Einzelbild herunterladen
 

Anzeiger für die Stabt Jutba und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

M. 42

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild' undVuchenblätter" Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 3153 Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152 ::

Samstag, 20. Februar 1932.

Monatlich t 65 einjchließl. Postgebühr (48 Psg.> ohne HujteUg Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Lol > lokal 0.15 RM, auswärts 0 20 RM Reklamezeile: lokal 0.60 RM auswärts 0.80 RM Bei Wiederholungen Rabatt Polticheckk Frankturt a M 4051

lahtfl. 59.

Me schaffen wir Arbeit? vor wichtigen Beratungen im Reichskabinett und im Reichstag.

' Das ist die große Frage, die auch das Reichs­kabinett anhaltend beschäftigt, die den gewichtig­sten Teil des Arbeitsprogramms der Reichsregie­rung umfaßt. Sie ist auch deswegen so dringend, weil sie sehr stark den vom Reichskabinett in Kürze fertiggestellten Reichshaushaltsplan für 1932 be­einflussen muß. Nach wie vor ist es das Ziel des Kabinetts, dem Reichsrat und Reichstag einen ausgeglichenen Etat vorzulegen. Also müssen Ein­nahmen und Ausgaben unter Berücksichtigung aller Möglichkeiten der Zukunft in Einklang gebracht werden.

1 Zu den Plänen über die Arbeitsbeschaffung gehört die Aufgabe, die Ausgaben für die Ar­beitslosen zu rationalisieren und zu vermindern. Es liegt noch kein fertig ausgearbeiteter Plan vor, sondern zur Zeit finden nur Besprechungen in den einschlägigen Ressorts der Regierung und mit Reichskommisfar Eoerdeler statt. Dieser schlägt vor, durch die Vereinigung der Arbeitslosenversicherung, der Krisenfürsorge und der Wohlfahrtserwerbs- losensürsorge eine Vereinfachung herbeizuführen, welche gleichzeitig auch die Finanznot der Gemein­den vermindern "soll. Weiter ist an eine Suspen­sion der Arbeitslosenversicherung überhaupt .ge­dacht, was aber kaum durchführbar sein wird, selbst wenn eine zeitliche Begrenzung in Frage käme und überdies die Gewerkschaften zu' gesetzlichen Trägern der, Fürsorge gemacht würden. Auf wenig Gegen­liebe dürfte auch ein weiterer Vorschlag stoßen, eine allgemeine Dedürftigkeitsprüfung für die Arbeits­losenversicherung einzuführen, da man diese für nicht mehr erforderlich hält, weil ja in nahezu allen Fällen bereits eine solche Bedürftigkeitfprü- fung vorgesehen ist, wie bei den Jugendlichen bis zu '21 Jahren und bei den Ehefrauen, außerdem verweist man auf den § 89 a des Arbeitslosen­versicherungsgesetzes, wonach eine Arbeitslosenver­sicherung nicht gezahlt wird, wenn der Versicherte von Verwandten in aufsteigender oder absteigender Linie unterstützt wird oder in deren Betrieb be­schäftigt werden kann. Sachverständige errechnen für die allgemeine Einführung der Bedürstigkeils- prüfung eine Einsparung von höchstens 30 Millio­nen Mark, nach ihrer Ansicht ein Betrag, der eine solche' Maßnahme kaum rechtfertigen dürfte.

Sehr wichtig werden aber die Arbeitsbeschaf­fungspläne der ReiöhSregierung sein. Sowohl das ReÄsarbeitsministsrium wie das Reichswlrt'chasts- mxnksterium haben hier Vorarbeiten geleistet. Da­

zu kommen die Pläne, die von Seiten der Gewerk­schaften aufgestellt wurden, die von der Reichsrr- gierung, welche selbst noch keine einheitliche Vor­lage aufstellte, nachgeprüft und zur Grundlage der Ehefbesprechungen gemacht werden.

Die am 23. Februar beginnenden Plenar- verhandlangen des Reichstags werden sich mit diesen Plänen noch nicht befassen können. Hier sind aus außenpolitischen Gründen andere klare innerpolitische Entscheidungen herbeizuführen. Wieder einmal1 wird über das Schicksal des Kabi­netts Brüning entschieden werden. Die Reichs­regierung stellt sich dem parlamentarischen Kampfe. Erneut ruht auf den Parteien des Reichstags. eine besonders große nationale Ver­antwortung.

