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Anzeiger für die Stadt Julda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Nr. VS

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Mittwoch, 23. März 1932.

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Die neue Politik.

Von Dr. Alphons Nobel.

Der Versailler Vertrag könnte von Talleyrand lein In seinem Geiste ist er geschaffen und viel­leicht ist er überhaupt das letzte Werk der Talley­rand schen politischen Tradition

Jeden der von der Politik Frankreichs hort oder liest' fallen sogleich zwei Namen ein: Riche- lieu und Talleyrand. Richelieu, weil er. der Kanz. ler König Ludwig XIII., der eigentliche Begründer der französischen Einheit, sozusagen der Bismarck Frankreichs war Talleyrand. weil er die politische Macht Frankreichs als Frankreichs größter Poli- liker durch die Revolution, das Direktorium, durch die Kaiserzeit Napoleons und noch über die Re­stauration hinaus gerettet hat. In manchem er­innert Talleyrand an französische Politiker der Jetztzeit. Von ihm haben alle gelernt, seine und Richelieus Ideen beherrschten die französische Po-

Freilich nur die französische Politik bis 1919, bis zum Versailler Vertrag. Der Versailler Vertrag i st die Grenze. Er ist sozusagen die Scheide zweier Epochen, die gegeneinander stehen und deren Synthese vor Ablauf eines Jahr­hunderts nicht möglich sein wird.

Um die weltpolitische Lage und insonderheit den Sinn der französischen Politik zu verstehen, muß man sich den Gegensatz deutlich vor Augen halten. Bis 1919 machten Diplomaten Politik, wo­bei es nichts verschlägt, daß diese Diplomaten manchmal Generalunrform trugen. Nach 1919 ma­chen nicht mehr Diplomaten die Politik. Aber wer denn? Wer macht denn nun die Politik? Die neuen Kräfte sind schwer zu beschreiben, noch schwerer in einer kurzen Formel zu benennen. Ge­wisse anonyme Kräfte kommen heraus, wenn man nach Namen sucht: die Wirtschaft, die Parteien, die öffentliche Meinung aber dies alles ist ziem­lich nichtssagend und unbestimmt. Schließlich war auch schon vor 1919 die Wirtschaft, die Presse, die Partei vorhanden: und jeder Staatsmann mußte darauf Rücksicht nehmen. Aber da liegt schon der Unterschied: daraus Rücksicht nehmen, nicht mehr. Betrachtet man die Bismarck'sche Politik, oder die Politik Gambettas, oder diejenigen 2Israelis und des älteren Chamberlain, so erstaunt man immer wieder über die geringe Rücksicht, welche diese Po­litiker auf Parteien, öffentliche Meinung und Wirtschaft zu nehmen brauchten. Heute ist Politik last identisch mit den drei Mächten oder Kräften, wie man es nun nennen will. Damals waren das Bundesgenossen. Heute ist das die eigentliche Ma- lene der Politik, während es vor dem Beiwerk, Ornament, bestenfalls Vorwand war. Aber über uteien Dingen, über der Wirtschaft, über der öf- entllchen Meimmg und über den Parteien schalte- ten die großen Politiker, knüpften sie ihre Fäden und bestimmten den Lauf der Geschichte.

Wie es auch Talleyrand tat. Der elegante weltgewandte Diplomat mit Spitzenkragen und Jabot, der sich verstellen kann, dessen Talent ist v\ schwelgen, wenn er spricht, dem die Worte e n Mittel sind, Gedanken zu verbergen der aus Schachzügen besteht und ausschließlich 'in Intrigen lebt, der sich mit seinesgleichen zusammensetzt und in Geheimverträgen den Lauf der Welt ordnet wobei er den Nächsten zum Opfer fällt, wenn er ungeschickt ist. Dem die Politik eine verzwickte Kombinationskunst darstellt, deren Plan nur e- kennen darf. Der mit Verträgen die Welt regiert. Ein geschickter Satz eines Vertrages, ein Para­graph mit einer eingeschmuggelten Nebenabsicht läuft unbemerkt durch und verwirklicht politische Hoffnungen, die klug im voraus berechnet wurden. Das war Talleyrand und dies war der Versailler Vertrag in diesem Sinne das letzte Werk Tal- leyrands.

