Einzelbild herunterladen
 

0- ae

r., d.

L re

S

IN >l. In m it, ie ch it, it.

3.

f.

H t» .) ir L

n

tt it ii

Anzeiger für die Skadk Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblakt.

Zahl«. 59.

Sonntag, 14. Februar 1932

Nr. 37

Erscheint iechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Well im Bild" und ..Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckeret in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 3153. Fuldaer Äctiendruckerel 3151 und 3152 ::

Monatlich 1.65 einfchliebl. Postgebühr (48 Pjg.) ohne Zustellg. Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Col.) lokal 0.15 RM., auswärts 0.20 RM. Reklamezeile: lokal 0.60 RM.. auswärts 0.80 RM. Bei Wiederholungen Rabatt. Poftscheckk. Frankfurt a. M 4051.

Lausanner Konferenz im Juni.

Die Reparationsfrage soll im Sommer entgültig geklärt werden. Deutschland begrüßt die Vereinbarung, wen« ihm auch ein früherer Konferenz-Veginn lieber gewesen wäre.

Aus Berlin wird in Bestätigung der Mel­dung über die zwischen Paris und London er­folgte Verständigung in Sachen der Tribut-Konfe­renz, berichtet:

Die Regierungen Belgiens. Frankreichs, Deutsch­lands, Italiens, Japans und des Vereinigten- reiches von Großbritannien haben von dem Base­ler. Sachverständigen-Bericht Kenntnis genommen und sind dahin übereingekommen, den übrigen be­teiligten Regierungen die Vertagung der KonferenzaufdenMonatIunizu emp­fehlen.

Aufgabe der Konferenz wird es fein, sich über eine dauerhafte Regelung der in dem Bericht des Baseler Sachverständigen aufgeworfenen Fragen und über die Methode zu verständigen, um die anderen wiistschafilichen und finanziel­len Schwierigkeiten zu lösen, welche die gegen­wärtige Meltkrisis verursacht haben und sie verlängern könnten.

3u dieser Entscheidung sind die oben erwähnten Regierungen in der Hoffnung gekommen, daß hier­durch die internationale Lage erleich­tert wird.

Von unterrichteter Seite hört das WTB. zu obiger Erklärung:

Die Reichsregierung hat mit dieser Vereinba­rung chr Ziel der Einberufung der Lausanner Konferenz erreicht. Die Reichsregierung hätte al­lerdings. entsprechend dem Baseler Sachverständi­genbericht, den Zusammentritt der Konferenz f r ü- her und nicht erst im Laufe des Juni gewünscht. Sie hatte daher ihrerseits einen früheren Zusammen­tritt angeregt und die dahin gehenden Bemühun­gen der englischen Regierung von Anfapg an auf das wärmste begrüßt und unterstützt.

*

Der Genfer Sonderberichterstatter desEcho de Paris" spricht davon, daß nach dem Kommuni­que im Juni über einedauerhafte Rege­lung" verhandelt werden würde. Frankreich habe versucht, eine Sicherheitsklausel zu schaffen; es sei ihm aber nur gelungen, das von dem englischen Schatzamt vorgeschlagene absolute Morato­rium zu verhindern, das die Unterbrechung sämt. kicher Reparationszahlungen bedeute, selbst, wenn Amerika Frankreich keinen Zahlungsaufschub gewährt. Die Debatte hierüber werde in Genf fortgesetzt werden. Auf jeden Fall aber habe Frankreich sich seine Handlungsfreiheit vorbehalten.

Tatsache sei, daß Hoover durch die Initiative vom Juni 1931 dem Youngplan einen ge­fährlichen Stoß versetzt habe.

