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28. Februar

Verlage zur Fuldaer Aelluug

Nr. 4S

Charlotte Demmig. ;

Zn ereignisreicher Zelt

ist die Zeitung unentbehrlich!

ganisch ist und nicht mechanisch.

Die erstgenannte Ausgabe: den Menschen be­greiflich zu machen, was das Pap st tum ist. und was es nicht ist, scheint die schwierigste. Der Kamps gegen volkstümliche falsche Begriffe ist ein Kamps gegen ein ganzes Meer von Ängriffs- punften, und die Hauptschwierigkeit besteht darin, daß einfach kein Mensch außerhalb der katholischen KiräM weiß, was mit der päpstlichen Autorität ge­meint ist. Sie begreifen chre Grenzen nicht, und darum begreifen sie ihr Wesen nicht. Denn an seinen Grenzen ist jedes Ding zu erkennen und wenn die Umrisse falsch sind, ist das ganze Bild falsch. Heute ist man so weit entfernt von dem ursprünglichen Begriff des Papsttums als einem Zentrum der Christenheit, daß man die päpstliche Autorität vielfach für eine Laune hält! Man glaubt, irgendein Papst, der nichts besseres zu tun hat, kommt mit irgend einer Neuigkeit heraus, weil er

englische Weüreich im Buckingham-Palast in Lon­don am Beratungstisch saß.

Die Familie muß da» erst« und primitivste Zentrum der Frieden», arbeit werden; gelingt es hier nicht, me Konflikte reibungslos oder zumindest gewaltlos beizulegen, und Liebe als lebendige Kraft zu er­leben, wie soll es dann in den weiteren Kreisen der Gemeinde, des Staates und des Völkerbundes ge­lingen?

In der Gegenwart ist es gerade die Jugend, die den Weltkrieg nicht mehr miterlebt hat und die seine Schrecknisse nicht mitangeschen hat, die durch Ueberspannung des nationalen Elementes und völ­lige Verachtung der internationalen Beziehungen die größte Kriegsgefahr heraufbeschwört: Und auch dieses Streben nach dem Krieg als gro- ßem Erlebnis inmitten der Oed« des Alltags, das imstande ist, einen Staat wirk­lich in den Krieg zu hetzen, hat seine Ursache darin, daß diese Jugend lebensfern ausgewachsen ist und die gewaltige Macht des menschlichen Leidens nicht kennengelernt hat: auch darin liegt eine Aufgabe der Friedenserziehung. Die Kinder müssen über den engen Rahmen von Familie und Schule hin­aus schon frühzeitig an der Hand der Eltern die gewaltige Tragik des menschlichen Sehens ahnen lernen. Soweit es ihnen faßbar ist, müssen sie da­durch ein starkes Verantwortungsgefühl für all ihr Handeln und Tun erlangen. Wenn Knaben zu Tierquälern werden und sich in eine Kriegsroman, tik hineindenken, so geschieht es vor allem deshalb, weil ihre Phantasie sich die Schauerlichkeit des menschlichen Leidens nicht vorstellen kann, und daß heute die Jugend im ganzen der Bewegung für Völkerversöhnunq ferner steht, 'hat seinen Grund eben in dem Nichtvorstellenkönnen der Schrecken eines Weltkrieges. Hier müssen Elternhaus und Schule die Jugend jene geheimen Zusammenhänge sehen lassen von Werden und Vergehen, Blühen und Welken und von der unerhörten Verantwort, lichkeit der Eingriffe in den natürlichen Bebens- ablauf.

Wie die politische Entwicklung Mitteleuropas zeigt, neigt heute die Jugend mehr als je zur ge­walttätigen Lösung aller Schwierigkeiten und schließt sich den Parteien des gewaltsamen Umitur- zes an. Maßgebend dafür ist nicht bloß die aus den gegenwärtigen Verhältnissen verständliche Der- zweiflung Über die Aussichtslosigkeit, sich eine Zu­kunft zu schaffen, sondem vor allem auch das Streben nach großen Erlebnissen, die über den All­tag hinausgehen, jenes Hinaufstreben zum Helden­tum das männliche Jugend immer zu eigen ist und bei den kleinen Buben beginnt, die mit hochroten Wangen die Jndianerbücher um 20 Pfennig das Stück lesen, und die dann im Anschluß an Per­sönlichkeiten oder Parteien ihren Ausdruck findet, die der Jugend große Erlebnisse versprechen. Hier muß, wenn großes Unheil vermieden werden soll, die erziehliche Kleinarbeit in Familie und Schule einsetzen. Der historische Begriff des Helden, der den studierenden jungen Menschen in der Ilias und in der Odysee in der überschäu­menden Kraft des Achilles und der List des Odys­seus, im Reckentum der Germanen und in dem Rittertum gegenübertritt, in dem allerdings das Draufgängertum verknüpft ist mit einer Reihe sitt­licher Pflichten zum Schutze der Armen und Schwa- chen und der Kirche, lebt in unserer Jugend fort. Inzwischen hat aber die forts chre iten de T ech-