Der Reichsrat stimmte am Donnerstag einem Abkommen mit Polen über Erleichterungen im kleinen Grenzverkehr sowie einer Vorlage über bas Zugabeverbot zu. j ; >

V.D. Z. Berlin, 19. Febr. (Eig. Meld.) Der Haushaltsausschuß des Reichstag.es behandelte sozialdemokratische Anträge zur A e n- derung der 3. Notverordnung, insbe- sondere wegen der Eingriffe in das Selbstver- waltungsrecht der Gemeinden und Sozialversiche­rungsträger. Die Entscheidung wurde jedoch ver­tagt.

Zur Reederei-Politik.

wtb. Berlin, 19. Febr. (Eig. Meld.) In der deutschen Presse werden über die Absichten, welche die Reichsregierung den großen Schiffahrtsgesell­schaften Hapag und Lloyd gegenüber verfolgt, verschiedene Mitteilungen verbreitet. Auf Grund amtlicher Unterrichtung können wir seststellen, daß die Reichsregierung den Reedereien, die Formen, in. denen sie ihre augenblicklichen Schwierigkeiten überwinden zu können glauben, zu völlig freier Entschließung überlassen.will. Die Regierung ver- längt von den Reedereien den Nachweis, daß sie ihre Betriebe derart reorganisieren, daß sie in der Zeit nach dem 1. April nicht nur die bekannten Ueberbrückungskredite zurückzahlen, sondern ihre Betriebe ohne irgendwelche weiteren Zuschüsse oder Kredite seitens bet-öffentlichen Hand aufrecht er­halten werden.

Ausnahmeder-eulschenVorschlagelnGens.

dessen Vasallen jedenfalls vor eine taktisch nicht leichte Aufgabe. * . , , . . :

Der Führer der französischen Abordnung in Genf, Paul Boncour, erklärte der Presse, daß die deutschen Abrüstungsvorschläge für Frankreich völ­lig unannehmbar seien.

: Aus Genf wird gemeldet:

Bei den Delegationen, die sich im Laufe der Ge­neraldiskussion für eine positive Abrüstung geäu­ßert haben, ist die Aufnahme der deutschen Vor­schläge ausgesprochen f r e u n d l i ch. Das gilt na­mentlich von dem Eindruck bei der russischen Dele­gation und bei den neutralen kleineren Mächten. Die Italiener meinen, die Vorschläge seien sehr gut, äußern aber Zzveifel, ob diese Forderungen insge­samt auf der Konferenz durchgesetzt werden kön­nen. Aus Kreisen der amerikanischen Delegation verlautet, daß der erste Eindruck günstig sei. Man sei sich aber jetzt schon darüber klar, daß das deutsche Protokoll weder in toto angenommen noch abge­lehnt werden könne. Die Franzosen sind überzeugt daß neben dem französischen Memorandum diese deutschen Vorschläge den Hauptgegenstand der künf­tigen Arbeiten der Konferenz bilden. Man be­fürchtet unter dem Eindruck des bisherigen Ver­laufs der Generaldebatte in französischen Kreisen eine Erschütterug des Konventionsentwurfs und beeilt f!* darauf b-nrnwell-n s5 mn'urp""' und England den Konventionsentwurf ausdrücklich als Grundlage der Konferenzarbeiten angenom­men hätten.

Die Berliner Presse äußert sich günstig über die deutschen Vorschläge:

: DieGermania" ist der Auffassung, daß diese Vorschläge nirgendwo dort Ueberraschung Hervorru­fen könnten, wo man die gradlinige Ab­rüstung s Politik der deutschen Reichs­regierung als Ausdruck eines ernsten politi­schen Willens und nicht nur als ein Spiel mit Wor­ten betrachtet habe. Der Kernpunkt der Genier Abrüftungsverhandlungen sei und bleibe die Wie­derhersielkuna der v o l l e n Gleichberechti­gung zwischen den Mächten. Werde die Konfe­renz, die im Gegensatz zur französischen Auffassung in der Tat eine Friedenskonferenz sein solle, die ihr gestellte Aufgabe erfüllen, oder werde sie in die Katastrophe' ausmünden, die so mancher Genfer Delegierte ahnungsvoll prophezeit habe?

