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FuldaerZertung

Anzeiger für die Staöf Julda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Nr. SS

$rjd)eint ledjsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild" undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Acttendruckerei In Fulda. Fernrufe: Schrift- : leitung 3153, Fuldaer Aetiendruckerel 3151 und 3152 ::

Dienstag, 22. März 1932.

Monatlich 1.65 einjchliehl. Postgebühr <48 Psg > ahne .tzupellg Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Sol) lokal 0.15 RM.. auswärts 6 20 RM Reklamezeile: lokal 0.60 RM.. auswärts 0.80 RM Bei Wiederbolunqen Rabatt Polti.-beckk ^rankiurt a M 4051

lolltg. 59.

Kein Streik zwischen Groener und Severing

CNB. Berlin, 21. März. (Eig. Meld.) Zu den Behauptungen von einem Konflikt zwischen Reichsinnenminister Dr. Groener und dem preußi- schen Innenminister Severing erfahren wir von unterrichteter Seite, daß der Reichsinnen- minister gegenwärtig nicht in Berlin ist. Er hat gestern in Leipzig an einer Goethefeier teil­genommen und sich dann nach Weimar begeben, wo er an der offiziellen Goethefeier zusammen mit dem Reichskanzler teilnehmen wird. Der Minister wird anschließend einen Urlaub antreten.

Von einem Konflikt zwischen ihm und dem preußischen Innenminister Severing ist weder im Reichsinnenministerium das geringste bekannt. Auch ist eine Unterredung zwischen den bei den Herren, von der einige Zeitungen gesprochen haben bisher nichtinAussichtgenommen. Der Reichsinnenminister ist, wie wir weiter hören, entschlossen, seine Haltung durch keine irgendwie geartete Zeitungspolemik beeinflussen oder sich in das taktische Spiel der Parteien hineinziehen zu lassen. #

ERB. Berlin, 21. März. (Eig. Meldg.). In verschiedenen Blättern ist die Meldung wieder­gegeben worden, daß ein Teil des bei den Natio­nalsozialisten beschlagnahmten Materials sich im Besitz des Frhr. von Wechmar befunden hätte, Lessen Bruder der Adjutant des Reichs- wehrministers fei.

Aus Kreisen des R e i chs we h r Ministe­riums erfahren wir, daß der Adjutant des Reichswehrministers, Hauptmann Frhr. v. Wech- mann überhaupt keinen Bruder hat.

Oer Preußen-Wahlkampf.

wtb. München. 21. März. (Eig. Meldg.). Wie die nationalsozialistische Parteikorrespondenz mit« teilt, ist der Führer der NSDAP, im preußischen Landtag, Wilhelm Kube, zum Wahlorga­nisator der NSDAP, für Preußen ernannt.

Inzwischen wollen die Nationalsozialisten ge« aen die polizeilichen Maßnahmen Preußens beim Staatsgerichtshof vorgehen.

Eine Rede Severmgs.

In einer Massenkundgebung des Aktionsaus- schusses der Eisernen Front sprach am Samstag vor etwa 10 000 Zuhörern der preußische Innen­minister Severing über denKampf um Preußen". Er betonte zunächst, man könnte versucht sein zu sagen, das Ergebnis des 13. März habe 'für Hindenburg einen derartigen Vorsprung ergeben daß der zweite Wahlgang eigentlich nur ein Vor­gang formeller Art sei. Man müsse jedoch im zwei­ten Wahlgang dafür sorgen, daß die Hitler- Psychose noch einen stärkeren Stoß er­lebe. Die nationalsozialistische Bewegung sei der Ausdruck einer politischen Krankheit, von der das deutsche Volk so schnell wie möglich befreit werden müsse. Auch Hitler habe zugeben müssen daß er im Falle der Machtergreifung die Not­verordnungen und auch den Versailler Vertrag nicht beseitigen könne. Am 10. April müßten die letzten Reserven herangeholt werden, damit der Sieg Hindenburgs ein über­wältigender werde. Das sei schon notwendig im Hinblick aqf die kommenden französischen Wahlen. Das Schicksal der Befriedung Europas und der ganzen Welt sei abhängig von der Stel­lung Deutschlands und Frankreichs zueinander. Am 10. April müsse das deutsche Volk gleichzeitig zum Ausdruck bringen, daß Deutschland keine neue Völkerverhetzung, sondern Freundschaft mit Frank­reich haben wolle.

