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FuldaerZertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Ar. 32

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Dienstag, S. Februar 1932.

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Zahrg. 59.

Die große Debatte in Genf hak begonnen.

Die Herren trugen, der Mitteilung zufolge, dem Minister Proben der maßlosen nationalsozialisti» schen Agitation gegen den jüdischen Teil der dent-

Reichskanzler Dr. Brüning wnrbe ehrenvoN empfangen. Die Ansführnngen des englischen

Was der französische Vorksührer Tardien sagte.

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erbekolonne und Kom-

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blick die notwendigen Entscheidun­gen zu treffen." *

Eine große Anzahl führender hannooer- scher Persönlichkeiten aus poltischen und wirt­schaftlichen Kreisen erläßt einen Aufruf für die Volkskandidatur Hindenburgs. Der Aufruf ist u. a. unterzeichnet von dem Landeshauptmann der Provinz Hannover, Hagemann, von dem Präsiden­ten der Industrie- und Handelskammer Hannover, Hecker, von dem Ehrenmeister des deutschen Hand­werks, Plate und von dem bekannten Oberst a. D. Dr. h. c. Schwerdtfeger.

m u n i st e n wurde der 18 jährige Lehrling Ge­orge,, Preiser, Mitglied der Hitler-Jugend, so schwer verletzt, daß er verstarb. Zwei Kom­munisten wurden festgenommen.

* 40 Stimmen Mehrheit für Laval. Aus Pa­ris wird gemeldet: Die französische Regierung er­hielt in einer Kammersitzung über die Ä r b e i t s - losenfrage eine Mehrheit von 40 Stimmen. Die von einem Mitglied der Mehrheit eingebrachte Entschließung wurde gegen diejenigen der Radi­kalsozialisten, der Sozialisten und Kommunisten bei Stellung der Vertrauensfrage mit 307 gegen 267 Stimmen angenommen.

Am Sonntag mittag kam es in Chemnitz zu einem Zusammenstoß zwischen National- sozialisten und Reichsbannerleuten. Zwei Nationalsozialisten wurden dabei erheblicher verletzt.

von Bülow.

der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes.

Zum inneren Hader.

Vertreter jüdischer verbände bei Groener.

Wie derZentralverein deutscher Staatsbür­ger jüdischen Glaubens mitteilt, empfing Minister Groen-er die Vorsitzenden des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, der Reichsarbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesver­bände und des Reichsbundes jüdischer Frontsolda­ten zu einer mehr als einstündigen Unterredung.

Preußischer Ananzmimster gegen Inflation

Währungspolitische Experimente wären das größte Verbrechen an der großen Waffe des Volkes.Für baldige Verwaltungsreform.

In der Frankfurter Gesellschaft für Handel, In­dustrie und Wissenscl>aft sprach der preußische Fi­nanzminister Dr. K l e p v e r überDie Wechsel­wirkungen zwischen Wirtschaft und Finanzpolitik". Nachdem der Minister auf die gegenwärtige Lage eingegangen war, erklärte er u. a.:

Die Ueberbrückung der Schwierigkeiten, die durch die Krise hervorgerufen worden sind, ist durch die Iuliereignisse unmöglich ge­macht worden. Man muß es als einen Irrtum bezeichnen, daß die Konjunktur durch die Gestal­tung der Finanzpolitik beeinflußt werden könnte. Noch keine Krise ist durch die Finanz­politik überwunden worden, die sich als ober st er Grundsatz die Deckung der Ausgaben durch schlechte Einnah­men, also durch Steuer, gesetzt hat. Die heutige Kris« ist auf normalem Wege entstanden aus den Folgen des Krieges und der grundlegenden Veränderungen in der Technik. Jetzt müssen unsere bisherigen Methoden znr Be­kämpfung der Krise noch weiter ausgebil­det werden. Um mit einer Staatsfinanzkriss ker- tig zu norden, gibt es drei Möglichkeiten: Anglei- chung der Einnahmen und Ausgaben, Zahlungs­einstellung, innere währungspolitisch« Maßnah­men. Die zweite Möglichkeit, die Eklärung des Staatsbankerott s, scheidet prak­tisch aus. Ich bin überzeugt davon, so führte der Minister aus, daß ein währungspoli­tisches Experiment das größte Ver- brechen an der großen Masse wäre.. I Wenn gesagt worden ist, die Stellen, die eine Jn-

schen Bevölkerung vor. Die Erschienenen ge­wannen aus den Darlegungen des Ministers die Ueberzeugung, daß die Reichsregie, rung die Angriffe gegen die jüdische Religionsgemeinschaft und ihre Be­kenner scharf mißbilligt und fest ent- schlossen ist, die verfassungsmäßigen Rechte aller Staatsbürger mit Einsetzung aller Machtmittel zu schützen.