ist die Mißdeutung der päpstlichen Worte über bie Geburtenbeschränkung. Worüber hat der Papst gesprochen? Ueber einen moralischen Grundsatz, der so alt ist wie die Siebenhugelsiadt. Wo ist hierbei die Neuigkeit? Absolut auf der Seite der modernen Anti-Christen. Der Papst wie- derholt, was die Christen seit undenklichen Zeiten als selbstverständlich angenommen haben, was in jedem christlichen Herzen gegenwärtig ist und im­mer gegenwärtig war; was, soweit lebende Men- lchen' zürückdenken können, immer selbstverständ­lich war: ein Teil des gesamten Gesetzes. Die Re­volutionäre aber, die es jetzt ablehnen, sie sind von gestern. Denn es ist noch keine Generation vorübergegangen, fest Menschen, die diesem Gesetz zuwiderhandelten, ins Zuchthaus kamen. Es ge­hörte zur Substanz der europäischen Kultur. Wenn wir das Papsttum verteidigen, so verteidigen wir nicht nur den Geist, der unsere Kultur schuf; son­dern wir verteidigen auch die Seele, die einzig diese Kultur lebendig erhallen kann, und deren Unter­gang auch den Untergang der Kultur bedeuten würde. DieKirchehatunserKulturge- schaffen. Die Kirche ist die Kirche,weil sie Eins ist; und jede Einheit erfor- derteinZentrumundeinOterhaupt.

nik den persönlichen Mut für die Ent. ch«idung bedeutungslos gemacht. Be: >em künftigen Gaskrieg und dem Bombenangriff aus dem Flugzeug auf die Städte entscheidet nur mehr die Technik und nicht mehr der Mensch. Wie ;>er Mensch durch Rationalisierung in Werkstätten und Büros allmählich überflüssig und durch die Maschine verdrängt wird, so verdrängt die beste technische Erfindung den Menschen auch in der ge­walttätigen Auseinandersetzung der Völker im Kriege. Wird dieser frühere Begriff des Drauf­losgehens und des mutigen Dreinhauens noch wei­ter in der Jugend grohgezogen, so kann er sich nur nn Ueberfall auf friedliche Mitbürger und ttn Zer- törungswerk an Gasthaustischen und Schaufen» lern betätigen. Die Wirklichkeit hat also das bi- torische Heldentum überwunden. Da aber da« ief innere Bedürfnis nach Helden- tum und Heldenverehrung im Men- chen und vor allem in der Jugend lebendig ist, bedarf es der Entwicklung eines neuen, den Der- hältnissen von Gegenwart und Zukunft angemes- Jenen Begriffes vom Helden, an dem die Jugend wachsen und sich messen kann. Wenn wir die post, tische Geschichte der Gegenwart mit wachem Geiste durchdenken, so sehen wir auch tatsächlich ein neues Heldentum der höchsten Verantwort­lichkeit und Hingabe erstehen. Staatslenker, die, umbrandet von den Leidenschaften der widerstre­benden Meng«, dennoch den als richtig erkannten Weg verfolgen, schaffen für di« Geschichte den neuen Helden. Für di« Jugend allerdings sind sie noch zu zeitnahe, um zu wirken. Für sie müs­sen wir aus den geschichtlichen Persönlichkeiten die- jenigen herausholen, die die heute notwendig« menschliche Tüchtiqkest bis zum heroischen Grad bestätigt haben: Die Helden der Nächsten. Hebe, wie Marcell Dunant, den Begründer de» Roten Kreuz, Florence Nightingale, die Schöpfe, rin der Kriegskrankenpflege, Don Bosco, den Or­ganisator der verwahrlosten Jugend, Franz von Assisi und Klar, die Helden der persönlichen Be- diirfnislosigkeit und liebevollen Hingabe, Elisabeth von Thüringen, die große sozial« Heilig« des 13. Jahrhunderts, Katharina von Siena, bie Friedens- ftrfterin und Borkämpfrein des Vvlkerfriedens m der Kirche. Diese neuen Helden, deren Arbeit auf menschlichen Fortschritt, Verbesserung der Lebens- Verhältnisse und soziale Versöhnung eingestellt mä­ren, ebenso wie bie großen Erfinder, die ihr per­sönliches Leben in den Dienst eine schöpferischen Idee stellten, wie etwa Pasteur, schöpfen aber ihren tiefsten Lebensinhalt bewußt oder unbewußt aus dem Heldentum Christi. Das Kreuz, an dem der Gottmensch sich in höchster Liebe und Verantwort- lichkeit für die Menschheit opfert, die chn ver- stößt, ist die Kraftquelle und der Ausgangspunkt des neuen geistigen Heldentums geworden.

