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Fuldaer Schweinemarkt.

sa Fulda. K. Februar. Zum heutigen Schweine- markt waren 147 Ferkel und 2 Läufer ausgetrieben. Dl- Preise betrugen bei Ferkeln bis zu 6 Wochen 6, bis zu.8 Wochen 10 und bis zu 13 Wochen 14 RM. durch­schnittlich le nach Qualität. Für Läufer wurden 40 RM. bezahlt. — Beginn des Schweinemarktes am 13. Februar um 8 Uhr. Der Auftrieb beginnt um 7.30 Uhr. Er darf nur durch die Schlachthausgasse (Durch­fahrt beim Gai'thos „Zur Sonne") erfolgen. "

* Blutiger Streik-Krawall auf einem oftpreu- ßischen Gut. Bei einem Streik, der Landarbeiter bei Gutsbesitzer Müller in Schröterlau ken bei Trakehnen wurden Freitagmorgen die ord­nungsmäßig vom Arbeitsamt überwiesenen Ar-

Jch bin so erregt, bah ich fast vergesse, die Schnur abzubremsen. Da, nach vielleicht dreißig Meter Flucht tritt für einen Augenblick Ruhe ein. Letzt spüre ich, daß meine Knie zittern von einem dumpfen Schrecken, der mich plötzlich beim Anblick des schwarzen, unbekann» ten, riesigen Wesens überfallen hat. Was ist es? Ich weiß es nicht. Aber das weiß ich, daß ich nicht locker lassen werde.

Für Augenblicke spannte sich die starke Tarpon- schnür so, daß ich glaube, sie müsse wie eine Saite singen. Aber sie hält. Eine andere Frage ist, ob ich selbst den Kampf gegen die Riesenkraft aushalte, die da unten in der Tiefe der schwarzen Flut lebendig und wirksam ist. Wieder muß ich Schnur geben, ich darf nicht Gerte und Leine Überspannen, der Fisch ist für mich verloren, sobald ich versuche, das wütende Tier mit roher Gewalt zu erbeuten. Immer ungebärdiger führt sich nun der unbekannte Gegner auf. Er bohrt sich in die Tiefe, liegt eine Weile still, ich zerre ihn auf. Da schießt er unerwartet an die Oberfläche, Gischt schäumt auf, wieder surrt die Rolle- Ich muß dem Gegner folgen, stromauf, stromab. Unmöglich, seiner wilden Kraft zu widerstehen.

So vergehen fast zwei Stunden.. Meine »eine zit­tern von dem Ueb ermaß der Anstrengungen. Auch die Arme schmerzen. Lange darf es nicht mehr dauern. Run hat sich der Riese auf den Grund gelegt. Will er aüsruhen? Läßt seine Kraft nach? Das gibt neuen Mut. Wieder treibe ich ihn in den Kampf: Rach einer weiteren Stunde bin ich endlich soweit, daß ich ihn herandrillen kann. Er folgt schwerfällig dem Zug; wie ein unter Wasser treibender Baumstamm wirkt er, den man versehentlich gehakt hat.

Run erkenne ich seine Umrisse und denke erlöst, do ich endlich den Räuber vor mir sehe: Ein Wels, ein riesiger Wels,, wie wir ihn einmal in einem 35 Pfund schweren Exemplar aus der unteren Donau holten. Aber dieser hier ist viel schwerer. Wie ihn landen? Das Gewicht dieses Körpers trägt keine Angelschnur, sobald der Fischleib aus dem Wasser ragt. So tut ich das einzige, was mir übrig bleibt. Ich ziehe die Pistole und jage zwei Kugeln in den ungeschlachten Kopf des Tieres.

Roch einmal peitscht der Rief« dos Wasser, tut einen Schlag, schießt zurück in die Tiefe, kämpft verzweifelt. Roch einmal reißt er zwanzig, dreißig Meter Schnur

Das englische A-Boot-Wrack.

Taucher fanden Flugzeugraum und Turmluke offen.