Zum Schluß seiner Ausführungen kam Seve- rinz auf die Polizeiaktion gegen die NSDAP, und führte u. a. aus: Wenn ich in den letzten Tagen der Oeffentlichkest ein Bild über die Natio­nalsozialisten übermittelt habe, dann habe ich damit nur eine polizeiliche Pflicht er­füllt. Wenn man sagt, das sei Wahlmache, dann antworte ich: Ich kann nichts dafür, daß die Sturmabteilungen in der Nacht vom 13. zum 14. März mobili fiert worden sind. Für einen Polizeiminister ist es besser, er redet weniger und handelt. Ich denke nicht daran, die Freiheit irgendeines Parteianhängers der Nationalsoziali­sten zu beschneiden. Ich denke aber daran, jetzt einen Wall zu errichten zur Wahrung der Staatsautoritätund zur Bekämp­fung der Bestrebungen in Deutsch­land, anstelle des Gesetzes die Will­kür zu setzen. Hitler hat betont, daß die jetzigen Inhaber der Staatsgewalt von Schreck vor dem Nationalsozialismus erfüllt sind. Ich sage dazu: Und wenn" es noch so viel Nationalsozialisten in Deutschland gibt, hier steht einer, der keine Furcht hat, und niit mir stehen Abertausende, die das Gleiche sagen.

Dietrich über die Reichsfinanzen.

Auf einer staatspolitischen Kundgebung der Deutschen Staatspartei Köln sprach im Gürzenich Reichssinanzminister Dietrich über das Thema Deutschlands Not, ihre Ursachen und ihre Be- seitigung". Unter großem Beifall der Dersamm- tung führte der Minister u. a. aus, daß das Kaufende Haushaltsjahr am 1. April mit dem Ergebnis abschließen werde, daß man den Haus- durch gehalten habe mit Ausnahme der Schuldentilgung. Die laufenden Ausgaben feien restlos durch laufende Mittel gezahlt worden. Die Schuldentilgung sei mit etwa 400 Millionen Rtark vorgesehen gewesen, konnte aber im wesent­

lichen nicht durchgeführt werden, obwohl es in den ersten drei Vierteljahren gelungen sei, programm­mäßig auch Schulden zu tilgen. Immerhin sei es ein großer Erfolg, daß man soweit durchgekommen sei. Selbst die gesundesten Staaten der Welt hätten im Gegensatz zu uns Schulden gemacht. Der Finanzminister sagte bann, daß man den Haus­halt für das kommende Rechnungsjahr m i t bru­talster Sparsamkeit in Ordnung bringen werde und auch dafür die Gewähr übernehmen wolle, daß er so, wie er vorgelegt werde, auch durchgehalten werden könne. An eine Gehalts- senkung werde dabei nicht gedacht. Die Aufrecht­erhaltung der Zahlungsfähigkeit des Reiches sei die Voraussetzung für das Gedeihen und die Daseins­möglichkeit der Wirtschaft.

Die Rede klang aus in die Aufforderung, auch am 10. April dem Reichspräsidenten von Hindenburg die Stimme zu geben.

Hilgenbergs Rückzug.

Wahlenlhaltttng der Denlschnalionalen am 10. April

Die Deutschnationale Pressestelle erläßt eine Er­klärung, in der es heißt:

Unser Vorschlag, zugleich mit den großen Länderwahlen eine Neuwahl des Reichstags vor- zunehrnen und den zweiten Wahlgang der Reichs­präsidentenwahl wegfallen zu lassen, ist von der Regierung nicht ausgenommen worden.

