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24. Februar

Verlage zur Fuldaer Zeitung

Ar. 45

Sicht.

Daraus Außenseite tur vor betrachten.

Dom katholischen ZmWSmienmbmd.

Zungführerkurfus der Bezirke Großenlüder und Neuhof.

Am 13. und 14. Februar fand im Jugendheim in Neuhof für die Jungmännervereine unserer Bezirke ein Jmlgführerkursus statt. Willy Wolfermann vom Reichsamt desKatholischen Jungmännerverbandes" in Düsseldorf führte in seinen Vorträgen in Ziel und Aufgaben katholischer Jungmannschaft im Sturmjahr 1932 ein. Ausgehend von der Krise in Volk, Wirtschaft und Politik, zeigte er uns die Kampffront, in die unsere Jugend heute im Ringen mit den Mächten des Unglau­bens und des Irrglaubens hineingestellt ist. Alle Arbeit im Verein muß daher den Einzelnen für diese Aufgabe schulen, die Gesamtheit der Vereine aber in die große Front der Ehristusjugend einbauen. Wollen wir den Kampf, den uns die Gegner der Kirche aufzwingen, mit Erfolg bestehen, so müssen wir zunächst gegen alle

was sollen rott ansangen?" Das Schicksal von 450000 Jugendlichen.

K. M. schreibt in derBrücke" desBerliner Tageblatts":

Id Mei Monaten verlassen ungefähr 450000 vierzehn- bis fünfzehnjährige Jugendliche die Volksschulen. Besonders während des letzten Schuljahres wird sich jeder der 450 000 Jugendlichen allein, mit Eltern, Lehrern und Freunden überlegt haben, was er gern werden möchte, und was er werden kann: denn das sind zwei sehr ver- schiebens Fragen. Diefreie Berufswahl" ist durch die Gegebenheiten des wirtschaftlichen Bedürfnisses und den Sättigungsgrad innerhalb eines Wirtschaftszweiges bc- schränkt und durch den heutigen Stand der Wirtschaft, die Stillegungen zahlreicher Betriebe völlig illusorisch.

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Jeder dritte Junge will heute Auto; schlosser werden, dabei sind hier gerade die Mög­lichkeiten am geringsten, denn der Beruf des Autoschlos­sers kann nur in einer Autosabrik richtig erlernt werden und nicht in einer Reparaturwerkstätte. Autofabriken gibt es aber nur in wenigen deutschen Städten. Noch ein Beruf, für den fast jeder Junge schwärmt, ist der .Elektriker". Die größte Freude vieler Jungen ist das Studieren der Lichtschalter und Stromleitungen, das

Siedlung fut nol!

Heute sehen das bereits Kreise ein, die früher nur ein verächtliches Lächeln für denjenigen hatten, der ein­mal die Frage der West-Ostsiedlung anschnitt. Man hat erkannt, daß Hunderttausende nicht mehr in der Jndu- strie Unterkommen können, nud daß neue Existenzmöglich­keiten für die nachgeborenen Bauernsöhne geschaffen werden müssen. Es wird ja auch in Deutschland sehr I viel über Siedlung gesprochen und geschrieben. Aber was bis jetzt geschehen ist, bleibt höchst unzureichend. I Man hat nach dem Krieg ungefähr 25000 Familien im Osten seßhaft gemacht. Aber bei den veränderten Verhältnissen ist es fraglich, ob sie sich halten können. Die Rentenzahlungen sind unseres Erachtens zu hoch, weil man den Siedlern sofort einen schlüssel- I fertig'en Hof hinstellte. Man hat jetzt gelernt, und baut primitiver. Aber immer noch fehlt der ent­scheidende Schritt. Er wird vielleicht deshalb nicht ge­tan, weil derEinslußdesGroßgrundbesitzes in B e r li n trotz seines ständigen Kampfes gegen die Regierung sehr groß ist. Warum wird nicht ein Teil | der vielen, vielen Millionen, die den Großgrundbesitzern alsO st h i l f e" zufliehen, planmäßig für die Siedlung verwandt? Warum nicht? Dann könnte man die Siedlung ähnlich wie in Lettland betreiben: Groß­zügig und mit beftem Erfolg. Dort haben sich nach dem Krieg innerhalb weniger Jahre 85 000 Familien angesiedelt. Der Staat stellte ihnen das Land und Holz zum Bauen einer Wohnbaracke

