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Beilage zur Fuldaer Zeitung
25. Februar
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Neigung findet.
DrD. Schleuter.
Zur Erwerbsarbell der verheirateten Iran
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Das Haushalkungsgeld ist knapp, die Hausfrau und Mutter muß sparen. Darf aber das Kindchen tm zarten Alter schon darunter leiden? — Nein! Ihm muß die gute Pflege und Ernährung werden, deren es zu einer gesunden, kräftigen Entwicklung dringend bedarf. Keine Mutter sollte daher von „ftufefc“ abgehen und dies altbewährte, zuverlässige, erfolgreiche Kindernährmittel durch etwas anscheinend Billigeres ersetzen, das in der Wirkung aber nie an „Sufete“ heranzureichen vermag.
Die Frau im akademischen Zerns.
Unter den akademischen Berufen steht die Medizin an der Spitze, ihr wenden sich mehr als ein Fünftel aller studierenden Frauen zu (z. Zt. etwa 4000). Während den rund 47 000 Aerzten im Deutschen Reich etwa 2800 Aerztinnen, etwa 5,5 Proz. aller deutschen Mediziner, gegenüberstehen, machen die weibl. Medizinstudierenden etwa 20 Proz. der Gesamtzahl der Studierenden ihres Faches aus, d. h. hinter je drei fertigen Aerztinnen stehen vier Medizinstudentinnen als Ersatz. Bei den Männern dagegen entfällt auf je drei Aerzte nur ein Studierender. Die Zahl der Aerztinnen ist von 1929 auf 1930 um 10 Proz- gestiegen. In Deutschland sind z. Zt. annähernd 400 Zahnärztinnen tätig, hinter denen etwa die dreifache Zahl an weiblichen studierendem Nachwuchs steht. Nur etwa die Hälfte der Jus studierenden Frauen erstrebt später die Laufbahn eines Richters oder Anwalts, die übrigen wollen sich später in der sozialen Fürsorge, in der Industrie, im Handel, im Bankfach und in der Verwaltung betätigen. Von den als Juristinnen eingetragenen Frauen gelangen nur etwa 10 bis 20 Proz. bis zum Assessor, während der größte Teil bereits vor oder nach dem Referendar abschwenkt. Am schlechtesten bestellt ist es mit der Laufbahn im philologischen Lehrfach, obwohl oder gerade, weil die Laufbahn als Studienrätin zu dem bevorzugtesten Fach der Studentin gehört. Die vorhandenen Stellenanwärter beiderlei Geschlechts reichen noch für Jahre, und die Zahlen der in Ausbildung begriffenen Philologiestudierenden stehen in schroffem Gegensatz zu dem verminderten Bedarf.
Für die Aufbewahrung des Mehls
gelten folgende Regeln: Sowohl Weizen- als auch Roggenmehl soll man niemals festeingestampft in Säcken und auch längere Zeit an ein und demselben Ort liegen lassen. Wie jedes Getreide, so bedarf auch das Mehl zu seiner Aufbewahrung des Luftwechsels und muß umgeschaufelt werden. Cs soll deshalb ausgeschüttetes Mehl in der Regel wenigstens alle zwei Monate einmal umgefchaufelt werden. Versäumt man dies, so wird das Mehl nach fünf bis sechs Monaten knollig und bekommt einen dumpfigen Geruch. Es hat an Backfähigkeit verloren und das daraus hergeftellte Gebäck hat eine blaffe Farbe und einen unangenehmen Geruch.
lich ist. eingeschränkt werden muß und Maßnahmen getroffen werden sollten — auch solche gesetzgeberischer Art — um der Frau bei ihrer Verheiratung das Ausscheiden aus der Erwerbsarbeit zu erleichtern. Hierbei müssen persönlich erworbene Rechte und tatsächlich geleistete Berufsarbeit in gebührender Weise berücksichtigt werden. Auch sollen dabei angesichts der augenblicklichen wirtschaftlichen Unsicherheit und weitgehenden Verarmung alle Gründe beachtet werden, die eine außer- häusliche Erwerbsarbeit der verheirateten Frsu zur Beschaffung des ausreichenden Familienunterhaltes erforderlich machen.
