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Freitag, 29. April 1932.

Inlirti. 59.

Meder zur Kommissions-Arbeit bereit.

IlaNonolsozialisten nehme» wieder an den Sitzungen der Reichs »ogsausschüsse teil. keine Reichstags Anstösnng.

Die Nationalsozialisten werden ab 9. Mai wie­der an den Sitzungen der Reichstagsausschüsse teil­nehmen. Wie verlautet, wollen die Naionalsozia- listen besonders im Haushaltsausschuß und im Auswärtigen Ausschuß Anträge einbrin­gen, umentsprechend den Forderungen der natio­nalsozialistischen Wählerichafr die Parteien zu zwin- gen, sich zu diesen Anträgen zu äußern und letzten Endes dazu beitragen, daß der am 24 April er­neut bekundete Wille der Mehrheit des deutschen Volkes erfüllt wird, die politische Konstellation end­lich auch im Reiche zu ändern."

I -Lrscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt m undBuchenblätter" Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernruse: Schrift- __' ieüuna 3153, Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152 ::

öes Parker Erzbischofs Stellung genommen ha­ben soll, und zwar mit folgenden Worten: .Kein vernünftiger Mensch wird auch nur einen Augen­blick vorgeben, daß das deutsche Volk den Krieg wollte. Ich liebe die Kriegsschuldklausel nicht Ich bin der Ansicht, es war Wahnsinn den Deutschen diese erniedrigende Klausel aufzuerlegen. Meiner Meinung nach wäre es besser gewesen, der Geschichte das Urteil zu überlassen."

So ergibt sich aus der neuesten Kriegsschuld­erörterung in England, daß hier die Auffassung über die Kriegsschuldfrage und den Artikel 231 des Verlailler Vertrages zwar noch nicht einheit­lich find, daß ober eine Deutschland entlastende Auffassung doch immer mehr an Boden ge­winnt.

so, als ob er lagen wolle, daß Deutschland der Urheber des Krieges sei. Daraus fei in Deutsch- tßnö der allgemeine Glaube entstanden, daß der Versailler Vertrag eine Kriegsschuldlüge enthalte. ~rohbem tritt Dickinson für die Streichung des Artikels 231 ein. Er bemerkt:Es ist allerdings schwierig zu sehen, wie der Artikel gestrichen wer­ken kann, ohne weitere Fragen aufzuwerfen, und es wird nötig sein, andere Methoden zu finden, um dem deutschen Gefühl genug zu tun. Ich schlage vor, daß dies durch eine Erklärung der Unterzeichner des Vertrages geschehen solle, daß dieser Artikel sich nicht auf den Ursprung des Krie­ges bezieht und auch nicht so gedacht war."

Zum Schluß sei noch erwähnt, daß Zeitungs­nachrichten zuiolge neuerdings auch Sir Austen Chamberlain zu der Predigt und Forderung

Kriegsschuld und Geschichte

Von Professor Dr. Gerhard Budde.

Vor nicht langer Zeit hat der Erzbischof von Port. Dr. Temple, in der Peterskirche in Sen* zur Abrüstungskonferenz eine Predigt gehalten, in der er u. a die Beseitigung des Artikels 231 des Versailler Vertrages forderte Diese Forderung hat der Redaktion derTimes" eine Reihe von Zuschriften eingebracht, aus denen ersichtlich wird, daß auch in England die Auffassungen sowohl über die Kriegsschuldfrage im allgemeinen wie über Inhalt und Tragweite des Artikels 231 noch auseinandergehen.

Die betreffende Stelle der Predigt des Erz- kifchofs lautet-Bestimmungen, die getroffen wur­den, als die Spannung und die Verwirrung des Krieges noch frisch waren, können nicht als fo

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.. wtb. Paris. 28. April. (Eig. Meld.) Die Un­päßlichkeit Tardieus, die die geplante Fünfer-Kon­ferenz unmöglich gemacht hat, wird von der Pariser Presse dazu benutzt, den Plan Macdonalds und S t i m s o n s zu bagatellisieren (b. h. zu verkleinern, unwichtig erscheinen zu lasten.)

