Einzelbild herunterladen
 

Fuldaer Zertung

Anzeiger für die Stadt Julda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Nr. 101

Tricheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild" undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- " leitung 3153. Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152. ::

Somrlag, 1. Mai 1932.

Monatlich 1.65 einschließl. Postgebühr (48 Pfg.s ohne Zustellg Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Col) lokal 0.15 RM., auswärts 6.20 RM. Reklamezeile: lokal 0.60 RM.. auswärts 0.80 RM Bei Wiederholungen Rabatt Postscheckk Frankfurt a M 4051

Wfl. 59.

Bot de» sranzöstschen Wahlen.

Am Sonntag, dem 1. Mal, finden in Frank­reich die Kammerwahlen statt. 3617 Kandidaten zählt die GesamKste der Kandidaten nach Mittei­lung des französischen Innenministeriums. Genau wie in Deutschland und in Preußen sind diese Wahlen von symptomatischer Bedeutung. Sie wer­den auf längere Zeit hin der kommenden Regie­rung den Stempel ihrer poMschen Einstellung aufprägen. Deshalb haben diese Kammerwahlen auch für das Au sland'großes Interesse, und auch Deutschland blickt mit einer gewissen Spannung auf den kommenden Sonntag hin, der einen Ausblick gewährt auf die künftige Haltung Frankreichs gegenüber den vielen Fragen, die zur Zeit die Welt bewegen und deren gegenwärtige Stagnation allein durch Frankreich ver­schuldet ist.

Für Frankreich selbst haben die eben vollzoge­nen Wahlen zu den Landtagen der Einzelländer und besonders die Pr e u ß en w ah le n insofern eine Rolle gespielt, als die französischen Ra- tionalisten aus dem Erfolg der Rational- s o z i a l i st e n für sich gewisse Hoffnungen schöpfen. Es ist nicht von so ungefähr geschehen, daß der Termin für die französischen Kammerwah­len nach diesen Wahlen im Reiche und in Preußen festgelegt wurde. Die französische Rechte hoffte aus ihnen für ihre Wahlpropaganda nutzbringen­des Kapital schlagen zu können. Das zeigt am besten ein Artikel, den einer der bekanntesten Jnnenpolitiker Henry Kerillis, Kandidat für die Kammer int siebenten Wahlbezirk von Paris und einer der wildesten Kämpfer gegen diedeutsche Gefahr" imEcho de Paris" geschrieben hat. Man merkt ihm ordentlich die Triumphfreude über die Rechtsschwenkung in Deutschland an, wenn er zu der Feststellung kommt,jetzt wissen wir, wohin Deutschland geht. Hatten wir Unrecht, als wir ver­langten, daß die französischen Wahlen nach den deutschen Wahlen stattfinden sollten, damit das französische Volk über die wahren Empfindungen seiner Nachbarn gründlich unterrichtet werde? Hat­ten wir Unrecht, als wir ankündigten, daß der deutsche Sozialismus, das einzig relativ friedliche Element in Deutschland, auf der ganzen Linie im Rückzug sei, und daß die neue Jugend Deutsch­lands zum Aufruhr bereit und nach Revanche be­gierig, der Hakenkreuzsahne Hitlers folge? Jetzt muß der französische Bürger sich entscheiden, ob er für Leon Blum und feine Freunde, die An­hänger der Abrüstung stimmen will, oder für die Nationalrepublikaner, die davon überzeugt sind, daß eine Abrüstung vor Hitler, dem Führer der deutschen Kritzgsfanatiker, den nahen Krieg vor­bereitet!"

Natürlich ist dieser rechtsradikale Führer nicht der einzige, der diese Warnungsrufe und starken Wahltöne spricht. Es konnte der reaktionären französischen Kammermehrheit, die um ihre Wie­derwahl kämpft, im Augenblick nichts Besseres vassieron, als dieser Ausgang der Preußenwahlen, der ihnen zur rechten Zeit Wind in die schon schlaff hängenden Parteisegel wehte. Ihre Parole der notwendigen Sicherheiten und ihr Kampf gegen die Abrüstung war in Genf bedenklich ins Schwan­ken geraten, und auch die in Vorbereitung befindliche und zum Teil schon vollzogene Um­wandlung der Umwelt in der Reparationsfrage hatte sie in nicht geringen Schrecken versetzt. Die Welt war tatsächlich auf dem Wege, vernünftiger zu werden und den Kriegs- und Nachkriegsgedan­ken langsam zu vergessen. Nun tritt Hitler auf den Plan und gibt diesen französischen Scharf­machern den besten Wahlhelfer ab.

