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21. April
Veilage zur Auldaer Zeitung
Nr. 92
Schr.
Links zu verteidigen.
Iran und Kulturpolitik
Immer mehr Ehen zerbrechen, immer geringer
an.
Tochter oder diese innere die Rückkehr propagieren
unmöglich geworden. To sehr Hot man sich an die verdienende Tochter gewöhnt, daß dem Mädchen, das arbeitslos wird, nicht selten das Leben zur Qual gemacht wird durch Familienangehörige, die manchmal
Arühlingsmorgen.
Don Franz C i n g i a - Schramberg.
Wie zauberhaft belebt
Sw schöne Erd« sich Und Vogelsang durchschwebt Den Wald schon feierlich.
Nun schreite voll Begehr Durch diesen Erdenraum, Der hekl und subelschwer Erwacht aus Schlaf und Traum.
Und denke einmal nicht An sorgenschwere Zeit. Und freue dich im Licht Der Lebensfröhlichkeit.
Wo ist für die christliche Familie Moral und Sitte, für christliche Schule und Bildung Schutz und Förderung zu finden? Al» die katholischen Frauen zu den ersten Wahlen 1919 gingen, da waren da» die Fragen, di« sie am stärksten bewegten; danach wählten fi« sich ihre Partei au».
Der Wunsch ist heut« noch ebenso wach in den Frauen wie vor 15 Jahren, daß unser Volk an christlichen Lebensgrundsätzen wieder gesunde, aber in vielen ist die Hoffnung, daß er gelingen könne, sehr klein geworden und in vielen ist auch der Glaube zerstört, daß es noch eine Partei gibt, die sich aufrichtig dieser Arbeit widmet.
Er ist ein Zeichen der Zeit, daß die Menschen schnell entmutigt sind. Man sagt: Nun haben wir jahrelang eine Partei gewählt, deren Grundsätze aus christlichem Gedankengut stammen, aber noch immer steigt eine Flut von Sünde, öffentlich und ohne Scheu sich darstellend,
wartrnot, so hart ste ist, nicht zu einer «inseitigen Be- schneidung des einfachen Lebensansprucher der Frau auf Existenz führen darf. Es wäre in höchstem Grade unchristlich, dieses Recht, das ein Recht des Menschen ist, einem Teil der Menschheit absprechen zu wollen, bo.
Die Frau in der Küche.
Die sehr schmackhafte Kräuterbutter wird folgender- maßen hergestellt: Man nimmt einen Eßlöffel feinge- hackte Petersilie, Schalotten und Kerbel, mischt dies mit 125 Gramm frischer, abgeklärter und weichgeriebener Butter, gibt den Saft einer Zitrone, etwas Salz, Pfeffer und Muskatnuß hinzu. Diese Butter eignet sich Haupt- sächlich als Beigabe für Beefsteaks.
Wie man gekeimte Kartoffeln kocht. Man schält die Kartoffeln sorgfältig und entfernt alle Keimflecke, wäscht sie und setzt sie mit kaltem Wasser auf. Sobald das Wasser einige Male aufgewallt ist, nimmt man den Topf vom Feuer, gießt das Wasser ab und setzt die Kartoffeln mit neuem, vorher heitzgemachtem Wasser mit dem nötigen Salz auf, kocht sie gar, gießt sie ab und läßt sie ge- hörig auf dem Feuer abdampfen, damit alle, auch die kleinsten zurückbleibenden Wasserteile sich verziehen und die Kartoffeln gut trocken werden. Natürlich müssen sie sofort serviert werden. Kartoffeln verlieren beim Stehen sowohl an Aussehen wie an Geschmack.
