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MM M MUMM

Beilage zur Fuldaer Zeitung

14. April

Ilr. 86

Er ist's.

Frühling läßt sein blaues Band Wieder flattern durch die Lüfte. Süße wohlbekannte Düfte Streifen ahnungsvoll das Land.

Veilchen träumen schon. Wollen balde kommen. Horch, von fern ein leiser Harfenton! Frühling, ja du bist's!

Dich hab ich vernommen!

M ü r i ck e.

Frühling und Landfrau.

Ein Seufzer der Erleichterung entringt sich unserer Brust. Wir stehen am Ende der düsteren und kalten Tage, am Ende der bösen Winterzeit. Für die Land­frau birgt die zurückgelegte Spanne Zeit manch freund­liche, nette Stunde. Manches, was im arbeitsreichen Sommer liegen geblieben war, kam zu seinem Recht, der aufgestapelte Flickkorb zeigte langsam seinen Boden. Manch schöner Feierabend im Kreise der Familie am behaglich erwärmten Kachelofen diente der Erholung, der wohlverdienten Ruhe.

Die Landfrau, im Sommer nicht selten sv mit Arbeit überhäuft, daß sie oft keinen Ansang und kein Ende sieht, denkt fast mit Wehmut an den scheidenden Winter. Und doch, freuen wir uns aus all das Schöne, war uns nun draußen erwartet, uns, die wir Mitarbeiterinnen find am großen SchöpfungswerkEs werde"!

Zuerst ruft uns der Gemüsegarten. Die warme Märzensonne hat sich beeilt, die dicke Schneedecke von unseren Fluren wegzuschaffen. Die rauhen GeseUen, Wind und Regen, haben diesmal ihre Hilfe dabei ver­sagt. Aber schon gleich nach Gertrudis, der ersten Gärt­nerin, hat sie mit ihren warmen Strahlen lachend er- klärt: ich hab's geschafft, das Gartenland ist frei und trocken und wartet auf die Arbeit der Bäuerin. Ist es nicht eine Wonne, nun draußen auf einem dir ganz allein gehörenden Fleckchen Erde Pläne zu schmieden und einzuteilen, Beete zu richten und Wege zu treten, schnurgerade Reihen zu ziehen und den Samen der Erde änzuvertrauen mit all dem freudigen Hoffen und Se­gen und Gedeihen, die solch eine Sämannsarbeit in sich schließt? Das Stückchen Land ist engbegrenzt, das Sa- mensäcklein nur klein und leicht, und doch ist es eine schöne Arbeit, diese Hilfe beim allmächtigenEs werde"!

Alte Freunde werden im Garten begrüßt. Da sind die ersten Schneeglöckchen, Krokus und Osterglocken. Da stehen die Stauden, wie Phlox und Margueriten. Mohn und Lilien u. wie sie alle heißen, die den langen Sommer hindurch unseren Garten, die Ecke des Hofes, die Dorf- stratze schmücken, sie alle stecken ihre grünen Spitzen aus der winternassen, kühlen Erde. Ist es nicht eine Lust, die ersten Blumen zu begrüßen und am Sonntag den Herrgottswinkel und den Festtagstisch damit zu schmücken? Ist es nicht eine Freude, die wachsenden Pflänzchen zu hegen und zu pflegen, eine Arbeit, die ganz besonders der Frauennatur liegt? Bald können wir mit Stohz die erste Ernte, das frische Grün als Salat oder Gemüse auf den Tisch stellen. Wir wollen diese schöne Arbeit genießen und dem Schöpfer dafür danken.

Die Wiese fängt an zu grünen und ruft die Bäuerin zur Arbeit. Da muß geräumt, gesäubert und gerecht werde n,daß der Schnitter im Sommer zufrieden

ist und nicht ein leiser Fluch und manches vergebliche Wetzen der rasch entstandenen Scharte die Mäharbeit begleitet. Doll Hoffnung durchstreift die Landfrau die Wiesen mit Hacke und Rechen und Korb. Wird der Er­trag ein duftendes, reichliches Futter für die Vieh­bestände werden?

