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er Junen

Nr.2S

Beilage zur Fuldaer Zeitung

4. Februar

gez. Br. H. Krone

gez. A. Winkler.

brauch" mit der Religion treiben!

T.

Kampfruf der jungen Front Brünings!

Neuland wurde erobert

Fahrestagung 1932 der Katholischen Jugend Deutschlands

^/zs*

Sicherlich wird auch die Fuldaer Jugend, soweit sie wahlberechtigt ist, sich zahlreich in die seht aufgelegten Liste« einkragen. Die Einzeichnungsskellen werden noch bekannt gemacht. Seit heute morgen liegen die Listen bereits in der Geschäftsstelle der Fuldaer Zeitung auf.

Unterschlagung und Schiebung vergreift, muß schnell und wirksam bestraft werden.

Wir verlangen, daß der Staat das ch r i st l i ch e Kulturgut mit allen Mitteln schützt gegen eine volksvergiftende Schmutzpresse, Schundliteratur, gegen eine erotische und das Nationale entwürdigende oder ver­fälschende Filmproduktion, woher sie auch komme.

4. Diese wirtschaftspolitischen, außen- und innenpoli­tischen Kampfforderungen und Maßnahmen der Staats­führung und aller politischer Lolkseinsatz sind nicht nur Verordnungen gegen die Not der Zeit,

hin. Die Aussprache bewegte sich auf einer geistigen Ebene, die erkennen ließ, mit welchem Ernste und Eifer die Führer der jungen Katholiken um die rechte Erkenntnis und Verwirklichung der päpstlichen Weisungen in der Gesellschaft und in der Wirtschaft sich mühen.

Am Montag hielten der Arbeitskreis für Frauen­fragen und der Kreis Gestaltung der Zeitschrift Stimmen der Jugend" ihre Sonderberatungen.

Der Ausklang der Tagung bewies aufs neue, daß trotz der (zu D. Sehriftl.) reichen Mannigfaltigkeit der Organisation und Aktion im Reiche katholischer Jugend der Wille zur starken, einheitlichen Front in den großen katholischen Aufgaben stärker denn je ist.

2lttd) hic31100110fürßitlößnbura! I Gerechtigkeit z. V. sind für ihn unwandel-

1 lUUyillUtfllUULgt | W e r t ma ß st äb e. Diesen Werten sucht er auch

Wir wollen Deutschlands Schicksal wenden! Weder Interessentenangst noch gewissenlose Massenleidenschaft, weder Hakenkreuz noch Sowjetstern führen uns aus Wirt- schoftselend und Volksnot heraus. In dieser Entschei­dungzeit sind wir die entschlossene Front der Gottgläubigkeit und der politischen Ver­antwortung. Unser politisches Handeln gilt der Be­seitigung der Not und der endgiltigen Freiheit Deutsch­lands. Darüber hinaus kämpfen w'r für eine christ­liche Neuordnung in Wirtschaft, Volk und Reich.

der religiösen Pflichten eine Gewifsenssache für jeden einzelnen ist, die er mit feinem Herrgott auszumachen hat. Was wir aber fordern, ist, daß die sog.k a t h o- l i s ch e n" R a t i o n a l s o z i a l i st e n sich einmal ganz ernst mit der Einwendung unserer Bischöfe gegen den Nationalsozialismus auseinandersetzen und nicht immer wieder mit dummen Redensarten einer klaren Entscheidung ausweichen.

Weiter müssen wir von Menschen, die wir achten sol­len, verlangen, daß sie, wenn sie sich hier alsKatholi­ken" aufspielen, nicht in protestantischer Gegend als ent­flohene ehemalige Klosterzöglinge aus­gegeben werden, um Leute, die im katholischen Kloster- lcben etwas Schreckliches sehen, zum Besuch politischer Versammlungen anzuregen. Das ist schlimmster Mißbrauch der Religion! In katholischen Ge­genden möchte man die Katholiken durch den Hinweis, was für einguter Katholik" man fei, dazu bringen, über die ganz klaren Weisungen der Bischöfe hinwegzugehen, und in anderen Gegenden sucht man die Unwissenden durch das Versprechen, man werde Enthül­lungen aus dem katholischen Klosterleben bringen, an­zulocken.