Reise Botschafter von hoesch's nach Genf.

ERB. Berlin. 28. April. (Eig Meld.) Botschaf­ter von Hoesch reist heute abend von hier nach Genf und zwar zu Besprechungen mit Reichskanz­ler Dr. Brüning.

Die französischen Wahlen als Angelpunkt

Besprechung zwischen dem Reichskanzler und Macdonald.

Monatlich 1.65 einschliehl. Postgebühr (48 Pfg.) ohne Zu stell g

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Presse, insbesondere durch Dziennik Bydgoski be­faßt, daß der Stab der H i t le r-O r g a - nisation nach Danzig verlegt wer­den solle, und daß Papöe aus diesem Grunde bei der Danziger Regierung interveniert habe. Dr. Papöe hatte auf das ihm in der gleichen An­gelegenheit am 21. dieses Monats überreichte Se­natsschreiben geantwortet, daß er davon Kenntnis nehme, daß die Nachrichten des Dziennnik Byd­goski nicht den Tatsachen entsprächen. In einer Rücksprache mit dem Völkerbundskommissar habe er die Lage in Danzig erörtert. In seiner heu­tigen Antwort bezeichnet der Senat diese Erklä­rungen Dr Papses als nicht geeignet, die Be­hauptungen der polnischen Presse, insbesondere soweit sie seine Person selbst betreffen, richtig zu stellen. Es wäre für das Urteil der Oeffenttich- keit über den Wert solcher polnischen Pressenach­richten gut gewesen, den wahren Sachverhalt durch eine entsprechende Erklärung des Ministers klar zu stellen.

wtb. Genf. 28. April. (Eig. Meld.) Reichs­kanzler Dr. Brüning hatte heute eine Besprechung mit dem englischen Ministerpräsidenten Macdo- nald. Die beiden Staatsmänner werden heute mit­tag nochmals bei einem großen Frühstück Zusam­mentreffen, das Macdonakd einer Reihe von füh­renden Delegationsmitgliedern gibt. Heute abend nimmt der Reichskanzler an einem Diner teil, zu dem Stimson eingeladen hat. Infolge der heute noch einzuleitenden Besprechungen wird der Reichskanzler Genf heutenochnichtverlas- s e n.

Seoecings Ral.

3n einem Interview mit der United Preß äu­ßerte sich der preußische Innenminister Severing, der Führer der Sozialdemokraten, über die Wah­len zum Preußischen Landtag. Ohne Frage, sagte er u. a seien die Aussichten einer Regie- rungsbeteiligung der Nationalso. zialisten in Preußen und im Reich erhöht worden.Zum mindesten", erklärte Severing, trifft das für Preußen zu, weil sowohl in der Sozialdemokratie wie im Zentrum die Neigung stark gewachsen ist, nunmehr auch die Nationalsozialisten an der Verantwortung zu be­teiligen, die bisher von diesen Parteien allein ge­tragen wurde. Die hemmungslose Agitation der. Nationalsozialisten hat ja nur deshalb soviel An-' Hänger gefunden, weil sie die drückende Wirt- ^chaftsnot, die Steuerlasten, die Arbeitslosigkeit, das Stocken von Handel und Wandel, die Kür- zung der Gehälter und Löhne den republikani­schen Parteien zur Last legten. Die National- Sozialisten haben skrupellos diese schlimmen und schweren Fo'gen des Weltkrieges und der Welt­wirtschaftskrise als abwendbar dargestellt und versprochen, alles zu bessern wenn sie regieret wurden. Es ist begreiflich, daß deshalb sowohl im Zentrum wie bei den Sozialdemokraten der Wunsch vorhanden ist. nunmehr den National­sozialisten Gelegenheit zu geben, ihre Worte mit ben harten Tatsachen in Einklang zu bringen. Aber eine Regierungsbeterligung ber NSDAP, in Preußen und im Reich kann natürlich nur als eine Beteiligung an ber Regierung in Frage kommen, b. h., im Verein anberer Parteien, die eine Gewähr dafür bieten, baß bie Grundgesetze der Verfassung nicht verletzt werden".

