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Beilage zur Fuldaer Zeitung

NILS

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Im Mai.

Maienwonne, Maienblüte Auf den Fluren, im Gemüte, Ach, so bald, so schnell vorbei!

Doch auch das ist Maiengabe: Ging der eig'ne Lenz zu Grabe, Freudig segnen fremden Mai.

Anastasius Grün.

Wagemutige deutsche Frauen in Wien.

Von P. Selig.

Wie die Zeitungen meldeten, ist kürzlich die deutsche Fliegerin Marga von Etzdorf mit ihrem Junkcrs- flugzeug in Bangkok eingetroffen. Von dort aus hat sie mit dem Leiter der Junkerswerke in Dessau telepho­nisch gesprochen. Trotz der Entfernung von über 10000 Kilometer war das Gespräch recht gut verständlich.

Im Januar landete die bekannte deutsche Fliegerin Elli Beinhorn in Surrabaya auf Java. Sie kam von Kalkutta in Vorderindien, wo sie ihren Weltflug einige Tage unterbrochen hatte. Dort wurde gerade der 70. Geburtstag des berühmten indischen Gelehrten und Dichters Rabindranath Tagore unter Teilnahme der gebildeten Welt von Indien gefeiert. Auch der Ma­haradscha von Nepal, einer der reichsten Fürsten der Welt, war mit seinem Hofstaate erschienen. Elli Bein­horn führte vor ihm ihre Kunstflüge aus und wurde von ihm mit hoher Auszeichnung behandelt. Uebrigens hat man dort in Indien schon ebenso wie bei uns Flie­der-Clubs und Flugfeste mit ähnlicher Aufmachung wie tn Deutschland. Die Fliegerin wollte von dem Herrscher

die Erlaubnis zu einem Besuch in seinem Land erbitten; doch konnte sie die Erfüllung ihres Wunsches nicht er­reichen, da nur wenigen Europäern diese Vergünstigung gewährt wird. Mit einem Flugzeug hineinzukommen ist ganz ausgeschlossen. Elli Beinhorn wurde dann auch von dem Dichter Tagore empfangen, der in seinen Fest­tagen einen großen Palast in Kalkutta bewohnte. Seine Universität befindet sich in Santmiketan, etwa 100 Kilol Meter nördlich von Kalkutta in den Dorbergen des Himalaya. Die Fliegerin wurde bei dem Dichter einge­führt durch Frl. Dr. Anna Selig (aus Fulda), die feit November v. I. Vorlesungen an der Universität Tagore's hält. Elli Beinhorn unterhielt sich lange mit dem Dichter, der großes Interesse für die Fliegerin bekundete und ihr sagte, daß er vielleicht seinen dem Schah von Persien versprochenen Besuch im Flugzeug, und bann in einem deutschenJunkers" machen werde. Die Fliegerin war ganz begeistert von der Persönlichkeit des berühmten Mannes und seiner Umgebung.

Frl. Dr. Selig hat nach Schluß des Semesters an der Schule Tagore's durch die Senate der Universitäten in Kalkutta und Dacca Einladungen zu Vorträgen an den dortigen Hochschulen erhalten und wird daran an­schließend zu demselben Zwecke die großen Städte im Inneren von Indien, Benares, Allahabad, Lahore und Jaipur besuchen. Sie schreibt, daß diese Reifen in dem Wunderlande hochinteressant sind, auch nicht besonders anstrengend, da sie in bequemen Schnellzügen und zum Teil auch per Dampfer auf dem Ganges, dem heiligen Fluß der Inder, zurückgelegt werden. Dieser ist an manchen Stellen so breit, daß man von der Mitte kaum die Ufer sehen kann. Nachdem fie von Kalkutta aus in zweitägiger Fahrt die berühmten alten Kaiserstädte Delhi und Agra besucht hatte, will sie nun in der heißen Jahreszeit nach Kaschmir gehen und dann über Süd­amerika nach Deutschland zurückkehren.

Schüler und Lehrer.

Ein inleressanler Versuch.

