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Beilage zur Fuldaer Zeitung

Nr. 61

ren.

Epistel: Hebr. 9, 1115.

die

Vater und Sohn.

Befragung zum Sonnkagsevangelium.

Auch die Juden, «rwarteten einen äußeren Er» !öfer. Er sollte sie aus ihrer politischen Knecht» schüft herausführen und ihnen wohlmöglich dis Herrschaft über andere Völker bringen. Das wäre ihnen das liebste gewesen: selbst frei sein und, wenn es geht, andere knechten. Das ist immer der geheime irdisck)e Zug, der Völker wie Parteien gleicherweise beherrfdjt. Freilich, ftur Hälfte ist diele Haltung auch berechtigt. Kein Volk und kein Mensch sollte und will unter der Fuchtel des anderen ste­hen. Das entspricht dem Auge des Menschen nach Freiheit. Und 'der Drang nach solcher Freiheit ist edel, weil er von Gott selbst stammt, dem Vater der Menschen, der die Menschen wie gute Brüder und Schwestern untereinander leben haben will-

Gott hat den Juden die Hoffnung auf einen politischen Messias nicht erfüllt. Gott kennt die Schwächen der Völker: sind sie zur Macht gelangt, dann vermögen sie nicht die Grenze der Macht zu finden, sie werden Bedrücker. Die Machtgier der Völker und Gruppen ist nicht von Gott, kann nicht von Gott sein, weil Unterdrückung nickst den w a h» ren Frieden bringen kann, höchstens den Scheinfrieden, der die geballte Hand in der Tasche nicht sieht. Die Juden sind nicht die Einzigen, die das Heil von einer politischen Erlösung erwarte­ten. Die Weltgeschichte kennt diesen Kampf seit Jahrtausenden. Und was in unseren Tagen um- kämpft wird, das wird «inst eine kleine Zwischen- Gegebenheit im großen Buch späterer Geschichte sein. Die Menschen werden dann neuen Gößen nachlaufen und ihr Heil von ihnen erwarten, fin» den werden sie es aber auch dann nicht, ebenso

Liebe sät. kann Liebe ernten. Ist aber in euch die Liebe, dann wird sie auf eure Mitmenschen übergreifen, von da auf euer Dorf, auf euere Stadt, auf euer Volk unt) die Völker der Erde.

Der Vater im Himmel ist die Quelle der Liebe. Aus Liebe schuf er den Menschen und hauchte ihm den Odem des Lebens ein. Ganz tief im Menschen niht dieler Funke göttlicher Liebe, aber er ist für viele mit Asche verschüttet. Sie kennen den Va­ter nicht mehr.Wer aus Gott ist, der ho- ret Gottes Wort; darum hört ihr nicht Dar­auf, weil ihr nicht aus Gott seid." Freund, wenn du Christi Wort in dir bewahrst, dann hast du einen Maßstab in all Dem Geschrei und Gezeder unserer Tage. Du siehst der Menschen Werk dann im Licht der Ewigkeit, und Der Augenblick der Gegenwart wird trotz des lauten Lärms klein und armselig. Aber du siehst dann auch, woran die Welt krankt: an der mangelnden Siebe. Jesus kannte den Vater. Deshalb wurde er nicht müde, den Menschen Liebe zu predigen.

| Und sein Wort gilt heute mehr denn se.

Palaste von Pontius Pilatus, auf der der Heiland nach seiner Geißelung hinausgeführt wurde, um dem Volke vorgestellt zu werden. Es ist eine Marmortreppe, setzt zum Schutze mit Holz verkleidet, an einigen Stellen finden wir Dehnungen mit Glas verschlossen, unter Denen Blutspuren des Heilands zu sehen sein sollen.

