MILS
17. April
Beilage zur Fuldaer Aeiluug
Ar. 89
Mr treten mit Maria vor die Veit
Erlöfunqshoffnunq. Die Frage:
fsne Karten
men, uns zu erlösen? Sippen aller Menschen, wort darauf zu geben.
schwebt Wir
immer auf den haben die Ant-
Und doch preist der Heiland diese Trauernden selig. Er reiht sie ein in die Zahl jener, tri« man um ihr Glück, um ihr seliges Los beneiden kann. Es liegt kein Widersinn darin, wenn der Gott- merrsch einen Trauernden selig preist. Denn ein wirklich Trauernder wird sich nicht tatenlos der Trauer ergeben, wird nicht die Hände in den Schah legen, und seine Zeit mit Weinen und Wehklagen vertun. Die Trauer wird auch in ihm zu einer Ruhelosigkeit. Aber die Ruhelosigkeit wird er nicht zu ersticken suchen in der Hast und Betriebsamkeit der Zeit. Er wird sie nicht übertönen wollen mit Lachen und Freudenklängen. Es wird eine Ruhelosigkeit sein, die sich nicht eher zufrie- dengibt, bis sie ruhet in Gott. Traurigkeit macht schlapp und kraftlos, macht schaffensunlustig. Dis selige Trauer wird zu einer heiligen Kraft, die keine Mühe und kein Opfer scheut, bis alle Trauer versinkt im seligen Besitz.
Mr Menschen, die die Dinge hier aus eigener Anschauung kennen, ist die Sowjetunion kein Problem mehr. Auch der Bolschewismus nicht. Nur jenseits der bolschewikischen Grenzen glaubt man tnit zerfurchter Stirn Gedanken wälzen zu müssen und das Vermutliche als Magie zu betrachten
keine Bedeutung mehr zu haben scheint für unsere Zeit: Selig sind die Trauernden. Es gibt keine seligen Trauernden mehr, weil man am liebsten alle Trauer aus der Welt schaffen möchte. Und wo sie sich doch zeigt, da gilt sie ganz anderen Dingen als denen, an die der Heiland dachte, als er die Trauernden selig pries. Er, der freiwillig in dis tiefste menschliche Erniedrigung hinabstieg, der aus Liebe zu den Menschen den Himmel mit all seiner Herrlichkeit lassen konnte, sah den Verlust zeitlicher Güter nicht als einen Grund zur Trauer an. Für ihn war ja Geld und Gut, Ehre und Ansehen niemals Selbstzweck, sondern nur ein Mittel, um das viel höhere Leben leben zu können, das Leben der Arbeit mit Gott und für Gott; und die Ehre nur galt ihm etwas, die Gott verherrlichte. In des Heilands Augen hat nur der Grund zur Trauer, der das höchste Gut, seinen Gott, verloren hatte.
nicht. Vierzehn Jahre wartet man hier auf das bessere Morgen. Kein Wunder, daß die Spannkraft des Volkes versagt.
Der Jndustriejahresplan von 1931 ist knapp zu 40 Prozent erfüllt. Davon ist 70 Prozent Ausschuß. Warum? Weil man dem Arbeiter das Berufsethos genommen hat. Der Russe will Schöpfer sein, nicht Nummer, die aus- gewechselt werden kann, heute, morgen, übermorgen. Am Fließband stehen kann er nicht. Zeit muß er haben, um die Seele schwingen zu lassen im Schöpfungswerk seiner Hände, die geleitet werden von Gottes Weisheit, Güte und Allmacht. Das aber hat man ihm verboten, und deshalb produziert er 70 Prozent, ja oft 100 Prozent Ausschuß, Diese Norm heute zu vermindern, vermag kein Tschekist mehr. Die Furcht vor Pistolen und Maschinengewehren ist gewichen, der Tod ist nicht mehr schrecklich. Und ganz Rußland kann man nicht erschießen. Das weiß auch die Partei. Nun kommt, was kommen mutzte: Kurzschluß.