Und Leute, die s o ihre politische (?) Propaganda machen, wollen uns vorwerfen, wir würdenMiß-

schen Frauenbund), Br. Heinrich von Oerdingen, Köln (K. 23.), Wilhelm Jansen, Köln (Werkjugend). Die Leitung der Geschäftsstelle wurde Hubert Str auf, Essen, dem bisherigen 1. stellvertr. Vorsitzenden, über­tragen.

Bem bisherigen 1. Vorsitzenden, Generalpräses Msgr. L. Walker, wurde sehr lebhaft der Bank ausgesprochen für die Arbeit, die er in den Jahren seiner Führung für katholische Jugend, insbesondere aber für den Bestand der Arbeitsgemeinschaft geleistet hat. Ber Dank der Jahrestagung galt auch Georg Wagner, Düsseldorf, der seit dem Bestehen der KID die Geschäftsführung be­sorgt hat.

Am Sonntag sprach der Landtagsabgeordnete B. Letterhaus zu dem Thema:

Die Enzyklika Quabrageiimo anno und die volks­politischen und pädagogischen Konsequenzen für die katholische Jugend".

Der Redner wagte eine Gegenüberstellung der kon­kreten Weisungen der Enzyklika und der gegenwärtigen Zuständlichkeit in Wirtschaft und Gesellschaft, insbeson­dere an jenen Punkten, an denen der Einsatz der jungen Katholiken möglich und notwendig ist. Seine Ausfüh­rungen zeigten auch vorhandene Ansätze in der Arbeit der Verbände katholischer Jugend und wiesen mit aller Deut­lichkeit auf die in Angriff zu nehmenden Arbeitsgebiete

im politischen Raum Geltung zu verschaffen. Denn er empfindet es als seine Aufgabe, den erkennbaren SchöpferwillenselbstzurVerwirklichung zu bringen. Darum, weil er sich einer Idee nie ganz hingeben kann, verliert er aber doch nicht den richtigen Schwung: denn die Spannung zwischen dem, was ist und dem, was sein sollte nud sein könnte, läßt ihn nicht zur Ruhe kommen. Gerade sein Glaube macht ihm die Auf­gabe, in der Welt zu wirken, d. h. Gottes Willen dtUkch- zusetzen, doppelt drängend.

Wenn Menschen mit dieser Einstellung an die poli­tische Aufgabe heran gehen und bei anderen darauf hin­wirken, daß sie diese Verbindung zwischen Religion und Politik sehen,

mißbrauchen sie dann die Religion?

Nein! Aber derjenige mißbraucht die Religion, der sich, wenn er als nationalsozialistischer Wanderredner in katholische Gegenden kommt, alsKatholik der Tat" ausgibt, und von seinem öfteren Empfang der hl. Sa­kramente und von den religiösen Hebungen, die er treibt, spricht, nur zu dem Zweck, um für feine Partei Propaganda zu machen. Wir wollen gar nicht unter­suchen, ab diese Angaben stimmen, weil die Erfüllung

Wir wir aus führenden Kreisen der deutschen Jugend- verbände hören, besteht dort der Wunsch, sich gleichfalls an dem Ausruf zur Wiederwahl Hinden­burgs zu beteiligen und auf diese Weise dem greisen Reichspräsidenten die Verehrung und Treue der jungen Generation zum Ausdruck zu bringen. Ange­sichts der Tatsache, daß die junge Generation bei den kommenden Wahlen ungefähr 40 Proz. der Wähler stel­len wird, dürste diese Absicht von Jugendführern aller politischen und weltanschaulichen Richtungen sehr zu be­grüßen fein und einen starken Einfluß auf die Anhän­gerschaft der Jugendbünde ausüben.

Dom Windthorstbund.

Vormarsch des Mndlhocstbundes im lllstergrund.