Ein bißchen Zeit bleibt bei dieser leichten Arbeit zum Umschau halten, um all das Sck)öne aufzunehmen, das uns umgibt: die lachende Sonne, das werdende Grün, der fröhliche Finkenschlag, der lustige Schrei des Bunt­spechts und des Eichelhähers, nicht zuletzt die ersten Frühlingsboten zwischen dem grünenden Gras. Eine schöne Arbeit ruft auf die Wiese. Wir freuen uns und danken dem Schöpfer dafür.

Richt lange und der Pflug zieht gerade Furchen durch die dampfende Erde, und die ersten Kartoffeln wer­den der Natur zu neuem Wachstum anvertraut. Sorg­fältig hat die Bäuerin geholfen, das Feld für die neue Saat vorzubereiten. Schritt für Schritt steckt sie nun die Knollen in den losen, weichen Grund mit all dem Hoffen auf ein neues, reichesEs werde"!

Wenn der Pflug die Deckfurchen zieht, ist es Zeit oufzufchauen, um all das Schöne auch wirklich zu sehen, was uns umgibt. Da ist das erste lichte Grün der Birke, die blühenden Obstbäume, die faftiggrüne Winter­saat, das frische Gelb des Rapsfeldes und der erste Kuckucksruf. Landfrau, schau um und freue dich daran!

Und drinnen in Haus und Hof, wird da nicht auch Frühling gefeiert? Da wird gekehrt, gefegt, ge­schruppt, geklopft und gesonnt, bis alles blitzblank da- steht in der schlichten Wohnstube, im Stühle und der Schlafkammer. Bald steht das Bauernhaus schmuck und festlich gerichtet und seine Fenster blinken im Sonnen­schein. Glücklich, wer solch ein Heim zwischen Grün und blühenden Bäumen sein eigen nennen kann.

In dieser Zeit erfreut das Hühnervolk feine Herrin mit verdoppeltem, ja verzehnfachtem Fleiß. Die Bäuerin denkt an die so unentbehrliche Nachzucht im Geflügelhof und beginnt mit dem Geschäft der Brut und Aufzucht. Ist es nicht interessant, mit dieser Arbeit den Erfolg für das nächste Jahr begründen zu können und auch hier ein mächtigesEs werde" zu sprechen? Wer diese Frllhsahrsarbeit gut versteht, der kann auf schönen Lohn rechnen im kommenden Herbst.

Auch durch Kuh - und Schweine st all zieht ein leises Frühlingsahnen Das Vieh draußen im Hof, am Brunnen getränkt, hebt die Köpfe, bläht die Nüstern und das Streben geht hinaus ins frische Grün. Gar bald werden die ersten Fuhren Grünfutter geholt oder die Herde macht die ersten luftigen Sprünge auf der Weide und die Bäuerin hat den schäumenden, duften­den Erfolg am anderen Tag schon im Melkkübel. Auch die ringelbeschwänzten Schutzbefohlenen stürzen mit luftigem Geschnauze ins frische Grün, wenn ihnen ein­mal kurze Zeit Freiheit gegönnt wird. Der Frühling hält Einzug und freudig dankt die Landfrau dem Schöpfer dafür.

Herrlich ist solch ein Frühlingswerden für den Städ­ter, der am Feierabend hinauszieht in die grünenden Fluren; noch viel tausendmal schöner für die Landfrau, die dies Werden von morgens bis abends miterlebt, die täglich, ja stündlich alles Sprießen, Schossen, Wach­sen und Blühen rund herum beobachten und bewundern kann, die sogar mit pflegender Hand sachlich eingreift in dies wundervolleEs werde".

Bäuerin, freue dich daran und danke deinem Schöp­fer dafür! Hedwig Fromherz.

Mutter und Schulkind.

Sollen wir unseren Kindern bei den Schularbeiken helfen?

Wird man den Kindern helfen müssen oder können sie mit dem Aufgabenpensum allein fertig werden? Diese Frage hat schon ganze Elterngenerationen be­schäftigt und es ist viel darüber in den Fachzeitschriften der Pädagogen debattiert worden. Wie so oft im Le­ben hat man auch hier die einzig richtige Patentlösung noch nicht gefunden, es kommt vielmehr immer auf das Kind an, das feinen individuellen Bedürfnissen nach er« zogen und behandelt werden soll.