Londoner Blättern zufolge haben Taucher, die das Wrack des gesunkenen Unterseebootes M 2 untersucht haben, berichtet, daß es mit dem check im Sand ver­sunken ist, während der Bug über dem Meeresboden steht. Die Taucher waren imstande, unter. den. Bug des Bootes sich zu begeben, was ihre Ausgabe, bei einem Hebungsversuch Trossen unter das Wrack zu fegen, sehr erleichtern wird.

Diese Mitteilung der Taucher bestätigt die vor einer Woche gemachten Angaben des Kapitäns eines Damp­fers, der berichtet hatte, er habe an dem Unglückstage an der betreffenden Stelle gesehen, wie das Untersee­boot mit dem Heck zuerst in den Wellen verschwand.

Nach einer Mitteilung der englischen Admiralität ha­ben die Taucher, die zu dem gesunkenen Unterseeboot M 2 vordrangen, die Tür zu dem Raum, wo das Flug­zeug untergebra<f)t war, und auch das obere Einsteig- loch in dem Beobachtungsturm des U-Bootes offen- st eh end gefunden. Die anderen Einsteiglöcher wa­ren geschlossen. Die Rettungsarbeiten sollen fortgesetzt werden.

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Neber der Unfallstelle wurde am Freitag ein IraU- erzottesdien st abgehalten.

Kampf mit einem Riesen.

Ein Angler-Erlebnis in der Nordmandschurei, von Joseph M. Vetter.

Bier Tagereisen trennten uns noch von den Kohlen­bergwerken von Sansin und Sungarl. Von Ringuta aus waren wir nordwestlich den Mutankiang abwärts gezo­gen und lagerten nun unweit eines kleinen, von Mausen uttb Koreanern bewohnten Dörfchens, das auf unseren Korten nicht verzeichnet war und von den Mausen Schan- waitsi genannt wurde.

Es war Im Spätherbst. Die Berge zogen sich zu un­serer Linken in langer Kette hin, von gilbenden Ahornen, Schwarzbirken und dunklen Nadelwäldern bestanden. Leuchtend mischte sich das flammende Gelb dahurischer Eichen dazwischen. Zur Rechten öffneten sich lichtere Tä­ler, menschenleer, stumm, von einem sonderbar wesen­losen, bedrückenden Schweigen erfüllt.

Hier erlebte ich einen der aufregendsten Kämpfe un- ftrer abenteuerlichen Jagdfahrt. Wie öfters in den letzten Tagen, richtete ich im späten Nachmittag das schwere Spinnangelzeug, während mein Gefährte Jmguill mit unserem russischen Begleiter Semjon Pawlowitsch Pje- troff zu einer Jagdstreife dem Tal zustrebte, dessen Aus­läufer bis zu unserem Lagerplatz heranreichte.

Ich wanderte uferabwärts, von dem berauschenden Gefühl jener pochenden Dorsrmrde erfüllt, das wohl kei­nem leidenschaftlichen Jäger oder Angler fremd ist. Nicht lange bauerte es, und der silberblinkende Schleuderspin­ner, von dem federnden Schwung der Gerte geschnellt, flog in weitem Bogen über die Fläche, um etwa 40 Me­ter unterhalb ins Wasser zu tauchen. Einrollend hob und senkte sich die Gerte. Silbern kam der blitzende Kö- der durchs Wasser gezogen, verhielt spielerisch, taumelte, einem kranken Fisch gleich, in die Tiefe, schnellte vor- märts — nun kam er gleichmäßig spinnend heran. Kein Anbiß. Immer wieder flog er hinaus, suchte das Wasser ab. Nichts rührte sich. Und doch wußten wir, daß starke Hechte und Salme hier standen. Langsam zog ich flußabwärts. m

Eine Stunde verrinnt. In den Weldenbuschen am Ufer, Im Röhricht flüstert es. Das Blau des herbstlichen Himmels wird fahl, grünlich, jenseits, über dem dunklen Höhenzug, taucht die Scheibe des Mondes auf. Aus dem

Fuldaer Vuttermartt.

— Fulda, 6. Februar. Am heutigen Buttermarkt bezahlte man für das Pfund Landbutter durchschnittlich 1.— bis 1.10 Mk. Eier wurden für 7 Pf. je Stück verkauft.

