Anzeiger für die Stadt Aulda und den Landkreis Julda. Amtliches Kreisblatt.
Nr. 62
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt I im Bild" und .Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag I der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- I :: leitung 3153 Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 8152. :: |
Dienstag, 15. März 1932
Monatlich 1.65 einschlietzl. Postgebühr <48 Pfg.) ohne Zustetig Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Col) total 0.15 RM, auswärts 0 20 RM Retlamezeile: lokal 0.60 RM.. auswärts 0.80 RM Bei Wiederholungen Rabatt PoMcheckt firanffurt a M 4051
fahr«. 59.
3m ersten Wahlgang bleibt Hindenburg mH mir 168 000 Stimmen nnter der absoluten Wehrheil.
18,6 Millionen Deutsche bekunden ihm das vertrauen.
Hiller hak 7,3 Millionen Stimmen weniger als Hindenburg. — Am 10. April 2. Wahlgang.
Nach einer Nacht, in der man überall im deutschen Vaterland mit Spannung und, wo man die Tragweite der Dinge für die Geschicke unseres Volkes einigermaßen zu erkennen vermag, mit innerster Anteilnahme die Ergebnisse der Abstimmung verfolgte, liegt jetzt das Ergebnis vor. Schon als die Meldungen in der Nacht eingingen, konnte man im Ernst nicht gut daran zweifeln, daß zwar Hindenburg mit ganz gewaltiger Stimmenzahl vor seinen Mitbewerbern stand, daß aber die mathematische Voraussetzung, die nach dem Gesetz erforderlich ist — mindestens eine Stimme über die Hälfte aller abgegebenen gültigen Stimmen — um den Kandidaten zum Reichspräsidenten zu machen, nicht gegeben war. Die in Anbetracht der mehr als 37 Millionen abgegebenen Stimmen sehr geringfügige Summe von 168 000 Stimmen fehlte. Auch nach den bisherigen genaueren Berechnungen ist diese kleine Fehlsumme nicht verschwunden und so muß denn in vier Wochen abermals mit dem Stimmzettel gekämpft werden.
Trotz der starken Erhitzung, die vor dem Wahlkampf durch die radikalen Parteien herbeigeführt worden war, hat man im allgemeinen nur mit dem Stimmzettel gekämpft. Nur in einigen wenigen bedauerlichen Fällen ist es zu Gewalttätigkeiten gekommen.
Adolf Hitler war am Sonntag abend im Kraftwagen in München eingetroffen, wo er offenbar seine Wahl zum Reichspräsidenten erwartete. War das auch vergeblich, so zeigte er sich doch mehrmals auf dem Balkon des „Braunen Hauses" und ließ sich von seinen Anhänaern feiern.
Ein Blatt hatte am Sonntag morgen folgende Prognose mitgeteilt: Die für Hindenburg günstigste Voraussage, die zugleich für Hitler die schlechteste ist, lautet: Hindenburg 18 Millionen, Httler 10 Millionen, Thälmann 6 Millionen, Due- sterberg 2 Millionen. (Diese Prognose ist ungefähr eingetroffen.) Die am weitesten davon abweichende Schätzung: Hitler 16 Millionen, Hindenburg 10 Millionen, Thälmann 7 Millionen, Duesterberg 3 Millionen. Zwischen diesen beiden Extremen liegen zahlreiche Abstufungen. So rechnete z. B. der Millionen für Hindenburg, 11,8 für Hitler, 1,8 für Duesterberg und 6 für Thälmann.
*
Das vorläufige amtliche Ergebnis der Reichspräsidentenwohl, dos bis zum rNonkag nachmittag keine Korrektur mehr erfahren hol, ist folgendes: Es erhielten:
Dnesterberg
2557876
v. Hindenburg
18661736
Hitler
11338571
Thälmann
4982 079
Winter
111470
zersplittert waren
8645
Die Gesamtzahl der abgeg. Stimmen beträgt 37660377
Da Hindenburg an der absoluten Majorität ca. 168 000 Stimmen fehlen, ist ein zweiter wahlgang erforderlich.
Das Ergebnis im Reich.
