lohtfl. 59.
Sonntag, 13. März 1932
Nr. 61
Jecie Stimme füc Xindenßuey! WWWWWWWWWWWWWMMWMWWMMWMM^
Gewaltige Hindenburg-Kundgebung im Berliner Sportpalast.
Dee letzte eindrucksvolle Aufruf des Kanzlers
w e l t p olitischen Dinge aber eftalten. Jetzt sei die Stunde gekorn- ____l. tRtfnnA de*
Die eindrucksvolle Kundgebung beschloß eine
A. Streccius, der als Soldat Bekennertum
-
^Lieber gehe ich den paffionsweg persönlicher Angriffe und der Herabsetzung meines Namens, als daß ich sehenden Auges das deutsche Volk den Passionsweg des Bürgerkrieges beschreiten lasse."
Man arbeitet gegen den Reichspräsidenten setzt nut dem Argument, daß er all die Notverordnungen der vergangenen zwei Jahre erlassen hat. Wer wie ich es miterlebt hat, wie der Reichs- Präsident diese Notverordnungen unterschrieben hat, der ist in der Lage, W sagen, wie schwer es für den Reichspräsidenten gewesen ist, allen diesen Opfern, die im Interesse des Staates gefordert werden mußten, seine Zustimmung zu geben. Aber wenn der Reichspräsident nicht den Weg mitge- gangen wäre, dann würde er nicht das deutsche
und tönenden Worten sich hinstellen vor die Mas- ~~ ------------- —-=■-----_
sen, denen es schlecht geht, und die sie faszinieren Ansprache des Generalleutnant s a. D. können, find) wirklich Führer, die in der verantwor- IC". T ’ °"***
Aus diesen Worten Hindenburgs spricht die ergreifende menschliche Größe de« Führers des deutschen Volkes, der in dem gigantischen Kampf um die Erhaltung Deutschlands weit über die eigene Person hinausgewachsen ist, der furchtlos und gläu. big den tiefsten Sinn des Ehristentums wahr macht: Das Opfer des eigenen Lebens um der Erhaltung höheren Lebens willen. Blicken wir am Tag vor der Wahl zurück auf die vergangenen Wochen, so können wir ermessen, was dieser wahre Valer des Vaterlandes gelitten habe« muß unter den erbärmlichen Beschimpfungen des jämmerN- chen. kleinmütigen Menschentums. das sich rebellisch'gegen seine Führung erhoben hat. Alan Hal ihn als „Freund der Deserteure", als geistig alters- schwach, als Protektor der Gottlosen, als Schuldigen für die Wirtschaftsnot, kurzum als den Verantwortlichen für die furchtbare Lebenslage des deutschen Volke» verächtlich und klein gemacht und
ten.
Stahlhelm und Il.S.D.A.V»
Die Stahlhelmfront hat in den letzten Tagen vor der Entscheidung noch einmal zu einem Schlag gegen Hitler ausgeholt. Der bekannte Stahlhelm- Propagandist Dr. Eduard Stadtler kritisiert den nationalsozialistischen Präsidentschaftskandedaten auf das schärftste. Er habe in seinem „Souveramtats. rausch" die Partner der Harzburger Tagung brus. fiert und geradezu automatisch zur eigenen, kon- kurrenzmäßig gegen sich selbst gerichteten Frontbildung gezwungen Der Stahlhelm könne den mo- nopolistischen Führeranspruch Hitlers nicht an. erkennen. . .....
Der Stahlhelm sähe die Schwachen des Hitler- schen Führertums sehr genau: politischer Propa- gandismus, der nur noch in Masseneffekten denkt, kommt nur zu leicht in Gefahr, auf dem Gebiet« der feineren und komplizierteren Machtpsychologie, wo die eigentliche staatsmännische Diplomatie sich bewähren muß, zu versagen.
Hitlers Führeranspruch habe sich keineswegs auf die Präsidentschaft beschränkt. Hitler habe au. Herd em noch für seine Parteileute den Reichs» kanzlerposten, das Reichsinnen- und dos Reichswehrmini st erium gefordert. Das feien aber Bedingungen, auf die weder hu- genberg noch der Stahlhelm eingehen konnten, wenn sie nicbt Selbstmord begehen wollten.
Noch schärfer legte sich der Berliner Stahlhel.