Es ist und bleibt aber Pflicht der katholischen Frauenbewegung, die sich mit aller Kraft für die Erhaltung und Stärkung des Familiengedankens einsetzt, die Erkenntnis zu wecken und zu stärken, daß die Aufgaben in der Familie eine volle Frauenkraft brauchen. Sie betont ferner, daß die von der Frau in der Familie geleistete Arbeit, auch wirtschaftlich gesehen, einen Wert für dH. Allgemeinheit, das Volkswohl, darstellt.
In der heutigen Zeit erscheint es notwendig, der verheirateten Frau die persönliche Entscheidung zum I Aufgeben der Berufsarbeit zu erleichtern und zu verhindern, daß die Erwerbsarbeit der verheirateten Frau in der öffentlichen Meinung eine Selbstverständlichkeit wird. Es wäre daher eine gesetzliche Regelung zu begrüßen, die z. B. von der Beamtin das Aufgeben ihrer Tätigkeit bei ihrer Verheiratung fordern kann. Eine solche Regelung würde zweifellos eine beispielhafte Wirkung auf die Allgemeinheit ausüben. Es ist freilich ein schwerer Entschluß, in dieser Zeit, da die Freiheit des Menschen so bedroht scheint und vielfach gering ge- I wertet wird, durch Maßnahmen in die persönliche Ent- I schließung einzugreifen. Es geschieht nur aus der Erkenntnis, daß es sich hier um einen größeren Wert handelt, der sich der persönlichen Entscheidung überordnet.
In manchen Kreisen besteht die Auffassung, daß die Verheiratung der Frau sie gerade für gewisse Berufsarten besonders geeignet mache. Vom katholischen Standpunkt aus erscheint es uns wichtiger, darauf hinzu-
Gang im Zwielicht.
Don Franz Cingia-Schramberg.
Verträumt sind alle Dinge schon Und haben Sehnsucht nur nach Ruh.
Der Abendglocke letzter Ton Schwebt hold und zart der Ferne zu.
Und wie geheimnisvoll umrauscht
Das zauberhaste Leben dich.
Und deine stille Seele lauscht
So tief hinein und feierlich.
Dann streift der Atem Gottes sacht Durch alle kühlen Felder her.
Bald schläft die Welt in tiefer Nacht Ganz ohne Sorge und Begehr.
Eines Tages waren Freunde des Knaben zu Besuch. Man hatte zusammen gesessen mit heißen Köp- l fcn, von Erreichbarem und Unerreichbarem gesprochen, von Urwäldern und wilden Tieren, von Schillings und Bongt Berg. Da erzählte der Knabe von seinem Rotkehlchen, das er gezähmt — es klang beinah, als handle es sich um ein gefährliches Urroalbtier — und als die Freunde es nicht so recht glauben wollten, trieb er sie alle hinaus, langte in die Futterdüte und rief fein „Mi- rfjel, Michel!" durch den winterkahlen Garten, indes die anderen in vorsichtiger Entfernung des Kommenden harrten. Und wirklich, der kleine Vogel landete wie immer auf der gerundeten Hand des Knaben, die sich leicht schloß und den Kleinen festhiest. Triumphierend wies er ihn den Kameraden, die nacheinander den Gefangenen betrachteten, feine rötliche Kehle, feine schönen lebhaften Augen, die zarten Krällchen.
Der Vogel, ungewohnt der langen Gefangenschaft, wurde unruhig, strebte sich zu befreien, und da der Knabe, seinen Triumph auszukosten, ihn nicht freigab, wehrte er sich mit schnellem Schnabelhieb. Dieser Hieb war wohl nicht mehr als ein Zwicken, der Knabe fuhr zusammen und halb in Ueberraschung, halb aber aus gereiztem Herrengefühl über die hilflose Kreatur, drückte er fester zu, fühlte plötzlich eine Veränderung an der umschlossenen Beute, öffnete schnell die Hand und sah nur noch, wie das Köpfchen sacht zur Seite glitt, über die glänzenden Augen eine trübe Haut sich zog und die Zehen sich streckten.