DerBörsen-Curier" bezeichnet die Vorschläge alsFeuerprobe" und schreibt, solange die deutsche Entwaffnung und das Völkerbundsstatut als Teile des gleichen Vertrages nebeneinander bestehen, klaffe ein Widerspruch, der unschließbar sei, bevor nicht entweder das Deutschland-Statut oder das Völkerbundsstatut geändert wird. Von der Seite der Völkerbundsfatzung her ist der Ausgleich nur denkbar, wenn sie erfüllt, also der deutschen Ent­waffnung angepaßt wird. Gelingt diese Anpassung nicht, so ist der Versailler Vertrag in seinen militä­rischen Teilen als undurchführbar erwiesen.

DieDeutsche Allgemeine Zeitung", die eben­falls die Bedeutung der Forderung auf Rüstungs­ausgleich unterstreicht, betont besonders, daß in den Vorschlägen unanfechtbar nachgewiesen sei, wie we­nig eine Kontrolle der Rüstungsausgaben zum Ziele führen könne.

> DerTag" glaubt, daß sich sehr bald zeigen werde, welches Schicksal den deutschen Vorschlägen beschieden sei. Ihre Abwehr stelle Frankreich und

Bor dem Ende der Hauptaussprache 'm Genf.

wtb. Gens, 19. Febr. (Eig. Meld.) Die große politische Aussprache auf der Abrüstungskonferenz geht ihrem Ende entgegen. Die Rednerliste ist nahezu erschöpft, und das Büro hat demgemäß beschlossen, am Samstag und am Montag keine Sitzungen mehr abzuhalten. Am Dienstag wird das Büro der Konferenz zufammentreten, um sich über den weiteren Gang der Arbeiten f ch l ü s s i a z u w e r d e n. Es ist vorgesehen, daß die Ausschüsse ihre Arbeiten in der übernächsten Woche aufnehmen. Um den 21. März herum wird eine mindestens 3 wöchige Unterbrechung der Kon­ferenz eintreten.

wtb. Paris, 19. Febr. (Eig. Meld.) Die fran­zösische Presse verhält sich gegenüber den deutschen Abrüstungsvorschlägen fast durchweg ab­lehnend.

*

wtb. Paris. 19. Febr. (Eig. Meld.) Bei den Be- mühungen Painlevss um die Kabinettsbildung sind Schwierigkeiten aufgetaucht, weil Painleve ne­ben der Ministerpräsidentenschaft auch dasJn- nenministerium übernehmen will.

* Uebersiedlung Professor Dr. Schückings nach dem Haag. Der ordentliche Professor für Volker- recht und internationales Recht an der Universi­tät Kiel, Dr. Walter S ch ü ck i n g, tritt mit Be­ginn des Sommer-Semesters von seinem Kieler Lehramt zurück, um nach dem Haag überzusiedeln. Die Leitung des Kieler Instituts für internatio­nales Hecht wird Professor Dr. Schücking trotz der Uebersiedlung nach dem Haag beibehallen.

* Drittes Todesopfer der Bluttat in Regens­burg. Die schwere Bluttat eines Reichswehrgesrei- ten, die sich, wie gemeldet, in Regensburg auf offener Straße ereignete, hat nunmehr ein drittes Todesopfer gefordert. Im Krankenhaus starb nach einer Operation die Verkäuferin Engel an den Fol­gen der ihr beigebrachten schweren Schußoerletzun- gen.

* Berlin erhält einen Washington-Platz. Im Einverständnis mst dem preußischen Staatsministe­rium hat der Polizeipräsident von Berlin beschlos­sen, zu der am 22. Februar gefeierten 200. Wie­derkehr des Geburtstages von George Washing- t o n den westlichen Teil des Friedrich Karls-Ufers vor dem Lehrter Bahnhof in Washington-Platz um« zubennen.

Friedrich August III. f.

Der frühere König von Sachsen Friedrich. August ist . in Sibyllenort bei Breslau nach einem Schlaganfall sanft entschlafen. '

Der Verstorben» König Friedrich August HL von Sachfen wurde am 25. Mai 1865 als Sohn König Georg zu Dresden geboren, 1877 trat er als Leutnant in das sächsische hcer ein, studierte dann in Straßburg und Leipzig Rechts- und Staatswissenschaften und kehrte nach beendigtem Studium wieder ins Heer zurück. 1898 wurde er zum Generalleutnant und Kommandeur der 1. Sächsischen Division und 1902 zum kommandieren­den General des 12. Armeekorps ernannt- Am 21. November 1891 vermählte er .sich in Wien mit der Erzherzogin Luise Antoinette Mar i a vsn Osterreich - Toskana. Nach anfänglich glücklicher Ehe. der drei Söhne und drei Töchter