I mer, Major von Stephani, gegen die National, sozialisten ins Zeug. Er führte auf einer Mägde» burger Duesterberg-Bersammlung folgendes aus:
„Es entspräche nicht dem nordisch-preußischen Wesen. Menschen zu Göttern zu machen, wenn sie noch leben. Bei der Neugestaltung unseres Volkes brauchten wir im Ausland keine Anleihen zu ma- chen, auch nicht in Rom. Der protestantische Ge- wissenstrieb, verbunden mit altpreußischer^ Pflicht- ! aufsastung, müsse Deutschland neu formen."
hier wird den Nationalsozialisten mroerbrämt j vorgeworfen, daß sie sich vom Faschismus gängeln ließen. Herr von Stephani wird sich doch feine Worte wohl überlegt haben. I Er wird nichts behaupten, was nicht der Wahrheit entspricht. ,
Seine Dorwürfe würden, wenn sie auf Wahrheit beruhen, schon längst gehegte Vermutungen bestätigen: die Hitler-Bewegung läßt sich vom ehe- mals feindlichen Ausland beeinflussen.
So sieht das Verhältnis der ehemals in der t Harzburger Front Derbündeten ausl
Volk in dielen kritischen Zwei Jahren nach dem | Ende des Krieges soweit geführt haben, auf einen Weg, der zwei Jahre lang fast jeden Tag hart am Abgrurst) vorbeigegangen ist, auf einem Wege, der I hart und steinig' ist wie jeder Weg, der in der Geschichte zu einem Erfolge geführt hat, der hart und steinig sein mußte, um dahin zu kommen, wohin wir kommen wolsten: Zu einer außenpolitischen Situation, die uns die Bahn frei macht, zur Befreiung von den Lasten, zur endgültigen Gleich- berechtigung des deutschen Volkes mit anderen Vol. fern '... . (Lang anhaltender stürmischer Beifall).
Wenn die Rechtsopposition den Reichspräsiden, ten wegen der Notverordnung angreift mit dem I Schlagwort „Kampf gegen das System", so sollte sie uns doch endlich einmal sagen, wie sie zu der Frage .stabile Währung oder Inflation steht. (Stürmischer Beifäll). Darauf hat man bis heute noch keine klare Antwort gegeben. Wenn man alles, was man in diesen Tagen und in den ver- I gangenen Monaten den verschiedensten Schichten und Berufen des deutschen Volkes versprochen hat, durchführen wollte, dann hätte man in 14 Tagen I schon eine Inflation in Deutschland. Das System, das auf alle Fälle jetzt immer deutlicher von na- tionalsozialistischer Seite hervortritt in der Agitation, besteht letzten Endes nur in einem einzigen: Die Macht für diese Partei ausschließlich und allein zu beanspruchen. Dagegen richten wir uns. Wenn auch nur ein Versuch, ein solches System durchzuführen. würde in Deutschland zu den schwersten Erschütterungen führen müssen, würde uns in eine Inflation hineinbringen, aus der es vielleicht nachher endgültig keinen Ausweg mehr geben könnte. Wenn man alles, was seit 1918 in der deutschen Politik geschehen ist, als eine Kette von Fehlern bezeichnet, dann bin ich allerdings der I Ansicht, daß es notwendig ist, schon früher anzu- fangen Denken wir uns einmal, der Feldmarschall wäre im Kriege nicht erst berufen worden, Ostpreußen zu retten, als die Gefahr bereits zum äußersten gestiegen fei. Denken wir uns einmal, der Feldmarschall wäre Führer der ganzen deut- schen Armee nicht erst im Jahre 1916 gewesen, dann hätte voraussichtlich die Geschichte des deutschen Volkes ganz anders ausgesehen. (Lebhafter Zu» I stimmung). Dann brauchten voraussichtlich viele Dinge, die in den vergangenen Jahren geschehen sind, nicht geschehen zu sein.
