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WMMÄMlM

Beilage zur Fuldaer Zeitung

NILS

11. Mörz

Perlen des Leids.

Ein jedes Leid, das mir das Leben bringt, Leg still ich nieder in die Opferschale, Damit es einst zu einer Perle werde, Die hell im Kelch der Schmerzen glänzt und klingt.

Und weil mir jeglich Glück ein Leid gezeugt, Weil aus der Lieb erwuchsen bittre Schmerzen, So leg ich einst an Gottes Daterherzen Die Perlenkette nieder, gramgebeugt.

Er aber lächelt mir voll Güte zu, Streut mlld die Perlen zu Mariens Füßen, Bis Lilien unschuldsweiß daraus erfprießen, Aus deren Dust mir quillt die ewige Ruh!

Emmy Ficus.

Des Lebens kleine Freuden müssen uns jetzt ein großes Glück ersetzen. Fehlen fie aber nicht völlig in unserem Dasein, diese Freuden? O nein! Wir müssen fie nur wieder schätzen lernen. Des Lebens kleine Freuden findet und erkennt der Ge­nügsame: Er findet, daß noch zahllose Freuden uns erquicken können. Und erkennt daß wir reich sind, falls wir noch Erinnerung und Hoffnung be- sitzen. Auch ein Heim ist Glück, Arbeit und G e- sundheit sind Glück, Jugend oder Alter bergen ihr Glück. Auch das Leben selber ist Freude! Und kann uns reich machen in aller äußeren Armut. Nur dankbar müssen wir sein!

Freude empfindet, wer

au» naßkaltem Wetter in ein warmes Zimmer I tritt, dessen Behaglichkeit ihn wie mit linden Ar- | men umfängt.

Wer

mit hungrigem Magen von der Arbeit heim- kehrt und findet einen reinlich gedeckten Tisch und ein liebevoll bereitetes Mahl: Noch darfst Du Dich satt essen! Noch umsorgt Dich die Liebel Vergiß das nie!

Wer

in Staub und Alltag die erste Frühlingsblüte ent­deckt. Wessen Ohr das Lied der Singvögel ver­nimmt. Wessen Hände ein Werk reftlos gelungen ist. Wessen Weg aus Stadtmauern hinausführt zur freien Natur, wo die Schöpfung ihre göttliche Sprache redet.

Wer

die Musik liebt, die ihm in seltener Feierstunde die Seele reinigt. Wer in guten Büchern des Lebens treueste Freund« erkannt hat. Wer ein schuld­loses Kind fand oder ein hilfloses Tier, das bei ihm Schutz und Trost sucht.

Und wer

aus Einsamkeit und Verlassenheit Heimfindei in ein Gotteshaus, um dort des himmlischen Friedens Hauch als einen Gruß der Ewigkeit zu empfin­den.

Suche nur die Freude, so wirst Du sie finden!

Emmy F i «u r.

Berufsarbeit und Erwerbslosigkeit der Frauen in der Provinz Hessen-Aassan 1931/32.

Von Dr. N. Hansen, Berlin.