Blaß starrte der Knabe auf die kleine Leiche. Sein Herz verkrampfte sich ganz wunderlich und wurde plötzlich schwer wie ein Stein — unerträglich schwer. Weinen saß in seiner Kehle, aber es kam nicht nach außen. Ein verzweifeltes Verlangen brannte in ihm auf, die Zeit rückwärts zu drehen, um fünf, um drei Minuten I — ach, er vermochte es nicht, niemand vermochte es. i
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Zum erstenmal fühlte fein Kinderherz erschauernd, was dieses ist: unwiederbringlich. Er wurde so still, daß die Freunde sich bald entfernten. Er ließ sie gehen. Er mochte ihre unbekümmerten Gesichter nicht sehen. Zuwider waren sie ihm, schrecklich zuwider.
Abends quoll ihm der Bijsen im Halse. Er mochte nicht essen. „Bist du krank?" fragte besorgt die Mutter. „Rein", antwortete er leise und sah scheu zur Seite. Im Bett konnte er sein Gebet nicht zu Ende sprechen, immer sah er ein Köpfchen zur Seite sinken und das glänzende Schwarz perlgroßer Aeuglein in Grau ersterben. Das Bild begleitete ihn auch durch die Tage und immer war der dumpfe Druck auf dem Herzen, der nicht wich. O, reden können, es sagen — aber es war, als hielte etwas die Worte tief in der Brust zurück, daß sie nicht über die Lippen tarnen. Da fragte eines Tages die Mutter: „Sag einmal, fütterst du denn auch Michel? Die Düte wird gar nicht leer." Der Knabe zuckte zusammen, schluckte, bann schrie er seinen ganzen Jammer hinaus, gegen die Mutter gedrängt wie ein kleines Kind, sodaß sie die Tränen auf ihren Händen spürte. „Kind", sagte sie, ihm bewegt ins Auge schauend, „Weißt du, wieviel dies bedeutet an Neigung und Vertrauen, wenn ein mehrlofes Tier sich in die mörderischen Hönde des Menschen begibt? Daß man nicht genug dafür banken kann mit Güte unb Geduld?" Der Knabe schluchzte schmerzlicher, sie aber fuhr fort: „Sieh, mit all deinen Tränen kannst du dem kleinen Michel keinen einzigen Sonnentag zurückgeben, den du ihm raubtest, aber vielleicht, wenn du versuchst, gut zu fein gegen alle wehrlos« Kreatur, werden die toten Au- gen ohne Vorwurf auf dich blicken, nur noch wie aus einem fernen Traum. Gertrud Busch.
weisen, daß der Wert der Frauenpersönlichkeit weder ab» hängig ist von ihrer Verehelichung, noch von der Erfülltheit durch einen Beruf. Die christliche Auffassung vom Ei- genwert jeder Persönlichkeit, gleichviel ob verheiratet oder unverheiratet, ob sie einen Beruf ausübt ober nicht, muß gerade in der geistigen Unruhe der Gegenwart mit aller Kraft betont werden. A F.
Die praktische Hausfrau.
Medizinische Eigenschaften der Gemüse. 1
Spinat soll eine direkte Wirkung auf die Nieren haben, ebenso der Löwenzahn, grün genossen. Spargel reinigt das Blut, Sellerie wirkt besonders auf das Nervensystem unb heilt Rheumatismus und Neuralgien. Tomaten sind gut für die Leber, Gelbe und weiße Rüben reizen den Appetit, Lattich unb Gurken wirken kühlend, Knoblauch und Oliven besitzen markante medizinische Kräfte^ sie regen die Blutzirkulation an unb mehren die Absonderung des Speichels unb Magensaftes. Rohe Zwiebeln sind ein vorzügliches Heilmittel bet Schwächezu- ftänben der Verdauungsorgane.