'1 .

wtb. London, 13. Febr. (Eig. Meld.)'. Times begrüßt Frankreichs Zustimmung, eine Repara­tionskonferenz im Juni zu beschicken, hält es aber für einen Fehler, diesen Umstand eine allzu große Bedeutung beizumessen. Das Blatt schreibt: Die Bedingungen der französisch-englischen lieberem- kunft bedeuten sicherlich nicht «ine gemein, sam fe st gelegte französisch.englische Politik. Kaum jemals war internationale und besonders europäische Solidarität zur Aufrechter­haltung der wirtschaftlichen und politischen Struk­tur der Welt so notwendig, wie gegenwärtig. Selbst, wenn gewiße akute Schwierigkeiten in der Politik zwischen den Regierungen Frankreichs und Englands noch nicht ausgeglichen sind, so bleibt vor dem Zusammentritt der Konferenz noch Zeit, auf eine besiree Verständigung hinzuarbeiten. Das ungeheure GewirrunproduktiverSchul- den wurde jetzt allgemein als der Faktor aner­kannt, der an der Fortdauer der Weltdepression die Hauptschuld trägt und die Entwirrung dieser Fäden ist daher das dringlichste Problem.

Keine materielle Einigung zwischen England und Frankreich in der Reparationsfrage.

wtb. London, 13. Febr. (Eig. Meld.) Zuber beute hier von Foreign Office ausgegebenen Mit­teilung in der Frage der Reparationen, oas in- haltlich mit der Berliner Mitteilung von heute übereinstimmt, verlautet in gut unterrichteten briti­schen Kreisen, daß die Berichte, wonach diese Der- öffentlichung eine materielle Einigung zwi­schen der englischen und der französischen Regie- rung in der Reparationsfrage bedeutet, nicht den Tatsachen entspreche. Die Mittei- kung, so wird hier betont, betrifft nur die form ekle Einigung über die Abhaltung der bevorstehenden Konferenz und es wird hier in keiner darüber hinausgehenden Weitz ausge- legt.

Das erste Wochenend in Genf. Eine Serie Rüstungsgegner spricht.

wtb. Genf, 13. Februar. (Eig. Meld.) Dor dem Eintritt in die heutige Aussprache der Kon­ferenz forderte Henderson die Delegierten auf, ihre konkreten Vorschläge, soweit sie beabsich­tigt oder berests in allgemeinen Erklärungen ent­halten sind, möglich st bald knapp und übersichtlich einzureichen, damit das Büro der Konferenz alsbald über das Verfahren Beschluß fassen kann. Für die allgemeine Aus- spräche in der nächsten Woche liegen u. a. Wort­meldungen vor von Deutschland (zur Be­gründung der deutschen Vorschläge), Oesterreich, der Schweiz, Argentinien und einer Reihe weiterer europäischer und südamerikanischer Staaten. Man nimmt an, daß die Aussprache in der nächsten Woche abgesch lassen werden kann. In der heutigen Aussprache nahmen die Vertreter eine Reihe von kleineren, notorisch schwach gerüsteten Staaten das Wort. Zuerst sprach der kanadische Delegationssührer Perley, der daran erinnerte, daß 50 000 Kanadier auf den europäischen Schlacht­feldern gefallen sind. Seine Regierung stehe auf dem Standpunkt, daß die Einschränkung der Rüstunge n an sich eine Quelle der Sicher- h eit sein könnte. Der lettländische Außen­minister Zarine erklärte, daß sein Land als eines der Schlachtfelder während des Weltkrieges der Sache des Friedens besonders erge­ben sei. Lettland habe den Vorschlag für die Schaffung einer internat iona len Ar- mee mit großem Interesse ausgenommen.