Wir sind immer nur daran gewöhnt, das Kreuz als religiöfes Symbol zu erfassen und auch die Kinder nur zu einem scheuen Aufblick zu diesem einzigartigen Opfer zu erziehen. Und doch hangt die ganze Entwicklung der heutigen Welt davon ab, daß das Opfer Christi Wirklichkeit wird in vielen Kinderseelen, daß ,n der Kinderstube schon der Sinn für ,e- nes höchste Heldentum erschlossen wird, das in dem Sichhingeben für die Gemein­schaft liegt. Eine neue, ganz lebendige Nach­folge Christi und Verwirklichung seiner Bergpre­digt muß bereits in der Kinderstube einsetzen. Da» kleine, alltägliche Erleben der Kinder, ihre SchMie- rigkeiten mit Eltern, Lehrern und Geschwistern muß Anlaß geben, im Geiste Christi neue gewalt­lose Lösungsmöglichkeiten zu finden. In den christlichen Familien müssen Zentren der sozialen Gerechtigkeit und der Versöhnung geschaffen werden. Die gro- ßen Spannungen des Völkerslebens können nicht in Genf und durch Genf allein überwunden wer­den. Die Vorarbeit muß in den Familien und m denSeelenderKinder geleistet werden, die zu dem Heldentum Christi erzogen werden. Das Kruzifix in der Kinderstube und von da aus die Erschließung des Verstehens für die Konflikte des täglichen Lebens und die Erweckung zu sittlichem Wollen, das ist die Vorarbeit, die auch die ärmste Familie für die Versöhnung der Völker zu leisten vermag.

Das Papsttum.

Das Jubiläum des Hl. Vaters gibt Hilaire Bel- loc Gelegenheit, imUniverse" mit allem Nachdruck auf die ursprüngliche unabänderliche Be­deutung des Papsttums, fein Wesen, sei­nen Charakter und seine Notwendigkeit hinzuwei­sen.Denn wie es scheint", so begründet er seine Ausführungen, ,sist das Papsttum feit kurzem wieder modern geworden als Zielscheibe für die Feinde der katholischen Kirche. Die Punkte, an denen der Feind eine Bresche in die katholische Front zu legen versuchte, haben in­nerhalb der letzten drei Jahrhunderte ständig ge­wechselt: Erst griff man uns als Rebellen an, weil wir die allgemeineMonarchen-Ver- gottung nicht mitmachten; später griff man uns an, weil wir uns vor gewissen Politikern und Zeitungsinhabern, die unter dem TitelDe­mokraten" Gewaltherrschaft trieben, nicht beugten; bald qriff man uns an, als allzu skeptisch, bald als allzu abergläubisch; bald griff man uns an, weil wir den Besitz verteidigten, bald, weil wir feine Macht einschränkten; und nach all diesen Variationen sieht es jetzt aus, als habe das Rad sich wieder zurückgedreht zu dem atleralteften, allerersten und liebsten Angriffspunkt: dem Papsttum.

Das Feldgeschrei ist wie in alten Zarten em

Dritter Fastensonntag (Oculi).

Eingangslied: Pf. 24, 1516.

Oculi mei semper ad Dominum . . .