Eine angeschnittene Zwiebel
sollte man niemals einige Tage offen in der Küche liegen lassen, da sie alle Gerüche an sich zieht und nicht selten bei nachherigem Gebrauch diese einer Speise, anstatt sie schmackhaft zu machen, mitteilt. Man lege daher eine größere Zwiebel, die man nicht auf einmal verbrauchen kann, mit der angeschnittenen Seite in Salz.
Der Endiviensalat
ist vielen Leuten zu bitter. Um die Bitterkeit zu mildern, wendet man folgendes Verfahren an: Wenn der Salat geputzt und zugerichtet ist, hebe man denselben in eine Schüssel, schütte lauwarmes Wasser darüber, lasse ihn vier bis fünf Minuten stehen, bringe ihn bann auf einen Durchschlag, bamit bas Wasser ablaufen kann und richte ihn an.
Zu stark gesalzenes Fleisch
wird wieder schmackhaft, wenn man es in ein leinenes Tuch wickelt und in den Sand legt. Nach Ablauf von zehn Stunden hat das Fleisch den Uebersluß an Salzgehalt verloren. Ebenso lassen sich zu stark gesalzene Fische auf diese Weise wieder wohlschmeckend machen.
Die Liebe will Leben wecken, Leben geben, Leben steigern und andere zur Entfaltung bringen. Richtig lieben kann nur der, der Gott über alles liebt und den Nächsten so, wie Gott ihn liebt. Wahrhaftig lieben heißt Gottes Geselle sein. 1
Lieben heißt jemand auf gerade Wege führen, Gott entgegen.
Sieben heißt sich zum Bindeglied machen zwischen Gott und der anderen Seele, nicht zum trennenden Keil.
Lieben heißt sich und den anderen die Freiheit wahren.
Lieben heißt verzichten auf das, was der Seele des Geliebten schaden kann.
Sieben heißt fördern, ohne zu fordern, was nicht för- derlich ist.
Sieben heißt sich nicht vom Liebreiz gefangen nehmen lassen, aus Liebe zu dem, aus dem aller Liebreiz gefloßen ist.
Sieben heißt geben und nehmen, und fein einfachster Ausdruck ist Austausch.
Lieben heißt sich bewundern versenken in ein hohes Gut, heißt danken, loben, preisen.
Sieben heißt aber auch Dank entgegennehmen und für Lob ein freundliches Lächeln haben.
Sieben heißt endlich sich beglücken und beseligen lassen.
Lieben hat also, wie Pater Willibrord Derkode, der bekannte Malermönch der Erzabtei Beuron in seinem ungemein interessanten Erinnerungsbuch „Der Antrieb ins Vollkommene" (Herder-Verlag, Freiburg) schreibt, einen doppelten Charakter. Es ist ein Erstreben und Erleiden. Ohne die weite Spannung, die zwischen diesen beiden Begriffen liegt, kann die Siebe nicht lebendig bleiben. Wird sie bloß erleidend geübt, so wird sie verkümmern; wird sie bloß erstrebend geübt, so wird sie verderben. Auch die Siebe kann erkranken. Der Sprachgebrauch, der von schwärmerischer, unglücklicher und wahnsinniger Liebe spricht, sagt es uns deutlich. Wer sich aber auf dem Weg der Siebe von der Demut führen läßt, geht sicheren Schrittes. Denn die Demut wirkt Ge- horsam, und Gehorsam Verleugnung seiner selbst.
Es fei die Siebe ohne Selbstsucht, die nicht mit ge- ordneter Selbstliebe verwechselt werden darf, und sie tue, I was sie immer will.