Unten zu beiden Seiten der skala santa stehen zwei zum Herzen sprechende Marmorgruppen: der Verrat des Juda» und ein Ecce-Homo, von Papst Pius IX. er­richtet, der die hl. Stiege noch am Tage vor seiner freirotUigen Gefangenschaft 1870 besuchte. In der Ka­pelle, an der die hl. Treppe mündet, ist ein Bildnis Christi, das angeblich vom hl. Lukas gemalt wurde.

Rührend ist die Frömmigkeit der Italiener, der man besonders in Rom überall begegnet. So verehren die Römer sehr ein wundertätiges Bildnis des Irju- kindleins, das in der Kirche von Aracoeli ge­zeigt wird. Es ist über und über mit kostbarem Schmuck bedeckt. Dieses mit einer herrlichen Krone gezierte RinMeln Jesu wurde int 15. Jahrhundert von einem Franziskanerbruder in Jerusalem aus Olivenholz vom Garten Gethsemanie geschnitzt und dann später in die Kirche in Rom gebracht. Wie gesagt, die Römer lieben dieses Jesukindlein innig und erzählen von ihm fol­gende Legende: Eine reiche Römerin verehrte dieses bambino d. i. Kindlein ganz besonders und besuchte es täglich, ja sie ließ es sogar von einem Künstler ganz genau nachbilden, holte sich nun bas wundertätige Gnadenbild heim und setzte an seine Stelle das nach- geabmte. Da hörten eines N" ' ts b1» Mönch« lAracoeli Ist eine Klosterkirche) ein sanftes Pochen an der Klo­sterpforte, und als sie öffneten, begehrte das gestohlene Jesulein wieder Einlaß. Seit jener Zeit soll es ein Füßchen etwas gehoben halten." Solchen lieblichen Legenden begegnet man in Italien sehr häufig.

An einem schönen Morgen machen wir uns auf den Weg zur Paulskirche vor den Mauern, die über dem Grabe des hl. Paulus errichtet wurde Welche Pracht! Schier scheint sie uns zu blenden. Die ganze Welt hat sich beteiligt mit kostbaren Liebesgaben um | diese hl. Stätte so würdig wie möglich zu gestalten.

wenig wi« sie es in unseren Tagen finden wer­den .. .

Die herrschlüsternen Pharisäer konnten dem Heiland diese Enttäuschung nicht verzechen. Vom Heiland bekamen sie keine glänzenden irdischen Posten. Gottes Sohn kam nicht, um das Los aller irdischen Herrschaft zu teilen, um aufzuwallen und unterzugehen er kam aus dem Ratschluß des ewigen Vaters, um eine ewige Erlösung zu erwirken. Hatte er ein jüdisches Reich gesck)affen, er wäre bald zu einer Gestalt der Geschichtsgelehr- ten herabgesunken und für die meisten Menschen verschollen. So aber kam Christus aus der Ewig- leit, um den Menschen aller Jahrtausende Erlöser zu sein. Sein Wort von Frie­den des Herzens und vom Frieden Der W e l t war einfach und schlicht.Liebet einander tn Innigkeit, die ihr miteinander lebt, und liebet den Vater im Himmelreich, der euch Tag und Nacht, Frühling und Herbst, Leben und Dasein gibt. Aber sucht zuerst den Frieden in euch. Macht zuerst die Liebe in euch wach: denn nur der, der

Es geht immer so in der Welt: wer schlichte, einfache, nüchterne Wagest sagt, wird von den Schreiern und ihrem Anhang verachtet und .zur Seite geschoben. Wer aber den Mund nicht voll genug von großartigem Geschwätz neh­men kann, der ist ihr erwählter Liebling. Wer Ver­sprechungen macht, wer in hochtönenden Worten eine zauberische Zukunft verheißt das ist der Wann der Unbeständigen, der Bodenlosen. Das ist mit der öffentlichen Meinung zu allen Zeiten so gewesen, nicht nur in unseren Tagen.

passionssonnlag (Judica).

Eingangslied: Ps. 42, 12.