:, be-

lunoers auf uem fiaujen -canoc ötc zocrnunft i)Ot der Verhetzung obsiegt und daß auch hier die Mit­te gestärkt aus dem Wahlkampfe hervorgeht. Ge­rade innerhalb der französischen bürgerlichen Par­teien herrscht eine außenpolitische ruhigere Auffas­sung. Alle wollen den F r i e d e n m i't D e u t sch- l_a n t>, aber auch wiederum einen Frieden, der Frankreich keine großen Opfer auferlegt und der seine Sicherheit nicht gefährdet. Und es ist stcher, daß wenn die Rede des Kanters Brüning in

t^ankreich bekannt wird, man auch dort die feeli» 'Nen Nöte des deutschen Volkes langsam verstehen w'rd und zu der notwendigen Zusammenarbeit, re allein eine Gewähr für den Weltfrieden bietet hiofbV? haben wird. Vor vier Jahren wurden ^^üstschen Wahlen unter der ParoleFür und Verständigung" ausgefochten, die übri- selbst mitausgeqeben hatte. Aber die .r- die sich auf dieser Parole aufbaute, hatte ft/inh; e'^.Mchrbeit, die die Politik Briands be« n "der nicht praktisch unter« 3 e. Und wir haben im Verlauf gerade des letz-

.. Eine völlig schiefe Auffassung und Darstellung über die derzeitige innerpolitische Lage Deutsch- lands und Preußens herrscht in Frankreich. Wenn Aatt wie der Temvs in dieser Weise ge- trmit ^reibt und ihm einfach zu-

Auin-ii?« ^^belfer der Nazi 3u werden und fein b'e'bn* hur.4 ^""lition mit den Sozialdemokraten, al- durch den Ausgana der Wahl gegeben ist, ermenenm°maio * fo können wir daraus

Snihtnno mtes kleinere andere französische äe,r einfache Mann aus dem Volke fnmrnt »TY- beemf(u6t werden können. Da- H $ ble unerhörte Rede, die Tardieu

HnfJr-r^ tL-5^atr- ni^)t gesprochen, aber durch den uvd di- -Oiathala hat vor! es en lassen Owh imh hera»la9&ref,iDe Note gegen Deutsch- inL iSn Währung trug, daß sie wohl Sr fi?£t Q ei,s m Frankreich Ehre machte, üb-r Cm ker Q[s, Elender Staatsmann

t x-ct)ent. '°llte und Vernunft pre- Tardieu hat sich in dieser Rede als U'UUb der st rasten Hindernn'e für die politische und wirt chailiiche Zusammenarbeit zwischen den Volkern und vor allem zwischen Frankreich und Deutschland entblößt und man kann nachträglich noch Heraushoren, daß er allerdings nicht gern zu den ausgleichenden Verhandlungen mit Stimfon nach Genf fuhr. Man darf nur hoffen, daß auch in Frankreich unter der einfacheren Wählerschaft, ' sonders auf dem flachen Lande die Vernunft

Das Geld für Arbeitsbeschaffung.

Der Plan der Prämien-Anlelhe. Reichskanzler Brüning und Reichsfinanzminister Dietrich beim Reichspräsidenten.

C.N.B. Berlin, 30. April. (Eig. Meld.) Heber die geplante große Prämien-Anleihe zur Durchführung eines umfangreichenAr- bei.tsbeschaffungsprogra.mms berichtet dieB. Z. am Mittag" heute noch verschiedene Einzelheiten. Danach soll eine bestimmte B e - grenzung der Prämienanleihe nach oben nicht vorgesehen werden, da es darauf ankommt, so viele Mittel, wie irgend möglich man rechnet mit mehreren 100 Millionen. flüs­sig zu machen. Die neue Anleihe soll mit einem sehr niedrigen Zinsfuß ausgestattet werden, aber zahlreiche Vorteile enthalten, in erster Li­nie eine weitgehende Steuerbefreiung. Außerdem wird ein sehr vorteilhafter Gewinn­

plan aufgestellt, und schließlich soll mit der Z u- rückzahlung bereits nach verhältnismäßig kurzer Zeit begonnen werden. Die Maßnahme der Regierung zeigt, wie dieB. Z. am Mittag" noch hinzufügt, daß sie das volle Vertrauen zu der deutschen Wirtschaft hat, aus eigener Kraft die Mittel aufzubringen, um den festgefahrenen Wirtschaftsapparat wieder in Gang zu setzen.

totb. Berlin, 30. April. (Eig. Meld.) Reichs­präsident von Hindenburg empfing heute den Reichskanzler Dr. Brüning zum Bericht über die Genfer Besprechungen. Ferner empfing der Reichs­präsident den Reichsfinanzminister Dr. Dietrich zum Vortrag.

