick, da du einem Hilfsbedürftigen begegnest, in der Stunde, da du deinen Vater oder deine Mutter oder deine Frau um Verzeihung bitten möchtest, oder in jenem Augenblick, da du die Ehre deines Mitmenschen schmähen hörst da ist es dir, als fordere dich Jesus zur Nachfolge in seinem Geiste auf. Es drängt etwas in dir zum rechten Han­deln. Das ist das Wehen des hl. Geistes, das in dir wirksam werden will. Und wenn du bereit bist, dann ist dir auch die Kraft zum rechten Tun gegeben.

Bei den Aposteln war es nicht anders. Sie waren bereit, ihre Sendung zu übernehmen und fanden die Kraft, sie zu erfüllen. Deine Sen­dung liegt im Bereich deiner Aufga­ben.' Und die Erfüllung im Geiste Christi läßt dich am Wunder des Pfingsttages teilnehmen.

Pfingstmontag.

Eingangslied: pf. 80, 17.

Er speiste sie mit des Weizens Mark, alleluja, und mit Honig aus dem Felsen sättigte er sie, alle- luja, alleluja, alleluja. (Ps. ebb. 2.) Singt Freu­denlieder Gott, unserm Helfer, Iubellieder dem Gott» Jakobs.

Lesung: Apg. 10, 34 und 4248.

In jenen Tagen öffnete Petrus seinen Mund und sprach: Brüder! Der Herr hat uns geboten, dem Volke zu predigen und zu bezeugen, daß er es sei, der von Gott bestimmt worden ist zum Richter der Lebendigen und der Toten. Von ihm bezeugen sämtliche Propheten, daß alle, die an ihn glauben, durch seinen Namen Vergebung der Sünden erlangen. Während Petrus so sprach, kam plötzlich der Heilige Geist über alle Zuhörer. Die Gläubigen aus dem Judentum, die mit Petrus gekommen waren, staunten, daß auch über die Heiden die Gnade des Heiligen Geistes ausgegos­sen werde; denn sie hörten sie in Sprachen reden und Gott verherrlichen. Da nahm Petrus das Wort und sprach: Kann wohl jemand denen das Wasser der Taufe versagen, die wie wir den Hei­ligen Geist empfangen haben? Er ließ sie also taufen im Namen des Herrn Ielus Christus.

Erst als in einem göttlichen Freudenerguß der Geist der Geister herniederfuhr aus dem ur­ewigen Wesensdreiklang, des Liebenden, des Ge­liebten und der Liebe selbst, doch nicht daraus scheidend, sondern mit ekstatischer Sturmesgewalt uns emporreißend in die leuchtenden Höhen der Uebematur und hineinziehend in das Wunder einer geheimnisvollen und doch wahren Liebes­einheit, da war erfüllt das Wort des Wortes, das es zu uns gesprochen, auf daß seine Freude in uns sei, damit unsere Freude vollkommen werde und niemand die Freude von uns nehmen könne. Diese Worte entstammen dem noch rechtzeitig zu Pfingsten dieses Jahres bei Herder erschienenen Buch:Sehetundkostet dieFrüchtedes Heiligen Geistes" der Karmeliterin There­sia Renata de Spiritu Sancto. Aehnlich wie die entsprecheichen Pfingstgaben von Moritz Mesch- ler S. I. ober von Scherben führt uns auch dieses Buch, ein mitreißender Hymnus der Liebe, der aus tiefgründigem Wissen als leuchtende Flamme emporlodert, in die Wunderwelt der in­nersten Geheimnisse der Religion. Siebe, Freude, Friede. Geduld. Milde, Güte, Langmut, Sanft­mut, Glaube, Mäßigkeit, Enthaltsamkeit, Keusch­heit, all diese Früchte des Heiligen Geistes pran- gen hier in ihres Frühlings Blütenschönheit, wir­ken auf uns wie ein Lenzgarten, in dem es über­all grünt und sproßt, wo die Freude der Natur in einem Fest von Farbe und Gesang aufjubelt, als wollte jedes Gräslein sagen: Siehe, die Welt ist doch schön! Die Sonne ist noch da! Zur Freude ist der Mensch geboren! Singe dein Lied, o Seele, finge es hinaus in den Früh­ling, den dir der Herr geschenkt hat. Und wenn der Nachtigall schwermütige Weise unendliche Sehnsucht in den stillen Abend ruft, über all bas Lied deines Herzens, da durch jeden Frühling der Erde nur an unvergängliche Frühlinge erinnert wird.