Ballen (Krs. Gersfeld.) Man schreibt uns: Nach­dem erst kürzlich in Hilders eine Versammlung des Windthorstbundes abgehalten worden war, hatten sich Dienstag abend auch in unserem Dorfe Männer und Jungmänner, vor allem auch die Mitglieder des Gesel­lenvereins, zahlreich zu einem politischen Aussprache- aben zusammengefunden. Als Redner war der Gaufüh­rer des Gaues Fulda des Windthorstbundes erschienen, der in etwa 1 stündigen Ausführungen ein klares Bild von der politischen Sage und der Aufgabe der jungen Front Brünings gab. In der anschließenden Aussprache wurden manche Einzelfragen geklärt. Erfreulich ist es, daß sich nun auch in Batten eine wackere Schar uner­schrockener junger Männer zum Windthorstbund Batten zufammengeschlossen haben.

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Naturprodukt gegen Erkältungen! Nu' »0 Ptr-

sondern Elemente eines neuen und g e» sunden Aufbaues.

Wir wollen eine

neue volksordnung,

deren Träger die natürlichen Gliederungen: Familie, Gemeinde, Berussstand, kirchliche und kulturelle Gemein­schaft in ihrer ursprünglichen Kraft und Geltung sind. Die EnzyklikaOuadragesimo anno" weist in ihrem b e« rufs ständischen Aufbau den Weg zur Ueberwin- bung des volkstrennenden Klasfenkampfes und gibt die Grundlage für eine gesunde Gesellschafts- und Wirtschafts­ordnung.

5. Wir glauben an die Berufung und Zukunft unseres Volkes in Europa und in der Welt. In Wiederbele­bung der großen, deutschen und christlichen Vergangenheit unseres Volkes glauben wir an das große Deutsche Reich als das Herz und die Werk­statt Europas.

Deutschlands Schicksal hängt von uns ab.

Her zu uns!

Ber Reichsjugendausschuß der Deutschen Zentrums­partei.

Mißbrauch der Religion?

Man kann es immer wieder erleben, daß von den Gegnern des Zentrums der Vorwurf erhoben wird, der politische Katholizismus mißbrauche die Reli­gion für seinepolitischen Geschäfte". Be­sonders die Nationalfozialisten können dieses Schlagwort nicht oft genug wiederholen. Der "junge Wanderredner, ber der Fuldaer Jugend prophezeite, sie werde einst die Zylinderhüte vor ihm ziehen, hat diese Anschuldigung wiederholt auch gegen den Windthorstbund erhoben. Wir können ihn nach allem, was wir von seinen bisherigen Leistungen gehört haben, bei aller Anerkennung feiner rednerischen und schauspielerischen Leistungen zwar nicht mehr sehr ernst nehmen, aber seine Redewendungen ge­ben uns doch den willkommenen Anlaß, einmal ganz kurz auf den Zusammenhang zwischen Religion und Politik hinzuweisen. Zunächst ist der Stand­punkt: Religion habe mit Politik nichts zu tun, der im Gesellenhaus unter frenetischem Beifall ber nationalsozialistischen Auslese vertreten wurde, grundverkehrt. Für einen Christen darf es kein Lebensbereich geben, das von der Religion isoliert ist. Letzten Endes soll die Haltung des Christen im wirt­schaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Leben von seiner religiösen Weltanschauung bestimmt sein. Daß das in den vergangenen Jahrhunderten meist nicht der Fall war und man im Zeitalter des Liberalismus die Wirtschaft, die Politik, die Wissenschaft usw. von der Religion isolierte, ist der tiefste Grund aller Krisen.

wie steht nun der Katholik zur Politik?