I kostenlos zur Verfügung. Er konnte das. weil er den baltischen Adel, der das meiste Land in Besitz hatte, einfach enteignet hat. Wir sind grundsatz- lich gegen die Enteignung, brauchen sie auch in Deutschland nicht. Aber können nicht diejenigen Großgrundbesitzer im deutschen Osten, die sich ohne staatlicheOsthikfe" auf die Dauer doch nicht halten können, für das Land aus den Mitteln derOsthilfe" anständig entschädigt werden? Und dann wird das Land möglichst kostenlos oder gegen eine ganz ge­ringe Rente vom Staat tüchtigen deutschen Men­schen zur Bebauung übergeben. Sollte das nicht gehen? So wird sich dann, ebenso wie sich die lett- ländischen Siedler langsam emporgearbeitet haben, auch an der Ostgrenze ein deutsches Bauern- voll bilden können. Werden hierzu nicht die Vor- aussetzungen geschaffen, dann werden die Großgrundbe- sitzer die deutsche Volkstumsgrenze nicht halten können, selbst wenn sie noch so viele Stahlhelm- und SA.- Abteilungen gründen.

Das Mungsideal der kaihol. Zagend.

Liebe zur Natur.

Die Jugend, die von dem Sturm der Jugendbewe- gung erfaßt war, zog es hinaus aus der sittlich kran- ken, beengenden Großstadt in die freie Natur. Hier smfing sie wieder Reinheit und Natürlichkeit. Die I Wanderung, ,chie Fahrt" wurde ihr ein Lebens- bedürfnis. Das ist sie auch der kath. Jugend gewor­den. Aber damit die Natur den Menschen bereichern und bilden kann, kommt es sehr darauf an, daß er es versteht, sich ihr zu öffnen. Wenn er sich ihr nähert als einfacher und unblasierter Mensch, der sich an kleinen I Dingen noch freuen kann, dann kann sie ihm zur Hei­mat, zur Freude- und Kraftquelle werden.

Ein solcher Mensch, der ganz in der Natur lebte, war Hermann Löns. Alle seine Werke atmen eine große Liebe zu ihr. Farbiges Leben weiß er noch den Dingen abzulauschen, die uns so gänzlich tot er- I scheinen. Mit welcher Wärme und Hingabe hängt er an feiner Heimat, der Lüneburger Heide. Er ver- steht sie und unterhält sich mit ihr wie mit einer Freun­din. In ihrer kleinen Welt spiegelt sich die Große und Herrlichkeit des Alls. Deife Plaudereien über die Heide hat er vor allem imbraunen Buch' zu- jammengefaßt. Auch die Tierwelt hat er in ihrem Le- I den belauscht und wunderbar geschildert. Besonders derMümmelmann" mit seinen Tier- und Jagd- gefchichten weiß in herzerfrischendem Humor uns viel Freude zu machen.

Ein anderer, der sich befonders in die Tierwelt I hlneinlebte, ist Bengt Berg. In seinem Buch .'.Mein Freund, der Regenpfeifer" erzählt er seine Freundschaft mit diesem Vogel. Er hatte es fertig gebracht, daß ein freies Tier, ein flüchtiger Bo­gel feine Freiheit vergaß und bei ihm bleibt. Nur mit Geduld und verstehender Liebe war es ihm gelun­gen. Auch in seinem anderen BuchM u 11 e r I o fe" zeigt sich die einfühlende Siebe des Tierfreundes. Ein kleiner Finne wächst ohne Mutter heran, bis er es eines Tages erlebt, was Mutter eigentlich heißt. Nun hat er keinen Sinn mehr für die Tiere, die der Vater von der Jagd heimbringt. Kein glänzendes Gefieder täuscht ihn darüber hinweg: das ist ein Muttertier und die Kleinen müssen jetzt verhungern.