Friedrich August HI., der ehemalige König von Sachsen.

entsprossen, löste die Thronprinzessin 1902, in dem sie sich von dem Sprachlehrer G i r o n entführen ließ, die Ehe, die am 13. Juli 1903 gerichtlich in Dresden geschieden wurde Ass König Georg am 15. Oktober 1904 starb, über­nahm Friedrich August UI. die Regierung. Die ersten Jahre seiner Regierungszeit bezeichneten eine Neugestaltung des Wahlrechts, das nach mehrmaligem Kabinettswechsel. 1908 zustandekam. Durch seine Gutmütig k e tt und durch die,U n- gezwungenste i t, ipit ' der. er sich unter der sächsischen Bevölkerung bewegte, erlangte der Kö­nig während seiner Regierungszeit große Volks­tümlichkeit. Zahllos sind die urwüchsigen Aussprüche die von ihm erzählt werden. Die Revolution bereitete auch der Re­gierung Friedrich August HI; ein Ende. Im No­vember 1918 sprach er mit der klassischen Wen­dung: ,Mun macht mal Euem Dreck alleene" den Thronoerzicht aus und lebte seitdem auf seiner schlesischen Besitzung Schloß Sibyllenort.

Friedrich Augusts ältester Sohn ist, wie der Bruder des Königs Max, nach Kriegsende Geist­

licher geworden Alle Prinzen und Verwandten des königlich sächsischen Hauses zeichnen sich durch ein schlichtes, natürliches Benehmen aus. , Sie sind fast ausnahmsweise hochbegabt und für Wissen­schaft und Kunst stark interessiert.

Beileid deg Reichspräsidenten zum Tode des Königs von Sachsen.

wtb. Berlin, 19. Febr. (Eig. Meld.) Reichsprä- fibent. von hindeyburg hat anläßlich des Ablebens des früheren Königs von Sachsen in einem an den Prinzen Friedrich Ehristian von Sachfen ge­richteten Telegramm seine Teilnahme und sein Bei. leid zum Ausdruck. gebracht

Ausmf der Bayerischen volksparkei.

Die Bayerische"Volkspartei erläßt durch ihren Vorsitzenden Staatsrat Schäffer folgenden Auf­rufe 1 - 1

Sieben Jahre sind es her, daß die Bayr- ri'sche Volkspartei ihren Ruf für Hinden­burg - hat erschallen lassen. Wir haben damals Hindenburg auf den Schild gehoben, weil wir. in ihm den Mann echten deutschen Wesens verehrten, der in schwersten Zeiten seinem deutschen Volke die Treue hielt und .der zeitlebens nur aufopfernde Hingabe an Volk und Vaterland kannte. Die Wähler der Bayerischen Volkspartei waren stolz damals, daß ihre Stimme die glückliche Reichs- Präsidentenwahl vom Jahre 1925 entscheidend be­einflussen konnte. Die Bayerische Volkspartei hat in ihrer Stellung zu Hindenburg nichts zu ändern. Er ist auch für die Reichspräsidentenwahl am 13. März 1932 ihr Mann. Sie ruft daher ihre Freunde in Stadt und Land auf, geschlossen ihre Stimme für Hindenburg, den währen Volkskandidaten, ab­zugeben. Die Treue, die er seinem Volk in diesen schweren Jahren gehalten hat, wollen auch wir ihm halten. In seinem Namen wollen wir gan^Deatsch- land geeinigt sehen: Einig in seinen Stimmen, einig in seinen Ständen, einig in seinen Konfessio­nen! Wir wollen mit Hindenburg nur an Deutschland denken und mif ihm nur dem einen Ziel nachjagen, Deutschland^zu retten und uns von aller Bedrückung und Schmach freizu­machen."

Von einem angesehenen Mitglied des Reichslandbundes wird bet F. Z. mitgs- teilt, daß die voreilige Parole des Grasen Kalck- reuth und des Landbundpräsidiums keines­wegs den allgemeinen Empfindungen der Mit­gliedschaft dieses Betufsverbandes entspreche. Ein­verstanden seien wohl diejenigen Landwirte, die sich b er e i ts d er nationalsozlalisti sch enBe- w e g u n g a n g e sch l as sen haben, und jene, die Jtt her Gefolgschaft Dr. Hugenbergs gehören. Ule anderen Kreise oer Landwirtschaft jedoch, die sich nicht' parteipolitisch derart gebunden fühlen, wüßten ganz genau, wieviel gerade.bet deutsche Landwirt dem Herrn Resich s- pr äs identen zu danken habe!