Der Bruderkampf.

Zahlreiche politische Zusammenstöße am Sonntag.

In der Nacht zum Sonntag und am Sonn* tag kam es in Berlin zwischen links- und rechts­radikalen Parteiangehörigen zu zahlreichen 'Zu­sammenstößen. Insgesamt wurden 109 Natio­nalsozialisten, 19 Kommunisten, 20 angeblich Par­teilose und zwei Stahlhelmangehörige von der Polizei zwangsgestellt.

*

C. N. B. Berlin, 8. Febr. (Eig. Meld.) Bei einer Schlägerei zwischen einer nationalso-

Der Parteiausschuß der Sozialdemokra­tischen Partei beendete am Samstagvormit­tag seine am Freitag begonnene Tagung mit einer Aussprache über die bevorstehende Reichspräsi­dentenwahl. Dem Parteivor-stand wurde die Vollmacht erteilt,im g e gebenen Augen-

wesentliche Vorbedingung für praktische Schritte Frankreichs in der Abrüstungsfrage ansieht. Zum Schluß erklärte Tardieu, ein Abkommen ohne Ga­rantie der Sicherheit wäre eine brutale und unge­rechte Prämie für die Zahl und die Technik.

wtb. London, 8. Februar. (Eig. Meld.) Die englische Presse steht dem Tardieu-Vorschlag im allgemeinen weiter ablehnend gegenüber. Times sagt, die Nationen könnten nur veranlaßt werden, ein neues Gesetz anzuerkennen, wenn ein Appa­rat zur Vertragsrevision geschaffen werde. Mor- ning-Post urteilt, es fei kein Unterschied, ob man von Bölkerbundsflugzeugen oder von Flugzeugen einer einzelnen Na­tion beworfen werde.

Dr. Luther in Bafel.

Sonntagnachmittag fand in Basel eine Vorbe­sprechung der Präsidenten der Notenbanken zur Verwaltungsratssitzung der BIZ. am Montag statt. Reichsbankpräsident Luther, der am Vor­mittag zusammen mit dem Reichskanzler in Basel eingetroffen war, hatte nach der Vorbesprechung noch Einzelbesprechungen mit Herren der BIZ. Auch Dr. Melchior »ahm an den Besprechungen teil. In der Vorbesprechung gab der j a p a n i s che Vertreter Aufschluß über bi« Gründe, die die Bank von Japan so plötzlich zur Aufgabe des Goldstan­des veranlaßten. Der der BIZ. hierdurch ent­standene Gesamtverlust wird auf etwa 5 Millionen Schweizer Franken geschätzt.

*

wtb. Basel, 8. Febr. (Eig. Meldg.). Der Der- waltungsrat der BIZ. ist heute vormittag zusam­mengetreten. Die Verhandlungen werden von dem Bi.zepräsidenten, dem deutschen Delegierten Dr. Melchior geleitet. Den Verhandlungen wohnen auch die beiden anderen deutschen Delegierten, Reichsbankpräsident Dr. Luther und Generaldirek- tor Reusch bei.

Die Reichsprasidenkenwahl.