Unser Pfingstfest bringt das, was den Men­schen von heute am meisten fehlt, denn d i e Freude ist gestorben auf dieser Welt. Alle möglichen Gesichter sicht man in diesen Tagen, aber wenig freudige. Alle möglichen Dinge kann man kaufen, aber die Freude scheint ausverkauft zu fein. Als wäre der Weltvorrat davon erschöpft. Wir haben noch Theater, Radia-

Das Pfingstfest ist dir nichts Neues mehr, haft es oft gehört und merkst kaum noch darauf, weil es dich zu wenig berührt. Du haft bas Wir­ken des hl. Geistes zu wenig an dir selbst verspürt, und nun erwärmt es dich auch nicht, wenn du von leinem Wirken bei den Aposteln hörst.

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, war­um dir der hl. Geist so fremd ist? Bei den Wun­dern Jesu handelt es sich meistens um solche, die bem Leib zu Gute kamen: Blinde sehen. Lahme gehen, Aussätzige werden gereinigt. Aber die Wun- ber bes hl. Geistes finb Geisteswunder. Und Tollte dies nicht der Grund sein, daß sie uns oft

Pfingstsonntag.

Lingangslied: Welsh. 1. 7.

Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis, alle- [uja. Er, der das All zufammenhält, kennt lebe Sprache, alleluja, alleluja, alleluja. (Pf. 67, z.) Gott, steh auf, und die Feinde stieben davon; es fliehen, die ihn Haffen, vor feinem Angesicht.

Lesung: Apg. 2, 111.

Der Tag des Pfingstfestes mar gekommen, und alle Jünger waren beisammen an einem Ort. Plötzlich entstand vom Himmel her ein Brausen, gleich dem eines daherfahrenden gewaltigen Stur­mes, und erfüllte bas ganze Haus, tn dem sie waren. Dann erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten und auf einen jenen non ihnen sich niederließen. Alle wurden des Helligen Geistes voll und fingen an, in verschiedenen Spra­chen zu reden, wie es ihnen der Heilige Geist ver­lieh ' Zu Jerusalem aber weilten damals Juden, gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter bem Himmel. Als das Brauten begann, strömte bie Menae zusammen unb wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Alle staunten und sprachen voll Verwunderung: Sind nickt alle, die da reden, Galiläer? Wie kommt es, daß ein ieber von uns sie in seiner Muttersprache hört? Wir Parther, Meder, Alamiter unb Be­wohner von Mesopotamien, von Judäa, Kappa- dozien, Pontus und Asia, von Phrygien und Pamphilien, von Aegypten und den Gegenden Libyen bei Cyrene, wir Pilger aus Rom, wir Juden und Proselyten, Kreter und Araber: mir die hören sie in unfern Sprachen die Großtaten Gottes verkünden.

Evangelium: Zoh. 14, 2331.

Die Verheißung des Trösters.

Ilnd du wirft dasAuM der Erde erneuern

Zu Pfingsten 1932.

Von Friedrich Muckermann S. I.

K W

Das katholische Irland rüstet fich.

Zur 31. Snternationclen Eucharist scheu Weitglaubenskundgebung, die in der Zeit vom 21.-26. Juni 1932 in Dublin stattfindet.

Nachdem die letzte große Huldigung zu Ehren des sakramentalen Gottes an den Stätten altchristlicher Kultur, auf bmtdurchtränktem Märtyrerboden Nord- astikas stattfand, rüstet jetzt das treukatholische Irland, das vor einigen ^aqren in festlicher Weise die Jahr- hunderfeier der Beftemng vom englischen Joch beging, zur Aufnahme des 31. Internationalen Eucharistischen Kongresses. In der schönen Metropole Dublin dieses tiefreligiösen Landes, das eines der ältesten des Christen, tums ist und von jeher den EhrennamenInsel der Heiligen" trägt, wird sich im kommenden Sommer die ?anze katholische Welt zusammenfinden, um in er- ebender Weise für den irrt hochheiligen Altarsakramenre verborgenen Christus-König zu demonsttieren.