— Seif wann verwendet die Hausfrau kohlen? Der Winter ist hinter uns, und gottlob sind die Ausgaben für Kohlen diesmal glimpflich gewesen. Immerhin, man mußte Heizen da und dort, um es in feinen vier Wänden erträglich zu haben. Natürlich mit Kohlen hat man ge- heizt. Wie müßte man frieren, wenn man diese Produkte Jahrtausende zurückliegender Sonnenwärme nicht hätte! Man müßte sich mit Holz und Holzkohlen begnügen, wie es ja heute noch in vielen waldreichen Gegenden geschieht. Aber welchen Preis würde das Holz hoben, wenn es das alleinige Feuerungsmaterial wäre! Klagt man doch schon fetzt, daß unsere Wälder den Bedarf nicht mehr decken. Die Verwendung der Kohlen reicht gar nicht so weit zurück, als man glauben sollte. Zum ersten Male lesen mir in einer Chronik von Lüttich aus dem Jahre 1195 von „schwarzer Erde, die zum Brennen vor- trefflich geeignet ist". Später werden einmal in einer Urkunde der Stadt Aachen vom Jahre 1353 „steinerne Kohlen" erwähnt. 1429 gab es „Steynkohlen" im Saar« gebiet, und im 16. Jahrhundert grub man auch im Erzgebirge mit Erfolg nach Steinkohlen. Aber eine ganz allgemeine Verwendung zu Heizzwecken fanden die Kohlen damals noch lange nicht, weil es an geeigneten Heizanlagen, an Kohlenöfen fehlte, so daß häßliche, stinkende Dämpfe in die Zimmer drangen, sobald man mit Kohle heizte. Welchen Fortschritt hat seitdem der Kohlenver- brauch und die Feuerungstechnik gemacht!
seinen Vogel in Gang und stellt ihn auf das Pflaster. Wieder besteht für einen Augenblick der verblüffende Eindruck eines zutraulichen Waldfängers mitten auf den Strahenboden, hier noch ähnlicher als im Raum, weil der harte Ton des Getrippels sich verliert. Und einer aus dem Hausen sieht das Rotkehlchen, und noch einer, bann wieder einer. Allmählich stehen sechs bis sieben Menschen um Fritzchen und den Vogel. Während in dem Haufen weiter gestritten wird, sind sie voll Jntereffe für das kleine künstliche Ding. Sie stehen und schauen und lächeln, einer hebt'» vom Pflaster auf, spürt das fast lebendige Plüschkörperchen in der Hand, wundert sich und lächelt noch mehr. Aus einem Hausen alter, ereignisbefangener Menschen, ist es dem Rotkehlchen gelungen, sechs junge, große Kinder, herauszulösen.
Fritzchen nimmt jetzt fast ängstlich, aber mit hoch- getragenem Kopfe den Vogel wieder an sich und geht weiter.
Und zu Hause ist der Vater. Er sitzt da und schreibt, ist ärgerlich über nicht» und nervös. Schon an der Tür zieht Fritzchen den Vogel auf, verstohlen, damit es den Vater nicht nervös macht; er weiß, neben dem Vater stehend, kann er nicht dazu kommen. Der Jmmer- befchäftigte würde ihn wegschieben, noch bevor Fritzchen ein Wort sagen kann.
Nun geht der Junge zum Schreibtisch vor und sucht schon den Platz aus, wo er den Vogel niederstellen will. „Vater, schau," sagt er, sieht die abwehrende Bewegung, ist diesmal aber hartnäckig. Wohl tritt er ein paar Schritte zurück, jedoch sein Rotkehlchen steht bereits auf dem Buchdeckel. Es trippelt bis zum Rand, macht einen kleinen natürlichen Hopser auf die Schreibtischplatte, pickt, dreht und wendet sich, trippelt über die Schreibblätter hinweg zum Rand des Tisches und bleibt dann slehen.
Schuld der Entchristlichung des Volkes und der Abwehrhaltung aller Parteien gegen katholische Ansprüche ist.
Wir sind auch ferner allein und haben al, katholische Frauen die klare Aufgabe, den katholifchen Kulturwillen, mit dem mir betont in die Politik eintraten, auch weiter zu stärken und lebendig zu erhalten. Unsere größte Gefahr ist die, daß mir müde werden und kleingläubig! Wir haben tapfer auszuhalten, auch wenn wir nicht mehr tun können, als unseren Polen nur mühsam gegen das Anstürmen von Reckst» und
Wem gehören die Uen-Anschoffungen im Haushall?