In der Provinz Hessen-Rassau rechnet man heute bei einer Einwohnerzahl von 2 388 000 mit einem Anteil der Frauen von 1238 000. Von diesem Anteil sind in den Städten ca. 3340 Proz., auf dem Lande ca. 45 bis 51 Proz. nach der letzten amllichen Berufszählung erwerbstätig. Die Zunahme der Erwerbs- und Be­rufstätigkeit der Frauen setzte schon vor dem Weltkrieg, besonders seit 1910 immer stärker ein. Vorwiegend waren an ihr die Altersgrenzen zwischen 25 und 40 Jahren beteiligt. Die Gesamtzahl der erwerbstätigen Frauen in Hessen-Nassau beträgt nach dem für das Deutsche Reich im Jahre 1931 ermittelten Durchschnitt ca. 35 Proz. aller Frauen, d. h., 433 000. Hiervon wa­ren in den Jahren 1930/31 etwa 7080 Proz. unverhei- ratet. Etwa 2135 Proz., d. h. 152 000 verheiratete erwerbstätige Frauen müssen zum Unterhalt der Fa­milie beitragen, weil der Ehemann entweder als Ar­beitsloser nichts verdient, oder als Kurzarbeiter oder aus sonstigen Gründen zu wenig Einkommen für den Unterhalt seiner Familie erzielen kann. Mit diesen Zahlen bewegt sich die Erwerbs- und Berufstätigkeit der hessen-nassauischen Frauen um den ungefähren Durchschnitt im Deutschen Reich. Hier hatten wir 1931 bei 62,4 Millionen Einwohnern 32,2 Millionen Frauen. Davon waren 11,4 Millionen, d. h. 35 Proz. berufe« und erwerbstätig. Das entspricht der Durchschnittszahl der übrigen Länder Europas, mit Ausnahme des aus­gesprochenen agrarischen Osteuropas, wo der Anteil 1930/31 auf 53 Proz. gestiegen ist. Im deutschen Reichs- gebiet sind von 11,4 Millionen erwerbstätigen Frauen im Jahre 1930 bereits 3,7 Millionen verheiratet gerne- sen. Es ist dies ein unverkennbares Zeichen der augen­blicklichen krisenschweren, ja katastrophalen Wirtschafts­lage. Jrn Jahre 1930 ist im Deutschen Reich unter dem Druck der Wirtschaftsnot die Zahl der Eheschließun­gen bereits um 27133 kleiner gewesen als 1929. Diese rückgängige Heiratsziffer ist 1931 mit dem rapiden Wachstum der Arbeitslosigkeit (bereits 6,1 Millionen bei Beginn des Jahres 1932) naturgemäß schnell ge­wachsen. Die Eheschließungshäufigkettsziffer für Frauen in Hessen-Nassau hatte sich bis zum Eintritt der schweren Wirtschaftskrise in den Jahren 192629 zwischen 10,6 bis 7,9 Fällen auf 1000 Männer bewegt. Im Jahre 1930 betrug fie im Reich 8,7; im Jahre 1931 dagegen ist sie auf mindestens 7 bis 6,5 zurückgegangen. Es sind dies Schätzungen der Gewerkschaften und großen Frau­enorganisationen. Die amtliche Volks-, Berufs- und Gewerbezählung, die für 1932 vorgesehen war und uns in etwa Jahren die endgültigen Resullate hätte liefern können, ist leider aus Ersparnisgründen ver­schoben worden. Wenn wir den Reichsdurchschniü für 1931 zugrunde legen, so verteilen sich die 433 000 er­werbstätigen Frauen in Hessen-Nassau etwa wie folgt:

Mtthelfende Familienangehörige 69 Proz.

Arbeiterinnen 19 Proz.

Selbständige 8 Proz.

Angestellte 2 Proz.

Hausangestellte 1,8 Proz.

Beamtinnen 0,2 Proz.

lieber die Zukunft»gestaltung der Frau­enarbeit in der Provinz Hessen-Nassau als Auswir­kung der Frauenüberschußtendenzen ist zu sagen, daß im Regierungsbezirk Kassel der Frauenüberschuß in den Jahren 192629 1061, im Regierungsbezirk Wiesbaden dagegen 1090 Frauen auf 1000 Männer betrug. Für die 3 Großstädte der Provinz ergibt sich, daß in der Stadt Wiesbaden der größte Frauenüberschuß unter allen Städten des Deutschen Reiches gezählt wurde. Er beträgt heute etwa 1296 Frauen auf 1000 Männer. In Berlin werden 1176 Frauen auf 1000 Männer gezählt. In Frankfurt a. M. ging der Frauenüberschuß von 1061 vor dem Kriege auf 1125 und in Kassel von 1071 auf 1133 hinauf. Demnach hat in Wiesbaden jede 3., in Frankfurt a. M. jede 9. und in Kassel jede 7. ledige Frau keine Heiratsaussichten. In den Mittelstädten Fulda, Hanau, Marburg, Höchst und Bibrich, sowie in den 24 Kleinstädten, insbesondere in Limburg, Bad Homburg, Hersfeld, Bad Ems, Efchwege und Rinteln lag der Frauenüberschuß zum größten Teil unter dem Reichsdurchschnitt von 1068 Frauen auf 1000 Männer. In den Landgemeinden ist der Frauenüberschuß etwa der gleiche wie vor dem Krieg geblieben. Er hielt sich mit ca. 104052 erheblich unter dem Reichsdurch­schnitt.