Das tiefe Naturerlebnis begegnet uns auch bei Fe­derer. In'Pilatus" zeigt er uns bas Leben ei­nes Menschen, das ganz mit den Bergen verkettet ist. Seine leidenschaftliche Liebe zu den Bergen ist so groß, daß sie ihn durch besondere Umstände an zwei Men­schenleben schuldig werden läßt. Aber er sühnt. Von allen Menschen enttäuscht, zieht er sich bann nicht traurig, aber wissend in seine Berge zurück. Eine Ziege kommt ihm nach. Er ist gerührt von ihrer Treue, die er bei den Menschen nicht fand. Als sie sich versteigt, will er sie retten. Wer er stürzt ab und findet den Tich in den Bergen. . . - -

Eine ganz eigene Art von Naturbetrachtung erschließt uns P. Lippert in seinenBriefen aus dem E n g a d i n". Er läßt sich vom Banne des Naturlebens völlig gefangen nehmen, um daran feine losen Betrach­tungen zu knüpfen. Er wellt hier oben in den Ber- gen des Engadin, um sich zu erholen von all den Nö­ten, die gequälte Seelen auf feine priefterlidje Seele geloben haben. Ob er nun am See von Siloaplana sitzt ober in der feierlich stillen Bergeinsamketi wandert und sich an dem Blau des Enzians erfreut, immer gleiten feine Gedanken von ber Natur zum Menschen. Immer wieder findet er in ihr Gleichniffe, um die zarten Re­gungen und geheimen Tiefen der Menschenseele auszu- beuten; immer wieder erinnert sie ihn, auf welch tau­sendfache Weise Gottes Datergüte den Menschen an sich

kommt es also an, daß wir nicht bei der ber Dinge stehen bleiben, daß wir die Na- allem nicht losgelöst von Gott, Sein Meisterwerk ist sie. Wir wandern in ihr wie Kinder im Garten des Vaters. An dem Veilchen am Wegesrand bewundern wir Seine feine Künstlerhand, stehen ehrfürchtig still, wenn Er uns in der Majestät der Alpenberge begegnet.

Ein Vries.

katholische Jungarbeiter kehren zum Zentrum zurück.

Die denkbar ungünstigsten Zukllnftsausstchten geben die Berufe mit einer übermäßig hohen t kingshaltung. Hierzu gehören vor allen Dingen das Maler- und Anstreicher gewer b e, Es 0 so Überfüllt, daß nach den neuesten, zuverlässigen Berech. nungen auf längere Zeit hinaus in DeuMand mtnde ftens 20 000 Maler und Anstreicher Nicht beschäftigt wer den können. Unter 200 000 Berussangehdrigen sind 70 000 Lehrlinge. Ndch schlimmer sieht es bei den Bäckern und Konditoren aus. Wir haben in Deutschland 95 000 Bäckereien; darin sind neben den Meistern 72 000 Gehllsen beschäftigt und 60 000 Backer- lehrlinge. Innerhalb eines Jahres hat die <>a!)I ber Lehrlinge um 6000 zugenommen. Bei den Konditoren ist

Lauheit und Gleichgültigkeit, gegen oer- | waschenes und verweichlichtes Christentum in unseren eigenen Reihen ankämpsen. Nur eine Jugend, die wieder an den Urquellen unseres Glaubenslebens ihre Kraft schöpft und danach ihr Leben gestaltet, wird die Aufgabe erfüllen können, zu der sie berufen ist. Aus dieser Arbeit am Einzelnen, aus der Schulung für verantwortliches I Schaffen in Kirche und Volk, erwächst bann auch die ge­schloffene Front, die unsere am 1. März begin- nenbe Sturmaktion als Ziel hat.

Daß in dieser Zielsetzung unserer Arbeit den I u n g- sührern ein weit größeres Maß von Verantwortung I gegeben ist, als das in früheren Jahren der csatl war, ist selbstverständlich. Wir brauchen darum gerade heute in unseren Reihen den Führer, der durch beispielhaftes Leben feiner Gefolgschaft die Wege zeigt. Unerschrocken- heit und Bekennermut müssen sich mit einem Dienst in I Treue paaren, um unserer jungkathol1 s ch e n F r o n t in Dorf, Bezirk und Diözese den rechten Stand- ort zu geben. Dabei weiß sich ber Jungführer als le- benbiges Glied seiner Kirche und als opferbereiter Dia­kon seines Präses, zu denen er in allen Schick,alsschlagen ber kommenden Zeit in unerschütterlicher Treue und Kampfbereitschaft steht. .