Als Vergleichszahlen sind für Hindenburg die für ihn im zweiten Wahlgang bei der Reichspräsidentenwahl 1925 abgegebenen Stimmen, bei Hitler, Thälmann und Düsterberg die Stimmenzahlen der N.S.D.A.P., der KPD. und der Deutschnationalen bei der Reichstagswah! am 14. September 1930 herangezogen. Lediglich beim Wahlkreis 33 (Hessen-Darmstadt) sind die entsprechenden Ziffern der Landtaqswahl vom 15. November 1931 (für Hitler, Thälmann und Düsterberg) herange- zogen. Dis Vergleichsziffern sind auf Tausend abgerundet.
1. Ostpreußen: D 133 946 (205,7), v. H 509 766 (715,1), Hi 402189 (236,5) Th 116 444 (124,4), W —:
2. Berlin: D 90 701 (145,0 v. H 558 771 (384,4), Hi 247 247 (158,3), Th 370 965 (408,6) W —;
3. Potsdam II; D 116 780 (164,2), v. H 565 396 (427,4, Hi 326 087 (184,0, Th 205142 (218,0), W 3009;
4. Potsdam I; D 132 680 (159,5), v. H 506 276 (464,6), Hi 374 415 (215,9, Th 229 679 (230,8);
5. Frankfurt a. d. O.: D 123 207 (129,1), v. H 409 403 (532,6), Hi 338 046 (204,6); Th. 81521 (84,3), W 2591;
6. Pommern: D 198 386 (242,7), v. H 360 980 (656,8), Hi 391 450 (237,4), Th 94 522 (86,0);
7. Breslau: D 81 687 (95,3), v. H 541896 (451,8), Hi 403 269 (259,2), Th. 96 862 (83,1);
8. Lieqnitz: D 62 839 (58,6), v. H 338 027 (321,3), Hi 275 084 (142,2), Th. 46741 (41,4), W 2125;
9. Oppeln: D 54 653 (191,6), v. H 369 841 (224,9), Hi 185 300 (63,6), Th 102 699 (110,6), W 1636.
lO. Magdeburg: D 99 007 (73,7), v. H 471 019 (485,4), Hi 351 029 (196,9), Th 107 417 (98,3), W 2284.