Den Anfang machten die Kollektive. Sie brachen dem Bolschewismus Stalinscher Observanz das Rückgrat. Der Bauer sät nicht mehr für den Staat, der ihm sein Eigentum geraubt hat. Er läßt das Vieh krepieren, weil es nicht ihm gehört. Der Staat soll schm, wie er fertig wird. Und die Maschinen repariert er auch nicht. „Der Traktor hat den Satan über die Menschen gebracht!" Der Bauer kann nicht als entseelter Sklave leben. Mensch will er sein und die Friichte des Ackers aus Gottes Hand empfangen. Man nahm ihm Gott und gab ihm die Maschine. So möge sie denn Frucht gebären. Der Bauer sät nicht mehr, und keine Straf« erpeditionen können ihn zur Umkehr zwingen. Ganz Rußland kann man nicht erschießen. Das weiß man im Kreml besser als anderswo. . . .
Karfreitag. In der Moskauer katholischen Kirche hallt feierlich das confummatum eft. Es dürfte wohl eine der wenigen Kirchen in der bolschewistischen Metropole sein, die die Karwoche nach gregorianischem Kalender begeht. In der
Osternacht wurde hier die Auferstehungsmesse zelebriert. Die kleine Kirche war überfüllt und heiße Gebete quollen empor zum erstandenen Christus, der segnend seine weiten Arme breitet über die Märtyrer dieses Landes. Das orthodoxe Rußland feiert Ostern nach altem, julianischem Kalender. Demnach fällt Ostern zusammen mit den bolschewikischen Mai» feiern.
Am 5. April trat der Verband der kämpfenden Gottlosen in „Osteraktion". Ein „Gottlosen- monat" ist befohlen und eingesetzt. Bis zum 5. Mai soll er anhalten. Am 6. Mai wird Jarvs- lawski, der Primas von Satans Reich auf Erden, die ersten Mißerfolge buchen und die ersten Rüssel Stalins einstecken können, denn Rußland wird Ostern feiern, den Gesetzen der Sowjetunion zum Trotz.
Wohl wird das gläubige Rußland «n Bereich der Sowjetunion in diesem Jahre mehr Opfer tragen müssen als in den vergangenen Terrorjahren, aber der Ruf „Hristos Woskreß!" (Christus ist erstanden!) wird nicht verstummen. Gott kann man nicht erschießen. . . ,
die Welt. Ihr Name ist Programm, ist christliche Kulturidee. Das ist bar Name, in dem wir siegen werden. Aber wir müssen diesen Namen bekennen, den Namen derer, di« Iber Schlange den Kopf zertritt. Die Maria ehren, die wissen, wer die Shlange ist, die wissen, wer die ist, di« jener den Kopf zertritt, das sind die Träger der katholischen Aktion.
Und wenn di« ganze Welt ein Werk des Teufels wäre, glaubt man sie dann durch Klagelieder dem bösen Feinde aus den Fingern ziehen zu können? Und di« ewig Jammernden tun doch nichts, um die Welt zu ändern, zu retten. Man wundert sich zu Umecht über das angebliche Schlechterwerden der Menschen, wenn man ihr den, der allein die Welt umgestalten kann, nicht vorlebt, nicht vorstellt. „Das Christentum ist ein überlebter Menschenbetrug." Das hört der Mensch in der Großstadt und weit über ihre Grenzen hinaus Stund« um Stunde. Man mute dem hungernden Proletarier nicht Verständnis für die Schönheit einer Welt zu, die er nicht kennt, nicht Verständnis für christliche Liebe, die er nicht mehr fühlt! „Das Christentum ist eine Sache für alte Männer und Weiber." Auch das hört er täglich — und muß er das denn nicht oft glauben, wenn er die Kirchenbesucher überschaut? Wann und wo hört er einmal von dem lebendigen Christus?
Es ist etwas Wunderschönes um ein von Scharen von Gläubigen umlagertes Gnadenbild der Mutter Gottes. Und doch bedeutet das nicht Welteroberung. Die geht von denen aus, die mit Maria vor die Welt hinaustreten. Der 1. Mai ist
trcht.
Bis jetzt richteten viele ihre Hoffnung auf den Finfjahresplan. „Morgen wird es besser; exüllt die Planaufgaben, dann werdet Ihr alles hben." So rief die Partei hinein ins letzte Dcf, in jeden Fabrikwinkel. Aber es klappte
Die Zukunft des Abendlandes ist in die Hände der Menschen vor der Maschine gelegt. .Dieser Satz kann nur den erschrecken, der mit geschlossenen Augen durch die Welt geht, der bi« Kinderjahre der Romantik noch nicht überwunden hat, der mit Idem Bilde der Großstadt den Begriff sittlicher Minderwertigkeit verbindet.