Reichskanzler Brüning hat seine Abreise aus Genf auf Freiiagabend festgesetzt, nachdem Tardieu infolge einer Krankheit vorläufig nicht verhand- lungsfähig ist. Es soll jetzt offenbar alles erst nach der französischen Wahl geregelt werden.

Die französischen Kammerwahlen finden a m kommenden Sonntag, den 1. Mai. statt.

Rach der Statistik bewerben sich um die zu vergebenden 615 Mandate 3 817 Kandidaten. In den Parteigruppierungen und in den Parteien selbst hat sich nichts geändert. Der Wahlkampf vollzieht fick unter fast den gleichen Verhältnissen . wie früher.

Die Wahlkampagne kgnn man nicht als beson­ders leidenschaftlich bezeichnen. Aus der Provinz, die ja in stärkerem Maße für die Entscheidung der Wahlen maßgebend ist, als man in Deutschland gemeinhin annimmt, erfährt man nichts, was zu | der Annahme berechtigt, daß im Hinblick auf die Entwicklung eines Zukunftsprogramms irgend­welche Neuerungen in die Erscheinung ge­treten sind. Die Führer der einzelnen Parteien, namentlich Tardieu, Herriot und Leon Blum, ver­teidigen die Vergangenheit und ergehen sich in sehr vorsichtigen Betrachtungen über bie Zukunft. Von den übrigen Parteiführern hat, abgesehen von dem Iustizminister Reynaud als Vertreter ber Maginot-Partei und der ihr ange­gliederten Marin-Gruppe,' kein einziger eine grundsätzliche programmatische Rede gehalten. Daher läßt sich über ben Ausgang des Wahlkamp­fes gegenwärtig noch gor nichts Voraussagen. In der Agitation spielen vor allem die innerpo« litischen Fragen, bie Wirtschafts- und Finanz­lage, eine wesentliche Rolle, daneben die Außen­politik, vor allem bie Frage der Sicherheit und der Reparationen. Hierbei unterscheiden sich die Vertreter ber Regierungsparteien von denen der Opposition nur durch Nuancen. Erst nach dem ersten Wahlgang dürften alle diese Fragen eine gewisse Präzisierung erfahren

Rote des Danziger Senats an den polnischen Vertreter.

wtb. Danzig, 28. April. (Eig. Meld.) Der Se­nat hat dem diplomatischen Vertreter Polens in Danzig, Dr. Papöe eine Note zugehen lassen, die sich erneut mit den Behauptungen der polnischen

Von den Nationalsozialisten ist bekanntlich auch ein Antrag auf Auflösung und Neuwahl des Herchsta gs anaekündigt worden. Gleichzeitig wird in der Oeffentlichkeit wieder der Gedanke nach einer Umbildung der Reichsregierung erwogen. Was die letztere Frage anlangt, so dürften im jet- zigen Zeitpunkt solche Gedankengange nicht akut erscheinen. Denn solange wir in den außenpo- li tischen Verhandlungen stehen, in der Irmen- pohtif eine Reihe von dringenden Maßnahmen auf r ,unb sozialem Gebiete ^.beschließen smd. (Arbeitsbeschaffung! Arbeits- wurden Verhandlungen mit dem Ziele einer Umbildung der Reichsregierung nur störend wir- fen können. Was später wird, darüber kann ab­schließend erst geurteilt werden, wenn man weiß was die Vertreter solcher Gedanken im Prinzip wollen. Wenn es gelänge, weitere verant­wortungsbewußte Männer in bie Reichsregierung zu bringen, hätte eine solche Umbilbung des Kabinetts sicherlich einen rr r>u, «i im praktischen Zweck und würde bie Aktions-

n Cambridge gewählte Präsident des fähigkeit nur verstärken.

Ebenso falsch ist es, wenn das Matt schreibt, daß ein außerordentlicher Parteitag des preußischen Zentrums für Anfang Mai geplant werde, ber die sehr bedeutsame grundsätzliche Ent- scheidung zu treffen habe, ob die bisherige Links- orientierung des Zentrums fortgesetzt werden könne, -ider ob nicht vielmehr der Zeitpunkt gekommen sti, ben Forderungen des demokratischen Systems Genüge zu leisten und mit den vom Volk be­günstigten neuen Kräften zusammenzuwirken.