Meine Augen sind allzest auf den Herrn ge­richtet, er wird meine Füße aus der Schlinge zie­hen. Schau auf mich und erbarme dich meiner; denn einsam bin ich und arm. (Ps. ebb. 12.) Zu dir erheb' ich meine Seele, mein Gott, auf dich ver­traue ich; des werd' ich nicht erröten.

Epistel: Eph. 5. 1-9.

!Brüber! Ahmet Gott nach als seine vielgelieb­ten Kinder und wandelt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt und sich für uns Gott als Opfergabe zum lieblichen Wohlgeruche hingegeben hat. Unzucht aber und jede Unreinigkeit oder Geiz sollen unter euch nicht einmal genannt werden, wie es sich für Heilige ziemt; ebensowenig Scham­losigkeit, törichtes Gerede und Posten, die sich nicht schicken; stattdessen vielmehr Lobpreis. Denn das wisset wohl und verstehet, daß kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Geiziger, der ja nichts anderes ist als ein Götzendiener, Anteil hat am Reiche Gottes. Laßt Euch von niemand mit nichtssagen­den Worten verführen; denn solcher Dinge wegen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Un­gehorsams. Werdet also nicht deren Genossen. Ihr wäret einst Finsternis, nun aber f«ib ihr Licht im Herrn . Wandelt als Kinder des Lichtes. Die Frucht des Lichtes aber besteht in der Uebung aller Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.

ten, deshalb sandte er ihnen feinen eingeborenen Sohn, daß er ihnen den Weg zur feelifchen Frei­heit, zur Erlösung zeige. Nun liegt es an uns, Teufel auszutreiben, dem Bösen zu widerstreiten. Aber werzu Gottführen will,der mutz aus (Sott fein. Das Heil einer Familie hangt von den einzelnen Gliedern der Familie ab. Sind nicht die Eltern ost selbst die Verführer ihrer Kin­der? Da wird etwa ein kleines Kind verwohnt unb später wundert man sich, daß es feinen lvtl- len mit Trotz und Eigensinn durchsetzen will. Oder es wird als kleines Kind bestaunt und begafft und footer wird daraus ein stolzer Mensch, der in seiner Eitelkeit gekränkt ist, wenn man ihn nicht bewundert. Oder der Vater ist streng und die Mutter verzärtelt das Kind muß da Nicht

das Kind in feinem Wesen zwiespältig werden? Allzuleicht übernimmt das Kind Fehler und Schwächen seiner Eltern. Beelzebubgeist zeugt Beelzebubgeist. . ,

Auch an der Arbeitsstätte, hn Gemeinde» und Staatslüben ist bas ebenso. Nur der kann dem guten Geiste dienen, der von edler Opferbe­reit schäft beseelt ist. Der kämpft wider den Satan, der gegen den Zank und Hader des All­tags die lebendig« Liebe in sich wachhält. Die Hilfsbereitschaft der Tat wirkt mehr als Gerede. Wo der Geist der Liebe wirkt, da muß der Geist des Haffes weichen. Immer wieder will der le­bendige Christus den Menschen vom Sa­tan erlösen. Und du sollst fein Helfer und Werk­zeug sein.

Friedenserziehung in der Familie

Don Hofrat Dr. Maria Mare sch, Wie«.

Christus treibt Teufet aus.

Sefradrfuna zum Sonnkaqsevanqelium.

Auch der Teufel scheint zu lernen in der Schule der Zeit. Heute treibt er selten fein Werk so offen­sichtlich als zu Zeiten Christi, denn die vom Teu­fel Beseffenen sind nicht mehr so leicht zu erken­nen wie ehedem. Mag fein, daß bas Volk damals einfacher, natürlicher entpfanb, daß es den Men­schen nach seinen Taten beurteilte heute wagen wir Jo leicht nicht, einen Menschen als vom Teufel besessen zu bezeichnen. Die Menschen tragen ihr Inneres nicht mehr so offen zur Schau. Dadurch täuschen wir uns. Bei manchem ist der Christ weiter nichts als der Deckman tel des Heiden, und bie hinterhältige, feindliche Gesin­nung ist durch ein freundliches Getue ersetzt. Mancher gibt sich den Anschein, als ginge es ihm um das Wohl feiner Mitmenschen, und in Wirk­lichkeit geht es ihm nur um seine Geltung und um sein Machtgelüsten.

