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Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Mr«. 59

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt . t 4 AKI

im Bild' undBuchenblätter". Rotationsdruck und Der ag ©ntMlßtSuIfl. 25. TfCutUUV LödZ der Fuldaer Äctiendruckerei in Fulda. Fernrufe- Schrift. t/UllllKLXHUÖ» O

Nr.

:: leitunc, 3153 Fuldaer Artiendruckerei 3151 und 3152

Oberstleutnant a. D. Düslerberg.

Ernst Thälmann.

Groener schützt Hindenburg gegen Schimps. Eine wuchtige Zurückweisung der Schmähungen, die der Ratio, nalsozialist Goebbels gegen Hindenburg im Reichstag ausge­sprochen hat. Stürmischer Beifall bei der Reichstagsmehrheit Hitlers und Hugenbergs wandern wieder aus, zuletzt Oldenburg-Zanutschau.

dische Händlergeist scheint in diesenna­tionalen" Kreisen bedenklich um sich gegriffen zu haben. Hindenburg steht nicht auf der politischen Linie der Sozialdemokratie, aber er bietet für d le Aufrechterhaltung der Verfassung die Gewähr. Darum stellen ihm die Harz­burger und die Kommunisten Gegenkandidaten gegenüber. Düsterberq und Thälmann kommen ernsthaft nicht in Frage, sondern fallen unter die Rubrikferner liefen . . ." (Heiterkeit).

wtb. Berlin. 24. Febr. (Gig. Meld.) Nachdem die Meldungen der an der Einzeichnungsaktion be­teiligten Stellen nunmehr zum größten Teil vor­liegen, stellt sich die Gesamtzahl der Einzeichnungen für die Volkskandidatur Hindenburgs a uf über 3639000. Davon wurden mehr als 3 Mill. Eintragung«n von rd. 1100 deutschen Zeitungen, die in rund 800 Städten die Ein­zeichnungslisten 10 Tage lang auslegten, aufge­bracht.

Deutsch-Hannoveraner für Hindenburg.

wtb Hannover. 24. Febr. (Gig. Meld.) Der Zen- tralvorstand der deutsch-hannoverschen Partei er- klärt zur Reichsprästdentenwahl: Hindenburg, der in 7sähriger Amtszeit ein Vorbild höchsten Pflicht- bewußts-ins und treuen Dienstes am Vaterlande geworden ist, hat sich trotz seines hohen Alters ent­schlossen, das deutsche Volk in dieser Stunde nicht zu verlassen. Demgegenüber dürfen parteiliche Machtkämpfe nud parteiliche Gesichtspunkte und Bedenken nichts bedeuten. Wir wählen Hin­denburg!

Diese Manöver'werden notwendig, weil Hitler nicht wie jeder andereStaatenlose in ordnungsgemäßer Weise um die Verleihung der deutschen Staatsangehörigkeit nachmchen wui. Wenn das deutsche Volk nicht die vernichtende Lächerlichkeit des Vorgangs spürt, dann

Reichswehrminister Groener j nimmt vor der Fortsetzung der Aussprache zu fol- ; gcnder Erklärung das Wort: _ I

In der gestrigen Sitzung hak der Abgeordnete Dr. Goebbels nach Feststellung des Aeltestenraws folgendes gesagt:Sage, wer dich lobt und ich sage dir. wer du bist. Hindenburg, gelobt von der Partei der Deserteure. Ich ergreife die Gelegenheit, wo Dr. Goebbels wieder anwesend ist, auf dieses Wort noch einmal einzu­gehen. Die überwiegende Mehrheit des deutschen Volkes wird es als eine Ungeheuerlichkeit auffafsen, wenn der oberste Soldat des Krieges, der Sieger von Tannenberg, der Mann, der sich freiwillig zu Anfang des Krieges in den Dienst des Vaterlandes gestellt hat. der Mann, der das Heer auch dann nicht verlassen hat. als alles zusammenbrach (Slür- mifcher Beifall bei der Mehrheit, lärmende Zurufe bei den Nationalsozialisten) wenn Hindenburg in irgendwelche Beziehung mit dem WortDeserteur" gebracht wird. (Rufe bei den Nationalsozialisten: Das ist nicht gesche­hen!) Diese Beleidigung, die ein Mann auszuspre­chen wagt, der selber den Krieg nur vom I Hören-Sagen kennt (Lebhaftes Sehr rich­tig! bei der Mehrheit, lärmender Widerspruch bei den Nationalsozialisten) kann zwar der Größe der Leistung des Generalfeld­marschalls ebensowenig anhaben wie der Verehrung, welche das deutsche Volk vor seiner Pflich tersüllung in Krieg und Frieden erfüllt. Aber als Mitglied der Reichsregierung und als Vertreter d er deutschen Wehr­macht, habeichdiePslichtunddenAuf- trag, diese ungeheuerlichen Aeuße- rung des Abg. Goebbels als eine Be­leidigung nicht nur des Herrn Reichs- pröfidenten, sondern des deutschen Vol- I k e s z u k e n n z e i ch n en (Stürmischer Beifall bei der Mehrheit, Rufe bei den Nationalsozialisten: Das stimmt ja nicht!) und sie auf das Schärfste zu rückzuweisen.