Wie die Wiener Blätter melden, ist zwischen Gastein und Mallnitz in den Hohentauern ein Teil des A n ko g e l g ip s e l s aügesturzt. Das den Alpen-Besuchern wohlbekannte charak­teristische Horn des Ankoael ist dadurch verschwun­den. Durch den Gesteinssturz ist niemand zuscha­dengekommen.

Verbrecher, die in einem Auto fuhren, schossen mit einem Maschinengewehr in dem Washing­toner Vorort Ta k a m a Park zwet Machen und in einem anderen Stadtteil einen Mann nie­der.

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Am Freitag wurde das Urteil im Jed- wabnoer Landfriedensbruch - Pro- zeß verkündet. Der Hauptangeklagte Demürowitz erhielt ein Jahr Gefängnis, elf wertere sechs ins zehn Monate. 93 Angeklagte wurden freigesprochen.

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Der stellvertretende Direktor der ßanbftänbigen Bank in Bautzen hat sich erschossen, weil er Unregelmäßigkeiten bei einer Wohlfahrtsorganisation, deren Kassierer er war, begangen hatte. '

aus aller Welk.

beitswilligen von Streikenden überfallen. Ein Ar- »eiter Dierkes aus Gumbinnen wurde dabei ge­tötet, ein anderer, der Arbeiter Hans Babbel, wurde schwer verletzt und befindet sich im Gumbinner Kreiskrankenhaus.

* Kommunistische Kundgebungen in amerikani­schen Städten. Am Donnerstagnachmittag ver- anstalteten die Kommunisten in allen größeren Städten der Vereinigten Staaten Kundgebungen. In Newyork zogen mehrere tausend Personen mit roten Fahnen zum Rathaus, das von einem star­ken Polizeiaufgebot besetzt war. Die Kommuni­sten wurden am Eindringen in das Gebäude ver­hindert. In Philadelphia mußten 500 Polizisten aufgeboten werden, um das Rathaus zu schützen. Auch in Washington wurde ein starkes Polizei­aufgebot bereitgestellt, um ein Vordringen der De­monstranten gegen das Weiße Haus zu verhin­dern. In Chicago fanden mehrere kommunistische Massenversammlungen statt. An einigen Stellen wurden Tränengasbomben verwendet, um die Menge zu zerstreuen.

Neues in Kürze.

In Nauen wurden 34 Kommunisten festge­nommen, die sich dort aus der Umgebung einge­funden hatten, um eine nationalsozialistische Ver­sammlung zu überfallen.

Am Freitag ereignete sich in Dresden eine Familientragödie. Ein Polizeibeamter gab auf seine Frau und seine beiden Kinder meh­rere Schüsse ab, wodurch die Ehefrau und ein Kind getötet und das andere Kind schwer verletzt wurde. Er selbst verletzte sich nach vollbrachter Tat durch einen Schuß sehr schwer. .

Begebenheiten

Polizei-Auto verunglückt.

ein staatsanwattschastsrat getötet.

Mehrere Richter schwer verletzt.

Auf der Chaussee zwischen R a t h e n o w und B er- (in trug sich ein schweres Autounglück zu. Ein Pott- zeiauto, das zu einer Uebungsfahrt ausgefahren war, und mit Staatsanwällen und Amtsgerichtsraten sowie einem Polizeibeamten als Fahrlehrer besetzt war, geriet auf der Rückfahrt zwischen Rathenow und Berlin auf den Sommerweg und stürzte dabei um. Der Derkehrs- dezernent bei der Staatsanwaltschaft I Berlin, Staats­anwaltschaftsrat Dr. Lettner, ist dabei tödlich ver­unglückt. Die anderen Infaffen, Amtsgerichtsrat Dr. Eronheim, ein Verkehrsrichter, Staatsanwaltschaftsrat Dr. Wolf und Amtsanwalt Brehm, der am Steuer des Autos saß, wurden schwer verletzt und in die Berliner Universitätsklinik eingeliefert. Ämtsgerichtsrat Förster tarn mit einem Nervenchok davon.

Zwei Todesopfer einer Motorfohrl.

wtb. Wermelskirchen, 6. Febr. (Gig. Meld.) Ein Motorradfahrer aus Remscheid mit einer Frau auf dem Soziussitz wurde gestern abend von einem Kölner Kraft­wagen A>erfahren. Die Frau war auf der Stelle tot. Der Motorradfahrer starb bald daraus im Krankenhaus, während der Führer des Kastwagens schwere Verletzun­gen davontrug.