Der ungarische Hauptdelegierte, Graf Apponyi, bekämpfte in seiner Rede mit unerbitt­licher Logik den französischen Standpunkt, daß d i e Friedensverträge ein- für allemal ei n en rüstungspolitischen Ausnahme- zustand für die unterlegenen Staaten geschaffen hätten. Das Recht aller auf Sicherheit, so führte er aus, müsse die Grundlage eines Abrüstungsabkommens bilden. Wenn der Vertrag von Trianon bestimme, daß die ungarische Armee ausschließlich zur Aufrechterhaltung der Ordnung und zum Zwecke der Grenzpolizei ver­wendet werden darf, so sei das ein Verbot, das dem natürlichen Recht auf Verteidigung gegen einen Angriff zuwiderlaufe. Das Verbot sei nur als zeitweilig gedacht gewesen. Die Einleitung zum Artikel 5 des Vertrages von Trianon spreche es klar aus. Die Tatsache der Aufnahme Ungarns in den Völkerbund bedeute das Ende dieses Provisoriums und setzt es in den Genuß der Bestimmungen des Artikels 8 der Völkerbunds­satzung.

Graf Apponyi faßte am Schluß seiner Rede, wiederholt von lebhaftem Beifall unterbrochen.

seine Forderungen nach Gleichberechtigung _ und wirksamer Abrüstung zusammen. Die Abrüstung auf einen möglichst geringen Stand müßte nicht nur die Verringerung der Effektivbestände, sondern auch diejenige des Kriegsmaterials erfassen, ferner die völlige Abschaffung der Angriffs- waffen und der Militärflugzeuge nach dem Musterder Verbote der Verträge von Versailles, Neuilly und Trianon. Die mit jugendlichem Feuer vorgetragenen und zum Teil improvisierten Ausführungen des greifen Staatsmannes fanden bei der Mehrzahl der Dele­gierten eine sehr beifällige Aufnahme. Graf Ap­ponyi wurde von vielen Delegationsführern zu seiner eindrucksvollen Rede beglückwünscht.

Der chinesische Delegationsführer Dr. Pen, der zum Schluß der Samstag-Sitzung sprach, lieferte den Beitrag seines Landes zur Abrüstungsdiskus­sion, wie zu erwarten war, auf dem Hinter- gründ des schweren Konfliktes, in den China verwickelt ist. Für keine Ration, so führte er aus, habe die Abrüstungsfrage eine so schreck­liche Bedeutung, wie für das heutige China. Die Konferenz müsse sich darüber klar sein, daß das Ergebnis des jetzigen Kampfes zur Abwehr eines äußeren Angriffes der gefährlichsten Art un­vermeidlich die künftige Rüstunaspolitik des chine­sischen Volkes weitgehend werde bestimmen müssen. China sei grundsätzlich fftr Abrüstung in al­len Formen. Es stimme allen praktischen Maß- nahmen zu, die bisher vorgeschlagen worden seien.

* Langsame Gesundung Mac Donald«. Aus London wird gemeldet: Pressemeldungen zufolge sind Freunde des Premierministers bemüht, ihn zu einer Erholungsreise nach dem Mittel­meer oder Indien zu bewegen. Mac Donald hegt weiter den Wunsch, der Abrüstungskonferenz beizuwohnen, um dort eine große Rede zu halten, und es sei möglich, daß er von Genf sich auf eine kurze Ferienreise begeben werde. Der Premier­minister ist vorläufig noch nicht ftr der Lage, zu lesen und wird die Klinik voraussichtlich nicht vor zehn Tagen verlassen können. i

Front Schapei-Vusung.

wtb. Paris, 13. Febr. . (Eia. Meld.) Der Schanghaier Korrespondent des Petit Paristen be­richtet: Rach einem kurzen Waffenstillstand sie ge­stern an der Schapei-Front die Feindseligkeiten wieder eröffnet worden. Die Japaner setzten ihre Angriffsvordereitungen in aller Stille fort. Zwet

Frachtdampfer haben gestern nachmittag Muni­tion für Gewehre, Maschinengewehre, Geschütze und Bombenflugzeuge herangeführt. Außerdem ist südlich von Wusung ein großes Truppenkontin- aent gelandet worden. Die chinesische Front er« treckt sich jetzt 23 Kilometer lang von Schapei bis Wusung. Die 3 Divisionen von Kanton stehen in vorderster Front. Die Kanton-Führer verfügen über 3540 000 Mann.