Das Kulturbild der Großstadt erscheint freilich von Gott gelöst. Ist also gottlos? Wenn bi« Frage bejaht wird, bann wär« die Großstadt ber Hord der Gottlosenbewegung. Oder aber man käme zu dieser Folgerung: Die Grundlage aller europäischen Kultur war und ist bas Christentum. Dies« Kultur aber ist gottlos. Demnach hätte das Christentum versagt, ober es wär« selbst Ursache ber Gottlosigkeit. Beides ist so unsinnig, wie überhaupt die Gleichsetzung von Kultur und Christentum.
Wäre der Großstadtflimmer und Großstadtflitter wirklich das Wesentliche an ber Kultur des modernen Menßhen, dann müßte diese Kultur untergehen. Dann wäre ber Kommunist und Bolschewist der einzig vernünftige, weil konsequente Mensch. Oder aber bas Wesen des modernen Menschen, auch gerade in der Großstadt, ist tiefer und innerlicher. Dann ist es aber die höchst« Zeit, daß es lebendig vor die Augen der Menschen gestellt wird.
Das Bild des modernen Stadtge- iriebes ist auch gar nicht ein Bild Wer Menschen, b i e darin wohnen. Es lebt ht diesem (Betriebe zum mindesten gerade so viel, ja noch viel mehr echte, bas ist christliche Kultur, als in den Städten und Dörfern unserer Urgroßväter oder gar in denen vor mehreren hundert Jahren. E s i st s o j ämmer l i ch, j e d« Re de und jeden Zeitungsartikel mit einer Klag« über bie Schlechtigkeit der Zeit zu beginnen und in ein Lob der Vergangenheit ausklingen zu lassen. Ganz gewiß war die äußere Verbundenheit zwischen Kirche und Mensch früher größer, aber die innere Zugehörigkeit ber Seelen zu Christus ist heute vielfältiger geworden. Ist es wirklich so schwer, sich zu diesen Optimismus zu bekennen?
Die Straßen der mittelalterlichen und der Ba- rockstädte standen überall unter den Zeichen der Marienbilder. Diese versckManden, als sie eine Lüge geworden waren. Vielleicht richten wir dies« Bilder einmal wieder auf, aber vorerst ist etwas anderes nötig: W ir treten mit Maria vor
Kirchen. Ge-
Dtitfer Sonntag nach Ostern.
Eingangslieb: Ps. 65, 1—2.
Preiset Gott in Jubelliedern, alle Lande, alle- lija; singt Psalmen seinem Namen, alleluja; gebt dem Liebe festlichen Klang, alleluja, alleluja, alle« Uja. (Ps. ebb. 3.) Sprecht zu Gott: Wie hehr snd deine Taten, Herr! Ob deiner Allmacht huldigen selbst die Feind« dir.
Epistel: 1. Petri 2, 11—19.»
Geliebteste! Ich ermahne euch, enthaltet euch tls Fremdlinge und Pilger der fleischlichen Lüste, sie der Seele feind sind. Führt einen ehrbaren Wandel unter den Heiden, damit die, welche euch cks Uebeltätet verleumden, eure guten Werke se- fen und Gott preisen am Tage der Heimsuchung. &eib jeder menschlichen Ordnung untertan um Gottes willen: sei es dem König, als dem obersten Lerrn sei es den Statthaltern, die von ihm ab« »ordnet sind, die Uebeltäter zu bestrafen und de Guten zu belohnen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr durch einen guten Wandel unwissende, törichte Menschen zum Schweigen bringt. §hr seid frei, aber nicht um die Freiheit zum Deck- ttanfel ber Bosheit zu mißbrauchen, sondern als Knechte Gottes. Achtet alle, liebet brüderlich; fürch- U Gott, ehret den König. Ihr Knechte, seid in aler Ehrfurcht den Herren untertan, nicht allein btn gütigen und sanften, sondern auch den launi- scher; denn das wirkt di« Gnad«: in Christus Jesus unserm Herrn.
Evangelium (3oh. 16, 16—22).
„Noch eine kleine Weile und ihr seht mich niht mehr."
Selige Trauer.
Betrachtung zum Sonntagsevangelium.