Bei einem The ater brand am Rewyorker Broadway kam es unter den 1800 Zuschauern zu einer Panik. Zahlreiche Personen wurden schwer verletzt. ,

China ist zur Abwehr entschlossen.

Das chinesische Auswärtige Amt zum japanischen Ultimatum. Die Furcht vor Kriegs-Erklärung.

wtb. Schanghai, 19. Febr. (Eig. Meld.) Das japanische Ultimatum, die chinesischen Truppen aus dem Gebiet von Schanhai zurückzuziehen, ist von dem Kommandierenden der 19. chinesischen Armee abgelehnt worden. Die Kämpfe haben wie­der begonnen.

wtb. Schanghai, 19. Febr. (Eig. Meld.) Der Befehlshaber der 19. chinesischen Armee erklärte zum japanischen Ultimatum:Ich werde mich nicht den Japanern beugen, sondern ich werde die Ver­teidigung meines Vaterlandes fortsetzen." Nlan glaubt,. daß 18 000 japanische Soldaten am Samstag einen Angriff in großem Stile beginnen werden, um zu versuchen, die Chinesen zurückzuschlagen. In der internatio­nalen Konzession schlugen erneut chinesische Gra­naten ein. Opfer sind nicht zu beklagen.

*

wtb. Nanking, 19. Febr. (Eig. Meld.) Der chinesische Außenminister erläuterte dem Ver­treter des Reuterbüros die Entscheidung der chine­sischen Regierung, das japanische Ultimatum abzu- lehnen, dessen Bedingungen unannehm­bar seien. Man werde heute abend den Japanern die Antwort übermitteln. Der chinesische Vertreter in Genf habe Weisung erhalten, bei der kom­menden Sondertagung des Völker­bunds den Artikel 15 d e s V ö l k e r b u n ds- paktesanzurufen.

-

wtb. Genf, 19. Febr. (Eig. Meld.) Angesichts der weiteren Verschärfung der Lage in Schanghai hat der chinesische Delegierte ?)en die so­fortige Einberufung einer Sitzung des Völ­kerbundsrates beantragt, um zu dem mor­gen ablaufenden japanischen Ultimatum Stellung zu nehmen. Ob die Sitzung noch heute nachmsttag stattfindet, steht noch nicht fest.

Exkaiser Puyi Regierungschef der neuen mandschurischen Repubttk.

wtb. lofio, 19. Febr. (Eig. Meld.) Der Ak- tionsausschuß der neuen mandschurischen Republik

bat heute einstimmig den ehemaligen Kaiser von China, Puyi,-zum Chef der Regierung erwählt. .

Japanische Argumente für die Entsendung weiterer Truppen nach Schanghai.

wtb. Tokio, 19. Febr. (Eig. Meld.) Don. hiesigen amtlichen Kreisen wird für eine etwaige Entsen­dung weiterer erheblicher Truppenmengen nach Schanghai die Begründung gegeben, daß dieser Beschluß hauptsächlich auf die englischen und amerikanischen Proteste gegen die Schädi­gung fremden Eigentums durch militärische Ak­tionen in der nächsten Nähe der internationalen Niederlage zurückzuführen sei. Japan, so wird er­klärt, wünsche eine solche Schädigung fremder In­teressen möglichst zu vermsiden und halte es daher für unbedingt notwendig, die chinesischen Truppen für den Fall, daß sie nicht freiwillig ab­ziehen, aus der Umgebung von Schanghai zurück- zutreiben. Für diesen Zweck seien aber die jetzt in Schanghai stehenden Truppen völlig unzurei­chend.

* , .

Angesichts der Lage in Ostasien hat der englische Außenminister Simon seine Reise nach Genf ver. schoben. Nach Meldungen aus Washington wird Amerika die unabhängige mandschurische Regie­rung nicht anerkennen.

Besorgnis in Tokio.

wtb. Tokio, 19. Februar. (Eig. Meld.) Der Kriegsminister berichtete dem Kabinett, daß die Lage in Schanghai äußerst ernst zu werden drohe, da eine große Zahl chinesischer Soldaten unter Führung Tschiangkaischeks im Begriff sei, zur 19. chinesischen Armee zu stoßen. Wie man hört, ist das Kabinett einig, alles zu versuchen, um eine Entwicklung der Lage zu verhindern, die zur -Kriegserklärung zwingen könne. ,