Dans des Papstes an den Reichspräsidenten.

wtb. Berlin, 13. Febr. (Eig. Meld) Der Papst hat dem Reichspräsidenten auf das ihm zum 10 Krönungsjubiläum übersandte Glückwunschtele­gramm mit herzlichen Worten gedankt.

Notwendige Klärung.

Höltermann znm Erlaß Groener«.

Im überfüllten Saale des Tivoli-Dessau sprach iier Bundesvorsitzende des Reichsbanners Höltermann, der zu dem Erlaß Groeners Stellung nahm. Höltermann führte u. a. aus:

Reichswehrminister Groener hat in einem Erlaß seine Stellung zu den Wehrverbänden dargelegt und dabei auch das Reichsbanner erwähnt. Wir stellen mit großer Befriedigung fest, daß Herr Groener jede militärische Betätigung der Verbände als zwecklose Soldatenspielerei ablehnt, und erfreu­lich ist es, daß jede Art von polizeilicher Betätigung der privaten Verbände entschieden entgegengetre­ten werden soll. Wir hören die Botschaft, aber uns fehlt der Glaube. Der Minister möge den Worten auch die Taten folgen lassen. Hitler habe seine Privatpolizei über das ganze Reich ausdehnen können. Herr Groener, lösen Sie die S.-A. und S.S. auf, lösen Sie alle Verbände auf, die nicht auf dem Bo­den der Verfassung stehen. Der Reichsinnenmini­ster möge dafür sorgen, daß sich nicht wieder einige Gewalthaufen gegen die Ver­fassung bilüerr, dann werden wir vom Reichs­banner sofort die notwendigen Konsequenzen zie­hen. Wir sind sofort bereit, uns dann den g e g e- benen Verhältnissen anzupassen.

Wir wollen Deutschland nicht einem Aben­teurer überlassen, der nichts kann als ein furcht­bares Unglück über Deutschland herauf- beschwören. Man spricht von angeblichen Plänen einer Hilfspolizei durch das Reichsbanner. Wer das glaubt, dem möchten wir ganz offen erklären, wir werden uns nicht an der Aufstellung von illegalen Verbänden beteiligen ober sie unterstüt­zen. Unter den Waffenträgern des Staates haben Staatsfeinde nichts zu suchen. Anhänger einer solchen Bewegung in die Reichs­wehr aufzunehmen, das hieße die Wehrmacht zu einem unfruchtbaren Werkzeuge des Staates machen. Wer ist denn ein großer Teil der S.-A.- Leute? Es find viele darunter, die vor kurzem den Sowjetstern trugen. Das bedeutete, daß in die Reichswehr ein gut Teil junger Leute käme, der der bolschewistischen Propaganda Vor­schub leiste. Die Staatsgewalt darf nicht in schwan­kenden Zeiten in die Hände von Leuten mit schwankender Gesinnung gelegt werden. Wir erkennen an, daß sich die Wehrmacht in den letz­ten Jahren gebessert hat. Es läßt sich aber man- che« in wenigen Stunden über den Haufen wer­fen. Die Reichswehr ist und muß bleiben die Schutztruppe der Republik. Unser Pro­gramm fft die Verfassung von Weimar, und zu unseren Gegnern zählen wir jeden, der sich gegen uns wendet. Die Wahl der Waffen be­

stimmen nicht wir, sondern unsere Gegner. Wir setzen Wort gegen Wort, aber auch Gewalt gegen Gewalt. (Beifall). Ist es ein Wunder, daß Hitler übermütig wird, wenn der Reichskanzler tagelang mit ihm verhandelt? Warum wird geduldet, daß Hitler sich aufspielen kann, als sei er schon Re i ch s- verweser von Deutschland, daß er seine Armee paradieren lassen kann vor italienischen Offizieren? Wenn der Reichswehrminister Fortschritte in der Abrüstung erzielen will, dann muß er mit uns kämpfen gegen die Nationalsozialisten.