Ein Verbrechen an der Heranwachsenden Ju- I gend sind die Angriffe, die man gegen den Reichs- I Präsidenten wegen seines Alters erhebt, denn das I ist eine Erschütterung der Autorität, die nicht nur I ihre Folgewirkungen hoben wird, in diesen entscheidenden Tagen, sondern lanae Zest später noch. Solche Angriffe zeugen von einer Gesinnung, mit der es niemals ein Paktieren geben wird. (Lang- anhaltender Beifall, Händeklatschen und Bravorufe). Wer wie ich das Glück gehcckt hat, in den | vergangenen Jahren so häufig mit dem Reichspräsidenten sprechen zu dürfen, der kann aus tief- I ster Ueberzeugung das eine sagen, ich möchte den Menschen finden, der über die gleichen Lebenserfahrungen, über die gleiche Fähigkeit der Beurteilung von Eharaktern und Persönlichreiten verfügt, der in der gleichen Weife in der Lag« ist, Dinge scharf und schnell zu durchschauen und ihnen in wenigen Sätzen eine klassische Formulierung zu geben. Nicht diejenigen, die immer und immer wieder mit neuen Vorschlägen, wechselnden Plänen
seinen geschichtlichen Namen in den Dreck des eigenen Parteisumpfes gezogen. Aber trotzdem in tausenden von Versammlungen und Millionen Zetteln beschmierten Papiers gegen Hindenburg — nicht gekämpft. — sondern gestänkert wurde, steht dieser Mann in unerreichter Größe, rein und edel als der Deutsche schlechthin vor den Augen des deutschen Volkes und der well, wenigstens vor den Deutschen, die auch in aller Not des Tages sich einen Funken Menschenwürde im Herzen bewahrt haben. ..Das Vaterland über alles!“ — Das ist das ..System Hindenburg“ in Wirklichkeit. Und vor dieses System der freuen Pflichterfüllung für Volk und Vaterland stellt sich schützend das ganze deutsche Volk, wenn es am 13. März das Bekenntnis zu feinem besten Mann ablegt, zu Hindenburg, dem Vater des Vaterlandes.
In einer Wahlkundqebung der Zentrumspartei in Mainz sprach Reichsarbeitsmrni- st e r S t e g e r w a l d. Er führte unter anderem aus- ,...' Man stehe vor der fchwerwiegenden Frage, ob eine neue Weltordnung aufgebaut wer- den solle auf Gold und Kanonen oder ob eine neue Weltordnung geschaffen werden solle, bei der der «ine Staat auf den anderen Rücksicht nimmt durm gegenseitige Verträge. Deutschland stehe auf dem Standpunkt, daß die Völker miteinander verkehre« follten. Mit Illusionen tonne man dies« i
und Bekennermut forderte gegenüber den Ausflüchten derer, die Hindenburg zwar als Soldaten ehren, aber als Staatsmann ablehnen wollen.
Die Kundgebung schloß mit dem begeistert auf» genommenen Deutschland-Lied.
Warnung vor Wahl-Lügen.
Wie verlautet, wird von radikaler Seite beah» sichtigt, in den letzten Stunden vor der Wahl durch Wahllügen die O e ff e n t l ichkei t irre zu führ e n. Deshalb wird vor derartigen Nachrichten, die entweder durch Flugblätter oder durch Mundpropaganda verbreitet werden sollen, eindringlichst gewarnt. Insbesondere ist die Behauptung verbreitet daß der Herr Reichspösident von Hindenburg seine Kandidatur zurückziehe. Das ist alles aufgelegter Schwindel jener Leute, die ihre ganze Taktik auf die Dummheit ihrer Mltmeil- sitzen aufbauen wollen. Gebt den Herrschaften, die Euch für dumm verkaufen wollen, die richtige Antwort.
Gegen naive Propheten.
Erscheint iechsmal wöchentlich, Wochenbeilagen. „Die Web im W und Buchenblätt«" sS
her Fuldaer »ktienbruderei tn Fulda. Abrufe, »chrm
leitung 3153 -r.ildoer Äetiendruckerel 3151 und 3152 „
nicht gestalten. Jetzt sei bie totunoe genannten, wo nach außen und innen- die Bilanz ge- zogen werden müsse. Das Jahr 1932 werde nicht nur in außenpolitischer Hinsicht ein richtiges Kampfjahr sein, es werde auch im Innern m finanzieller, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht ein schweres Jahr werden. Ich bin überzeugt sag-e der Minister, daß wir auch das Jahr 1932 über stehen werden, wie wir die Jahre 1914 bis 1918, die Inflation und das schwere Jahr 1931 überstanden haben. Voraussetzung dafür allerdings ist, daß auch im Jahre 1932 die politlsch- Vernunft die Oberhand behalt gegenüber naiven politischen Prophe»
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tungsvoller Stunde die Geschicke des Volkes zum i Guten lenken können, sondern es sind nur die von Gott gesandten Männer, rote der Reichspräsident von Hindenburg, der in seiner tiefen Gottesfurcht in allen entscheidenden Stunden im Kriege und nach dem Kriege den Mut hatte, durchzuhalten und die schroeren, aber richtigen Entschlüsse zu tref- fen. . ..