Schaffe mir Recht, o Gott; führe meine Seele gegen ein unheil'ges Volk. Dom bösen, rankevoi- len Mann errette mich: denn du bist mein G. n und meine Stärke. (Ps. ebb. 3.) Seck mir dem Licht und deine Wahrheit, daß fw M deinem beu­gen Berg mich leiten und in dein Zelt mich fuh-

kussion über die zeitlichen Fragen ist übergegangen n ein Ringen um die ewigen; der Eifer der Gläu­bigen und der Fanatismus der an der Tragik des Lebens zerbrochenen Antigottleute beweisen das. Und lenkt man den Blick hinaus über unsere Oren, zen, wo kaum ein Volk sich sicher fühlt vor schwe­ren Schicksalsschlägen und wo allenthalben eine bedrückende Gärung durch die Lande geht, so be­stätigt sich, daß solche Strifen wie wir sie durchle­ben, bis in die tragenden Fundamente der mensch­lichen Gesellschaft gehen und zu Entscheidungen für ober wider Gott naturhaft und gewaltsam drängen.

In einer solchen weltgeschichtlichen Stunde ha­ben die beiden, über den ganzen Erdkreis hin ge­hörten und beachteten Männer, die das deutsche Volk führen, sich zum Gottesgedanken bekannt. Et- was, das über allen Parteien, über allen Natio­nen selbst steht, haben sie als ihren Stern bezeich­net. Aus ihrem Wesen selbst spricht

bet große kategorische Imperativ, daß mir alle und daß alle wett zum Gewissen zurück muß, zur Verantwortlichkeit, zur Demut vor Gott.

Im Versailler Friedensdiktat wurde der Name Gottes nicht genannt, aus den Reden der Großen ist er weithin verschwunden, in breiten Schichten des Lottes unter Sorgen und Not verschüttet, und doch muß ein Kind begreifen, daß es beute ganz sicht­bar der rettende Gedanke ist. In diesem Wort be­kennt man sich zur Gottesordnung, in der die Ord­nung der Natur und der menschlichen Gesellscha t gründet. Kann irgendjemand leugnen, daß die Kri­sen von heute einfach die Rache der Natur sind de wir beleidigt haben, weil wir ihre Gesetze nicht mehr verstanden? Ist Dantes Hölle heute auf Er­den so könnte ein Vergil und ein Goethe uns be­lehren, daß die Verkehrung der Natur immer und zu jeder Zeit die Hölle auf Erden bringen mutz, und Los ist Lebensweisheit, Staatsweisheit, gei­stige Politik.

Man gebt durch das Land und verwandelt das laufende Band der Skandalprozesse, die wir Tag für Tag an uns vorübergleiten lassen, in das ebenso saufende Band der Sensation und des Ra­dikalismus. Einen solchen Ehrgeiz haben rott nickst, denn in uns wohnt noch das Erschraken in der Seele, das jeden erfaßt, der noch weiß, was Sünde ist und was Verbrechen. Wird man be­streiten können, daß Vieles und Entscheidendes 'n der Wirtschaft und in der Politik einfach deshalb nicht in Ordnung ist, weil es a n Gewissen gefehlt hat und an Verantwort ungs- bewutztsein? Muß aber das Gewissen nutzt.in Verfall geraten, wenn der Gottesgedanke feine Macht nicht mehr ausübt? Dagegen hilft noch jo