Borausfchicken möchten wir, daß das Zentrum sich niemals als konfessionelle Partei, sondern stets als eine ausgesprochen politische Partei bekannt hat. Daß das Zentrum tatsächlich eine politische Partei ist, hat sich in der Nachkriegszeit deutlich gezeigt. I Bas Merkwürdige ist aber, daß die politische Haltung der j einzelnen Zentrumsleute, besonders der jungen, aus einer religiösen Grundhaltung entspringt. (Das wird nicht nur bei den Zentrumsleuten, sondern bei alten sein, die noch eine christliche oder überhaupt reli- 9 ö f e S u b ft a n 3 haben.) Sie alle kommen aus ihrer religiösen Grundhaltung zu einem Willen, in bestimmter ®et(e die Welt zu gestalten, ein Wille, ber durchaus I politisch ist. Ihre politische Haltung, ihre Entscheidun- I gen sind letzten Endes nur aus ihrer religiösen letzten B i n d un g zu verstehen. Man sage nicht, das alles sei doch gleichgültig und es mache keinen Unterschied, ob der religiöse Mensch seine Aufgabe, die ihm Gott immer mteber von neuem stellt, zu erfüllen, oder der (/religiöse Mensch sein Ziel, das er sich einmal gesteckt hat, zu verwirklichen suche. Denn es macht sehr viel aus, selbst wenn dasZiel" des letzten sich mit derAufgabe" des ersten deckt. Denn zum mindesten ist die Art, wie es erstrebt wird, v e r s ch i e d en. Der areligiöse Mensch ( bas heißt wörötlich übersetzt: ber Mensch ohne Bindungen) ist dauernd der Gefahr ausgesetzt, fein nur relativ gültiges Ziel absolut zu nehmen. (Die W e l t r e v o lu t i o n ist das Allheil­mittel für die Kommunisten, der Mensch wird ihrer Mei­nung nach nur von der Wirtschaft her bestimmt, und | »die germanischen Charakterwerte sind das Ewige" für | den Nationalsozialisten Rosenberg.) Dagegen hat der religiöse Mensch von Natur einen ausgesprochenen Sinn I für Unterscheidungen und Abgrenzungen. Wie der religiöse Mensch sein Interesse unterzuordnen versteht um des Ganzen willen, so g i b t e r s i ch z e i t- bebingten Ideeen wie Liberalismus, Sozialis­mus, Demokratie nie bedingungslos hin. Er hatMaß", ist besonnen und kann deshalb nie daraus verzichten, diese Ideen kritisch zu beurteilen, d. h. das Wahre vom Falschen darin zu scheiden. Liebe und I

1. Wir kämpfen für die Gerechtigkeit.

Alle Deutschen müssen die Not tragen. Alle ver­fügbaren Kräfte, alles, was der größte und kleinste Deutsche zu geben hat, Blut, Gut und Geld, alle Kapi­talkraft, alle Wirtschaftsführung, alle Sozialpolitik und Selbsthilfe im Volk müssen für die Rettung restlos mobil gemacht werden .

wir kämpfen für Arbeit und Brot.

Die Rückblldung von Riesenformen der Wirtschaft zu einem gesunden Mittelstand in Industrie, Ge­werbe und Handel ist eingeleitet. Wir kämpfen für eine durchsichtige, leitbare Wirtschaftsform, in der Arbeitsplatz geschaffen wird und Arbeitsleistung gesichert ist.

Neue Lebensmöglichkeiten find durch die Siedlungs­maßnahmen aufgeschlossen. In unseren Reihen lebt der Mut zur Kolonisation und der Wille zur Wiedererobe­rung des deutschen Bodens.

2. In der opfervollen Politik des Kanzlers Brüning sehen mir den

weg zur Eroberung ber deutschen Freiheit.

Wir folgen ihm auf dem Weg der Entsagung aus der gleichen, von Gott geliehenen Kraft. Nur so werden wir die Befreiung von der Belastung der Reparationen er­reichen und die Wirtschaftsnot überwinden.

Richt Inflation und Reaktion, nicht Zer­schlagung b es deutschen Sozial wertes, nicht Preisgabe blühender Provinzen die beherrschte, planmäßige Politik der Entsagung und der Gerechtigkeit sind ber wahre Weg zur beutschen Freiheit.

Gegen eine Vereitelung des Enderfolges dieses harten Weges durch innenpolitische Abenteurer wehren wir uns mit allen Kräften.

3. wir verlangen einen starken, hoheitsvollen Staat, der nicht zum Kampfplatz der Jnteresfentenhaufen herab­gewürdigt wird. Wir wollen ein klargegliedertes Reich.

Gegen die rechts- und linksb olsch ewi- stische Zersetzung,

gegen »aterlandslose Geschäftemacher fordern wir den rücksichtslosen Einsatz der staatlichen Hoheitsgewalten.