Die Eucharistischen Kongresse, die auch stets die Herzen derjenigen gerührt haben, die nicht unseres Maudens sind, und im wahrsten Sinne des Wortes im« wer Apostolate des Friedens waren, haben sich in einem Zeitraum von 50 Jahren senfkornartig entwickelt. Aus- gehend von Belgien und Frankreich wurden sie gefeiert:

71 in Lille, 1883 in Lüttich. In den bat auf- 'wgenben Jabnn konnten dera-tige große Glanbens-

' aufnehmen: 1885 Freiburg in der Couri 1893 Jerusalem, 1898 Brussel, 1899 VA b e 6 und 1905 Rom. Mit wahrer katholischer

ucnb seltener Pracht, unter Beteiligung von aus allen Teilen der Welt, begingen rV06" wahren 1907 und 1909 die deutschen Katho- §er ^ ^gresse von Metz und Köln. iPüpst- Binzens Vanutelli.f Der kurz vor dem durfte S8 jc n stattfindende Eucharistische Kongreß erleben 2ciIna^me des Oesterreichischen Kaiserhauses

Leider unterbrach der Weltkrieg die Fortsetzung dieser internationalen-völkerverbindenden Tagungen. Erst im Jahre 1922 konnte wieder eine solche in der ewi­gen Stadt tagen. 2 Jahre später war die holländische Hauptstadt Amsterdam Gastgeber; 1926 legten die Katholiken Amerikas durch den Kongreß von Chi- c a a o ein herrliches Glaubensbekenntnis ab; 1928 wurde dem fernen Australien die Ehre zuteil. Schau­platz dieser einzigdastehenden Demonstration zu Jem, und im Jahre 1930 konntet der schwatze Erdteil Afrika bereits den 30. Kongreß aufnehmen.

Wenn jetzt die Insel Irland, die grüne Insel des heiligen Patrick, des Apostels dieses Landes, Dor- bereitungen für die nächste Eucharistische Wettg aubens- kundgebung trifft, müssen wir einen fluchtigen Buck werfen in den Zustand empörender Sklaverei, worin die glaubenstreuen Irländer mehrere hundert Jahre geschmachtet haben. Waren doch die Sklavenkelten ge­schmiedet in den Zeiten blutiger Verfolgung unter Hein­rich VIII. und dessen Gemahlin Elisabeth. Sie wurden wiederum fester gezogen unter den Folgen der Pulver- verschwörung zur Zeit Jakobs des I., des Sohnes von Maria Stuart und insbesondere unter Cromwells Dik- tatur. Den Ordensleuten und Priestern war der Aufent- halt im Lande unter Todesstrafe verboten. Jeder Katholik konnte mit schwerer Geldbuße belegt werden, wenn er dem katholischen Gottesdienste beiwohnte. Wemi auch im Laufe der Zeit nach und nach Milderungen er- folgten, kam doch die entgültige Befreiung für dieses schwergeprüfte Volk erst im Jahre 1829. Es war der irische Freiheitsheld Daniel O' Connel, der, ausgestattet mit ungewöhnlichen Eigenschaften und feu­riger Rednergabe, endlich die heißerkämpfte Freiheit von

der englischen Regierung durch dieEmanzipations- Bill" errang. Obwohl nachher noch mehrmals der eng­lische KriegsrufWeg mit dem Papst" erscholl, konnten doch die glaubensstarken Iren ungehindert bis auf den heutigen Tag ihre katholische Religion ausüben.