Fußboden und Wände glänzen im seltensten Marmor- schmuck. Goldkassettierte Decke, prachtvolle Alabaster- jaulen Geschenke eines ägyptischen Königs etn Wald von Granitsäulen, jede aus einem Block, tm Simpion gebrochen! Der Fries des Mittelschiffes zeigt Mosaikportrarts sämtlicher Päpste bis Petrus. Die Apsis trägt ein herrliches Mosaik. Links der Apsis liegt die Sakramentskapelle, in der der hl. Ignatius mit sei­nen Jüngern die Gelübde ablegte vor einem alten Kru­zifix, das zur hl. Brigitta geredet haben fall. Dem Grabe des hl. Paulus, der unter dem Hochaltar ruht, gilt unser Besuch. Sein Geben zieht an uns vorüber, in dem Gottes Fügungen in solch wunderbarer Weise offenbar wurden. Richt ohne stille Ergriffenheit ver- lassen mir diese fromme Stätte und suchen uns die liebliche Kirche unserer Königin und Mutter auf, Santa Maria Maggiore. Aus dem Platze vor dieser Basilika erhebt sich eine gewaltige Säule, ge- krönt mit einer Bronzestatue der Gottesmutter. Nach der Legende hatte ein frommer römischer Senator in der Nacht auf den 5. August eine Vision, in der er die Weisung erhielt, zu Ehren der Mutter Gottes eine Kirche zu bauen aus der Stelle seines Besitztums, die er am Morgen mit Schnee bedeckt finden werde. So steht er nun vor uns. der Prachtbau, innen reich ge­schmückt mit Säulen, Mosaiken und einer der schön­sten Decken Roms, vergoldet mit dem ersten Golde das aus Amerika nach Europa kam. Der Altar der mit kost­baren Wänden geschmückten Confessio birgt die Krippe von Bethlehem, die Wiege des Heilands. Pius IX., ber» sie hierherbrachte, kniet in Andacht versunken davor. Diese herrliche Marmorfigur ist von Kardinalen ge» stlstet. Wie daheim am Mutterherzen, so fühlt sich hier der Rompilger aus fremdem Lande warm und gebor­gen unter dem mütterlichen Schutzmantel Mariens.

Unter all den Heiligtümern Roms wollen wir in der uns bemessenen kurzen Frist noch die Basilika des hl Märtyrers Laurentius vor den Mauern aufiuchen die durch Constantin den Gr. im Jahre 330 über dem Grabe des hl Laurentius errich­tet wurde. M die an die Verehrung dieses Heiligen

große Sachkenntnis allein nichts, denn es handelt sich nicht um Einsichten tn die Gesetze der Wirt­schaft und der Politik, sondern um das Gewißen, um die Kraft zu ethischem Handeln, um den Wil­len und um den Charakter. Morgen säßen im Ruhrgebiet Arbeitgeber und Arbeitnehmer cm gleichen Tisch, wenn die Gesetze einer Ethik, die auf dem Gottesgedanken ruht, in di« Praxis über­gingen. Niemals aber wird dieser Augenblick kom- men, solang« man sich in der Wirtschaft nicht zu dieser Ethik bekennt, und es wird Kampf bis aufs Messer an die Stelle des zum Schweigen verurteil» ten Gewissens treten, und es wird die blinde Lei­denschaft das klare Auge der Güte und Mensch» Itokit verdunkeln.

Wir danken es dem Kanzler, mir danken es dem Reichspräsidenten von Hindenburg, daß der Gottesgedanke und der Gedanke des Gewissens wieder aufgeleuch­tet sind im Kampfe des Tages. Groß« Vertun- digung der besten deutschen Tradttion ist das. Es ist ein Erbe, das dem katholischen und dem pro­testantischen Volksteil gleicherweise teuer ist. Eme Quelle von Kraft und Vertrauen liegt hier, Die durch nichts ersetzt werden kann. Das Volk weiß darum und hängt an Brüning. Es spurt tn ihn« den Charakter, den Mann der Sachlichkeit und des Verantwortungsbewuhtseins. den Mann der echten Ritterlichkeit, die nicht in romantischer Träumerei und in luftigen Don Quichoterien besteht, sondern in dem männlichen Einsatz für das deutsche Ideal um Gottes willen. So sehen wir

Hindenburg und Brüning.