Für die uns bevorstehenden Aufgaben wollen wir aber nicht nur den Geist schulen. Genau so wichtig ist uns die Schulung unseres Körpers. Richtig ver- ftandene D. I. K.-Arbeit will aber mehr fein, als Ausbildung zu Rekord und einseitigem Athletentum, will mehr sein als die Jagd nach den Punkten. Es geht uns um den kraftvollen und gesunden katholischen Jungmann, der auch das Training auf dem Sportplatz einbaut und läutert im Glaubensleben feiner Kirche. Darum kann keiner in der D. I. K. Körperpflege treiben, der nicht zuerst aktives Mitglied feines Jungmännerverems ist.

In diesem Schaffen, das in gleicher Verantwortung und Wertung in die Reihe mit den anderen katholischen SuqenbDerbänben stellt, weht uns unser Christus- banne» als Symbol und Sturmzeichen voran. Als Christi junge Streiterfchar wollen wir unseren Weg m die Welt gehen. Sein Zeichen ist uns zugleich Mahnung und Aufruf. M a h n u n g, daß wir unser Leben immer mehr nach seinem Beispiel gestalten. Ausruf, daß wir feine Losung wieder hinaustragen, sein Reich tm Werktag von neuem aufbauen. Es ist uns aber auch I Bekenntniszeichen einer neuen gläubigen Jugend, die burdi ihr Leden bie Welt bes Unglaubens und ber Sit­tenlosigkeit überwinden will. Wir wissen, daß wir den Kampf gewinnen, wenn Christus unser Führer ist. »o I wollen wir denn nicht nur eine Schar der Kämpfer sein.

Genau so notwendig ist die Schar der Beter, die ihn Tag für Tag bestürmen, daß er unser Ringen fegne und uns dereinst zum Siege führe. So galt auch der Ausklang der Tagung bei der Schlußandacht in der feinen Kapelle I des Schwesternhauses ber Bitte an den Meister, daß er uns ben rechten Geist der Demut und Liebe gebe und I uns fegne, damit fein Reich wachse im Deutschen Reich.

Daß wir mit dem Feuer der Begeisterung dafür kamp- fen, daß er wieder ,Herr ber neuen Zeit" werde.

Vergetzk Sübttrol nicht!

Der stille Kulturkampf gegen dar Südtiroler Deutschtum.

Es vergeht wohl kaum ein Tag in Säbtirol, an dem nicht bie faschistischen Behörden in z äh e m Kl e ,n - 1 kämpf jede kulturelle Regung unseres Volkstums ab zuschnüren versuchen. So wird erst dieser Tage wieder aus Meran berichtet, daß dem katholisch eni ft | chenchor von Obermais, ber eine musikalische Auffub rung von SchillersLied von der Glocke' veranstalten wollte, von der Meraner Behörde die Ausführung un- terfagt wurde, well der Text in deutscher Sprache ge­halten sei. Dem Meraner k a t h o 11 s ch e n G e - fellenoerein wurde die Feier des 78. Gründungs­festes nur unter der Bedingung gestattet, daß die Feier im engsten Kreise vor sich ginge unb bie Versicherung abgegeben würbe, baß keine deutfche Lieber (canti tebe- fdii) gesungen würben. __

So führt bas Sübtiroler Volk Tag für Tag seinen Kampf um bie Erhaltung unb Pflege ber Muttersprache. Möge bas dem gesamten Deutschtum in ber Welt immer wieder ein Anlaß fein, seine Sübtiroler Bruder nicht zu vergessen. Wie sagte doch Pater Innerköfter aus Wien, der bekannte Gründer des Andreas-Hofer-Bundes, in einer großen Versammlung so treffend: W i r I l n b 230 000 Deutsche in SübtiroL Nehmen Sie eine deutsche Stadt dieser Größe, bie fünf Gymnasien, vier Realschulen, zwei Lehrerseminare und vierhundert Volks­schulen hat. Wir Südtiroler hatten es. Alles ist aus- gelöscht, alles ist fort. Wir vertrauen auf euch, deutsche Volksgenossen, kümmert euch um uns, schweigt nicht- vergeßt die im Weltkrieg für deutsche Ehre gefallenen 20 000 Südtiroler nichtl Ich bitte euch, vergeßt niemals Südtirol!"

