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| Mittwoch, 3. Februar 1932.

Mrg. 59.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: ..Die Welt im Bild" und ..Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 3153, Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152 ::

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Ü

Das Volk für Hindenburg!

Der Beginn der Abrüstungskonferenz.

tnaren vorerst die britischen Konzessionen in Han- kau und Kiukianq zurückgegeben worden. Darin lagen aber nicht die einzigen Erfolge bis 1930 Die Richtung der Entwicklung wies auf eine rasche Unterhöblung aller alten Rechte der Ausländer hin. 1930 und 1931 trieb die Schanghaier Frage einer Entscheidung zu. Die Schanghaier Briten setzten sich zur Wehr. Der britische Richter Feet- ham. aus Südafrika verschrieben, hat damals für den Stadtrat ein juristisch-wirtschaftliches Gut­achten in Form einer dreibändigen Denkschrift ausgearbeitet die beweisen soll, daß die Chinesen für moderne Verwaltung nicht reif sind, weil we­

soll es sich um Freischärler handeln. Weiterhin berichten die Blätter, daß ganze Wagenladungen toter Chinesen heute morgen von japanischen Lan­dungstruppen beiseitegeschafft worden, seien.

der Eigentum noch Person der Ausländer in China genügend geschützt seien. Als Gegenzug har die Rationalregierunq in Nanking gelegentlich der für den 5. Mai nach dorthin einberufenen National­versammlung am 4. Mai die Konsulargerichtsbar­keit imd andere exterritoriale Sonderrechte der Ausländer durch Gesetz für aufgehoben erklärt, und zwar ab 1. Januar 1932, zum zweiten Male bereits und wieder, ohne die Durchführung erzwin­gen zu können.

Zwar, auch das wäre sehr wohl möglich gerne-

I fen, wenn die Chinesen die Entschlußkraft gefun­den hätten, endlich einmal zusammenzustehen Un­einigkeit macht schwach! Kein glänzenderes Bei- spiel für diese Binsenwahrheit als die Geschichte Chinas seit 1911. Es sind heute kaum mehr alte I Staatsmänner in der Regierung, die jungen aber und die Militärgewaltigen haben keine Formel ge­funden, die in der Stunde der Gefahr China zu einigen vermocht hätte.

. Mit dem japanisch-chinesischen Zusammenstoß I :n Schanghai am 21. Januar beginnt nunmehr der zweite Akt in dem unheimlichen, blutigen Trauerspiel, das sich seit September im Fernen Osten entrolltz Jetzt werden auch die Großmächte aufmerken müssen, denn soviel steht von vornher­ein fest, daß die Japaner nicht wie die Engländer 1925/26 bereit sein werden, auf militärische Ge­walt zu verzichten und ohne Kampf nachzugeben. Damit aber taucht die andere.Frage auf:. Wieweit werden_ fie hierbei auf die Interessen anderer Großmächte Großbritannien und Amerika Rücksicht nehmen? Vermutlich überhaupt nickt, oder nur soweit, wie sie es aber nicht die anderen für gut halten. Dabei werden sie gern auf den Bericht des Richters Feetham ver­weisen, wenn man ihnen dazwischen reden will. An eine geschlossene Front der Großmächte ist nicht zu denken, deutet man doch bereits auf ein japanisches Einvernehmen mit einer westeuropäi­schen Großmacht hin.

Der Kampf um Schanghai droht allo ein Kampf um Ostasien überhaupt zu werden. Schluk- ken werden die Japaner Schanghai wohl nicht, aber sie werden auch dort die Führung an Stelle der Briten übernehmen, wenn man sie nicht mit Gewalt vertreibt; aber wer kommt dafür in Frage? Der Völkerbund etwa?

Im März 1920 ließen sich die Londoner ..Ti­mes" einmal aus Südchina schreiben:Wenn die <>apaner die Mandschurei von den gemeinsamen Abmachungen über das Bahnwesen 'ausschließen, sollten auch die Briten ihrerseits Anspruch auf ihre Einflußsphäre, das Yangtsetal. erbeben." Das war einmal! Japan wird jetzt auch Vormacht im Pangtsetal. Leider hat vermutlich auch der deutsche Handel wieder schwer zu leiden', an eine Stärkung deutscher Interessen ist kaum zu denken. Wo Japan auftauchte, ist es bisher im­mer Monopolmacht geworden.