Achtung vor Wissen, Klugheit, Weltruf. Da» alles aber gehört zu den Gaben, di« heut« in zwei» ter Linie stehen, liegt doch das Geschick ber Nation und aller Völker letztlich int Sittlichen, tm Rest- giösen, in der Treue zu dem, was Deutschland in feinen besten Zeiten unüberwindlich gemacht hat.

Ser MesgeMe In Mrlschasl und Üolfflt

Wahlgedanken.

Bon Friedrich Mucker mann S. I.

Brüder! Christus erschien als Hoher Priester der künftigen Guter. Er ging durch das erhabe- nere und vollkommenere ^lt, das mcht von M« - schen.hand gemacht, bas heißt, nicht von dieser Welt ist: auch nicht mit dem Blute von Bocken und Stieren sondern mit seinem eigenen Blut em für attS' in bas Allerheiligste, nachdem er etn« ewige Erlösung bewirkt hatte. Denn wenn schon das Blut ber Böcke unb Stiere unb die Despren- attnn mit dem Asche einer Kuh die (gesetzlich) Ver­unreinigten heiligt, so daß sie leiblich rein werden, um wieviel mehr wirb dann bas Blut Christi, ber im heiligen Geiste sich selbst als ein unbeflecktes Opfer Gott dargebracht hat. unser Gewissen von toten Werken (Sünden) reinigen. Damit wir dem lebendigen Gotte bienen? Darum ist er ein Mitt, ler des neuen Bundes, damit durch seinen Tck, den er zur Erlösung von den unter dem ersten Bunde begangenen UÜbertretungen erlitt, die Be­rufenen bas verheißene, ewige Erbe schielten in Jesus Christus, unferm Herrn.

Evangelium; Joh. 8, 4659.

Da hoben sie Steine auf. um auf ihn zu werfen.

Ein Besuch im Ewigen Rom.

(Schluß.)

Rom bietet dem Besucher eine solche Fülle von Gro­ßem und Schönem, daß der, dem nur eine kurze Spanne hier zu weilen vergönnt ist, sich das eine und andere herausgreifen muß.

So wollen wir denn unsere e<j)riüe lenken zum Lateran, dem ehemaligen Palast ber Päpste, ver­bunden mit der Kirche St. Johann im Lateran die als Kathedrale des Papstes den Titel tragt: ..aller Kirchen der Stadt und des Erdkreises Mutter und Oberhaupt". Auf dem Platz vor dem Seiteneingang zu dieser Basilika erhebt sich ein gewaltiger Obelisk, der anderthalbtausend Jahre v. Ehr. den Tempel der Sonnengottes zu Heliopolis in Aegypten chmückte. Auch die Lateranskirche ist prächtig ausgestattet, te lwe,st schönem Mosaikfußboden, einer farbenprächtigen Decke nach dem Entwurf von Michelangelo, mit Marmor Igu- ren der 12 Apostel. Wir wenden unsere AuM-rksam- keit dem Sakramentsaltar zu mit feinem Reichtum an kostbaren Samen und seltenen großen Edelsteinen lieber ihm wird der Tisch aufbewahrt und gezeigt, an dem Christus einst mit feinen Jungem das »tz Abendmahl feierte. Wir befinden uns an e'ner der ehrwürdigsten Stätten der Christenheit mit WienKe guten großer Heiliger nebst zwei großen Kreuzparn hindert, hier herumzutanzen, als sei er auf bem Sptel platz. Der Lateran ist von Constantin dem ®r bem nächtigen Kaiser der Christenheit, um 31-bem Palst zur Wohnung geschenkt worben. Viele Pupste haben Konzilien wurden hier abgehalten: 1929 schloß hier ber Papst mit Italien Frieden durch einen Vertrag, wir sehen das goldene Schreibzeug und die Stuhle, derer sich Mussolini und Gasparri beim Abschluß des Ver­trages bedienten. , ,

Ganz in der Nähe des Laterans besuchen wir mit Ehrfurcht die hl. Stiege, das ist jene Treppe aus bem