Wer vielleicht hätte Talleyrand den Versailler Vertrag doch nicht in dieser Form gewagt. Als Napoleon Oesterreich 1805 besiegt hatte,' warnte Talleyrand, Oesterreich zu harte Opfer aufzu- erlegen:Wenn wir dagegen Oesterreich gegen­über uns edelmütig zeigen, dann werden wir uns hier die Hauptstütze unserer Politik in Europa schaffen und alle unsere Feinde entwastnen. So wird der dauerhafteste Frieden qeschasten werden, den die Vernunft zu erhoffen erlaubt." Aber die Schöpfer des Versailler Vertrages, Talleyrands ungelehrige Schüler, wollten beides auf einmal: unerträgliche Bedingungen und den dauerhaften Frieden. So muß dieses letzte Werk alter Diplo­matie sich zerstören, sich selbst verzehren.

B r ia nds Werk im letzten Lebensdrittel war nichts anderes als der Versuch, mit den Mitteln der alten Diplomatie den Fehler des Werkes zu korrigieren. Poincares Politik aber war nichts anderes, als das sture Festhalten am Vertrags­werke in einem fast mystischen Glauben an die Beständigkeit und die Allmacht einer Formulie­rung. Wie scharf hebt sich dagegen bereits Tar- d i e u ab. Nicht versöhnlicher als Poincare, ja unnachgiebiger als Briand drückt dock) sein ganzes Wesen die neue Richtung aus. Die Ueberzeugung einer neuen Weltlage. Die Ueberzeugung nämlich, daß die alte Diplomatie am Ende ist und kein Da- lein jenseits der wirklichen Dinge mehr führen sann, oder vielmehr jenseits der Dinge, die nun, im zwanzigsten Jahrhundert, so wirklich geworden Und, daß sie alle ererbten Tricks politischer Ka­binettskunst zunichte machen. Daß es mehr darauf ankommt, die Wirtschaft zu formen, den Partei­willen zu gestalten und von der öffentlichen Mei­nung getragen zu werden als darauf, einen an­deren Politiker übers Ohr zu hauen. Gewiß, auch die alte Diplomatie anerkannte die Tatsachen. Selbst die Schöpfer der Verträge von 1919 sanden ganz in der Ordnung daß man mit der Türkei «men neuen Frieden von Lausanne schließen wußte, weil inzwischen die Türkei einen Krieg ge­wonnen hatte. Aber es gibt noch andere Tatsachen

Deutschland feiert Goethe.

wtb. Weimar, 22. März. (Eig. Meldg.). Zur Zentenarfeier des Todesjahres Goethes hatten sich zahlreiche Vertreter des Reiches, der Länder, des Schrifttums, von Kunst und Wissenschaft in der sonst so ruhigen Ilm-Stadt versammelt. In der neuen Stadthalle versammelten sich am Vormittag um 9.30 Uhr ein erlesenes Auditorium zur offi­ziellen Reichsfeier. Die Festrede hielt der Präsi­dent der Goethe-Gesellschaft, Prof. Dr. Julius Petersen, Berlin. Der Vortragende fesselte mit seiner Rede die Tausende von Zuhörern vom ersten bis zum letzten Augenblick. Die Andacht eines von Ehrfurcht vor seinem großen Sohn erfüllten Vol­kes, man darf wohl sagen, der Geist Goethes schwebte über dieser weihevollen Stunde. Um­rahmt war die Feier von Darbietungen des Tho- maner-Ehores.

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Um 11.30 Uhr erfolgte die Kranzniederlegung in der Fürstengruft in Weimar. Die beiden Eichenfärge mit den schlichten InschriftenGoethe" undSchiller" sind mit je einem silbernen Kranz geschmückt. Der Kranz auf dem Sarge Schillers ist von Hamburg, der : Kranz auf; dem Sarge. Goethes von den Frauen Prags gestiftet.