Arbeilskonserenz zur Reparalionssrage.

Für endgültige Regelung.

rotb. Genf, 30. April. (Eig. Meld.) Die inter­nationale Arbeitskonferenz hat heute am Schluß ihrer dreiwöchigen Tagung eine bemerkenswerte Entschließung zur Reparationsfrage im Rahmen einer allgemeinen Resolution angenommen, in der der Direktor des internationalen Arbeitsamtes auf­gefordert wird, sich dafür einzusetzen, daß zu der bevorstehenden Konferenz in Lausanne der Völ­kerbund und die internationale Ar­beits-Konferenz eingeladen werde, um ihrerseits zur endgültigen Regelung der Repara- tions- und politischen Schuldenfrage beizutragen. Eine solche endgültige Regelung sch ei ne immer notwendiger mit Rücksicht auf die Interessen der Allgemein­heit und der Weltwirtschaft.

Der deutsche Regierungsvertreter begrüßte diese Entschließung und sprach Direktor Thomas, der sich für diesen Antrag eingesetzt hatte, ungeteilte Anerkennung aus.

Die Entschließung, die auf einen Antrag der Arbeitnehmergruppe zurückgeht, wurde von der Konferenz in namentlicher Abstimmung angenommen. Gegen die Entschließung hat sich ein Delegierter, und zwar der holländische Arbeitgebervertreter, ausgesprochen. Die Arbeit­nehmergruppe hat geschlossen dafür ge­stimmt, die Arbeitaebergruppe hat sich zum großen Teil der Stimme enthalten. Die deutsche Delegation hat geschlossen für den An­trag gestimmt. Von den auf der Konferenz vertretenen Regierungen haben u. a. noch folgende der Entschließung ihre Zustimmung erteilt: die Schweiz, Frankreich, Italien, Belgien, Spa­nien, Polen, die Tschechoslowakei, die nordischen Staaten. Der englische und der japanische Regie­rungsvertreter enthielten sich der Stimme mit der Begründung, daß sie gegen den Inhalt der Ent­schließung nichts einzuwenden hätten, aber der Meinung seien, daß die Konferenz in einer sol­chen Frage nicht zuständig sei.

Die großen Fünf.

ERB. Genf, 30. April. (Eig. Meld.) Das bis­sige französisch-polnische OrganJournal des Na­tions" will Besprechungen, die Mac Donald in Bes- singe hatte, wissen, daß den Vertretern Deutsch­lands, Frankreichs und Italiens den 13. Mai als Datum der Wiederaufnahme der Gen­fer Besprechungen vorgeschlagen habe. Im Zusam­menhang mit diesen Besprechungen will das Blatt folgende weitere Mitteilungen machen können:

Mac Donald hatte Dr. Benesch als Berichterstatter des Hauptausschusses eine Unterbrechung der Kon­ferenzarbeiten bis züm Zusammentritt der Lausan­ner Konferenz vorgeschlagen. Die großen Fünf 'ollten sich entweder dort oder in Genf am 18. Juni versammeln. Botschafter Nadolny teilte schon gestern vormittag Dr. Benesch mit, daß er we - gen einer Vertagung der Konferenz entschieden Widerspruch erhebe: andere Delegationen teilten die Auffassung Nadolnys. Mac Donald gab feine erste Idee auf und, anstatt das Büro der Konferenz zur Bestimmung über den Gang der weiteren Arbeiten zusammentreten zu lassen, berief er mit Zustimmung des amerikani­schen Staatssekretärs die Zusammenkunft in Bes- singe ein, mit anderen Worten: Mac Donald ver­folgte seinen Plan einer politischen Löst in a für die beiden Probleme, die nach seiner Auffassung die Abrüstunaskonferenz beherrschen: die deutsch-fran­zösischen Beziehungen und der Beitritt Frankreichs urrb Italiens zu dem Londoner Flottenvertrag. Die Besprechungen, dis wahrscheinlich am Freitag, den 13. Mai wieder aufgenommen werden, werden sich also nur auf die mit dem Abrüstunas- Problem zusammenhängenden politischen Fra­gen beziehen. Es wird versichert, daß Macdonald drei Punkte desStimson-Planes" vollkommen gebilligt habe Der britische Premierminister glaubte, daß die Abrüstungskonferenz sogar ihren Abschluß finden könnte mit der Aufnahme der drei gunbiegenden Punkte des Stimson- planes in den Konventionsentwurf.

