FuldaerZertung
Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
Rr. 82
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Samstag, 9. April 1932
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iahte. 59.
Männer und Frauen, wählt Hindenburg!
Helft mif bei der Abwehr einer verhängnisvollen parkeidiktatur.
Reichskanzler Brüning sagt in Hamburg: Deutschland mutz wieder unterscheiden lernen, was Politik und was Geschwätz ist.
Die Hauptgeschäftsstelle der Hindenburg-Ausschüsse veröffentlicht einen Aufruf, in dem es heißt:
Die 18% Millionen Stimmen, die sich am 13. März auf den ehrwürdigen Kamen Hindenburg vereint haben, verbürgen den Sieg am 2. Wahltag. Aber es wäre ein kiesbeschämendes Bild, das Deutschland der Well zeigen würde, wenn es seinem besten Wann, dem „Ersten im Kriege, dem Ersten im Frieden und dem Ersten im Herzen seiner Mitbürger" an diesem Tage nicht eine ganz überwältigende Vertrauenskundgebung bereiten würde. Führende Politiker, die im ersten Wahlgong Hindenburgs Gegner waren, wie der Kammerherr von Oldenburg-Ianutschau, haben ihrer freudigen Genugtuung darüber Ausdruck gegeben, daß sie, unbeschadet ihres Stand- Punktes in Fragen der Innenpolitik, seht ihre tiefe Verehrung für Hindenburg bekunden könnten. Wenn der Mann, der sein ganzes Leben restlos dem Dienst am Vaterlande geweiht hak. nun auch die lehken Jahre seines Alkers dem deutschen Volke in höchster Pflichterfüllung opfern will, so Hal er es gewiß um uns verdienk, daß wir uns mit einer erdrückenden Mehrheit zum Ausdruck des Dankes und des Vertrauens um ihn scharen. Das ist gleichzeitig die gebieterische Forderung, die die Einigkeit D e u k sch- lands in seinem Freiheitskamp f an uns stellt.
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In Hamburg fand der Wahlkampf am Donnerstag seinen Höhepunkt mit zwei stimmungs- und zahlenmäßig interessanten Riesenkundgebungen, in denen der Reichskanzler Dr. Brüning vor annähernd 20 000 Menschen sprach. Dr. Brüning wurde beim Erscheinen mit minutenlangem Beifall begrüßt.
Ich trete, so führte er aus, auf dieser Reise durch Deutschland für die Kandidatur Hindenburg ein aus menschlichen und aus politischen Gründen. Man hat mir, auch hier in Hamburg, den Vorwurf gemacht, ich solle lieber nach London gehen. Dieser Vorwurf ist n aiv. Es ist nicht meine Schuld, daß ich nicht gehen kann: es wird in London überdies, dessen seien Sie versichert, nichts verdorben werden. Ich habe vor diesem zweiten Wahlgang und vor den Wochen zwischen dem ersten und dem zweiten Wahlgang gewarnt: denn was in dieser Zeit verloren wird, das ist tatsächlich in mancher Beziehung verloren. Aber mein Platz ist in diesen Tagen auf meiner Befehlsstelle hier im Lande. Das ist wichtiger.
Dr. Brüning beschäftigte sich dann eingehend mit dem maßlosen Agitationsfeldzug der Nationalsozialisten. Auch auf das Knickerbocker-Interview Hitlers kam der Kanzler zu sprechen. Einen Augenblick lang habe damals Hitler einen staatsmännisch en Anflug gehabt. Dieser Augenblick hätte eigentlich für seine ganze Gefolgschaft genügen müssen, den Spuk mit einem Male verschwinden zu lassen Die heutige Not ist unabhängig von politischen Konstellationen. Die allgemeine Not in der Welt zeugt nur für die Tatsache, daß es in der Weltwirtschaft seit einem Jahrzehnt kein System gegeben hat.
