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FuloaerZertung

Anzeiger für die Stadt Julda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblalk.

Nr. rs

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Well im Bild" undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 3153. Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152 ::

Freitag. 1. April 1932

Monatlich 1.65 einschließl. Postgebühr (46 Psg > ohne HuNellg Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Lol, lokal 0.15 RM., auswärts 0 20 RM. Reklamezeile: lokal 0.60RM.. auswärts 0.80 RM Bei Wiederholungen Rabat« Pnst'checkk Fronkkur« a M 4051

3a6tg. 59.

Aelleslenral des Reichstags am 11. April.

V.D.Z. Berlin, 31. März. (Eig. Meld.) Der Aeltestenrat des Reichstags ist, wie das Nachrich­tenbüro des VD.Z erfährt, für Montag, den 11. April, nachmittags 5 Uhr, also unmittelbar nach der Wahl des Reichspräsiden­ten einberufen worden, um über den Wieder­zusamentritt des Reichstages Beschluß zu fassen Die Mehrheitsparteien werden sich bei diesem Beschluß wesentlich von den Wünschen der Regierung leiten lassen, die im Augenblick noch nicht bekannt sind, da Reichskanzler Dr. Brü­ning noch fern von Berlin weilt.

*

: wtb. Berlin, 31. Mürz. (Eig. Meld.) Die Haushaltsführung des Reichs für die Zeit vom 1. April 1932 bis 30. Juni 1932 ist durch Verordnung des Reichspräsidenten vom 29. März 1932 dahin geregelt worden, daß die per­sönlichen Ausgaben des Haushalts­plans 19 31 geleistet werden dürfen und daß im übrigen, von einzelnen Maßnahmen abgesehen, in diesem Vierteljahr nur bis zu einem Fünftel der für 1931 bewilligten Be­träge ausgegeben werden darf. Als Reichszuschuß an die Gemeinden für die Erleich­terung der Wohlfahrtslasten ist ein Betrag von 75 Mill. Reichsmark vorge­sehen. *

Diplomaten-Lmpsänge beim Reichspräsidenten.

C.R B Berlin, 31. März. (Eig. Meld.) Der Reichspräsident empfing heute mittag den neuen spanischen Botschafter Louis Araquistain y Que­vedo und den neuen Gesandten der Vereinigten Staaten von Meriko, Octavivo Mendoza Gonzalez zur Entgegennahme ihres Beglaubigungsschrei­bens.

Die Londoner Verhandlungen.

Die von der englischen Regierung eingeladenen Mächte haben zwar grundsätzlich ihre Teilnahme «n der Londoner D ona« k onferenz zu vieren angenommen, aber es hat jetzt den An­schein, daß die Londoner Zusammenkunft einen mehr vorbereitenden Charakter haben und die eigentliche Konferenz erst nach der Reichspräsi­dentenwahl in Genf stattfinden wird. Rach Loudon wird als Vertreter Deutschlands der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, D r. von Bülow, reifen.

Der Reichskanzler wäre gern bereit geivesen, schon Ende dieser Woche sich nach England zu be­geben. Eine Vorverlegung des von MacDonald in Aussicht genommenen Termins für die Londoner Konferenz scheint aber schwierig zu sein, nachdem der französische Ministerpräsident sich für Sonntag beim englischen Premier anaesagt hat, um eine Aussprache zu zweien zu haben.

Dazu kommt, daß der italienische Außenmini- ster, der einen Osterausflug nach Rhodos un­ternommen hat, nicht unmittelbar daran die Reise nach England antreten kann. In der Woche vor der Reichspräsidentenwahl ist der Reichskanzler aber unabkömmlich. Er kann auf ein aktives Ein­greifen in den Wahlkampf nicht verzichten, so sehr «hm von der Rechten auch zugeredet wird, lieber nach England zu gehen als sein Redeprogramm in Deutschland zu absolvieren. Auch T a r d i e u m.rb an die Londoner Besprechungen zu vieren Nicht selbst teilnehmen, sondern sich durch den Fmanzminister Flandin vertreten lassen.

Daraus ergibt sich von selbst der mehr vor­bereitende Charakter der Londoner Zufam- mcnfunrt, in der die Basis geschaffen werden soll für die Verhandlungen der leitenden Staatsmän- N"r in Genf. Dort wird der Kreis vermutlich auch erweitert werden durch die Zuziehung von Vertretern der Donauländer.