Von Iustizrat Dr. Nolt«.
Nach allgemeinem deutschem Brauch bringen bi« Frauen Aussteuer mit in bie Ehe. hierzu gehören Möbel unb sonstige Einrichtungsstücke für bie Wohnung, Tisch-, Beit-, Hauswäsche ufro., kurz alles, was zu einem gemeinsamen haushalt gehört. Nach dem Gesetz bleiben alle diese Gegenstände Eigentum der Frau, was insofern wichtig ist, als sie bei etwaiger Verschuldung des Mannes, die früher ober später eintreten kann, bem Zugriff ber Gläubiger entzogen sink». Für Schulben bes Manne» braucht eben bie Frau nicht aufzukommen. Selbstverständlich werden viele zur Aussteuer gehörenden Stück« mit den Jahren unbrauchbar ober minberroertig ober gar gestohlen, ober sie müssen bei Zuwachs ber Familie ergänzt werben, so z. B. Garbinen, Bett- unb Tischwäsche, Teppiche, Tifchbecken, ganze Möbelstücke usw. In bieser Beziehung ist es nun wieder Brauch, daß ber Ehemann bie Kosten für bie erneuerten ober ergänzten haushaltungsgegenstänbe unb Einrichtungsgegenstände trägt, daß er also die Ausgaben aus feinen eigenen Mitteln bestreitet, unb so wirb gar oft ber Fall eintreten, baß bie Aussteuer ber Frau im wesentlichen Teile gar nicht mehr existiert, fonbern teilweise ober vollständig erneuert wurde, so daß es fraglich erscheint, wer nun eigentlich ber Besitzer ist, ber Mann, ber die Sachen im Verlause ber Ehe kaufte, ober bie Frau, die in den Neuanschaffungen nur einen Ersatz für ihre eingebrachte Aussteuer erblickt. Diese Zweifel sind aber durch bie Vorschriften bes § 1382 des BGB. beseitigt. Danach haben die haushaltungsgegenstände, die ber Mann „an Stelle" ber minberroertig geworbenen Stücke tauft, ohne weiteres ebenfalls als eingebrachtes Gut, alfo als Eigentum ber Frau zu gelten, haften somit gleichfalls nicht gegenüber ben Gläubigern bes Mannes. Und zwar auch bann nicht, wenn sie bas Vielfache ber alten Sachen gekostet haben! Dasselbe gilt für notmenbig geworden« Ergänzungen, wie sie z. B. durch das heranwachsen der Kinder und Inanspruchnahme einer größeren Wohnung bedingt sind. Ander» ist es freilich, wenn keine Notwendigkeit zu Neuanschaffungen vorliegt, wenn man sich z. B. der älteren Stücke nur entäußert, um sich in großzügiger Weise modern einzurichten, um ein großes hau» zu führen, um fein Geld anzulegen. Kommt in solchen Fällen der Mann später in Bedrängnis, so können bie Gläubiger bes Mannes trotz allem ihre Rechte geltenb machen, selbst wenn Neuanschaffungen der Frau ausdrücklich und in gesetzmäßiger Weise als „Geschenk" übergeben worden sind. Eine solche Schenkung kann binnen zwei Jahren, unter Umständen, z .B. bei nachweislich betrügerischem Zusammenwirken zum Nachteil der Gläubiger, noch binnen 10—30 Jahren angefochten werden!
Der Sieger.
(Eine Sinberskizze.
Mißtrauisch bewacht Fritzchen die letzten hantierun- gen des Zahnarztes im weißen Kittel, atmet erlöst auf und schluckt noch einmal an den gegen den Willen gestossenen Tränen. Dann faßt er nach ber hanb feiner Mutter, unb als sie mit ihm bas Zimmer verläßt, stachelt er sie mit ber hartnäckigen Frage: „Kaufst bu mir jetzt — ich habe nicht viel geschrieen, nur ein bißchen," zu einer hanblung auf, welche ihr konsequentes Erziehungssystem ins Schwanken bringt.
