Ar. 34 Beilage zur Fuldaer Zeitung 11. Februar
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Mutterglück.
Von Franz Cingia.
Die tieffte Lebensfreude glüht Im Mutterglück so mild und klar. Wie eine holde Blume blüht Sie inniglich und wunderbar.
Kein Glück auf weiter Erde hebt Wie Mutterglück zu singen an. Es ist so märchenhaft belebt Und wie ein Himmel aufgetan.
Wie eine Quelle silberfein
Umfließt es zauberschön das Kind.
Und strahlt wie goldner Sonnenschein Aus Mutteraugen zart und lind.
Der Schmerzensmann.
' Irgendwo im Moseltal leuchtet von halber Höhe der Berge herab die weihgekalkte Kapelle ins stille Tal. Don hier oben hat man eine wundervolle Aussicht auf di« Mosel, darauf geruhsam die Fähre hin und her pendelt, und auf die Dächer des kleinen Dörfchens, das sich unten an den Fuß des Borges schmiegt.
Rings um das hochgelegene Kirchlein liegt der Friedhof. Hier, wo so viel vergangenes Leben unter uraltem Gestein, umwuchert von fußhohem Gras und Schlinggewächs, der Ewigkeit entgegenschlummert, schauen die
grauen, steinernen Grabkreuze wie dunkle, zum Himmel weisende Finger aus. Dieser kleine Totengarten ist wie ein weltvergessenes Eiland. Wilde Vögel haben sich hier ihre Nester gebaut. Amsellocken und Nachtigallenschlag klingen durch die Einsamkeit.
Fest am Eingang der verschlossenen Kapelle steht in einer blaugetünchten Nische ein Geißelmann, eine uralte, ergreifende Darstellung. Die Hände des göttlichen Dulders sind an den Pfahl gekettet, der große rote Spottmantel läßt eine Schulter frei und zeigt die tiefen, furchtbaren Wunden. Die Dornenkrone ist auf dem tief geneigten Haupte fest singefchlagen. Verlassen und einsam steht der Schmerzensmann hier oben, ein Bild des Jammers, ein erschütterndes Denkmal der Zett: Unendliche Liebe, nach der niemand fragt.
Und -doch liegt ein feines, helles Glänzen über dem geschändeten Haupte, ein tiefes Weh im stillen Dulderantlitz, daß wohl niemand hier achtlos vorübergeht, niemand, dessen Herz nicht von Stein ist.
Tief unten im Tal rauscht die Mosel, ein Dampfer zieht zwischen den rebumkrünzten Bergen dahin, wind- verweht klingen abgerissen« Melodien eines frohen Liedes durch die sonnenklare Lust. Wandervögel ziehen die Straße. Autohupen wird hörbar. Unten rast das Leben. —
Hier ober, in tiefer Einsamkeit, spricht der geächtet«, geschändete Gottmensch zu uns und seine von Durst und Fieber gesprungenen Lippen fragen: „Mein Volk, mein Volk, was tat ich Dir?--" A. Moll.
Das ttlnd und die Armut.
Die praktische Auswirkung unseres „Zeitalters des Kindes" hat noch recht erhebliche Mängel. Wer z. B. einmal eine Wohnung oder gar ein möbliertes Zimmer gesucht hat, wird mir recht geben. An 20 Türen habe ich gestanden; kam di« Frage: „Haben Sie ein Kind?", dann stand ich schon klein und verschüchtert da oder groß und böse, je nach Nervenverfassung, und sagte: „Ja!" Prompt hörte ich dann in 19 von 20 Fällen „Um Gottes willen, bloß kein Kind!"
Jsts denn ein Verbrechen, als Ehefrau ein Kind zu haben? Waren denn die großen, bequemen, harten Leute nicht auch mal Kinder? Soll denn die Welt untergehen, wenn sie ihr Stückchen Leben ausgelebt haben?
Wer heute arm ist und Kinder hat, für den ists schwer. Kinder wollen auch essen und angezogen fein — gar nicht zu sprechen von den nicht materiellen Faktoren, die zu einer fruchtbaren Kindererziehung Doraussetzung sind. Ich will hier nur etwas Besonderes beleuchen: di« gewiß gütige Hllfsbereitschast noch besser situierter Familien, «in fremdes Kind gum Mittagessen ins Haus zu nehmen.