Recht und Verfassung sind die Grundla­gen der staatlichen Gemeinschaft. Sie zu er­halten und sie zur echten konservativen Demokratie zu ge­stalten, ist für uns die Vorbedingung für einen gedeih­lichen tyortbeftanö des deutschen Staatswesens.

Wer sich am Vo Itsoer mögen durch Korruption,

Die Aktionsgemeinschaft der jungen, Katholiken in Deutschland Katholische Jugend Deutschlands hielt in Haus Altenberg bei Köln ihre Jahrestagung.

Die diesjährige Tagung, zu der fast 100 verantwort­liche Führer der Bünde und Verbände erschienen waren, spiegelte die vielgestaltige und gefestigte Front des jungen Katholizismus. Alle Gruppen von der Arbeiterjugend bis zur akademischen Jugend. Mannesjugend und Frauenjugend, die größten Ver­bände und die kleinsten Bünde der Jugendbewegung, ste­hen in den gemeinsamen katholischen Aufgaben mit ei­ner, bei dieser Mannigfaltigkeit bewundernswerten Ein­mütigkeit zusammen.

Am Samstagnachmittag begann die Tagung mit dem Bericht des 1. Vorsitzenden, Generalpräses Msgr. Ludw. W o l ke r, über die Situation der jungen katholischen Bewegung im Jahre 1931, die gemeinsamen Aktionen und die großen Unternehmen der einzelnen Verbände und Bünde. Aus seinen Darlegungen ersah man mit Freuden den rüstigen Fortschritt in der Arbeit kathol. Jugend in Deutschland und die Zuversicht, daß diese Front auch die großen, in naher Zukunft bevorstehenden Aufgaben meistern und den feindl. Anstürmen von allen Seiten erfolgreich Widerstand leisten wird. 1931 hat Kathol. Jugend in Deutschland nicht nur ihre Stellung behauptet, sondern auch neue Gebiete erobert. Ein bemerkenswerter Punkt des Berichtes war z. B. die Bekämpfung der Arbeitslosennot und in Verbindung damit die Frage ber Siedlung. Gebiete, auf denen von kath. Jugend in verhältnismäßig kurzer Zeit und fast ganz aus eigener Kraft und Initiative erstaunlich viel ge­leistet wurde.

Die satzungsgemäße Neuwahl der Vorsitzen­den des Führerrates ergab folgende Zusammensetzung der Leitung der KID. für die nächsten 3 Jahre: General- präses H. Albrod, Essen (Jung-KKV ) 1. Vorsitzender. Dr. Wilh. Reiner mann, Köln (Gesellenverein) 1. stellv. Vorsitzender, Josepha Hüttenmeister, Vol­bert (Großdeutsche Jugend 2. stellv. Vvrs. General­präses Msgr. Ludwig Walker, Düsseldorf (Jungmän- nerverband) (der bisherige 1. Vorsitzende), Generalpräses Msgr. K l e n s, Düsseldorf (Jungfrauenoerband), Anna Vogt, Bendorf a. Rh. (Jugendbund im Kath. Deut-

Das vildungs-Ideal der kakhol. Jugend.

Am besten führt in die Frage über das Verhältnis ber beiden Geschlechter zueinander Hardy S ch i l g e n S. I. ein. Aus feiner reichen seelsorglichen Tätigkeit un­ter ber Jugend und aus feiner klugen psychologischen Beobachtungsgabe heraus war es ihm möglich, in diesen Dingen das rechte Wort zu finden. Offen und doch un­gemein taktvoll erörtert er die Beziehungen der Geschlech­ter zu einander. InDu und Sie" das Verhältnis zum Mädchen, inD u und C r" das zum Jungmannen. Alles, was für die Zeit vor der Ehe zu wissen nötig ist, wirb eingehenb besprochen. Man erlebt es immer wie­der, daß die beiden Bücher von Hand zu Hand gegeben werden und ganze Freundeskreise durchwandern. Man­cher sagt wohl auch:Wenn ich das doch früher gelesen hätte!" So muß man es Pater Schilpen sehr danken, daß er in so feiner Weise all die vielen Zweifel und Un- sicherhesten zu klären versteht.