Im allgemeinen sind die Heiratsausfichten für jüngere Frauen von 1823 Jahren in Hessen-Nas-

sau wesenüich schlechter als vor dem Krieg geworden. Der Berufsandrang im mittleren Atter von 2327 Jahren ist wesentlich stärker, weil ihnen die durch den Weltkrieg stark verringerten Altersklassen der Männer von 2813 Jahren für Heiratsmöglichketten gegenüber- stehen. In dieser Gruppe muh bereits jede 2. bis 3. Frau auf eine Ehe verzichten und erwerbstätig werden. Für die Gruppe der fortgeschrittenen Altersklassen von 3746 Jahren ist naturgemäß eine noch weitere Der» schlechterung dere Heiratsaussichten eingetreten. Die Notwendigkeit für Erwerbsarbeit ist auch bei Krieger­witwen und geschiedenen Frauen in dem Maße durchge­drungen, als Vermögensrückhalte in Form von Haus- besitz, Sparkassen- und Bankguthaben, Hypothekenbrie- fen, mündelsicheren Anlagen in Staatspapieren infolge der Inflation und Aufwertungsgesetzgebung in Fortfall gelangt sind.

lieber die augenblicklich« Arbeitslosigkeit unter den berufstätigen Frauen in Hessen-Nassau liegen leider keine genauen amtlichen Ziffern vor. Wir können uns hier nur mit Hilfe der Durchschnittszahlen des Reiches ein ungefähres Bild von ihrem augenblicklichen Umfange machen. Danach entfielen im Reich 1930 von 3 Millio­nen Arbeitslosen auf Frauen rund 600 000, d. h. 20 Proz. aller erwerbstätigen Frauen in allen Alters­gruppen. Unter Zugrundelegung dieses Prozentsatzes hätten wir im Reich Ende Februar 1932 bei 6,2 Millio­nen Arbeitslosen etwa 1240 000 arbeitslose erwerbs­tätige Frauen. In der Provinz Hessen-Nassau würde auf dieser Berechnungsgrund­lage etwa ein Fünftel der arbeitslosen erwerbstätigen Frauen fein.

Der besinnliche Slrickskrnmpf.

Das klingt wohl sehraltmodisch"? Und ich denke auch tatsächlich an meine Großmutter wenn ich heute den Strickstrumpf in die Hand nehm«. Da waren 11 Kinder im Haus, meine Mutter die Aelteste. Es hieß schaffen, sollte alles Notwendige da fein zum Leben. Die Jungens mußten etwas lernen; die Mädels brauchten eine Aussteuer. Die Lebensführung war so einfach, daß unsere Notzeit heute mancherlei davon lernen könnte.

Eines habe ich gelernt unter anderem: Strümpfe stricken. Der Mann bekommt Socken, die Jahre über­bauern. Der Junge wird seine Strümpfe nicht allein zerreißen. Und was ich mich schon über das dünne Frauenstrumpfzeug geärgert habe, ist nicht zu sagen. Worum sind wir denn bloß so eitel? Die Zeiten sind schlecht. Der Geburtenrückgang ist erschreckend. Aber ganz gewiß könnte manches gesunde Baby mehr herum- krabbeln, wenn die Wirtschaft durch die Bedürfnisse des Kindes mehr angekurbelt würde als durch die Anspruchs­fülle der Großen. Das wäre eine gesunde Umlenkung mancher Industriezweige.

Solche Gedanken kommen mir immer, wenn ich Strümpfe stricke. Ich liebe meinen Strumpf. Er hat so etwas Sicheres, Zufriedenes an sich. Das Woll- knäuel hüpft putzig hin und her im Körbchen. Je klei­ner es wird, umso fröhlicher hüpft es, als freute es sich meines Fleißes. Nachdenken kann man wunderschön. Die Nadeln klirren so leise aneinander, glätten alles unruhige Denken. Vergangenes wird leise wach ge« klingelt.

Wenn Großmutter erzählte: Du hast es so gut. Be­kommst ein Wurstbrot. Als deine Mutter und alle Tanten und Onkels Kinder waren, gab es immer Rog- genmehlsuppe und ein Stück trocken Brot. Bloß Sams­tags, da bekam jedes Kind eine Scheibe Wurst auf ein Schmalzbrot. Deine Mutter und Oskar und Paul und Hedwig, die schoben die Scheibe immer zurück bis ans äußerte Ende. Das wurde dann ein fetter Bissen. Und der Magen lachte, als hätte er nur Wurstbrot ge­habt. Die andern aßen zuerst die Wurst. Ja, die waren dann später auch etwas schwieriger im Zaum zu halten. Aber groß und stark und tüchttg wurden alle elf.

