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MaerZertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

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Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Sie Welt im Bild" undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 3153, Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152. ::

Dienstag, 1. März 1932.

Monatlich 1.65 einschlletzl. Postgebühr (48 Psg.s ohne Zustellg

Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Col) lokal 0.15 RM.. auswärts Ifllirfl Rh 0 20 RM. Reklamezeile: lokal 0.60 RM., auswärts 0.80 RM. «v«

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West»

Der neutrcüe Beobachter fragt sich: Hat die

Deutsche Volkspartei nicht mehr innere Partei- Sorgen als politischen Einfluß?

Lange Zeit wurde es so dargestellt, ols ob der Stahlhelm eine parteipolitisch neutrale Organisation ehemaliger Frontsoldaten sei. Jetzt fallt der Schleier. Auch die Deutschnationale Volks- partet hat jetzt ihre Parade-Truppen mit Militär­kapelle, wie sie die NSDAP, in den S. A.-Ab- teilungen, die Sozialdemokratie in dem Reichs­banner und den Hammerschaftcn hat. Schon längst hätte sich im Hinblick puf die Bedürfnisse, die sich in Deutschland im letzten Jahrzehnt auf die­sem Gebiet herausgestellt haben, auch das Zen­trum so eine Partei-Truppe mit Musikkapelle bilden sollen. Die alten Soldaten im Zentrum hätten sich sicherlich gern für eine "derartige Organisation schon längst zur Verfügung gestellt. Aus die amerikanischen Methoden im Wahl­kampf, man mag das bedauern können heute nur Parteien verzichten, die sich selbst keine Zukunft zutrauen.

rom Herrn Reickspräsidenten erhalten: uushr«-»/ ------_. -

Haben Sie vielen Dank für das Schreiben Wahlkreise entschlossen seien, dl« Einheit und Eckige vom 20. Februar 1932. Das Vertrauen, das Sie keit^der Partei, aufrechtzuerhalten. _ _ .

wir namens der bayerischen Landeshauptstadt aus- 1 *ta*

chinesisch-japanischen Konfliktes hält der sogenannte 12er-Ausschuß, d. h. die nicht am Konflikt betei­ligten Ratsmitqlieder, heute nachmittag eine Sitzung ab, in der noch ungeklärte Dispositionen für die Versammlung besprochen werden sollen.

rote Berlin, 29. Febr. (Eig. Meld ) Reichsaus- chuß und Parteivorstand der Deutschen Volkspar- tei erlassen zu der Reichspräsidentenroahl einen Aufruf, in dem es u. a. heißt:

Wiederum aus höchster vaterländischer Pflicht teilt sich Hindenburg auf den Ruf von Millionen der besten Deutschen aus allen Kreisen für eine Wahlperiode zur Verfügung. Für die Deutsche Volkspartei, die ihn schon 1925 mit auf den Schild gehoben, gibt es keine andere Parole, als die un­bedingte Treue, und Gefolgschaft. Kein Besserer, kein Würdigerer kann das höchste Vertrauensamt des Volkes bekleiden als der ruhmreiche Heerfüh­rer, dem heute das einmütige Urteil des Volkes den Vater des Vaterlandes nennt. Die Deutsche Volks­partei erstrebt als Gegengewicht gegen die demo­kratische" Parlamentsherrschaft eine Stärkung der Macht des Reichspräsidenten. Wer dem Reichsprä­sidenten Bedingungen für die Führung sei­nes Amtes vorschreiben will, schwächt seine verfas­sungsmäßige Stellung und zieht ihn in die Nie­derungen des Parteikampfes hinab. Die Deutsche Volkspartei setzt ihre ganze Kraft ein, um seine Wiederwahl zu erreichen, als ein Symbol der Zusammenfassung der Kräfte für die Sicherung des inneren und äußeren Wiederaufstieges der deutschen Nation.

ausgeschieden.

