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Anzeiger für die Stadt Julda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblakt.

Nr. rs

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild" undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 3153. Fuldaer Artiendruckerei 3151 und 3152. ::

Donnerstag, 4. Februar 1932.

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Inlltfl. 59.

Die Dankeskundgebung für Hindenburg.

Er soll weiterhin Reichspräsident sein.

ERB Berlin, 3. Febr. (Eig Meldg.). So­weit sich bisher übersehen läßt, sind heute in den Geschäftsräumen und Filialen von etwa 150 deutfchen Zeitungen die Eintragungslisten für den Wahlvorschlag des Reichspräsidenten von Hindenburg aufgelegt worden.

Hitler als Gegenkandidat?

Die mangelnde deutsche Staatsangehörigkeit des nationalsozialistischen Führers.

Nach der Verfassung ist zum Reichspräsidenten jeder Deutsche wählbar, der das 35 Lebensjahr vollendet hat. Nun ist neuerdings die Frage auf­getreten, ob Adolf Hitler, der ja noch nicht ein­gebürgerter Reichsdeutscher ist, der aber, wenn man der nationalsozialistischen Presse glauben will, von seinen Anhängern stürmischgedrängt" werde, als Kandidat für die Reichspräsidenten­wahl sich aufstellen zu lassen, als Reichspräsident wählbar wäre. Man hat davon gesprochen, daß Adolf Hitler etwa durch die Thüringer oder Braunschweiger Regierung zum Beamten gemacht und damit Deutscher werde. In Untersuchunaen, die über diese Frage Ministerialrat Dr. Kaisen­berg anstellt, hebt er hervor, daß Voraussetzung hierfür aber wäre daß es sich um eine wirk­liche Ernennung zum Beamten handle. Der Grundsatz der politischen Aufrichtigkeit gilt auch gegenüber Schein - Einbürgerunoen im Wege der Veamtenernennung. Und zum Schlüsse der Darlegungen Dr. Kaisenbergs heißt es:

In der Ernennung eines Ausländers oder Staatenlosen zum Beamten lediglich zu dem Zweck, um ihm die Fähigkeit für die Anwartschaft auf das Amt des Reichspräsidemen zu verleihen, würde keine ernstlich gemeinte Be. amtenernennung zu erblicken fein. Eine solche Ernennung wäre nichtig und un­wirksam und dürfte auch vom ReichswahUei- ter, der die Voraussetzungen für die Wählbarkeit eines Anwärters zum Reichspräsidenten zu prüfen hat, nicht beachtet werden."

Der Landesausschuß Westdeutschland der Christlichen Gewerkschaften hat an Oberbürgermeister Sahm folgendes Telegramm ge­richtet:

Ein Bravo Ihrer Tat! Die christliche Ar­beit e r sch a f t Westdeutschland stimmt freudig für Hindenburg."

*

3n einer Erklärung des bayerischen Aus­schusses für die Wiederwahl Hindenburgs wird der Aufruf des Oberbürgermeisters Dr. Sahm und die dadurch über ganz Deutschland erweiterte Hinden- burgfront auf das wärmste begrüßt. Die Erklä­rung spricht die Hoffnung aus, daß es den ge­meinsamen Bestrebungen von Nord und Süd glük- ken werde, dem deutschen Volke Hindenburg als Reichspräsidenten zu erhalten.

DieBayerische Staatszeitung" nennt den Ber­liner Aufruf für Hindenburg ein glückliches Gegen stück zu der Kundgebung, die man in München an die Oeffentlichkeit gerichtet hat. Man könne nur hoffen, daß sich der gesunde Sinn der Mehrzahl der deutfchen Bevölkerung als stär­ker erweise als die dunklen Bestrebungen der Ge­genspieler, die sich anscheinend ihrer Verantwor­tung nicht recht bewußt seien.

Der Ex-Kronprinz als Kandidat Hugenbergs?

Hartnäckig erhält sich das Gerücht, daß sich die Deutschnationalen wegen einer Präsidentschafts- Kandidatur sogar an den ehemaligen Kronprinzen gewandt, von diesem aber eine Absage erhalten hätten.

*

DieMünchener Neuesten Nachrichten" nehmen unter der UeberschriitQuertreibereien" zur Frage der Reichspräsidentenwahl Stellung. Das Blatt weist auf die undeutliche Haltung des Führers der Nationalsozialisten zur Wiederwahl Hindenburgs hin, die es auf die verschiedenen Strömungen in­nerhalb der Partei zurückführt.