Im allgemeinen sollte ein normal veranlagtes Kind, das in der Schule Halbwegs aufpaßt und das dem Lehr­stoff das nötige Intereffe entgegenbringt, zu Hause auch in der Lage fein, ohne Mithilfe der Eltern oder größe­ren Geschwister die Schularbeiten zu erledigen, vielleicht abgesehen von den Schulneulingen, die natürlich in der ersten Zeit auch zu Hause der Ueberwachung bedürfen, da sich so ein kleiner Kerl die Sache sehr oft weit schwe­rer macht, wie sie tatsächlich ist. Aeltere Kinder, die normalerweise dem Unterricht folgen können, werden auch stets in der Lage fein, die häuslichen Arbeiten ohne Mithilfe zu machen, wobei man sich einzig und allein auf die Beaufsichtigung beschränken sollte, denn es ist eine alte Erfahrungstatsache, daß die Schularbeiten bann nicht richtig ausgeführt werden, wenn jede häus­liche Ueberwachung und Kontrolle fehlt.

Glaubt man aber doch dann und wann eingreifen zu müssen, dann sorge man aber auch dafür, daß das Kind nicht in Gewissenskonflikte mit dem Lehrer und mit der Schule kommt. Wie oft machen Eltern und Erwachsene den Fehler, dem Kind Belehrungen zu er­teilen, die an sich vielleicht völlig richtig sind, die aber nicht zu dem Lehrplan und der Lehrart der Schule pas­sen. Man hat heute ganz andere Methoden im Un­terricht wie vor zehn und zwanzig Jahren, man benfe nur, um ein Beispiel zu nennen, an die Einführung der Sütterlinschrift, so daß Eltern einfach nicht helfen kön­

nen, wenn sie nicht selbst einen Kursus in der neuen Schrift absolviert haben. Die Schrift umzustellen fällt aber erfahrungsgemäß sehr schwer. Deshalb lasse man ruhig dem Kinde bas Zutrauen in den Lehrer, man zerstöre nicht durch unbedachte Worte, was im Unter­richt oft recht mühsam aufgebaut und erarbeitet werden muß.

Im anderen Falle weckt man sonst in den Kindern Gewifsenszweifel, sie schwanken zwischen Elternhaus und Schule und stcktt der gemeinsamen sich ergänzenden Erziehung und Heranbildung des kindlichen Geistes durch Schule und Elternhaus, ergibt sich eine Zwitter­bildung, die nur dem Kinde zum Schaden erwächst. Bei der heutigen hohen Klassenfrequenz hat der Lehrer meist nicht die Zeit, sich mit den Kindern einzeln zu beschäf­tigen, um so wieder gut zu machen, was im Eltern­haus gesündigt wurde.

Wesentlich anders liegen jedoch die Dinge, wenn es sich um schwächliche, zurückgebliebene, kränkliche Kinder handelt. Diese können oft dem Unterricht nicht mit ge­nügender Auffassungsgabe folgen und das Elternhaus muß bann nachhelfen. Eine vertrauensvolle Aus­sprache mit den Lehrpersonen sollte in diesen Fällen immer vorangehen, denn auch die Eltern können dann dem Schulerzieher manchen Fingerzeig geben, den er zum Nutzen des Kindes im Unterricht verwerten kann.

M, Dr. Herbert A l f f e r m a n n-Breslau.

In diesen Tagen haben unsere kleinen ABC-Schützen ihren Einzug in die Schule gehalten. Dieser Eintritt des Kindes aus der kleinen in die große Welt bereitet dem Elternhaus und vor allem der Mutter häufig einige Sorge, besonders für die Gesundheit des Kindes. Diese Sorze ist indessen nur bis zu einem gewissen

Grade berechtigt; denn die schulärztliche Ueberwachung, die schon kurz vor dem Eintritt des Kindes in die Schule beginnt und dann laufend fortgeführt wird, bietet eine Gewähr dafür, daß mindestens durch die Schule alles geschieht, um die Schüler gesund zu erhalten. Die Vor­bedingungen hierfür müssen aber vom Elternhaus ge­schaffen werden. Die Vorbereitungen für den Schultag des Kindes müffen schon am Abend vorher getroffen werden. Man sorge dafür, daß das Schulkind recht­zeitig ins Bett kommt und feine 1012 Stunden Schlaf findet. Vor dem Zubettgehen muß die Schulmappe ge­packt werden. Am Morgen müssen die Kinder ange­halten werden, rechtzeitig das Bett zu verlassen, so recht­zeitig, daß sie genügend Zeit finden, sich gründlich zu waschen, die Zähne zu putzen und sich zu kämmen, sowie ihr Morgenfrühstück in aller Ruhe einzunehmen. Dazu ist es notwendig, daß die Mutter mit ihrem Kind zusammen aufsteht und seine Morgentoilette ebenso wie das Morgenfrühstück überwacht. Für den Schulweg