*

Chinesische Blätter behaupten, daß etwa 150 gefangene Chinesen von den Japanern erschossen morden seien. Bei den meisten der Hingerichteten

C. N.B. Genf, 2. Febr. (Eig. Meld.) Die mit wachsender Spannung von der gesamten Welt­öffentlichkeit erwartete, Jahre hindurch heiß um­strittene allgemeine Abrüstungskonferenz wird sich nach der heutigen formaken Eröffnungs­sitzung sofort bis Anfang nächster Woche ver- tagen, um inzwischen eine Reihe innerer Ange­

legenheiten durch Ausschüsse regeln zu lassen.

Henderson wird in seiner Eröfsnungsan- I spräche, die nach allen Erdteilen im Rundfunk verbreitet wird, vermeiden, die heiklen Fragen zu berühren und umso mehr die großen Grundsätze betonen. Er wird die in den letzten Jahren abge­schlossenen internationalen Pakte erwähnen, die in Verbindung mit einer Herabsetzung der Rüstun­gen ein Bollwerk des Weltfriedens bildeten.

Auf Vorschlag Hendersons werden dann Aus­schüsse für die Prüfung der Vollmachten der Kon­ferenzteilnehmer und für die Aufarbeitung einer Geschäftsordnung eingesetzt werden.

Die bevorstehende Konferenz wird von Freun­den wie von Gegnern der Abrüstung vorsichtiger­weise als die erste bezeichnet und jie heißt, wie man besonders in Deutschland nie vergessen sollte, offiziell lediglichKonferenz für die Beschränkung und Begrenzung der Rüstungen", eine Bezeich­nung, von der jedes Wort in der verschiedensten Weise ausgelegt werden kann.

*

wtb. Genf, 2. Febr. (Eig. Meld.) Die vffi- Stellen Listen der Delegationen zur Abrüstungs. konferenz enthalten zirka 600 Namen, die von der Beteiligung aber nicht annähernd ein Bild geben, da zum Beispiel die japanische Dele­gation, die etwa 100 Köpfe stark ist, in diesem Verzeichnis nur mit einigen Hauptdelegierten auf­geführt ist. Bei einer großen Anzahl von Dele­gationen erscheint der Außenminister als Dele­gationschef. Der Kriegsminister ist nur bei Frank­reich Delegationsführer. Naturgemäß sind die mili­tärischen Sachverständigen tn sämtlichen Delega- gationen stark vertreten. Bei den Plenarsitzungen nehmen die Delegierten ihre Plätze nach der alpha­betischen Reihenfolge ihrer Länder ein. Für die deutsche Delegation sind in einer der ersten Reihen sechs Plätze vorgesehen. Der militärische Cha­rakter der Konferenz tritt, da sämtliche Delegierten in Zivil erscheinen, m dem äußeren Bild nicht hervor.

Verschiebung!

wtb. Genf, 2. Febr. (Eig. Meld.) Zur allge­meinen Ueberraschung wunde um 12.30 Uhr vom Völkerbundssekretariat mitgeteilt, daß der Beginn der Eröffnungssitzung der Abrüstungskonferenz n m 1'4 Stunden verschoben worden sei. Diese Verschiebung hängt damit zusammen, daß der Völkerbundsrat heute nachmittag um 2.30 Uhr zu einer Sitzung einberufen worden ist. Den Vorsitz der heutigen Ratssitzung wird der

Nanking ist am Montag von acht japani­schen Kriegsschiffen vier Stunden lang beschossen worden.

Der. japanische. Generalkonsul hat den Behör­den der. Stadt S w a t a u ein ähnliches Ultimatum überreicht, wie seinerzeit Schanghai. Swatau ist von javanischen Truppen besetzt worden. Auch ist Kanton wurden 600 japanische Matrosen an Land gesetzt.

Der chinesische Geschäftsträger in Berlin er­klärte einem Pressevertreter, daß China unter kei­nen Umständen den Krieg erklären werde, haß das chinesische Volk,in seiper Verzweiflung aber zu dem M.it-tek des K le i n k ri eg e>s-greife, um die Japaner zu vertreiben.

Deutscher

3n wenigen Wochen soll das deutsche Volk den neuen Reichspräsidenten wählen. Millionen sind der lleberzeugung, daß für die höchste würde des Reiches nur e i n Mann in betracht kommt: Hindenburg. Gegenüber der geschicht­lichen Persönlichkeit des gegenwärtigen Reichs­präsidenten treten alle andern Namen zurück, die in den Erörterungen der letzten Wochen von der Parkeipolikik genannt worden sind.