An den Notverordnungen ist sicherlich im einzelnen vieles zu tadeln. Aber es handelt sich dabei um einen Versuch, unter dem Zwang der Zeit alle Dinge einander anzugleichen, alles der Außenpolitik der Regierung unterzuordnen. Die Opfer, die gebracht werden, sind Opfer zur Rettung des Volkes. Ohne die wunderbare Haltung des deutschen Volkes hätten wir den Winter nicht überwunden. Wenn irgend etwas schamlos ist, so ist es die Behauptung, der Reichspräsident habe diese Opfer vom Volke leichten Herzens gefordert. Cs ist ihm schwer genug geworden, das glauben Sie mir.
Das agitatorische Treiben der Nationalsozialisten ist heute bereits ein sehr bedenkliches „System". Man kann nicht ewig eine ver- antwortungsbewußte Mehrheit des Volkes begeifern und treten. Man wird einmal a u ch u n s zwingen, mit Enthüllungen aufzuwarten, dann aber mit Enthüllungen, die belegt sind, und dann wird man das „national" der Nationalsozialisten nur noch mit Gänsefüßchen schreiben können.
Hätten Hitler und Hugenberg seinerzeit die Entwicklung der Dinge vorausge- sehen, so würde sie zweifellos der parlamentarischen Lösung zuqestimmt haben. Aber es ist zuviel, ries der Kanzler aus, vom Reichspräsidenten zu verlangen, daß er etwa durch Notverordnung die politische Geschicklichkeit auf die Rechne verpflanze. Deutschland müsse wieder unterscheiden lernen, was Politik
Iem in der Außenpolitik! — Deutschland wählt Hindenburg und sichert sich damit das Ziel: Glück und Freiheit für sich und für die kommenden Generationen.
Frei erfunden»
In der süddeutschen Presse laufen Gerüchte um, die von Besprechungen des nationalsozialistischen Führers Hitler mit leitenden Stellen des Reichs wehr- ministeriums sprechen. In diesen Verhandlungen soll die Gestaltung der künftigen Regierungsverhältnisse in Preußen und Deutschland in der Form vereinbart worden sein, daß Hitler die Regierung in Preußen übernehme und einer Reichsregierung mit Groener an der Spitze seine Zustimmung geben wolle. Vom Reichswehrministerium werden diese Gerüchte als völlig aus der Luft gegriffen bezeichnet. Derartige Besprechungen zwischen dem Reichswehrministerium und den Nationalsozialisten haben niemals stattge- fanden.
Späte „Erkenntnis".
Hitler für Brünings Kakverordnungen.
Die Nationalsozialisten machen immer wieder den Versuch, die politischen Bestimmungen der Notverordnungen zu übertreten. Um ihre lügenhaften Flugblätter der polizeilichen Kontrolle zu entziehen, geben sie, wie schon bekannt geworden, improvisierte Agitationszeitungen heraus^ die aber im Grunde nichts anderes als periodisch erscheinende Flugblätter sind. Natürlich blüht der nationalsozialistische Weizen am besten in Braunschweig, für dessen Polizeiminister Klagaes es eine Genugtuung bedeutet, die Notverordnungen des Reiches zu sabbotieren.
In einer solchen Flugblatt-Zeitung, die sich „Niedersächsische Hitler-Zeitung" betitelt und selbstverständlich in Braunschweig erscheint, haben die Nationalsozialisten die Schamlosigkeit, die große Arbeitslosigkeit auf die Notverordnungen zurück- zuführen, die Hindenburg in unsozialer Weise unterschrieben habe. Das Elend des deutschen Vol-
Der bayerische Ministerpräsident spricht.
Das hätte schon längst einmal in Deutschland gesagt werden müssen. — Warum lietz man die Dinge so lange treiben?