muß dem Kinde gleichfalls genügend Zeit zur Verfügung stehen, damit es nicht abgehetzt und ermattet im Schul­haufe ankommt und so von vornherein in feiner Lei­stungsfähigkeit herabgesetzt ist. Kehrt das Kind aus der Schule heim, so gönne man ihm, besonders nach der Mittagsmahlzeit, eine gewisse Freizeit und zwinge es nicht sofort zur Schularbeit. Wichtig ist es auch, dem Arbeitsplatz des Kindes einige Aufmerksamkeit zu widmen. Dazu gehört Sorge für gute Beleuchtung und eine passende Sitzgelegenheit, die so beschaffen sein muß, daß der Rücken des Kindes eine feste Stütze hat. Nach beendeter Schularbeit gebe man dem Kinde Gelegen­heit, feinen Körper durch Spiel und Sport zu kräftigen und damit das ungewohnte Stillfitzen in der Schule auch in der Freizeit entsprechend auszugleichen. Eine Mutter, die so für ihr Kind sorgt, wird gleich dem Schularzt alles tun, was möglich, um die Gesundheit des Kindes zu erhalten und einer etwaigen Erkran­kung vorzubeugen.

Hauswirtschaft und Arbeitslosigkeit, kann der Haushalt noch Arbeitskräfte aufnehmen?

Bei der Erörterung über die Freimachung von Ar­beitsplätzen für Männer auf Kosten der Stellen für Frauen wird immer wieder auf die Hauswirtschaft als auf die gegebene Arbeitsstätte für das weibliche Ge­schlecht hingewiesen. Sicher bietet der Haushalt, vor allem der eigene, einen der Frau durchaus entsprechen­den Beruf, wenn er mit Sachkenntnis und Hingabe im Dienste der Familie und des ganzen Volkes ausgeübt wird. Die Hausfrau sollte deshalb auch ihre ganze Kraft ihrer Familienaufgabe widmen und nicht noch einen zweiten Beruf ausüben.

Aber stellt die Hauswirtschaft außer der Hausfrau selbst noch in größerem Umfang auch anderen Frauen Arbeitsplätze?

Seit etwa einem Jahr hat sich der Arbeitsmarkt für Hausgehilfen grundlegend geändert. Ueberall herrscht ein Ueberangeiot auch an guten Kräften. Das immer mehr sinkende Einkommen vor allem des Mittelstandes hat zu vielen Entlassungen geführt. Manche arbeits­lose Tochter ist an die Stelle der Hausgehilfin getreten. Die bei verkleinertem Geschäftsumfang für den Haus­halt freiere Geschäftsfrau behilft sich mit einer Putz­frau. Diese bieten sich heute in großer Zahl an, sind Stundenfrauen ja auch häufig gezwungen, mit geringerer Stundenarbeit ihr Familieneinkommen überhaupt auf die Hohe des Existenzminimums zu heben. Unter diesen Umständen wird eine Werbung für die Ueberführung weiblicher Arbeitskräfte aus anderen Berufen in die Hauswirtschaft zunächst den Erfolg haben, den Arbeits­markt für die eigentlichen Hausgehilfen noch mehr zu verschlechtern und hier die immer stärker werdende Ar­beitslosigkeit zu vermehren.