Um das sestzustel'len, braucht das Zen- trum gar nicht den schweren kornpli» zierten Apparat eines außerordent- k i ch e n Parteitages, denn diese Frage ist schon längst geklärt durch die Uebereinftimmung Mischen Zentrumswählern und dem Vorstand Der preußischen Zentrumspartei. Das Zentrum ist ohne jede Bindung in diesen Wahlkampf hineingegangen und kann sich nun entsprechend dem Ausgang der Wahlen frei bewegen.

Rur eins ist maßgebend für die Haltung des Zentrums und das ist auch in dem Dank zum Ausdruck gekommen, den der Vorstand der Zen- trumspartei den Wählern ausgesprochen hat, daß diejenigen Parteien, mit denen das Zentrum eine Koalition eingeht, auf dem Boden der Verfassung stehen und arbeiten. Und ferner noch ist eins maßgebend für die Haltung des Zentrums, daß trotz der großen Anzahl der nationalsozialistischen Mandate diese Partei kei- nen Anspruch hat, durch eine einseitige Parteidiktatur b i e Mehrheit z u un- terdrücken, die ihr noch immer gegenübersteht.

Ob Links- oder Rechtsorientierung spielt für das Zentrum keine Rolle, maßgebend ist nur, wo­her es zur praktischen positiven Auf. bau arbeit am neuen Staate positiv mit- arbeitende Kräfte bekommen kann. Was man aber vielleicht in derhellhörigen" Presse verwechselt hat, ist die Tatsache, daß sich selbstverständlich die Führer des Zentrums mit dem Ausfall der Wah- len beschäftigen und daß dieserhalb sowohl ber ge­schäftsführende Vorstand der deutschen Zentrums­partei wie auch der Vorstand der preußischen Zen- trumspattei in den nächsten Tagen zusammentre­ten werden, um die politischen Folgerungen und die politischen Möglichkeiten des Wahlausganges in Preußen im Vergleich zu dem Wahlausgang in den anderen Ländern eingehend zu besprechen

Auch Reichskanzler Dr. Brüning, der Ende der Woche wieder in Berlin eintrifft, wird in ftän- biger Fühlung mit den maßgebenden Instanzen der deutschen und preußischen Zentrumspartei blei­ben, und es werden deshalb mancherlei politische Aussprachen beim Kanzler zu verzeichnen sein. Dabei wird es auch hier wieder entscheidend darauf ankommen Mas die Nationalsozialistensührer w o l» len und was sie vielleicht fordern wollen. Jeden­falls werden alle Verhandlungen mit dem linier« ton geführt werden müssen, daß die Reichs- Politik und besonders die deutsche Außen» poil-'tik keine Störungen erleiden.

Die geschlagene Mrlschaslsparlei.

V.D. Z. Berlin, 28. April. (Eig. Meld.) Die Reichstagsfraktion der Wirtschaftspartei hielt heute im Reichstag eine Sitzung ab, in der die politische Lage besprochen wurde, insbesondere auch der Ausgang de rLänd erwähl en und die evtl. Rückwirkungen einer Umbildung der Preußenre­gierung auf die Reichsregierung. Die Wirtschafts. Partei, das kam in der Fraktionssitzung zum Aus­druck, sieht vorläufig keinen Anlaß, die von ihr bisher betriebene Mitunterstützung der Regierung Brünings aufhören zu lassen. Allerdings verlange sie, daß nach Abschluß der Reparationskonferenz entscheidende Maßnahmen zu dem inneren Auf­bau der Wirtschaft unternommen würden. Diese Auffassung würden die Führer der Wittschasts- Partei schon zu Beginn der nächsten Woche dem Reichskanzler vortragen. Heute nachmittag tritt ber Gesamtparteivorstand der Wirtschaftspartei im Reichstag zusammen, wo besonders diejenigen Wahlkreisleiter eine Kritik zu erwarten haben, Die es versäumten, zu ben Preußenwahlen rechtzeitig Listenverkmnbungen in ihren Kreisen zur Rettung der Stimmen einzugehen.