>", 1 -1

In der Zentrumspresse wird vielfach Notiz ge­nommen von der Debatte, die sich um den Staats­sekretär im Reichswehrministerium, Generalleut­nant v. Schleicher entwickelt hat. Don sozial­demokratischer Seite wird v. Schleicher beschuldigt, durch seine Maßnahmen die Sozialdemokraten ge­gen das Kabinett Brüning planmäßig aufzureizen. Im Vorwätts sagt der gemäßigte Sozialdemokrat Schöpflin:Können und dürfen die Patteien, di« bisher das Kabinett Brüning zur Abwendung schwer drohender innen- und außen- politischer Gefahren gehalten haben, sich die Sabotage und die Quertreibereien gefallen lassen? Wir sagen: Rein!^ Möge es dem Reichs­kanzler gelingen, überflüssige Konfliktsstimmungen zu beseitigen.

Der Aiemel-Konflikt.

Litauen versucht, den Memelkonslikt zu verschleppen.

C.N. Berlin, 13. Febr. (Eig. Meld.) Von litauischer Seite wird im Zusammenhang mit den deutschen Be­mühungen, die Angriffe Litauens auf Memel vor den Völkerbund zu bringen, der Versuch gemacht, mit der Behandlung dieser Frage im Völkerbundsrat auch die seit Jahren aussstehenden übrigen deutsch-litaui­schen Streitfragen zu verbinden. Deutsch­land wird mit aller Entschiedenheit gegen eine derar­tige Verbindung des Memelkonflikte» mit diesen alleren Streitfragen Stellung nehmen, die von Litauen offenbar nur zu dem Zwecke erstrebt wird, die Verhandlungen zu verschleppen. Die deutsche Delegation im Völkerbund wird mit allem Nachdruck darauf dringen, daß ledig- sich das Vorgehen des Gouverneurs Merkys gegen die deutschen Mitglieder des Landeskuratoriums Thema der Verhandlungen bildet urid ein« Hineinziehung der übri­gen Streitfragen wird strikt abgelehnt werden.

* Saalschlacht in einer Nazi-Versammlung.

einer von etwa 1000 Personen besuchten national­sozialistischen Erwerbslosenversanlmlung in Zit­tau, in der der frühere Sozialdemokrat Görres aus Braunschweig sprach, kam es gegen Schluß zu einer Saalschlacht mit mehreren hundert Kom­munisten. Die Polizei, die ebenfalls angegrif­fen wurde, mußte vom Gummiknüppel Gebrauch machen. Etwa 30PersonenerlittenVer- l e tz u n g e n.

Verhandlung Dr. Gördelers mit dem mitteldeut­schen Braunkohlensyndikat. (Eig. Meld.) Bei dem Reichskommissar für Preisüberwachung fand am Sams­tag eine Verhandlung mit dem Vertreter des mitteldeut- fchen Braunkohlensyndikats über Preisfragen statt. Es wird in diesen Tagen eine allgemeine Neuregelung der Industriepreise für bestimmte größere Absatzgebiete in Kraft treten.

----- Französischer Notenumlauf zu 65,25 Pro;. Gold gedeckt. Der Goldbestand der Bank von Frankreich hat in der vergangenen Woche 72 Milliarden Franken er­reicht. Die Golddeckung ist damit auf die bisher noch nie erreichte Höhe von 65,25 v. H. gestiegen.