* 3n seinem Auto bei lebendigem Leibe ver­brannt. Bei lebendigem Leibe verbrannt ist auf der Chaussee von Herten der Oberstadtsekretär An­ton Brinkmann aus Buer. Er hatte mit sei­nem Wagen eine Fahrt nach Herten gemacht, von der er nach Mitternacht zurückkehrte. In der Nähe des Schlosses Westerholt fuhr er gegen einen Chausseebaum, wobei der Wagen in Brand geriet. Brinkmann, der sich nicht rechtzeitig aus dem Wa­gen befreien konnte, kam in den Flammen um.

* Hohe Zuchthausstrafen im Essener fiornmu- nisten-prozeß. In dem Prozeß gegen die 12 Es­sener Kommunisten, die in der Nacht.zum 14. März 1931 einen Feuerüberfall auf einen Trupp von einer Versammlung heimckehrenider N at i o n a l s vz i a l i st e n verübt und dabei einen 18jähr. SA.-Mmm, den Anstreicherlehrling Fel- aendreher erschossen hatten, wurde am Freitag nachmittag nach mehrtägiger. Verhandlung das Ur­teil verkündet. Die Angeklagten Zingel und Wolff werden wegen gemeinschaftlichen Totschlages in Verbindung mit versuchtem Totschlag, Raufhan- del, verschiedener Waffendelikte und Geheimbün­delei zu se 10 Jahren 3 Monaten Z ucht- Haus verurteilt. Die Angeklagten Verseck und Schuler wegen derselben Delikte zuje8Jahren 3 Monaten Zuchthaus. Von den übrigen Angeklagten werden 6 zu Gefängnisstrafen von 5 Monaten bis 3 Jahren verurteilt, während zwei freigesprochen werden. Den ersten vier Angeklag­ten werden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren aberkannt.

Berliner Schallerverkehr.

wtb. Berlin, 6. Febr. (Eig. Meld.) Zum Wochen- schluß zeigte die Spekulation im heutigen Telesonverkehr wieder Realisationsneigung, zumal aus der Politik und der Wirtschaft keine neuen Anregungen Vor­lagen. Die Auslandsbörsen meldeten eher schwächere Kurse, und nur die deutschen Werte in Amsterdam wa- ren zum Teil noch etwas fester. Da aber das Difagiß zwischen den Auslandskursen und der hiesigen Berner- tung häufig bis zu 20 Prozent beträgt, ist ein direkter Einfluß auf die Tendenz in Deutschland gehandelter Kurse derselben Gesellschaft nicht unbedingt notwendig. Geschäft bestand nur in ganz wenigen Papieren und das in Publikumskreisen zweifelsohne noch vorhandene An­lagebedürfnis hielt sich offenbar heute stärker zurück. Man diskutierte weiterhin die englischen Zollmaßnahmen, die bei der Besprechung des Finanzetats in Preußen auf­tretenden Schwierigkeiten, die Rätsel um die Wage- mann-Reformpläne und die Fragen der Bankensanie- rung. Letztere sind bekanntlich durch die Reise des Kanz­lers etwas zurückgestellt, man glaubt aber, daß hier­durch auch gleich andere Absichten verwirklicht werden könnten, die sich auf das Verhältnis der Banken zur Börse erstrecken. . Angeblich soll _ auch in Deutschland nach amerikanischem Vorbild an eine Teilung der Ban­ken in Depositen- und Effektenbanken oder wie man es nennen will, gedacht fein. Hauptsache ist jedenfalls, daß die Kurse fast aller Werte auch heute ab« geschwächt sind. Eine Befestigung in den gestrigen Nachmittagsstunden führte man auf Deckungen der Ta- gesspekulation zurück. Aber selbst gegen die niedrigen Kurse von gestern mittag lagen die meisten Werte noch 1—2 Prozent gedrückt. Die einzige Ausnahme bildeten Ehade-Aktien, die gegen gestern mittag etwa 3 Mark gewannen. Svenska waren dagegen in gleichem Aus­maße abgeschwächt. Von den übrigen Märkten ist nichts besonderes zu berichten. Bankaktien lagen »«• änderten! Niveau vernachlässigt. Auch in festver­zinslichen Werten war das Geschäft recht klein, selbst in denjenigen Werten, die in den letzten, Tagen etwas bevorzugt waren, zeigte sich eher Realisati­onsneigung. Nur deutsche Anleihen und Reichs- bahnvorzugsaktien waren relativ behauptet.