Erst in den allerletzten Jahren hat sich die moderne Pädagogik entschlossen, auch einmal zu der Frage Stel­lung zu nehmen, wie der Schüler und die Schülerin den Lehrer, bezw. die Lehrerin sehen. Man hat an einzel­nen Schulen unter moderner Leitung Umfragen ange­stellt, die naturgemäß anonym waren, schon aus dem Grunde, weil die Schüler ihre Meinung ganz offen und ungeschminkt sagen sollten, denn nur aus freien und unabhängigen Urteilen glaubte man nützliche Erkennt­nisse für den Unterricht herausschälen zu können. Nun ist dieser Tage in der Herberschen Verlagsbuchhandlung in Freiburg i. Br. ein BuchDer ideale Lehrer" von Martin K e i l h a ck e r erschienen, das eine große Zahl von Schülerurteilen über den Lehrer bringt, die sich schlechthin auf alles beziehen. Es ist ein sehr in­teressantes Buch, das zeigt wie scharf der Lehrer oder die Lehrerin von den Kindern beobachtet werden, das in feinen charakteristischen Werturteilen aber auch Hin­weise für den Erzieher gibt, wie er sich dem Kinde gegen­über zu verhalten hat. Schon die Frage, ob ein Lehrer geeignet ist, Schülerinnen zu unterrichten, führt zu den verschiedenartigsten Auffassungen, ebenso wie auch die Frage welcher Lehrer, ob ein junger oder ein älterer die Sinber betreuen soll, alle möglichen Meinungen auslöst. Aus den vielen Urteilen über diese Probleme nur einige:

®ine 16jährige Berufsschülerin:Das hauswirtfchast- liche Gebiet neigt zum Weiblichen. Es ist ja unmöglich, daß der Lehrer mit seinen Schülerinnen Säuglingspflege usw. treibt, wissenschaftlich eher, aber im ganzen Leben nicht praktisch! "

Eine 13jährige Schülerin:Zum Rodeln zieht man ni^jt seidene Strümpfe an, eine Pelzjacke und ein feines bünnes Röckchen. Das ist doch kein Rodelkostüm, aber bestimmt, so waren die Lehrerinnen angezogen."

Eine 1814jährige Lyzeistin:......anders muß wohl

die Lehrerin beurteilt werden, denn ich glaube, daß an fie im allgemeinen strengere Maßstäbe angelegt werden."

Eine 17jährige Mittelschülerin:Ein zorniger a"n ist nicht so etwas vom Schüler aus gesehen Komisches, wie eine in Zorn geratene Frau.Oder 8?r: ' er ist bloß manchmal ein bißchen hitzig, tt&er bas rftja bei Männern nicht zu vermeiden."

"Isshriger Volksschüler.Wenn ich mir Lehrer tonnte, würde ich mir ganz junge nehmen". , Anderer:Wenn mir einen jungen Lehrer be- t?en öan y 63 tIar« daß wir uns in seiner Stunde erholen wollen."

mire«nJ2cäkti9rr VEsschüler:Kandidaten gefallen, Xkr nk«; m?d>en wohl ab und zu kleine Witze, verlieren aber sehr leicht die Geduld."

Eine 19iahrige Lyzeistin:Der Lehrer darf nicht zu ,ung sein, denn das würde zu allem andern, nur n«ht zu ernster Arbeit führen."

Aber auch Aussehen und die ganze Wesensart des Lehrers fpjlen bet den Schülern eine große Rolle. Man hat nun habet die Beobachtung gemacht, baß Mädchen viel aufmerk amer und sorgfältiger auf das Aussehen unb auf bu ganje Art des Lehrers achten wie Knaben, d:e c fenstchtlich auf diese Dinge weit weniger Wert le­gen. Hier die Urteile einiger Jungens.

Zuerst ein 17jähriger:Wenn ein Lehrer zwei Stühle einnimmt, dann macht er sich in meinen Augen lächerlich," der zweite:Mein Lehrer barf nicht un- ordentlich fein, er muß etwas auf feine Person geben, der Schlips barf nicht dauernd schief hängen, die Hosen- knöpfe dürfen nicht fehlen usw."