Weiter stellt das Blatt fest, daß von deutschna­tionaler Seite der Versuch gemacht werde, die Frage der Wiederwahl Hindenburgs von der FrägederFortdauerdesder zeitigen Reichskabinetts abhängig zu ma­chen. Es scheine, als ob die Fäden dieses politi­schen Spiels in einer Hand zusammenliefen, i n der des Staatssekretärs Meißner Es müsse das einmal mit aller Offenheit ausge­sprochen werden, daß der Staatssekretär des Reichspräsidenten soweit das Blatt feststellen könne, ohne dessen Wissen sowohl wie ohne Wissen des Reichskanzlers d i e Umbildung des Reichskabinetts auf eigene Faust stimmungsmäßig vorzubereiten und in Verhandlungen mit oppositionellen Politikern unter Nennung von noch nicht einmal befragten Reichskanzlerkandidaten zu betreiben suche. Cs bedürfe keiner vielen Worte, um diesen Handel zu kennzeichnen. Es könne dem Reichspräsidenten we­der als Person eigener und starker Verantwortung, noch in feinem Amt, das ihn über die Parteien und ihre wechselnden Mehrheiten stellt, zugemutet wer­den, seine Wiederwahl an die Bevorzugung irgend­einer politischen Partei oder Richtung zu binden Oder so fragt das Blatt sei es die Absicht, dem ehrwürdigen Feldmarschall die Wiederan­nahme eines »Amtes zu verleiden, das ohnehin ein beispielloses Opfer für ibn fei. indem man ihm die Schwärme politischer Eintagsfliegen ins Haus (affe, bie Wandelhallen-Betrieb- famkeit ausgepichter Parlamentarier, denen nicht wohl ist, wenn es nicht irgend etwas zu intri­

gieren und zu tuscheln und zu verhan­deln gibt? Das deutsche Volk sei dagegen aufge­rufen. Seiner sei die Wahl des Reichspräsidenten, nicht der emsigen Parteigrößen und überklugen Politiker. Deyn ein Mann solle Führer des Rei­ches fein, nicht irgendwer, der anstatt eines Kopfes ein Programm und anstelle des Herzens eine Pa­role hat.'

Der Oberbürgermeister von Dresden, Dr. Külz, hat folgenden Aufruf erlassen:

Auch das sächsische Volk will Hindenburg!"

Von Berlin kommt der Ruf,das Volk will Hindenburg!" Der Berliner Oberbürgermeister Dr. Sahm erlaßt den Aufruf an das deutsche Volk, Hindenburg ist Ueberwindung des Parteigeistes, das Sinnbild der Volksgemeinschaft, die Führung in die Freiheit!" Dank dem Oberbürgermeister von Berlin für diese Tat! Keiner darf beiseitestehen, sich zu Hindenburg und der Nationalen Einheit zu bekennen.

Unter all den Namen des Hindenburgausschusses befindet sich keine einzige führende Persönlichkeit aus Sachsen. Aber gerade in S a ch f e n wurzelt der Gedanke der Reichseinheit und der Reichsgröße fest und tief.

lieber Partei, über soziale Gesellschaft und Schicht hinaus ist uns.auch in Sachfen der Name Hindenburg das Monument deutscher Pflichterfül­lung geworden. Wer überhaupt noch na­tional fühlen und denken kann, bekennt sich zu ihm als de mSinnbild und Repräfentanten der deutschen nationalen Einheit."

Brüning mutz weg!

Seit Jahr und Tag hören wir diese Parole aus nationalsozialistischen Kreisen, aber bie Be­gründung ist jedesmal eine andere. Neuerdings hat derAngriff" (Nr. 22 vom 1. Febr. 1932) unter dem Titel:Brüning muß weg!" eine üblicherweise gefärbte Carftellung der gesamten internationalen politischen Lage gegeben. Es gibt nichts, was auf der Welt passiert ist, sogar der A b l a u f der R e g e n p e r i o d e", der die fällige Revolution in Lateinamerika" gebracht habe, was nicht auf das Schuldkonto Brünings ge­setzt wird! Und ein solches Sammelsurium wird mit dem Schlußsatz versehen:Brüning mußw?g! Adolf Hitler muß her!"