Aus München wird gemeldet:
Bei der Beratung des Etats des Staatsmini- steriums des Aeußern im Plenum des Landtages kam es zu den erwarteten Auseinandersetzungen zwischen der Regierung und den Nationalsozialisten. Die Parteien hatten, da von einer großen politischen Debatte Abstand genommen worden war, kurze Erklärungen abgeben lassen. In der Erklärung der Bayer. Volkspartei wurde die Erwartung ausgesprochen, daß die Staatsregierung dafür sorgen möge, daß jene Parteien, die die S t a a t s e r h a l t un g auf ihre Fahne geschrieben haben, in di« Lage versetzt werden, den Wahlkampf sachlich zu führen. Der Redner der Bayerischen Volkspartei, Abg. Dr. Wohlmuth, erklärte weiter, es scheine, daß die Reichsregierung allzulange und mit fast unverzeihlichem Langmut — vielleicht auch hier und da die bayerische Staatsregierung — den Unter wühlungen gegen das staat- liche Leben zugesehen habe, Unterwüh- lungen, die durch die Enthüllungen der letzten Tage in einem Ausmaß offenbart worden feien, daß man wahrlich darüber erschrocken sein mußte. Dem müsse endlich ein Ende gemacht werden. Wir werden mit aller Offenheit, schloß der Redner, dem politischen Schlamm entgegentreten, von welcher Seite er auch kommen möge. Das Vaterland über alles! (Bravo bei der BVP.)
Der nationalsozialistische Redner Abg. Buttmann bezeichnete es als einen Mißbrauch der verfassungsrechtlichen Bestimmungen, daß die Regierung Held nach ihrem Rücktritt noch zwei Jahre lang als geschäftführende Regierung weiter amtiere.
Ministerpräsident Dr. Held befaßte sich zunächst mit wirtschaftlichen Fragen und beschäftigte sich dann mit den N a t i o n a ls o z i a l i st e n. Er wies die Auffassung zurück, als ob die bayerische Staatsregierung zu unrecht amtiere, weil sie eine geschäftsführende Regierung sei und nahm eingehend Stellung zu der kürzlichen Veröffentlichung der bayerischen amtlichen Pressestelle über Absichten von Nationalsozialisten nach einem Siege Hitlers. Der Ministerpräsident erklärte dazu, es handle sich hier nicht um Spitzelberichte, sondern um ernstes amtliches Material. Eigentlich hätte er in diese Dinge schon längst hineinleuchten sollen: er habe wirklich eine große Langmut an den Tag gelegt, das er das nicht schon getan habe. (Zuruf: Sehr richtig!) Die Dinge feiert aber unhaltbar geworden, weil man mißbräuchlicherweise einen Druck auf die Bevölkerung auszuüben versuche, insbesondere auf die Beamten, daß kein er mehr sich getraue, seine Pflicht zu tun und die S t a a t s i n t e r e s s e n draußen zu vertreten. Er stehe hier als Verantwortlicher für die öffentliche Ordnung und auch für die Wahrung der Rechte von Leuten, die anders denken als die Nationalsozialisten.
Die Zahl der Briefe sei Legion, die an ihn gekommen sind und in denen es heiße, daß sich kein
Mensch mehr über d ie Straße traue und keiner mehr wage, eine Meinung in der Oeffentlichkeit zu sagen, daß man gesellschaftlich boykottiert werde, ja das Wort vom „Köpferollen" werde draußen den Leuten jeden Tag vorgehalten. (Lebhaftes hört, hört!). Er lasse sich nicht einschüchtern, von niemandem: die Ableugnungsversuche osfenkun di g en Dingen gegenüber seien nutzlos. Erst gestern sei eine Persönlichkeit zu ihm, dem Ministerpräsidenten, gekommen, die ihm mit Bezug auf den offenen Brief des Gauleiters Wagner neues Material gebracht habe, mit Namen, Stand und Wohnung.
Das sei eine Methode und ein System, das bekämpfenswert und bekämpfensnotwendig sei, da man die übrige Bevölkerung Bayerns unter einen unerhörten Terror setze, wie man ihn noch nie erlebt habe. Dabei sagt man: Wir sind die Deutschen, wir sind allein das deutsche Volk und wir können allein Deutschland wieder zur Freiheil führen. Um deutsch zu fein, muß man in erster Linie w i Hitz astig sein (lebhafter Beifall) und deutsch sein heißt, dem Nebenmenschen gegenüber a n - ständig sein. Man muß die Dinge in Deutschland im Zusammenhang betrachten und gegenüber dem Ausland nicht bald links und danach wieder rechts darstellen. (Zuruf von den Natsoz.: Wer tut das?). Ich kenne einen, so fuhr der Ministerpräsident fort, der einmal einem französischen Schriftsteller erklärte, wir müßten uns mit Frankreich zu verständigen suchen, und dann ein andermal sagte: Es gibt nichts anderes, als Frankreich zu packen. Wenn von Doppelzüngigkeit geredet wird, so sage ich zu Ihnen (zu den Natsoz.): Sie haben keine Veranlassung, irgendeiner Partei den Vorwurf der Doppelzüngigkeit zu machen, denn eine doppelzüngige Politik ist noch niemals so getrieben worden, wie sie in der gegenwärtigen Zeit getrieben wird.