Wie reizend tritt die kleine Tänzerin des Watt ea u (Potsdam) vor die Musikanten! Eine Zeit, die das Schäferspiel ersann, gab dem feinen Gesichtchen fein eigenes Gepräge. Das prachtvolle Bild der Marquise de Pompadour von Boucher ist hier der Markstein in der Entwicklung. Alles ist schwebende Eleganz und die Verfeinerung der organischen Form löst eine leichte Erinnerung an das gotische Frauenideail aus. Daneben stellt Chardin, seiner Zeit weit voraus, feine häuslich bescheidenen Frauen mit sehr viel Anmut dar. Diesem ursprünglichen Typus Chardin« ist der der klassischen Periode aufs schärfste entgegengesetzt. Auf den Bildern Gerards versinkt die Eigenart der Rasse. Geschlossenheit der Form und klassische Ruhe werden Grundbedingung. Selbst die romantische Auffassung Ingres in seinem Portrait der „Belle Zelle" ist noch nicht frei von dieser Einstellung. Daneben aber malt schon Corot seine junge Frau „a la Robe Rose" in silberheller, duftig gelotterter Farbe und gibt ihr den Reiz bescheidener Zierlich- feit. Millet, Manet, später Degas und Monet greifen ihre Motive aus dem Beben und vermitteln uns einen Menfchentyp, der durch feine Erdgebundenheit uns künstlerischen Ausdruck bestärkt, sympathetisch unsere Zu« verwandter erscheint als andere und der, durch den
Französische Frauenbildnisse.
Auf der diesjährigen Ausstellung im Burlington» House in Bonbon, die die Entwicklung der französischen I Kunst durch sieben Jahrhunderte hin paradigmatisch aufzeigt, steht die Malerei an bevorzugter Stelle. Die I kostbaren Bilder, die zum Teil aus entlegenen Klöstern unb etäbten ihren Weg vom Kontinent hierhin gefun» den haben, geben uns Auskunft über bie Physiognomie der französischen Frau, weisen ben Gegensatz zwischen germanischer unb französischer Eigenart auf unb zeigen so ben Weg, zu verstehen unb bas Schöne bes Fremd- raffigen anzuerkennen.
Der französische Frauentypus ber Gotik ist noch am meisten verwanbt mit bem beutschen. Die Mabonna der Verkündigung von Aix-en-Provence könnte fast eine Schwester ber Frauen fein, bie Konrab Witz um bie gleiche Zeit am Oberrhein malte. Das Kinn ist nur um einiges wenige spitzer, bie Augenbrauen ftnb genau so hoch geschwungen und der Mund ist gleich zierlich. Nur die Bewegung der Glieder ist übersprudelnder. Daneben gebt sich ein Bild wie das der Madonna aus Antwerpen von Fouquet mit einer solchen Betonung des Mystischen, wie es dieser Zeit in Deutschland nicht mehr bekannt war. Von transzendentalen blauen unb roten Engeln ist bie Mabonna umgeben, beren zarter gelbgrauer Teint unb beren hohe, glatte Stirn, bie mit einem kostbaren Diabem gekrönt ist, Ausbruck rein» , fter Sntelleftualität verleiht.
Der Meister von Moulin dagegen ist schon von den neuen Idealen der Renaissance beseelt und so sucht er durch feine Herbheit im Portrait der Anna, Tochter Ludwigs XL, das Schönheitsideal ber Frauen feiner Zeit wiederzugeben. Schwere Reife der Farbe unb bie Auseinabersetzung mit germanischen Einflüssen aus Englanb unb Burgunb geben ben Frauenbildnissen bie» fer Zeit weiterhin befonbere (Eigenart. Fast freubig dokumentiert sich immer mehr ein gesundes Selbstgefühl, das wie in einem Portrait der jungen Frau von Eornille De Lyon stärksten Ausdruck findet (um 1560). Geistige Schärfe bedingt noch immer die Zartheit der I Gesamtform. Selbst das Barock behält dieses Grundprinzip gefühlsmäßig bei. Aber die Glätte des In- karnats wird gelockert und bie Gesten unb Pofen theatralisch gesteigert. Das Bildnis der Co mt esse De G r i g n a n von Mignard oder die Frauen, die Pousfin malte, mögen als Beispiele genügen. Eine feine Koketterie greift um sich, die sich bet Vouet und ß e S u eu r sogar zur sinnenfrohen Weltlichkeit steigert. Doch bald verfängt sich dieses wilde Spiel von I Form und Farbe in die dezente Grazie des Rokoko. I
An der Zentrale des Katholischen Deutschen Frauenbundes in Köln trafen sich berufstätige und verheiratete Frauen zu einer grundsätzlichen Besprechung über die Erwerbsarbeit der verheirateten Frau. Das (Ergebnis ber Aussprache würbe folgenbermafjen zusammengefaßt:
5n den heutigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten glauben viele, es würde eine Lösung herbeigeführt, wenn die Frau ihren Arbeitsplatz freigäbe. Das ist für alle die Arbeiten unmöglich, die nur von der Frau verrichtet werden können. Aber auch bei anders gearteten Er- werdszweigen und Berufen wird übersehen, daß für Taufende von Frauen, die nicht zu Ehe nud Familie kommen können, die berufliche Arbeit Grundlage ihrer Gxistenz und ihres Lebens ist und so gerade in dieser Notzeit eine wirtschaftliche, soziale und menschlich-per- sönliche Selbstverständlichkeit sein muß.
