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Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: -Die Well

labte. 59.

Samstag, IS. März 1932

esamten Glie-

Diese Doku>

zu- 3U'

Gegen Flugzeug und Tank.

rotb. London, 18. März. (Eig. Meld.) In Be­sprechung der bisherigen Ergebnisse der A b r ü - stungskonferenz trittTimes" für eineBe- s e i t i g u n g der Militärflugzeuge und der Tanks ein. ________________

gefundene Material,es seien Fälschungen mög^ sich".

Von den Berliner preußischen Dien st >

Die deutsche Antwort auf den französischen Donauplan findet in der italienischen Oefsentlich- leit große Beachtung und Zustimmung.

* Der Slrafrechtsausschuß des Reichstage» nahm am Freitag die S t r a f b e ft i m m u n ge n gegen die Tierquälerei und gegen die verbotene Abgabe und den Mißbrauch geistiger Getränke oder anderer berauschender Mittel mit unwesentlichen Aenderungen an. ,

In einer längeren Unterredung zwischen Mi» nisterialdirektor Posse und T a r d i e u ergab sich, daß die deutsch-französischen Gegensätze be­züglich des Donauplanes fortbestehen.

Zur gewei-

Von den zuständigen englischen Stellen wird entgegen den französischen Behauptungen festge­stellt daß noch keinerlei Entscheidung über die eng. lische Stellungnahme zum Donauplan getroffen ist.

Leider muß das d e u t s ch e V o l k die Zeche bezahlen. Wir wollen gar nicht reden vgn den außenpolitischen und wirtschafts. politischen Schädigungen, die uns entstanden sind, weil Hugenberg die selbst von Hitler akzep. tierte parlamentarische Verlängerung der Hinden­burg-Präsidentschaft sabotierte. Lediglich die Ko­sten für den W a h l a k t, die so entstanden sind, fallen ins Gewicht Wahlen kosten Geld, nicht nur das Reich und die Länder, sondern in. verstärk­tem Maße auch die einzelnen Parteien. Auch die Vorbereitungen zum 13. März haben gewaltige Summen verschlungen. Zunächst waren es die Kosten für die technischen Vorbereitungen der Wahl, für die Herstellung der Wählerlisten, für die Bereitstellung der zum großen Teil bereits vorhandenen Wahlzellen und Wahlurnen. Dazu mußten die nötigen Hilfskräfte bestellt werden. Man kann wohl sagen, daß für diese Zwecke vom Reich, von den Ländern und den Gemeinden ins­gesamt etwa 2 bis 3 Millionen aufgewendet wor­den sind. Weit größer sind aber natürlich die Un» kosten, die die einzelnen Parteigruppen aufzuwen- den haben, und zwar für die Einrichtung und Be. setzung von Wahlbüros, für die Verbreitung von Flugblättern und Wahlplakaten, für die Bestel­lung von Autos und Flugzeugen zu Werbezwecken, für die Versammlungsräume, für Werbeumzüge mit Musikkapellen, für Anzeigen in den Zeitungen, kurz für alle diese Möglichkeiten, an den Wähler heranzukommen, die für den Ausgang des Wahl­kampfes selbst von entscheidender Bedeutung sind. Es sind in den letzten Wochen für diesen Wahl- zweck viele Millionen in Bewegung gesetzt worden. Es ist schwer, den einzelnen Hauptwahlausschüssen oder Parteileitungen nachzurechnen, welche Un. kosten sie gehabt haben. Rach dem, was mitgeteilk worden ist, glaubt dieWandelhalle" annehmen zu können, daß der Präsidentschaftswahlkampf bis zum 13. März nicht viel weniger als insgesamt 2 0 Millionen Mark gekostet haben wird.

ERB. Berlin, 18. März. «Fig. Meld.)

tzugenberg, der Zerstörer.