In feiner großen Reichstaasrede vom 25. Febr. sprach der verantwortliche Lester ber deutschen Po­litik ausdrücklich von demVertrauen auf eine höhere Macht". Aehnlich hat sich der Reichskanzler vor dem Weltparlament des Volker» Hundes geäußert und dort ausdrücklich an die christlichen Grundsätze erinnert Wenn in irgendeinem Punkte, bann besteht tn diesem eine volle Uebereineftimmung des Kanzlers mit unserem allverehrten Reichspräsidenten von Hin- den bürg. Bei beiden haben wir und hat die ganze Welt die feste Ueberzsugung. daß sie ihre Entschlüsse fassen und ihr schweres Amt verwalten vor dem strengen Richterftuhl des eigenen Gewis­sens, das in Gott verankert ist. Das macht recht eigentlich ihren gemeinsamen Charakter aus. das ist der feste Grund jener dauerhaften Freundschaft, das ist auch das Geheimnis ihrer Volkstümlichkeit. Die Einheit von Genera­tionen wird in beiden sichtbar, die den Jüngeren mit dem Aelteren verbindet, die Einheit der Na­tion. in der ein Katholik und ein Pro­test a n t sich verstehen vom Gewissen her und von der gemeinsamen Verantwortung vor ihrem Volk. Ein unberechenbares Maß von Vertrauen strahlt von ihnen aus, ein hohes Ethos von Religion und Sittlichkeit, von Treue und männlicher Art.

Wir denken nicht daran, mit diesen Worten ir- geckeincn Personenkult zu verbinden oder gor ge­schichtliche Lorbeeren auszuteilen, was uns nicht ziemt und nicht zusteht. Wohl aber dürfen wir daran erinnern, daß in diesem ebenso bescheidenen als kraftvollen öffentlichen Bekenntnis zum Gottesglauben und zum Christen» tum, das di« edelste Toleranz oller andern Gut­gesinnten naturhaft einschließt, in unfern Tagen eine politische unb wirtschaftliche Macht von gründ- legender Bedeutung gesehen werden muh. Unsere Zeit ist durch schwerest Schicksale aufgensjen wor­den. so daß die tiefften Strömungen und Leiden­schaften der Menschen offen zu Tage treten. Der schlecht bezahlte oder gar arbeitslose Bergarbeiter sowohl wie der reichste Industrielle, der Leiter von Riesenbanken wie der kleine Kaufmann, der Großgrundbesitzer wie der Landarbeiter, der vol.» kommen mittellos dastehende jüngst unter so har­ten Formen entlassene Studienassessor sowie der Junglehrer, die Akademiker der verschiedensten Be­rufe, die Tröger dec kleinen und der großen Aem- ter in Staat und Kirche, di« Mitglieder der gro­ßen Verbände von Heer und Polizei, sie alle, wo­hin man immer schaut, fühlen, daß es heute um letzte Dinge geht, um die eigene und um des Volkes Existenz. Die Dis-

aieine Mitteilungen.

Warum die Jesuiten so off verfolgt werden.

Der Osservatore Romano bringt in Nr. 50 aus. führlich und in großer Aufmachung die Protest- kundgebilng in Rom gegen die Vertreibung der Jesuiten aus Spanien. Di« Rektoren des franzost. fchsn und italienischen Kollegs (Capranicum) hat­ten alle Vorsteher, die ihre Zöglinge an die papjt- liche Universität Gregoricma schicken, zusammenge- rufen lieber 60 Rektoren, Obere waren erschienen. Sie wollten dem Iesuitengeneral, Pater Levo- chowski ihre Teilnahme aussprechen. In der An- spräche hob der Rektor des Eapranicums das Un­erhörte dieser Verfolgung hervor. Gerade in Spa­nien sei doch die Wiege der Jesuiten, für Spanien hätte die Gesellschaft ihre besten Kräfte £ur Ver­fügung gestellt, dort in Wissenschaft und Wohl- tätigteit das Höchste geleistet.