Wir danken dem Kandidaten des schwarz-weiß- roten Kampfblockes, Oberstleutnant Duesterberg, für seine rastlose, vom Pflichtgedanken getragene Arbeit.

Eine aktive Beteiligung der D e u t s ch- nationalen Volkspartei an der zweiten Reichspräsidentenwahl kommt nicht in Frage.

Die Deutschnatinonale Dolkspartei und ihre schwarz-weiß-roten Mitkämpfer bekennen sich er­neut zu dem Ziel der Harzburger Front. Es gilt Preußen zu erobern. Hier liegt jetzt der Hebel zum Sturze des Systems."

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Sicherlich werden viele Deutschnationale in rich­tiger Erkenntnis der Sachlage und der fühl­baren Schlappe, die Hugenberg erlitten hat, am 10. April ihre Stimme für Hindenk> urg ab- geben.

Der Christlich-soziale Bolksdienst für Hindenburg.

Die Reichsführung des Christlich-sozialen Volks- dienstes teilt mit:

Die ganze Volksdienstbewegung hat sich im ersten Wahlgang mit größtem Nachdruck für d i e Wiederwahl Hindenburgs eingesetzt. Die Reichsführung dankt allen Gliederungen und Freunden für ihren selbstlosen Einsatz, der durch den schönen Erfolg am 13. März reich belohnt worden ist. Beim zweiten Wahlgang am 10. April darf keine falsche Sicherheit und Wahlmü big leit herrschen. Wir sind es Hindenburg schuldig, daß die im ersten Wahlgang leider nicht ganz erreichte absolute Mehrheit am 10. April überschritten wird. Hindenburg tut für uns mehr als seine Pflicht. Wir wollen uns nicht von ihm beschämen lassen."

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Der Christlich-soziale Volksdienst ist bekanntlich das evangelische Zentrum.

wahIAusrus der SPD.

'-Betrugs; Schärfe ent Geiste des

Das Zentralkomitee der KPD. veröffentlicht herRoten Fahne" einen Aufruf für die ^ra^N-dentenwahk. Nach einem Hinweis auf den Erfolg vom ersten Wahlgang am 13. März, Thälmann 5 Millionen Stimmen e§ ,Zn Uebereinstimmung mit dem Willen der Mililionenmassen der Arbeiter stellt die Kommumstiche Partei den roten Arbeiter- kandidaten Thalmann unter der revolutionären ßoiungKlasse gegen Klasse" zum zweiten Wahl- e^neut auf- Diese Kampfkandidatur hat den fettende Volk der sozialdemokratischen Betrugspolitik deskleineren Uebels" mit größter WnjufMIen, die breitesten Massen int . e Bol'chewismus zu beeinflussen und in . "Ni Arbeit, Brot und Freiheit zu uh n Festigt, startt, erweitert die Fünfmillionen- sront der proletarischen Freiheitsarmee! Verteidigt mit allen Mitteln die Sowjetunion gegen den drohenden Kriegsüberfall! Wendet euch nicht nur burtf) Worte und Resolutionen, sondern durch konkreten Massenkampf gegen die Ausbeutungs- m<Ii di?. Kriegsprovokationen, die Waffen- und Munitionslieferungen der Kapitalisten."

Wild-West!

CNB. Berlin, 21. März. (Eig. Meld.) In der Waldstraße in Berlin entwickelte sich heute mittag, als dort Nationalsozialisten ihr neues Verkeyrslokal beziehen wollten, zwischen ihnen und Kommunisten, die auf der g e - genüberliegenden Straßenseite ein Ver­kehrslokal unterhalten, eine schwere Schie- ßerei. Eine Straßenpassantin, die zu­fällig vorbei kam, wurde durch einen Arm- ? ch u ß o e r l e tz t. Die Polizei nahm eine Durch­suchung beider Verkehrslokale vor. In dem NSDAP.-Lokal wurden drei geladene Re. volver gesunden. 10 Nationalsozialisten wur­den festgenommen, darunter eine Frau, bei der die Waffen gefunden wurden.