Es gibt viele traurige Menschen in der Welt. $e Traurigkeit hat ihren Platz ja nicht nur in in Elendshütten der Armen, in den Krankenhäu- srn und an offenen Gräbern. Wären die Men- ßen ehrlich genug, es einzugestehen, es würden reuige fein, die nicht um einen Verlust zu trau« m hätten. Aber niemand will traurige Gesich- ir um sich sehen, denn das fordert das Mitleid hiaus und leichter als mit zu leiden ist es, sich nt anderen zu freuen. Aber weil es soviel Trauer inber Welt gibt, gibt es nur wenig wahre, echte Fmde. Die' Freude hat keinen reinen Quell- grub, sie kommt nicht aus der inneren Ruhe und Zfriebenheit, sie kommt auch nicht aus Gott. Wie tönte es sonst sein, baß die Menschen nach Freu- be»haschen, daß sie den Freuden nachjagen, daß chna bie Freuden schal vorkommen wie altes ab= geftnbenes Wasser.
Iber die Jagd nach Freuden ist für die Mensche! unserer Tage nicht sinnlos. Ihnen muß bie grabe Zerstreuung sein. Die Gedanken sollen ab* getift und zerstreut werden, damit sie nicht hiabsteigen in die Tiefe bes eigenen Herzens, dm da sind keine Freuden zu finden, dort hat die Hinter sich festgesetzt. Die Trauer aber ist dem Nnschen unbequem, auch im eigenen Herzen, irum gilt es, sich hineinzustürzen in die Hast ts Alltags und in den Strudel der Bergnügun- rn, soweit Zeit und Geld und Alter es gestatten, nib wenn keines von den dreien es zugeben will, jergessenheit zu suchen und bei der Welt zu fin- en, bann steht ja für viele als einziger Ausweg ur der Tob bereit. Die Spalten unserer Zeitungen beweisen es ja.
Nicht an dem Heilanbswort liegt es, daß es
Wir haben Kirchen, viele
miß noch nicht genug. Aber sie dienen alle nur der felbstzrffriedenen Erhaltung, nicht aber der Eroberung, wenn sie nur bie Gläubigen schützend in ihren Mauern bergen, anstatt sie hinauszusen- ben unter die Menschen. Das Jte, missa eft! ist Ende ber Opfergemeinschaft, aber Anfang ber Christenpflicht. Die Kirchen in Deutschland vor der
ranzösischen Revolution, auch die Kirchen in Spanien, waren reichlich groß genug. Sie wurden niedergerissen, verbrannt, in Magazin« verwandelt, weil sie leer waren. Nicht Mauern, auch nicht Gesetze schützen die Kirchen, sondem die Men- eben. Aus Wen Kirchen muß der Zug der Gläu- ngen vor bie Welt hinausziehen. Wer da ürchtet, daß eine Kirche geschlossen wird, aus der Tausende von Mäns nern in die Oeffentlichkeit hinaus« ziehen, der ist ein Kleingläubiger^ ein Narr. Wer Angst hat, der bleibei :n den vier Mauern. Wem das Le« den aber welteroberndes Christen« tum ist, der trete mit Maria vor dig Welt.
Di« Menschen ber Großstadt, der Fabrik, was wissen sie denn eigentlich noch vom Christentum, was können sie vollends noch von der Erlösung wissen? Was sie an dieser Welt sehen, auch oft an der Welt derer, die sich Christen nennen, sieht aus, als wenn sie noch gar nicht erlöst wäre. Sie sehen zwar die großen und kleinen Kirchen, sehen auch, daß Menschen dort ans- und eingehen, sie sehen auch Bilder und Symbole. Es muß ihnen doch so vorkommen, als wenn viele von den Kirchenbesuchern, die sie sonst im Leben beobachten« jedesmal nur hin« Versicherungsprämie zu zahlen glauben für den Even- tualfall, daß das, was die Prediger über di« V«rg«ltung nach dem Tode verkünden, richtig sein sollte. Nein —' bas ist nicht Christentum. Gebest wir den Symbolen Leben, und dann führen wir mit Maria, ber Mutter des Erlösers, di« Menschen zu chrem Sohne. Es nützt auch der Welt nicht, wenn eine kleine Herde die Heilkraft des Evangeliums Christi genießt, aber die Arznei nicht den Brüdern reicht.