11. Merseburg: D 103 542 (65,4), v. H 286 719 (411,2), Hi 273 708 (174,0), Th 201 378 (205,6), W 2354;
12. Thüringen: D 168 332 (54,4), v. H 507 859 (621,6), Hi 450 589 (260,1) Th 246 606 (192,5), W 3025;
13. Schleswig-Holstein: D 61888 (54,6) v. H 393 323, (478,5), Hi 417 861 (240,3), Th 100 250 (97,3);
14. Weser-Ems: D 81 835 (53,5), v. H 467435 (335,0), Hi 271504 (166,1), Th 70176 (50,9), W 2351.
15. Osthannover: D 77 716 (46,2), v. H. 252 300 (336,9), Hi 240 653 (118,7), Th 49115 (43,0), W. 2 646 —;
16. Südhannover-Braunschweig: D 71570 (62,0), v. H 602 056 (540,1), Hi 468181 (283,4), Th 87829 (63,8), W 2 485;
17. Wests-Nord: D 75 534 (79,0), v. H 868 344 (389,5), Hi 318 607 (162,5), W 3031;
18. Westf.-Süd: D 64 385 (54,6), v. H 789 769 (461,7),.Hi 363 263 (195,5), Th 279 441 (239,7), W 2465. i , , j :
19. Hessen-Nassau: D 63 Oll (44,6), v. H 737 225 (546,6), Hi 510 686 (285,1), Th 167171 (137,1), W 2964;
20. Köln-Aachen: D 31 909 (34,8), v. H 819 854 (212,8), Hi 215 949 (169,6), Th 182 786 (169,2);
21. Koblenz-Trier: D 52 859 (29,2), o. H. 420 415 (166,1), H 155585 (94,1), Th. 52185 (40,1).
22. Düsseldorf-Ost: D 47 267 (59,4), v. H. 594 208 (410,7), Hi 334 722 (210,2), Th 319 808 (321,3), W 3213.
23. Düsseldorf-West: D 54591 (59,0), v. H 564405 (252,8), Hi 262691 (168,8) Th 190023 (176,1).
24. Oberbanern-Schwaben: D 31176 (31,5), v. H 978484 (630,3), Hi 376187 (218,3) Th 116109 (82,2). W 7882.
25. Niederbayern: D 8372 (8,1), v. H 473620 (260,7), Hi 150240 (72,1), Th 42787 (28,4), W
26. Franken: 61978 (31,8), v. H 812858 (673,2), 558246 (281,1), Th 89128 (65,1), W 2513.
27. Pfalz: 11300 (3,6), v. H 282497 (166,9), Hi 196134 (106,3), Th 63365 (49,0), W 903.
28. Dresden-Pauhen: D 77416 (55,8), v. H 625874 (511,2), Hi 342998 (180,5), Th 148416 (139,6), W 7347.
,29. Leipzig: D 36412 (30,7), v. H 455279 <332,1), Hi 237665 (116,0), Th 145001 (142,3), W .30. Ehemnih-Zwickau: D 131661 (49,7), v. H. 502480 (490,3), Hi 393528 (264,9), Th 112445 ,31- Württemberg: D 83959 (55,2), v. H 850453 (54U), Hi 369718 (131,7), Th 145142 (131,7), W
32. Vaden: D 28546 (32,7), o. H 720412 (375 3) Hi 385505 (226,7), Th 148326 (113 0), SB 2919 '
33. Hessen-Darmstadt: 16185 (1931: 10,9) v H (12S,'» * 2801,6 (29lÄ -d E-
8212.
35. Mecklenburg: D 61232 (53,1), v. H 240321 (275,2), Hi 181432 (100,2), Th 45442 (42,7) W 2160. '
Die prozentualen Ziffern
sind recht aufschlußreich: Die Kommunisten, die bei der Reichstagswahl vom 14. September 1930 etwa 14 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen konnten, mußten sich diesmal mit 13 Prozent begnügen; die Deutschnationalen, die mit ihren Anhängseln etwa 8 Prozent der Reichstagsmandate erhielten, haben einschließlich des Stech Ihelms nur 6,75 Prozent der Stimmen aufgebracht. Die Nationalsozialisten, die damals noch keine 20 Prozent ausmachten, vermochten zwar auf die Reichspräsidentenkandidatur ihres Führers diesmal fast genau 30 Prozent der abgegebenen Stimmen zu vereinen, sind aber von der erträumten absoluten Majorität, von der Machtergreifung im Staate, also weit entfernt.
Nach den aus. allen Teilen des Reiches vor- tzegende« Meldungen hat der Wahlsonntag im all
gemeinen einen ruhigen Verlauf genommen Uebereinstimmend wird eine außerordentlich starke Wahlbeteiligung gemeldet.
Zu einem ernsteren Zusammenstoß kam es nur in Hückeswagen bei Wuppertal bei einer politischen Auseinandersetzung, wobei drei Kommunisten von Rechtsradikalen erschossen wurden.'
*
cnb. Berlin, 14. März. (Eig. Meld.) Reichspräsident von Hindenburg hat, wie wir von unterrichteter Seite erfahren, auf eine Anfrage der Vereinigten Hindenburgausschüsse heute vormittag erklärt, daß er sich selbstverständlich auch für den zweiten Wahl gang zur Verfüg u n g. st el I e n wird. Der Reichspräsident har bis gestern abend 11 Uhr laufend die Berichte über die einzelnen Ergebnisse der Wahl angehört und sich dann zur Ruhe begeben. Heute früh um 6.30 Uhr wurde dem Reichspräsidenten das endgültige Ergebnis mitgeteilt, über das er sich sehr befriedigt äußerte.