— Gew agier Wegemann-Plan.

neuen deutschen Währungssystems ist aber auch so lange nicht zweckmäßig, als über die Äustauschmoglichkeiten zwischen diesem und den zerrütteten Weitwährungen nicht >ie geringste Voraussicht besteht. Die Golddeckungsvor- chläge hangen völlig in der Lust, so lange das Gold in­ternational seine wahrungstechnische Bestimmung einge­büßt hat. Die Trennung von Konsumenten- und Produ- zentengeld ist bereits theoretisch anfechtbar, praktisch aber zum mindesten gänzlich unnötig. Sehr richtig weist Wa- lemann darauf hin, daß ja auch vor dem Krieg etwa 16 Prozent des Geldumlaufs, nämlich die Reichskassen­cheine, nur durch einen öffentlichen Kredit gedeckt wa­ren; in England sind ja bekanntlich über 5 Milliarden Mark Geld nur durch einen Staatskredit gedeckt. Aber das besagt noch nichts dafür, daß eine solche Aenderung der Währungsbestimmungen gerade jetzt erfolgen sollte. Später wird sie in irgend einer Form wohl kommen müssen, aber ganz international, denn die Wiederherstel­lung der alten Goldwährung erscheint praktisch schwer zu verwirklichen. Aber es besteht kein Anlaß für Deutsch- land, jetzt bereits einseitig vorzugehen, ohne daß man ieht wie sich denn wohl einmal die Wiederherstellung >er Ordnung in den zahlreichen Währungen vollziehen wird. Vorerst kommen wir mit der jetzigen Handhabung des Währungsgesetzes aus. Wie gejagt: eine Stärkung des Vertrauens allein wird ganz von selbst sehr weit- tragende Auswirkungen auf den Geldverkehr haben. Bel der Empfindlichkeit des einmal gebrannten deutschen Vol- kes für Währungsdinge sollte man aber zur Zeit den Ge- danken einer allerdings schon aus anderen Gründen not- wendigen Abänderung des Bank- und Währungsgesetzes von 1924 ruhen lassen. Andererseits sollte aber auch das Publikum die aus wissenschaftlichen Gesichtspunkten not­wendigen Erörterungen der Währungsfragen unter fre< leuten in ihrer praktischen Bedeutung nicht überschätz

Die Mrtschafi der Woche

Don Dr. A. Noll. Frankfurt a. M.

Wiederbelebung der Kaufkraft. •

Die Reparationsfrage ist in den Hintergrund getreten, da die politische Entwirrung im Augenblick doch unmög­lich erscheint. Das ist einerseits ein Nachteil, weil gerade die Ungewißheit viel stärker auf der Wirtschaft lastet und sie hemmt als die vollendete Tatsache, aber andererseits macht jeder Tag der Verzögerung das deutsche „Wir kön­nen nicht mehr" endgültiger und unwiderruflicher. Die Wett gewöhnt sich an die Nichtzahlung. Aber damit kann es nicht getan bleiben. Die „Bombe" ist zwar geplatzt, sowohl hinsichtlich der Reparationen wie der Kriegsschul­den wie auch der gefährlichen französischen kurzfristigen Auslandskredite. Auch diese letzteren, die einen so ent- scheidenden Teil an der Katastrophe des Juli hatten, sind nun bereits weitgehend als Störungs- und Krisenherd ausgeschattet; Amerika sieht jetzt nicht nur den weiteren französischen Abziehungen gelassen zu, sondern es ermun­tert Frankreich sogar, seine Kredite zurückzuziehen, damit endlich dieser Alp von der Wett verschwinde. Damit sind nun aber tatsächlich drei der bedeutendsten Ursachen der Krise zwar nicht endgültig beseitigt, aber in ihrer prakti­schen Auswirkung so weit der gefährlichsten Bedrohung beraubt, daß für die Weltwirtschaft als Ganzes der bis­herige schlimmste Krisenabschnitt als im Auslauf befindlich angesehen werden kann. Unter der Voraussetzung, daß nicht von anderer Seite her, etwa von der politisch-mili­tärischen, neue Verwicklungen und Katastrophen ent­fielen, scheint der Zeitpunkt gekommen zu sein, die Mag- Nchkeit einer Rückbildung der Krise nicht nur ins Auge zu fassen, sondern auch mit geeigneten Maßnahmen auf eine solche hinzuarbeiten.