Ganz sachlich möchte ich feststellen: Es ist für ein Kind nicht gut, gerade zur Hauptmahlzeit aus der eigenen Familie herausgenommen zu werden. Für die Eltern betont sich dadurch das niederdrückende Gefühl eigener Machtlosigkeit besonders stark.
Wird erst das Familienleben zerrissen, dann hört di« Graülinigkett der Kindererziehung auf. Das Kind untersteht einem fremden Einfluß, der bestimmt anders ist als im Elternhaus. Das Kind wird sich dem Wesen und den Ansichten der Wohltäter anpassen — aus Berechnung, den Freitisch zu behalten. So verschiebt sich die gerade Linie in der Erziehung.
Auch kommt ein gewecktes Kind zu Vergleichen. Ob di« immer der Liebe zum Elternhaus zuträglich sind? Ob nicht manches Äinb denkt: „Warum bin ich nicht hier zu Haus, wo Wärme und Schönheit sind?"
Kürzlich passierte folgender Fall: Das einzige Kind einer verarmten Akademikerfamilie sollte in eine Arztfamilie zum Mittagessen kommen. Die Eltern konnten sich schwer entschließen, als ihnen das Angebot von dritter Seite gemacht wurde, doch schließlich sagte die Mut-
Der Aame und feine Bedeutung.
Von Emmy Ficus.
Auch die menschlichen Namen sind der Mode und chrem Wandel unterworfen wie jedes Ding auf Erden. Aber nomen est omen, d. h. die Namen Haden Sinn und tiefere Bedeutung. Sie sind geradezu symbolisch für Charakter und Wesensart ihrer Träger. Deshalb sollte man keine Rücksicht nehmen auf die Mode und sollte sich picht um äußerlichen Klanges willen an Doppelnamen oder einer Wortspielerei berauschen; sondern man sollte bedenken, welches Vorbild man seinen Kindern mtt dem erwählten Taufnamen bestimmt. In christlichen Häusern wird der Kalender zurat« gezogen und der werdende Mensch in besonderen Schutz seines Namenspatrons gestellt. Häufig bestimmen auch Familienrücksichten die Wahl der Paten und damit der Rufnamen.
Unsere Namen sind viertausend Jahre alt. Im alten Rom wie in Juda genügte ein einziger Name als Fa- milien- wie als Vorname. Bereits unter Karl dem Großen zählte man fünfzigtausend verschiedene Benennungen, die jedoch bis auf wenige verklungen und vergessen sind. Was uns bis heute erhalten blieb, das sind biblische, germanische und lateinische Evbnamen, auch vereinzelte griechische. In einem alten Büchlein: „Schatzkästlein des guten Rates" erfahren wir Ursprung und Bedeutung der herkömmlichen Rufnamen. Es ist nicht unwichtig, sie vor der Namenswahl zu kennen, damit man den Kindern durch ihren Namen das Rechte fürs Leden mitgibt.
Leicht verständlich und sinnfällig ist die Bedeutung altdeutscher Namen: Dietrich, Gerhart, Gunther, Hartmut, Kreuzwendedich, Rüdiger, Ruodolf, Siegfrieb, Sieg- munb und Wolfhart, auch Adelheib, Edeltrud, Gisela, Helmtrubis, Regina, Sieglinde. Der angelsächsische Name Alfred bedeutet — der Edelfriedliche. Von vielen alt
ter zu. Sie meinte es gut, das Kind war zart, konnte bessere Kost vertragen, als die Eltern noch schaffen konnten. Das Kind ging hin, kam mit verstörten Augen heim: „Mutti, bin ich jetzt ein Betteljunge? Mit einem ganz, ganz armen Jungen nn verstopften Wams habe ich auf dem Flur gegessen. Mutti, so wie du in unferm Haus in B. den Straßenbettlern einen Teller Suppe gabst. Mutti, sind wir so arm? Mutti, ich will alles essen, nur laß mich bei euch am Tisch sitzen!" — Der Mutter zuckte das Herz. Der Vater kam sich heruntergesunken vor wie ein Vagabund, der nicht mehr dazugehört. Mußte das sein? Mußte die Hilfe dem &inb in dieser Form gegeben werden? Das Kind ging nicht mehr hin. Der Vater erklärte: „Es geht solange es geht. Dann gehen wir alle drei gemeinsam. Oder es kommt eine Hilfe, eine Arbeit, die uns wieder hochbringt, alle drei zusammen."