Staatssekretär v. Bülow

wird als Vertreter des gegenwärtig nicht abkömm­lichen Reichskanzlers an den Londoner Verhand­lungen über das Donaubundprojekt teilnehmen.

wtb. Paris, 31. März. (Eig. Meld.) Auf ihrer Reise nach London werden Tardieu und Flandin von mehreren Sachverständigen begleitet werden.

*

Der Danziger Völkerbundskommissar Graf Eravina hat eine vorläufige Entscheidung gefällt, n der eine Verfügung des polnischen Finanzmini- sterimns als eine unzulässigeAction directe"

bezeichnet wird. Durch diese Entscheidung muß die Sperrung des Danziger Veredelungsverkehrs nach Polen aufgehoben werden.

Ein polnisches Regierungsblatt, der Erpreß Poranni, wirft Graf Eravina jetzt vor, er unter­stütze den Danziger Schmuggel. Diese unerhörte Tatsache könne nicht ohne Folgen bleiben.

Brüning und Wirtschaft.

C. N.B. Berlin, 31. März. (Eig. Meld.) Die h a n d elsp o liti sche Ko mmission des Reichsverbandes der deutschen Jndu- st r i e_tritt heute nachmittag unter dem Vorsitz von Staatssekretär a. D. von Stimson im Reichswirtschaftsrat zusammen, um zu dem Pro­blem der zukünftigen Außenhandelspoli­tik Stellung zu nehmen. Man nimmt an, daß die zu fassenden Beschlüsse die Grundlage für die Verhandlungen des Reichsverbandes mit der Reichsregierung bilden sollen.

der Präsident des Reichsverbandes der deutschen Industrie, wird in den nächsten Tagen dem Reichs­kanzler Dr. Brüning ein neues Wirtschaftspro­gramm der deutschen Industriellen vorlegen, das weitgehende Maßnahmen der Währungs- und der Handelspolitik fordert.

Dr. G. Krupp von Bohlen und Halbach,

Zur Preußen-Wahl.

Keine Bindung des Ehrisll.sozialen Volksdienstes

Die Reichsleitung des Christlich-sozialen Volks- dienstes hat am Dienstag beschlossen, daß der Volksdienst allein und ohne jede Bindung an an­dere Parteien in den preußischen Wahlkampf ein­tritt. Die Landesliste, die von der Reichsleitung gleichzeitig aufgestellt wurde, enthält in der Haupt­sache die Spitzenkandidaten der einzelnen Wahl­kreise- Die drei ersten Kandidaten auf dieser Liste sind Professor Veidt, Pfarrer an der Pauls- kirche Frankfurt a. M., der Arbeitersekretär Hül­se r - Spandau und der jetzige Landtagsabgeord­nete Meyer- Hermsdorf.

Ein klärendes Work.

Unter dem Einfluß der o st e l b i s ch e n Groß­agrarier, die von einem Sturz der Regierung, I n- f l a t i o n und Schulden st reichung erwar­tet, hat der Reichslandbund die Parole für Hitler ausgegeben. Der Widerspruch gegen diese Haltung kommt vor allem aus den bäuerlichen Kreisen des Weste ns und Südens. Aber auch unter dem westdeutschen Adel erheben sich Stimmen gegen die Kurzsichtigkeit der Groß- Agrarier. So erklärt Graf Münster in einer Zuschrift an dieD. A. Z.":

Die Bundesleitung hat von uns Mitgliedern gar nichts zu verlangen. Vielmehr haben wir Mitglieder, die wir unsere Beiträge auch für die Kosten unserer Vertretung zahlen, zu ver­langen, daß sich unsere Bundesleitung, die für uns da ist, und nicht wir für sie, um unsere b e - ruflichen Belange kümmert und nicht um Parteipolitik. Und darüber muß sich auch die Bundesleitung klar fein, daß nur diejenigen Landbundmitglieder für Hitler oder Hugenberg eintreten, die zu deren Gefolgschaft gehören. Alle anderen Mitglieder aber werden grabe in der Wahl des Reichspräsidenten niemals vergessen, wie sich Herr von Hindenburg auch für die Landwirtschaft stets eingesetzt hat."

Ein Mage-Lied.