Es wurde bereits in der vorigen Woche ausgeführt, daß Amerika sich entschlossen einer Wirtschaftspolitik zu- wendet ,die eine Bekämpfung der Deflation zum Ziele hat. Die Erkenntnis, daß die Deflation genau so zerstö­rend wirkt wie die Inflation, ist ja allmählich durch die Tatsachen gefördert worden. Der neuerdings vielgenannte Präsident des Statistischen Reichsamts. Wagemann, hat noch einmal treffend das wesentliche Merkmal dieser bei­den Störungen des Wirtschaftslebens gekennzeichnet: in der Inflation gibt es viel Geld, aber es hat wenig Wert; in der Deflation hat das Geld einen hohen Wert, aber man hat es nicht. Die Umkehr von einer wirtschaftlichen Entwicklung, die die gesamtwirtschaftliche Betätigung wie die Einkommen und die Lebenshaltung immer mehr zu- sammenpreßt, ist eine ganz selbstverständliche Notwendig­keit, die aber einmal nur zum geeigneten Zeitpunkt be­gonnen werden kann und zum anderen nur mit den ge­eigneten Mitteln. Bezüglich des Zeitpunktes bestehen heute, wie eingangs gesagt, wesentliche Voraussetzungen, wenn auch bei weitem noch nicht olle. Bezüglich der Mtttel ist seit langem ein Streit darüber entbrannt, ob die Bekämpfung der Deflation nicht die Austreibung des Teufels durch Beelzebub fei, ob sie nicht zur Inflation führe. _____

Es kann nun kein Zweifel darüber bestehen, daß viele I der unberufenen Vorschläge zur Behebung der Krise von der Geldseite her eine solche Gefahr heraufbeschworen; sie haben daher gänzlich außer Betracht zu bleiben.. Es kann andererseits aber ebenfalls kein Zweifel darüber bestehen, daß geldpolitische Maßnahmen möglich sind, die mit Inflation nicht das geringste zu tun haben. Dies­bezüglich müssen wir uns eines besonderen Umstandes erinnern, der vielfach außer acht gelassen wird.

Nicht als Ursache, aber in stärkstem Maße krtsenver- schärfend hat die Geldentwertung gewirkt, die in verschie­denen Formen erfolgt ist und einen ganz außerordent­lichen Umfang erreicht hat. Die Hamsterung erfolgt sowohl beim Einzelnen, der Bank- oder Sparguthaben abgezogen hat, als auch bei dem, der überhaupt größere Barbeträge zuHause liegen läßt als früher. Sie erfolgt weiter dadurch, daß auch alle Banken heute größere Barbeträge halten als vor der Krise des 13. Juli, und schließlich ist auch I eine besondere Form des Hamsterns die Verminderung der Umlaufsqeschwindigkeit des Geldes. Es wird heute viel mehr Geld gebraucht, obwohl weniger Zahlungen in der Volkswirtschaft zu machen sind. Dadurch werden I aber die Deckungsunterlagen der Geldschöpfung weit mehr als notwendig in Anspruch genommen Die Geldhamste- rung m Deutschland wurde von den Vertretern der Still- baitegläubiger auf etwa eine Milliarde Mark geschätzt;

I über die Bargeldhortung bei den Banken läßt sich im Augenblick noch kein Ueberblirf gewinnen: die gesamte

I Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes aber dürfte um etwa ein Drittel abgenömmen haben. Es ist nun das Ent­scheidende, das Hamstergeld herauszuholen und die Geld- umlaufsaeschwindigkeit wieder zu steigern. Beides würde für die Wirtschaft eine Kaufkraftbelebung bedeuten, die

I bei dem mehrfachen Umschlag des Geldes Milliardenbe­träge ausmacht. Ein solcher Erfolg ist aber nur durch Stärkung des Vertrauens zu erreichen, nicht aber durch „Maßnahmen" und Projekte, denn das Geld laßt sich nicht kommandieren.