Die Erklärung des Ministers wurde von der Mehrheit mit stürmisch. Beifall, von den National­sozialisten mit lärmenden Protestrufen ausgenom­men. Von ihnen und den Deutschnationalen wur­den Zurufe gegen den Regierungstisch gerichtet. Reichskanzler Dr. Brüning sprach erregt auf ein­zelne Nationalsozialisten ein.

Präsident Löbe erklärte unter dem Beifall der Mehrheit, er weise die Abg. Dr. Ley (Nat.-Soz.) und Kleiner (Dtn.) wegen dauernder Störung und beleidigender Zurufe aus der Sitzung aus.

Abg. Dr. Frick (Nat.-Soz.) protestierte kurz gegen die Ministererklärung, aber der Präsident sagte, er lasse persönliche Bemerkungen jetzt nicht zu.

Als nächster Redner in der Aussprache erhielt dann

Abg. Dr. Vreitscheid ($03. Dem.)

das Wort.

Die Nationalsozialisten schickten sich an, ihrer früher verkündeten Taktik gemäß den Saal zu verlassen. Sie wurden aber von einzelnen ihrer Mitglieder zurückgehalten und nahmen nun Zei­tungen in die Hand, um ihr Desinteresse an der Rede zu zeigen. Dazwischen kam es immer mehr zu Zwischenrufen und lautem Gemurmel.

Die Frage des Präsidenten Löbe, welcher Ab­geordnete soeben den Minister Gröner alstypi­schen Schieber" beschimpft habe, wurde nicht be­antwortet.

Abg. Dr. B r e i t s ch e i d (Soz.-Dem) führt aus, die Sozialdemokraten hätten vor 7 Jahren aller­dings die Kandidatur Hindenburgs bekämpft, wenn sie ibn auch nie so beschimpft hätten, wie Leute der Rechten den ersten Präsidenten Ebert. Die Leute, die von ihrem damaligen Kandidaten Hin­denburg einen Bruch der Verfassung und des Eides auf die Republik erwarteten, seien unangenehm, die Verfassungsfreunde angenehm enttäuscht worden. Die Harzburger Front und Nationalsozialisten wollten sich jetzt nur dann für Hindenburg erklären, wenn er ihnen für ihre Stim­men politische Ware verkauft. Der ju-

k a n z l e r über und steigerte sich schließlich zu b e- lei'digenden Vorwürfen gegen den Reichspräsidenten. Was der narionalso- zialistische Redner nach dieser Richtung zu sagen wagte, lautet in abgeschwächter Form etwa so: Dem Reichspräsidenten von Hindenburg, dessen Passivität in sieben Jahren den Fortbestand des Systems ermöglicht hat, wollte der Reichskanzler Dr Brüning die Amtszeit mit unserer Hilfe ver­längern Wir, die wir immer als Staatsbürger »weiter Klasse behandelt worden sind, sollten nun L nmal gut genug sein, diesem System ai^ der Verlegenheit zu helfen. Das lehnen wir ab. Wenn Reichspräsident von Hindenburg unsere Hilfe für seine Wiederwahl in Anspruch nehmen will, dann muß er sich gefallen lassen, daß mir ine von ihm verantwortete Palitik überprüfen Wir haben vor sieben Jahren Hindenburg gewählt weil er dec Sache des nationalen Deutschlands dienen n* Er hat das Gegenteil getan. Er hat sich emelllg nilf s: (Seif, der Mitte und der Linken aeftellt. Für feine Wahl wirbt setzt die Berliner Afphalt- vresie und die Partei der D e f e r t e u r e. Be.