Nach einigen Weiheworten des Präsidenten der Goethe-Ge'ellschast, Prof. Petersen, wurde unter Glockengeläute die Kranzniederlegung vor der Büste Goethes vollzogen.

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Es ist nicht möglich, die Namen aller derer aufzuzählen, die aus Deutschland und dem Aus­lande zu dieser Feierstunde gekommen waren. Ge­nannt seien: Reichskanzler Dr. B r ü n i n g, Reichs- Minister Dr. Groener, die Staatssekretäre Meißner und Dr. Pünder, Kultusminister Grimme, die Ministerpräsidenten der deutschen Länder und zum Teil auch die Kultusminister, der Reichstagspräsident L ö b e, Vertreter des Reichsrats, des Reichsfinanzhofes, Staatsminister a. D. Dr. h. c. Leutheußer, der thüringische Volks­bildungsminister Dr. Kästner, ferner die führen­den Vertreter der europäischen und außereuropäi­schen Staaten, darunter der französische Botschafter Francois Poncet, der ita­

lienische Gesandte Orsini Baroni, die Vertre­ter Japans und einiger südamerikanischer Staa­ten.

Der Reichspräsident zur Goethefeier.

Der Reichspräsident hat an den Vorsitzenden des Goetheausschusses in Weimar, Staatsminister a. D. 'Dr. h. c. L e u t h e u ße r, Weimar, folgen­den Brief gerichtet: ,

Sehr geehrter Herr Staatsminister! Es ist mir ein Bedürfnis, auch Ihnen als dem Dor- sitzenden des Weimarer Goetheausschusses und durch Sie der Bevölkerung, der Stadt Weimar mein aufrichtiges Bedauern zum Ausdruck zu bringen, daß es mir durch die politische Lag« un­möglich geworden ist, der Einladung der thü­ringischen Regierung zur Eoethejahrhundertfeier persönlich zu folgen und den Kranz des deutschen Volkes am Sarge des großen deutschen Dichters selbst niederzulegen. Meine Wünsche be­gleiten nicht nur den äußeren festlichen Verlauf dieser Feier. . -

Möge der 22. März in unserem Volk den selbst- zerfleischenden Streit der Meinungen zurücktre­ten lassen vor dem Gefühl , einer schicksalhaft verbundenen deutschen Kultur- und Volks­gemeinschaft und möge, dieser Tag alle Deut­schen in- und außerhalb der Reichsgrenze zusam­menführen in der Erinnerung an eine Vergangen­heit und in der Hoffnung auf ein« bessere Sun kunft, für die wir, allen Gewalten zum Trotz, über die Rot der Gegenwart hinaus Reich und Volk und auch die deutsche Kunst erhallen wollen. Mit freundlichen Grüßen gez. von Hindenburg."

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wtb. Berlin, 22. März. (Eig. Meld,) Als Auszeichnung für Verdienste um Kunst und Wiffen- schaft hat der Reichspräsident im Goethejahr 1932 eine silberne Medaille gestiftet, die zürn Goethe» jubiläum erstmalig eine Reihe von Persönlichkeiten verliehen wird. Sie wurde geschaffen von Prof. Waldemisch, Lehrer an den Vereinigten Staats­schulen für freie und angewandte Kunst.

Zur Goethe-Feier in Frankfurt a. M.

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Der Römer in Frankfurt a. IN., der Geburtsstadt Goethes.

Im Kaisersaal des Römers findet am 22. März eine große Feier statt, in der der Dichter, Philo­soph und Arzt Albert Schweitzer, sprechen wird.