Zu Unrecht ist der Plan des Präsidenten Wagemann in eine Reihe mit vielen anderen Vorschlägen gestellt worden. Er ist zweifellos der bedeutendste neuere Bei­trag zur Geldfrage. Er hat das Verdienst, nachdrücklich auf die große Bedeutung des Giralgeldes, des Buch­gelds, in ber modernen Wirtschaft hingewiesen zu haben.

IiEr wird für die weiteren Gelddiskussionen, an denen sich allerdings keine Stümper beteiligen sollten, eine sehr wich­tige Grundlage bilden. Aber zur Ausführung wird er in dieser Form nicht kommen, wie alle großen Pläne erst eine starke Abwandlung und Läuterung erfahren haben. Er ist im Augenblick auch gar nicht notwendig, weil auch er da Wesentliche ,die Herstellung des Ber- trauens, nicht gewährleisten kann. Der Aufbau eines

Letzte Nachrichten.

Die Abrüstungs-Konferenz.

Der Verlauf der heutige» BolMuug,

wtb. Senf, 6. Februar. (Eig. Meld.) Im weiteren Verlauf der Abrüstungskundgebung sprach Lord Cecil! für die internationale Vereinigung der Völkerbundsligen. Er beschränkte sich auf die Erläuterung der im vorigen Jahre auf der Buda­pester Tagung angenommenen Entschließung, dir eine 25prozentige Herabsetzung der Rüstungöaus- gaben fordert. Von starkem Beifall begrüßt, »er­langte der ehemalige Minister Dandervelde dl? vollständige, allgemeine und ko n- troklierte Abrüstung, Aufhebung der Unterscheidungen zwischen Steger und Besiegten, Aufrechterhaltung der aufgezwun- genen Abrüstung, aber Ausdehnung auf alle Länder und schließlich interna, ti anale Kontrolle. Das seien die Gedanken, die der Aktion des internationalen demokratischen Sozialismus für die Abrüstung die Richtung ge­ben. Ms Vertreter des internationalen Gewerk- schaftSbundes trat als letzter Redner der Fran­zose Jouon entschieden für die allge- meine Abrüstung ein und betonte, daß Sicherheit schon bestehe.______

in Nacht ertrinkenden Walde kommen dumpfe Rufe; Eulen und Käuze beginnen ihr gespenstisches Wesen.

Meine Spinnrolle surrt. Jrmner wieder taucht der Blinker in die Flut. Kein Anbiß folgt. Ich ersetze den Blinker durch eine schwere Eolorado-Darre. So komme ich in noch größere Tiefen. Hier, wo ich einen - neuen Standplatz gewählt habe, scheint das Wasser saft still zu stehen. Schwarz, regungslos liegt es vor mir, bildet eine dunkle Bucht, deren Ufer teilweise aus blaugrauem Schlamm besteht.

Zum wievielten Male schon werfe ich die Darre aus? Die Scheibe des Mondes beginnt, ein silbernes Licht aus­zustrahlen. Soll ich aufbrechen? Da spüre ich plötzlich einen Schlag in der Gerte. Völlig unbewußt haue ich an. Es ist die selbstverständliche Reflexbewegung des Anglers, der feit Jahren die schwere Spinngerte zu füh­ren gewohnt ist. Aber auf den Anhieb folgt keinerlei Antwort. Noch einmal tue ich einen zugigen Schlag — nichts rührt sich, nur die Gerte biegt sich fast zu einem Halbkreis. Ein Hänger?