diesen Worten brach ein V r o te st st u r m 1o.. Auch aus den Reihen der deutschen Volks- Partei hörte man Ruse wie:Das ift la ganz unerhört!". Noch stärker war der Wider,pruck be, den anderen Parteien. Von den Sozialdemokra­ten wurden gerufen:DleserKr'egs d rucke- berger will Kriegsteilnehmer be. schimpfen!". Die Frage des Präsidenten Lobe, ob er tatsächlich die Sozialdemokratische Partei, in der sich viele Kriegsteilnehmer und Kriegsver- letzte befänden, als Partei der Deserteure bezeich­nen wolle beantwortete Goebbels nicht. 3n dem

I lauten Streit zwischen Sozialdemokraten und Na- l tionalsozialisten hörte man nur, daß Goebbels Die

3 360 000 Wägungen für tzindendmg

Die zerschlageneHarzburger Front".

Zurücknahme seiner Bemerkung ablehne. Der allzu milde Präsident glaubte, den Zwischenfall mit einem Ordnungsruf an Goebbels beilegen zu können. Die Sozialdemokraten gaben sich aber nicht zufrieden. Laute Rufe schwirrten durch den Saal. Besonders die Sozialdemokraten prote­stierten:Wir Kriegsteilnehmer lassen uns von diesem Heimkrieger nicht be. schimpfen." Präsident Löbe muß drei, sozial­demokratische Abgeordnete zur Ordnung rufen und meint, die BeleidigungDeserteure" sei durch einen Ordnungsruf gerügt worden. Wiederum wollen die Sozialdemokraten das nicht hinnehmen. Die erregten Zwischenrufe hören nicht auf, und dem Präsidenten Löbe bleibt nichts anderes übrig als die Sitzung auf eine halbe Stunde zu unterbre­chen." ' *

In derFrank furter Zeitung" heißt es in der Schilderung der Szene u. a.:

Es schienen öde Stunden bevorzustehen. Aber es kam anders: Dr. G o e b b el's (vielleicht wie­der etwas programmwidrig, denn die National­sozialisten, die diesmal wieder vollzählig im Saal vertreten waren, schienen zunächst den Befehl be­kommen zu haben, möglichst still und reserviert aufzutreten) redete sich nach einer ungewöhnllch langweiligen halben Stunde Zuruf:Als Junggeselle waren Sie interessanter" im selben Maß in Wärme, wie seine Stimme heiser wurde. Der Beifall seiner Freunde, noch mehr aber die große Unruhe des gelangweilten und enttäuschten Hauses brachte ihn in Schwung, als er von seinen Angriffen auf Brüning zu einer Attacke auf den Reichspräsidenten überging.Hmden- bürg hat seine Wähler von 1925 im Stich gelas­sen ..."Sage mir, wer dich lobt, und ich will dir sagen, wer du bist." Don wem aber, so fragt Goebbels, wird der Reichspräsident heute gelobt? Er wird gelobt von der Berliner Asphaltpresse, er wirdgelobt von der Partei der De­serteur e." Und bei dieser Stelle deutete der kleine Mann, der zwar gescheit, aber bis zum Scheitel vollgepfropft ist mit Gift und Galle und mit dem geistigen Unrat, den er seinen Komplexen verdankt, auf niemand anders als auf die Sozial­demokraten, die links neben ihm sahen.

Das Geschrei der begeisterten Nationaksozialisten wurde übertönt durch die zornige Entru- ftung fast des ganzen Hauses mit der rühm­lichen Ausnahme der Hugenberg-Jünger. Sozial- I demokraten stürzten nach vorne, der erste unter I ihnen Mierendorf (ein Träger des E. K. I), neben ihm Schumacher, ein Mann, der im Krieg seinen rechten Arm verlor, dann andere. Pro,ident Löbe, der sich oft bewährt hat in heikelsten Lägen,

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teilung eines weiteren Beamten notwendig. ge- worden sei, worauf man sich dann grundsätzlich auf die Zuteilung Hitlers zur braunschweigischen Gesandtschaft in Berlin einigte.