Aber auch in absehbarer Zeit, selbst nach Ueberwin- bung der stärksten Krisenzeit, wird der Haushalt in nennenswertem Umfang Arbeitskräfte nicht mehr einftel- len. Man darf nicht vergessen, daß die Technik und Wirtschaft ein Stück Hauswirtschaft nach dem andern ergreift, daß die Familie kleiner geworden ist, die Wohnweife, ja die ganze Lebensweise sich geändert hat. In Berlin beschäftigten 1925 noch 34 Proz. aller Haus­haltungen eine fremde Arbeitskraft. Dieser Prozeß geht schon seit Jahrzehnten langsam aber gradlinig weiter und hat auch in der Zeit einer gesteigerten Bedarfsbe­friedigung vor dem Kriege keine Unterbrechung erfahren. Die Wirtschaftskrise hat diese Entwicklung nur beschleu­nigt. Folgende Zahlen, entnommen den 3 letzten Be­rufszählungen, zeigen dies ohne weiteres:

Jahr

1882

1907

1925

Zahl der Hausgehilfen

1 325 000 ---- 2,93 Proz. der Bevölk.

1 265 000 - 2,05 Proz. der Bevölk.

1 020 000 1,63 Proz. der Vevölk.

Der Rückgang würde heute noch viel höhere Zahlen aufweisen.

Wir stehen vor der nüchternen Tatsache, daß diejeni­gen Familien, die der Größe der Haushalte wegen eine fremde Kraft beschäftigen könnten, dieses wegen der da­durch geschmälerten wirtschaftlichen Basis sich nicht lei­sten können, während der Haushalt der kleineren Fa­milie wenig Raum für fremde Arbeitskraft gibt, wenn die Hausfrau selbst voll darin arbeitet. Für diese Tat­sache ist auch bezeichnend, daß 1925 71 Proz. aller Hausgehilfen in Haushalten von selbständig Erwerbstä­tigen, wo die Hausfrau vielfach noch im Betrieb des Mannes mitarbeitet, beschäftigt waren, während nur 15 Proz. auf den Haushalt der Angestellten und Beamte» kamen. Die Zahl der wirtschaftlich und kulturell auf einem hohen Lebensstandard stehenden Familien, die fremde Arbeitskräfte brauchen, ist relativ klein und wird immer geringer. Das hängt mit der Umwandlung un­serer ganzen bürgerlichen Kultur zusammen.

Für die Beschäftigung der Tächter im eigenenHaushalt gilt in eingeschränktem Maße dasselbe wie für die frem­den Arbeitskräfte. Sicher sollte, wenn eben möglich, jedes Mädchen eine Zeitlang von der Mutter im Hause angelernt und beschäftigt werden. Die Durchführung dieses Grundsatzes würde wenigstens eine gewisse Anzahl jugendlicher Kräfte aus dem Erwerbsleben in den Haus­halt führen. Aber die Zerstörung der Vermögen zwingt die Eltern, auch die Mädchen zu ihrer wirtschaftlichen Sicherstellung einen Beruf erlernen zu lassen. Töchter aus großen Familien, die ihrer Mutter wohl helfen konnten, müffen durch ihr Verdienst häufig dazu beitra­gen, eine große Familie überhaupt existenzfähig zu halten.

Sie lasten vielfach jüngere Geschwister ausbilden. In kleinen Familien bietet sich der Tochter neben einer noch

tätigen Mutter meist kein Arbeitsplatz mehr. Oder glaubt man, daß die Existenz der Haustochter der Vorkriegs­zeit, auf die fo oft als Ideal hingewiefen wird, aus Mangel an einer wirklich notwendigen Arbeit nicht oft genug spielerisch war und keineswegs eine gute Vorbe­reitung für die spätere Hausfrau bot?

Die Frage, ob der Haushalt noch Arbeitskräfte auf­nehmen kann, ist für die heutige Lage durchaus zu ver­neinen. Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte und der voraussichtliche Gang der Wirtschaft rechtfertigt auch die Annahme, daß selbst nach Ueberwindung der heutigen Krise die Hauswirtschaft eine größere Anzahl von Frauen nicht mehr aufnehmen wird.

Anna Heidermanns.

Erste Frühtingspflanzen in der Küche.

Von Elly Schonhäfe r-Frankfuri a. M.