Selbstverständlich ist allesganz in 8er Ord­nung". Die NSDAP, stellt sich dem Staatsge­richtshof als verfolgte Unschuld vor.

Der Oster-Vurgfrieden.

CNB. Berlin, 21. März. (Eig. Meld.) Wie wir hören, ist auch im Rundfunk ein ge­wisser Osterfriede eingetreten. Dort werden par­teipolitische Dorträge in der.Osterzell nid)tftatt= finden. ,

England und der Donau-plan.

wtb. London, 21. März. (Eig. Meld) Times erklärt, England könne seine praktische Hilfe nur für einen solchen Donauplan bieten, der keinem vorbedachten politischen Zweck diene.

Ein Schritt der Mächte in üowno

Die Vertreter Großbritanniens, Frankreichs und Italiens haben heute nachmittag einzeln bei dem litauischen Außenminister vorgesprochen und ihm Verbalnoten über den Stand ihrer Regierun­gen zu der Einsetzung des Direktoriums Simaitis im Memelgebiet übereicht. Die Noten behandeln außerdem die durch die Entsetzung Böttchers auf­geworfenen Rechtsfragen sowie die Möglichkeit ei­ner Auflösung des Memelländischen Landtages.

Der litauische Außenminister hat bei der Ent­gegennahme der Noten den litauischen Standpunkt präzisiert. Er legte dar, daß das Direktorium Si­maitis nach langwierigen Verhandlungen konsti­tuiert worden sei, und daß man in Genf überein­gekommen märe, den Fall Böttcher nicht mit der Frage der Einsetzung des Direktoriums in Verbin­dung zu bringen. Er fügte hinzu, daß feiner An­sicht nach eine etwaige Auflösung des Memelländi- fchen Landtages unter den gegenwärtigen Umstän­den in keiner Weise zu dem Ratsbeschluß oder den Vorschriften des memelländischen Statutes in Wi­derspruch stehe.

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Das litauische Kabinett, das am Samstag abend zu dem Schritt der Unterzeichnermächte des Memel- abkommens Stellung genommen hat, beschloß, wie verlautet, die Angelegenheit dem Haager Gerichts­hof überweisen zu lassen.

Eine Statt in Konkurs.

wtb. Breslau, 21. März. (Eig. Meld) Die 'chlefische Bodenkredit-Aktien-Bank hat beim Amts­gericht in Koben a. d. Oder Antrag auf Konkurs­eröffnung über die Stadt K ö ben gestellt. Das Amtsgericht hat den Rechtsanwalt Habel-Steinau zum Konkursverwalter bestellt. Die V e r f ch u l. d un a soll sich auf 400 000 M k. belaufen. Gläubiger sind neben dem Staat zum größten Teil Breslauer Banken.

Der chinesische Innenminister General Feng ist wegen Meinungsverschiedenheiten mit Marschall Tschiangkaischek surüifgetreten.

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In einem mexikanischen Zuchthaus kam es am Samstag zu einer Meuterei, wobei drei Gefan­gene und ein Beamter getötet und fünf Beamte schwer verwundet wurden.

Der Unterausschuß des amerikanischen Senats hat die Vorlage über die Genehmigung der Her­stellung und des Ausschanks von 4prozentigen Biers artgenommen.

DleAbrüftunas-verhandtungen

wtb. London, 21. März. (Eig. Meldg.) Daily Telegraph zufolge wird von einem neuen Versuch, eine französisch-italienische Verein- barung über die beiderseitigen Kriegsflot- t e n zu erreichen, gesprochen.

Das Bundesamt des Stahlhelms teilt mit: Die Stellungnahme der Vereinigten - Vaterländi­schen Verbände für den zweiten Wahlgang (Parole Hitler) der Reichspräsidentschast bindet weder den Stahlhelm noch den Königin L u i f eb u nd, die den Vereinigten Vaterländischen Verbän. den nicht mehr angehören."