vollkommen angesehen werden, baß eine Berich­tigung nicht gefordert werden dürfte. Doch ist es nicht Aufgabe des Geistlichen, die einzelnen revi­sionsbedürftigen Bestimmungen bestehender Ver­träge zu nennen. Aber eine Klausel in den ge­genwärtigen Verträgen widerspricht dem christli­chen Gewissen, und die Stimme des Christentums muß sich kraft ihrer eigenen Autorität dagegen er­heben. Es ist die Klausel, die eine Gruppe der kriegführenden Mächte des großen Krieges mit der ganzen moralischen Schuld an seinem Ausbruch be- lastet. Der Artikel mag eine gewisse Berechtigung haben, wenn man ihn ausschließlich auf eine' sehr kurze Zeit vor dem Kriegsausbruch bezieht. Aber bie Geschichte kann nicht in Kapitel eingeteilt werden, von denen jedes als außer Zusammenhang mit den vorhergehenden ste­hend betrachtet wirb. Daß der Krieg gerade da­mals ausbrach, hatte seine Ursachen in ber vor­hergehenden Zeit. Es ist schwer, zu untersuchen, welche Vorwürfe einzelnen in dieser kurzen Spanne des historischen Dramas gemacht werden können: sie stehen wie wir alle vor Gottes Gericht. Was ihre Handlungen verhängnisvoll machte, war die gesamte Lage, zu der sie alle beiaetragen hat­ten. Niemand kann die diplomatische Geschichte Europas vom Wiener Kongreß an lesen und sa­gen, baß seine Nation keine Verantwortung an ber Kriegsgefahr trug, in der Europa 1914 ftanb. -Wir haben zu fragen nicht nur nach dem, ber bas Streichholz fallen ließ, fonbern nach bem, ber ben Boden mit Pulver bestreut hatte. Es war die Sünde aller, die in biefen furchtbaren Jahren chre Früchte trug." Der Erzbischof schloß seine Predigt mit den Worten:Wenn ber Geist, ber ims fuhrt, her Geist des Goangeliums. ist, muß Der Kriegsschulbartikel fallen, ausgelöscht werben von denen, die ihn gemacht haben."

Zwei andere Zuschriften verdienen hier des­halb Ermahnung, weil sie Betrachtung über den Artikel 231 anstellen, die in der Richtung der vor nirzem durch die französischen Gelehrten Bloch una Renonvin ausgestellten Thesen liegen. Die eine Kommt von Wickham Steeb, ber glaubt, baß bie Forderung bes Yorker Erzbischofs auf Streichuna »es Schuldartikels in Derbinbung mit ber falschen Ansicht über Artikel 231 stehe, welche bie Deutschen deutsche Propaganbisten verbreitet haben. Der -Wortlaut dieses Artikels enthalte gar kein Be- fnnhIni5nDOn Kriegsschuld in moralischem Sinne, feinorm ,nur die Haftbarkeit Deutschlands und c,Uiierfptiert,iini,eten ben Schaden fest, ber ben 2lnariffn'nlnx-JI^03iicrten Regierungen durch ben Krieae i(anb5 unb seiner Verbündeten im in feiner Auffassung Steebs stimmt

Herbst I93I "''ch Lord Dickinson zu. ber im Weltbundes fL^^rthge gewählte Präsident des Er Ät J r Freunbfchaftsarbeit ber Kirchen. tikels^-31'«nV nf!er später ber Wortlaut bes Ar- 1^31 "gemein falsch verstanden sei, und zwar