Es ist doch heute so: Familen 'm Not halten fester denn je zusammen, um die Härte der Zeit zu ertragen — ober sie zerfallen. Wo bi« Familien noch zu- sammenhalten, ist es nicht gut, ein Glieb loszulösen.
Und dann, «rzieht nicht di« Hllfsbereitschast manchen Menschen zur Heuchelei? Manche gewöhnen sich daran, alles geschenkt zu bekommen. Ich habe beobachtet, daß Kinder mit Absicht im „verstopften Wams" zu „ihrer" Familie geschickt wurden. Es gibt aber gottlob auch noch .genug Mütter, die mit letzten Mitteln und aller Kraft nähen und stricken, damit ihre Kinder anständig aussehen. Diese Kinder sollten noch unbefangen groß werden dürfen im natürlichen Dankbarkeitsoerhältms zum Elternhaus.
Wo Kinder m Not sind, Sinber, die noch Vater und Mutter haben, muß ein anderer Maßstab für alle gutgemeinte Hilfe angelegt werden. Ganz gewiß tut ein gutes, gesundes Essen manchem dieser Kinder bitter not. Aber — ich weiß nicht, was wichtiger ist: ein gutes Essen oder ein gesundes Ehrgefühl, Zugehörigkeitsgefühl, Wahrheitsempfinden.
Die Familie ist die Aufbauzelle des Staates. Wird sie in ihren Voraussetzungen erschüttert, dann sind jedem Unheil Tür und Tor offen. Darum laßt zusammen, was mit Gollvertrauen Zusammenhalt. F. B.
deutschen Namen heißt Edgar — Schützer des Eigentums. Herrmann — der Gebieter. Norbert oder Nor- mann — der Glanzvolle vom Norden. Manfred — der Friedliche. Walther — der gewaltige Kämpfer. Wilhelm (und Wilhelmine) — die mächtigen Beschützer. Karl ist der Starke, Kraftvolle und Karoline ober Carola fein weiblicher Partner. Viktor und Viktoria sind die Siegreichen. Otto ist ein glücklicher Hausvater. Oskar — der göttliche Kämpfer. Bertha (Berchta) — die fleißige Spinnerin und fruchtbare Magd. Arnold — der Ehrenheld. Emma (Imme) — die Fleißige, Geschäftige, der die lateinische Emilia als Artige, Gefällige, Bered- same gegenüb ersteht. Friedrich, Fritz und Frieda (altdeutsch) sind die Friedensfürsten und Friedfertigen. Hulda — die Holde. Ida — die Vortreffliche. Luise und Ludwig (im Lateinischen: Aloysius) die ruhmvollen Kämpfer. Hedwig, Hadwig — die Vortreffliche. Hildegard — die holde Beschützerin. Mathilde — das holde Mädchen. Robert — der Ruhmstrahlende.
Dazu gesellen sich an griechischen Namen: Barbara, Babette — die Landfremde. Dorothea, Dora — die Gottesgabe. Helene — die Leuchtende, Strahlende. Veronika — die Tugendreiche. Der angelsächsische Artur ist ein Mächtiger, die russische Olga eine Heldin. Charlotte (französisch) bedeutet die Starke. Alice (desgl.) — Gottes Huld und Ruhe. Henriette (franz.) di« an Kühnheit Reiche. Hermine — die Vortreffliche. Margarete — die Perle (alle aus dem Französischen).
An hebräischen Namen finden sich: Maria, der Stern, die Meeresleuchte. Elisabeth — die Gottgelobte, Gott- gesanbte. Jakob — der Gottesstreiter. Johannes, Hans und Johanna — das Gnadenkind. Jesus heißt: Jehovah hilf! Emanuel: Gott mit uns!