Ueberall, landauf landab ruiff ies tn diesem Jahre wieder zu Mari«nhuldigun gen' im Mai. Ein« religiöse Volksbewegung ist seit einigen Jahren unverkennbar, ein neues starkes Reis neben alten schönen Blüten des kirchlichen» Lebens. Niemand hat es gewollt, oder gemacht« Es ist auf einmal da und wächst. Mit Pro-! teftiieren hat das nichts gemein, es ist nicht Abwehr. Man mag bie Veranstaltungen, ibie aus der Bewegung hervorgehen,, kaum noch Kundgebungen heißen. Es ist reines jLeben. ganz ursprüngliche Bewegung. Man kann es nicht fassen, nicht definieren. Freilich: der politische Agitator hat heute noch das Ohr des Volkes, so lange er rein menschlich gedachte Erlösungsideen« di« in Wirklichkeit Trugbilder find, vor den Augen! der Menge schillern läßt. Aber bad wird er abgewirtschaftet haben; seine Hohlheit und Eitelkeik wird offenbar. Wir leben schnell m unserem Jahrhundert. Die Stunde der Freunde Christi ist gekommen.
Nur geistig verkümmerte mögen diese Stunde versäumen. Bald wirb es offenbar sein: Der da vermeint, die Menschen zu führen, wird ihr knecht. Wer sich ihnen schenkt, der wird dienend ihr Bruder. Die für Christus die Welt erobern, sehen gegen das Begehren das Opfer, gegen den Fluch das Gebet, gegen den Neid den Verzicht, gegen den haß die Liebe. Das ist Erlösung. Mit der Sehn< sucht nach ihr verbindet sich immer das heimwch nach der Mutter. Uns ist ja auch als Mittlerin der Erlösung Chris« Mutter gesetzt.
Wir treten mit Maria vor die West und geben bem kommenden Mai und dem Müttertag im Mai den eigentlichen, christlichen Sinn.
Joseph Kuckhof f«
Sowjet-Rußland wie es heule »st
Von unserem russischen Berichterstatter.
Wektlssteiölsta g bes Sozialismus gern ord e n, weil die Christen schliefen, als die Stunde gekommen war, Maria als Mittlerin der Erlösung einer nach dem Weltfrühling umschauenden Menschheit 3u zeigen. Maifeier ist Wer wird kom-
Nehmen wird doch einmal die Dinge, wie sie liegen und wie sie in Wirklichkeit sind. Zunächst bas Straßenbild: von 7 Uhr morgens bis 6 Uhr abeuds stehen ungezählte Menschen vor den Sooperatiöläben Schlang« und erhalten oft überhaupt nichts. Cs mangelt an Brot, ja an Lebensmitteln schlechtem Butter ist unerschwinglich, das Kilo 56 Ru« »et! Milch — nur in den seltensten Fällen aufusteiben. Will jemand Schuhe kaufen, bann zahlt Igo Rubel und bekommt dafür . . . Ausschuß- vlre Das Fleischessen hat man sich in Moskau o ziemlich abgewöhnt, denn die Auslieferungs- fäen stehen leer. Nur Schwerarbeiter erhalten ab 14 Tage 500 Gramm. Die ausländischen dilomatischen Vertretungen beziehen wichtige Le- besmittel aus . . - Riga, woher sie mit ber diplo- mti eben Post befördert werden. Kleidungsstücke un Stoffe sind rar, die Preist — unerschwinglich. Ei schlechter Anzug kostet 300 Rubel. Der Durch- schtsverdienst eines Arbeiters aber betragt 170 Rbel im Monat. Wohl steht dem Sowietburger alls zu aber nur auf dem Papier. Auf - - ■ erhält er nur bann
Ware vorhanden ist.
e tv a s, wenn —
Di aber ist nie vorhanden. So ist er denn an« geoiefen auf den freien Markt, der nur zu Wu- chcpreistn handelt. Für Valuta kann man alles haen, mit Ausnahme wichtiger Lebensmittel. Der Swjetrubel dagegen hat Inflationswert und kmmt nur als' Zwangsbinnenwährung in Be-
EucharWcher koMetz m Dublin.