DieVereinigten" haben sich also allem An­schein nachveruneinigt".

Zur Goethefeier in Weimar.

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Der Marktplatz in Weimar.

Taufende von Gästen des In- und Auslandes, die Vertreter aller Kulturnationen, werden am 22. März in Weimar weilen, um in der Todesstunde Goethes, dieses Dichters und Vorkämpfers der Menschlichkeit zu gedenken.

Die Weimarer Goethe-Ged en kfeiern nahmen am Sonntag mit der Aufführung des Ur-Götz" ihren Anfang.

Lloyd Georges aussehenerregendes Luch.

Scharfer Ausfall des englischen Kriegs - Staatsmannes gegen poincarL. poincares Ansicht von Deutschland sei dieeines Heilsarmee - Häuptlings vom Teufel" gewesen.

In seinem neuen BuchDie Wahrheit über die Reparationen und Krsegs- schulden" erklärt Lloyd George, der bekannt­lich einer der Väter des Versailler Vertrages ist, daß die völlige Streichung der Reparationen nicht im Widerspruch zum Versailler Vertrage stehen würde. Die entsprechenden Klauseln des Vertrages ließen ausdrücklich die Möglichkeit einer Herabset­zung bzw. Streichung der Reparationen bei Über­einstimmung der betroffenen Regierungen offen. Die Reparationen und Kriegsschulden sowie die falsche Verteilung des Goldes und die hohen Zoll­mauern seien die Hauptursachen der gegenwärti­gen Weltkrise. Lloyd George schildert u. a. auch seine Rolle bei den Reparationsverhandlungen in den Jahren 1919/21. Er betont, daß er die Schwie­rigkeiten. die sich der Leistung der damals fest­gesetzten Reparationszahlungen entgegensetzten, vorausgesehen habe, daß jedoch der Druck der öf­fentlichen Meinung seinerzeit keinen anderen Weg offen gelassen habe.

Lloyd George beziffert den Gesamtbetrag der bis zum Inkrafttreten des Hoover-Moratoriums gezahlten Reparationen auf 1010 Millionen Pfund Sterling, wobei er die Besatzungskosten und den Wert der abgetretenen Besitzungen mit einrechnet. Er kommt zu dem Schluß, daß Deutschland nicht

mehr bezahlen könne. Den einzigen Ausweg sieht Lloyd George in einer Aenderung der Gattung der Vereinigten Staaten. Er richtet in diesem Zu­sammenhang scharfe Angriffe gegen Amerika, das selbst bei einer Streichung der Kriegsschulden noch nicht annähernd so große Verluste durch den Krieg aufzuweisen haben würde wie etwa Frankreich und England. Wenn Amerika an seiner gegenwärtigen Politik festhalte und sich einer Herabsetzung der Kriegsschulden widersetze, so werde es allmählich seine Wirtschaft vollkommen zugrunde richten, in­dem es sich selbst seiner besten Kunden, nämlich der europäischen Staaten, beraube. Amerika halte die Schlüsselstellung zu feiner eigenen und zur Wohl­fahrt der ganzen Welt. Lloyd George empfiehlt, um Amerika entgegenzukommen, eine beträchtliche Herabsetzung der Rüstungen.Sine große Gele­genheit", so schreibt Lloyd George,erwartet die Welt in Saufonne. Wollen die Staatsmänner sie ergreifen, oder wollen sie sortfahren und fafcln?1'

Das Buch enthält eine Reihe interessanter, bis­her unveröffentlichter Briefe von Staatsmännern, die mit der Reparations- und Kriegsschuldenfrage zu tun gehabt haben. Lloyd George greift u. a. Poineare aufs schärfste an. Er nennt ihn den unfranzösischsten aller Franzosen Poineares An­sicht von Deutschland sei die eines Heilsarmeehäupt- kings vorn Teufel gewesen. f