DerDeutsche Schnelldienst" verbreitet einen Artikel Dr. HugenbergsDas neue Harz- b u r g", in dem sich der deutschnationale Parteifüh­rer über Fragen der Taktik im Hinblick auf den -weiten Wahlgang zur Wahl des Reichspräsidenten, besonders aber im Hinblick auf die Preußenwahl und die Landtagswahlen anderer Länder ausein- andersetzk. Zum zweiten Wahlgang am 10- April erklärt er: :

Es kommt mir selbstverständlich nicht darauf an, ob der eine oder andere von uns am 10.. April für Adolf Hitler stimmt oder nicht. Denn das ist praktisch gleichgültig, weil die Mehr­st e i t f ü r H i» d e n du r g f i ch e r ist. Vor allem kann niemand, wenn ihm eine Niederlage sicher ist, vom anderen verlangen» daß er sich freundlichst an dieser Ä i e- berlage beteiligen soll. Der zweite Wahlgang der Präsidentenwahl gibt mir Anlaß, in einem Augenblick, wo es der Gesamtheit der nationalen Bewegung nicht schadet, sondern nur . nützt, durch Ablehnung der Beteiligung eine weithin sichtbare Kundgebung zu vollziehen. Es

liegt darin weit mehr als derAngriff" des Herrn Goebbels sich träumen läßt. Ich habe den Wunsch, dies erst nach bem 10. April des Nähe­ren auszuführen. So, wie die NSDAP, feit Oktober die großen praktischen Entscheidungen behandelt hat, geht es nicht. Bei einer anderen Behandlung der in dieser Zeit jeweils entscheiden­den politischen Fragen könnte die nationale Opposition schon heute i m gemein­samen Besitz der Macht sein. (Der Be­sitz der Macht ist natürlich das ganze Ziel dieser Gruppen. Wohl des Volkes, Ihr Herren, darauf sollte es doch ankornmen. D. Schriftl.) -In den Verhandlungen über die Reichspräsidenten­wahl habe ich zufehen müssen, wie deutlich sichtbar ein Fehler nach dem anderen gemacht wurde. Ich habe seinerzeit einen Reichsausschuß für das deutsche Volksbegehren" zur Bekämpfung des Doungplanes auf die Beine gestellt. An dem Tage nach dem Volksentscheid brach der von Herrn Schiele geführte Reichslandbund in Vorbereitung des Kabinetts Brünings aus, -an­fangs April 1930 die Nationalsozialisten. Ich habe die nationale Opposition im Oktober 1931 in der sogenannten Harzburger Front nochmals verei­nigt. Eine Woche später haben sich die National­sozialisten schon wieder aus ihr entfernt.Aber sie blieb in denHerzen der Menschen im Lande ebenso bestehen, wie in mir." (Fürchterliche Redensart: eine Front in den Herzen der Men­schen.) Die Nationalsozialisten mögen sagen, was sie wollen nach einer Zeit des Raufens und Lärmens werden sie schließlich aehötiat sein, sich an einem neuen Harzburg der gemeinsamen poli­tischen Arbeit zu beteiligen.

Das sind wirklich elegische Töne, zu denen das für Hugenberg katastrophale Stimmen-Ergeb- pis des 13. März Anlaß gegeben hat.

Hugenbergs späte Erkenntnis.

Der Führer der Deutschnationalen, Dr. Hugen­berg, der unter dem MottoBlock nicht Brei" die Deutschnationale Volkspartei soweit gereinigt und konsolidiert hat, als ihm das nötig schien, um eine Partei zu haben, deren Anhänger nur seinem unumschränkten Herrscherwillen folgen sollten, scheipt plötzlich sein zerstörendes Element selbst zu erkennen. In einem Artikel, den er durch den Deutschen Schnelldienst" in der deutschnationalen Presse über das ganze Reich verbreiten läßt, ver­bucht er mit ungewohnten milden Tonen die ihn umgebenden bürgerlichen Restparteien der Rech­ten zu gewinnen. Er unterbreitet diesen Parteien und Parteigruppen öffentlich den Plan, sie möch­ten mit ihm und seiner Partei eine gemeinsame Landesliste für die Preußenwahlen aufstellen.