Der Ministerpräsident schloß: Was in der Veröffentlichung der bayerischen amtlichen Pressestelle niedergelegt ist, ist amtliches Material, und ich habe die Anordnung getroffen, daß die Dinge in der Oeffentlichkeit getagt werden. (Beifall). Ick? habe dabei nur meine Pflicht getan, benn ich habe dafür zu sorgen, daß unsere fried- l i e benben und anständigen Leute sich a list ä n d i g im politischen Leben betätigen können, und habe weiter dafür zu sorgen, daß die Beamten unter allen Umständen aus dem Druck und Terror herauskom- men, in den man f i e versetzen will, damit andere mit Gewalt bei uns d i e Macht ergreifen können
und was Geschwätz sei. Die Parole müsse lauten: Hinweg mit Illusionen vor a l-
* Ankrag auf Belagerungszustand in Chile. Aus Santiago de Chile meldet Reuter: Präsident Montero hat dem Senat eine Gesetzesvorlage zugesandt, durch die sofort der Belagerungszustand über ganz Chile verhängt werden soll.
Aus Berlin berichtet übrigens WTB., daß eine Sportpalast-Versammlung der Nationalsozialisten, bei der Frick und Goebbels sprachen, auffallend schwach besucht war.
kes rühre nur von der Wahnsinnspolitik der Hin- denburgischen Notverordnungen her.
Wir halten es für überflüssig, uns mit solchen Unsinnigkeiten des längeren auseinanderzusetzen. Jeder weiß, daß die Not des deutschen Volkes eine Wirtschaftsnot ist, die wiederum ihre Ursache in der katastrophalen Weltwirtschaftskrise hat. Die Nationalsozialisten haben Ursache und Wirkung in skrupelloser Weise mit einander vertauscht. Die Notverordnungen sind nicht die Ursache, sondern nur die Folg eunseres durch die Weltwirtschaftskrise verursachten Elends.
Die nationalsozialistischen Verleumdungen sind umso niedriger, als ihr Held und „Messias" Hitler am 19. März d. Is. einem amerikanischen Pressevertreter gegenüber erklärt hat, daß er natürlich
nicht ohne weiteres jene Notverordnungen aufheben und zerreißen könne.
„Die Notverordnungen sowohl wie der Versailler Vertrag haben tatsachen geschaffen, die man nicht einfach dadurch abändern kann, daß man die Notverordnungen aufhebt und den Vertrag zerreißt. Die Notverordnungen werden dann rückgängig gemacht, wenn wir etwas geschaffen haben, was an ihre Stelle treten kann, und der Versailler Vertrag wird bann erledigt sein, wenn auf einer neuen Konferenz an seiner Stelle ein anderer Vertrag abgeschlossen wird." Hitler gibt unumwunden zu, daß die Notverordnungen nur dem Zwang der Tatsachen entsprungen sind, und nicht ohne weiteres, wie in der skruppellosen nationalsozialistischen Agitation gelogen wird, durch einen Federstrich Hindenburgs beseitigt werden können.
Die Nationalsozialisten bedienen sich während dieses Wahlkampfes der unsinnigsten Behauptungen, die politisch nüchtern denkende Menschen überhaupt nicht ernst nehmen können.
Den amerikanischen Presseleuten gegenüber hat Hitler offen die Wahrheit zugegeben: auch er, Hitler, sei bei der gegenwärtigen wirtschaftspolitischen Krise nicht in der Sage, die Notverordnungen zu kassieren. — Wie sollte er auch; ermüßte dann ja Wunder tun können.
Kronprinz und Musenprinz.