Hindenburg: Am diesen Namen leuchtet der Ruhm von Tannenberg und die lebendige Erinnerung an das deutsche Heer des Weltkrieges, das vier Jahre lang den Boden der Heimat schützte und die deutschen Waffen siegreich in ferne Länder trug.

Hindenburg: Das ist ein Leben deutscher Pflichter­füllung im Dienste des Vaterlandes von der Kaiferproklamation von 1871 bis zur Präsi­dentschaft der Republik.

Hindenburg: Das ist die Aeberwindung des Par- teigeistes, das Sinnbild der Volksgemeinschaft, die Führung in die Freiheit.

Hindenburg: Das ist für Deutschland und die Welt die vornehmste Verkörperung der deutschen Na­tion: Der Erste im Kriege, der Erste im Frie­den, der Erste im Herzen seiner Mitbürger.

Deutsche! Seid in dieser Stunde ein Volk, dank­bar, einig und groß!

Eine spontane Kundgebung soll Hindenburg bitten.

Arthur Henderson, der ehemalige englische Außenminister, der als Präsident der Genfer Ab­rüstungskonferenz in Aussicht genommen ist, vor dem Palais Electoral in Genf, in dem die Konfe­renz stattfindet.

Die Sittlhalte-Verhandlirngen.

wtb. Newyork, 2. Febr. (Eig Meldg.). Albert Wiggin erklärte über die Berliner Stillha'tever» Handlungen: Die Banken und die deutschen Schuld­ner tun ihr Bestes. Bor allem ist jedoch die Zu­sammenarbeit aller Regierungen nötig, um Deutschland und die Welt wieder zum Gedeihen zu bringen. B M. Anderson von der National Bane, der Wiggin begleitet, betonte, die Wiederherstel­lung des Weltkredits in der Weltwirtschaft sei rasch möglich, wenn neben einer allgemeinen Er­mäßigung der Zölle eine vernünftige Rege­lung des Reparationsproblems und der Frage der interalliierten Schulden erfolgt.

* Die Berliner schweizerische Gesandtschafk hat dem früheren russischen Volkskommissar Radek, der sich zur Abrüstungskonferenz nach Genf be­geben wollte, das Einreisevisum für die Schweiz verweigert. Die Verweigerung der Einreiseerlaubnis für Radeck durch die schwei­zerische Regierung hat die russische Delegation veranlaßt, beim Präsidenten der Konferenz Hen­derson eine Beschwerde einzulegen. Die­ser hat das Schreiben der russischen Delegation dem schweizerischen Außenminister Motta übermittelt.

Der Kamps in nnö um Schanghai.

Von Dr. Friedrich Otte, Professor a. D. Reichsuniversität Peking. ..Dieser Kampf in und um Schanghai ist, ober- flachlrch gesehen, lediglich eine Folge und Beqleit- erschelnunq des Kampfes um die Mandschu­rei. Aufgepeitschte chinesische Massen, die sich in '^H'lllosigkeit vergewaltigt fühlen, und die 19 000 Japaner, die in Schanghai wobnen und hinter sich die Macht einer hochwertigen Flotte und eines schlagfertigen Heeres fühlen, geraten anein­ander, und es entsteht ein neuer Konflikt zwischen öen beiden lebenskräftigsten Völkern des Fernen Ostens. Das Vorgehen der Japaner und ihre Forderungm bedeuten im Grunde, daß Japan in den Kampf um Schanghai, an dem feit 1925 alle

S beteiligt sind, als Vormacht mit zwar nicht zugestandenen, aber von keiner Seite mehr bezweifelten imperialistischen Zielen an die Spitze

Jahrzehnten auch die volkreichste Weltstadt fein roirb, dasLondon des Fernen Ostens".

In derInternationalen Niederlasiung" woh­nen neben 970 000 Chinesen auch 27 000 der ins- 48 000 ansässigen Ausländer, darunter 19 000- Japaner an erster Stelle; 8500 Briten ohne 3nöer 7400 Russen (meist Flüchtlinge), 3000 Amerikaner, je 1400 Deutsche und Franzosen usw. Schanghais Anteil am Außenhandel Chinas be­wegt sich letzthin um 35 v. H. der Ausfuhr und 45 d. H. der Einfuhr. Schanghai ist auch der Mittel- punkt der chinesischen Schiffahrt, des Banken-und privaten Finanzwelens, des Versicherungswesens der verabeitenden Industrie, mit starkem japani-' fchem Anteil an der Baumwollindustrie, und auch des Bildungswesens Chinas.