Der Reichsausschuß der DDP. tagte am Sonntag in Berlin. Parteiführer Dingeldey «r- ktattete einen Bericht über die politische Lage, in der er sich mit aller Entschiedenheit gegen das Ka­binett Brüning und für die Wahl Hindenburgs aussprach Es kam zum Ausdruck, daß sämtliche

Die Abrüstungskonferenz.

rote. Genf, 29. Febr. (Eig. Meldg.s. Nach­dem in den bisherigen Sitzungen der Abrüstunas- konferenz und des Hauptausschusses sämtliche ir­gendwie als Formalien zu betracktenden Fragen einschließlich des Schicksals des Konventionsent- wurfs erledigt worden sind, gelten die Besprechun­gen der jetzigen sitzungsfreien Zeit, die mehrere Tage andauern wird, den entscheidenden sachli­chen Fragen. Tavdieu ist zu diesem Zweck heute vormittag zu einem 12stündigen Aufenthalt hier eingetroffen. Er hatte Unterredungen mit Benesch, in dessen Hand die Ausarbeitung eines Entwurfes für die materielle Gestaltung der Konferenzarbeiten liegt und mit Botschafter Nadolny, der im Anschluß daran mit Grandi verhandelte. Es liegt in der Natur der Sache, daß sämtliche Delegationen ein Aufeinanderprallen politischer Gegensätze in den öffentlichen Sitzungen zu vermeiden suchen und in den jetzigen Vorbesprechungen einen Aus­gleich anzubahnen suchen.

Die Deutsche Dolkspartei hat aber auch noch ent­schlossene Freunde. Fünf Wahlkreise der Rheinisch - Westfälischen Arbeitsgemeinschaft der DVP. veröffentlichen eine Erklärung, in der das Verhalten der Wahlkreisleitung von Westfalen-Sud scharf verurteilt wird. Der Vorsitzende des Gaues Gelsenkirchen der DDP., der ehemalige Reichstagsabgeordnete Hueck, ist aus der Partei

Herr Hugenberg! Vergessen sie ein anderer Dichterroort nicht: Die ich rief, die Geister, werd ich jetzt nicht los!

tote. Tokio, 29. Febr. (Eig. Meld.) Wie Reu­ter aus zuverlässiger Quell« erfährt, hat der britische Admiral Kelly an Bord seines Flagg­schiffes Besprechungen zwischen den japanischen Admiralen Nomura und Maratuka einerseits und Wellington Koo und dem Generalstabschef der 19. chinesischen Armee andererseits, bei denen er selbst anwesend war, vermittelt, um über die Möglichkeit einet friedlichen Lösung zu beraten. * !

tote. Schanghai, 29. Febr. (Eig. Meld.) Die Japaner begannen heute früh mit schwerer Ar­tillerie, Infanterie, Tanks und Flugzeugen einen Durchbruchsverfuch. Die Chinesen leisten erbitter­ten Widerstand. # I

tote. Tokio, 29. Febr. (Eig. Meld.) Die Untersuchungskommissron des DAker- bundes für die mandschurische Frage ist heute hier eingetroffen. >

*

rote. Genf, 29. Febr. (Eig. Meldg.). 9m Hinblick auf die bevorstehende außerordentliche Völkerbundsversammlung wegen des

Ein organischer Zusammenschluß.

Auf einer deutschnationalen Tagung in Halle sprach Reichstagsabgeordneter Schmidt-Hannover, der erklärte, daß die Bündnisgemern- schaft der DNVP. mit dem Stahlhelm nicht nur für die Reichspräsidentenwahl, sondern auch für die Parlamentswahlen ge- fchlofjen worden sei.

Auch eine Partei!

mgange des Wahlkreisverbandes

falen-Süd der D e u t s ch e n V o l k s p a r t e i stel­len sich nach bei derD. A. Z." aus Dortmund eingegangenen Nachrichten in einigen wesentlichen Punkten anders dar, als m der parteioffiziösen

Für Hindenburg.

Aufruf des Christlich-Sozialen Volksdienstes.