20 Millionen hak er «ns ietzt wieder gekostel.

Hugenberg, der Führer und absolute Herrscher der Deutschnationalen, hat sich zum Ziel gesetzt, dasStiftern Brüning" zu stürzen. Dieses Ziel sucht er mit allen ihm nur möglichen und denk­baren Mitteln zu erreichen, mit einer Hartnäckig­keit seiner eigensinnigen und eigenwilligen starr­köpfigen Wesffalennatur, ohne Rückficht darauf ob er und seine Partei dabei zugrunde gehen oder nicht. Er sucht dieses Ziel zu erreichen selbst um den Preis der eigenen Blamage. Seit dem Herbst 1929 seit der Zeit, da Hugenberg die unum- fchränkte Führung der Deutschnationalen Partei an sich gerissen hat, erleben wir Niederlage auf Niederlage des ganzen Systems Hugen­berg. Blicken wir hier nur einmal zurück auf die letzten Ereignisse, die Gründung und den sofortigen Zerfall der H a r z b u r g e r Front. Mit wel­chem Fansarensignal ist nicht diesenationale Opposition" in Harzburg gegründet worden, und wie schnell hat sich gezeigt, daß diese Begleitmusik Grabgesang war. Seit dem Tage ihres Be­stehens hat diese Harzburger Front dreimal Zu­sammenbruch erfahren. Dreimal bat sie den Sturz Brünings vorausgesagt dreimal schon hat sie er­klärt, sie stände dickt vor der Machtergreifung ja es war so weit schon, daß Hitler prophezeien konnte, in einem Vierteljahre die Macht in Preu­ßen zu besitzen, und daß man auf Grund dieser Machtposition s chon die M i n i st e r p o st e n in Harzburg verteilte. Dabei ist man aber gleich so böse aufeinander geraten, daß der Tag der Grün­dung der Harzburger Front gleichzeitig der Tag ihres ersten Zerfalls war. Das schreckte aber Hu­genberg nicht ab, einen erneuten Versuch mit der Harzburger Front bei der Reichspräsidentenwahl zu machen, der mit der Suche nach einem Sam­melkandidaten begann und mit dem Streit und der Aufstellung eigener Kandida­turen endete. Was sich in Harzburg alles ereig­net hat hinter den Kulissen, entzieht sich dem Wis­sen der Mitwelt, aber nach und nach sickert immer mehr durch. Jetzt nach der Niederlage Hugenbergs, Duesterbergs und Hitlers plaudert der Stahlhelm allerlei interessante Dinge aus, aus denen wir er­kennen, wohin der Kampf gegen das Snsiem Brü­ning eigentlich führen soll. Es ist der Kampf der Bruderparteien. Nationalsozia­listen und Deutschnationale um die Macht im Staate. Großmütig hat man die Minsiterposten verteilt sich Hugenberg sowohl wie Hitler die fettesten Posten vorbehalten und dem anderen Teile nebensächliche Ministerien über­lassen. Das alles entmutigt Hugenberg aber nickt. Kaum ist der Wahlkampf vorbei, den National­sozialisten und Deutschnationalen in Verbindung mit dem Stahlhelm gegeneinander heftiger geführt haben als mit den Hindenburg-Parteien, da ist für Hugenberg alles vergessen bis aus das eine Ziel, wie kann ich Lnining stürzen und selbst die Macht erreichen. Und so biedert er sich wiederum mit Hitler an, kommt aber zu spät, denn schon haben die Nationalsozialisten in ihrem Machtgefühl H i

l e r aufs neue als Präsidentschaftskandidaten präsentiert, was auf eine glatte Desavoui- rung Hugenbergs hinausläuft. Aber auch das ficht den greisenhaften Politiker nicht an, der mit dem Eigensinn eines Kindes seinem Ziel nachjagt, und so erleben mir neue Versuche Hugenbergs, doch noch zu einer Sammelkandidatur zu kommen und die Harzburger Front dergroßen nationalen Rechte" unter dem Signum seines Sammelkandi­daten Admiral von Schröder nochmals zu sammeln. Daß dies eine neue Niederlage wird, schert den unentwegten Zerstörer Hugenberg nicht.