Mein Junge meldet sich. Er hat feine Schreibarbeit für die Schule fertig. Jetzt soll er lesen.

Ins Kino", heißt da ein Fibellesestück.

Mutter, wann gehen wir ins Kino? Alle andern Jungen waren schon."

Ich sage bloß:So? Na. bann lies erst noch mal!"

Die Nadeln klirren ein bißchen nervös. Sie weh­

ren sich ober. Eine Masche rutscht ab. Das ist übel. Nachher, als der Schaben gut ist, stricke ich ruhiger.

Muh benn bas so sein mit einem siebenjährigen Stabt jungen? Später ist boch noch Zeit genug, wenn der kleine Geist erst einmal bas Qrunbgerippe seiner Bil- bung aufgenommen hat. Das Schöne der guten Filme tritt viel zu früh und zu unverdient an das Kind heran. Und wir haben dach Notzeiten dabei die vielen Kinos und Vergnügungsstätten. Sie geben auch Brot? Ja, aber sie nehmen den Mut der ge- funben Entsagung, ber dazu gehört, eine Familie zu grünben. Und gerade die Familie mit gesunden Kin­dern wäre Förderin einer gesunden Industrie.

Die Nadeln klirren unentwegt weiter: Frau und Wirtschaft Frau und Wirtschaft--Freilich doch

wir Frauen halten den Gang der Wirtschaftsentwick­lung in der Hand. Geben wir ihm doch eine klar« Linie, unbetont von übertriebenen Ansprüchen. Stellen wir doch den Wirtschastshebel ein wenig um. Streublüm­chenwäsche, Seidenstrümpfe, Abendkleider, die Dinge sind alle viel zu landläufig geworden. Dann reicht'» nicht zum Heiraten, bann reicht'» nicht zum Haushalt ohne Mitverdienst der Frau, bann reicht's nicht zum Kinb. Es ist schon so, noch heute in vielen, vielen Fällen. Oder ob die Arbeitslosen die Streublümchen­wäsche kaufen?

Was so ein Strickstrumpf für Gedanken bringt! Die dauerhafte Wolle ist wie ein Symbol der Einfachheit, das Einfachheit der ganzen Lebensführung nach sich ziehen will zu unferm Heile. F- B.

Die neuen Hüte.

Don Berta Segura-Wien.

Die Frühjahrs-Modellhut-Ausstellungen haben bewie­sen, was man schon wußte, daß die neuen Hüte noch bedeutend kleiner werden, wie sie ohnehin schon wa­ren, wobei sich mitunter Gebilde ergeben, für die die BezeichnungHut" als phantasievolle Ueberfteigerung eines Begriffes zu werten ist, man müßte sie vielmehr alsPünktchen" oder als Käppchen bezeichnen. Die größte Freude an den neuen Hüten werden die Fri­seure haben, denn ihre Trägerinnen müssen gesteiger­ten Wert auf eine ordentliche, sorgsame Frisur legen, wenn das Hütchen an sich wirken soll.

Sei ber Materialverarbeitung ber neuen Hüte sah man auherorbentlich geschmackvolle und vielseitig ver­wendete Materialien, besonder» bei den Phantasiehüten, in geflochtenen Artikeln, die nach Miüellung ber Mode- Händler besonders gerne gekauft werden, da sie sehr leicht und dabei trotzdem wetterbeständig sind. Indische Geflechte wie Rabana und bas gerne verarbeitete ja­panische Papierpanama, ferner Geflechte aus Wolle, Kunstseide, Angora mit Cellophan lassen sich in allen möglichen Formen sowohl Hut- wie kappenmäßig ver­wenden, aber auch Filz und Wolle in Verbindung mit den verschiedenen Rami-Sorten ergeben hübsche und gefällige Kompositionen. Als absolute Modefarbe, die man weit mehr sieht als alle anderen kann das leuch­tende Blau gelten, bas unter bem NamenLloyb" rasch bekannt und beliebt geworden ist. Für ältere Damen wird vielfach auch Schwarz bevorzugt, boch prophezeihen

Aus Küche

Gebote für den Frühjahrsputz.

1. Beherzige beim Frühjahrsputz das alte deutsche SprichwortEile mit Weile", d. h. man nehme sich auf einmal nicht zu viel vor, die Arbeit muß verteilt wer­den.