Hugenberg, der wohl selbst durch die Lehre des 13. März klug geworden ist und der erkannt hat, daß er mit seiner sturen Opposition gegen das System Brüning und seiner Ablehnung Hinden­burgs weiter nichts erreicht hat als eine weitere Zersplitterung der bürgerlichen Mitte und einen gefährlichen Zerfall des gesamten Bürgertums, verfällt also plötzlich auf den Ausweg eines öffent­lichen Koalitionsangebotes. Dieses Angebot rich­tet er ausgerechnet an die Männer, die er seit 1929 ununterbrochen durch seine politische Füh­rung und seine rein negative Oppositionspolitik aus der Partei verstieß, und die Gruppen, die sich seitdem um diese Männer gebildet haben. Er rechnet ihnen vor, daß bei den Wahlen zum preu­ßischen Landtag aller Wahrscheinlichkeit nach bei der neuerdings erforderlichen Mindestzahl von 50 000 Stimmen mehrere 100 000 bürgerliche Stim­men verloren gehen würden. Ilm dies zu verhin­dern, macht Hugenberg folgenden Vorschlag:Die Reftstimmen der betreffenden Parteien kommen, da sie mangels der entsprechenden Mandate im Lande sonst verloren sein würden, auf die deutsch­nationale Landesliste es wird sichergestellt, daß auf dieser eine entsprechende Anzahl von geeig­neten Vertretern der fraglichen Parteien stehen und in den Landtag kommen. Die so Gewählten werden Hospitanten der Landtagsfraktion der D-N.Vpt., da auf Fraktionsstärke der betreffenden Partei nicht zu rechnen ist." Es handelt sich also hierbei um einen Versuch, von den Stimmen der bürgerlichen Rechten der Deutschnationalen Volks­partei und ihrer politischen Führung eine mög­lichst hohe Anzahl zuzuführen. Allerdings müssen sie sich in gewißem Sinne einem politischen Grundprogramm unterwerfen, das, wenn es auch schon viel gemäßigter ist, immerhin Hugenberg'sche alte verschwommene Züge trägt. Denn Hugenberg verlangt als Voraussetzung für diese Verschmel­zung die Anerkennung über drei Grundziele: klarer und entschiedener Nationalismus",Bil­dung eines nationalen antimarxistischen Kabinetts in Preußen und Reich und entschiedene Ableh­nung jeglicher sozialistischer Ideen", also auch ..na­tionalsozialistischer". Denn es heißt in Punkt 2: Ablehnung jeder Sorte von Sozialismus als derjenigen Geisteskrankheit, die neben dem Mangel eines steifen nationalen Lebenswil­lens in den letzten Jahrzehnten all unser Elend verschuldet hat, also Bekenntnis zum Wiederauf­bau auf der Grundlage der Kameradschaft und Vernunft." Mit dieserjeder Sorte van Sozialis­mus" kann er nur den Nationalsozialismus ge­meint haben. Da ist es interessant, daß die Rich­tung Hitler auch jetzt von Hugenberg als eine Geisteskrankheit" erkannt wird, die in den letzten Jahrzehnten all unser Elend mit verschuldet hat. Hugenberg (egt hierzu zum ersten Male ein offenes Bekenntnis dafür ab, daß die ganze Zersplitterung der Parteien und die Verwirrung im Volke mit Schuld trägt an unserem Elend. Abgesehen da­von, daß er feine Bundesbrüder von Harzburg, nachdem sie ihn verlassen haben, mit wenig schö­nen Worten bedenkt, bildet dieses Koalitions­angebot ein deutliches Selbstbekenntnis der fchuld- und fehlerhaften deutschnationalen Führung. Kein anderer wie Hugenberg trägt Schuld an dem Zer-

falt der eigenen Deutschnationalen Volkspartei, an dem Zerfall der Deutschen Volkspartei und dem Aufkommen, der nicht lebensfähigen Splitterpar- feien. Und noch ein Bekenntnis entschlüpft Hugen­berg bei dieser Gelegenheit:Ich mochte ein neues Zeugnis dafür ablegen, daß ich nicht Partei- Politiker bin." Diese Erkenntnis hätte dem deutschnationalen Führer längst kommen müssen. Er hätte der Aufforderung bedeutender konserva­tiver Führer und Freunde längst folgen sollen, weil er kein Parteipolitiker ist und erst recht kein politischer Führer, die Führung längst niederzu­legen und dadurch eine gesunde, fruchtbare natio­nale Opposition aufkommen zu lassen. Es ist nicht ohne eine gewisse Tragik, daß er, der bisher so selbstbewußt alle vor den Kopf gestoßen hat, durch ein öffentliches Aufgebot feine alten Freunde sammeln und neue suchen muß, weil er jetzt selbst die Gefahren des Radikalismus an« erkennen muß, die er nicht zuletzt mit herauf- befchworen hat. Bei weitem besser wäre es, Hu­genberg träte endlich vom pol j ti­schen Schauplatz ab und ließe so ei­ner neuen Entwicklung der Samm­lung der bürgerlichen Mitte end- lich freie Bahn, bevor es vollends zu spät ist.