Es ist auffällig, daß zu derselben Zeit, in der ber ölte, mit bem deutschen und katholischen Volkstum verwurzelte Gesellenverein unterbrückt wirb, bie faschistischen Be­hörden der nationalsozialistischen Orts- I gruppe Meran für ihre Feste nicht nur die schönsten

Güter verdingen. In früheren Jahren sind ja schon viele Mädchen aus der Rhon als Saisonarbeite­rinnen in die Wetterau unb bie Maingegend gegangen. Landwirtschaftliche Saisonarbeit ist also ber Rhonbevol- kerung nichts Neues. Es erhebt sich aber bie Frage, werben unsere Mäbchen weiter nach bem Süden und Westen gehen, ober werden sie auch auf bie großen Gu­ter im Osten verschickt? Wer die Wohnverhältnisse in den polnischen Schnitterkasernen auf diesen Gütern, unb vor allem auch bie sittlichen Zustande auf diesen Gutshöfen kennt, wird die Mädchen ungern dorthin ziehen sehen. KathollscheMädchen dürfen nicht allein in protestantische Gegenden kommen, in denen man als Katholiken nur die Polen kennt und auch unsere Mädchen entsprechend der dar- tigert Einstellung als minderwertig behandeln "^Jeder Deutsche sieht freilich ein, daß bie Saisonarbei­ter-Frage für bie großen Güter bes Ostens bald geregelt werben muß. Deutsche Sanbarbeiter mu en an bie Stelle ber auslänbischen treten. Dann müssen aber bie Gutsverwaltungen auch bafur sorgen daß Die Wohnverhältnisse usw. besser werden. B s do. nicht gründlich Wandel geschaffen ist, und vor allen Dingen solange keine Organisation besteht die die in eine ganz anders geartete Fremde verschlagenen Mädchen unserer fieimat betreut und gegen Mißstande energisch vorgehen kann, wehren wir uns dagegen, daß bie Rhönmädchen gerabe gut genug fein sollen, den Ersatz für bie polnischen Landarbeiterinnen abzugeben. Las soll keine Verächtlichmachung der Polen sem. Unser i Streben geht vielmehr dahin, bie Srage ber lanbro t schastlichen Saisonarbeit so losen zu helfen, baß durch die Saisonarbeit nicht immer mehr Menschen die Liebe unb bie Bereitschaft zur Bebauung bes beutschen Bo- bens verlieren. Mehr wollen wir heute hier nicht sagen.

In diesem Zusammenhang darf wieder einmal auf bie Bedeutung ber Siefctungsfragt tm Osten hingewiesen werden. Auf die Dauer, werden nur se o- ständige Bauern, unb nicht Saisonarbeiter, die mit dem Boden nicht verwurzelt sind, bie Ostgrenze gegen bas r> dringende Polentum halten können. Warum wirb aber bie Siedlung nicht ganz großzügig angepackt. i. j

hatten, 4ou ois duu au» ut» .....

sind vier Fünftel aller Ausgelernten aus dem Produk tionsprozeß ausgeschieden.

Der ausgelernte Lehrling hat Anspruch auf den es gesetzten Tariflohn. Bevor er aber die erste Lohntut nach jahrelanger Lehrzeit in der Hand halten kann 'ft er entlassen. An seine Stelle tritt der neue Lehrling, dem es nach seiner Lehrzeit genau so geht, "m d-m S entaehen und weil die Familien, bie an der Arbeits- loHgteit am stärksten leiben, sich heute vielfach nid£ mejt eine geordnete Lehrlingszeit bes schulentlassenen Sohnes teilten" können, bietet sich -bem Jungen nun eine Helfer- ober Hilfsarbeiterstelle, bie mehr Gelbeinbrmg. so wirb sie einer Lehrstelle vorgezogen Der Jugend tche bleibt bis auf weiteresungcl ernt er Arbeite, roas er bei unseren schlechten Fortbilbungsmoglichkeiten sein Leben lang bleiben kann.