Im Juni bs. Is. findet 'm der «rischen Hauptstadt Dublin der 31. Internationale Eucharistische Kongreß statt, der, wie alle früheren Kongresse, der Treffpunkt für die Katholiken aller Staaten zu einer machtvollen Glaubenskundgebung werden wird. Der Eucharistische Kongreß will die Verehrung des heiligen Altarsakramentes fördern. Er sucht die Gläubigen aus allen katholischen Ländern zu seinen Versammlungsorten hinzuziehen, damit sie Zeugnis abgeben von der universalen Kraft der katholischen Idee und Festigkeit ihres Glaubens an Christus, die sie vereint zu einer organischen, unzerstörbaren Gemeinschaft, die durch keine Nation- und Rassenunterschiede in ihrer Einigkeit wankend gemocht werden kann. Dadurch zeigt der Kongreß ein überwältigendes Bild von der unvergleichlichen Stärke der katholischen Glaubenseinheit, das gerade wegen ber Oberflächlichkeit und Zerrissenheit unserer heutigen Zeit als imposantes Dokument in der Geschichte der katholische« Kirche fortleben und fortbauern wirb.
Die Feierlichkeiten, bie gewöhnlich ht großem Umfang ab gehalten werden, sollen auch dieses Jahr hinter den früheren nicht zurückstchen, Man glaubt jsst eine Million
Menschen zum Krönungstag der Veranstaltung, der Pon. tifikalmesse am Sonntag, den 26. Juni, die unter freiem Himmel in dem weltberühmten, wunderschönen Phoenix Park von dem päpstlichen Gesandten zelebriert wird, erwarten zu dürfen. Ein in feinen Ausmaßen riesiges Rundfunknetz, das 200 Mikrophone zählt und eine Neuheit auf dem Gebiete der Technik darstellt, macht alle Teilnehmer der Umgebung mit dem Verlauf der feierlichen Handlung bis ins Einzelne bekannt.
Nach bem vorgesehenen Programm beginnt der Kongreß am Montag, den 20. Juni 1932 mit der Ankunft des Kardinallegaten. Er wird am Pier feierlich emp« fangen und hält dann feinen Einzug durch die festlich geschmückte Stadt zur St. Mary's Pro-Kathedrale, in der dann die Teilnehmer der heiligen Messe beiwohnen. Am nächsten Tag gibt der Orden der „Väter vom heiligen Geist" in Blackrock zu Ehren seines hohen Gastes eine Gartengesellschaft, bei der ebenfalls die Kardinäle und die Bischöfe aus den verschiedensten Ländern anwesend sind. Am Mittwoch, den 22. Juni 1932 folgt dann die offizielle Eröffnung des Kongreffes in der Pro-KathedralS mit dem gleichzeitigen Beginn des Ewigen Gebetes in allen Kirchen Dublins. Um 0.30 Uhr schließt sich em Pontifikalamt an. Der Donnerstag und der Freitag find die Tage der Konferenzen und großen Versammlungen. Es finden statt (am Donnerstag) um 11 Uhr ein Pontifikalamt, nachmittags Konferenzen der Priester in verschiedenen Sprachen und abends die Massenversammlung der männlichen Kongreßteilnehmer im Phoenix Park, wo der Kardinallegat den sakramentalen Segen erteilt Für den Freitag wird dieses Programm im wesentlichen wiederholt, abends findet die Kundgebung der katholischen Frauenwelt in dem Park statt. Am Samstag fit Gelegenheit zur heiligen Beichte, gegen Mittag wird ein Pontifikalamt für die Kinder zelebriert. Der nächste Tag (Sonntag, den 26. Juni) bringt dann den Abschluß. Höhe» punkte find die vom päpstlichen Legaten gehaltene Pon- tifikalmesfe im Phoenix Park und die große Prozession aller Teilnehmer, die der feierliche Segen des Kardinallegaten an der berühmten O'Eonell Brücke beendigt.
Das Kongreßkomitee hofft auf eine rege Beteiligung der deutschen Katholiken an dieser bedeutsamen Feier, für bie die Vorarbeiten zum größten Teil in weitschaueMer Weise erledigt sind. Das Komitee empfiehlt den Zusammenschluß der Teilnehmer zu organisierten Gruppen und Gesellschaft, da dann das Unternehmen viel günstiger ist. Einzeln reffende Teilnehmer finden viel schwieriger Unterkunft. Gesuche für Unterkommen sind art den Leiter der Orgnffation, an das Büro des 31. Internationalen Eucharistischen Kongresses, Dublin, Lower Abbey Strohs 8 (Direktor of Organisation, 31 ft International Eucharistie Congreß Office, 8, Lower 2Ib„ct) Street, Dublin) zu richten. .