Ein Itzjähriger Realschüler:So ein Herr, der weiter nichts ist als ein Gent, alle 5 Minuten nach der Krawatte faßt, ein mit 4711 getränktes Tüchlein vor der Nase schwenkt, weil ihn die Atmosphäre in der Klasse

unfein ist, der sollte lieber mit feiner Braut spa- 3eren gehen unb nicht unterrichten."

Und die Mädchen:Die Lehrerin soll sich geschmack­voll, ober nicht auffallend kleiden, während der Schule ifine Schönheitsmittel anroenben, das wirkt auf die Schülerinnen ansteckend."

Die Knaben befchränken sich darauf, daß ihre Lehrer gut aussehen, gut angezogen sind, sie beschränken sich die 6 1)05 Allgemeine; aber die Mädchen: da sollen

rnnn , ,8ut ^pflegt sein, Zähne tadellos, die Hände haf J^mal jein,schöne Augen" soll die Lehrerin o h einewohlklingende Stimme". Und der ben kat; ^_öcr Sarbe bes Anzugs auch einen paffen»

o<9Ps tragen. Sehr interessant ist auch, daß bei

ben Mädchen das Aeußere, das Drum und Dran innig mit der Wertung des Menschen zusammenhängt.

Eine 15-Jährige: Meine Lehrerin braucht nüht be­sonders hübsch zu sein, weil ich bann nicht aufpassen kann, sondern sie immer ansehen muß."

Eine 17jährige Lyzeistin:Sie sollte sich nicht gar zu auffällig kleiden, denn dadurch teuft sie nur das Interesse vom Unterricht ab und zieht es auf sich."

Eine 13-Jährige verlangt bereits:Hübsch mühte sie auch sein, Bubikopf, schwarze Augen."

Man hat der modernen Jugend nun auch vielfach ben Vorwurf gemacht, daß sie weniger fleißig wäre als die Jugend früherer Generationen. Dies scheint ein Irrtum zu fein, denn in dem Keilhackerffchen Buch, bas immerhin einen Ausschnitt aus 3967 Urteilen von Schü­lerhand bringt, kann man das gerade Gegenteil be­weisen. Selbst verhältnismäßig kleine Kinder, b. h. 10- und llsährige, wissen ganz genau, um was es sich in der Schule handelt, und daß sie zum lernen und nicht zum faulenzen da ist, und daß man im Leben erst etwas richtiges werden kann, wenn man die Schule mit Fleiß und mit bestem Bemühen absolviert hat. So macht ein 10^-Jähriger folgenden Vorschlag:

Hie und da liebe ich es, daß die Lehrer luftig sind, aber nicht immer, sonst würden wir sehr faul. Nach 5 bis 6 Stunden wurden wir nunmehr sagen können a a. Darum: eine Stunde lustig sein und 10 Stun­den feste arbeiten."

Eine 16jährige Lyzeistin: .Lernen ist zuletzt doch das Beste. Aber noch mal so viel Spaß macht es, wenn ab unb zu ein Scherzwort fällt."

Ein ISjähriger Junge: (Volksschule)Er muß etwas streng fein; wenn ein Lehrer nicht jtreng genug ist, bann tun mir nichts."

Auch über Strafen benken Kinder oft anders als man es wohl erwartete.

Ein lOjähriger Junge:Ich dachte: Bekomme ich ei­nen Lehrer ohne Stock, so läßt sich bas sehr wünschen, bekomme ich aber einen Lehrer mit Stock, der mich nur wenig verdrischt, so rft das auch ganz gut". Oder:

Ich wünsche mir einen strengen Lehrer ohne Stock, der uns nur eins hinter die Ohren schlägt. Es ist doch besser, wenn man einen strengen hat, da lernt man was."

Ja oft wird solche Strafe dem Einschreiben, Nach­sitzen usw. vorgezogen.Einfach und bündig soll er einem eins hinter die Löffel schlagen unb bie Sache begraben sein lassen, man tuts bann gewiß nicht so halb wieder, als wenn es andere Strafe gegeben hätte." (Ein 14jähriger Realschüler).