Der junge Frühling bringt der praktischen Hausfrau mancherlei schmackhafte Gerichte, die sie billig und ohne große Mühe in Feld und Wald suchen kann. Da sprießt z. B. an Hecken und Wegrändern und in den Gräben der Landstraße der Löwenzahn. Seine jungen Blätter ergeben, sauber gewaschen, geschnitten und mit Essig und Del angemacht, vielleicht sogar noch unter Zusatz einer kleinen Menge sauren Rahmes, einen köst­lichen, erfrischenden Salat, der als Zukost zu geröste­ten Kartoffeln und hart gesottenen Eiern stets gerne ge­gessen wird. Löwenzahnblätter abgekocht und mit ebenso behandelten jungen Brennesteln vermischt, fein gewiegt, in einer Einbrenne angebünffet und mit Fleischbrühe aufgefüllt, kann man im Geschmack von feinstem Spinat nicht unterscheiden. Etwas herber schmeckt ein Gemüse von jungen Scharfgarben­blättern, auch Salat aus jungen Zichorien findet in Norddeutschland vielfach Freunde. An Bächen und auf feuchten Wiesen sucht man die dort in großen Men­gen vorkommende Brun n,en treffe. Ein aus ihr bereiteter Salat ist eine Delikatesse für Feinschmecker. Fein gewiegt, mit einem harten Ei vermischt, unter Zusatz von etwas Essig und Del und einer Spur saurem Rahm mit Pfeffer und Salz nach Geschmack gewürzt, ergibt sie eine feine Beigabe zu Kartoffelstücken und Rindfleisch. Der überall wild wachsende Kerbel findet als Suppe den meisten Beifall der Familienmitglieder, und den Hausfrauen, die den herben Geschmack des Kerbels nicht lieben, fei die mildere wilde Kreste emp­fohlen, die man auf Wiesen und an Wegrändern findet.

Die praktische Hausfrau.

Versengte Wäsche. Die versengten Stellen werden mit Zitronensaft beträufelt und darüber etwas Staubzucker gestreut. Man läßt das Wäschestück so etwa eine Stunde liegen und wäscht es dann in kla­rem Wasser aus.

Fensterscheiben, die blind geworden sind, wer­den wieder hell und klar, wenn man sie mit einem in Del getränkten Wollappen tüchtig abreibt, alsdann das Del mittels Löschpapier entfernt und mit einem sauberen, trockenen Lappen nachputzt. Nach einigen Stunden werden bann bie Fensterscheiben wie üblich mit gut lauwarmem Wasser gereinigt.

Hartgeworbene Schuhe. Schuhe, die durch < Regenwetter und unsachgemäßes Trocknen hart gewor­den sind, werden durch Behandlung mit Rizinusöl wie­der weich, das man mit der Hand in das Leder ein­reibt. Anstelle von Rizinusöl kann man auch Leber­tran verwenden.

Gebrauchte Teeblätter sollte man sammeln, da sie noch für verschiedene Zwecke gute Verwendung; finden können. Ein mit feuchten Teeblättern abgeho­bener Teppich präsentiert sich wieder in frischen Far­ben. Will man Gardinen ober Spitzen färben, fo ge­schieht bas mit einem starken Teeaufguß, in bem man vorn hellen Elfenbein bis zu tiefem Oder färben kann, je nachbem wie lange man ben zu färbenben Gegenstand in dem Teefub liegen läßt. Man muß nur beachten, baß der Stoff stets mit Tee bedeckt ist und daß keine Tee­blättchen darin sind, da sonst leicht Flecke entstehen.

Holzwürmer sind unangenehme Gäste in un­seren Möbeln. Man beseitigt sie, indem man die Löcher mit Terpentinöl betropft, aus denen man vor­her das Holzmehl entfernt hat.

Schönheit und Jugend ...

bewahren und erreichen Sie durch tägliche Pflege Ihrer Haut mit Pfeilring-Lanolln-Seife und -Creme. Pfeilring-Erzeugnisse sind

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.... ... n||.in enthalten das dem Hautfett nahe verwandte und seit altersher zur wirksamen Haut- und Schönheitspflege mit Erfolg angewandteTPfeilring-Lanolin, dessen Hauptbestandteil, Cholesterin, die Haut zart und geschmeidig macht und der Faltenbildung ent- apaerwirkt Pfeilring-Lanolln-Seife enthält neben dem Pfeilring-Lanohn noch Palmöl und andere edle Pflanzenöle und ist nicht zu ver- mit zahlreichen unverpackten Seifen, deren Herkunft und Zusammensetzung in den wenigsten Fallen bekannt sind.________

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