Doch bas Menschlichkeitsgefühl siegt biesmat über bie starre Regel. Fritzchen hat zwar sehr geschrieen, aber bie Mutter weiß noch aus ber eigenen Kindheit, welch Schreckgespenst ber Zahnarzt ist, unb Fritzchens blaue, erwartungsvoll forbernben Augen finb von ber bewiesenen Tapferkeit so überzeugt — sie verspricht zu kaufen.
Bald stehen sie vor dem Spielwarenlaben. Frch- chen beutet nach längerem Kampf mit seinen vietgestal- «gen Wünschen auf einen mechanischen Vogel, ein Rotkehlchen in natürlicher Größe, mit feinem Plüsch überzogen.
Di« Verkäuferin zieht ben Vogel auf. Es schnurrt unb raffelt in seinem Brustkorb, bann trippelt er eilfertig pickenb am Boben hin unb her, dreht unb roenbet sich um unsichtbare Körner. Die Bewegungen finb so natürlich, daß man glauben würde, einen echten Vogel vor sich zu haben, wenn nicht das Trippeln ber eifernen Füßchen einen leisen harten Ton hervorriese. Un- willkürlich benkt man an bie steifgefrorenen Vogelfüße im Winter.
Eine gute Weile pickt das Rotkehlchen am Boden herum, dann bleibt es stehen, weil das Räderwerk ab- gelaufen ist. Nun bekommt Fritzchen es in bie Hand, unb er ist erschrocken entzückt, so höchst lebendig sühlt
Des Vaters Bewegung ist mitten in ber Geste stecken geblieben. Nun greift er nach bem Vogel, fühlt« ihn durch da» abrollende Räderwerk ängstlich lebendig erzittern, betrachtet ihn um unb um. Dann nimmt er Fritz- chen den Schlüssel aus ber Sjanb, zieht bas Rotkehlchen auf unb sieht ihm, bie Arme aufgestützt, nach, wie es abermals eilfertig über bie Fläche trippelt.
M. Zierer-Steinmüller.
möchte. Wie zahllos aber erst sind bie Fälle, in be- nen arbeitenbe Mädchen Ernährer ganzer Familien finb, wo Eltern alt, krank unb ohne Einkommen finb, wo ber Ernährer tot ist und jüngere Geschwister manchmal noch Jahrzehnte hindurch der Hilfe bedürfen. Denken wir nicht zuletzt an alleinstehende Frauen, denen durch den Frauenüberschuß keine Heiratsmöglichkeit geboten ist, und deren Los hart genug ist, wenn bie Wirtschaft sie sogar aus dem Beruf, ber boch ihre einzige Zuflucht ist, oft schon im mittleren Lebensalter wieder ausstößt. Was soll all diesen Frauen ber Ruf „Zurück ins Haus?" Wer stellt bie Heimstätten zur Verfügung, bie sie überhaupt aufnehmen können? Wer übernimmt bie Sorge für bie Zahllosen, denen berufstätige Frauen unter Einsatz ihrer ganzen Lebenskraft die Existenzmittel sichern?
Wir alle, Männer unb Frauen, wollen nicht, daß der Mann Kinder und Küche versorgt, während bie Frau im Fabriksaal steht. Wir alle wünschen von Herzen, baß Ehe und Familie all ben Frauen bie ersehnte häusliche Betätigung ermögliche, bie barin ihr Glück sehen — unb bas sind immer noch unb immer roie- ber bie meisten. Wir haben sogar die Zuversicht, daß das Ausmaß ber Frauenberufstätigkeit in tragbaren Bahnen für unser Volksleben verlaufen wirb, wenn nur einmal ber ungeheure Frauenüberschuß aus dem Kriege, der zur Zeit den Arbeitsmarkt voll belastet, ausgeglichen fein wird, und eine neuorganifierte Wirtschaft ben demnächst heiratsfähigen Männern unb Frauen, bie ja in einem günstigeren Zahlenverhältnis zueinan- ber stehen werden, bie Möglichkeit ber Familiengrün- bung geben wirb. Aber wir glauben, daß die (Segen-
„Die Frau gehört ins Haus!"