Der Stimsonplan wird gegenwärtig - von der deusichen, britischen, französischen und italienischen Regierung geprüft. Er enthält, was den Punkt 2 betrifft, sehr ausführliche Tabellen über die Hee­re s st ä r k e, die jedem Lande gugeftanben, wer­den soll. Er enthält unausgesvrochen eine diplo­matische Lösung des Problems der Gleichberechtigung. Die divlomatifcbe Vor­bereitung der neuen Zusammenkunft vom 13. Mai ist nicht sehr leicht. In der Annahme, daß er in Genf an einer Lösung mitarbeiten könne, hat der amerikanische Staatssekretär feine Abreise um 48 Stunden verschoben. Seine unmittelbaren Mitar­beiter erklärten gestern, daß die Zustimmung Deutschlands, Frankreichs und Italiens zu dem sehr nahen Zeitpunkt für die Wiederaufnahme der Besprechungen zu fünft bereits ein beträcht­licher Sch ritt zu einerSerftänbinung fei. Wie üblich, muß man bem genannten Blatt, bas von französischer Seite meist sehr ausführlich über interne Besprechungen informiert wirb, _ bie volle Verantwortung für feine Mitteilungen, ins« befonbere über alle Einzelheiten überlassen.

Senf stiftet Waffenstillstand.

Völkerbund nimmt Ostasien-Entschttetzung an.

totb. Genf, 30. April. (Eig. Meld.) Die Völ­kerbundsversammlung hat unter Stimmenthaltung Japans heute einstimmig die Entschließung über die Schanghaier Waffenstillstandsverhandlungen angenommen und sich sodann bis zu einer neuen Einberufung vertagt.

rot. Genf, 30. April. (Eig. Meld.) Die außer­ordentliche Völkerbundsversammlung für bie Er­ledigung bes japanisch-chinesischen Konfliktes trat heute vormittag unter bem Vorfitz des belgischen Außenministers Hi>mans zusammen. Der Präsi­dent erläuterte den Bericht über den Verlaus der Verhandlungen in Schanghai und Genf, wobei er seiner Genugtuung darüber Ausdruck gab, daß bie Unterzeichnung bes Waffenstill. standsabkommens zu einem sehr bal­digen Zeitpunkt in Aussicht stehe. Gleich­zeitig legte ber Präsident die Entschließung vor, die bekanntlich die Einsetzung einer gemischten Kommission in Schanghai Vorsicht, die aus den Vertretern ber in Schanghai besonders interessier­ten Mächte sowie Chinas unb Japans besteht und

gegebenenfalls mit Stimmenmehrheit über bie Durchführung ber von beiden Teilen übernomme­nen Verpflichtung entfcheiben soll.

*

totb. Tokio, 30. April. (Eig. Melb.) Wie aus zuständiger Quelle verlautet, ist es w e n i g w a hr- fcheinlich, baß der Anschlag im Hongkew-Park Einfluß auf die chinesisch-japanischen Beziehungen haben werde. Die Regierung 'beabsichtige nicht, Schritte zu unternehmen, da die Tat auf einem von japanischen Truppen besetzten Gebiet geschah und der Täter Koreaner fei. Die Zeitungen, die alle ihre tiefe Empörung unb zugleich ihr Be­dauern darüber aussprechen, daß die Unterzeich­nung des Waffenstillstandes verschoben werden muß, zeigen sich im allgemeinen zurück­haltend, da die Beweggründe der Tat noch nicht aufgeklärt sind.

wtb. Tokio, 30. April. (Eig. Meld.) Eine Ministerkonferenz, an der der Minister des Aus­wärtigen, der Kriegs- und der Marinemmister teilnahmen, beschloß, die Fragen des chinesisch- japanischen Waffenstillstandes und des Anschlages im Hongkew-Park vollkommen voneinander zu trennen. Es wurde ferner beschlossen, bei der bis- herigen Haltung in der Frage des Waffenstill- standes zu bleiben unb sogar ben Abschluß der Verhandlungen zu beschleunigen.