„Sribetkus“ über die vergeblichen Bemühungen um eine Reichspräsidentenkandidatur des Kronprinzen. — Prinz August Wilhelm als preußischer Landtagsabgeordneten-Kandidat. — Er steht bei den Nationalsozialisten an 7. Stelle der Landesliste.
Der Herausgeber der Zeitschrift „Fridericus", R. C. Holtz, gibt in seinem Blatt eine Schilderung von Bemühungen der Führer der „nationalen Opposition", den früheren Kronprinzen zum-Gemeinschaftskandidaten für den zweiten Wahlgang der R e i ch s p r ä fi d ent e n- wähl auszurufen. Ein nationalsozialistischer Propagandaleiter, ein Stahlhelm-Mann und ein parteipolitisch unbescholtener nationaler Mann, so heißt es in der Zeitschrift, taten sich zusammen,, um die Sache in Fluß zu bringen. Während der eine in seinem im Westen des Reiches gelegenen Wohnort blieb und das Telephon nicht aus dem Auge ließ, fuhren der nationalsozialistische Pro- palandaleiter und der Stahlhelm-Mann mit dem Schnellzug nach Oels und sagten dem früheren Kronprinzen, daß große Teile des Volkes ihn bäten, sich der „nationalen Opposition" als Eiw- heitskandidat zur Verfügung zu stellen. Nach langer sachlicher und ernfthafter Aussprache zeigte sich der Kronprinz bereit, sich dem Volk, wenn es ihn zur Reichspräsidentenwahl berufe, nicht. zu versagen. Bedingung sei jedoch, daß der Kaiser nichr auf Grund des Hohenzollern'schen Hausgesetzes ein Kandidaturverbot an den Kronprinzen ergehen lasse. Adolf Hitler, dem der nationalsozialistische Propagandaleiter von dem Entschluß des Kronprinzen Kenntnis gegeben hatte, hatte sich daraufhin bereit erklärt, den Kronprinzen auf den Schild zu erheben. Dem im Westen des Reiches wohnenden Dritten wurde aufgegeben, sofort nach Doorn zu fahren und dem Kaiser die Sache vorzutragen. Er mußte aber aus Utrecht melden, daß der Kaiser mit der Kandidatur nicht einverstanden fei. Daraufhin erklärte der Kronprinz, daß er unter diesen Umständen nicht kandidieren wolle. Bis zum letzten Tag der Anmeldung der Kandidaten, bis zum 31. März, wartete man, wie der „Friderieus" weiter schreibt, auf eine Sinnesänderung aus Do o r n. Sie trat aber nicht ein. Der Kronprinz erklärte nun, er werde im zweiten Wahlgang Hitler wählen.
Prinz August Wilhelm von Preußen ist, wir verlautet, von der NSDAP, als Kandidat für den Preußischen Landtag, und zwar an siebenter Stelle der Landeswahlliste, aufgestellt worden.
Einberufung des Vreuhen-Landlags?
DDZ. Berlin, 8. April. (Eig. Meld.) Die kommunistische Fraktion hat die Einberufung des preußischen Landtages für Anfang nächster Worbe beantragt. Der Landtag soll sich mit einem kommunistischen Antrag beschäftigen, der sich über eine angebliche Beeinträchiligung der kommunistischen Wahlpropaganda beschwert und für die Zukunft jede Verhinderung unterbinden will. An sich brauchte der kommunistische Antrag die Einberufung des Landtages nicht zur Folge zu haben, da er die geschäftsordnungsmäßige Verordnung für die Einberufung nicht erfüllt. In parlamentarischen Kreisen nimmt man an, wie das Nachrichten, bürg des VDZ. hört, daß es dennoch in der nächsten Woche zu einer kurzen Landt ag s tagung kommen wird. Zwar liegen verbürgte Meldungen über eine solche Absicht der Regierungsparteien nicht vor. Doch ist der Eindruck allgemein der, daß solche Erwägungen bestehen. Man wirb abfiumarten haben, welches Ergebnis bie für Samstag anberaumten neuerlichen Besprechungen im interfraktionellen Ausschuß der Regierungsparteien zestigen werde.