Anders die Mädchen: '

Mädels dürfen überhaupt nicht fo hart geftraft werden wie Jungens, denn sie sind von weicher Natur unb halten nicht fo viel aus. Aber wenn bie Lehrer nicht streng sind, bann tanzen mir ihnen auf ber Nase herum." (Ein 15 Jährige).

Bedeutsam auch dies:Eine Lehrerin noch meinem Wunsch müßte mir alle Unrichtigkeiten ins Gesicht sa­gen; aber unter vier Augen." (18jährige Mittelschülerin).

Nichts wird fo oft, fo gleichzeitig, fo nachdrücklich ge­fordert wie Gerechtigkeit bes Lehrers:Ich wünsche mir vor allem einen gerechten Lehrer, ber ohne Unterschied bes Standes urteilt." (14jähriger Volksschüler).

Gerecht muß er fein unb barf bie armen Kinder ben reichen nicht nachstehen lassen. ((Eine 16jährige Be­rufsschülerin).

Um das Vertrauen zu erwerben, muß ber Lehrer alle unbedingt gerecht behandeln. Ungerechtigkeit ver­bittert, Gerechtigkeit weckt im Jungen die Freude am Guten." (18jähriger Oberrealschüler).

Fast alle Lehrer bemühen sich, gerecht zu fein. Aber da macht ein Junge einen besonders guten Eindruck, oder ber Lehrer ist gutmütig und läßt sich durch Bitten erweichen, und schon ist er ungerecht." (Ein 17jähriger Gymnasiast).

Eines lehrt dieses intereffante Buch nun, und das barf zum Schlüsse gesagt werden, mit aller Deutlichkeit, daß unsere modernen Kinder, einerlei ob es sich um Großstadtkinder, oder um Kinder vom Land handelt, nicht als willenlose Objekte ber Schulerziehung betrach­tet werden dürfen, solchem daß sich die moderne Pä­dagogik bemühen muß, auch schon im Kinde den Men­schen zu sehen, eine Forderung, die leider früher ost nicht im Unterricht und im gesamten Aufbau unseres Schulwesens beachtet wurde. Daß es da gottlob gerade

in ben letzten Jahren bedeutend besser geworden ist, ba sich Erkenntnisse Bahn gebrochen haben, die man früher für absurd unb abwegig angesehen hat, barf uns, b. h. Eltern unb Lehrer, bie wir für bie Jugend verant­wortlich sind, mit besonderer Freude erfüllen.

Otto B u r g e l - Düsseldorf.

Eine Erziehungsfrage.

Das Sind soll angerichlelen Schaben selbst gulmachen.

Von Dora Neumann-Wiesbaden.