Und nun aus der Flut lateinischer Rufnamen einige bedeutungsschwere: Andreas — der Tapfere. Camilla und Camillus — die Opfergabe. Beatrix — Seligspen
derin. August — der Erhabene. Eduard — Edler Wächter. Gustav — der Held. Felicitas — die Glückselige. Franz und Franziska — die Freien. Julius — der Jüngling. Klara — die Berühmte. Anna — die Holdselige. Antonie — die Unschätzbare. Cornelia — die Starke. Justinus — der Gerechte. Katharina — die Standhafte. Maximilian: — der Größere. Rosa — die Ros«. Sabina — die Gottesfürchtige. Lucie — die Erleuchtete. Magdalena — die Büßerin.
Dieser Auszug aus dem Namensregister der Kulturwelt wird genügen, um die Eltern vor unüberlegter Namensgebung wie — Thomate, Lenina aber Petrograd zu bewahren!
Der Name begleitet uns durch unser ganzes Leben. Deshalb sei er uns Führer und Leuchte, verkörpert durch Taufpaten und Schutzpattone!
Notizen zur Mode.
Don Berta Segura-Wien.
Die kommende Frühjahrswäschemode bereitet hauptsächlich für Damen ein paar recht einschneidende und dazu ungewohnte Aenderungen vor. Daß Waschsammt einmal für Pyjamas höchste Mode werden würde, hat er sich noch im vergangenen Jahre nicht träumen lassen. Die neuen Unterkleider und ebenso die neuen Hemden- formen sind nicht nur länger geworden, sie betonen auch sehr stank die Tollle. Allmählich findet man nun auch in der Konfektionswäsche Unterkleider, die sich der längeren Mode anpassen. Seither mußte man nämlich fast immer die Hausschneiderin oder die Mahanferti- gung bemühen, wenn man ein ausreichend langes Unterkleid haben wollte. An der neuen Wäsche sind durchbrochene und unterlegte Stickereien hervorragend beliebt. Es kommt also alles einmal wieder, auch in der Verarbeitung der Wasche. Gewirtte Unterwäsche für Damen und auch für Herren, besonders unter Verwendung kreppgewirkter Wolle mit Vistraseide, die sich schon wichrenü des Winters gut bewährt hat, gilt auch im kommenden Frühjahr und Sommer als Mobesavortt.
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Auch die ersten Hutmodellausstellungen in Paris, Wien und Berlin, wobei das letztere für den deutschen und mitteleuropäischen Bedarf besonders stark in Frage kommt, haben stattgefunden. Was sah man? Lächerlich kleine, beinah« winzige Hütchen, die höchstens die Hälfte des Kopfes bedecken, die keck schief auf den Hinterkopf gesetzt werden und bei denen man stets eine Heidenangst wird haben müssen, daß sie ein kühner Windstoß nicht fortträgt. Selbstverständlich haben diese neuen Hutnichtigkeiten, bei denen die leichten Strohsorten sehr bevorzugt verarbeitet werden, Garnituren aller Art, die manchmal größer sind, wie der eigentliche Hut. Diel Blumen sieht man dabei, oft den Hutrand wett überragend, ober auch stolze Bandgarnituren, Schleifen aus Wachstuch und leichtem Lackleder, wobei sich Paris sogar darin gefällt, auf einigen Frühjahrshüten
Aus Küche
Im Winter itzt man Fische!
Deshalb ein paar gute Rezepte.
Karpfen in saurer Rahmfauce.
Man nimmt ein Stück Butter, legt es in einen irdenen Topf, den man gut zudecken kann und lasse die Butter heiß werden. Dann leg« man den Fisch mit Salz, Pfeffer und Zwiebeln hinein, lasse ihn dämpfen, wobei man ihn einigemal wendet. Darauf gieße man einige Löffel Essig, und wenn er nicht genügend Sauce gezogen hat, auch einen Löffel Wasser oder Fleischbrühe. Kurz vor dem Anrichten schütte man noch einige Löffel sauren Rahm hinein.
Gefüllter Karpfen.
