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Anzeiger für die Stadl Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblakt.

Nr. 51

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild" und ..Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei In Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 3153, Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152. ::

Mittwoch, 2. März 1932.

Monatlich 1.65 einschließl. Postgebühr (48 Psg.) ohne Zusiellg Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Col.) lokal 0.15 RM., auswärts 0 20RM. Reklamezeile: lokal 0.60 RM.. auswärts 0.80 RM Bei Wiederholungen Rabatt. Postlcheckk Frankfurt a M 4051

Wfl. 59.

Keine Antwort!

In den politischen Kreisen bildet derOffene Brief" des Reg ierungsrats Hitler das Tagesgespräch. Man ist über die regierungs- rätlichs Empfindlichkeit erstaunt, nachdem sich Hit­ler nicht gescheut hat, vor der P r e s s e d e s Aus­landes sozusagen den Wahlkampf um den Po­sten des deutschen Reichspräsidenten zu eröffnen.

Bisher wurde in Deutschland stets der Stand­punkt vertreten, daß die Wahl des Reichsoberhaup­tes eine rein innerdeutsche Angelegenheit sei. Regierungsrat Hitler brauchte aber das Aus­land. um für feine Kandidatur zu werben.

Es ist daher selbstverständlich, daß Reichspräsi­dent von Hindenburg den Briefschreiber überhaupt keiner Antwort würdigen kann. Er tat, was rech­tens war und übergab das Schreiben dem Reichsinnenmini st erium weiter zur Prü­fung der darin erhobenen Beschwerden.

Regierungsrat Hitler kann sich mit feiner er­wählten Reklame wahrhaftig sehen lassen. Nur wird sie ihm, als gezwungen herausgestellten Kan­didaten um den Präsidentenposten, nichts nützen- Geradezu lächerlich muten seine Behauptungen an: daß die NSDAP, im Wahlkampf behindert würde. Während er sich beklagt, schreibt derVöl- kische Beobachter", daß während de? Wahlkampfes von der NSDAP, jeden Abend 3000 Versammlun­gen abgehalten werden sollen, insgesamt bis zum 13. März rund 50000. Ferner sollen 20 Millionen Druckschriften verbreitet und eine Million Bikdpla- kate angeschlagen werden.

Dazu kommt das bekannte Trommeln, eine Betätigung, die nach den gemachten Erfahrungen keine Regierung schrankenlos zulassen darf. Immer noch besteht das Boxheimer Doku­ment, dessen Verfasser heute in Hessen besonde­rer Vertrauensmann Hitlers ist.

Boxheim ist nicht weit , non Worms entfernt. Bon dort kommt die Nachricht, daß wieder ein Waffenhändler verhaftet wurde, der nach der bis­herigen Feststellung 100 Pistolen mit entsprechen­der Munition ausschließlich an Nationalsozialisten gesetzwidrig geliefert hat. Wahrscheinlich zur Si­cherung der "Wahlfreiheit, wie sie Regierungsrat Hitler "haben will.

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Das Nachrichtenblatt des Stahlhelms für den Landesverband BayernDer Bayrische Stahl­helm" veröffentlicht eine Verfügung, die besagt, daß der Stahlhelmanhänger den Bundesführer D ü - sterberq zu w ä h len habe. Wer gegen diese Wahl in Wort oder Schrift Stimmung mache, zeige, so heißt es, daß er kein Vertrauen zur Führung habe, urch. müsse aus dem Stahlhelm a u s s ch e i- d e n.

Die Kundgebung deutet darauf hin, daß viele Anhänger des Stahlhelm in Bayern für H i n d e n- b u r g find.

Die Handhabung der Presienokverordnung während des Wahlkampfes.

ERB. Berlin. 1 März. (Eig. Meld.) Aus 8em Reichsinnenministerium und von der preußischen Staatsregierung wird mitgeteilt, daß Reichsregie­rung und Preußenregierung auf dem Standpunkt stehen, während des Wahlkampfes die Presfenot- nerovdnungen möglichst m i l d e zu handhaben. Allerdings ist man an zuständiger Stelle der Auf­fassung, daß bei verläumderischen An­griffen und verächtlich machenden Steuerungen auf das schärfste durchgegriffen werden muß.