Die Pressestelle der NSDAP, erklärt jetzt, die Partei habe von allen maßgebenden Unterführern der Partei eine Erklärung Hitlers über dieab­solute Gesetzlichkeit und Legalität der Absichten und des Vorgehens der Partei und ihrer gesamten Glie­derungen unterzeichnen lassen. Diese Doku- eien nach Berlin gesandt worden und wür- oen durch Hauptmann Goering dem Reichsinnen- Mlnistsr überreicht werden.

dile Fälle" erklären jetzt schon die Natio- naiiojtaltften für etwaige Mitteilungen über das

Aufruf des Grafen Westarp.

C.N.B. Berlin, 18. März. «Fig. Meld.) Graf Westarp übergibt der Oeffentlichkeit eine Erklä­rung, in der er dazu aufruft, durch Wiederwahl Hindenburgs Deutschlands Stellung im außenpolitischen Entfcheidungs- kämpf zu stärken. Alle nationalen Frauen und Männer müßten bekunden, daß das deutsche Volk geschlossen hinter seinem Präsidenten als dem Führer im Freiheits-Kampfe stehe, gewillt, den Kampf gegen Tribute, einseitige Entwaffnung und Kriegsschuldlüge bis zum vollen Siege durch­zuführen. An alle, die am 13. März ihre Stimme noch einem anderen nationalen Kandidaten gege­ben haben, ergehe der dringende Ruf, d e r S e l bst- zerfleischung Einhalt zu tun.

Groener erklärt.

wtb. Berlin, 18. März. (<Fig. Meld.!) Der Reichsinnenminister veröffentlicht folgende Erklä­rung über die Aktion bei der N. S. D. A. Pu

Es ist zutreffend, daß Herr Röhm (der Stabs-Chef" Hitlers) einige Tage vor den Wah­len mir als Reichsminister hat melden lassen, daß er beabsichtige, für den Wahltag die S. A. in ihren Unterkunftsräumen geschlos­sen z usamm enzuhalten, um allen Zu­sammenstößen auf der Straße vorzu - beugen. Gegen diese Maßnahmen bestanden beim Reichsministerium des Innern keine Beden­ken, besonders auch deshalb, weil dadurch die Verantwortlichkeit der obersten S. A.-Ler- tung für alle etwaigen Vorkommnisse klar f e st g e st e l l t war. Der ruhige Verlauf des Wahl­tages hat der Auffassung des Reichsinnenministers recht gegeben. Mas die in den letzten Tagen in der Presse verbreiteten Nachrichten über Mobil- m a ch u n g der C. A. und Putschabsichten anbe- trisft, so handelt es sich dabei um altbekannte Nach- richten. So weit es sich um neue Nachrichten handelt, werde ich sie unverzüglich scharf nach prüf en. Selbstverständlich wird von mir die nationalsozialistische Bewegung dauernd sorgfältig beobachtet undsede Nachricht auf ihre Richtigkeit nachgeprüft. Ich habe den preußischen Minister des Innern gebeten, mir schleunigst das bei den Haussuchungen der letzten Tage gefundene Material zugänglich zu machen. Nach Prüfung desselben werde ich meine weiteren Entschlüsse treffen.

Die Berliner Blätter nehmen zu den Maßnah­men der preußischen Regierung gegen die Organi­sationen der NSDAP. Stellung.

DieGermania" bespricht die Angelegen­heit unter der UeberschriftEin Staat im Staate" und betont, daß das beschlagnahmte Material als absolut authentisch angesprochen wer­den mässe.Wir haben hier sozusagen di« Vor­stufe von Boxheim, einen Staat im Staate, der sich gegen die legale Ordnung mit allen Mit- teln organisiert".

DieVoss. Ztg." nimmt in ihrem Leitartikel auf das StichwortGroßmutter gestorben, Max" Bezug und meint, es gelte, die Gesund­heit der Großmutter endgültig zu sichern und die Gefahr des Bürgerkrieges zu bannen. Der jetzt aufgedeckte Mobilmachungsapparat bringe eine er­schütternde Wahrheit: die Vorbereitungen zum Bürgerkrieg seien wenigstens auf dem Papier vollendet. Demgegenüber müsse jeder Volksgenosse das Gefühl haben: die Regierung ist auf dem Po­sten, und sie hält das Steuer in sicherer Hand, auch wenn die Wellen noch so hoch gehen.