Vor den historischen Leistungen des Reichspra- I sidenten follten die schweigen, die solche Leistungen nicht aufzuweisen haben und nicht in der Lage sind, diese Gottesfurcht, diese klare Entschlußfähigkeit und diese Demut der Gesinnung aufzubringen. Mit erhobener Stimme fuhr Brüning fort: „Schweigen sollten alle diejenigen, die bislang noch nicht bewiesen haben, daß sie in der praktischen Politik überhaupt etwas leisten können. (Zustimmung) Schweigen und verstummen sollten die Angriffe, sollte jede Kritik an diesem Mann, weil es schon eine Schande für das deutsche Volk in der Geschichte fein wird, daß überhaupt solche Angriffe gegen den Reichspräsidenten gerichtet werden. (Langanhaltender stürmischer Beifall). Ein Volk, das einen Mann zum Staatsoberhaupt hat, der in der Geschichte seine Bedeutung immer haben wird, an besten historischer Bedeutung überhaupt gar nicht zu rütteln ist, der das Symbol deutscher Kraft und Einheit in der ganzen Welt ist! Kann ein Volk es überhaupt dulden, daß gegen einen solchen Mann in dieser Form geredet wird? Dann entehrt sich ein solches Volk vor der Welt und vor sich selbst! Ich appelliere in dieser Stunde an die | deutschen Frauen und Mütter, daß sie keine Entehrung des deustchen Volkes dadurch zulasten, daß einem Manne rote dem Reichspräsidenten, der in der Geschichte bereits seinen Einzug gehalten hat, die Treue nicht gehalten wird. Ich kann mir nicht denken, daß die deutschen Frauen, die gestern die, Rundfunkrede des Reichspräsidenten gehört hoben, nicht tief erschüttert gewesen sind und alles daran setzen werden, daß der Reichspräsident am 13. März einen vollen Sieg .erringen wird. Ich I richte an sie alle die inständige Bitte, die letzte Kraft und Energie einzusetzen, daß der 13. März I für den Herrn Reichspräsidenten zu einem Ent- I scheidungssieg wird, der auch ein Entscheidungssieg für Deutschland sein wird. Hindenburg muß siegen, I weil Deutschland leben muß!"
Minutenlang anhaltender Beifall. Die ganze Versammlung erhebt sich und bringt dem Reichs- I kanzler etwa fünf Minuten lang stürmische Huldi- | gungen dar).
I Graf Westarp, der bekannte konservative Politiker, stellte anschließend die Reichspräsidenten- wähl unter den Gesichtspunkt des außenpolitischen Ringens um Deutschlands Ehre und Freiheit. Die I Stunde erfordere gebieterisch, daß bei der Wahl des Staatsoberhauptes alles geschehe, um Deutschlands Stellung im Auslande zu verbessern und seine Kraft und Entschlossenheit im Innern für die bevorstehenden schweren Zeiten zu stärken. Name und Persönlichkeit eines Reichspräsidenten von Hindenburg seien ein nationaler Besitz, den wir mit derselben eisernen Pflichttreue, mit der er sich wiederum zur Verfügung gestellt habe, in dem kommenden Kamps Deutschlands um seine Frech eit ein- zusetzen Hüften. Wir stünden jetzt im letzten Angriff I gegen die Schuldlüge und ihre Folgen, 3n ihn müsse die Präsidentenwahl hineingestellt werden mit der Parole: Tannenberg und Hindenburg!
Die große Kundgebung des Hindenburg - Aus- irfniffes am Freitag abend im Berliner Sportpalast > mar von etwa 15 000 Personen besucht. Reichskanzlers Brüning wurde, als er kurz vor 8 Ufjr in Begleitung von Minister Groener, Staatssekretär Pünder und den Pressechef der Reichskanzlei, Dr. Zechlin, erschien, mit minutenlangen Beifallsrufen und Händeklatschen begrüßt. Ein besonderer Saalschutz war nicht eingerichtet.