Verdrießlich gebe ich Schnur, gehe ein Stück flußab­wärts, versuche, durch Zerren an der Schnur den Blinker von dem Hindernis zu befreien. Da geschieht etwas nöl- lig unerwartetes: Ein Schlag erfolgt, der mir den Knopf der Rolle aus der Hand reißt; surrend saust Schnur ab, die Gerte wird fast bis zum Wasserspiegel gerissen. Mit fliegenden Fingern schatte ich die Knarre, die Bremse der Rolle ein. Umsonst: Die Schnur wird mit gleicher Ge­schwindigkeit weiter abgezogen. Ich bremse mit der Hand, fünfzig Meter habe ich im ganzen nur zur Ver­fügung. Plötzlich schnellt die Gerte zurück. Rasend rolle ich ein, spüre erneuten Widerstand. Ein ganz kapitaler Hecht muß es fein, der hier gehakt ist. Habe ich je einen solchen Zug an der Seine gespürt?

Schwerfällig folgt der Gegner. Sollte er sich jetzt schon geschlagen geben? Im schwachen Licht des Mondes sehe ich kaum das feine Wellenstreifchen. das die Schnur auf dem Wasserspiegel erzeugt. Langsam kommt es näher. Zittern läuft durch die Gerte, jäh biegt sie sich schärfer, eben will ich Schnur nachgeben, da wird das Wasser vor mir von einer ungeheuren Gewalt aufgewühlt. Es tut einen lauten, dumpf klatschenden Schlag, eine unge« I heure schwarze Masse schnellt sich heraus, peitscht die schwarze, ölglatte Flut auf, taucht wieder unter und rast .in die Ties«. Pfeifend fast reißt da» Tier die Schnur mit

von der Rolle, bann hört ber Widerstand auf. Ich kann den leblosen Körper in das flachere Wasser zie­hen. klammere beide Hände hinter die Stiemen, keu­chend zekre ich den schweren, massigen Körper ans Laich. Dann sinke ich vollkommen erschöpft zusammen.

So finden mich Jmguill und Semjon Pawlowitsch, die auf meine Schüsse hin mich suchten.

Der Wels, den wir anderntags in dem Dörfchen Schanwaitsi verkauften, wog 82 Pfund. In seinem In­neren fanden wir neben Fischen die Ueberregte zweier Wildgänse. -

— InsiinNsicherheii bei noch nngeschlüpsken Lücken. Die folgende interessante Beobachtung sendet dem Kos­mos das Mitglied A. Bogati in Eisenstadt (Burgenland): Eine zahme Gluckhenne war an dem Tage, als die Hühnchen schon ausschlüpfen sollten, die gier schon leichte Sprünge aufwiesen und auch schon piepsende Stimmen aus den Eiern erschallten, aus dem Nest her- ausgenommen worden, da sie in ihrem Bruteifer zu verhungern drohte. Sie nahm Nahrung zu sich, streckte und reinigte sich, da erschallten wieder mehrere Stim­men aus den Eiern. In diesem Augenblick flog eine Krähe nahe dem Fenster vorüber. Die Henne stieß ihren Warnungsruf aus, worauf alle Stimmen in den Eiern plötzlich verstummten, wie es bei den schon laufenden Hühnchen beobachtet werden kann. Erst als die Henne wieder beruhigt war und ihr Lockstimme laut werden liefe, begann das Gepiepse in den Eiern wieder. Ver­suche vor dem Fenster mit einem schwarzen Gegenstand, den die Henne für einen Vogel hatten konnte, hatten stet» das gleiche Ergebnis: Die noch nicht ausgeschlüpf­ten Küchlein verstehen also bereits die Stimme der Mutter...

— warum ist Melhylalkohol giftig? Die Frage, wo­rum Methylalkohol, im Volksmund als Holzgeist be­zeichnet, im Gegensatz zum Aethylalkohol ober Wein­geist im Körper eine so ausgesprochene Giftwirkung ent­faltet, hat sich bisher nicht befriedigend beantworten las­sen. Professor E. Reefer am Pharmakologischen Institut der Universität Rostock hat nunmehr die wichtige Ent­deckung gemacht, daß Methylalkohol im Glaskörper des Auges ftisch getöteter Kälber zu Formaldehyd orydiert I wird. Auch in der Rückenmarksflüssigkeit von Kanin­chen, denen Methylalkohol eingegeben worden war, liefe sich Formaldehyd nachweisen. u .