Hitler wird Beamter.

Nicht zum Schein, sondern in Wirklichkeit.

Wie jetzt bekannt wird, soll die Einbürgerung Adolf Hitlers in der Weise erfolgen, daß er als Beamter der braunschweigischen Gesandtschaft in Berlin zugeteilt wird. Mit dieser Zuteilung wäre die Einbürgerung Hitlers automatisch verbunden.

Wie die Hugenberg'sche Telegraphen-Union er­gänzend erfährt, hat die Besprechung über die Einbürgerung Hitlers zwischen den Deutschnatro- nalen und den Nationalsozialisten bereits am Mon­tag stattgefunden. In dieser Besprechung haben die Deutschnationalen erklärt, daß sie keine grundsätzlichen Bedenken gegen die Ein­bürgerung Adolf Hitlers hätten. Die Deutsch- nationalen haben ihre Zustimmung jedoch von der Zusicherung abhängig gemacht, daß es sich bei der Ernennung zum braunschweigischen Be­amten nicht um eine Scheinernennung handeln dürfe, daß sie vielmehr darauf bestehen müßten, daß Hitler auch eine aktive Tätigkeit ausüben müsse. Eine Ernennung zum Bevoll­mächtigten Braunschweigs im Reichsrat oder eine Professur an der Technischen Hochschule Braun­schweig wurde in der Erörterung als nicht im Bereich der Möglichkeit liegend bezeichnet. Im Verlaufe der Besprechung wurde auf die lieber- lastung der Eesandtschaftsbeamten, des Gesandten Boden und des Legationsrats von Stutterheim, hingewiesen, deren Ausgaben sich im Laufe der letzten Jahre so vermehrt hätten, daß- dre Zu-

der aber heute nicht gerade seinen besten Tag hatte, griff ein. Es dauerte lange, bevor die Glocke, die er schwang, ihm einigermaßen Gehör verschaffte. Er versuchte Dr. Goebbels zu steilen und ihn zum Rückzug zu zwingen. Aber der Dok- tor, dem wohl noch manche gute Lektion durch den Professor für politische Pädagogik fehlt, blieb hartnäckig. Ja, er versuchte, die erste Gemeinheit durch eine zweite zu rechtfertigen, indem er log, die SPD. habe in einem offiziellen Dokument be- hauptet,Landesverrat sei kein Verbrechen . Prä­sident Löbe erteilte ihm einen Ordnungsruf, aber der Lärm verstummte nicht. Wäre er in diesem Augenblick verstummt, so wäre das em schmach- volles Ende gewesen. Man sah unten ein paar Leisetreter bemüht, die erregtesten unter den sozial- demokratischen Kriegsteilnehmern zu bechwichtl. gen (Würde des Hauses, peinliche Lage Lobes, Goebbels ist ohnehin "gleich zu Ende ufw. hieß e5), aber glücklicherweise bestanden die anderen darauf, .Herrn Dr. Goebbels die Zähne zu zeigen. Unter größtem Getöse mußte der Präsident die Sitzung für eine halbe Stunde vertagen.

*

Aber auch der Bericht derK a s s e 1 e r P ost", die nun umsonst um einer deutschnatl o.» nalen Einheitskandidatur willen so viel Liebe auf die Nationallozialisten verwandt hat, ist höchst unzufrieden mit der Angelegenheit Goebbels. Sie schreibt:

Dann erschien Dr. Goebbels, mit Zurufen emp­fangen. Gr sprach zunächst sehr gemäßigt rmd erntete Beifall seiner Parteigenossen, vermochte aber die Aufmerksamkeit des Hauses auf die Dauer nicht zu fesseln. Viel beachtet wurde, daß die Deutschnationalen sich bei feiner Rede jeglicher Kundgebung enthielten. Kotzen-Jammer!!) Die Reihen im Plenum wur- den'allmählich lichter, die Unterhaltung der Linken nahm ein Ausmaß an, daß Präsident Loebe wie­derholt eingreifen mußte. Goebbels dadurch offen­bar gerei^ verfiel setzt in eine schärfere To ri­ll r t, die heftige Auseinandersetzungen zur Folge hatte. Bedauerlicherweise ließ sich der Redner zu einer Entgleisung hinreißen, die vielleicht nicht so gemeint, aber ungeschickt formuliert einen Sturm der Entrüstung hervorrief. ... Es war ein trauriges Bild der Selbstzer- f l e i s ch u n g e i n e s V o l k e s, das sich den Zü­sch a u e r n bot. *

Ja, dahin hat die verhängnisvolle Politik der deutschnationalen Liebedienerei bet den Nationalsozialisten geführt. Zu ei­nem traurigen Bild der S elchst zerfiel« Idjung!