Reichspräsident von Hindenburg hat an di« Reichsleitung des Eh r istl ich - ßozi a ken Volksdienstes folgendes Telegramm gerichtet:

Mit bestem Dank für die mir seitens des Christlich-sozialen Volksdienstes «ntgegengebrochte freundliche Gesinnung bestätige ich Ihnen den Empfang Ihres gestrigen Telegramms. Mit freundlichen Grüßen."

flation vertreten würden, wären drei Wochen später nicht mehr auf ihrem Posten, so ist dem zuzustimmen. Man kann, Gott sei Dank, davon überzeugt sein, daß die ReichsÄank diese Auffassung teilt. Es ist selbstverständlich, daß die staatliche Finanzpolitik die Reichsbank bei dieser Haltung unterstützen muß, statt sie ihr zu erschweren. Es kommt also auf richtige Deckung der Einnahmen durch die Ausgaben an, und das erfordert brutale Eingriffe!» die Ausgaben und eine Anspannung der Einnahmequellen f o weit w ie nur irgend möglich. Eins weitere Aufgabe ist es, den Staatsapparat so zu gestalten, daß er mit venninderten Einnahmen auf lange Sicht auskommen kann. Das erfordert bal­dige Verwaltungsreform, die durch eins geographische Um- und Neuordnung herbeizufüh­ren ist. Weiter wären die bestehenden Ueberor» ganisationen durch weitgehende Vereinheitlichung der allgemeinen Staatsverwaltung zu beseitigen.

Der einzige Ausweg, auf den die Baseler Gut­achten deutlich hingewiesen haben, liegt in einer Erweiterung des internationalen Güteraustausches. Es wird nicht eher «ins Lösung geben, als bis man aus dieser Erkennt­nis die Folgerungen zieht. Daß wir zuerst den Mut zu diesen Folgerungen aufbringen werden, ist für uns das Günstige. Auch in der Polirik gilt der Satz, daß der Erfolg die größte Nei­gung hat, sich mit betn Mutigen zu ver­binden. ,

tige Maßnahme gegen die Nationen dar, keine Militärflugzeuge besäßen. Das Gewerk­schaftsblatt Peuple nennt Tardieus Vorschläge einen Bluff, der rein negativen Charakter trage. Er bezwecke nut, den gegenwärtigen Rü­stungsstand beizubehalten und seine Erhöhung zu rechtfertigen. Der Außenpolitiker des Echo de Paris rät, bei seiner heutigen Rede auf bte Artikel 160 und 164 des Friedensvertrages hinzu­weisen und zu betonen, daß Deutschland nicht die ihm durch den Versailler Vertrag vorgeschriebenen Ziffern der Rüstungen überschritten dürfe.

Trauerfeier für Dr. Hetz.

wtb. Berlin, 8. Februar. (Eig. Meld.) In Schöneberg fand heute vormittag die Trauer­feier für den Abgeordneten Dr. Heß statt. Stu­denten hielten die Ehrenwacht. In der Trauer» verfammlung wär als Vertreter der Reichsregie- rüng Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald ferner zahlreiche Vertreter der preußischen Re­gierung, so Landwirtschaftsminister Steiger, Ju­stizminister Schmidt, Wohlfahrtsminister Hirtsiefer Finanzminister Klepper, Kultusminister Grimme und Staatssekretär Dr. Weismann.

Die Zentrumsfraktionen des Landtags und des Reichstages waren nahezu vollständig er­schienen und legten wie die Regierungsvertreter Kränze an der Bahre nieder. Für den in Gens weilenden Reichskanzler wurde ein Kranz mit einer Schleife in den Reichsfarben und mit den AufschriftDer Reichskanzler" niedergelegt. B i - fcfcof D r. Schreiber hielt das Seelenamt.

Der Kampf im fernen Osten.

Der amerikanische Staatssekretär Stimson hat hinsichtlich der Einstellung der Feindseligkeiten im fernen Osten Gegenvorschläge ausgearbeitet, die am Montag in Tokio überreicht werden sollen. Stimson hat u. a. getrennte Behandlung der Mandschureifrage in Aussicht gestellt.

Aus Genf wird gemeldet:

Dem Generalsekretär des Völkerbundes ist am Sonntag eine neue Erklärung der japanischen Re­gierung übermittelt worden. In ihr wird noch­mals der bereits bekannte japanische Standpunkt über Ursache und Entwicklung des fern-östlichen Streites dargelegt. Die japanische Regierung wiederholt bann, baß sie keine politischen Ziele in Schanghai verfolge und die Interessen der übri­gen Mächte nicht verletzen wolle.