Das Elend und die Unlust, die wir heute zumal in den sogenannten.Liebesbeziehungen" entdecken, rühren daher, daß der Liebesbegriff immer mehr zum Genuhbegriff herabgesunken ist, statt durch den Opfer» begriff geadelt zu fein. Dies einmal dichterisch ein­dringlich zu gestallen, unternahm Dolores Wieser in ihremS i n g e r I e i n"; die Liebesgeschichte einer jungen Seele. Ber Roman zeigt uns den Lebensweg des kleinen Hansel. Alle duftigen Blumensträuße irdischer Liebe ver­welken und verdorren chm oder eine jähe, unschöne Er­fahrung wüster, liebloser Leidenschaft knickt und zerbricht eben aufgebrochene Blüten junger ehrfürchtiger Liebe. Früh von seiner Mutter, der leidenschaftlichen Italiene­rin, verlassen, hängt er mit ganzem Herzen am Vater Aber auch der wird ihm bald genommen. Von der Base unter Bemütigungen abgewiesen, findet er liebevolle Aufnahme in der Klosterschule. Er will Priester wer­

den. Vorher aber umstrickt ihn nochmal die starke Macht irdischer Liebe. Mit seiner Geige spielt er sich in das Herz einer Hofdame. Aber enttäuscht wendet er sich ab, da er merkt, daß sie in weibischem Ehrgeiz sich von sei­ner ersten Liebe nur huldigen lassen will. Nun geht seine Liebe gradwegs auf Gott. Seine frohen Geigen­töne sind mit der Liebe zur Welt verweht und verstummt. Gänzlich leer" geworden, ist er bereitet und geöffnet für den Besitz Gottes, der bald fein junges Leben heim­holl.Schau, das ist eben das Leid der Liebe, daß man nit lieben kann, wie man rnöcht! Ist vielleicht das Schwerste und Schönste".

Ebenso könnten wir auch hierherSebastian und L e i d l i e b von Jos. Oberto fier setzen, das unter Heimat" steht. Benn auch Sebastian muß es erfahren: Solange die Liebe sich selbst nur sucht und damit irdisch bleibt, verfehlt der Liebende nicht nur sein letztes Ziel, Gott, sondern auch die irdische Liebe wird unglücklich. Je mehr er aber hinter seine Liebe zurücktritt, je mehr er sich um des Geliebten willen opfert, um so mehr nä­hert er sich nicht nur Gott, sondern auch die irdische L-ebe wird erst dadurch glücklich. Es bleibt das alte Wort ewig wahr:Wer nie durch Liebe Leid's erfuhr, erfuhr durch Liebe Liebes nie!"

vom katholischen Gesellenverein Fulda

Uns wird mitgeteilt:

Bie Generalversammlung des Fuldaer Gesellenvereins fand am 15. Januar im kleinen Saale des Gefellenhaufes statt. Knapp 200 Kolpings- föhne hatten sich zufammengesunden, um den Berichten über das vergangene Geschäftsjahr zu lauschen. Mit dem alten und immer wieder neuen Kolpingslied eröffnete der Präses die Versammlung und entbot allen den Willkom­mensgruß. Nachdem, wie in jeder Versammlung, mehrere

Aufnahmen getätigt worden waren, gab der Senior einen ausführlichen Bericht über das verflossene Bereinssjahr 1931. Bie Zahl der Mitglieder ist erheblich gestiegen, so daß der Gesellenverein Fulda der größte kathol. Iugend- verein der Stadt Fulda und auch zugleich der Bwzese Fulda ist. Er dankte vor allem hochw. H. Präses Becker für die von ihm zum Wohle des Vereins geleistete Arbeit. In kurzen Zügen fchilderte er die Verdienste desselben, die er sich in seiner nun 5jährigen Präseszeit erworben hat. Wer unser Haus vor Jahren gesehen hat und nimmt es heute wieder yon innen und außen in Augenschein, kann ohne weiteres die Verdienste würdigen und den Auf­schwung, den der Verein seit dieser Zeit, vor allem auch in gesellschaftlicher Beziehung, genommen hat.