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Die Reichskampfleitung der Eisernen Front verbreitet folgenden Aufruf:

Wir schlagen Hitler. Am 13. März wird bei der Reichspräsidentenwahl die große Schlacht für Volksrecht gegen Diktatur geschlagen. Alle An- hänger der Eisernen Front gehen in diesen Kampf mit dem festen Willen, schon im ersten Wahlgang den Sieg zu erringen. Die politische Führung der Eisernen Front hat das Ziel bestimmt: Weder ein Hitler, noch ein Düsterberg darf Reichspräsident werden. Auch nicht mit Hilfe der Moskauer Ge­walthaber, die mit der Kandidatur Thälmanns ein Sprungbrett für Hitler stellen. Mag sich Thälmann noch so sehr bücken, auch über seinen Rücken hin­weg darf Hitler den Stuhl Friedrich Eberts nicht erreichen. Weil Hindenburg den Eid auf die Ver­fassung nicht nur schwur, sondern gehalten hat, weil er verfassungsmäßig sein Amt versah, darum will man ihn vom Platze stoßen. Der Weg zum Staatsstreich und Verfassungsbruch soll freigemacht werden. Eiserne Front! Jetzt gilt es zu kämpfen. Hitler muß geschlagen werden. Schlagt Hitler und die faschistische Front zerbricht. Die Eiserne Front kämpft, sie diskutiert nicht. Jetzt gilt es in eiserner Disziplin der Führung zu folgen. Sieg ist die Parole. Sieg unserer Sache, nicht eines Na­mens. Hindenburg ist nicht ein Mann der Eiser­nen Front, aber Hindenburg steht gegen Hitler. Jede Stimme für Hindenburg ist ein Schlag gegen Hitler. Jede Stimme für Thälmann ist eine Stimme für Hitler. Darum entscheidet sich die Ei­serne Front für Hindenburg und kämpft gegen Hitler. Eiserne Front! Vorwärts zum Angriff am 13. März, um Hitler zu schlagen."

Der Bund der Handel- und Gewerbetreibenden in Berlin hat einstimmig den Bier- und Lichtstreik lteschlossen.

Aus ganz Finnland gehen Nachrichten über Unruhen ein. In M ä n t s ä l ä scharen sich Be­waffnete zusammen, die nach Helsingfors zu zie­hen drohen. Die Bewaffneten fordern die Ent­fernung des Landeshauptmanns Jolanda und die Auflösung sämtlicher sozialistischer Arbeitervereine.

Die preußischen Slaals-SInanzen.

Die preußische Staatsregierung hat den Haus­haltsplan für 1932 veröffentlicht.

Die Haushaltspläne und -berechnungen Preu­ßens waren bis zum Beginn des Rechnungsjahres 1930 im Endergebnis ausgeglichen. Das Rechnungsjahr 1930 hat mit einem Fehlbe­trag von 204 Millionen Rm. abgeschlos­sen.

Die Ursache des ungünstigen Wschlusses des ordentlichen .Haushalts in den Rechnungsjahren 1930 und 1931 liegt darin, daß die Deckungs­mittel sich in größerem Umfange v e r f ch l ech- t e r t haben, als es gelang, den Zuschußbedarf der Hoheitsverwaltungen zu vermindern.

Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des preußischen Haushaltes erläuterte Finanzmini­ster Dr. Klepper vor Vertretern der Presse die preu­ßische Etatspolitik. Er wies darauf hin, daß die Abstriche des Etats über alle bisherigen Maß­nahmen dieser Art h i n a u s g i n g e n. Es han­dele sich dabei nicht nur um rechnungsmäßige, son­dern um effektive Abstriche, die allein sich in der Richtung der Stabilisierung der Haushalts aus­wirken können. Am stärksten fei das Bau- und Siedlungswesen betroffen. Nachdem die von Dr. Klepper im November vorgeschlagene Ein­führung der Schlachtsteuer verhindert worden sei, sei die' Ausgleichs Zahlung, über die mit dem Reiche verhandelt werde, als einzige Hilfe übrig. Unter ihrer Berücksichtigung könne man aber von einem ausgeglichenen Etat sprechen.

Preußen gibt für die Ausgleichszahlung An­teile der Siedlungsbank und der Landesrentenbant her. Die Uebertragung von Anteilen anderer In­stitute steht bei den Verhandlungen nicht zur Er­örterung. Damit wird also bestätigt, daß die Be- sitzoerhältnisse der Preußenkasse unberührt blei­ben. Nach der grundsätzlichen Seite der Finanz­politik hin betonte Minister Klepper, daß auf die Dauer ein Zustand praktisch nicht durchführbar sei, bei dem zwar die S elb st Verwaltung auf­rechterhalten, die Selb st Verantwortung aber aufgehoben oder doch außerordentlich stark eingeschränkt werde.