Die Aufnahme in England.
wtb. London, 14. März (Eig. Meld.) „Daily Telegraf" sagt in einem Leitartikel zu den deutschen Wahlen:
Selten hat es in der letzten Zeit eine Gelegenheit gegeben, wo soviel von der Entscheidung der Wählerschaft eines Landes abhing. Die ganze Zukunft der deutschen Republik steht auf dem Spiele. Ein Wahlausfall .zu Hitlers Gunsten, .würde in einer Zeit, wo die Staatsmänner Europas den ernstesten Problemen gegenüberstehen, die internationale Loge in schwere Verwirrung gebracht haben.. Präsident Hindenburg tritt dafür ein, daß die verzweifelten Schwierigkeiten eines Landes entsprechend der Politik des Kabinetts Brüning in stetiger Arbeitsbereitschaft durch disziplinierte Opferbereitschaft und Beobachtung der nationalen Verpflichtungen gelöst werden sollen. Wofür Adolf Hitler eigentlich eintritt, ist noch niemals deutlich mitge- teilt worden. Hindenburg, ein nationaler Held und noch immer die geachtetste Persönlichkeit im deutschen öffentlichen Leben, ist von einem Gegner herausgefordert worden, dessen Wahl möglicherweise zum Bürgerkrieg im Innern und ganz bestimmt zu einer katastrophalen internationalen Lage geführt hätte. „Daily Telegraf" schließt: Sachkundige Beurteiler hielten den endgültigen Sieg des Feldmarschalls für sicher.
Pariser Vlätterstimmen.
wtb. Paris, 14. März. (Eig. Meld.) „Petit Parisien" schreibt: Der Erfolg Hindenburgs hat die optimistischen Annahmen ü b e r st i e g e n. Er hat den endgültigen Sieg ziffernmäßig nicht erringen können, aber vom moralischen Gesichtspunkt aus betrachtet war der gestrige Tag nur ausgesprochen günstig und dieser Eindruck ist sicher geeignet, die Wähler im zweiten Wahlgang stark zu beeinflussen.
„Journal" schreibt: Eines ist sicher: Hitler ist sehr weit von dem Siege, auf den er rechnete, oder zu rechnen vorgab, entfernt. Die Franzosen werden von der jetzt bereits als sicher erscheinenden Wiederwahl des Reichspräsidenten o. Hindenburg eine merkliche Aenderunng der allgemeinen Politik Deutschlands nicht erwarten. Wir wissen genau, daß der Sieger von Tannenberg und Hitler die gleichen Ziele verfolgen: Reparationsstreichung, Vertragsrevision, Abschaffung der Zwangsmaßnahmen des Versailler Vertrages und daß sie nur hinsichtlich der Anwendung der Mittel sich unterscheiden.
Der Sonderberichterstatter des „Oeuvre" in Berlin, Jaques Kaiser, urteilt: Wenn Hitler sehr nahe an Hindenburg herangekommen wäre, würde das bedeutet haben, daß Deutschland sich auf einen gefährlichen Weg begeben hätte. Diese drohende Gefahr ist beseitigt.
„Republique" schreibt: Die Wage hat sich z u - gunsten der Anhänger der Ordnung gesenkt. Hitler hat nicht mehr als 30 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten. Bei den letzten Wahlen in Oldenburg, Hessen, Hamburg und Baden waren ihm 40 Prozent zugefallen. Er verliert also zum ersten Male eine Schlacht, aber ihm stand der gefährlichste Konkurrent gegenüber. Die Wahl Hindenburgs im zweiten Wahlgang ist sicher, wenn Hitler seine Kandidatur aufrecht erhält.
Oeffereich.
wtb. Men, 14. März. (Eig. Meld.) Die Ergebnisse der Reichspräsidentenwahl wurden hier mit ungeheurer Spannung erwartet. Der „Morgen" schreibt heute: Der große Angriff der Reaktion ist abgeschlagen, und wenn der Generalfeldmarschall auch nicht im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erlangen konnte, .so hat er doch gegenüber dm |
beiden reaktionären Parteien einen derartigen Vorsprung, daß seine Wahl im zweiten Wahlgang am 10. April vollständig gesichert ist. In der „Sonn- und Montagszeitung" heißt es, das deutsche Volk konnte sich am gestrigen Wahltage leider nicht zur Kundgebung eines einheitlichen Willens aufraffm. Das Beklagenswerte ist Ereignis geworden: Ein Hindenburg muß zum zweiten Male in den Wahlkampf treten, weil es einem Hitler, dem jüng- sten Staatsbürger Deutschlands, nach der Stellung und der Macht des er st en Bürgers Deutschlands gelüstet. Noch ist nichts verloren. Vielleicht siegt in 4 Wochen die bessere Einsicht.