DerVorwärts" erklärt, das vom preußischen Innenministerium der Oeffentlichkeit vorgelegke Material sei so überzeugend, daß der Wert stärk­ster Legalitätsbeteuerungen dadurch auf ein Nichts zusammenschrumpfte. Die Errichtung einer solchen Privatarmee, die weitgehend bewaffnet sei, und über deren offensiv verfassungs­feindlichen Charakter kein Zweifel be­stehe, habe mit verfasiungsmäßig gewährleisteter Freiheit, mit dem Gesetz, nicht das mindeste zu tun.

DasTagebl." fragt, ob Hitler Maschinen­gewehre. Karabiner, Schlagringe und sonstige Waf­fen für Bedarfsgegenstände legaler Wahlarbeit halte.

Die heimlich dem Nationalismus zuneigende D.A.Z." hält cs für bezeichnend, daß eine ähn­liche umfangreiche, sich über ganz Preußen er­streckende Polizeiaktion gegen die Kommunisten niemals stattfand, obwohl diese Partei nie ein so eindeutiges Bekenntnis zur Legalität abgelegt habe, wie die Hitler-Bewegung.

DerLokalanzeiger" verweist auf den Zusam­menhang mit den Veröffentlichungen desMatin" und auf die Möglichkeit, daß, da derartige Do­kumente" der Polizei im allgemeinen nur durch Spitzelarbeit in die Hände fallen können, ihr auch geschickt gefälschte Dokumente geliefert worden seien.

DerTag" spricht von einer Generaloffensive gegen die NSDAP. Das Recht zum begrün­deten Zuschlägen werde dem Minffter nicht bestritten, er trage dafür die volle Verant­wortung. Aber wahre Staatskunst müsse es ver­meiden, den Anschein zu erwecken, als dienten die Aktionen nicht so sehr der Gesamtheit als einem bestimmten, in politischer Verlegenheit verstrickten Teil.

Die endgültigen Zahlen.

Das Ergebnis der Reichspräsidenlenwahl

wtb. Berlin, 13. März. ((Fig. Meld.) Der Reichswahlausfchuß hat heute vormittag das end­gültige Ergebnis der Reichspräsidentenwahl festge- siellt. Insgesamt wurden 37 658 036 gültige Stimmen abgegeben. Davon haben erhalten:

Düsterberg 2558 939 = 6,8 Proz.

v. Hindenburg 18 654 690 = 49,6 Proz.

Hitler 11 341360 - 30,1 Proz.

Thälmann 4 982 939 -- 13,2 Proz.

Winter 111486 - 0,3 Proz.

Zersplittert 8622 Stimmen.

Aufgrund dieser Angaben hat der Reichswahl­ausschuß festgestellt, daß unzweifelhaft keiner der Anwärter mehr als di« Hälfte der gültigen Stimmen erhalten hat, und daß Bedenken gegen die Gültigkeit der Wahl nicht be­stehen.

*

Hindenburg fehlten nur etwa 200 000 Stim­men.

Beinahe Geraufe!

Tumullfzene im Bayerischen Landtag.

Im Haushaltsausschuß des Bayerischen Land­tags kam es bei der Aussprache über den Etat des Innern, wobei die Tätigkeit nationalso­zialistischer Beamter kritisiert wurde, zu Auseinandersetzungen, die schließlich in Tätlichkei­ten zwischen den Nationalsozialisten und den Sozialdemokraten auszuarten drohten. Der nationalsozialistische Abgeordnete Grimm hatte auf eine Bemerkung des sozialdemo­kratischen Abgeordneten Endres das Wort 2 u a t s ch" gebraucht, worauf EndresSie Löf­fel!" erwiderte. Das Dazwischentreten weite­rer Abgeordneter verhinderte Tätlichkeiten.