. soweit ber Erzbischof von York. Betrachten 5?11; kurz bie durch feine Predigt ausgelösten Zuschriften an bieTimes". Einige weisen bie gorberung bes Erzbischofs schroff zurück, so u. a. Sorb Cushendun, ber bestreitet, daß bie Sünde alter sum Kriege geführt habe, ber vielmehr be» Hauplet daß Großbritannien unter allen Umstän- ben oollig frei non Kriegsschuld war. Cushendun sagt am Schluß feiner Zuschrift:Der Erzbischof h bCn fotzen: ,Der Kriegsschuldartikel muß von denen gestrichen werben, bie ihn verfak- ten. Das kann nicht fein. Die ihn verkokten wußten besser um die Tatsachen unb werden nie- mals einer Revision bes Vertrages zustimmen welche bie Geschickte fälschen mürbe." In glei- ?rr?nnei.iill^rt ficf> Hearnshaw von ber Uni- oerfitat London, ber sich babei auf unbebaute Aeu- ßerungen Maximilian Harbens aus ben ersten Änegsmonaten beruft. - Der Historiker Marriot meint mbem er sich auf Forschungen bes Profes- liirht ?s-°?^"r?^ipZig stähl, daß die Entente Instrument bes Krieges gedacht war, test »nHn S b 2roar Don verbrecherischen Absich- matiP in f 1 ?*rd«.n müsse, daß aber seine Diplo- m unglaublich schlecht unb fehlerhaft war, fte Europa in ben Krieg stürzte.

6 Militärattache in Berlin, W.

schul?ia7r'^ D"tschkanb für nicht Mackt mm aJ1 trgen b eine anbere bie 0'1 -mnu ^,e deutschen Staatsmänner, feien ni<f.t np?f^- m,fres«lb »nb töricht gewesen ®r kommt aber zu dem mS -ur ® Phpflr ^r säd)ritt 311 m wahren Frieden unD zur Wiebergesundung der Welt würde oeton fcknlldttaufei arft r** ^Übereinkunft bie K?iegs- aeät 'F ebra"S?';ril®a,'ra

ei" 7 dasselbe tut ber Bischos ^ ^nbet.ft Umb 9egen L°rd Cushen- |

Fuldaer Zertung

______Anzeiger für bie Stabt Aulba unb ben Lanbkreis Julba. Amtliches Kreisblatt.

Reichstag selbst istgarnicht inderLage, sich auszulösen, sondern nach Art. 25 der Reichsoer- fassung kann nur der Reichspräsident den Reichstag auflösen. In unterrichteten Kreisen ist man der sicherlich berechtigten Auffassung, daß in dem gegenwärtigen reichspolitischen Geschehen der Reichspräsident niemals daran denken wird, einem solchen Begehren seine Zustimmung zu geben.

Aber auch sonst kann sich niemand bei ernster und objektiver Ueberlegung von einer Auflösung und Neuwahl des Reichstags etwas Gutes, Posi­tives oder Zweckförderndes versprechen. Das deut­sche Volk, das in zwei Monaten drei schwere Wahl­kämpfe über sich ergehen lassen mußte, hat vor­läufig von Wahlen mehr als genug. Außerdem ift die Tatsache nicht außer acht zu lassen, daß auch ein neugewählter Reichstag keineswegs arbeits­fähiger werden würde, als der jetzige. Und die Fragen der Regierungsbildungen in den einzelnen Ländern können ganz gewiß nicht in eine solche Verbindung mit lleberlegungen wegen einer Reichstagsauflösung und Neuwahlen gebracht wer­den, wie man das von jenen Kreisen her versucht, die ganz andere Interessen bei ber Antraosstelluna verfolgen, wobei sie bas eine vergessen, baß auf bie» fern Weae ebenfalls nicht ein ihnen vielleicht vor- schwebenbes Ziel erreicht werben kann.

Kombinationen.

Jetzt, wo alles im Fluß ist, überhasten sich die Blatter in Auslassungen unb Ausführungen, die, was das Zentrum anlangt, lediglich als halt- .H Kombinationen zurückgewiesen werden müssen. Wenn die DAZ. ihren Lesern auftischen zu können glaubt, daß bereits eine Fühlungnahme zwischen dem Führer der deutschen Zentrumspartei vno Hitler ftattgefunben habe, so ist das irrig. Alttiw richtig an der Meldung ist bie Tatsache, baß Prälat Dr. Kaas in Berstn erwartet wird. 1

Die Anträge dagegen, auf Auslösung bes Reichs­tags finb mehr unter ber Einwirkung ber Ergeb­nisse der Länberwahlen zu beurteilen. Der |