2. Sorge dafür, daß beim Frühjahrsputz wenigstens ein Zimmer vorhanden ist, in dem sich die Familie ge­mütlich und behaglich aufhalten kann. Wer alle Zimmer gleichzeittg auf den Kopf stellt, beweist damit, daß das hausfrauliche Dispositionstalent nicht sehr stark ent­wickelt ist.

3. Der Frühjahrsputz soll eine Generalreinigung fein. Im Laufe des Winter hat sich hinter Schränken, Möbeln, Kisten und Kasten eine Unmenge Staub und Schmutz angesammelt, ber jetzt entfernt werden muß.

4. Es ist nicht notwendig, daß ber Frühjahrsputz unbedingt vor Ostern abgehalten wird, besonders in die­sem Jahre, wo das Fest so ftüh fällt, man warte lie­ber mit ber Generalreinigung, bis nicht mehr geheizt werden muß.

5. Die praktische Hausfrau bedient sich beim Früh- jahrsputz aller modernen Hilfsmittel, also Staubsauger, Bohner ufro., die man, wenn man sie nicht selbst be- sitzt, für wenige Pfennige entleihen kann.

6. Die moderne chemische Industrie bringt eine Fülle billiger und praktischer Hilfsmittel für den Hausputz auf den Markt. Die Hausfrau lasse sich vom Drogisten beraten, was sie für einen bestimmten Zweck am besten nimmt. Parkettböden mit Stahlspähnen zu bearbeiten mutz als vorväterlich und unmodern abgelehnt werden.

7. Wie jede Arbeit im Haushall, muß auch der große Hausputz sorgsam vorberellet werden, d. h. man richte sich fo ein, daß man an diesem Tage in der Küche nicht allzuviel zu kochen hat, wobei man möglicherweise auch schon am Tage vorher einiges vorkochen kann. Wer sich die Tage des großen Hausputzes geschickt einteilt, kann sogar ohne eine Hilfe recht gut fertig werden.

Spezialitäten aus dem Vaysrviard.

Die bayerische Küche, von jeher gemüsearm und fleischreich, hat eine ganz besondere Spezialität, die ver­schiedenen Knödel, anderwärts Klöße genannt. Begin­nen wir also unsere kulinarische Excursionen mit

Oberfränkischen fiartoffeWnöbeln.

Drei Pfund Kartoffeln werden geschält und ins Was­ser gerieben, in dem sie über Nacht stehen bleiben. Vor der eigentlichen Verarbeitung wechselt man das Wasser noch mehrfach, dann werden die Kartoffeln in einem reinen Küchenhandtuch gut ausgetrocknet, bezw. solange gedrückt, bis das letzte Wasser entfernt ist. Hierauf gibt man die Karioffelmasse in eine Schüssel, salzt sie nach Belieben, fügt etwas seingehacktes Bratenkräutchen da­zu und übergießt das Ganze mit soviel kochender Milch, daß ein steifer Brei entsteht. Inzwischen hat man zwei bis drei gekochte Kartoffeln gerieben, die man ebenfalls mit ein paar Löffeln Mehl der Masse hinzufügt. Das Ganze wird gut durchgearbeitet. Dann formt man aus

die Modekönige auch eine ausgesprochene Saison für Hüte in hellroten, hellgrünen und weißen Tönen. Ein neuen Grün ist unter der BezeichnungColibri" auf den Markt gekommen, ein anbefer grüner Ton nennt sich Liane", schließlich wird den Damen, denen Pastelltöne in der Hutfarbe angenehm sind, ein lichte» Grün unter dem NamenEidechse" willkommen sein. Verarbeitungen mit zweierlei Material, also Stroh und Filz, mitunter auch Kunstgeflechte mit Filz, oft in verschiedenen gar- bennuancen, ergeben reizvolle Lösungen, besonders wenn dazu große Bandgarnituren als Ausputz verarbeitet werden, die nach jahrelanger Vernachlässigung ausge­sprochene Modelieblinge geworden sind. Bunt, bunter, am buntesten heißt auch hier die Parole. Hüte, an denen drei, vier und noch mehr verschiedene Farben zu sehen sind, gehören keineswegs zu den Seltenheiten, die diesjährige Mode liebt eben nicht nur an den Kleidern solche extravaganten Eigenheiten.