Dis Reichsleitunq des Christlich-Sozialen Dolks- dienstes hat einen längeren Aufruf veröffentlicht, in dem sie für die Wiederwahl Hindenburgs ein- I tritt. Im Aufruf heißt es u. a.:

Unser Wunsch ist es immer gewesen, die f e l 8- gr aue Kameradschaft zu einer umfassen­den Volksgemeinschaft werden zu lassen. Nur die Person Hindenburgs vermag diese umfas­sende Volksgemeinschaft zu sammeln, weil er in wahrhaft überparteilicher Größe nur den deutschen Mensch sieht. Was ein Freiherr vom Stein er­lebte, was einem Bismarck widerfuhr, das muß heute auch ein Hindenburg tragen. Die Freund« von gestern werden zu Gleichgültigen und I Feinden, wenn ihre Erwählten, über den Kreis der Standesgefinnung und Parteigenossen hinaus alle aufbauenden Kräfte der gesamten Nation in die Dienstfront des guten vaterländischen Frei- heitsroillens einreihen. Hindenburg ist uns der Ausdruck des Freiheitswillens des deutschen Dol- I kes! Was er an Schwerem uns zu tragen auf­legt, muß er von uns fordern, damit der Kampf um die Befreiung zum Siege gebracht werden kann. Der Präsident des Deuffchen Reiches ge­hört allen Parteigrößen bei der Entscheidung des 13. März.

Cin deutscher Frauenausschuß für die Dahl Hindenburgs.

Der HinZenburgaus'chuß teilt mit, daß sich ein I deutscher Frauenausschuß gebildet hat, der mit folgendem Aufruf an die Oeffentlichkeit tritt:

Das deutsche Volk wählt am 13. März seinen Reichspräsidenten. Deutsckze Frau, deutsche Mut­ter, wem willst Du dieses höchste Amt anvertrauen? Dem Manne, der deutsches Land im Osten vor dem I Einbruch der Feinde rettete, dem Manne, der in I der Zeit des Zusammenbruches Treue und Pflicht- I bewußtsein des alten Deutschlands in den neuen Staat hineintrug, dem Mann«, der sieben Jahre I lang als Treuhänder des ganzen deutschen Volkes das Amt des Reichspräsidenten mit überlegener Einsicht, mit der Kraft eines stetigen Willens und Mit verantwortungsbewußter Entschlußfähigkeit geführt hat, dem Manne, dessen Lauterkeit, Rit­terlichkeit und tiefbegründetes Gottvertrauen als Vorbild vor jeder deuffchen Seele steht, dem Manne, der fein ganzes Leben dem Wohle des Btterlandes geweiht hat, Hindenburg. Ihm zollst Du Verehrung, im schenkst Du Vertrauen, ihm gib Dein« Stimme."

Der Ausruf trägt folgende Unterschriften: Dr. Anna Mayer, Minna Amann, Frau M. Dail, Frau Emily Brilg-Hoetzsch, Frau Anna Kapier, Klara Krause, Katharina Müller, Magarethe Schlickert, Gräfin v. d. Schulenburg, Margarethe Wolff, Ma­thilde Wolff, Dr. Agnes v. Zahn-Harnack.

Diesem Aufruf haben sich die Frauen im gan­zen Deuffchen Reich angeschlossen. Weiter wird berichtet, daß die Organisation des Hindenburg- I ausschusses nunmehr in allen deutschen Ländern I und Provinzen Preußens aufgebaut ist. Ein Auf­ruf ist von dem Führer des Landesausschusfes für die der niedersächsischen Wahlkreise, dem bekann­ten Streiter in der Kriegsschuldfrage, Oberst a. D. Dr. h. c. Schroertfeger und einer großen Zahl angesehenster Persönlichkeiten Niedersachsens unter­zeichnet worden.

Wahlaufruf der SPD.

Der Parteivorstand der SPD. veröffentlicht im ,.Vorwärts" einen Aufruf an die Partei, in dem zur Wahl Hindenburgs aufgefordert wird. In dem Aufruf heißt es u. a.:

Das deutsche Volk steht am 13. März vor der Frage, ob Hindenburg bleiben oder ob er durch Hitler ersetzt werden soll. Die Rechte hat vor 7 Jahren Hindenburg auf den Schild geho­ben. Sie hoffte r mürbe fein 21 m t p a r« teiisch zu ihre Gunsten führen, sei­nen Eid verletzen und die Verfassung brechen Es war selbstverständlich, daß wir Sozialdemokraten einem Bewerber, auf den unsere schlimmsten Feinde solche Hoffnungen setzten, ent­schieden be k ä m p f t e n. Hindenburg aber hat feit dem seine einstigen Anhänger enttäuscht, weil er un p a r t e i i f dj war und es bleiben will, weil er für jeden Staatsstreich nicht zu ha­ben i ft, danim wollen sie ihn jetzt beseitigen. Ge­gen Hitler! Das ist die Losung des 13. März. Die Sozialdemokratische Partei will die Klarheit die­ser Entscheidung nicht verdunkeln. Darum hat sie auf die Aufstellung einer Zählkandidatur im ersten Wahlgang verzichtet. Zum Zählen der Stim­me» tft bei den nahen Wahlen zu den Länder- parlamenten Gelegenheit genug. Bei Parla­menten gilt jede Stimme. Bei der Reichspräsiden- temvahl dagegen fällt jede Stimme ins Leere, die für einen Zählkandidaten abgegeben wird. Jede Stimme, die gegen Hindenburg abgegeben wird, ist eine Stimm« für Hitler. Jede Stimme, die Thälmann entrissen und Hindenburg ,zugeführt wird, isteinSchlaggegenHitler. Setzt alle Eure Kräfte ein, damit der entscheidende Schlag schon im ersten Wahlgang fällt. Der Auf­ruf schließt mit den Worten:Schlagt Hitler! Darum wählt Hindenburg!"

Ankwork des Reichspräsidenten an Oberbürger­meister Scharnagel.

rote. München, 29. Febr. (Eig. Meld.) Der Oberbürgermeister Scharnagel hat folgenden Brief

Der Kampf block "Schwarzwerßrot» ver- anftaltetc am Sonntag in Düsseldorf für die Prä- sidenffchastsroaht eine große öffentliche Kundge- bung, in der Oberstleutnant Düsterberg sprach. Dieser Kundgebung waren Versammlungen in Köln, Barmen-Elberfeld und Essen vorauf­gegangen. 1

gesprochen haben, hat mich besonders erfreut und meinem alten cherzen wohl getan. Mit freundlichen Grüßen und besten Wünschen für das Wohlergehen der Stadt München und ihrer Bevölkerung ver­bleibe ich Ihr ergebener gez. v. Hindenburg."

Verhandlungen zwischen Zapan und China Der britische Admiral Kelly vermittelt.

Kundgebung in Paderborn.

Ganz Paderborn stand am Sonntag im Zei­chen einer großen Kundgebung gegen die Eoft- losenbewegung, zu der der Erzbischof der Diözese aufgerufen hatte. Neben der Riesenver­sammlung im Schützenhofsaal und einer Parallel­veranstaltung für die Frauen im Dom mußte noch eine drifte Kundgebung in de-r Herz Jesu- Kirche abgehalten werden. Etwa 12 000 Män­ner und Frauen aus Stadt und Land, die zum Teil! mit Sonderzügen gekommen waren, nahmen an der Kundgebung teil

In der Hauptveranstaltung, die unter dem Protettorat des Erzbischofs selbst stand, sprach Pater Muckermann-Münster. In sei­ner zündenden Rede rief er alle Versammelten zum Kampfe gegen die Eottlosenbewegung auf. Er stellte die tieferen Ursachen der moder­nen Gottlosenbewegung heraus und beschäftigte sich eingehend mit ihren A u s d r u ck s f o r m e n, di« er besonders in dem Rechts - undLrnks- radr'kaktsmus sah. Nach Pater Muckermann ergriff Erzbischof Dr. Klein das Wort, um alle aufzurufen, mutig und standhaft einzutreten für das, was dem christlichen Menschen heilig ist.

Katzen-Iammer!

Der BerlinerLokal-Anzeiger" ist eines dec großen Berliner Blätter, mit denen Geheimrat Hil­genberg, der frühere Direktor der Krupp-Werke in Essen dienationale Opposition" geschaf­fen und lange dieHarzburger Front" als hervor­ragende Errungenschaft gepriesen hat. Nach dec parlamentarischen Niederlage schreibt derLokal- Anzeiger" den bisherigen Bundesgenossen, den Na­tionalsozialisten, folgende freundliche Worte, über den Auszug aus dem Reichstag ins Stammbuch:

Kaum sind sie draußen, ist der erste Anblick, den das Haus bietet, eine Mehrheit derSchwarzroten in einer Abstimmung ,in der die Anwesenheit der Na- ionalsozialisten sie in die Minderheit gebracht hätte. Eine Sache, mit der die Sezefsionisten um Goebbels und Strasser sich tief ins eigene Fleisch schnitten,- ist es, daß jetzt zum Beispiel über ihre Köpfe hinweg ein Antrag auf Sperrung der Polizeigelder für Braunschweig glatt so durchgeht, wie er sonst abgelehnt worden wäre. Es ist zu entscheiden über einen sozialdemo­kratischen Antrag auf Verstaatlichung dec Montanindustrie, und dabei lassen die Na­tionalsozialisten die deutsche Wirtschaft glatt im Stich, liefern sie den Marxisten und Bolschewisten aus. Und da laufen sienachvierTagenend- loser Redereien ausgerechnet in der Stunde davon, in der etwas Gutes geschehen und etwas Schlimmes verhindert werden könnte. Politik nennt man das. Geradezu zum Hohn auf sich selbst wird diese Poli­tik, als dank der Sezession der Nationalsozialisten ein sonst mit Leichtigkeit abgelehnter Antrag auf Aufhebung des Groener-Erlafses über die Zulas­sung von Nationalsozialisten zur Reichswehr ange­nommen wird. So geht es infolge des Ausbruches der Nationalsozialisten in der entscheidenden Stunde weiter. Die gesamte Landwirtschaft kann sich bei ihnen zum Beispiel dafür bedanken^ daß sie den Marxisten und Bolschewisten die Durch­setzung eines Antrages auf Rückgängigmachung dec Butterzollerhöhung ermöglichten. Ist es schon Wahnsinn, hat es doch Methode.

IBid sie einig sind!

Schon viele Beispiele für dieEinigkeit" oder vielmehr das Gegenteil davon, hat man in bieten Tagen erlebt. Und sogar die Harzburger Front ist von den Nationalsozialisten aufgekündigt worden. Im Reichstag hat der Abgeordnete Reinhold ironisch daran erinnert, daß in dem Dokument dec Harzburger Front jeder geächtet würde, dec diese Frönt verließe. Und er stellte die Frage, wer denn nun eigentlich geächtet werden soll, Herr Duesterberg oder Hitler, durch Herrn Hitler oder umgekehrt.'

Die kümmerliche Rolle, die den Deutschnationa­len in diesem ganzen heillosen Wirrwarr zugeteilt ist, öffnet ihnen jetzt aber doch auch den Mund. An­gesichts der eklatanten Niederlage« die die nationale Opposition im Reichstag erlitten hat dadurch, daß sie nur 185 Stimmen gegen 289 Stimmen der hinter der Regierung stehenden Par­teien aufbrachte, veranlaßt sie, Rücksichten, die bis­her genommen wurden, fallen zu lassen. So heißt es im Hugenberg'schen Deutschnationalen ..Schnell­dienst" vöm 27.' Febr. 1932, daß dienationale Opposition in diesem parlamentarischen Kampf, e r- schreckende Schwächezeichen" bewiesen habe. Und nun wird losgepoltert:

Cs ist die Uneinigkeit im nationalen Lager, da« gegenseitige Mißtrauen und schließlich das Ueberwuchern persönlichen Ehrgeizes, das die Stoßkraft der nationalen Bewegung in diesem entscheidenden Augenblick so ge­lähmt hat, daß aus dem sicheren Sieg eine Niederlage wurde."

Hier haben wir also das Bekenntnis der Nieder­lage, haben wir aber auch schon in wenigen Wor­ten das anschaulichste Bild eines ziel- und rid)* tungslos durckeinanderlaufenden Haufens, der sich anmaßt, Deutschland dienationale Einigung undRettung" zu bringen.