Der Teufel weiß schon den rechten Weg zu finden, um den Menschen um seinen Anteil am Gottesfrieden zu betören. Er, der sich von Gott abgewandt hat und nun ein Unzufriedener ge­worden ist, sucht immer mehr Unzufriedene zu schaffen. Unsichtbar wie das Walten des Hl. Gei­stes ist auch das Walten des teuflichen Geistes- Wir kennen es nur zuweilen an den Ausbrüchen. Wenn der Zorn aus einem Men­schen loht, wenn aus dem spähenden Auae der Neid hervorbricht, wenn der Haß aus dem Tonfall einer Bemerkung die Lieblosigkeit widerspiegelt bann wissen wir, daß der Teufel Besitz von der Seele ergriffen hat. Unfriede, Zank, Zwiespalt, Zerquältsein künden bie Nähe des teuflischen Gei­stes an.

Der böse Geist sucht immer dem guten Geist bl« Herrschaft zu entziehen. Damals, als man den Stummen des Evangeliums zu Chrffms brachte, bezwang der Heiland den Teufel. Wo Christus segnet, muß Satan entfliehen. Jeder Christ sollte ein Gefolgsmann des Heilands fein, der dem guten, dem heiligen Geist eine Wohnung in den Menschenherzen bereiten hilft.

Wer kann denn Beelzebub den Teufel austreiben? Wird nicht ein Beelzebub gerade bie Herrschaft des bösen Geistes mehren? Diese Frage sollte uns sehr ernst stimmen. . Kann denn der ein guter Erzieher sein, der selbst im Sold des Teufels steht? Muß nicht das Kindlein zu einem zanksüchtigen Menschen werden, dessen Mutter zanksüchtig ist? Und der unzufriedene Vater kann keinen zufriedenen Sohn erziehen. Das wrder- fpricht sich Beelzebub kann den Teufel nicht aus» treiben.

Christus ist der Widersacher des Teufels, weil er reinen Geistes ist. Nur der Friedfertige kann Frieden zeugen, nur der wirklich Frohe Freude bringen. Gott wußte, daß die Menschen eines Führers bedurften. Deshalb gab er ihnen Gebote, die sie vor den schlimmsten Abwegen schützen soll-

Di« zweite, die historische Aufgabe, ist gerate Lust dazu hat. ?as.beste^Belsplel dafür etwas schwieriger. Sie erfordert Durchschnittsintel» "" L- - *

ligenz, genügend freie Zeit und Durchschnittsbil­dung. Daß das Papsttum, die Oberhoheit Petri, bie Oberhoheit bes Römischen Stuhles von Anbe­ginn ber Kirche an zu finden ist, das ist eine so selbstverständlich« geschichtliche Tatsache, daß wir mit Leuten, bie sie abstreiten, als Historiker nicht diskutieren können; sie übersehen bas Grundprin­zip der Geschichte, nämlich, daß die Geschichte or-

Lange Zeit ist bi« Friedensarbeit als aussichts- los belächelt worden. Ihre reine Aufklärungsarbeit wurde als ungenügend empfunden gegenüber der gewaltigen Wirkung der dämonischen Mächte tm Inneren bes Menschen, und fürwahr, Friedens- arbett als bloße Aufklärungsarbest über die Be­ziehungen ber Völker und bie technische Möglich­keit, Frieden zu halten, versagt unbedingt, wenn bie großen Leidenschaften eines Volkes losbrechen.

ff r leben» otb eit ist Erziehung», arbeit und muß wie jede Erziehungsarbeit bei den geringsten Lebensäußerungen «infetzen. Die Friedensarbeit kann nur bann von Erfolg beglei­tet fein, wenn bie Erziehung bewußt darauf em- gestellt wirb, Konflikte ohne Gewalttat beizu- legen. Konflikte aber ergeben sich nicht bloß im Dölkerleben, sondern im primitivsten Zusammen- leben bet Menschen: zwischen Mann und ffrau, Hausfrau und Hausgehilfin, den Geschwistern.