Neben Bändern und Schleifen, deren Material ne­benbei bemerkt nicht nur Seide, Stroh und ähnliche Dinge sind, sondern auch leichte Wachstuche und Leder, benutzt man als Ausputz weiterhin Früchte aller Art. Als äußerst chic werden z. B. Hüte mit naturfarbenen Kirschengarnsturen betrachtet, jedoch sieht man auch Kir­schen in Phantasiefarben, Grün, Blau, Beige, alle Ab­stufungen von Gelb, also eine ungeheure Fülle, so daß es eigentlich jeder Dame leicht fallen sollte, das für sie Passende auszuwählen. Zu der Kirsche gesellen sich Ar­rangements von Johannisbeeren und Stachelbeeren und die Freundinnen eines kleinen Gemüsegartens auf dem Hute werden sich durchaus nicht lächerlich machen, wenn sie, man höre und staune, mit einer hübschen Garnstur von . . . Radieschen und Tomaten auf dem Hute erschei- nen. Das hat mit Karneval durchaus nichts zu tun, sondern nennt sich stolzdie neue Moderichtung". Zum Schlüsse sei noch bemerkt, daß auch Wollstickereien, Hand- gestickte Bänder und Borden aller Art, in den verschie­densten Techniken hergestellt als Hutgarnitur Verwen­dung finden, neben Blumen aller Art, unter denen sich das kokette Veilchensträußchen, das unsere Großmütter einst am Kapotthütchen trugen, besonderer Beliebtheit erfreuen soll..

Unbekannte Ausspräche von Goethe.

Alles Gescheite ist schon einmal gedacht worden, man muß nur versuchen, es noch einmal zu denken.

Wie kann man sich selbst kennen? Durch Betrach­ten niemals, wohl aber durch Handeln. Versuche deine Pflicht zu tun, und du weißt gleich, was an dir ist.

Der geringste Mensch kann komplett sein, wenn er sich innerhalb der Grenzen feiner Fähigkeiten und Fer­tigkeiten bewegt.

Für das größte Unheil unserer Zeit, die nichts reif werden läßt, muß ich halten, daß man im nächsten Au­genblick den vorhergehenden verspeist, den Tag im Tage vertut, und so immer au» der Hand in den Mund lebt, ohne irgendetwas vor sich zu bringen. Haben wir doch schon Blätter für sämtliche Tageszeiten!

und Haus.

dem Kartoffelteil Knödel in der Größe einer Kinderfaust in die man geröstete Semmelbröckchen mischt. Die Knö- bei müssen bann 1520 Minuten in Salzwasser ge­kocht werden. Bevor man die Knödel aus dem Wasser nimmt, öffnet man einen, um festzustellen, ob fie gut durchgekocht sind.

Regensburger Hefenknödel.

Man macht aus 15 Gramm Hefe und etwas Mehl einen sogenannten Vordampf, der, wenn er genügend aufgegangen ist, mit einem Teig vermischt wird, den man wie folgt bereitet: Ein Pfund Mehl, zwei Eier, ein Viertelliter Milch und ein Kaffeelöffel Salz werden gut durchgearbeitet, fo daß der Teig glatt ist. Dann kommt der Dordampf dazu. Hat man alles gut durch- gemischt, formt man faustdicke Knödel aus der Masse, die mit Mehl überstreut noch eine Stunde gehen müssen. Hierauf werden die Hefenknödel fünf Minuten in kochen- dem Wasser gekocht, man hat jedoch darauf zu achten, daß sie sich gegenseitig nicht berührest. Man tut auch gut daran, die Klöße während de» Kochens einmal um* zuwenden, damit sie schön gleichmäßig gar werden.

Selbstverstfindllch 4*j

versuchen die Gegner der Kandidatur Hindenburgs, mit allen Mitteln Stim­men zu fangen. Daß dabei teilweise mit bewußten Täuschungen und Tut- | steilnageu gearbeitet wird, ist bereits mehrfach festgestellt. Neuerdings wird

von den Gegnern der Hindenburg- Kandidatur geflistenttich die Aach- W richt kolportiert, daß diejenigen, die sich in die Listen des Sahm-Ausschufles für die Wiederwahl Hindenburgs ein­getragen heben, damit ihrer wahl- psiicht genügt Hütten. Diese Be­hauptung ist unwahr. Zeder, der seine Unterschritt in de« Listen des I Sahm-Ausschusses voll-.ogen hat. mutz natürlich trotzdem zur Wahl gehen. M um dadurch feine Stimme für den LeichsprSsideutev von Hindenburg erst wirksam zu machen. Niemand darf am 13. März zu Haufe bleibeu. und die Parole heißt: W

►Hindenburg!