Hitler gegen Hindenburg.

drängen würden, um ihre Stimme für den hochver­ehrten Führer in großer Zell abzugeben. -

Die Nationalsozialisten gehen, da die übrigen Harzburger sich ihnen in der Reich spräsidenten- Frage nicht unterworfen haben» jetzt allem An­schein nach selbständig vor und erklären Hitler zu ihrem Reichspräsidentschaftskar.d.daten. In groß­sprecherischer Weise künden sie bereits ihre Absicht an. Sie geben zu, daß sie von Hindenburg die Preisgabe des deutschen führenden Staatsmannes Dr. Brüning in peinlicher Weise erzwingen woll- ten, daß Hindenburg aber nicht mitgemacht hat. In der Tennishalle in Berlin-Willnersdorf hat der Nationalsozialist Goering alle Anwesenden ausgesordett, am 13. März, dem Tage der Reichs­präsidentenwahl, chre Stimme Adolf Hitler zu geben,da man mit den Patteien, die einst den Generalfeldmarschall v. Hindenburg geschmäht hätten, ihn heute aber auf den Schild heben, kei­nen gemeinsamen Weg gehen könne".

Hindenburg wird sich voraussichtlich als Kandidat des deutschen Volkes gegen die Rechts­radikalen zur Verfügung stellen. Seine Erklärung steht bevor, nachdem ein gewaltiger Sturm von Bitten an ihn ergangen ist, zu kandidieren.

Wie der Hindenburg-Ausschuß Bayerns mitteilt hat Generaloberst Graf von B o t h m e r an den Reichspräsidenten ein Schrei­ben gerichtet mit der Bitte, er möge sich entschlie­ßen, das große Opfer zu bringen und dem Rufe Folge zu geben, den Hunderttausende treu-deutscher Reict^angehöriger in den nächsten Tagen erlassen werden, sich als Kandidat für die Wahl zum Reichs­präsidenten erneut zur Verfügung zu stellen. Graf von Bothmer schreibt, es sei ihm leider nicht das Recht verliehen, diese Bitte im Namen aller ehe­maligen Angehörigen der Königlich-bayerischen Ar­mee auszusprechen, die unter der Führung des Generalfeldmarschalls im Weltkriege den Feind in ungezählten Schlachten und Gefechten von den Reichsgrenzen ferngehalten haben. Er fei jedoch fest überzeugt, daß seine Kriegsgefährten m über- wältigender Zahl sich am Wahltag an die Urne

Die Reichsvereinigung ehern al t g er Kriegsgefangener hat sich' in einem Tele­gramm an Hindenburg für dessen Wahl ausge­sprochen.

Der Vorstand des Gesamtverban­des der Christlichen Gewerkschaften Deutschlands hat an den Reichspraftdenten folgendes Telegramm gerichtet:

Der Vorstand des Gesamtverbandes der Christlichen Gewerkschaften Deutschlands bittet den Herrn Reichspräsidenten im Namen der deutschen christlich-nationalen Arbeiterschaft, dem Wunsch des Volkes statttugeben und nochmals das nerantmor« tungsvolle Amt des Präsidenten des Reiches auf sich zu nehmen, um das deutsche Volk zur inneren Befriedung und nationalen Freiheit zu führen .

CNB. Berlin, 13. Febr. (Eig. Meld.) In un- terrichteten Kreisen hot sich heute mittag der Ein­druck verstärkt, daß die Verhandlungen derna­tionalen Opposition" über die Klärung der Reichs­präsidentenfrage sich im Endstadium befindet. Die Besprechungen derHarzburger Front",, die bereits vormittags begannen, werden vielleicht noch im Laufe des heutigen Tages zu einem Ab­schluß kommen. Alsdann wird avd) die Stellung­nahme des Kyffhäuferbundes und des S t a h l h el m zu erwarten fein. Gegen Mittag empfing der Reichspräsident noch einmal den Vor­sitzenden des Kyffhäuserbundes, General von Horn und auch einen Vertreter der parlamentari­schen Gruppen der gemäßigten Rechten. Je­denfalls beurteilt man heute mittag die Situation im Sinne der Kandidatur Hindenburg recht g u n- st i g und glaubt, daß zwar kaum noch heute nach­mittag, aber doch imLaufedesMontag vor­mittag auch für die Oeffentlichkeit Klarheit über die ganze Frage geschaffen werden wird.