Wo Kinder sind, gibt es Scherben," sagt ein altes Sprichwort, d. h. Kinder ermangelt beim Spielen meist die nötige Aufmerksamkeit, so daß es bann unb wann immer einmal vorkommt, daß ein Gegenstand in Trümmer geht, daß Fensterscheiben zerschlagen wer­den oder daß sonst ein Unheil geschieht. Die Sache hat dann vielfach ben unangenehmen Haken, baß bie El­tern für ben von ihren Kindern angerichteten Schaben aufkommen müssen. Das Kinb selbst bekommt zu Hause neben ber Strafprebigt sehr oft auch noch Schläge, womit meist bie Sache für bie Kleinen erlebigt ist. Der Vater unb bie Mutter aber greifen in ben Gelbbeutel, um ben Schaben ausbeffern zu lassen. Wirb biefes Verfahren allen Teilen gerecht? Ist es bie richtige Er­ziehungsmethode? Ich glaube kaum, denn Strafpre­digten unb Schläge werben von ben Kindern meist sehr rasch vergessen, sie denken eben nicht mehr daran unb kaum hat man einen Schaden gut gemacht, ist schon wieder ein neues Malheur passiert. Viel wirksamer ist das von dem Pädagogen Schwann vertretene Verfahren, der von Kindern, die selbstverständlich das nötige Ver­ständnis dafür haben müssen also Kleinkinder schei­den ohne weiteres aus verlangt, daß sie für den von ihnen angerichteten Schaden selbst aufkommen müs­sen. Nun wird man mit Recht sagen, Kinder haben ja kein Einkommen, wie sollen sie ein geschehenes Unheil wieder gutmachen. In vielen Fällen wird ein entschul­digendes Wort bei dem Geschädigten allein schon genü­gen, um die Angelegenheit zu bereinigen. Man erspare seinen Kindern keineswegs diesen demütigenden Gang, er wirkt für ihre fernere Erziehung und für ihr künftiges Leben bei einem einigermaßen normal empfindenden Kind viel stärker unb nachhaltiger als bie schönste Strafprebigt zu Hause. Ist aber materieller Schaden entstanden, fo lasse man bas Kinb ruhig fühlen, daß alle Dinge, bie man zerstört, zu ihrer Wieberherstellung Gelb erforbern, b. h. bas Kind muß am eigenen Kör­per fühlen, wie es tut, wenn für eine nutzlose Sache Gelb vertan werben mutz. Es schabet einem kleinen Sünber burchaus nichts, wenn er eine Woche lang ober noch länger auf ben Zucker im Kaffee verzichten muß, wenn ihm kein Obst gegeben wirb ober wenn am Abend statt ber beliebten Wurststulle nur ein Brot mit Butter verabreicht wird, weil bie Eltern zur Reparierung bes Schabens unnötiges Gelb ausgeben mußten. Ein Kind, bas so am eigenen Körper spürt, was Gelbeswert ist, wirb sich in Zukunft hüten, fahrlässigen Schaben anzu­richten. Aber auch biese Erziehungsmethobe verlangt, wie alle Maßnahmen in ber Kinberstube, vernünftige Eltern. Wenn Kinberhanb einmal einen Schaben an- gerichtet hat, ber wirklich ganz unabsichtlich unb ohne böse Absicht entstanden ist, wie bas ja vorkommen kann, bann wirb man es selbstverständlich mit einer einfachen

Ermahnung ohne große Schimpferei sein Bewenden Haden lassen. Hat man sich aber einmal zu einer Be­strafung unb zu einer Wiedergutmachung durch ba» Kinb entschlossen, bann werbe man auch nicht wankel­mütig, benn jebes Kind hat ein feines Gefühl für bie Inkonsequenz, bie im Handeln ber Eltern liegt, wenn sie halb auf diese, bald auf eine andere Weife ihrem Wil­len Anerkennung zu verschaffen suchen. Erzieher müssen nach Frobel vor allem eindeutig handeln unb befehlen können. Das merke man sich auch, wenn ein Kind einen Schaben ober ein Unrecht roieber gutmachen soll.

Bunte Decken für den Sommer.

Von Marga Siebert-Köln.