Japans Plan einer Demilitarisierung bestimmter Zonen in China,

wtb. Tokio, 8. Februar. (Eig. Meld.) Ein Vertreter des Außenministeriums erklärte, Japan habe die Mächte wegen seines Vorschlages, die bedeutendsten chinesischen Handelshäfen und die Mandschurei zu entmilitarisieren, noch nicht son­diert. Japans Vertreter im Auslande seien aber angewiesen worden, bei günstiger Gelegenheit die Frage zur Sprache zu bringen. Der Vorschlag geht dahin, entmilitarisierte Zonen von 24 bis 36 Kilometer Durchmesser um die wichtigsten Handelsplätze Chinas zu schaffen, besonders um Schanghai, Hankau, Tientsin, Kantung und Tfching- tau. Die Mandschurei würde ebenfqllse nt- militarisiert werden. Ein Teil der besser disziplinierten chinesischen Truppen könnte jedoch als Polizei verwendet werden.

Zum Vorschlag Tardieus.

wtb. Paris, 8. Febr. (Eig. Meld.) Die Press' sucht, soweit sie der Regierungsmehrheit ange­hört, mit allen Mitteln die öffentliche Meinung der Welt für den französischen Vorschlag zu interes­sieren, jedoch wächst die Zahl derer, die ihn für u n v o l l k o m me n halten.

R e p u b l i q u e meint, die Forderung nach Jntemationalifierunz der Luftschiffahrt müsse ge­krönt werden durch eine sofortige gleichzeitige Verminderung aller Rüstungen einschließlich der französischen.

Im Populaire fordert Leon Blum, daß die internationale Regie der HandelAuftflotte be­gleitet sein müsse von der Abschaffung oder der Internationalisierung der Militär- flugzeuge, anderenfalls stellte die Interna­tionalisierung der Handelsluftflotte ein« einsei-

Sic John Simfon

das Wort. Er wies auf die Unterschiede des Rüstungsstandes in den einzelnen Ländern hin und beantragte die Einsetzung eines Stich­tages als Ausgangspunkt für die Abrüstungs­konferenz. Der englische Vertreter bekämpfte die französische Sicherheitsthese',- er anerkannte das Schema des Konventionsentwurfes als Diskus­sionsgrundlage. Im weiteren Verlauf seiner Aus­führungen legt der großbritannische Vertreter b e- sonderen Wert auf die Abschaffung des Gaskrieges und b er Untersee­boot e.

Zum Schluß seiner Rede erklärte Simon: Wir nehmen als Grundlage der künftigen Verhandlun­gen das allgemeine Schema des Konventionsent­wurfes und die Methoden der Rüstungsbegrenzung durch die Aufftellung von Höchstziffern auf Grund dieses Entwurfes an. Wir sind für die Ei n f e t- zung einer ständigen Abrüstungs­kommission. Wir verlangen die Abschaffung des Gas- und chemischen Krieges, ebenso die Ab­schaffung der Unterseeboote. Wir wenden unsere besondere Aufmerksamkeit solchen Verboten oder Beschränkungen zu,, die geeignet sind, die Angriffs- whlgkeit zu schwächen und dadurch zu versu­chen, die Angriffe zu beseitigen.

Tardieus Rede.

wtb. Genf, 8. Febr. (Eig. Meldg.). Nach Ser französischen Uebersetzung der Rede Simons, der während seiner Rede verschiedentlich und am Schluß besonders lebhaft Beifall geklattcht wurde, bestieg der französische Minister Tardieu die Red­nertribüne. Tardieu betonte zu Anfang seiner Ausführungen, die Aufgabe der Konferenz, eine Beschränkung und Herabsetzung der Rüstungen vorzubereiten, könne nur unter 4 Bedingungen er­folgen. , Zunächst müsse die Sicherheit vorhanden

Z. Durchführung gemeinsamer Aktionen mußte gewährleistet sein, die geographische Laae und die besonderen Verhältnisse müßten berücksich­tigt werden.

Die Bedingungen, unter denen ein« Beschrän­kung und Herabsetzung der Rüstungen erfolgen könne, seien je nach den Umständen verschieden In diesem Zusammenhang erklärte Tardieu- Gleich­berechtigung bedeute nicht Gleichmacherei.