Ein anderer Teil der erwerbsfähigen Jugendlichen versucht sich auf den Schulen, ben höheren Aulen und Universitäten zu halten. Sie sitzen auf ben Aulbanken unbefriebigt mit bem Gefühl des Ueberflusstgle.ns D, e starke Uebersetzung der höheren Schule ,s letzten Endes nichts anderes als die »er- herfte Arbeitslosigkeit ber zur Wirtschaft nicht Zugelassenen. Würbe bas Verlegenheits- ftubhim unmöglich gemacht, so würbe die Arbeitsloiigkell der Jugendlichen noch viel stärker in Erscheinung treten.

gerleaen der Schaltdosen, bas Basteln am Rabio. Beim

In ber Zeit um bie Reichstagswahlen bes Jahre» 1930 hatten sich bekanntlich manche Angehörige kathott- scher Jugendverbänbe gegen bas Zentrum erklär, ff politische Haltung ihnen nicht sozial und arbeiterfreun- lich genug erschien. Es ist interessant, zu vermerken, daß diese Opposition in den letzten Monaten fast^anz ausge- hört hat lieber die Beweggründe dieses fflatüels un terrichtet treffenb ein Brief, benDas ^"9° Zentrum in feiner Februarnummer aus Kreisen katholischer Jung arbeitet veröffentlichen kann, bie sich bereits weitgehend dem Linksradikalismus angeschlossen hatten Diese ,m Auftrage einer Gruppe solcher Jungkatholiken a 9 9 bene Erklärung besagt:Wir haben bt-h«. die Zen- trumspartei und deren Politek betampft weil mir ber Meinung waren, daß durch sie die Interessen der wtho Illcken Arbeiter und Erwerbslosenkreise nicht genügend gSrt mürben Wir hatten auch kein Vertrauen zu ben von ber Zentrumspartei in bie Regierung entsandt n Exponenten, weil sich deren Taten immer nur zum S-Ha- den der arbeitenden Schichten auswirkten.

Die letzten Notverordnungen jedoch haben uns eines Besseren belehrt. Wir haben aufgeatmet, als wir emsehen konnten, daß zum ersten Mal auch das bisher mit Sam Handschuhen eingefaßte Großkapital herangezogen wurd- hon Lasten, die bisher fast ausschließlich von den klei neu Leuten getragen werden mußten. Es erschemt uns jetzt die Regierung Brüning m einem anderen Lichte, wir stellen den Kampf gegen Dr. Brunrng unb die Zentrumspartei ein und haben bie uns angebotenen Möglichkeiten zum-Kampf gegeni bas Zentrum anläßlich ber kommenden Wahlen im Verfolg unserer Sinnesänderung ausgeschlagen.

Wir haben wieder Vertrauen zur Zen- trumspartei und deren Führung und werden uns in der Hoffnung, daß Dr. Brüning auf dem Wege des loyalen Ausgleichs weitergehen wird, geschlojjen hinter ihn stellen, insbesondere bei den kommen-

den Wahlen." *

Die Rückkehr mancher Jungwähler zur Zentrums­partei wird sicher andauern. Vor allem werden sich auch diejenigen wieder uns anschliehen, die einmal ihr Heil in der Christlich.Sozialen Retchspar e des Vitus Heller gesucht haben, zumal diese Svlittergruppe jetzt den Kommun ist en s h Thälmann als ihren Kandidaten für bie Reichspra- sidentenwahl genannt hat. Damit ift bas °i"^rtten was man schon lange vorausgesehen hat: ^eEh ch Sozialen Reichsparteiter" sind von ber kommunistischen Bewegung aufgesaugt worben. Das ist bas Schicksal aller Habitaten9 Sie werben von ben noch Radikaleren ver- drängt.

öffentlichen Lokale zur Verfügung gestellt, sondern auch das Singen deutscher Lieder gestattet haben. Warum bevorzugen wohl die Faschisten die Nationalsozialisten unb unterbrücken bas bodenständige Volkstum. Die Nazis erfreuen sich ber italienischen Gunst sicher nicht deshalb, weil sie für bie besseren Verteibiger bes Sud­tiroler Volkstums gehalten werden. Die Nazis haben sich vielmehr die Gunst der Italiener durch die Preis­gabe Südtirols an bie Italiener erkauft. Wie schrieb boch ber faschistische Abgeordnete Tiarratana: Wir dürfen nicht vergessen, daß Hitler der erste Mann war, ber offen bie Unoer- letzbar keit ber Brennergrenze zugunsten Italiens anerkannte.