Ber erstattete Kassenbericht zeigte, daß sich der Bestand der Kasse trotz der durch die Erwerbslosigkeit bedingten verminderten Einnahmen gegen das Vorjahr noch erhöht hat. Dem Kassierer wurde dögemein Entlastung erteilt. Der Vorstand wurde durch die ausscheidenden Mitglie­der in gleicher Zahl ergänzt. Die Berichte der Ab­teilungs-Obmänner über die Tätigkeit innerhalb der Abteilungen und in der Oeffentlichkeit zeigten einen gro­ßen Fortschritt der Abteilungen und wurden mit großem Beifall aufgenommen . Im Verein bestehen folgende Ab­teilungen: Gesangsabteilung mit 86 aktiven Sängern unter Stabführung von Herrn Musiklehrer Rübsam: Mandolinenabteilung mit 27 Klampfenspielern unter Leitung von Fridolin Plappert: Turnabteilung unter Führung von Vizepräses Schupp und zuletzt die unter der Regie von Willi Plap­pert stehende T h e a t e r a b t e i I u n g. Bie letzten Auf­führungen der Abteilungen m der Oeffentlichkeit haben von dem Können und Geist das beste Zeugnis bekundet. Viele Kurse vervollkommneten das Wissen der Mitglieder und verhalfen den Erwerbslosen zur Weiterbildung.

Eine Hauptaufgabe aus Anlaß des Jubiläumsjahres der hl. Elisabeth bildete die Aufführung des Fr e i- lichtfpieles:Bie Herrin der Wartburg" von Pater Hippolytus Böhlen 0. F. M. durch die Thea-

terabteilung, ®efangsabteilung und Mitglieder des Jung­frauenoereinsMaria Hilf". Nach über 40 Uebungs- adenden und Proben wurde das Spiel am 29. Juni auf der eigens dazu erbauten Freilichtbühne am Kalvarien­berg uraufgeführt. Tausenden von Zuschauern wurden die 18 Aufführungen, darunter je eine in Eisenach und Wiesbaden zu einem Erlebnis. Sämtliche Arbeiten, auch die Finanzierung und die hierfür erforderliche Rücken­deckung, wurde vom Verein übernommen. Badurch wurde ein finanzieller Ueberschuß erzielt, der restlos, der Intention des Spieles entsprechend, der Winterhilfe der Stadt Fulda überwiesen wurde.

Auch für die wandernden Kolpingsbrüder wurde in bester Weise gesorgt. Insgesamt haben im letzten Jahr in unserem Hause 951 Mitglieder des Gesel- lenoereins und 46 Mitglieder des Iungmännervereins übernachtet. An kostenlosen Mahlzeiten wurde gewährt: 281 Mittagessen, 1286 Abendessen und 1 2 8 6 Morgenkaffee. Nicht genannt ist das, was an Unterstützungen in Form von Kleidern, Schuhen usw. geleistet wurde. Boch drängt sich uns die Frage auf, welcher kathol. Verein könnte uns in diesem karitativen und sozialen Werke die Hand reichen, umsomehr noch, als alle Gelder hierfür aus Mitgliederbeiträgen und frei­willigen Spenden stammen. Biese Zahlen" reden deut­lich von der großen brüderlichen Siebe und Opferbe- reitschaft, die die Kolpingsföhne untereinander verbinden und fest zusammenhalten.

Ber Präses dankte allen Vorstandsmitgliedern und Mitgliedern für die treue Mithilfe zum Emporblühen des Fuldaer Gesellenvereins. Bietern Bank folgten Worte der Aufmunterung und die Aufforderung zum festen Zu­sammenhalten für die fernere Zukunft. Bie Versammlung wurde mit dem Nachtlied und einem Gebet für alle ver­storbenen Mitglieder gefchlossen. Möge das Werk Adolf Kolpings weiter wachsen zur Ehre Gottes, zum Wohle der Kirche, der Heimat und zum Wiederaufbau des gesamten deutschen Vaterlandes. Möge unserem großen Führer und Gesellenvater bald die Ehre der Altäre zuteil wer­den! Treu Kolping! st.