Sicherung des Friedens und Herabsetzung der Rastungen seien nur möglich, wenn ein allqe- meines Sicherheits- und Garantie- f y st e m, das für alle Staaten verbindlich sei, ein- gefuhrt werde. Dieser Aufgabe dienten die von der französischen Delegation vorgelegten Vorschläge. , 5?rr;rieu entwickelte dann im einzelnen die französische These. Der Artikel 8 des Völkerbunds­paktes behandele nicht nur die Regelung der- ^.'su^sstage, sondern auch die Schaffung kollektiver Sicherheit. Der Artikel 8 sei ein unteilbares Ganzes. Eine Beschränkung und Herabsetzung der Rüstungen sei nur möglich, wenn gleichzeitig der nach französischer Auffassung erforderliche Aus­bau der Sicherheitsorganisation des Völkerbundes erfolge.

Frankreich, das bereits eine Herabsetzung feiner Rüstungen vorgenommen hab», sei bereit, f ü r eine ganz bestimmte Zeit eine Begren­zung feines augenblicklichen Rüstungsstandes ohne besondere Bedingungen anzunehmen.

Tardieu begrüßte dann den Standpunkt der französischen Regierung. Die Rüstungen. lasien schwer auf der Bevölkerung Frankreichs. Im Vergleich zmn Jahre 1913 habe Frankreich seine Effektivbestände um ein Viertel, die Zahl feiner Einheiten um die Hälfte und die Dienstzeit um M>ei Drittel gekürzt, im Gegensatz zu anderen Staaten, die ihre Rüstungen verstärkt hätten. Im Jahre 1919 hätten Großbritannien und die Ver­einigten Staaten in einer feierlichen Erklärung anerkannt, daß Frankreichs Sicherheit ungenügend &Da» französische Volk wolle nichts anderes als ____Schutz und die Sicherheit feiner Grenzen. Bfranfreid) habe stets eine großmütige Gesinnung ««migt, so z. B. als es im Jahre 1930 5 Jahre »or dem im Versailler Vertrag festgesetzten Termin ein Vfand aus seiner Hand gegeben habe. (Tar- Lieu meint die Rheinlandräumung.) Aus Tardieus Ausführungen ging hervor, daß die französische De­legation die Annahme ihres Programms als eine

Autzenminisiers.

Seif Sonntag abend weilt Dr. Brüning, der deutsche Kanzler, in Genf, zur Abrüstungs- Konferenz. Herr Dr. Brüning traf in Beglei­tung des Staatssekretärs von Bülow und des Ministerialsekretärs Zechlin in Genf ein, wo er von einer Menschenansammlung mit lebhaften Hochrufen begrüßt wurde, nachdem ihm schon unterwegs Ovationen bereitet worden waren, füz. D. im schweizerischen Freiburg von einer Gruppe von Theologiestudenten. Der deutsche Gesandte in Bern, Adolf Müller, der sich feit einigen Tagen in Genf aufhält, war ihm nach Freiburg entgegengefahren.

Die Generalaussprach e über die all­gemeine Abrüstung hat am Montag früh be­gonnen. Die Delegierten sind vollzählig vertre­ten. In der ersten Reihe, unmittelbar vorder Präsidententribüne hat der deutsche Reichskanz­ler Dr. Brüning Platz genommen.

Um 10.15 Uhr erteilte der Präsident dem Vertreter Großbritanniens, Außen­minister.

Grubenunglück in Belgien.

20 Todesopfer.

Am Sonntagmorgen ereignete sich durch schlagende Wetter in einem Bergwerk bei Marchiennes au Pont in der Nähe von Charleroi (Belgien) in 1250 Meter Tiefe ein Bergwerksunglück. Von 26 betroffenen Bergleuten wurden bisher 8 in schwerverletztem Zustand geborgen. Die anderen 18 sind noch verschüttet. Es besteht kaum noch Hoffnung, sie lebend zu bergen,

Die Eingeschlossenen befinden sich zwischen zwei Bruchstrecken, wo sie wahrscheinlich in der erstickenden Temperatur von 60 Grad bereits umgekommen sein dürf­ten. Mit welcher Wucht die, Explosion erfolgt ist, zeigt die Tatsache, daß 300 Meter von der Unglücksftelle ent­fernt, eine völlig verkohlte Pferdeleiche gefunden wurde. Zwei von den geborgenen schwer verletzten Bergleuten sind bereits gestorben, so daß mit insgesamt 20 To­ten zu rechnen sein dürfte.