Ob Adolf Hitler uns dieRegenperiode" be­scheren soll?

*

Auf der Berliner Tagung des ReichÄandbun- des wurde eine fogenannte Resolution ange­nommen, die eine hahnebüchene Verun­glimpfung der Reichsregierung und ins­besondere ihrer Landwirtschaftspolitik bedeutet. Man scheut sich nicht, in dieser Resolution aus­zusprechen, daß die deutsche Landwirtschaft von dieser Regierungnoch stärker ausgeplündert" wor­den sei, als in den Jahren zuvor. Das ist doch schon wirklich allerhand angesichts dessen, was gerade in den beiden letzten Jahren der Brüning- Regierung für die Landwirtschaft getan und an direkten, in bie Hunderte von Millio­nen gehenden Unterstützungen, anbenen das ganze Volk sich beteiligte, aufgebracht worden ist-

Ein geradezu groteskes Beispiel für die Auf- putschung der Bauernschaft gegen die Regierung ergibt sich aber doch aus folgendem: Nachdem von demZusammenbruch" der Wirtschaftspolitik ge­sprochen worden ist, folgt der Satz:

Das Gleiche gilt auch hinsichtlich der angeb­lich bevorstehenden neuen Osthilfe-Notverordnunz".

Hier wird also eine überhauptnoch nicht bekannte landwirtschaftliche Maßnahme der Reichsregierung von vornherein geschmäht und verächtlich gemacht.

Das istnationale" Politik! Der Mensch­heit ganzer Jammer faßt einem ob solcher Vor­gänge an, und man begreift es nicht, daß nicht aus den eigenen Reihen der Landwirt- schaft heraus gegen derartige uner­hörte Verhetzungen Stellung genom­men wird.

Ein linksstehendes Wontagsblatt verbreitete die Behauptung, im Lande Braunschweig feien, von den 64 Ortsgruppen des Stahlhelm nicht weniger als 17 zu den Nazis übergetreten" Hierzu stellt die Pressestelle des Stahlhelm fest: Der Stahlhelm hat im Lande Braunschweig nicht we­niger als 200 Ortsgruppen. Von ihnen ist nicht eine einzige zu den Nationalsoziali­sten übergetreten.

* Der König von England hat dem Herrn Reichspräsidenten telegraphisch in warmen Wor­ten seinen Dank für die anläßlich des Unterganges des U-Bootes M. 2 bekundete Teilnahme zum Aus­druck gebracht. ________

Präsident Grund zum Mstglied des Dermal- tungsrates der Reichsbahn ernannt. Wie wir vom Reichsverkehrsministerium erfahren, ist der Präsi­dent des Industrie- und Hanbestages Grund zum Mitglied des Derwaltungsrates der Reichs­bahn ernannt worden.

* Kleinfiedlerstellen. Der Reichskommissar für die vorstädtische Kleinsiedlung har bisher rnsge- samt 856 Kleinsiedlerstellen und 5 698 Kleingar­tenstellen bewilligt.

Der Schritt der Mächte im Osten.

Deutschlands Teilnahme. Paris zur Genfer Eröffnung. Die Kampfmittel der französischen Rationalisten.

Den gemeinsamen Schritt, der von den Regierungen der Großmächte Amerika, England, Italien und Frankreich in Tokio unternommen wurde, um eine Einstellung der Feindseligkeiten in China herbeizuführen, hat sich a n ch d ie R e i ch s- rsgierung angeschlosien.

Sir Simon über die Vorschläge an Japan und China.

Der englische Staatssekretär des Aeußeren Sir John Simon gab im Unterlaufe eine Erklärung über die in Tokio wegen der Vorgänge in Schang­hai erhobenen diplomatischen Vorstellungen und bie getroffenen Maßnahmen ab. Er sagte: Die briti­schen Botschafter in Tokio unb Nanking sinb beauf­tragt worben, ber chinesischen unb ber japanischen Regierung bestimmte Vorschläge mit bem bringen­den Ersuchen nm deren Annahme zu übermitteln. Diese Vorschläge sind mit den Regierungen der Vereinigten Staaten und mit den Regierungen Frankreichs und Italiens verabredet worben, bie aufgeforbert worben sinb, bie gleichen Schritte zu unternehmen. Beibe haben bies zugesagt.