Die daneben gegangene VroMe.
Der Sonderberichterstatter des Daily-Expreß hatte am Vorabend der Wahl Adolf Hitlers in Hannover interviewt, der dabei u. a. erklärt, er glaube, daß er über 12 Millionen, und daß Hindenburg weniger als 12 Millionen Sttimmsn erhalten werde. Niemand werde, die absolute Mehrheit erreichen; die Entscheidung werde daher im zweiten Wahlgang fal- len. Er glaube, daß Regieren mit Notverordnungen ein „Verbrechen gegen die Demokratie" sei. Es sei absolut ungesetzlich; Notver. ordnungen seien nur in seltenen Notfällen gerechtfertigt. Auf die Frage, was er für seltene Notlagen anfehe, antwortete Hitler: Eine polnische Invasion Deutschlands. Er vertraue, so fügte er hinzu, daß die NSDAP, in den Reichstag mit einer arbeitsfähigen Mehrheit einziehen werde, die sie befähigen werde, eine Regierung zu bilden. Wenn die Nationalsozialisten keine arbeitsfähige Mehrheit hätten, würden sie keine Regierung haben. Er werde jedenfalls nur mit dem Reichstag regieren.
*
Die Prophezeiungen passen wahrhaftig sehr kraus zu der Wirklichkeit.
Landesralswahlen im Saargebiel.
Die Wahlbeteiligung bei den Landesratswahlen im Saargebiet am Sonntag betrug etwa 75 Proz. Von 481042 Wahlberechtigten gingen 369 564 an die Urne. Gültige Stimmen wurden 362 467 abgegeben, ungültig waren 7 097 Stimmen. Es erhielten Zentrumspartei 156 425 Stimmen =14 Mandate; Komm. Partei 84 046 Stimmen = 8 Mandate; Sozialdemokraten 36 022 Stimmen = 3 Mandate; Nationalsozialisten 24 429 Stimmen ----- 2 Mandate; Deutsch-saarl. Volkspartek 24 017 Stimmen
- -- 2 Mandate;
Deutsche Wirtschaftspartei 11578 Stimmen
- ---- 1 Mandat;
Arbeiter- u. Bauernp. 6 096 Stimmen = 0 Mandat Deutschnationale Vovkspartei 5812 Stimmen
- --- 0 Mandat;
Kommunistische Opposition 5 737 Stimmen
— 0 Mandat;
Sozialistische Arbeiterpartei 2577 Stimmen
= 0 Mandat;
Liste Otto Fried 3 424 Stimmen — 0 Mandat; Staatspartei 2116 Stimmen --- 0 Mandat.
Damit Hat das Zentrum seinen Bestand restlos behauptet. Die Sozialdemokraten haben an oie Kommunisten verloren (bisher 5 Sozialdemokraten und 5 Kommunisten, jetzt 3 Sozialisten und 8 Kommunisten). Die Nationalen haben gleichfalls einen Ruck zum Radikalismus gemacht.
Mecklenbnrg - Strelih.
Nach dem amtlichen Endergebnis der Landtagswahlen in Mecklenburg-Strelitz erhielten:
Sozialdemokraten 16166 Stimmen = 10 Mandate; Verband der Haus- und Erundbesitzervereine 1 588 Stimmen ----- 1 Mandat; Bürgerliche Mitte 3 035 St. — 1 Mandat; Nationalsozialisten 14 233 Stimmen = 9 Mandate; Kommunisten 5 450 Stimmen — 3 Mandate; Deutschnationale 18 469 Stimmen = 11 Mandate; Christlich-Soziale 796 Stimmen == kein Mandat.
Insgesamt hat das Ländch: r 107 000 Einwohner, also nicht viel mehr als die kleinste deutsche Großstadt.
Die Lage im fernen Osten.
Meuterei chinesischer Truppen in Schanghai.
wtb. Schanghai, 14. März. (Eig. Meld.) In Peiho bei Tsitsikar Hat sich ein chinesisches Regiment gegen das neue mandschurische Regim erhoben. An der chinesischen Ostbahn revoltieren chinesische Truppen. Japanische Truppen sind zu ihrer Unterdrückung entsandt worben.