Einem Karpfen von zwei bis drei Pfund wird, nachdem man ihn wie üblich vorbereitet hat, der Rücken längs aufgeschnitten und dabei das Rückgrat vorsichtig entfernt. Man breitet eine Fülle aus zwei geweichten Semmeln, zwei Eidottern, der fieber und dem Milchner des Fisches, einer Tasse Milch, einhalb Pfund Butter, 2—3 Sardellen, sowie Gewürz nach Geschmack, füllt den Fisch damit, näht ihn und backt ihn in Fett in der Röhre eine gute Stunde. Während des Backens muh der Fisch öfter mit seinem Saft begossen werden.
Grüner Hecht.
Nachdem der Hecht geschuppt und ausgenommen ist, wird er in Stücke zerschnitten. In mildem Salzwafser, denr Suppengrün zugesetzt wird, läßt man die Fischstücke ziehen, bis sie gar sind. Dann wird der Fisch in einer Sauce angerichtet, die aus Butter, Mehl, dem Fischwasser, feingehackter Petersilie und etwas Zitronensaft besteht.
Fischkoteletten.
Das Fleisch eines gekochten Fisches wird von den Gräten entfernt, solange der Fisch noch heiß ist. Dann fügt man ein halbes Pfund gekochte, geriebene Kartoffeln zu dem Fischfleisch, das man vorher zerkleinert hat. Das ganze mische man mit etwas geschmolzener Butter, Salz, Pfeffer, gehackter Petersilie, einem Eigelb und etwas Milch. Die Masse muß gut durchgeknetet werden, möglichst auf einem mit Mehl bestreuten Brett. Dann formt man kleine Rollen aus ihr, die in länglicher Form in Eiweiß gewälzt, mit Brotbröseln oder Paniermehl bestreut, in heißem, schwimmendem Fett herausgebacken werden.
Sprollensalal.
Kochendes Wasser wird über die Sprotten gegossen und dann die trockene Haut entfernt. Die Sprotten kommen nun mit etwas Essig, Pfefferkörnern und Muskatblüten in eine Schüssel, die eine halbe Stund« lang in den Ofen gestellt wird. Dann entfernt man Kopf, Schwanz
wieder Früchte zu präsentieren. Also die obligaten Kirschen, die unsere Mütter und Großmütter am Kapotthüt- chen trugen, feiern, ein wenig modern stilisiert, ihre fröhliche Auferstehung. Gift das Wort von der „schöpseri- scheu Mode" überhaupt noch?
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Feine Muster sieht man in den Kollektionen der Sport- ftrümpfe, sowohl für Damen, wie auch für Herren u. Kinder. Durchbruchsmuster, Netzmuster, dreifach gezwirnte Melangen, Diagonalmuster, Zickzackmuster, Karos und Rhomben werden in allen möglichen Farben abgewandelt. Am meisten sieht man jedoch braun, beige, matt- gelb, weiß, grau in den verschiedenen Abstufungen, stahlblau und gelblich. Die mehr und mehr beliebten Söckchen halten sich in den gleichen Farben, nur gesellt sich zu ihnen noch als ausgesprochene modische Schöpfung meinrot. Die Strumpfmode im ganzen gesehen, die im Winter sich den tieferen Farbtönen zuwandte, scheint für den Sommer überhaupt lebhafter zu werden und hellere Nuancen zu bevorzugen.
Mädchen lernt Hauswirtschaft!