gen einen höheren Polizeioffizier erneut den Grund­satz aufgestellt, daß das offene Bekenntnis des Polizeiofflziers zur N.S.D.A.P. ein Dienstver- gehen sei; denn so heißt es in dem Urteil der Angeschuldigte ist damit für eine Parier eingetreten, die den Umsturz der bestehenden repu­blikanisch-parlamentarischen Staatsform nötigen­falls mit Gewalt erstrebt." Diesen Standpunkt hat der Disziplinarhof, wie er im Urteil fest­stellt, bereits in einer höchstrichterlichen Entscheid bung vom 9. 3. 31 vertreten. Er hat sich dabei in Ucbereinftimmung mit der Rechtsprechung des Reichsgerichts befunden, dessen Vierter Strafsenat in seiner Entscheidung vom 10. Februar 1931 Entsprechendes ausgeführr hat.Von dieser Recht­sprechung", so heißt es u. a. weiter,die seitdeni in zahlreichen Entscheidungen ständig aufrechter­halten worden ist, abzugehen, besteht kein Anlaß. Wenn in neuerer Zeit nach den für bi« N. S. D. A. P. erfolgreichen Wahlen in der Partei- presse dieser Partei und den Aeußerungen ihrer! Führer vonlegalen" Wegen gesprochen wird, auf denen ihr Ziel, dasDrifte Reich", ver­wirklicht werden soll, so handelt es sich hierbei nur um eine Verschleierung des wahren Ziels, nämlich der gewaltsamen Beseitigung der bestehen­den Siaatssorm. Ein Staatsbeamter aber, dec sich offen als Anhänger dieser Parier, zu erken­nen gibt, offen für diese eintritt, wie es dec Angeschuldigte getan hat, begeht ein Dienstver­gehen." 1 L. , . . ; . (_ . V

Mitteilung: _

Danach bestehen rm Wahlkreis Westfalen-Süd schon feit langem sehr energische Bestre­bungen, die und zwar mit Kenntnis der Parteileitung einen Zusammenschluß der bürgerlichen Kräfte zum Ziele haben, zunächst durch Zusammenschluß der DVP. mit der DNVP.. Der Boden für diesen Versuch seidurch jahrelange Unzufriedenheit mit der Partei" vorbereitet gewesen, von der der Vorsit­zende des Wahlkreisverbandes die Parteileitung mündlich und schriftlich fortlaufend un­terrichtet habe. Im Zuge dieser Gedanken­gänge sei der Wahlkreisverband mit der DNVP. in eine gewisse Fühlung getreten, die zum vollen Erfolg führte. Es sei eine Grundlage der Verstän­digung geschaffen worden, die nicht den bedin­gungslosen Uebertritt, sondern eine gleichbe­rechtigte Vereinbarung bedeutet habe. Zur Beschlußfassung über diese Verständigungs­grundlage seien nun am Freitag der Geschäftsftih- rende Ausschuß und der Vorstand des Wahlkreis­verbandes zusammengerufen. Die Parteileitung in Berlin sei davon unterrichtet gewesen und habe zur Vertretung ihres Standpunktes vier Persönlichkei­ten aus Berlin entsandt, den Reichstagsabgeordne­ten Hugo als Vertreter des Parteiführers, den früheren Kultusminffter Boelitz, den Vorsitzenden der preußischen ßanbtagsfrattion Stendel und die Abgeordnete Frau Kulesza. In dem engeren und weiteren Gremium habe hierbei eine außerordent­lich eingehende Aussprache stattgefunden. Schließ­lich wurde mit 58 gegen 17 Stimmen bei 14 Stirn» menenthastungen demDorschlag desVorsitzenden zu­gestimmt, der den Austritt aus der Partei und den Zusammenschluß mit den Deutschnationalen, nicht den bedingungslosen Uebergang zu ihnen, in Aus­sicht nahm. Die vereinigte Partei soll künftig ,.V er» einigte Deutsche Volkspartei und Deutschnationale Volkspartei in Westfalen-Süd" heißen. Schließlich wurde, um dem Parteiführer Gelegenheit zu geben, sich auch selbst nochmals zu der Angelegenheit zu äußern, die Vertagung der Debatte um 14 Sage be­schlossen.

Schließlich wurde aber, um Mißdeutungen vor­zubeugen, mit Überwältigender Mehrheit ein Ver­trauensvotum für den Vorsitzenden angenommen.

* Ein Beamter darf nicht Nationalsozialist fein. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der Disziplinarhof für die mchirich- terlichen Beamten im Disziplinarverfahren ge­gen einen höheren Polizeioffizier erneut den Grund­satz ausgestellt, daß das offene Bekenntnis, des