Mit bem beginnenben Frühjahr kommen wieder Bal­kon unb Veranba zu ihrem Recht, bas fröhliche Frei- luftleben beginnt roieber unb auch in ben Gärten ver­sammelt man. sich zum Ausruhen ober zu einem Plau- berstünbchen. Wie nett sieht ba auf bem Tisch eine ber mobernen bunten Decken aus, bie in allen möglichen Mustern unb Farben angeboten werben unb bie gleich­zeitig auch bem einfachsten Tisch etwas festliches, be» fonberes verleihen. Dabei gibt es wohl kaum etwas praktischeres im Gebrauch, benn alle biese Decken, selbst bie ,eibenen, bie man sich für ganz bejonbers festliche Gelegenheiten aufhebt, finb heute inbanthren gefärbt unb beshalb ohne Mühe waschbar, bie meisten kann man sogar kochen. Wenn man noch vor wenigen Jah­ren Decken liebte, beren Grundmaterial weiß gehalten war, um so bie Musterung möglichst stark hervortreten zu lassen, fo kann heute bie Vorherrschaft bes weißen Fonb", wie ber Fachmann bas Grundmaterial ber Decken nennt, als erlebigt gelten. Die mobernen Decken für ben Kaffee- unb Teetisch irn Frien präsentieren sich meist mit farbigem Grunb, auf bem bann bie Muste­rung vielfach in Streifen, Karos unb Diagonalen er­scheint. Als Material steht Seinen unbedingt im Vor­dergrund schon aus praktischen Erwägungen heraus, denn irn Gebrauch ist eine Leinenbecke nahezu unver­wüstlich, man hat sie viele Jahre irn Haushalt und nach jebesmaligem Waschen präsentiert sie sich wie neu. Auch ausgesprochene Bauernbecken, in ihren Mustern ben alten Leinenwebereien aus bem Schwarzwald, dem Riesengebirge, aus Hessen oder auch aus Friesland ent­lehnt, werden gerne gekauft, Mischgewebe, wie Kunst­seide mit Baumwolle unb ähnliche Kombinationen kön­nen ebenfalls als praktische Neuerungen für ben Kaffee» tisch gewertet werben. In Kaffeebecken bleiben auch bie Pastelltöne nach wie vor sehr beliebt, im Gegensatz zu ber anberen Mobe, bie in diesem Sommer fast nur kräf­tige Farben gelten läßt. Die durchgewebte Decke ver­dient vor ber nur bebruckten unbebingt ben Vorzug. Sehr elegante Kaffeebecken werben mit Hanbhohlsaum unb breiten Fransen gearbeitet, auch bas Spritzverfah­ren für Blumenmuster ergibt ganz reijenbe Motive. Für Bowlenabenbe unb ähnliche Veranstaltungen hat man Decken mit Weinranken unb Weinblattmustern geschaf­fen, zu benen es sogar schon bas passende Geschirr gibt. Diese Decken finb bann natürlich etwas teuer. Aber man kann sich auch recht gut mit ber sehr preiswerten Gebrauchsroare behelfen, um einen schönen Kaffee- ober Teetisch auf ber Veranda ober im Garten decken zu können.

Aus Rüche

Frühlingssuppen.

Don Gretel Bayer-Freiburg.

fietbelfuppe.

Kerbel wird von ben Stielen befreit, sauber gewa­schen und zweimal durch die Maschine gegeben. Aus Butter und Mehl macht man eine Schwitze und gibt ben Kerbel dazu. Nach kurzem Dämpfen füllt man mit warmem Wasser ober Fleischbrühe auf, schmeckt mit Salz üb, gibt ein Eigelb in bie Suppe unb serviert sie mit kleinen würfelig geschnittenen gerösteten Semmeln.

Schnittlauchsuppe.

Feingeschnittener Schnittlauch wirb in einer Mehl­schwitze gedünstet. Dann gibt man nach unb nach Was­ser zu und läßt das Ganze eine halbe Stunde kochen. Salz wird nach Geschmack zugefügt, eine Prise Muskat­nuß verfeinert den Geschmack. Einige Löffel Milch ober Rahm vor bem Anrichten zur Suppe gegeben, verhelfen ihr zu einem milden, seinen Aroma. Ist die Suppe statt des Wassers mit Fleischbrühe aufgefüllt worden, bann kommt bie Milch in Wegfall. Als Einlage gibt man Butterschroämmchen, Eierstich ober Markklößchen.

peterfiltenfuppe.

Petersiliensuppe wirb nach bem gleichen Rezept wie Schnitllauchsuppe zubereitet. In manchen Gegenden liebt man diese Suppe halbsüß zur essen. Dieser Ge­schmack wird durch einige Prisen Zucker erreicht, ben man natürlich nur bann zusetzen barf, wenn bie Suppe mit Wasser bereitet wurde. Fleischbrühe verträgt den Zuckergejchmack schlecht.

Spinatfuppe.

Spinat wird verlesen und gekocht. Die zerfallenen Blätter drückt man gut aus und läßt sie durch die Ma­schine laufen. Aus Mehl und Butter roirb eine Schwitze hergestellt, bie man langsam mit bem Spinatwasser vorn Kochen auffüllt unb mit Salz abschmeckt. Vor bem An­richten fügt man etwas Rahm oder ein verquirltes Eigelb ber Suppe bei.

Suppe von IBilbgemüfen.

Allerlei Wildgemüse, wie es draußen in ber Natur sprießt, wie Löwenzahn, Brennessel, Kresse, Saueramp­fer, Huflattich usw. wird sauber gewaschen und von den dicken Stengeln, die leicht einen bitteren Geschmack ge­ben, befreit unb bann zubereitet wie Spinatfuppe.