ten Jahres gesehen, ein wie großes Hemmnis für I ben Stichwahlen am 8. Mai eine reak- alle gut gemeinten Absichten Brianbs unb Lavals 1 t i o n ä r e Mehrheit unb siegt auch hier ber poli- ber Schatten biefer neuen Kammer^ablen gerne- | tische Unverstanb, bann wirb bie Krise für sen ist. Findet sich auch hier am 1. Mai und bei 1 beide Völker verhängnisvoll werden.

Die Beratungen bes Zentrums.

V. D. Z. Berlin, 30. April. (Eig. Melb.) Im Fraktionszimmer der Zentrumsfraktion des Reichs­tages begannen am Samstagvormittag die Bera­tungen des Vorstandes der Zentrums- Partei, die sich mit den bevorstehenden Ausga­ben im Reich unb mit den Fragen, die sich ou3 bem Ergebnis ber Länderwahlen, namentlich der Preußenwahl ergeben, beschäftigen sollen.Die Verhandlungen werden in strengster Ver­traulichkeit durch gef ührt.

Diese Vertraulichkeit Wird bestimmt gewahrt werden, wenn auch sicherlich gewisse Leute die kühnsten Kombinationen, in den nächsten Tagen über die Zentrumsabsichten aus ihren Fingern säu­gen werden.

* Meuterei französischer Artilleristen. Bei Ar. tillerieschießübungenin Piedemont bei Ro­chefort kam es zu einer Meuterei von sechs Sol­daten, bie bereits mit strengen Difpizlinarstrafen belegt worden waren. Nachdem sie ben bienstha» benben Offizier in grober Weife beschimpft hatten, stürzten sie sich auf bie Soldaten, die zu ihrer Verhaftung kommandiert worben waren und verletzten zwei von ihnen sehr schwer. Sie konn­ten schließlich überwältigt unb in bas Militärge­fängnis eingeliefert werben.

Der MemelkonfNkt.

rotb. Memel, 30. April. (Eig. Melbg.). Das Memeler Dampfboot meldet: Die Sitzung bes in­ternationalen Gerichtshofes im Haag, in ber ber Memelkonflikt behandelt werden wird, ist auf ben 9. Juni anberaumt worben. Der Spruch des Gerichtshofes wirb schon für ben 9. ober 10. Juni erwartet. Ursprünglich war ber Zu­sammentritt des Gerichtshofes für ben Juli vor­gesehen. Wenn jetzt bie Sitzung schon auf ben 9. Juni anberaumt wurde, so bedeutet bas, baß ber Gerichtshof ben Memel-Konflikt mit einer Be­schleunigung behandelt, wie sie größer kaum bent- bar ist. _____________

Das irische Parlament nahm ben Gesetzent­wurf über bie Beseit igung bes Treu- eides aus die irische Verfassung m zweiter Lesung mit 77 gegen 71 Stimmen an.

* Museumsskandal in Augsburg. Auf Veran­lassung der Staatsanwaltschaft wurde in 21 u g s b ü r g ber bisherige Kustos bes städtischen Maxi­milian-Museums Dr. Ohlenro.th unb sein wissenschaftlicher Hilfsarbeiter H a e m m e rI e verhaftet. Gegen bie beiben schwebte schon seit längerer Zeit ein Disziplinarverfahren. Inzwischen haben sich bie Verbachtsmomente, daß Unregel­mäßigkeiten vorgekommen sind, derart ver­stärkt, daß bie Staatsanwaltschaft sich veranlaßt sah, wegen Verdunkelungsgefahr bie beiben Be­schuldigten in Untersuchungshaft zu nehmen.

General Arwuru f.

s; »

M <1

General Uriburu,

ber ehemalige argentinische Staatspräfibent, ist an ben Folgen einer schweren Operation in Pari» gestorben, wo er auf feiner großen Stubienreise durch Europa für einige Wochen Aufenthalt ge­nommen hatte.

Paul Richard kuehnrich,

einer ber hervorragenbsten englischen Stahl- Industriellen. ein persönlicher Freund Dr. Ecke- ners, hat sich, anscheinend infolge finanzieller Schwierigkeiten, in seinem Hause in Sheffield er­schossen.