Es würde zu weit führen, das große und schöne Programm des Eucharistischen Kongresses zu nennen. In Kürze kann gesagt werden, daß derselbe nach mehr­tägiger Gebetsvorbereitung in allen Kirchen des Landes und Generalkommunion der ganzen irischen Jugend am Mittwoch, den 22. Juni, in der St. Mary-Pro-Kathe- brale durch den Vertreter des heiligen Vaters eröffnet wird. Während der erste Abend mit General- und Bezirksversgmmlungen ausgefüllt ist, bringt der Don­nerstagmorgen in den verschiedenen Kirchen der Stadt feierliche Pontifikalämter. Nach größeren Huldigungen vor dem Kardinallegaten hält in der darauffolgenden Nacht die Männerwelt Anbetung und Wache vor dem hochwürdigsten Gute, das auf dem Kongreßaltar int Phönixpark ruht. Ergreifend wird sein, wenn mehrere hunderttausend Sakramentsverehrer laut und feierlich vor dem ausgesetzten Allerheiligen dasCredo" beten. Von den übrigen Veranstaltungen seien noch erwähnt: die Frauenkundgebung vor dem Kardinallegaten und die Engelmesse der Kinder. Am Sonntag, den 26. Juni, erreichen die Feierlichkeiten ihren Höhepunkt. Nach der Kongreßmesse im Stadion, die der Vertreter Seiner Heiligkeit in Gegenwart vieler kirchlicher Wür­denträger zelebriert, beginnt in den ersten Nachmittags - stunden die große Schlußprozession. Der Prozessions- zug, an dem fich zirka eine Million Gläubige Menschen aller Rassen beteiligen, bewegt sich vom Phönirpark durch die festlich geschmückten tzauvtttraßen der Stadt nach der O'Connelbrücke, die nach dem Befreier Irlands benannt ist. Hier wird dann aus unzähligen Kehlen dasTantum Ergo" zum Himmel hinauffteigen, worauf der Gesandte des Papstes vom Prunkaltar mit dem Sanktissimum den tausenden von Kongreßteil, nehmern, Irland und dem Erdkreis den sakramentalen Segen erteilt

Die große Glaubenskundgebung wird sich unter offi­zieller Teilnahme der irischen Staatsregierung voll­ziehen. Auch sind von den Behörden noch verschiedene weltliche Feiern geplant. Die Hauptveranstaltungendes Kongresses werden durch das Mikrophon übertragen, damit die Radioinhaber auf dem ganzen Erdenrund die Größe und Schönheit desselben miterleben können. Um sich ein Bild von der Größe des Dubliner Kongresses zu machen, gibt Kardinal Mac Rory, der Organisator des­selben bekannt, daß von den Bereinigten Staaten und Kanada 100000 Teilnehmer gemeldet sind. Bon den katholischen Vereinigungen Londons werden allem über 20 000 nach Irland fahren. Belgien, Frankreich, Italien und Spanien stellen bedeutende Pilgerzüge. So­gar von Südamerika, Afrika, Asien und selbst vom fer- nen Australien und den Südseeinseln liegen Anmeldun­gen vor. Man darf also ruhig sagen, daß die ganze ta- tholifche Welt in Dublin vertreten sein wird.

Auch die Katholiken unseres Vaterlandes fehlen in der Kongreßstadt nicht. Wie zu den Tagungen in Chicago und Tunis veranstalten auch jetzt wieder der Norddeutsche Lloyd und die Hapag Sonderfahrten. Wie- der sind es die für derartige Reifen bestens geeigneten DampferLützow" undOzeana", die die deutschen Gaste nach Irland bringen. Auf den Kongrehschiffen wird Tag und Nacht das heilige Sakrament ausgestellt fein. Täglich werden auf hoher See Bischöfe und Prie- jter das Opfer des Neuen Bundes feiern. Die Ausreife derL ü tz o w" erfolg4 am 17. Juni ab Bremerhaven.

DieOzean a" sticht am 16. Juni von Hamburg in See. Auch auf die Pilgerreise des Motor-Schiffes Milwaukee", das von Newyork nach Irland fährt, fei an dieser Stelle noch hingewiesen.

Heber die Kongreßfahrten erteilen derNorddeutsche Lloyd" und dieHapag", sowie deren Agenturen, ferner die offizielle deutsche Geschäftsstelle für die Internatio­nalen Eucharistischen Kongresse in Würzburg, ©terngaffe 5, bereitwilligst Auskunft und versenden auch gerne Pro­spekte. C. Sch.