Sauerampfersuppe.

Der Sauerampfer wirb gut gewaschen, fein, gehackt und in Butter unb etwas Mehl weich gedämpft. Man füllt mit Wasser ober Fleischbrühe auf und gibt vor bem Anrichten etwas sauren Rahm dazu. Die Suppe wird mit gerösteten Semmelschnillen zu Tisch gebracht.

und Haus.

Erprobte Rezepte.

Braune Fischsuppe. (Für 4 Personen, 1A Stunde). Zutaten: 500 Gramm Fischabfälle und Reste, 1K Liter Wasser, 1 Zwiebel, Suppengrün, Pfeffer- unb Ge- würzkorner, V* Lorbeerblatt, 4 Maggi's Fleischbrühwür­fel, 50 Gr. Räucherspeck, 50 Gr. Butter, 30 Gr. Weizen- mehl, 60 Gr. Makaroni, 300 Gr. grüne Bohnen (Büch­senbohnen), 1 Teelöffel Zitronensaft, 1 Messerspitze Pa­prika. Zubereitung: Die Fischabfälle werden in bem Wasser mit ber Zwiebel, bem Suppengrün und den Gewürzen Vi Stunde gut durchgekocht, bann durch ein feines Sieb gegossen und Maggis Fleischbrühwürfel darin aufgelöst. Die braune Mehlschwitze, die man aus bem kleinwürflig geschnittenen Speck ber Butter unb bem Weizenmehl hergestellt hat, füllt man mit der Brühe auf, kocht bie Makkaroni darin gar, fügt bie er­wärmten abgetropften Bohnen hinzu, schmeckt nach Salz, Zitronensaft und Paprika ab. M. A.

Iagerkraut mit Kartoffeln. (Für 4 Personen, IX Stunde). Zutaten: 2 Pfund Weißkraut, 1 kleine Zwiebel, Salz, Pfeffer, 65 Gr. Speck, 1 Eßlöffel Mehl, ein wenig Essig, gut K Liter Fleischbrühe aus 1 Maggis Fleischbrühwürfel, 1A2 Pfund kleine Kartoffeln. Zu­bereitung: Das geputzte Weißkraut wird nubelig geschnitten, gewaschen, in einem Tops mit kochendem Wasser überbrüht, einige Minuten gekocht und zum Ab­läufen auf ein Sieb geschüttet. Der kleinwürflig ge­schnittene Speck wird ausgebraten, in dem Speckfett Mehl unb Zwiebel gelblich gerostet, mit ber Fleisch­brühe zu einer leicht gebunbenen Soße gekocht und diese mit wenig Essig unb Pfeffer pikant gewürzt. Ganz kleine, gleichmäßige, geschälte Kartoffeln werden mit wenig Wasser und Salz zum Kochen gebracht, mit bem abgebrühten Weißkraut bedeckt, die Specksoße darüber gegossen und bas Ganze, ohne zu rühren, 3545 Min. langsam gekocht. Sobald bie Kartoffeln weich finb# mischt man vorsichtig Kartoffeln, Kraut unb Soße durch­einander und richtet bas Gericht in tiefer Platte sofort an. A. Sp.

Die praktische Hausfrau.

Stärkewäsche roirb glatt unb glänzend, wenn man auf einen Liter Stärke einen Teelöffel weißes Terpen» tinöl gibt. Man verhütet auch dadurch das luftige An­kleben der Wäsche am Bügeleisen.

Teekannen dürfen nur ausgewaschen werden. Am besten bereitet man Tee in Porzellankannen, die nach jedesmaligem Gebrauch einfach mit heißem Wasser aus» spult werben. Den mit ber Zeit sich bildenden braunen Ansatz soll man nicht entfernen, da das Aroma des Tees umso besser roirb, je stärker ber braune Niederschlag an der Kanne ist. Teekannen aus Metall, ebenso Tee-Eier sollte man nicht verwenden, ba ber Geschmack des Tees unter der Einwirkung des Metalles leibet