Der Inhalt der Vorschläge ist folgender:

1. Einstellung aller Anwendung von Gewalt auf beiden Seiten.

2. Keine weitere Mobilmachung oder andere Vorbereitungen, die neue Feindseligkeiten zum Ziele haben.

3. Rückzug der Chinesen und Japaner von allen Punkten in ber Gegenb von Schanghai, wo sie miteinander in Fühlung stehen.

4. Schutz ber internationalen Konzessionszone burch Schaffung einer neutralen Zone, innerhalb beren Frieden ünb Ordnung durch Vereinbarungen neutraler Natur gesichert werden, bie von ben Ge­neralkonsuln in Schanghai zu treffen sinb-

5. Nach Annahme biefer Bedüngungen muß man unverzüglich Fortschritte erzielen.

wtb. Berlin, 3. Febr. (Eig. Meld.) LautVoss. Zeitung" hat bie Reichsregierung der Regierung in .To­kio und Nanking Telegramme gesandt, die besagen, daß Deutschland sich im Interesse der Wiederherstellung friedlicher Zustände dem Protest der übrigen Ratsmit­glieder anschließe. , > ' ,

Washington begrüßt Deutschlands Schritt in Nanking und Tokio.

CNV. Rewyork, 3. Febr. (Eig. Meld.)Times" meldet aus Washington, in offiziellen Streifen werde Deutschlands unabhängige Aktion, das Vorgehen der anderen Mächte in Tokio und Nanking durch Vorstel­lungen zugunsten des Friedens zu unterstützen, begrüßt.

*

Zu ber bevorstehenden Sitzung bes Vorstandes der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion berich­tet derVorwärts", daß befchlosfen wurde, dem kommunistischen Antrag zuzustimmen, wegen der Lage im Fernen Osten den Auswärti­gen Ausschuß des Reichstags einzuberufen. Die Sitzung dürfte nach ber Rückkehr bes Reichskanz­lers und Außenministers Dr. Brüning aus Genf stattfinden.

Am Dienstag sind zwei weitere chinesische Hä­fen durch japanische Kriegsschiffe besetzt worden. Es bestätigt sich, daß Japan im Falle einer Völker­bundsaktion gegen die japanische Aktion in China ben Austritt aus dem Völkerbund plant.

wtb Nanking, 3. Febr. (Eig. Meldg.). In einer Konferenz chinesischer Beamter mit dem ja­panischen Konsul und dem japanischen Marinebe-

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Karle Chinas.

Die Pfeile zeigen die Vormarschrichtung der Japaner an, die nun nach den Kämpfen m ber Mandschurei und um Schanghai auch bie Regie­rungshauptstadt Nanking und den Süden mit ber wichtigen Handelsstadt Kanton bedrohen.

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wtb. Schanghai, 3. Febr. (Eig. Meld.) Japanische Streitkräfte haben heute vormittag mit dem Angriff auf die Wusungforts begonnen. 6 japanische Zerstörer bom­bardieren die Forts, um die Landung der Truppen zu decken.

Japan gegen die Vorschläge der Mächte.

wtb. Tokio, 3. Februar. (Eig. Meld.) Reuter: An zuständiger japanischer Stelle wird erklärt, Japan würde sich sehr glücklich schätzen, wenn bie Feindseligkeiten eingestellt würden. Es fei jedoch nicht in der Lage, den Punkt 5 der Vorschläge der drei Mächte anzunehmen, der bestimmt, daß f o - fertige Maßnahmen zur Beilegung der Meinungsverschiedenheiten ergrif­fen würden.

dieses habe für ihn eine Tagesentschädigung von 140 Schweizer Franken durchgedrückt. (Echo Paris" ist ein nationalistisches Blatt. Man sieht aus dem Zitat, welcher Gemeinheit na­tionalistische Blätter fähig sind. Die Schristl.)

wtb. Gens, 3. Febr. (Eig- Meld.) Der Völker- bunbsrat wirb am Freitag nach einmal zusammen­treten, um über bas wahrscheinlich morgen zur Veröffentlichung gelangenbe Gutachten bes Haager Gerichtshofes über bie rechtliche Stellung ber pol­nischen Staatsangehörigkeit im Ge­biet ber freien Stabt Dan zig und über den Bericht des Liberia-Komitees zu beschließen. Der Rat wird weiter von dem Bericht des Schang­haier Konsularkorps über die dortigen Zwischen- fälle Kenntnis nehmen. Die Tatsache, baß Japan bie Intervention ber Mächte begrüßt hat, dürfte damit Zusammenhängen, daß, wie verlautet, im Völkerbund Erwägungen darüber schwebten, bas aggressive Vorgehen Japans mit ber Dro­hung seines Ausschlusses aus bem V ö l ke r b u n b zu beantworten.