Dar war ein Wort, bas Geltung hott«, als bie be« fonberen Aufgaben ber Frau „Heimgestaltung, Kindererziehung, Lebenspflege in jeder Form und Kulturpflege" tatsächlich in Haus unb Familie voll erfüllt wurden. Inzwischen hat aber bie Entwicklung ben Raum bieser Frauenaufgaben ausgedehnt auf bas Gebiet bes wirtschaftlichen unb öffentlichen Lebens, an bem die Frau zunächst in natürlicher Entwicklung ihren Anteil gewann. Nun will man die ßebensroanblungen eines Jahrhunderts von heute auf morgen leugnen unb bie ar- beitenben Frauen erneut in bas Haus zurückoerweisen. Di« Gegnerschaft gegen bie Frauenderufsarbeit ist verständlicherweise stark, weil sie aus ber Not der arbeitslosen Männer geboren ist unb aus bem Ressentiment ber Frauen, die gegen ben eigenen Willen in den Existenzkampf gezwungen finb. Umso notwenbiger ist es, aufzuzeigen, baß mit bem Rufe „Zurück ins Haus", ber heute ben Frauen entgegengerufen wirb, unter den gegenwärtigen Bedingungen unteres Volkslebens sehr wenig anzufangen ist, ganz abgesehen davon, wie weit er grundsätzlich Überhaupt zu nerantroorten ist.
Wo sind denn die Häuser unb Familien, bie in der Sage sind, die Scharen ber berufstätigen Frauen aufzunehmen? Wir haben unsere Betrachtungen vorwie- genb für stäbtifche Verhältnisse anzustellen, ba hier bie Dcmerberufstätigkeit ber Frauen ben größten Umfang hat. Die Familie hat hier in ben weitaus meisten Fällen eine Mietwohnuna inne, die aus wirtschaftlichen Gründen möglichst klein ^gehalten ist. Die Hauswirt- fchast selbst ist in starkem Maße rationalisiert, bie Befriedigung bes häuslichen Bebarss hat in fteigenbem Maße bie Jnbustrie übernommen. Der Konservenpreis macht manchmal bas Einmachen unrentabel, bie Konfektion tritt mit Angeboten auf, bie selbst ber Haus- fchneiberei Konkurrenz machen. Da ist in einem kleineren Haushalt wirklich nicht mehr als eine gesunde Frauenkraft verwertbar, es fet denn, daß mehrere kleine Kinder zu betreuen finb. Die häusliche Arbeit wird nicht zuletzt ja auch baburch beschränkt, baß wirtschaftlicher Zwang alle Lebenskreise enger zieht, bie Pflege von Geselligkeit beschränkt unb auf bie Befriebigung allerlei zivilisatorischer Bebürfnisse verzichten heißt. Wo vielleicht eine Mutter bie Tochter zu ihrer Stütze gebrau- chen könnte, zwingt bie Arbeitslosigkeit bes Vater» ober fein geringes Einkommen, bas für eine größere Familie nicht ausreicht, das Mädchen zur Berufsarbeit. Wie aber sieht es um bie Zukunftsaussichten der Mädchen aus, die vielleicht wirklich zu Lebzeiten der Eltern ohne eigenen Erwerb leben könnten? Vermögen, bas vielleicht vorhanben war, ist meist burch Krieg unb Inflation zerronnen, unsere Zeit macht Vermögensbilbungen fast unmöglich. Der früher felbstverstänbliche Brauch, daß Brüder die Sorge für ihre unverheirateten Schwestern übernahmen, ist längst erschüttert unb vielfach auch burch Arbeitslosigkeit ober Einkommenschrumpfung praktisch
wird bie Ehrfurcht vor bem ungeborenen Leben, bie Gottlosigkeit macht sich breifter breit, bie religionslose Kinbererziehung faßt festen Fuß in Deutschland — also sagen sich viele Frauen: roas hat es uns schon genützt, daß wir Abgeordnete wählten, bie doch gerade all bas permeiben unb bekämpfen wollten?