Die Kriegsschulbsrage in der Kin- berftube, welche Mutter hätte sie nicht erlebt? Mutter fft braußen befchäftigt; eine Menge Arbeit liegt auf ihr; sie muß alles zugleich tun; aufräu­men, kochen und Kinder hüten. Gott fei Dank, Hans und Grete spielen ruhig im Nebenzimmer. Es fft doch gut, roemts zwei find! Das sorgt gegen­seitig Beschäftigung. Während Mutter so denkt, er­tönt schon Geschrei nebenan. Es klingt nach Mord und Totschlag; Mutter stürzt ins Nebenzimmer und findet beide zu einem Knäuel zusammen- geballt. Hans beißt fest in den Arm feiner Schwe­ster und Grete hat ihre Händchen in der Wange des Bruders verkniffen; mühsam entwirrt die Mutter den Knäuel Die Gewalttäter stchen be­schämt und nun beginnt es sogleich: zweistim­mig heulend klagen sie einander an:Hans hat zuerst gebissen."Nein, die Grete hat zuerst ge- kratzt." Mutter steht ratlos vor dem Problem der Kriegsschuld, das bei einem vormittägi­gen Kindefftreit ebenso schwierig ist wie bei einem WÄtkrieg.

Denn schon hn Kinderzimmer ist bie Kriegs- schuldfrag« verwickelt; wo Schuld Ge­walt auslöft und Gewalt wieder Gewaü hervor- ruft, werden bie Zusammenhänge so verwirrt, daß klare Urteile kaum mehr gefunden werden können. Die große Frage, die durch die Erziehung zu. sen fft, fft die ber gewaltlosen Abwehr bes Unrechtes. Kinder dazu zu erziehen, Un- reckst nicht mit Unrecht zu vergelten und der Ge- walt zu entsagen, fft eine der Vorbedingungen des Bölkerfriebens. Freilich, das liegt nicht im Men- schen und ist dem Kinde zunächst unfaßbar; denn die großen Zusammenhänge des Wellgeschehens faßt «in Kind noch nicht. Hier hat eigentlich nur die religiöse Erziehung Macht über die Kinderseele; nur dort, wo ber Gekreuzigte im Kin. derzimmer hängt, gewinnt die Aufforderung, Un­recht zu erdulden ohne gewalffame Abwehr, tiefe Berechtigung. Darum kann vor allem die katholische Friedensbewegung den Beitrag zur Friedenserziehung ge- b e n; denn ihre Erziehung besteht nicht bloß in der Abhängigkeit und Schicksalsgemeinschaft der Völker, sondem in der Bezwingung ber dämonischen Ge­walten der Menschenseele im Hinblick auf bas Vor. bild Christus.

Wie stark gewaltlose Abwehr auch heute wirken kann, hat Ghändi bewiesen, dem cs gegeben war, durch sein erschütterndes Beispiel das Volk Indiens um sich ZU scharen und der als Sieger über das i^weffaches:Deine Treue zur Staatsge. walt ist nicht aufrichtig", und2>te er* ft en Christen wußten nichts von einer Zentralgewalt der Kirche". In Amerika wird der erste Punkt stärker betont, in Europa der ,Eite Beide sind eine Reaktion gegen die Tat- fache des Papsttums. Vielleicht wird der Augen­blick in dem ber Konflikt zwischen dem mobernen Staat in feiner Entwicklung zum Heidentum hm und der katholischen Kirche ausbrechen wird, gleiS- zeitiq der Augenblick fein, M als Anhänger bes

Stuhles zu bewähren. Tatsächlich konnte btes ein Prüfstein fein zwischen denen, die die Perfol- aunq auf sich nehmen wollen, und denen, bte chr lieber ausweichen. Diese Scheidung wird gemacht werden müssen, ehe man in den erwähnten Kon­flikt eintritt.

Bei dem Kampf um das Papsttum ist der Ka­tholik vor eine dreifache A uf g ab «gestellt. Er hat sich klar zu werden über bie Bedeutung des Papsttums; er hat es als geschichtlichen Begriff zu verteidigen; und er hat der direkten Opposition, die reiner Haß ist, entgegenzutreten Der dritte Punkt der leichteste die Opposition ge­gen den Haß. muß genau so heftig und mten- sio sein wie ber Haß selbst. Dieser Haß ist ein einfaches Zuschlägen, bie Opposition infolgedessen ein einfaches Zurückschlagen. Dazu ist weiter Nichts erforderlich als eine gewisse Schlagfertigkeit.