Die Gefahr im Osten wächst Die japanischen Gewaltakte mehren sich.

Vie Japaner greifen Schapei an.

wtb. Schanghai, 2. Febr. (Eig. Meld.) 2000 japanische Marineschühen haben den Angriff auf Schapei begonnen, nachdem diese Skadl mit schwe­rem Geschühfeuer belegt worden war.

wtb. London, 2. Febr- (Eig. Meld.) Amt­liche Kreise geben ihrer Empörung -über das Vor­gehen her .Japaner in Schanghai Ausdruck, das die ausgedehnten britischen Interessen stärk gefährde.

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wtb. Schanghai, 2. Febr. (Eig. Meld.) (Reu­ter.) Man rechnet mit einem baldigen Wiederbe­ginn der Feindseligkeiten. Der javanische Oberbe­fehlshaber erklärte dem Konsular-Korps, die Chine­sen hätten die Waffenruhe gebrochen; er werde ge­zwungen sein, Maßnahmen züm Schutze seiner Seeleute zu ergreifen. Die Ankündigung des Ad­mirals hat die Nervosität hier noch gesteigert. Ein endloser Strom von Flüchtlingen bewegt sich nach der englischen und amerikanischen Verteidigungs­zone.

wtb. Nanking, 2. Febr. (Eig. Meld.) Der Lei­ter der Polizei hat heute früh mit dem japanischen Oberbefehlshaber die Lage besprochen und auf die Notwendigkeit hingewiesen, den Frieden aufrecht zu erhalten. Alle Javaner, einschließlich die Kon­sularbeamten, baden Wuhu verlassen und sind nach Japan abgereißt- Alle Banken haben geschlossen. Einige Fälle von Plünderungen haben sich ereig­net.

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wtb. Washington, 2. Febr. (Eig. Meld.) Die ^Bereinigten Staaten und Großbri­tannien haben neue nachdrückliche Vorstellun­gen bei Japan erhoben, lieber ihren Inhalt ist noch nichts bekannt geworden. *

wtb. Newyork, 2. Febr. (Eig. Meld.) F ü h - rende Bankiers von Wallstreet erklärten, weder Japan noch China würden in Newyork oder London A n l e i h e n z u r F i n a n- zierung eines Krieges erhalten.

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mtb. London, 2. Febr. (Eig. Meld.) Laut Ti­mes hat Sowjetkommissar Karachon dem japani­schen, Botschafter in Moskau mitgeteilt, daß die Sowiet-Regierung möglicherweise zum P r o t est genotlgt sein werden, wenn die Japaner in Chardin einrückten.

184? Vertragshafen für den fff saudischen Handel. Die Sonderrechte der Aus- fornnf- 1845 jurütf. Das berühmteIn- I uer nruilviuH-

ternational scttlement entstand 1869 durch Zu- lichen Anerkennung der chinesischen Forderungen .ammelegnng der englischen und amerikanischen ------------ -....... "

Konzessionen; die französische Konzession besteht daneben selbständig weiter. Die oberste Behörde in der Niederlassung ist ein international zusam­mengesetzter Stadtrat, in dem zwar die Engländer immer norf, führen, die Chinesen aber seit etwa cmem Jahrzehnt doch zunehmenden Einfluß ge- m°nnsen: mabfberecbtigt sind die Grundbesitzer, und der Besitz ist überwiegend in englischen Hän- den; hinter dem Stadtrat steht ein Kollegium aus- .andlscher Konsuln. Die französische Konzession un­tersteht praktisch nur dem französischen General­konsul in Schanghai. Um diesen fremden Kern herum hat sich der chinesische Stadtteil gebildet un­ter einer rein chinesischen Verwaltung. Auch dort wohnen allerdings Europäer. Mit demGröße- ren Schanghai" bezeichnet man heute die Getarnt- heit der drei Stadtteile, deren Bevölkerung 1930 zusammen 3112 000 betrug. 1919 wurde sie auf nur eine Million geschätzt. 1925 schon auf 1,5 Mil- Honen. Man rechnet damit, daß diese Stadt an der Pangtsemündung mit dem volkreichsten und ge­waltigsten Hinterland der Erde, halb China, fagt mit Recht ein Fachbericht in wenigen

sich als volkskandidak für die Wiederwahl zum Reichspräsidenten zur Verfügung zu stellen.

Seiner darf beiseite stehen, wenn es gilt, sich zu Hindenburg und zur nationalen Einheit zu be­kennen!