Wir freuen uns, daß als ernsthafter Gegner Hindenburgs Hitler selbst auftreten will. Wir freuen uns, daß Hitler selbst sich die Niederlage holt und nicht ein Offizier Hitlers. Hitler hat es allerdings noch nicht für nötig gehalten, sich um die deutsche Reichsangehörigkeit zu bemuyen, wie es jeder andere Mensch tun muß. Bei ihm längt es zum Gendarmen, aber nicht zum Reichspratz- denten.

Die Unruhe in den Reihen der Nationak- sozialisten hat sich bei diesen Ausführungen ver­stärkt. Es kommen keine Zwischenrufe, aber das immer mehr anschwellendeVolksgemurmel" er­schwert es dem Redner, sich verständlich zu machen.

Präsident Löbe erklärt dem nationalsozialisti­schen Abgeordneten Vetter:Ich habe festgestellt, daß Sie a u s einer Reichstagsdru ck s a ch e Haut vorgelesen habe n. Das ist ent be­wußter Versuch zur Störung der Verhandlung, und ich schließe Sie deswegen ans der Sitzung aus."

Mehrere Nationalsozialisten protestierten. Einer ruft:Gestern war es doch viel lauter! Löbe antwortet:Ja, darum habe ich heute strenge Maßnahmen gegen dieWiederholung des gestri­gen Lärms angekündigt."

Mit dem ausgewiesenen Abgeordneten Vetter | zusammen verlassen die übrigen Nationalsozialisten den Saal. An der Tür rufen sie noch einmal zu­rück- Schieber! Aus dem Zentrum kommt der Ge- genruf: So sehen also die Erneuerer Deutschlands aus. Die Deutschnationalen, zuletzt der Ab­geordnete von Oldenburg-Ianutfchau schließen sich dem A u s z u g der Na tionalso­zialisten an.

Abg. Dr. B r e i t s ch e i d (Soz. Dem.) erörtert in der'Fortsetzung seiner Rede die Folgen die sich aus einem Hitler-Sieg bei der Reichspräsidenten­wahl für die deutsche Innen- und Außenpolitik er­geben wurden.

(Fortsetzung unterLetzte Nachrichten".)

Ein widerlicher Auftakt.

So überschreibt die .Kölnische Volks­zeitung" ihren Bericht aus dem Reichstag. Uber die an 'anderer Stelle mitgeteilten Vorgänge schreibt sie:

Dann sprach der Abg. Goebbels, der eine Ab­rechnung mit dem Kabinett Brüning und der von ihm vertretenen Politik ankündigte. Goebbels war I anfänglich außerordentlich matt, er sprach mit lei­ser Stimme, die größtenteils in jenem Gemurmel unterging, das bei langweiligen Reden durch_Pri- vatunterhaltungen zu entstehen pflegt. «eine Freunde, die ziemlich vollzählig anwesend waren, riefen gelegentlich Beifall und bedachten die linJe Seite des Hauses mit einigen Liebenswürdigkei­ten. Aber lange dauerte der Friede nicht. Die farblose sogenannte Abrechnung ging allmählich in Anrempelungen gegen den Reichs-

Den Bericht über die Vorgänge im Reichstag am Dienstagnachmittag finden unsere Leser in der Bei­lage.

Der zweite Tag.

VDZ. Berlin, 24. Febr. (Eig. Meld.) Bei Er­öffnung der Sitzung erklärt Reichstagsprastdent Loebe,'die Störungen in der gestrigen Sitzung gä­ben ihm Veranlassung, für den Fall der Wieder­holung solcher Störung die s ch ä r f st e n Maß­nahmen anzukündigen.