Es bleibt aber zu untersuchen, ob es nicht doch eine Neihe von Fällen gibt, wo ein Aufgeben der Berufsarbeit möglich ist. In diesem Zusammenhang muß die außergewöhnliche Erwerbsarbeit der verheirateten Frau besonders ins Auge gefaßt werden. Die Aufgaben der Frau und Mutter in der Familie sind von einzigartiger Wichtigkeit, sie sind ein voller Beruf. Dies besonders in unserer Zeit, da durch tiefgreifende Umgestaltung die Gemeinschaft von Ehe und Familie bedroht ist. Es ist allo umso mehr zu wünschen, daß die Frau mit dem Einsatz ihrer vollen Kraft in der Lebensverbundenheit der Famile steht. In der Regel ist es für die Frau eine Zu große Belastung, wenn sie nach der Verheiratung gleichzeitig ihren früheren Beruf weiterführt. Darum würde auch die Frauenberufsarbeit eine Stärkung erfuhren, wenn die Frau nur einen Beruf ausübt, ent» weder den Beruf in Ehe und Familie ober einen aflfjer« häuslichen Beruf. Bei ber verheirateten Frau wird sich die im außerhäuslichen Beruf erworbene Kraft nub Disziplin in verschiebenster Weise bei ihrem Dienst in Heim und Familie wertvoll auswirken können.
Aus solcher Erkenntnis heraus vertritt die kathol. Frauenbewegung die Auffassung, daß die außerhäusliche Erwerb-arbeit der verheirateten Frau, soweit es mög
lich zur Wirklichkeit geworden — der freie Vogel nahm das Futter aus feiner Hand!
Als die Körner alle waren, schwirrte ber kleine Gast auf unb verlor sich im Nabelgewirr ber Zwergmnnen. Der Knabe aber lief eilends ins Haus. „Mutter! Es hat mir aus der Hand gefressen! In meiner Hand hat es gesessen, richtig in meiner Hand!" Die Mutter schaute lächelnd in des Knaben glühendes Gesicht. „Siehst du", sagte sie, „es weiß, daß du sein Freund bist."
Die Bekanntschaft mit Michel hatte im Herbst begonnen, als die Mutter die Knollen der Dahlien ausgrub, bie der Knabe für die Winterruhe zurechtputzte. Da war über bie aufgeworfenen Schollen ber kleine, rotkehlige Gast gehüpft unb ber Arbeitenben gefolgt, immer in einiger (Entfernung, aber boch nah genug, um feine ganze Schönheit bewundern zu lassen. Auch in der nächsten Zeit, da die Winterzurüstungen Mutter und Sohn häufig im Garten beschäftigten, hatte sich das Rotkehlchen gezekgt. Der Knabe nannte es Michel und versuchte, da- Tierchen mit Futter an sich zu locken. War es nun dieser gedeckte Tisch, /ben es täglich fand, oder war es Wißdegierde und Menteuerlust de- Kleinen: er machte sich nicht auf die Winterreise wie seine Kameraden, sondern blieb im heimatlichen Garten zurück gleich den bunten Meisen und den kecken Buchfinkherren. Er wußte bald, wenn die komischen Menschenlaute erklangen in einer gewissen Höhe und Klangfärbung, dann bedeutet dies, daß es Futter gab, zwar nicht so saftiges wie das, was man selber sand und was sich bewegte, aber gute Nahrung doch, und auf die eigene Findigkeit war fein Verlaß mehr in diesen unwirtlichen Tagen.