In seinem Dank wies Pater Ledochvwski dar- auf hin, dis Gesellschaft fei immer verfolgt war- den. Verfolgung würde ihr auch in Zukunft wohl nicht erspart bleiben. Sie fei eben nicht ein Orden für Ehrenposten und Auszeichnungen, sondern eine energische Stoßtrupp« der Kirche, müsse die ersten Angriffe auffangen. Der jetzig« Schlag fei au- herordentlich bitter, 5 blühende Provinzen zerstört, herrliche Unternehmungen vernichtet, 3000 ReU- aiosen hinausgeworfen, 1200 studierende '©djolafti- ter müßten im Auslände untergebracht werden- Aber zwei Gedanken trösten uns: Der erste ist der Griind der Verfolgung. Die Gegner haben ihn offen genannt: unsere Treue und Anhänglichkeit an den Papst, die Kirche. Der zweite die aufrich- ttge Teilnahme, die herzliche Sympathie, welch« uns von allen Seiten entgegengebracht wird. Wir sollten in Spanien unbeliebt fern! Trotz aller Machtmittel konnte die Regierung die außerge­wöhnlichen Kundgebungen nicht unterbinden Von allen Teilen Europas wie aus Amerika wird das Vorgehen der Regierung scharf getadelt. Man nennt die Vertreibung: ungerecht, antiliberal, un. demokratisch, unwürdig des 20.^IahrhilNdert^^ anknüpfenden Legenden sind in Gemälden bargeftellt an den Wänden in der Borhalle der Oberkirche. In der Unterttrche sieht man durch eisernes Gitterwerk den Marmorsarg, in dem die Leiber des hl. Laurentius und des hl. Stephanus ruhen. In liebenswürdiger Weis« führt uns ein itallenischer Kapuzinerpater und gibt uns bereitwillig tn feinem eigenartigen Deutsch Erklärungen. So zeigt er uns die Marmorplatte mit Blutspuren, auf die der Leib des hl. Laurentius nach feinem Martertode gelegt wurde. Gegenüber dieser ehrwürdigen Grabstätte ist Papst Pius IX. auf feinen ausdrücklichen Wunsch betgesetzt: er hatte um ein schlichtes Grabmal gebeten. Später ist die Kapelle über seiner letzten Ruhestätte durch Gaben aus der ganzen Welt unbeschreiblich kostbar mit Gold und Edelsteinen ausgeftattet worden. Unser freundlicher Kapuzinerpater er spricht wohl 6-8 Sprachen hier gibt er eng­lische, dort französische Auskunft - führt uns noch mit Wachsstreichhölzern in den Händen durch die von ihm ausgegrabenen Katakomben. Schauern überrie­seln uns hier unten und Schädel und Totengebein rufen uns ein lautes Memento mori zu.

Auf Schritt und Tritt begegnet man in Rom (Er­innerungen, von denen uns verstaubte Bücher melden, wechselreiche Bilder sind über diese weltgeschichtliche Bühne dahingezogen und haben unverwischbare Spu­ren hinterlassen, sodaß Goethe in seinen Reisebeschrei­bungen Recht behält:Rom ist eine Welt und man braucht Jahre, um sich nur erst drinnen gewahr zu werden". Deshalb haben wir auch das alte und das moderne Atom nicht gesucht. Unserem gemeinsamen Vaterhaus galt unser Besuch, dem heiligen Rom, und auch In diesem haben mir nur hie und Da aus den Quellen frommer Ergebenheiten geschöpft. Wir haben uns packen lassen von gewaltigen Eindrücken und vom kindlich frommen Sinn der Römer und des stalienischen Volkes überhaupt- Wir haben hier die katholische Ver- buckenheit gefühlt und bleiben erschüttert von dem großen Glück, zu Ihr zu gehören.