Die Geburtsstadt Goethes beging am Dienstag den 100. Todestag ihres größten Sohnes. Im Opernhaus sand ein Festakt statt. Nach einem Munkvortrag des Opernorchesters ergriff der Trä­ger des Frankfurter Goethepreises, Prof. Albert Schweitzer, das Wort zu einer eindrucksvollen Gedenkrede. Er gab ein Bild von Goethes Leben und Wirken. Die Well gedenke des Hinscheidens Goethes in der gewaltigsten Schicksalsstunde, die je für die Menschheit geschlagen habe. Darum habe es einen Sinn, daß unser Blick auf ihn den Ver­

künder echtesten persönlichen Mens chentums gerichtet sei. DasSei du selber", das aus seinem Leben und seinen Werken herausklinge, bekomme in unserer Zeit die Bedeutung einer welthistorischen Parole. Für uns in unserer Zell gelte noch der Spruch ausHermann und Dorothea":Denn gelöst sind die Bande der Welt; wer knüpft sie wieder als nur die Rot, die höchste, die uns bevorsteht." Möge auch jenes andere Wort an uns wahr werden:Aber es siege der Mut, in dem gesunden Geschlecht."

als gewonnene Kriege; «s gibt noch viele, ja un­zählige andere latfadyen, und ihre Verwirrung, Kompliziertheit, ihr gänzlich überraschendes Ein­treffen hat etwas für die Politiker Erschreckendes.

In einer besiegten Nation erkennt man solche Dinge eher als in einer Siegernation. Unglück schärft den Blick. Aber als die Wirtschaftskrise kam, wuchs und nicht mehr weichen wollte, da be­griff man diese Wahrheit eines neuen Jahrhun­derts auch bei den Siegern.

Alle Diplomaten haben umlernen müssen. Alle ihre schönen Wissenschaften und Fertigkeiten nützen nichts mehr oder doch nur wenig, wenn es gilt Handelsverträge auszuarbeiten. Der Staatspoliti-

ker kann nicht mehr, wahrscheinlich auch bald in Frankreich nicht mehr, mit der alten Virtuosität auf dem Instrument eines Parlamentes spielen das Aufkommen neuer Massenparteien schreibt an­dere Gesetze des Handelns vor. Die öffentliche Meinung, oder besser die öffentlichen Meinungen, lassen sich nicht mehr mit kleinen Informationen und offiziösen Artikeln ungefährlich machen.

Talleyrand ist endgültig tot. Das letzte Werk seines Geistes ist noch da und liegt wie ein mor­scher Stamm im Strome der Zeit: Versailles. Aber er kann den Strom nicht aufhalten, obwohl er noch viel Aufregung, Wirren und Wirbel her- vokrllfen wird, .

Scheidung der Geister.

Austritt der Korporationsvertreter aus der Deutschen Studentenschaft.

Wie die Blätter melden, haben die vier Ver­treter der studentischen Korpora- tii o n st) e r b ä n b e in der Zentralleitung der Deutschen Studentenschaft am Montag ihre Siem« ter niedergelegt. In der Begründung die­ses Schrittes heißt es u. a., daß alle Versuche in der Deutschen Studentenschaft auf einer breiten nationalen Plattform alle tragenden Kräfte zu einer wirklichen Arbeit für die großen Aufgaben der Deutschen Studentenschaft zusammenzufassen, unter der derzeitigen Leitung er­gebnislos gewesen seien. Allen Mahnungen zum Trotz fei die Deutsche Studentenschaft einen Weg geführt worden, der sie immer weiter von ihrer Zielsetzung entfernt habe. Der vom Natio­nalsozialistischen Deutschen Studentenbund geführte Kampf gegen Gruppen, die ihr Bekenntnis zur Deutschen Studentenschaft bewiesen hätten, sei nicht auf die Verfolgung der Ziele der Deutschen Studentenschaft gerichtet.

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Es ist gut, daß die hinter den Korporationen stehenden Studenten nun endlich merken, daß sie mit den nationalsozialistischen Methoden im Inter­esse des deutschen ® e i ft e s keinen Pakt schließen dürfen. _______

Senkung der Vier-Preise.

wtb. Berlin, 22. März. (Eig. Meldg.). Die Verordnung über die Biersteuer- und Bierpreis- senkung tritt am 22. März in Kraft.

Die gebundenen und nicht gebundenen Preise der Brauereien für deutsches Bier mit mehr als 11 Proz. Stammwürzengehast werden gegenüber dem Stand vom 8. Dezember 1931 um 2.25 Rm. pro Hektoliter gesenkt.