Die Reihe der Reden eröffnete Reichstagsabgeordneter Landrat a. D. Dr. Gereke, der in feiner Ansprache nochmals die Ueberparteilichkeit des Hindenburg-Ausschusses betonte. Der Hindenburg- i Ausschuß habe dem Reichspräsidenten versprochen, den Wahlkampf in ritterlicher Weise zu führen, wie es seiner Bedeutung und seiner hohen Person entspreche. Leider aber werde der Kampf von der Gegenseite in wenig ritterlicher Weise geführt. Der Redner erklärte, daß Hindenburg trotz aller gegenteiligen Behauptungen den Kampf bis zum Ende durchfechten werde. (Lebhafter Beifall.) An der Spitze des Volkes stehe ein Mann, der feiner Parole von 1925, daß er keine Bindungen von irgendeiner Partei annehme, treu geblieben fei und such jetzt jede parteipolitische Bindung ablehne, sondern' nur der Treuhänder des gesamten deut- schen Volkes sein wolle. Hindenburg bedeute Ue- berwindung des Parteigeistes und Verhinderung I des Bürgerkrieges.
Während der Rede Gerekes wurden von dem Ring gegnerische Flugblätter herabgeworfen, was in der Versammlung einige Unruhe hervorrief.
Reichskanzler Brüning wurde beim Betreten I des Rednerpultes mit lang andauernden, sich immer wiederholenden Kundgebungen, Hochrufen, Händeklatschen, Hüte- und Tücherschwenken begrüßt. Der Reichskanzler bezeichnete den 13, März als einen Schicksalstag für Deutschland. _ „Alles", I so fuhr ef"fort, „was es an Vernunftgründen überhaupt gibt, hätte dazu führen müssen, daß die Parteiführer zu einer Zweidrittelmehrheit im Reichstage für die parlamentarische Verlängerung der Amtszeit des Reichspräsidenten zusammenge- funden hätten. Es ist nicht zu verantworten, in diesem Augenblick das deutsche Volk in einen Kampf ohnegleichen, in eine Zerreißung von alle dem, was zusammengehört in der Not des Vaterlandes, hineinzutreiben. Alles ist aus der Erkenntnis des I gefahrvollen Augenblicks versucht worden, zu diesem Ergebnis zu gelangen. Der Reichskanzler erinnerte dann an feine Besprechungen zu einer parlamentarischen Verlängerung der Amtszeit des Reichspräsidenten zu gelangen und erklärte dazu: „Diese Verhandlungen sind nicht ins Blinde hinaus geführt worden. Lange vorher hatten Füh- | lungnahmen stattgefunden, die uns den Glauben geben konnten, daß die Parteien der Rechten zu solchen Entschlüssen bereit gewesen wären. Aber vom ersten Augenblick ab war klar zu erkennen, daß ein taktisches Ziel der beiden Rechtsparteien gegen einander begann, das an sich mit der Reichs- präfidentenwahl nichts zu tun hafte. (Lebhafte Pfuirufe). Brüning wiederholte hierauf feine Erklärung, daß er dem Reichspräsidenten mehrfach seine Demission in ernstester Weise an geboten habe (Laute Zurufe: Dableiben!). Hindenburg hat sich entschlofsen, getreu seinem ganzen Charakter und seiner historischen Mission sich auf parteipolitische Bedingungen nicht einzulas- sen. (Lebhafter Beifall). „Aber Hindenburg hat es gestattet und ich als verantwortlicher Reichskanzler habe dem zugestimmt, daß ohne mich Verhandlungen mit den Rechtsparteien durch Beauftragte geführt wurden, um zu einer Klärung der Situation zu kommen. Heute spreche ich nichts Neues aus, wenn ich sage, daß in diesen 14 Tagen der Verhandlungen es sich herausgestellt hat, daß diese Parteien stich nicht einmal über irgendeinen Punkt eines Regierungsprogramms bezw die Besetzung eines M in ist erstuh- les einigen konnten. (Hört, hört!). Es ist von großer Bedeutung, das immer und immer wieder auszusprechen, weil im Lande mit einer Flut von Lügen und Verleumdungen gegen die verehrungswürdiae Gestalt des Reichspräsidenten gerade in bezug auf diese Dinge gearbeitet wird. Mein Vorredner hat schon darauf fjmgerotefen, tzvß es für eine Persönlichkeit von monumentaler geschichtlicher Bedeutung, wie die des Reichsprasi- benten, ausgeschlossen ist, sein Amt entgegenzunehmen auf Grund von Versprechungen und parteipolitischen Bedingungen. Er wurde sich selbst und dem Sinne der Verfassung untreu werden.
FuldaerZertnng
Anzeiger für die Stadl Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Sreisblalt.