Die Länder können sich nicht für immer als Objekt der Entwicklung betrachten. Zunächst frei­lich müssen sie innerhalb des g-steckten Rahmens Ordnung schaffen, d. h., daß die Staatsausgaben durch, wenn auch manchmal harte (Eingriffe, im Wege einer Verwaltung-- und Finanzreform ge­senkt werden müssen. Das ist der Sinn'der beiden preußischen Sparverordmmgen. Die eigentliche Reform, die auf eine Vereinfachung der Staats­verwaltung hinausläust, wird die preußische Regie­rung in naher Zukunft beschäftigen.

Noch schwieriger als die Lage des Staates sei unter den gegenwärtigen Verhältnissen die der Gemeinden und Gemeindeverbände. Auch für sie seien Reformmaßnahmen eine absolut vor­dringliche Maßnahme.

Die entscheidende Frage unserer öffentlichen Fi­nanzpolitik ist nach der Auffassung des Ministers, ob man durch die Senkung von Steuern und ähn­liche Maßnahmen einen Konjunkturanreiz ausüben kann, um so die Steuerkraft neu anzu­regen. Eine solche protektionistische Handhabung der Finanzpolitik lehnt Dr. Klepper ab, weil der­artige Versuche eigentlich praktisch schon g e scheitert seien. Er tritt dafür ein, daß die Staatsausgaben ohne Rücksicht auf wirtschaftspoli­tische Tendenzen durch die Staatseinnahmen gedeckt werden. Das einzige Ergebnis würde seines Er­achtens sonst sein, daß die öffentlichen Finanzen sich zu einer weiteren Gefahr für die Wirtschaft selbst entwickeln würden. Nach diesen Gesichts­punkten ist also auch der preußische Haushalt auf- gebaut. ________________________

Zenlrumsjugeud und Preußenwahl.

Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, wird das Zentrum für die kommenden Landtagswahlen in Preußen acht Führer der katholischen Jugend an sicherer und eine Reihe von weiteren Jugendführern an um- kämpften Stellen als Kandidaten a u f st e l l e n.

Politik auf dem Tanzboden.

Stufige Schlägerei zwischen Kommunisten und Ra. tionalsozialisten. Lin Todesopfer, zwei Schwer­verletzte.

Auf einem Tanzvergnügen in Tessin (Meck­lenburg) gerieten Nationalsozialisten mit Kommu­nisten in ein Handgemenge. Drei National, sozialisten mußten mit schweren Verlet­zungen nach Rostock übergeführt werden. Einer der Schwerverletzten ist bereits gestorben. Der zweite schwer verletzte Nationalsozialfft schwebt in Lebensgefahr.

* Motorrad rast in eine 5. A. kolonne. Wie aus Ratzeburg gemeldet wird, fuhr auf der Straße von Ziethen nach Mustin ein Motorrad in eine S. A.-Ko- lonne, wobei ein S. A.-Mann auf der Stelle getötet und mehrere andere zum Teil schwere, zum Teil leich­tere Verletzungen erlitten. Die Schuldstage ist noch nicht geklärt.

In holländischen Finanzkreisen wird verlautet, daß sich in der Durchführung des Stillhalteab­kommens infolge der Haltung der Franzosen Schwierigkeiten ergeben haben.

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3u Wirtschaftsverhandlungen mit der franzö­sischen Regierung sind mehrere Vertreter der Reichsregierung in .Paris eingetroffen, . L ,

Das Ende des Freihandels

Das letzte Stadium im llebergang Großbritan­niens vom Freihandel zur ausgedehnten Anwen­dung von Tarifen wurde im Oberhaus erreicht, als es zusammentrat, um die noch übrig bleibenden Stadien der vom Unterhaus letzte Woche angenom­menen Einfuhr,zollvorlage zu erledigen. Die Vor­lage ist Gesetz geworden. Die Vorlage wurde von dem Staatssekretär für Luftfahrt Lord London- derry in zweiter Lesung eingebracht. Seine Rede war zum größten Teil eine Wiederholung der Aus­führungen Neville Chamberlains und Runcimans im Unterhause. Im Namen der Arbeiteropposition hob Lord Narley hervor, daß die Vorschläge nur zu Wiedervergeltungsmaßnahmen und höheren Ta­rifen von Seiten des Auslandes führen würden.

Snowden verurteilte gleich in den ersten Sätzen seiner Rede die Vorlage auf das schärffte und un­terstrich die Vorteile und den Erfolg des Frei- Handelssystems. Mit der Faust auf die Akten­schatulle schlagend fragte Snowden, wie es komme, daß in dieser Zeit nie dagewesener Depression England in der Lage sei, seine Stellung auf den Märkten der Welt erfolgreicher zu halten als jedes zollgeschützte Land. Den Höhepunkt erreichte Snowdens Rede, als er esverbrecherisch" nannte, mit den vitalen Interessen des Landes Hazard zu spielen". Das Tarifsystem würde den Export­handel behindern, die Lebenskosten erhöhen, den internationalen Handel einschränken und als Ver­handlungswaffe nutzlos fein.