Radek darf einreifen.

Der Zwischenfall wegen der Einreiseverweige- rung Radek durch die Schweizer Behörden ist. wie verlautet, Dienstagabend nach längeren Verhand­lungen beigelegt worben Der Schweizer Bundes­rat hat sich entschlossen. Radek bis Einreise zu er­lauben Rabek wirb nunmehr als Vertreter der MoskauerIswestija" an der Abrüstungskonfe­renz teilnehmen. . u 1

Die Abrüstungskonferenz.

In dem vorgesehenen Rahmen hat am Diens­tagnachmittag die Abrüstungskonferenz ihren An­fang genommen. Henderson, der Präsident, wies in der Eröffnungsrede mit Nachdruck auf die Not­wendigkeit der Rüstungsbeschränkungen und der Verständigung im Sinne des Weltfriedens hin. Die Rebe Hendersons in der Eröffnungssitzung der Abrüstungskonferenz hat im allgemeinen recht günftig gewirkt. Tendenziöse Ausstreuungen, daß der ehemalige britische Außenminister den Entwurf seiner Rede auf eine Intervention des General­sekretärs des Völkerbundes hin an entscheidenden Stellen geändert haben soll, haben Befremden hervorgerufen. Die Meldungen über einen Kon­flikt zwischen dem Gene alsekretär des Völkerbundes und Henderson sind eben o wie die Meldungen über eine Zensur der Rede durch den General­sekretär, wie uns aufs bestimmteste erklärt wird, aus der Luft gegrt fen.

wtb. Genf, 3. Februar. (Eig. Meld.) Bot­schafter Nadolny hatte gestern eine Unterredung mit d§m italienischen Außenminister Graubt unb wird heute mit bem russischen Volkskommissar Litwinoss verhanbeln.

wtb. Paris, 3. Februar. (Eig. Meld.) Die Rebe Henbersons wirb von der französischen Presse allgemein farblos, saft- unb kraftlos bezeichnet. Nach bemPetit Parisien" bezeuge bie Ansprache ben guten Willen eines Mannes, ber alles hat vermeiben wollen, was irgendwelche Mitglieder ber Konferenz hätte verstimmen können. Das Blatt ist zufrieben mit ben Stellen der Rebe, in denen es eine Bestätigung ber französischen These er­blicken zu können glaubt, aber unzufrieden darüber, daß Henderson nicht die geringste An­spielung auf Sanktionen und gegen­seitige Garantien gemacht habe. Der Außen­politiker desEcho de Paris" nennt bie Rebe bes Präsibenten ziemlich un&ebeutenb. Sie sei vorn ehemaligen Sekretär bes Foreign Office, Baker, ber früher Beamter bes Völkerbundes war, ausgearbeitet unb vom Völkerbunbs'ekretariat ver­bessert worden, denn an gewissen Stellen sei sie ziemlich gefährlich unb parteiisch gegen bie französische These. Henderson könne dem Völkerbundssekretariat nichts abschlagen, denn

fehlshaber wurde vereinbart, daß keine Partei feuern solle, es sei denn, sie werde angegriffen, lieber die Stabt, die von zahlreichen Amerikanern verlassen wird, ist der Belagerungszustand ver­hängt worden

wtb. Schanghai, 3. Febr. (Eig. Meldg). Der britische KreuzerBerwick" hat hier ein Bataillon Infanterie gelandet.

Japan beabsichtigt Wegnahme der Wusung-Forts.

mtb. Schanghai 3. Febr. (Eig. Meld.) Der japa­nische @ehcralfonful teilte bem britischen und dem ame­rikanischen Generalkonsul offiziell mit, daß Japan die Absicht habe, die Wusung-Forts sofort zu besetzen. Da» Bombardement der japanischen Kreuzer und Flugzeuge, das auf den Forts Wufung und Puschan liegt, ist außer­ordentlich heftig.