Unb alle unsere religionstreuen, aber von ber Politik enttäuschten Frauen geben es auf, weiter mit bem Wahlzettel für eine christliche Kultur zu kämpfen. Sie tun damit bas Gleiche, was ber entmutigte Küstenbe- wohner tut, ber, weil er an einem Deich mitbaute, sich vor Sturm und Flut für immer gesichert glaubt, und nun einen Hilfs- unb Wachtbienst verweigert, um ben Damm stet» von neuem zu sichern und zu festigen.
Auch wenn man Damm« baut, hören Meer unb Wind nicht auf zu stürmen unb ba» ßanb zu bebrohen, unb man bars nicht sagen: was nützt uns jetzt ber Deich, es ftürmt ja boch weiter, — fonbern man sollte sich bantbar sagen: roie märe wohl schon alles überschwemmt, wenn er nicht ft ä n b e. Alfo Helsen mir, daß er weiter steht!
Wir wissen sehr genau, welche Gebiete bebroht sinb: bie konfessionelle Schule, der Religionsunterricht in ben
noch in der ßage wären, klaglos für die Schwester einzustehen. Man darf auch Schwierigkeit nicht übersehen, wenn man der arbeitenden Frauen in die Familie
ItaKanalfojlalismus uni Christentum.
In ben Wahlreden verspricht ber Nationalsozialismus einen besseren Schutz bes Christentums, als ihn alle an» bereu Parteien ausüben. Wir Frauen sind solchen Versprechungen zugänglich. Aber mir finb auch verpflichtet, Versprechungen nicht ungeprüft zu glauben unb anzunehmen. Unb wir werben prüfen, wie btefes Christentum aussieht, bas bie Nationalsozialisten schützen wollen.
Wir wollen absehen von den vielen Hetzreben nationalsozialistischer Rebner gegen bie katholische Kirche, von ben unzähligen Schriften, in benen eine bem Katholizismus feindliche Weltanschauung und Sittenlehre gepredigt wird. Wir wollen nur auf den einen Satz eingehen, ber bie tatsächliche, verpflichtenbe Parteimeinung wiebergibt. In bem Punkt bes Parteiprogrammes, in bem man sich zu ben Weltanschauungen äußert, wirb Freiheit bes Bekenntnisses zugesichert, soweit es mit ben Rassegrundsätzen überein stimmt. Brauchen wir mehr zu wissen?
Können Katholiken glauben, daß ber Nationalsozia- lismus ihrem Glauben zu größerem Recht unb Ansehen verhelfen wirb, wenn er sich anmaßt, bie Berechtigung unb Wahrheit b i ef e s Glaubens an einer Rassenlehre zu messen?
Wir werben uns klar machen müssen, baß aus biefem Schutzversprechen eines Tages ein umso heftiger Kampf gegen bie- katholische Kirche entbrennen würbe, bie sich boch niemals unter eine „nationale" Aufsicht stellen lassen kann. Wir werben uns schon selber schützen müssen, auch vor denen, bie uns eine so gefährliche Hilfe an- bieten.
Fachschulen, ber Anteil unb ber Einfluß bes katholischen Volksteil» in den unzähligen Verwaltungsstellen, bie ber Kultur- u. Sozialpolitik eines ßanbes ben Stempel, aufbrücken.
Heute wie vor 13 Jahren muß da» katholische Volk auch im Staat mit allen Kräften feine großen Forderungen vertreten und sich für sie einsetzen. Es tft allein in diesem Wollen unb Streben. Von keiner Seite hat e, eine Unterstützung zu erwarten. Von der Linken, der Sozialdemokratie, ist sie nie erwartet worben. Nur aus bem Gebauten einer demokratischen Gerechtigkeit gegenüber dem katholischen Staatsbürger, dessen Bekenntnis in einer geordneten Freiheit im Staat seinen Raum finden muß, hat sich ber Sozialismus zum Konkorbat in Preußen verstehen können. Aber sonst ringen Sozialismus unb Katholizismus nach wie vor um bie Kulturprägung im Staate. Daran änbert auch nichts, baß bie Erhaltung dieses Staates bisher gemeinsame Aufgabe von Zentrumspartei unb Sozialbemokratie war. Das war eine sachliche Arbeitsgemeinschaft, aber feine Gesinnungsgemeinschaft. Jede ber mitarbeitenden Parteien hat ihre Handlungsfreiheit gegenüber den anderen gewahrt, nur daß man den Kamp' ohne Gewalt auszutragen gewillt war, ergab sich aus dieser gemeinsamen Arbeit und Verantwortung am Staat.