Wochen gingen hin, und das Rotkehlchen ward im- wer zutraulicher, ließ sich sogar in der hohlen Hand bis zum Antlitz des Knaben heben und sanft an die Wange schmiegen.
Das Rotkehlchen.
„Michel, Michel!" rief der Knabe, auf dem ©arten« weg kauernd, und streute die Korner im Halbkreis um sich her. „Michel, Michel, Michel!"
Gleich darauf flatterte es huschend, ließ sich ein Stüd entfernt nieder und trippelte nun in kleinen Bo- gcnlinien mit schiefgeneigtem Köpfchen näher — ein klei» ner runder Federball auf drahtdünnen Beinchen — ein Rotkehlchen. Zierlich pickte es ein Körnlein nach dem andern auf, nicht ohne jedesmal das Köpfchen zu heben und mit den dunklen, schwarzen Perlenäuglein spähend um sich zu schauen.
Der Knabe hatte einen Rest des Futters in der Hand bebalten, bie er dicht über dem Boden ausgestreckt hielt, sehr bemüht, sich nicht zu rühren. Seine Blicke folgten ben Bewegungen bes Tierchens, wie es näher unb naher kam, mit fast beschwörenber Bitte. Nun war es gon,3 dicht an der ausgestreckten Hand, beäugte das perlorfenbe Futter, flatterte plötzlich auf, um zur großen Enttäuschung bes Knaben ein Stückchen entfernt auf
*°?n..3U lanben- Wieber nahte es sich zögernb unb rurfmeHe, um, als es schon ganz nahe bei ber S)anb war, wieder aufzufliegen, diesmal nach der anderen Sette, unb von bort seine Annäherungsversuche von neuem zu beginnen. 1 1
Ser Knabe mußte die Hand auf den Boden legen er nermodtte sie nicht mehr frei zu halten. „Er kommt nicht , dachte er und wartete doch in einem stillen, halb verzweifelten Trotz weiter. Und plötzlich fühlte er die feinen Krällchen auf feiner Hand, die Wärme des kleinen Körpers, die Schärfe des Schnabels, die pickend die Körner aufnahm. Das Herz des Knaben schlug so laut, toft er meinte, es müsse den kleinen Gast verscheuchen. Worum er sich so lange glühend bemüht, es war end-
Aeber die Liebe.
Von Pater Willibrord Verlad e-Erzabtei Beuron.
Der königliche Weg zur seelischen Gesundung ist die Uebung in der Liebe. Was die Liebe ist, läßt sich begrifflich nicht bestimmen. Es hat einer die Liebe das Leben der Seele genannt. Was aber Leben, was Seele ijt, wird uns im Diesseits immer ein Geheimnis bleiben. Mann kann jedoch vieles von der Liebe aussagen, und alles zusammen gibt schließlich doch ein Bild von bem, was Liebe unb Sieben ist.
Lieben heißt nach Befeeligung streben.
Sieben heißt bie höchste Beschränktheit aufheben durch Hingabe an bas höchste Gut.
Sieben ist ein Erwachen der Seele, ein Ausströmen aus ihrem Grund unb ein Bewußtwerden ihrer Tiefe.
Sieben ist das gerade Gegenteil von Sichverschließen, Jnsichsteckenblciben, Sichaufbäumen und Sichvergotten.
Sieben heißt aussichgehen, streben, verlangen, werben, anfichziehen unb ergreifen.
Sieben heißt aber auch sich öffnen, sich lösen, sich frei« machen von sich selbst, sich unterwerfen, sich hingeben unb sich weihen.
Sieben heißt umfangen unb umschlingen, kosten unb verschlingen.
Sieben heißt ruhen in Bereinigung unb sich verlieren in Selbstentflossenheit.