Deutscher! Dein Name gehört Hindenburg!

Berlin, den 1. Februar 1932.

Der Hindenburg-Ausschuß.

Der Aufruf ist an erster Stelle unterzeichnet von Oberbürgermeister Sa hm und dem früheren Reichstagspräsidenten Simons. In alphabeti­scher Reihenfolge folgen dann diese Namen:

Oberpräsident a. D. Batocki, Frau Ministerialrat Dr. Baumer, Verbandsoorsteher Bechly, Oberbürgermeister Dr. Belian, Minister a. D. Dominicas, Oberpostbäurat Merach Rechtsanwalt Fischer, Verbandsvorsitzender Füigel (Deutscher Beamten-Bund), Landesbaurat Fritz (München)), Minister a. D. Keßler, Frau Anna von Gierke, Präsident Dr. Dr. Grund, Heinrich Grünfeld, Gerhart Hauptmann, Geheimrat Dr. Georg Heim, Frau Geheimrat Heßberger, Oberbürgermeister Jarres, Pof-

Dr. Junkers, Präsident des evangelischen Kirchen­ausschusses Dr. Kapler, Generalsuperintendent D. Ka- row Staatssekretär a. D. Kempner, Dr. Kleemann, Pralat Kreuz, Kommerzienrat Dr. Krumbhaar, Freiherr von Landsberg-Steinfurt, Reichstagsabgeordneter Ernst Lemmer, Staatssekretär Dr. Lewald, Professor Dr Max Liebermann, Arthur Mahraun, Geheimrät Oskar von Miller Präsident Dr. Mulert, Oberpräsident Gustav Noske Geheimrat Prof. Dr. Oncken, Verbandsoorsitzen, der Otte, Geheimrat Prof. Dr. Planck, Präsident Arthur U"gmachsr Staatsminister a. D. Dr. Schmidt-Ott, Bi- K - Dr. «chreiiber, Dr. Solmssen, Prof. Dr. Philivv Vell^ Dr. Tillmann-Bonn, Dorothea von

wS ®^e'mer Kommerzienrat Wanner, Frau Mini- 4rau Sr Eeneralmajor von Winterfeldt und vrau Dr. von Zahn-Harnack.

Seit Jahren geht nun das Bestreben der Chi­nesen dahin, nicht nur die formale, sondern auch die tatsächliche Oberhoheit über Großschanghgi zu gewinnen. Zwei Strö­mungen begegnen sich also in diesem Kampfe- die eine zielt auf die Beibehaltung des sozusagen in­ternationalen Rechtszustandes der Niederlassung hin wenigstens noch für einige Jahrzehnte; sie geht von den Ausländern, überwiegend den Bri­ten aus. Die Chinesen setzen dagegen die Forde­rung nach sofortiger und endgültiöerNationali- sterung des gesamten Stadtgebietes, ohne Zwi­schenlösung und Uebergangszeit

Von 1925 bis 1930 hatten die Chinesen, gestützt durch die Amerikaner, bedeutende Erfolge zu ver- Mchnen. Sie untergruben in nicht ungeschickter Weise den Rechtsstand aller Konzessionen in den Vertragshafen durch ein System neuer Staatsver­träge und dadurch, daß sie die Briten durch den gewaltigen Wirtschaftsboykott 1925 und 1926 auf die Knie zwangen. So ungern sahen die Japaner das nicht; sie protestierten damals auch keineswegs so wie heute gegen den Boykott als rechtswidrige Wirtschaftswafse. Achnlich wie diesmal gab ein Zwischenfall den Anlaß zur Auslösung des Boy­kottes, als am 30. Mai 1925 einige chinesische Stu­denten von Polizisten der Niederlassung nieder­geschossen wurden. Ende 1926 gaben die Briten amtlich nach, die in Schanghai ansässigen britischen Untertanen haben aber den Kampfum ihre Rechte" nie aufgegeben. Als Folge der grundsätz-

französische Kriegsminister T a r d i e u führen. Der französische Senator Paul Boncour ist von sei­ner Reise nach Paris noch nicht zurückgekehrt. Die frühere und plötzliche Einberufung des Rates wird darauf zurückgefuhrt, daß in Genf bei allen Delegationen neue alarmierende Na chrichten aus dem fernen Osten ein getroffen sind. Die Eröffnung der Ab­rüstungskonferenz vollzieht sich unter dem tiefen Einbruch dieser außerordentlich ernsten Situation in China.