Behauptung Hitlers, die Polizei habe sich gert, bei den Haussuchungen in den nationalsoziali­stischen Parteibüros Bescheinigungen über die be­schlagnahmten Dokumente auszustellen und das Material zu versiegeln, erfahren wir von zustän­diger Stelle, daß die Beamten, obwohl sie dazu gesetzlich nicht verpflichtet sind, auf Wunsch solche Bescheinigungen stets ausgestellt und das beschlag­nahmte Material durch Zeugen versiegelt haben.

So weil waren wir schon gekommen

Das Echo der Nachforschungen bei der NSDAP.

Führer oder Geführte?

Wie entscheidet sich der Stahlhelm?

Die Landvolk-Nachrichten schreiben:

Die Vorgänge bei der Reichspräsidentenwahl haben innerhalb bet Rechten zwischen Deutschnatio- ualen und Stahlhelm einerseits und den Natio- nalfozialisten andererseits eine Kluft aufgeriffen, bie sich schwerlich so leicht wirb überbrücken lassen. Heber Ursachen und Wirkungen bieses Zwistes möge spater noch einiges gesagt werden. Zunächst besteht für die gegenwärtige Situation der Zustand, daß Hitler unmittelbar nach dem ersten Wahlgange feine zweite Kandidatur gleichsam aus der Pistole feuerte, während Dr. Hugenberg die Meinung aussprach, eine nochmalige Versuchung des Schick­sals sei sinnlos und man solle lieber nach einem anderen Weg suchen, um dem Reichspräsidenten v. Hindenburg seine Wahl ohne Kampf zu bestäti- gen. Hieraus ging noch nicht mit Sicherheit her­vor, ob die deutschnationalen Wähler für den Fall eines zweiten Wahlganges zu Hitler dirigiert wer­den soWen oder ob eine andere Parole erfolgen würde. Dies umso weniger, als mit dem Vorschlag Hugenbergs die politische Bedingung der Reichs­tagsauflösung verknüpft war.

Den gordischen Knoten der Ungewißheit bat nun der Stahlhelm, der ja schließlich den Kandidaten

stellen werden zur Zeit keine weiteren Auskünfte mehr über das Ergebnis der Ak- Hon gegen die NSDAP, gegeben. Wie wir hö­ren, beabsichtigt der Minister selbst nach Sich­tung des beschlagnahmten Materials eine sammenfassende Mitteilung veröffentlich en.

ßß tm Bild" und ..Buchenblätter". Rotationsdruck und Benag Jlt« DD der Fuldaer Actienbruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrif feitung 3153. Fuldaer Artiendruckerei 3151 und sm

Es ist klar, daß die von der preußischen Poli­zei unter die Lupe genommenen Nationalfozmiistrn mit wilden Entrüstungsstürmen antworten, sie beschimpfen bei dieser Gelegenheit die reckttmawge Obrigkeit in Preußen in einer Weise, ine mies bisher Dagewesene hinter sich läßt. . Bezelchnend ist vor allem, was Hitler selbst von sich gibt. Er behauptet, durch diesennach alten ^e^PtetLci' gezogenen Derhastungs- und Beschlagnahme-Rum­mel" solle der Oeffentlichkeit d-e Meinung sug­geriert werden, die NSDAP und ihre Organi­sationen beabsichtigten,u ngesetzliche 9RaB- nahmenineinemAugenblickzuergrel- fen, da die legale EntwicklunL rhr bereits die Stellung der stärksten Par- tei Deutschlands gegeben habe."

Zu her Konzentration der S. A.-Leute in der Wahlnacht bemerkt Hitler, diese Anorbnung fei bisher noch bei jeher Wahl durchgeuhrtwor- ben, um, wie er wörtlich erklärt, ^as ^lbschlachtm einzeln gehender S. A - und s. S.-Manner durch bie^Genofsen ber Partei des Herrn Minister Seve- rings, bes Reichsbanners, derEisernen Front und ber ihnen wesens- unb wahlverwandten Kom­mune" zu verhindern. In der Tat fei auch die Richtigkeit dieser Maßnahme dadurch erwiesen, daßben sozialdemokratischen und kommunistischen Mordabsichten am letzten Wahltag weniger Leute als sonst" zum Opfer gefallen wären.