Es zeigt sich wieder einmal: Katholisches deutsches Volkstum kämpft an den Grenzen verzweifelt um fein Recht und feine Existenz, in Südtirol, im Saargebtet, in Oberschlesien. Was machen bienationalen" Herrschaf­ten? Sie falten bem bobenftänbigen Volkstum in ben Rücken, erschweren seine Lage immer mehr, unb bür» fen sich trotzdem herausnehmen, aus der Etappe her­aus den katholischen Volksteil immer wieder in der schändlichsten Weise alsnational nicht zuverlässig" zu verdächtigen und ihn, durch den Vorwurf, er begeheVerrat am eigenen Volk e" (sieheHessische Volksmacht") zu verleumden.

Polen Ersatz?

Sind unsere Mädchen, die als Ersah für die polnischen Landarbeiterinnen aus die großen Güter geschickt wer­ben, nicht gefährdet?

Endlich ist bas Verbot herausgekommen, daß keine neuen Landarbeiter mehr aus dem Aus­land für die großen Güter herangeholt werden dürfen. Jeder wird das begrüßen. Nun tritt allerdings an die Organisationen, die früher die großen Güter mit ausländischen Landarbeitern und Landarbeiterinnen ver- sorgt haben, die Frage heran, wo sie den Bedarf an Ar­beitskräften decken sollen. Zwar gibt es in Deutschland Arbeitslose genug, aber die meisten scheuen vor der Land­arbeit zurück. Das ist sehr zu bedauern, wird sich aber nicht so bald ändern. Heute sind freilich schon viele ge­zwungen, Arbeit anzunehmen, wo sie sie finden. Und wenn jetzt die Deutsche 21 rb eit er-3entr ale ihre Werbearbeit statt in Polen in Schle- fien unb in ber R 6 ö n betreibt, werben sicher- lich Hunberte von Mädchen, bie zu Hause feine Arbeit finden, mit Freuden zugreifen unb sich auf bie großen

dasselbe Bllb: 9500 Gehilfen, 5500 Lehrlinge. Die Nach- wuchszahlen im Bäckergewerbe haben einen Umfang an­genommen, ber mit bem wirklichen Bebarf in keinerlei Zusammenhang steht. In ben nächsten Jahren beenben jährlich runb 20 000 ihre Lehrzeit. Es ist ganz ausge­schlossen, baß bas Gewerbe einen berartig hohen Nach- wuchs beschäftigen kann. Zurzeit finb etwa 50 000 Bäckergehilfen arbeitslos. Die Selbständigmachung im Däckergewerde ist sehr schwer, ba sie erhebliche Geld- mittel forbert Etwa 70 Prozent aller Backerbetriebe finb heute mit Maschinen ausgerüstet. Ohne Selbstan- digmachung ist bie Gründung einer Familie bem Backey gesellen kaum möglich. Gekennzeichnet ist die Lage durch die Tatsache, daß nur 1,7 Prozent ber Bäckergesellen ver- heiratet finb.

Die Lehrlingszüchterei in diesen Berufen wird durch eine Zusammenstellung derjenigen Berufe vervollstän­digt, die die größte Anzahl jugendlicher Er- roerbstätiger unter 18 Iahren beschäftigen: Bäcker 36 Prozent, Schuhmacher 35 Proz., Metzger 32 Prozent, Schneider 31 Pr »Z-, Schreiner 28 Prozent, Sattler 28 Prozent, Ho^- bildhauer 28 Prozent, Mechaniker 28 Prozent, Stell­macher 27 Prozent. Barbiere 27 Prozent, Konditoren 26 Prozent, Glaser 26 Prozent.

Die Beendigung ihrer Lehrzeit be­deutet für viele den Begi nn einer unab­sehbaren Arbeitslosigkeit. In Kiel wurden von 500 bis 600 Jugendlichen, die Ostern 1931 ausgelernt