Die Ausschankpreise für deutsches Bier werden in der Weise gesenkt, daß der durchschnittliche Aus­schankpreis pro Hektoliter in den einzelnen Gast­stätten für jede Biersorte zu vermindern ist:

Um den Betrag, um den sich der Einkaufspreis des Gastwirtes pro Hektoliter gegenüber dem Staube vom 8. Dezember 1931 vermindert hat. (Ermäßigung der Reichs- und Gemeindebiersteuer sowie des Brauereipreises)

Um einen weiteren Betrag von 2.25 Rm. pro Hektoliter:

Wo die, Steuer!entung den Betrag von 7 Rm. ausmacht, soll her' Ausschankpreis für "wenigstens eine der am 8. 12. 1931 in der Gaststätte vorhan- denen Gefäße mit weniger als ¥» Liter Inhalt um volle 5 Rpfg. ermäßigt werden. Wer Vollbier ausschenkt, ist verpflichtet, vom 26. März ab in feinem Geschäftslokal eine Preistafel anzubringen, auf der die am 8. Dezember 1931 gültig geme­ßenen und die jeweils geltenden Preise für jede in dem Geschäftslokal ausgeschenkte Maßeinheit Volllner ersichtlich sind. ' : >

Verkaufspreise für Flaschenbier sind anteilig um den Betrag zu ermäßigen, um den die Steuern für das Hektoliter ermäßigt worden sind.

Soweit der Ausschankpreis in Gaststätten in der Zeit vom 1. Oktober bis 7. Dezember 1931 einschließlich bereits gesenkt worden ist, kann die Anrechnung dieser Senkung auf Antrag gestattet «erben.

München wundert sich!

DieBayerische Staalszeilung" zur Besprechung des Hauptmanns a. D. Röhm mit Reichsinnen- Minister Groener.

Zu ber Besprechung, die Hauptmann Röbm einige Tage vor der Reichspräsidentennghl mit Reichsinnenminister Groener hatte und , in der be­kanntlich Röhm mitteilte, daß die SA. in ihren Unterkunftsräumen geschlossen zusammengehalten werden, um Zusammenstöße auf der Straße zu vermeiden, nimmt dieBayerische Staats,yitung" in einem längeren Artikel Stellung, in dem sie u. a. schreibt: Daß der Stabschef Röhm seine Mel­dung über die Alarmbereitschaft der SA. nur dem Reichsinnenminister erstattet hat, ist, so merkwürdig das auch erscheinen mag, nicht weiter verwunderlich. Dagegen muß man sich darüber wundern, daß die Weitergabe dieser famosen, wohl in begründeter Ab­sicht an unzuständigem Ort erstattetenMel­dung" der NSDAP, an die wirklich zuständigen Stellen unterblieben ist. Die Oeffentlichkeit kann diesen Borgang nicht mit Gleichgültigkeit überge­hen. Sie hat vielmehr ein gesteigertes Interesse daran, zu wissen, welche Gründe den Herrn Reichsminister des Innern zu seiner auffallenden Zurückhaltung in dieser Sache bewogen ha­ben ______

Dr. Brüning wird am 4. April in Stuttgart, am 5. in Karlsruhe, am 6. in Erfurt, am 7. in Hamburg, am 8. in Stettin und am 9. in Königs- berg zur Reichspräsidentenwahl das Wort ergrei­fen

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Wie wir erfahren, hat der preußische Innen­minister Severing mit dem Reichskanzler Dr. Brü­ning eine Unterredung gehabt. Das Berliner Ta­geblatt schreibt dazu, daß bei dieser Gelegenheit eine Aussprache über die nationalsoziallstischeLe­galität" in Theorie und Praxis geführt wurde.

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Das Braunschweigische Staatsministerium hat bei dem Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich beantragt, die Verordnung über den Dfterfrieben aufzuheben bezw. auf einen bestimmten Zeitpunkt zu beschränken.