Im übrigen behauptet Hitler, er habe von die­ser Konzentration dem Reich sinnenmi ni­st er eine Woche vorher er sagt:durch m enen Stabschef amtlich" Kenntnis ge­geben. Außerdem läßt er erklären, daß nach den Erhebungen seiner Parteidienststelle die völlige Haltlosigkeit der Beschuldigungendes Herrn Seve­rin g" zu Tage getreten fei; er werde am Freitag durch feinen Stabschef (es ist der in sehr unan­genehmer Hinsicht in letzter Zeit vielgenannte Herr Röhm) der Oeffentlichkeit den Beweis da­für und für dieunbedingte Gesetzlichkeit der NSDAP und ihrer Handlungen" liefern.

Fuldaer Zeitung

Anzeiger für die Stabt Fulda unb ben Landkreis Fulda. Amtliches ßreisblatt

gestellt hatte, zerhauen, indem er erklärt, Hitler komme für den zweiten Wahlgang ebensowenig wie für den ersten in Frage. Eine entsprechende deutschnationale Erklärung folgte. Damit ist je­doch nur eine negative Entscheidung erfolgt. Was aber geschieht positiv? Sollen die Stahlhelmtrup­pen einfach passiv in Ruhestellung hinter ber Front bleiben, den anderen die Führung überlassen? Für einen Frontkämpferbund mit Führerprinzip ein gänzlich undiskutabler Gedanke.

Es ist daher begreiflich, wenn die Stahlhelm- Leitung, wie wir hören, sich auf einer Führerta- Srung Ende der Woche noch einmal gehörig über­egen will, ob sie aus den Erfahrungen mit ihren Bundesgenossen und ber Volksstimmung bie Konse­quenz des Gehenlassens ober ber positiven Paro­llenausgabe ziehen soll. Der Stahlhelm hat" selbst anerkannt, daß die hohe Persönlichkeit Hinden­burgs große Teile auch ber deutschnationalen Wäh­ler trotz der Kandidatur Duesterbergs an sich ge­zogen habe. Die NSDAP aber habe bewiesen, daß sie nur ihre Parteiziele verfolge. Die Frage ist infolgedessen nur allzu berechtigt, ob vom' Stahl­helm angesichts dieser Erfahrungen und Erkennt­nisse nicht zum Sammeln geblasen und dem Führer gefolgt werden soll, dessen Derehrungswürdigkeit sich nicht nur im Wahlkampf erneut erwiesen hat, sondern auch vom Stahlhelm selbst immer betont worden ist.

Frontkämpfergeist sucht seinen Weg, so hat es der Stahlhelm selbst gelehrt, immer nur im Kampf, niemals aber im Beiseitestehen.

Rosenberg wirbt.

Im . Völkischen Beobachter" beschäftigt sich A l- fred Rosenberg mit der DNDP. und dem Stahlhelm und schreibt u. a.: Wenn die Deutsch­nationale Dolkspartei und der Stahlhelm den Be­fehl der Wahlenthaltung gegenüber Hitlers Kan­didatur im zweiten Wahlgang ausgeben sollten, so wäre das nickt nur kleinliche Politik, wie es die erste Splitterkandidatur Duesterbergs gewesen sei, sondern eine bewußte Sabotage im Kampfe gegen das schwarz-rote System. Außerdem würde darin ein Nichtkennen der Stimmung in den weitesten Kreisen der eigenen Anhänaerfchaft liegen. Sie sei zwar durch das Duesterberg-Resultat zunächst enttäuscht worden; sie sei aber setzt erbittert. Ro­senberg glaubt, die Führung der Deutschnationalen Volkspartei werde gut tun, diese Tatsachen in Be­tracht zu ziehen und nicht einer unangebrachten Verärgerung den Sieg über die Vernunft einzu­räumen. Einem Enthaltungsbefehl Hitler gegen­über mürbe sich nur ein Teil ihrer Anhängerschaft fügen, der andere dürfte aber doch Hitler wählen. Das wäre gleichbedeutend mit einer Spaltung bei­der Organisationen.

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