Am die Gleichberechtigung.

Heber feine Besprechungen mit dem deuffchen Botschafter N a d o l n y machte Tardieu kurz vor seiner Abreise nach Paris der Presse die Mittei­lung, daß die großen grundsätzlichen Fra­gen auf den Abschluß der Konferenz verscho­ben werden sollen, womit man den Schwierigkei­ten zunächst aus dem Wege gehen wolle. Das würde bedeuten, daß Frankreich einer Aussprache über die grundsätzlichen Fragen der politischen Gleichberechtigung Deutschlands in der Abrüstungs­frage aus dem Wege geht.

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ERB. Genf, 1. März. ((Eig. Meld.) lieber den Inhalt der gestrigen Unterredung zwischen dem französischen Ministerpräsidenten und dem deut­schen Delegationsführer fft offiziell nichts bekannt geworden. Auch Tardieu lehnt es entschieden-ab, eine Mitteilung über die Unterredung zu machen. Das der französischen Gruppe nahestehende Jour­nal de Geneve will erfahren haben, daß Tardieu vor allem versucht habe, von dem deutschen Dele­gierten eine konkrete Definition des von Deutschland vertretenen Be­griffes der Gleichberechtigung zu erlangen. Botschafter Nadolny sei jedoch sehr zurückhaltend gewesen und habe auf alle Fälle sei­ner R e g i e r u n g die endgültige Beantwortung der von Tardieu gestellten Frage vorbehalten.

Die Aebersicht über die Abrüstungsoorschläge.

wtb. Genf, 1. März. (Eig. Meld.) Außenmini­ster Benesch hat als Berichterstatter des Hauptaas- schusfes die ihm übertragene Ausarbeitung einer Uebersicht über die der Abrüstungskonferenz unter­breiteten Vorschläge fertiggestellt. Diese Uebersicht bildet ein umfangreiches Dokument von 45 Seiten, das heute dem Büro der Konferenz unterbreitet und dann den Delegationen zur Beratung über­wiesen wird. I i

wtb. Paris, 1. März. (Eig. Meld.) Der franzö­sische Botschafter in Berlin, Francois Francais Poncet hat fein Abgeordnetenmandat niederge­legt, um sich vollständig der Diplomaten- l a n f b a h n zu widmen.

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wtb. Moskau, 1. März. (Eig. Meld.) Volks­kommissar Litwinoff ist gestern über Berlin nach Moskau zurückgereist, um, wie es heißt, an einer wichti genSitzung desAußenkom- missariates teilzunehmen.

Zu der in Fluß gekommenen Frage über die deutsche Gleichberechtigung wird von deutscher Seite der Standpunkt aufrechterhalten, daß d i e Mitarbeit Deutschlands in der Ab- rüstungs-Konferenz nur unter der selbst­verständlichen Voraussetzung der vollständigen Gleichberechtigung möglich sei.

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Die neuesten Vorgänge im Memelgebiet werden auch in Dölkerbundskreisen sehr lebhaft er­örtert. Ein Gerücht will wissen, daß die Signatur­mächte des Memelstatutes mit der neuesten Entwick­lung befaßt worden sind.

* Das Urteil rm Prozeß wegen der evangeli­schen Zentralbank. In dem Betrugsprozeß gegen den Kaufmann Friedrich Pauk Runck, Vorstands­mitglied der evangelischen Zentralbank in B e r I in, und dessen Bruder, dem Kaufmann Adolf Runck, wurde am Montag von dem Berliner Schöffen­gericht das Urteil gesprochen. Das Gericht ver­urteilte Friedrich Paul Runck wegen Depotver­brechens und Bilanzverschleierung zu z w e t I a h- ren bjei Monaten Gefängnis, Adolf Runck wegen Beihilfe zu diesen Straftaten sowie wegen Betrugs gegenüber dem Zentralausschuß für Innere Mission und dem Reich zu z w e i I ah- r en Gefängnis. Die Haftbefehle werden auf­recht erhalten. Der Staatsanwalt hatte gegen Friedrich Runck drei Zähre Zuchthaus beantragt,

Es wird noch gekämpft.

wtb. Schanghai, 1. März. (Eig. Meld.) Die japanischen Streitkräfte gingen heute vormittag an der ganzen Schapeifront und bei Kiangwang er­neut zum Angriff vor. Die Chinesen leisten erbitterten Wider st and. Die japanischen Flugzeuge werfen unaufhörlich Bomben auf Scha- pei. Die japanische 11. Division in Stärke von 12 000 Mann ist an der Pangtseemünsdung gelan­det worden. i r