Ja, bie Sozialdemokratie wurde wohl eine ftaatser- haltende, aber darum noch keine religionserhaltende Partei. Und wenn wir Katholiken uns weiter um« sehen — hätten wir irgendwo anders einen Bundesgenossen zu finden, der mit uns die Erhaltung der katholischen Kirche in Deutschland, ihrer Rechte und ihres Wirkungskreises erstrebt? Bei ber Rechten ist für ben Katholizismus nicht mehr zu erhoffen als bei ber Linken! Wenn man bie Haltung von Deutschnationalen, Deutscher Volkspartei und Nationalsozialisten beim Ab- schluß bes Konkarbates betrachtet, kommt man zu bem Schluß, baß man nicht einmal den Willen zur Gerechtigkeit gegenüber bem katholischen Dolksteil, ben doch bie Sozialdemokratie ausbrachte, geschweige denn freundliche Unterstützung erwarten darf.
Wir waren allein im Eintreten für katholische Grundsätze. Wenn man bas bedenkt, wird man nicht ben katholischen Volksvertretern zur Last legen, was
ber Plüfchvogelkörper, leise erschüttert von dem unsichtbar laufenden Räderwerk, sich an.
E» ist ein sehr hübsches, künstliches Rothkehlchen, das selbst der Mutter Freude macht, unb Fritzchen geht stolz auf ber Straße, ben redlich verdienten Vogel in ber einen, ben Schlüssel zum Ausziehen in ber anbern Hand. Alle Augenblicke brängt ber Junge bie Mutter, stehen zu bleiben, bamit er ben Vogel auf bem Pflaster ein paar Sekunben laufen lassen kann. Sie jeboch hat es eilig, muß eintaufen unb in bas Postamt gehen. Dort steht sie am Schalter unb schreibt, unb Fritzchen zieht das Rotkehlchen auf, stellt es zu Boden, unb ba trippelt unb pickt es eilfertig. Im ersten Augenblick glaubt man einen verirrten Walbvogel im Raum zu haben. Die Leute schauen. Die am Pult halten im Schreiben ein, jene am Schalter sehen von ber Summe, bie sie gerabe einzahlen wollen, weg auf ben trippeln- ben Vogel, unb alle lächeln. Einer von ben Beamten am Schalter beugt sich sogar heraus — er sieht aus roie ein Gefangener in ber Zelle — er deutet auf bas Schalterbrett, unb Fritzchen versteht. Der Junge fängt ben pidenben Vogel ein unb stellt ihn auf bas Sim» vor ben Mann hin, unb bas Rotkehlchen pickt unbekümmert zutraulich dort weiter. Zehn bis zwölf Leute stehen jetzt herum unb schauen und bestaunen das kleine mechanische Wunderwerk. Der Beamte lacht, ein kindliches Lachen, bas ebenso wenig in diesen Raum paßt wie bas Kinberspielzeug, unb Fritzchen steht mit vor Stolz geröteten Wangen ba im Bewußtsein königlichen Besitzes.
Da geht bie Mutter roieber, ber Vogel verschwindet in ber Hanb des Kleinen, und das Lächeln auf den Gesichtern der Großen erlischt. Sie sind wieder im Ansts- raum.
Fritzchen unb bie Mutter geraten in einen Menlchen- zusammenlauf an einer Straßenecke. E» herrscht irgend ein Streit. Fritzchen kümmert bas nicht, er bringt
Nichts anderesI — Es gibt eben keine 11 andere Hautcreme, die das hautverwandt« Euzerit s / enthalt! - «
ZuVEA-creme kauten!