Wieder naht Ostern heran, und di« zur Schulentlassung kommende Jugend steht vor der Berufswahl. Noch nie ist «s wohl den Eltern und Erziehern so schwer geworden, dabei zu einer richtigen Entscheidung zu gelangen. Was soll aus den vielen Mädchen werden, denen mehr wie je die Arbeitsmöglichkeiten versperrt sind? Für jeden wissenschaftlichen, technischen, handwerklichen und kaufmännischen Berus wird seit langem eine gründliche, systematische Vorbildung verlangt. Für die vielseitige und wichtige Tätigkeit der Hausfrau glaubt man immer noch, diese Lehrzeit umgehen zu können. Stammt nicht die Abneigung mancher jungen Mädchen gegen die verschiedenen Arbeiten der Hauswirtschaft aus der Unsicherheit, mit der sie daheim allen diesen Ausgaben gegenüberstehen, wenn sie gelegentlich dazu herangezogen werden? Kann nicht ein junges Mädchen heute bei gründlich erlernter, abwechslungsreicher Hausarbeit glück- licher, gesunder sein, als einseitiger, ohne innere Neigung ausgeführter Bürotätigkeit, durch die es einem Familienvater das Brot roegnimmt? Gewiß ließe sich durch Erzieher und Lehrer der besondere Wert aller Hausfrauenarbeit noch mehr betonen und dadurch bei manchen Mädchen zu dieser Arbeit die Liebe erwecken, die sich durch eine gründlich« Ausbildung nur noch vertiefen würde. Die öffentliche Fortbildungsschule bleibt immer nur ein Notbehelf, so sehr sie sich auch bemüht, die völlige Unwissenheit auf hauswirtschaftlichem Gebiet zu überwinden. Das wissen am besten die vielen Frauen, die in diesen Schulen unterrichten und di« zum Teil nur einmal in vierzehn Tagen die Schülerin in der Schulküche haben. Um alle Zweige der Haushaltung gründlich gedanklich und technisch kennen zu lernen, sollte mindestens ein Bolljahrkurs einer Haus- haltungsschule besucht werden.
und Haus.
und Gräten, fügt eine in Scheiben geschnittene rote Rübe hinzu, sowie zerschnittene Tomaten und einige Blatt Salat, lieber das ganze wird der Essigrest gegossen und man hat nach längerem Ziehen einen ganz vorzüglichen Salat.
Die praktische Hausfrau.
Schuhe mit Apfelsinen zu putzen!
Sie lachen, verehrte Hausfrau! Probieren Sie es einmal. Die Schuhe werden wie üblich vom äußersten Schmutz befreit, dann mit Apfelsinenschalen eingerieben und mit einer wnichen Bürste ober dem bekannten Poliertuch gut nachgerieben. Sie glänzen bann ebenso schön wie bei Verwendung feinster Schuhcreme. Wenn man dieses Verfahren nur einen über den anderen Tag an- wendet, spart man im Laufe des Jahres ein ganz hübsches Sümmchen, um so mehr a(s Orangenschalen doch meist nutzlos weggeworfen werden.
Der Radiergummi in der Handtasche.
Auch bas noch, weil sie bisher nicht schon genug enthielt. Wir schreiben nicht unterwegs, werden die meisten Damen behaupten. Sollen sie auch nicht! Aber bei Regenwetter gibts die bekannten unangenehmen Spritzflecken an die seidenen Strümpfe. Das sieht häßlich aus. Mit dem weichen Radiergummi werden sie mit wenig Mühe entfernt, ja man hat es noch nicht einmal nötig, die Strümpfe dabei auszuziehen. Am Fuß gehts nämlich bedeutend besser.
wenn die Milch überkocht
ist das immer eine mißliche Sache, denn wer verliert heutzutage gerne etwas nutzlos. Man verhindert diese leidige Untugend der Milch mit einem leichten Streifen aus Butter, den man am Topfrand anbringt. So wird der Milch jedes Ausreißen vergehen.
Lin billiges Schmiermittel.
das den Vorzug hat, jederzeit zur Hand zu fein, ist der ganz gewöhnliche Bleistift. Knarrt eine Tür, so hebt man sie leicht an und reibt die Angeln mit der Spitze eines Bleistiftes gut ein. Dann wird die Türe wieder gesenkt und sie gibt keinen Piepser mehr von sich. Die Bleistiftmine besteht nämlich zum größten Teil aus Graphit, der in der Technik schon immer als Schmier- mittel Verwendung findet. Also angewandte Technik für den Haushalt.
Nägel einschlagen
ist eine Kunst, die lange nicht jede Hausfrau versteht. Wenn der Nagel gar nicht in die Wand gehen will, reibe man ihn mit Kernseife ein. Dann bleibt jeder Widerstand des kleinen eisernen Gesellen nutzlos, er muß einfach.