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Der Außenausschuß der chinesischen Na­tionalregierung hat beschlossen, die seit 1929 abge­brochenen Beziehungen zur Sowjetunionwie- der aufzunehmen. I .1

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Fast die gesamte amerikantsche AtIan­tik f l o t t e hat unerwarteterweise den Befehl er­halten, sich in den kalifornischen Flottenstützpunkten zu sammeln, um an den großen Manövern im Stillen Ozean teilzunehmen. | j

General Schirakawa,

Mitglied des japanischen Kriegsrates, wurde an­stelle des bisherigen Kommandeurs General Uyeda, mit der Oberleitung der japanischen Streitkräfte in Schanghai betraut.

* Nationalsozialist zum ersten Bürgermeister gewählk. Die Pressestelle der. NSDÄP. teilt mit: In der mittelfränkischen Stadt W a s s entr iid i n- genam Hesselberg wurde am Sonntag der Na­tionalsozialist Ernst. Jttameier zum Bürgermeister gewählt. Das ist ja ein hervorragender Erfolg!

Aus der deutschen Gesundheils-SkaM. Verlängerte Lebensdauer auf der einen, besorgnis- erregender Geburtenrückgang auf der anderen Seite. Die Gesamlslerblichkeit sank von 22,1 pro Tausend der Bevölkerung im Jahre 1900 auf 11,3 pro Tausend im Jahre 1931. Die Säuglingssterb­lichkeit ging von 19131931 um die Hälfte zurück. Erfreulich starke Abnahme der Sterbesälle an

Tuberkulose.

Nach Mitteilungen, die der Präsident des Reichs- gesundheitsamtes Dr. Hamel in einem größeren Kreise von Sozialhygienikern bei der Eröffnung der AusstellungMutter, Kind und Familie" in Berlin hielt, ist der Gesundheitszustand in Deutschland gegenwärtig noch befrie­dig e n i». Er bezeichnete dies als die Folge der großartigen Entwicklung der Gesundheitsfürsorge in der Nachkriegszeit. Es fei immerhin überra­schend, daß die gewaltige Arbeitslosigkeit mit der sie begleitenden Volksnot keine Einwirkung auf die Sterblichkeitsziffer erkennen lasse. Umso notwendiger sei es, von den Schutzmaßnahmen nichts abzubauen: denn die Volksgesundheit stelle das wertvollste Kapitel des Volkes dar.

Präsident Dr. Hamel teilte im einzelnen mit: Die unerfreulidjfte Feststellung ist der weite re Geb urtenrückgang. Die Reichs­geburtenziffer betrug 1900 35 auf 1000 und 1930 17,5. Sie fant in den Großstädten von 13 im Jahre 1930 auf 11,7 im Jahre 1931. Als Gegen­gewicht dieser Erscheinung wirkt die verlän­gert e L e b e n s d a u e r. Die Lebenserwartung des Lebendgeborenen betrug 1875 37 Jahre, 1905 47 Jahre, 1925 57 Jahre. Das ist innerhalb fünf Jahrzehnten eine Zunahme der Lebenserwartung um 20 Jahre. Auch die Säuglingssterb­lichkeit zeigt dauernd verbesserte Ziffern. Sie sank von 1913 bis 1931 von 15,1 auf 8, affo fast um die Hälfte. Die Gesamt st erblichkeit aller Altersklassen war 1900 22,1 auf 1000 Le­bende und sank 1930 auf 11,7 und 1931 nach dem bisher vorliegenden Material aus den Groß­städten auf 11,3. Die Sterblichkeitsziffer hat in al­len Altersklassen nachgelassen, am ausgeprägtesten ist die Erscheinung bei den kleinen Kindern. Auch der Krankenbestand der Krankenkassen sinkt dauernd und wurde von 1928 bis 1931 um rund ein Viertel geringer. Bei wirtschaftlichem Nieder­gang gehen die Krankmeldungen zurück. Bei der Prüfung der Todesursachen sie stützt sich auf das statistische Material der Großstädte zeigt sich, daß im Vordergrund die Alterskrank­heiten stehen. Früher hatten die Infekttons­krankheiten und die Erkrankungen der Ver­dauungsorgane eine dominierende Stellung. Wäh­rend es Deutschland schon im Wellkrieg gelang, Cholera und Fleckfieber fernzuhalten, sind jetzt durch die Maßnahmen der Behörden auch die einheimi­schen Infektionskrankheiten mehr und mehr zurück«