Wahlbündnisse der Mlelparkeiev.

V.D.Z. Berlin, 31. März. (Eig. Meld.) Wie das Nachrichtenbüro des V.D.Z. meldet, hat die Wirtschaftspartei für die bayerischen Land- tagswahlen ein Wahlbündnis mit der Deut­schen Volks Partei abgeschlossen. Beide Var- leien werden für die Bayerischen Landtagswahlen gemeinsam Listen aufstellen. Man nimmt an, daß sie zur Erweiterung dieses Wahlbündnisses die Verhandlungen mit der Staats Partei und dem Christi. Soz. Volksdienst fort« führen. Das Bayerische Wahlrecht, das komplizier­ter als das preußische ist, macht die Verwertung der Reftstimmen von der Erlangung eines Grund- mandates abhängig, das wiederum nur gewährt wird, wenn der aus der jeweiligen Wahlbeteili. gung errechnete Faktor erreicht wurde.

Die Deutsche Volkspartei, die ihre Landeslifte für die preußische Landtagswahl erst in eini­gen Tagen bekannt geben wird, hat ein Wahl­bündnis für die Preußenwahstn mit der Volks­rechtspartei für Aufwertung abgeschlossen. Den bisherigen Vertretern der Volksrechtspaktei im Preußischen Landtag, A b g. Pohl und Graf von Pos ad owski-Wehner wurden aus­sichtsreiche Plätze auf der Landesli st.« der Deutschen Volkspartei reserviert. Die Volksrechts­partei brachte bei den letzten Preußenwahlen rund 250 000 Stimmen auf, von denen damals 150 000 Reftstimmen nicht verwertet werden konnten. Die Wahlbündnisverhandlungen zwischen Wirf- schaftspartei und Landvolk für die Preußenwahlen sind noch nicht abgeschlossen. In preußischen parlamentarischen Kreisen nimmt man an, daß ein tatsächlich enges Zusammenarbeiten der bürgerlichen Parteien im Preußenparlament sich erst nach den Neuwahlen im neuen Landtag ergeben wird.

* 3um Präsidentsn bet preußischen Haupt- landwirtschaftstammet, in der sämtliche Land- Wirtschaftskammern Preußens vertreten sind, wurde in der Vollversammlung Dr. h. c. Brandes, der bekanntlich gleichzeitig Präsident des deut­schen Landwirtschaftsrafs ist, einstimmig und unter großem Beifall der Anwesenden durch Zuruf w i e- ber gewählt.

Der österreichische Vizekanzler und der Abgeordnete Dewaty sind am Mittwochabend nach Berlin abgereist.

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Angesichts der gesamten Lage in der Man d- f ch u r e i hat die chinesische Regierung dem Vol- kerbundsausschuß erklärt, daß im Interesse des Friedens der Ausschuß seinen Aufenthalt in Nan­king und Peking abkürzen und sich schnellstens nach der Mandschurei begeben soll.

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Das irische Kabinett hat beschlossen, die Ant­wort auf die englische Note über den Treueid und die Entschädigungszahlungen noch nicht abgehen zu lassen. *

Das Direktorium Simmaitis hat am Mittwoch 21 reichsdeutschen Lehrern gekündigt.

* Ansiedlung polnischer Emigranten in einer französischen Kolonie? Wie derKrakauer Kurier" aus Paris meldet, habe man dort gegenwärtig streng geheime Verhandlungen zwischen Polen und Frankreich geführt, um den polnischen Emi­granten im französischen Kolonialreich eine Konzession zu sichern. Die polnischen Del«, gierten wollten die von Arbeitslosigkeit bedrohten, in Frankreich beschäftigten polnischen Arbeiter in einer amerikanischen Kolonie Frankreichs an­siedeln. Die französischen Behörden seien aber nicht geneigt, einer solchen Siedlung natio­nale Autonomie zu gewähren. Die Fran­zosen wiesen darauf hin, daß die polnischen For­derungen auf eine Beschränkung der französischen Staatshoheit hinauslaufen.

* Einführung der Sommerzeit in Frankreich. Amtlich wird mitgeteilt, daß die Einführung der Sommerzeit in der Nacht vom 2. auf b e n dritten April erfolgt. Am 2. April 23.00 Uhr werden sämtliche Uhren um eine Stunde vorge­stellt, sodaß von diesem Zeitpunkt an westeuropäi­sche und mitteleuropäische Zeit wieder ausgeglichen ist.